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 Mittelpunkt des Waldes

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Feredir

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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 12, 2015 1:15 am

Er zog sie näher an sich, lachte leise darüber. „Aufhalten wird uns keiner mehr, dass ist wahr.“ Der Wald, oder besser gesagt die kleine Stadt die in eben diesen gebaut worden war, schien keineswegs provisorisch zu sein, so wie es in großen Teilen der Hauptstadt war. Denn immer wieder konnte man Versatzstücke anderer Häuser, an wiederum anderen Häusern erkennen und fast jeder kleine Hausherr folgte dem Motto, dass alles noch zu gebrauchen war, fast einigermaßen gut zu befestigen war und vor Wind und Wetter schützte. Hier hingegen gingen die Gebäude mit den Bäumen ineinander über und der Begriff Synthese lag ihm beinahe auf der Zunge, denn die Elfen hatten eben diese mit dem Wald beinahe vollends erreicht. „Es ist einzigartig hier, kein Zweifel. Ich meine ich habe bei jedem Schritt das Gefühl, dass ich ein eigenes kleines Ökosystem zerstöre, da die Natur hier derart mit der Zivilisation ineinander übergeht, dass fast jeder Schritt das verderben für irgend eine Pflanze bedeuten muss, doch es ist … wunderschön.“
Er besah sich die größeren Bäume, an denen mehrere Häuser gebaut, oder besser in die man Häuser geformt hatte, denn wie auch immer sie dies geschafft hatten, die Beschreibung traf definitiv besser zu. Der ganze Ort war von Magie durchzogen und je weiter sie gingen, desto stärker war diese Magie zu spüren. „Ich hoffe dass dieser Tag, an dem dein Vater nicht in jedem Menschen einen Verräter sieht bald kommen wird. Aber meine Akzeptanz … nun ich habe mit vielem gerechnet als er mit einem Mal vor mir stand, das Schwert in der Hand. Doch nicht damit, dass er es an mich übergibt. Er ist in tiefsten Innern gut ... vermutlich hast du daran einen durchaus erwähnenswerten Anteil.“
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Fr Jan 16, 2015 12:59 am

"Wenn ihr ehrlich bin, weiß ich nicht einmal wieso ich all dies riskiert habe" erklärte Oromis zweifelnd und fuhr sich durch das silberne Haar, während er Nyaralin versuchte die genauen Umstände zu erläutern, was sich als schwieriger herausstellte als man meinen sollte. Denn es fiel ihm bereits schwer den Grund für all dies zu finden.
"Ich denke, ich habe ihr geholfen, weil es das Richtige war - die Großmeister wollen einen Krieg. Das steht vollkommen außer Frage und es wäre nur eine Frage von Monaten gewesen bis sie angreifen. Das es nun eine Frage von Wochen ist, birgt eher für sie als für uns einen Nachteil. Sie werden ihre Truppen schnell zusammen ziehen wollen und so weniger auf Feinschliff achten. Wir sind sowieso alle versammelt" er hielt inne, stützte sich auf seinen Stab.
"Nichts desto trotz bin ich ein großes Risiko eingegangen und mir dessen auch bewusst. Ich habe bereits Hochmeisterin Caladhiel benachrichtigt. Wir werden diesen Kampf nicht alleine bestreiten"
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Nyaralin
Königin der Elfen
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Fr Jan 16, 2015 1:08 am

"Oromis, Ihr habt einen Fehler gemacht, der uns alle gefährdet hat", antwortete Nyaralin mit einem milden Lächeln auf den Lippen, nachdem der Drachenreiter seine Worte beendet hatte und langsam schüttelte sie den Kopf, vermied jenes vernehmliche Seufzen, welches bereits im Begriff gewesen war, sich über ihre Lippen zu schälen und nur allzu deutlich gemacht hätte, was sie von alledem hielt. Dieses Land war verbrannte Erde für das Volk der Sterne, keiner der ihren würde hier sein Glück finden, doch die Elfen Ekynes hielten an ihrer Heimat fest und so würde es dieser nahende Krieg sein, der entscheiden würde, wie es mit ihnen weiter ging. "Mag Euer Tun auch noch so reinen Herzen gewesen sein, er hat den Zorn der Großmeister auf uns gezogen. Auch unsere Soldaten werden Wochen brauchen bis sie hier sind, solange sind wir ihrem Zorn weitestgehend hilflos ausgeliefert. Bislang war es das Schweigen, das uns eine Organisation ermöglicht hat, doch auch dieses Schweigen ist nun verhallt", fuhr sie fort und trat mit ruhigen, gleichmäßigen Schritten hinüber zu einem jener Balkone der elfischen Häuser dieses Waldes, um ihren Blick hinaus zu lenken. Gewiss wäre die Schlacht unvermeidbar gewesen, gewiss wäre eines Tages das Blut beider Völker auf die Erde dieses Reiches geflossen, aber sie hatte auf mehr Zeit gehofft, mehr Möglichkeiten, Beriadan wieder zur Besinnung zu bringen.
"Aber ich bin bei Weitem nicht diejenige, vor der Ihr Euch rechtfertigen müsst, Oromis. Dazu habe ich nicht das Recht und ich akzeptiere Eure Entscheidung, dem Kind zu helfen, wenngleich ich sie auch für überstürzt und kurz gedacht halte", erhob sie nach einer Weile des Schweigens ihre Stimme erneut und schloss die Augen für einen Moment lang. "Was geschehen ist, ist nun geschehen. Das, was uns nun übrig bleibt, ist für das Leben des Volkes der Sterne zu sorgen."
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Fr Jan 16, 2015 1:13 am

