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 Riesige Hallen unterhalb des Schlosses

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Noreag

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BeitragThema: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mo Dez 15, 2014 2:36 am

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Noreag

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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mo Dez 15, 2014 2:58 am

Seine Füße trugen ihn wie von selbst durch die riesigen Hallen, welche er unterhalb des Schlosses hatte einrichten lassen. Die gewaltigen Säulen standen nur als stumme Beobachter dar, reglos und so alt wie Averheim selbst. Die Knochen eines riesigen Tieres lagen hier verstreut und zwangen Noreag immer wieder mit großen Schritten über Rippen zu steigen. Jeder einzelne Schritt durch dieses Mausoleum der Hoffnung schmerzte und fraß sich tief in seine geschundene Seele. Er hatte hier etwas neues aufbauen wollen, hatte alte Fehler hinter sich lassen und zu jenem Gott aufsteigen wollen, der er tief in sich schon immer gewesen war. Es war sein Schicksal, seine Bestimmung diese Welt in ein neues Zeitalter zu führen. Die Menschen hatten ihn angebetet, als er mit seinem Drachen dieses Land von allem Unrat befreit hatte. Zusammen mit jenem Drachen, dessen Name für ihn in Vergessenheit geraten war, genauso wie auch sein eigener Name ihm nur noch vorkam wie ein Echo aus ferner Vergangenheit. Er hatte es