"Für das Leben der Unschuldigen" warf Oromis ein und stützte sich auf den Stab. "Wir wissen letzten Endes nicht wer den Krieg hervor gerufen hat - den Alten Krieg. Und so wie die Menschen hier Elfen am Waldesrand töten, so verhält es sich auch anders herum. Wir reden hier von Gebahren, dem Tiere gleich" erklärte er leise und schenkte Nyaralin ein knappes, ehrliches Lächeln während er über das weiche Moos ging, welches hier als Teppich diente und sich angenehm unter seinen dünnen Stiefeln anfühlte.
"Das hier ist kein Krieg der Menschen gegen die Elfen. Das hier ist ein Krieg der Großmeister gegen Beriadan. Ein Krieg von Hass gegen Hass" flüsterte der Magier und fuhr sich noch einmal über die müden, brennenden Augen.
"Vielleicht finden wir eine Möglichkeit die Bauern in diesem Schachspiel am Leben zu halten"
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Mhink
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Fr Jan 16, 2015 1:25 am

Ich unterbreche euch beide ja nur ungerne" drang mit einem mal eine gänzlich andere Stimme vom Fenster zu ihnen. Mhink saß auf dem Fenstersims und sah den Reiter und die Elfe aus seinem klugen, grünen Auge an, während er seinen Schwanz um die Hinterpfoten legte. Er hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen ebenfalls wieder auf Reisen zu gehen, war es doch so lange her, dass er Ellesmera verlassen hatte. Er hatte geglaubt, dass er wieder neues sehen und seinen Horizont erweitern könnte.
Er hatte alles mitbekommen, den Streit mit Beriadan, die Entwicklung die all dies schließlich gemacht hatte und wie immer hatte sich Mhink auch seine eigene Meinung gebildet. Nach dem Streit hatte er sich schließlich dazu entschieden einen kleinen Spaziergang durch den Wald zu machen und war auch an jener Stelle vorbei gekommen, an der Feredir vormals entführt worden war. Es war dem Verlauf des Flusses gefolgt, bis er aus dem Wald heraus kam und sich nicht weiter getraut hatte.
Wir haben ein Problem - im ganzen Wald gibt es kein Wasser mehr. Noch hält die Magie die Bäume am Leben, aber das Wasser ist aus dem Flussbett verschwunden, ja es scheint sich sogar aus dem Erdreich zurück gezogen zu haben
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Gast
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 9:05 pm

Er wurde vorhergetrieben wie ein räudiger Hund, den man an einer Straßenecke aufgelesen und vor der restlichen Welt hatte schützen wollen. Nur konnte er nicht abschätzen, was mit ihm passieren würde, während dem Hund der sichere Tod, entweder durch siedendes Wasser und dem darauf folgenden Verzehr in einer Suppe, oder einfach durch einen schweren Knüppel, den er nicht kommen sah. Auf eben jenen Knüppel wartete Jonathan nun bereits seit längerem. Die Zauberin hatte ihn vor den Rand eines Waldes gebracht, oder besser gesagt gezaubert, der ihm bei näherer Betrachtung nur allzu bekannt vorkam. Und dennoch brauchte er einen Augenblick, ehe er verstand, dass dies der Ort war, von dem er einst geflohen war. “Guinevere…“ Murmelte er leise, sein Gesicht hellte sich auf, wurde jedoch von der scharfen Stimme der rothaarigen Hexe unterbrochen, die hinter ihm stand.
Was seine Hände zusammen hielt konnte er nicht sagen, doch hatte es zusammen mit ihr so viele Dinge gegeben, die er nicht näher erläutern konnte. Angefangen bei dem Kampf auf der Anhöhe. Und dem entfernen, nein. Dem Zerspringen des Drachenherzes, welcher der Grund dafür war, warum er sich gut eine halbe Stunde lang immer wieder übergeben hatte. Sein Körper hatte den plötzlichen Wechsel der Energie nur allzu deutlich boykottiert. Und selbst jetzt spürte er noch, wie sein ganzer Körper zitterte, versuchte eine Kraft zu finden, an die er sich beinahe gewöhnt, jetzt jedoch nicht mehr vorhanden war. „Macht es euch Spaß?“ Erkundigte er sich, drehte den Kopf über die Schultern, wurde dann jedoch nach vorn, immer weiter angestoßen. „Ihr Demütigt mich mehr, als es jeder Tod getan hätte. Was wollt ihr von mir, Hexe?“
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 9:20 pm

"Herr je, schwafelt Ihr eigentlich immer so viel? Mir bluten beinahe schon die Ohren", raunte Adriana lediglich kopfschüttelnd und verdrehte die Augen, weil ihr der Mensch vor ihr bereits seit geraumer Zeit auf die Nerven ging, den sie hier mit sich schleppte und der es letzten Endes gewesen war, der ihr den Zugang zum Wald ermöglicht hatte. Drachenreiter - es war klar gewesen, dass sie hier waren, nachdem sie dieses jämmerliche Häufchen Elend angetroffen und von seiner eigenen Armee separiert hatte - klar, dass sie die Energie des Drachenherzen in seiner Brust gespürt hatten und dem auf den Grund gehen wollten und so hatte sich Adriana auf ihre eigenen Erwartungen verlassen und sie war diesbezüglich nicht enttäuscht worden. Sie hatte Schrecken in den Augen der Reiter gesehen, als sie die Wahrheit erkannte, mitunter hatte sich flammender Zorn in den Augen der Reiter widergespiegelt, vor die sie den Mann vor sich nun trieb und dazu zwang auf die Knie zu sinken ehe sie sich selbst verneigte und einen halben Schritt zurück setzte. Jedes Wort würde nun zuviel sein, jedes falsche Wort würde sie selbst den Kopf kosten und es würde niemanden geben, der den Orden zur Rechenschaft ziehen würde, weil sich niemand mit den riesigen geflügelten Echsen anlegen wollte, die vor dem Wald ausharrten und nur zum Jagen aufbrachen.
Langsam zog sich die Zauberin ein paar Schritte zurück und schob sich die dunklen Locken über die Schulter zurück, die bernsteinfarbenen Augen ein Stück weit gesenkt, nur um aus den Augenwinkeln heraus beobachten zu können, wie mindestens zwei der Drachenreiter den Griff um ihre Schwerter festigten - eines davon leuchtete in einem dunklen Waldgrün, das andere schien alle Farbe verschlucken zu wollen. "Er traf hier als Heerführer der Truppen Ryantis ein", begann sie zu erzählen, den Blick nur einmal kurz hebend, um den Schrecken in dem Gesicht eines jungen Mädchens zu erkennen, das hinter dem Fürst der Elfen stand und sich haltsuchend an einen anderen Mann drückte. "Ich habe ihn unschädlich gemacht und zu Euch gebracht, in der Hoffnung damit zu verhindern, dass noch eine Partei das Volk der Sterne dieses Landes angreift. Verzeiht mein forsches Vorgehen aber ich hielt es in dieser Hinsicht für angemessen. Ich erdulde jede Konsequenz, die Ihr für angemessen befindet, Fürst des Waldes."
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 9:34 pm

Er traute seinen Augen nicht als er nach oben blickte und Augen sah, die er lange Zeit lang nur in seinen Träumen gesehen, oder sich eben diese bei anderen Frauen vorgestellt hatte, die man ihm gegeben hatte, um die männliche Gier zu stillen und ihm so einen klareren Geist zu schaffen. Und etwas regte sich in ihm. „Guinevere …“ Murmelte er leise, wie zuvor bereits und versuchte ein Stück weit nach vorn zu kriechen, doch die Klinge von einem der Reiter, dieser seltsamen Menschen mit den strengen Blicken, stach vor ihm in den weichen Waldboden und hinderte ihn so daran, weiter voran zu kommen. Doch bei näherer Betrachtung erkannte er, dass dies keine Menschen waren. Nein, es waren Elfen. Elfen wie Guinevere eine war, wie Beriadan, wie … „Guinevere!“ Schrie er nunmehr, versuchte sich aufzurichten, wurde jedoch von einem magischen Impuls nach unten gedrückt. Dieses Mal jedoch derart stark, das sein Gesicht gegen den Boden gedrückt wurde, und sein Atem jedes Mal wenn er Luft ausstieß, ein paar einzelne Erdklumpen von sich schob.
„Guinevere, sag es ihnen! Sag ihnen das ich auf deiner Seite bin!“ Begann er sich zu ereifern, während sein Gesicht noch immer zu Boden gedrückt wurde, und sich Schmutz auf seiner Wange sammelte. „Ich habe Beriadan nicht verletzt, wollte nie Jemanden verletzen! Doch ich kam, kam nach langer Zeit wieder zurück. Ich habe die ganze Zeit an dich gedacht, an das was man dir genommen hat. Ich habe eine Armee, um dir das zurück zu geben, was man dir stahl. Guinevere!“ Aus dem energischen, lauten Rufen wurde ein kehliger, verzweifelter Schrei. Und das Auge das nicht gen Boden gedrückt wurde, war starr und fragend auf die junge Frau gerichtet. Die, an die er jeden Tag gedacht hatte. Und die sich nun an die Seite von Jemanden schob. Jemand, der weder Beriadan war, noch wirkte er wie ein ... anderer Verwandter. Und er spürte, wie ein weiteres Gefühl in ihm zu brodeln begann.
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Arva
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 9:45 pm

"Ihr seht das Selbe, was auch ich sehe Hochmeisterin" meinte Arva leise, aus dessen Gesicht sämtliche Farbe gewichen war. Dort vor ihm, voller Schlamm und Selbstmitleid kniete ein Mann, welchen Arva noch nie zuvor gesehen hatte. Doch dies war auch nicht weiter von Belang - es war egal wer dieser Mann in einem früheren Leben gewesen sein mochte. Es war egal, was der Junge vor ihm brüllte und wie er sich wand und versuchte zu einer Frau zu kommen die Arva genauso gleichgültig war wie der Junge vor ihm.
Arva war dagegen gewesen nach Ekyne zu kommen und war nur gefolgt, weil mit Oromis einer ihrer weisesten und ältesten Reiter um Hilfe gebeten und Caladhiel selbst aufgebrochen war. Arva hatte nicht verstanden, wieso sie sich in die Belange anderer Länder einmischen sollten, wo doch Alagaésia ihre Heimat war - aber nun verstand er. Er verstand, dass diese Welt verzahnt war und die Bedrohung nicht länger nur von innen kam, das die Welt nicht einfach und in Abschnitte unterteilt war. Das Böse, so wusste er nun spiegelte sich in vielen Facetten und an vielen Orten wider und gerade zu diesem Zeitpunkt sah er das Böse und den Wahnsinn in den Augen eines Mannes, dessen Brust noch immer blutig rot und von gelbem Eiter durchzogen war, welcher über die Schutzfassung lief die Arva nur zu gut kannte. Und auch das Rot jener Schuppen, die Jonathan wie eine Trophäe trug hätte er überall wieder erkannt.
"Überlasst ihn mir"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 9:55 pm

Sie hatte den Tod ihrer Reiterin gespürt, als wäre es ein Teil ihrer selbst, der von dem Schwert durchtrennt wurde und was das Schlimmste an alledem gewesen war, war, dass sie es gesehen hatte. Den Wahnsinn in den Augen des Mannes, der dort lag, der blutdurchtränkte Leib eines kleinen Kindes und die Pein, die durch den Körper der Reiterin gedrungen war, die nur wenig später in den Strudel des Todes gerissen wurde, der nur überdauert hatte, weil man es ihrem Drachen nicht erlaubt hatte, zu sterben. Fearchars Ende war grausam gewesen, von einem letzten Aufbäumen aufgrund eines einzelnen Mannes zu Tode verdammt worden, der ihr noch vor einigen wenigen Monaten versprochen hatte, sich für die Reiter einzusetzen. Caladhiel spürte den Hass in ihrem Inneren, den lodernden Zorn, der sich nach ihr ausstreckte und sie darum bat, ihm endlich nach zu geben während sich ihre Finger um den Griff ihres Schwertes verkrampft hielten, die dunklen, blauen Augen auf den Mann gerichtet, der vor ihr am Boden lag.
"Es ist Eragon, Arva. Er war derjenige, der das zu verantworten hat und den wir zur Rechenschaft ziehen werden. Der Mensch dort ist nichts weiter als eine weitere seiner Marionetten", grollte sie finster und machte sich dieses Mal nicht die Mühe eine einzige ihrer Emotionen zurück zu halten, das dunkle Grollen in ihrer eigenen Stimme zu verbergen während sie das große Herz ihres Bündnispartners in sich selbst pochen spürte, spürte, wie sich die Klauen der Drachen vor Trauer und Zorn in die aufgewühlte Erde gruben und wie deren lautes Brüllen die Erde außerhalb des Waldes erzittern ließ. Feuer glomm in seiner Kehle und wärmte ihren eigenen Hals, ließ sie den Schwefel beinahe schmecken. "Er wird dafür büßen, aber noch nicht. Noch brauchen wir ihn, um Eragon zu stellen", schickte sie nach und schüttelte den Kopf, um dem Wunsch des älteren Reiters entgegen zu wirken. Sie verstand auch seinen Zorn, begriff die Wut und den Hass auf das, was man seiner Schülerin angetan hatte, aber dies war noch nicht ihre Angelegenheit - nicht, bevor Beriadan ihn frei gegeben hatte. Eragon würde Jonathan zurück bekommen oder zumindest das, was Anwar und sie von ihm übrig gelassen hatten.

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"When I thought that I fought this war alone
You were there by my side on the frontline
When I thought that I fought without a cause
You gave me a reason to try"
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 10:06 pm

Er spürte nicht einmal Angst, als sie in einer so fremden Sprache miteinander redeten. Alles was er fühlte, war das brennende Gefühl, ausgestoßen zu sein. Denn mit jedem Schritt den Guinevere von ihm fort machte, fluchte er leise auf, fing an leise zu schluchzen, was, alles in allem, einen reichlich erbärmlichen Eindruck machen musste. „Ihr, ihr verdammten Teufel!“ Rief er in die Menge um sich herum. Doch der Zauber, der sich langsam wieder gelöst hatte, pinnte ihn nun erneut mit dem Körper auf den Boden. „Ihr habt sie von mir, von den Menschen getrieben. Ihr wollt die Macht des Landes für euch allein… Mein gesamtes Land ist wegen euch verdammt, und ICH mit euch!“ Seine Schreie wurden nicht leiser, jedoch nach und nach heiser. Doch stellte dies keine Hürde für ihn da, er rief nach wie vor lautstark, ohne Unterlass. „Ihr nahmt sie von mir. Ich gab ihr alles, alles.“ Erneut waren Tränen zu sehen, während er mit den Händen, die er verzweifelt in den Boden hieb um Haftung zu bekommen, auf eine Befreiung hoffte. „Ich tötete für dich, tötete. Guinevere! Guine … v…“
Sein Gesicht wurde von einem Zauber, er mochte nicht ausmachen von wem, tiefer in den Boden gedrückt, sodass ihm nun selbst das Atmen schwer fiel. Er schloss die Augen. Hörte noch immer die fremden Stimmen um ihn herum. Und noch immer war es ihm gleichgültig. Er hatte keine Armee, war nicht als Held, sondern als Gefangener zurückgekehrt. Und Guinevere …
„Hu … re …“ Brachte er leise, stammeln aus dem mit Schmutz gefüllten Mund hervor. Doch war die Stimme von Verzweiflung, nicht von Hass erfüllt.
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 10:14 pm

Schlagartig lösten sich die Zauber, welche zuvor auf Jonathan gelegen hatten, während Beriadan auf den Jüngeren zutrat und vor diesem stehen blieb. Langsam beugte er sich hinunter, hob das Kinn des anderen aus dem Schlamm und zwang ihn dazu ihn anzusehen. "Wie hast du meine Tochter genannt?" fragte er leise, drohend. Hure des Elfen! Sie hat mit diesem Klingenohr geschlafen! Wie soll ich dich denn jetzt noch verheiraten? Elendige Hure! Hure! Beriadan schüttelte den Kopf um die Stimmen der Vergangenheit aus seinen Gedanken zu vertreiben.
Langsam richtete er sich wieder auf und hob dabei auch Jonathan nach oben, nur mit zwei Fingern, welche sich um das Kinn des anderen gelegt hatten - er hob den Kleineren hoch, bis er auf Augenhöhe war und seine Füße nicht einmal mehr den Boden berührten.
"Ich habe deine Verkommenheit schon damals in deinen Augen gesehen" flüsterte er leise. "Guinevere hat ihre Liebe gefunden, Jonathan Hadley. Du wirst sie niemals erreichen. Sie niemals verdienen. Du hast deine Seele verkauft. Du hast die Sterne mit ihrem Spiegelbild auf dem Wasser verwechselt" erklärte er leise in der Sprache der Menschen, damit Jonathan verstand. "Und nun bist du zurück gekehrt - doch weder wirst du meine Tochter anrühren, noch diesen Wald lebend verlassen" erklärte er ruhig, gelassen, beinahe sachlich.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 10:20 pm

Die Worte, die Jonathan von sich gab, erschütterten sie bis ins Mark, der Wahnsinn in seinem Gesicht brannte sich in ihren Geist und ließen sie zittern. Sie hatte nie gewollt, dass jemand für sie tötete, dass jemand ihr eine Armee brachte, um ihr den Thron zurück zu geben, den sie noch nicht einmal wollte - sie hatte nie gewollt, dass jemand all diese schrecklichen Dinge für sie tat, in ihrem Namen und einmal mehr begann sie sich zu fragen, ob sie es vielleicht gewesen war, die ihn zu alledem wirklich verleitet hatte - die nicht klar genug gemacht hatte, was sie eigentlich wollte. Schaudernd schob sie sich näher zu Feredir hin, griff nach seinen Händen und barg ihren Kopf an seiner Schulter - es half ihr, die Nähe des anderen zu spüren, zu wissen, dass er noch immer bei ihr war und sie nicht im Stich ließ, dass er sie vor dem Wahnsinnigen auf dem Boden beschützen würde, bevor dieser ihr etwas antun konnte.
"... bitte ... lass ihn ...", bat sie Beriadan leise, ohne sich aus der festen Umarmung zu lösen, die ihr die Stärke vermittelte, die sie in diesem Moment benötigte. Sie fürchtete sich, fürchtete sich davor, denselben Wahn, den sie in Jonathans Augen erkannte, eines Tages auch in ihren eigenen zu sehen, nicht mehr unterscheiden zu können, was gut und richtig war. Der Tod war niemals etwas Gutes gewesen, niemals war eine Schlacht wahrhaft ruhmreich gewesen, das konnte sie jetzt, wo sie kurz vor einer solchen standen, sehen. "... wir sind nicht grausam, Vater. Wir sind nicht wie er. Diese Zeiten sind vorüber", sprach sie leise weiter ehe ihr Blick hinüber zu Jonathan wanderte und langsam nur schüttelte sie den Kopf. Irgendwo rührte sich etwas wie Mitleid für den armen Mann in ihr, der dort schlammbesudelt vor ihnen auf dem Boden lag. "Lass ihn sprechen. Vielleicht kann er uns helfen, wenn wir diese Schlacht gegen das fremde Land schon schlagen müssen."
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 10:33 pm

Als Beriadan ihm meiner einer Leichtigkeit aus dem Schlamm zog, die ihn selbst erschrecke, spürte er sie einen Augenblick lang. Die Angst. Die Angst davor zu sterben, die Sonne, das Leben und seine Facetten nie wieder zu sehen. Und dann erinnerte er sich. Er erinnerte sich daran, dass es nur eine Erinnerung war. Es war nur die Erinnerung an einen geängstigten Zustand, zu einer anderen Zeit, als so vieles noch anders gewesen war. Er spürte … Verlangen, Schuld, Reue, Gier, Verzweiflung, Hass, Verachtung, Freude … er spürte all dies, doch keine Angst. „Schweig. Fürst, der von sich selbst behaupten musste, ein junger Knabe hätte ihn verletzt, der nicht mehr konnte als einen Hammer zu schwingen. Glaubtest du ihm wirklich diese Worte? Warst du wirklich so dumm? Nein, nein du bist nicht dumm. Wir mögen uns schon eine ganze Weile lang nicht gesehen haben, doch ich kenne dich. Ja, Guinevere. Ich kenne dich.“ Er nickte leicht für sich selbst. Kurz darauf fiel er zu Boden.
Der Dreck spritzte, verteilte sich wie ein modernes Kunstwerk auf den Schuhen der Beteiligten und Jonathan, noch immer keuchend, mit schlammbesudeltem Gesicht und Haaren, blickte erneut auf. In die Augen, die sein Schicksal geändert hatten. „Du wolltest mich nur loswerden …“ Schlussfolgerte er schließlich. „Du wolltest dass ich gehe und warst mit dieser, gleichwohl einfältigen und schlechten Erklärung durchaus einverstanden. Oh, was für ein Narr ich war. Ich hätte dich sterben lassen sollen! Auf der Treppenkannte VERHUNGERN, sterben lassen sollen wie ein absonderliches Wesen, das du bist … das du immer warst!“ Seine Stimme schallte mehrere Sekunden lang in dem Wald nach und als er sich nach vorn beugte, spürte er den, inzwischen bekannten Druck der Magie. Der ihn an den Boden pinnte, damit er sich nicht weiter bewegen konnte. „Ich brachte dir eine Armee. Wollte dir dein Land zurückgeben.“ Fluchte er leise, ballte die Hände zu Fäusten zusammen und zog so die aufgerissene Erde in seine Hände.
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Elijah Chamberlain

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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 10:46 pm

"Halt doch dein Maul" kam schließlich eine andere Stimme, hinter Adriana und Elijah trat nach vorne, riss sich mit leichter Gewalt von Adriana los, die ihn fest halten wollte. Die Aufmerksamkeit der Elfen und Reiter richtete sich mit einem mal auf den Mann, welcher sich die ganze Zeit in erstaunlicher Zurückhaltung geübt hatte. Doch nun konnte Elijah nicht mehr schweigen. Es ödete ihn an, dieser Showdown zwischen alten Erzfeinden, dieses Duell der Worte in dem es doch keinen Sieger gab, sondern nur Egos die zu befriedigen und Rachegelüste die zu tilgen waren.
"Sieh der Wahrheit ins Auge - du hast dich in ein Mädchen verliebt und konntest es nicht ertragen, das sie nicht genauso fühlt. Alles was du getan hast, hast du nicht für das Land getan - ja du hast es nicht einmal für sie getan. Du hast es getan, weil du in deinem kleinen kranken Gehirn der Meinung warst, die Prinzessin dort drüben müsste dir zur ewigen Dankbarkeit verpflichtet sein, wenn du in ihrem Namen handelst. Wenn du in ihren Namen tötest. Wenn du ein Reich für sie eroberst. Aber das alles waren nur Gründe um so zu handeln wie es tief in die drin steckt - wie ein Tier. Ohne Reue und Gewissen. Du hast getötet, weil es dir insgeheim gefallen hat. Du hast diese ganze Fassade aufgebaut um dich dahinter zu verstecken. Um die Fratze des selbstsüchtigen, egomanischen Monsters zu verstecken. An alle dem ist nicht die Prinzessin schuld sondern nur du allein. Und um all dies wird nun ein riesiger Aufstand gemacht? Wisst ihr weshalb die Drachenreiterin sterben musste? Ich kenne mich in der Geschichte der großen Welt vielleicht nicht so aus - aber das kann ich euch sagen. Es war keine Intrige. Die Drachenreiterin und so viele andere mussten sterben, weil dieser kleine, armselige Mann dort vorne das Tier in sich entdeckt hat und seine Leidenschaften ausleben wollte" er schüttelte den Kopf. "Erzählt mir hier nichts von großen Kriegen, von ewigen Fehden, von uralter Magie. Hier geht es nur um eines. Von Anfang an: Das Ego dieses Mannes"
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 10:59 pm

Wie der Stein, ein flacher, länglicher Stein in seine Hände geraten war, der eine leichte Nässe an seiner Oberfläche besaß, zweifelsohne von dem milden Morgentau, der von den Gräsern in den Boden übergangen war, wusste er nicht. Auch wusste er nicht was er hier tat, denn er war gefangen. Gefangen und Ausweglos und er wusste das man ihn töten würde. Wobei, vielleicht würde man ihn nur einsperren. Sich über seine Existenz belustigen. Vielleicht würde ihn Beriadan als Trophäe des Sieges missbrauchen. Doch zweifelsohne würde Guinevere lächeln wenn er starb, dessen war er sich sicher. Mit einem anderen Mann, einem anderen Vertrauen an ihrer Seite, welchen Platz hatte er noch? Denn der, den er sich so sehnlichst erhofft, für den er getötet und gelitten hatte, war bereits belegt. Und die junge Frau besaß für ihn nichts außer Abscheu, das sah er, oder glaubte er in ihrem Blick zu erkennen.
Blut. Es war eine Flüssigkeit die er in letzter Zeit öfter gesehen hatte und der Geschmack, der stark an Kupfer erinnerte, lag ihm erneut auf der Zunge. Nicht das Fremde Blut, es war sein eigenes, denn er hatte sich auf die eigene Lippe gebissen. So fest, dass dieses nun in einem leichten Rinnsal nach unten floss. Er hatte keinen Grund hier zu bleiben. Guinevere akzeptierte ihn nicht, war nicht, als er ihr erzählt hatte, er habe versucht ihr Land zurück zu erobern, entgegen gestürmt. Und mochte es für jeden normal denkenden Menschen auch nur ein Traum sein der gerade platze, so war es für Jonathan das gesamte Weltbild, dass in dieser Sekunde zerbarst.
Er schlug erneut, zielsicher auf den Mann zu, der so unbedacht gewesen war ihn außer Acht zu lassen und der daraufhin zwei Wunden, eine am Kinn und eine an der Schläfe, ausgeführt durch just jenen Stein, davon trug.
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Caladhiel
Admiss
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 11:22 pm

Es war endgültig vorüber - vorüber mit all ihrer Beherrschung und der Zurückhaltung, in welcher sie sich zuvor noch geübt hatte und der dunkle Schleier des Zorns legte sich über ihren Geist, machte sie blind für alles andere, was um sie herum geschah. Dort vorn stand dieser wahnsinnige Mann und er schlug immer wieder mit dem Arm, der nicht sein eigener war, auf Elijah ein - es war Fearchars Arm, der den Stein hielt und dem der Wahnsinnige gebot, den er dazu zwang Dinge zu tun, die der Drache niemals getan hätte. Wut auf Eragon, darauf, was er getan hatte, darauf, wie blind sie selbst gewesen war, als sie seine Worte gehört hatte und geglaubt hatte, er könne sie retten - vor dem Feuer retten, das ihren eigenen Körper schmerzen ließ und sich durch ihre eigenen Adern fraß, das Blut darin zum Kochen brachte. Ihr Herz schmerzte mit jedem einzelnen Schlag, den es in ihrer Brust machte und sie wusste längst nicht mehr, ob es ihre eigenen Beine waren, die sie nach vorn trugen.
Dort vorn kniete der Mann auf dem Boden, der Anaiah ermordet hatte, der Fearchar zum Tode verdammt hatte und der auf Befehl eines weiteren Wahnsinnigen auch hier nichts als Leid und Zerstörung brachte. Eragon hatte alles verraten, das Ideal, das sie einst von dem Reiter gehabt hatte, dessen Regeln sie alle gefolgt waren, war mit der Wahrheit vernichtet worden, die sie im Angesicht des Todes in Anaiah und Fearchar erkannt hatte. Jonathan Hadley hatte ihre Schützlinge ermordet, er hatte Reiter und Drachen getötet und es mussten eben jene sein, die ihn nun auch für all das zur Verantwortung zogen. Sie spürte, wie ihre Finger das schwarze Reiterschwert zogen, hörte das leise Singen des Sternenstahls, der ihr so vertraut war, wie Schritte ihr nachsetzten und das Grün einer zweiten Waffe in dem spärlichen Sonnenlicht, das durch die Baumkronen drang, aufblitzte. Blut benetzte den Boden, unmenschliche Schreie schreckten die wenigen Vögel auf, die sich noch im Wald aufhielten, als der grüne Sternenstahl durch die schuppige Haut glitt und sie durchtrennte.
Der Stein fiel zu Boden, landete neben den zuckenden Klauen des Drachenarms, den Jonathan zuvor noch sein eigen genannt hatte. Das Blut, das er vergoss, bevor die Wunde aufhörte zu bluten, roch schwer und süß, rief einen dumpfen Instinkt hervor, von dem sie nicht wusste, ob sie ihn fürchten sollte oder nicht. "Kümmert euch um ihn." Viel mehr Worte drangen nicht über ihre bebenden Lippen ehe sie nach Jonathan griff und den Hals des anderen umschlossen hielt. Sie sollte ihn hier und jetzt vernichten, zerfetzen und seine Überreste über Ryanti abwerfen, um zu beweisen, dass sie zu akzeptieren begann, was geschah. Um ihm zu beweisen, dass er sich von ihrem Orden fern halten sollte.
"Niemand rührt meinen Orden an."

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"When I thought that I fought this war alone
You were there by my side on the frontline
When I thought that I fought without a cause
You gave me a reason to try"
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Noreag

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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Mo Jan 19, 2015 11:32 pm

"Dein Orden?" drang die bekannte Stimme aus Jonathans Mund, während die Augen des Jungen milchig weiß wurden, ehe sich die flammenden Konturen der Echsenaugen dort blicken ließen. "Es ist mein Orden Caladhiel - und ich alleine bestimme über ihn. Du kannst sie nicht schützen. Du konntest Anaiah nicht schützen. Du konntest Ryl´afay nicht schützen. Du kannst Vrael nicht schützen. Und alle werden dir genommen werden. Ich habe dir das Angebot im guten gemacht Caladhiel" die Pflanzen um Jonathan herum verdarben, Beriadan stolperte zurück, als müsse er vor etwas dunklen Reißaus nehmen, etwas das sich seiner bemächtigen wollte. Elijah, blutüberströmt wurde von Adriana zurück gezogen, während sich das Namenlose, unsichtbare Grauen ausbreitete.
"Du wirst sie alle verlieren und dann wirst du dich verlieren. Siehe diesen Jungen als Warnung. Als das, was werden wird wenn du dich nicht endlich unserem Traum anschließt. Ich werde keinen Widerstand dulden in meiner neuen, perfeken Welt. Steh auf meiner Seite oder stirb bei dem Versuch meine Perfekte Welt zu vereiteln"
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Caladhiel
Admiss
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Di Jan 20, 2015 12:41 am

Sie spürte den Schmerz in ihrem Inneren, wie er nach ihr griff und sie zerriss, sie dazu brachte, den Griff um Jonathans Hals zu lösen und den jungen  Mann fallen zu lassen, den sie zuvor noch so grob festgehalten hatte. Alles war mit einem Mal falsch und es drehte ihr den Magen herum, als sie inmitten der verdorrten Erde zu Boden sank und ihre Finger in die aufgewühlte Erde grub während eine dunkle Stimme in ihrem Kopf ihr sagte, dass der Kampf nicht länger etwas brachte außer weiteren Schmerz und Leid, das ihr ihren Verstand zu rauben drohte. Noreags Worte hallten durch ihren Geist, wiederholten sich immer und immer wieder und wurden dann abgelöst von Vraels Stimme, als der ihr versprochen hatte, ihr ein Ende zu machen, bevor sie sich selbst verlor.
Wenn sie jetzt starb, wenn sie einfach aufgab und sich einem kurzen Moment des Glückes hingab, das ihr dort geschenkt werden würde, dann würde sie sie alle verlieren, dann würde sie nicht eine einzige Gestalt retten und beschützen können, die hier standen, dann würde Noreag Recht haben. Der Schmerz in ihrem Herzen, als ihr bewusst wurde, was all das hieß, war mit jenem vergleichbar, den sie einst bei dem Abschied gespürt hatte und ein Teil von ihr bäumte sich erneut auf. Das Glück würde niemals auf ihrer Seite sein, sie würde nicht in das Jenseits kehren können, in dem er auf sie wartete - sie würde nicht mehr das Lächeln und die warme Stimme hören, die ihr so viel bedeuteten und Tränen glänzten in ihren Augen, ließen ihre Sicht verschwimmen und tropften auf das verdorrte Gras.
Wir werden geformt und gestaltet durch das, was wir lieben.
Wie seltsam passend ihr diese Worte in diesem Augenblick erschienen. Er würde nicht wollen, dass sie aufgab und flüchtete, wie es einst Eragon getan hatte - sie hatte eine Verpflichtung, gegenüber all jenen Wesen, die ihr wichtig waren, gegenüber ihrem Sohn, der dort stand und den sie nicht für ihr eigenes Glück allein lassen konnte. Wenn sie flüchtete war sie nicht besser als Eragon, dann war sie genau wie er, würde all das verlieren, was ihr einst etwas bedeutet hatte. Sie hatte einst Verantwortung übernommen, als sie vor den Toren der Feste dieses kleine, schreiende Bündel aufgenommen hatte, das sie mit großen Augen angesehen hatte und das sie zu lieben gelernt hatte, als es die kleinen Finger nach ihr ausgestreckt hatte. Sie hatte Verantwortung übernommen, als sie zum ersten Mal in die Augen Anwars geblickt hatte. Verantwortung übernommen, als sie den Schwur geleistet hatte, der in jenem Moment in ihren Ohren widerhallte.
"Ich habe euch nicht mehr zu bieten als meine Tränen, mein Blut und mein Leben, doch ich bin bereit all dies für jeden Einzelnen von euch zu geben.
Vor euch allen, als meine Zeugen, schwöre ich, dass ich alles, in meiner Macht stehende, tun werde um den Orden, der gleichsam meine Familie ist, zu schützen.
Mein Interesse wird stets dem Frieden im Land gewidmet sein, für den ich bereit bin, ohne Furcht in die Schlacht zu ziehen und bis zu meinem letzten Atemzug werde ich dafür kämpfen.
Der Verantwortung, der ich mich nicht allein stellen muss, aber der wir alle entgegen treten müssen, sind die dunklen Schatten, die sich über das Land gelegt haben. Wir stehen einem Feind gegenüber, den wir nicht kennen, den wir nicht einschätzen können. Aber das ist kein Grund, in unserem Mut zu zweifeln, oder in Angst zu erzittern."

All diese Wesen verließen sich auf sie und vertrauten darauf, dass sie es war, die ihnen eine Schulter bot - ihr Schild wurde, um sie vor der Dunkelheit zu verteidigen, die in Form so unzähliger Gesichter vor ihnen standen. Sie hatten so viel bereits bewältigt, so viele Schrecken hinter sich gebracht. Es gab so unendlich viel für das es sich zu leben lohnte - für das Glück eines Menschen, für ein einziges freundliches Wort und für das Lächeln ihres Sohnes, in dessen Augen sie so oft seinen Vater wieder erkannte. Er war alles, was von ihm übrig geblieben war und so sehr der Verlust auch noch immer in ihrem Herzen schmerzte, sie konnte Vrael nicht allein lassen. Eine leise Stimme nur, nicht viel mehr als ein Wispern in den Ohren eines Toten drang über ihre bebenden Lippen und flüsterte ein letztes "Ich liebe dich" ehe sie der Stimme nachgab, die sie darum bat, aufzuhören sich gegen etwas aufzulehnen, das doch längst beschlossen worden war.

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Vrael
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Di Jan 20, 2015 1:06 am

"Aus dieser Nacht, die mich umhüllt, von Pol zu Pol schwarz wie das Grab, dank ich welch immer Gottes Bild die unbezwung'ne Seel mir gab.
Wenn grausam war des Lebens Fahrt, habt ihr nie zucken, schrein mich sehn! Des Schicksals Knüppel schlug mich hart - mein blut'ger Kopf blieb aufrecht stehn!
Ob zornerfüllt, ob tränenvoll, ob Jenseitsschrecken schon begann: das Grauen meines Alters soll
mich furchtlos finden, jetzt und dann.
Was kümmert's, dass der Himmel fern und dass von Straf' mein Buch erzähl', ICH bin der Herr von meinem Stern, ICH bin der Meister meiner Seel'!"


Vrael zog die Luft ein, als er die Worte seiner Mutter hörte und er erst in diesem Moment zu verstehen glaubte, was gerade geschah. Sein Schwert lag in seiner Hand, locker und unentschlossen. Er spürte die Last eines Versprechens in seinem Herzen. "Lauft" rief er den anderen zu, welche sich aufmachten - Guinvere von Beriadan und Feredir getrieben - der aufgewachte Elijah von Adriana gestützt, während auch Arva die anderen Elfen fortführte. Vrael trat näher, an jenes Gebilde aus schwarzen Flammen, dass größer und größer wurde, noch immer das Schwert erhoben. Und dort, tief in den schwarzen Flammen glaubte er rote Flammen zu sehen - von einem durchdringenden rot. Dort aus dem Knistern der Flammen, die Formen annahmen, glaubte er Stimmen zweier Menschen zu hören, jene seiner Mutter und eine Stimme, die er lange Zeit nicht mehr vernommen hatte. Dort, tief in den feurigen Tiefen zwischen dem Dies- und Jenseits glaubte er etwas zu erkennen. Etwas, das den letzten Funken an Entschlossenheit, den er vielleicht noch in sich getragen hatte zum erlöschen brachte und Vraels Schwert glitt zu Boden, während er den magischen Mantel enger zog und in der Flammenhölle ausharrte, bei ihr.
Vrael öffnete die Augen als die Hitze vergangen war, spürte noch immer die Wärme auf seiner Haut und blickte in das große, dunkle Auge. Ein Auge, welches zuvor von einem roten Rubin geziert worden und nun geheilt war. "Ich konnte es nicht Mama" flüsterte er leise, schüttelte den Kopf. "Ich konnte es nicht"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Mittelpunkt des Waldes    Di Jan 20, 2015 1:26 am

Die leise Stimme hallte in ihrem Geiste wieder und ließ die Wunden verheilen, die sich auf ihrer Seele gebildet hatten. Die leise Stimme ließ sie wissen, dass sie nicht allein war, es niemals sein würde, dass dieser Hort, welcher nun ihr eigener war, der fremde Körper, der nicht mehr zu klein für ihren Geist war, nicht länger nur einzig und allein mit ihr selbst gefüllt war - sie nicht länger in Verderben und Einsamkeit ertrinken ließ, während ihre Kraft zu schwimmen immer weiter abnahm. Es war ein tröstendes Gefühl, Wärme in ihrem Inneren zu spüren, etwas zu spüren, das sie zu vergessen geglaubt hatte und sie nun mit einer neuen Intensität einnahm, die die Bilder des Schreckens fortriss. Sie war nie allein gewesen, niemals wirklich, doch es war der letzte Schmerz und der Zorn gewesen, der ihr das hatte begreiflich machen müssen. Es waren Vraels leise Worte, die zuerst durch den Nebel aus Feuer und Schatten drangen, sein Antlitz, das das Erste war, das sie selbst sah und das gleichzeitig auch das Einzige war, das sie in jenem Moment bei sich haben wollte.
Sie sah die Schuld in seinen Augen, spürte den Druck auf seiner Brust und den Schmerz in seinem Gesicht. 'Es ist schon gut. Es ist alles in Ordnung, Vrael - ich bin dir dankbar, dass du es nicht getan hast', ließ sie ihn nur leise wissen und stieß ihn behutsam an, weil sie nicht wollte, dass er sich für das grämte, was er zu tun versäumt hatte. 'Ich habe mich nicht geändert, mein Kleiner. Ich habe nicht vergessen aber ich bin nicht länger allein. Ich habe jetzt keine Angst mehr. Was wäre ich für eine Mutter, wenn ich meinen Sohn im Stich lassen würde, ohne ihm eine bessere Welt zu hinterlassen?' Es war seltsam, die Gedanken zu sprechen und sie als Stimme zu hören, das Feuer in ihrer Brust zu spüren, das sie wärmte und das ein leises fremdes Wispern mit sich trug, das ihr immer wieder versprach, dass eines Tages alles gut werden würde. Dass diese Welt, so wie sie existierte, sich in ein besseres Morgen verändern würde, solange sie nur den Kampf für das Gute nicht aufgaben, solange sie nur nicht ins Wanken geriet. Sie würden die Gefahren meistern, die sich ihnen in den Weg stellten.
Sanft schob sich einer der großen, schwarzen Flügel um Vraels Gestalt ehe sich die dunklen Augen auf Jonathan richteten, der noch immer Noreags Stimme trug. Er würde sie nicht länger beeinflussen, er würde sie nicht länger hoffen lassen und sie manipulieren, wie er es zuvor getan hatte. Ryanti würde brennen und der verlorene Reiter mit seinem Reich. "Hier ist kein Platz für dich, Eragon", grollte die Stimme des großen schwarzen Drachen über die Lichtung, auf der sie standen und Feuer flammte ihre Kehle empor, fraß sich glühend durch ihren Körper ehe es in schwarzen Flammen den Körper des einstigen Schmiedes gänzlich einnahm.

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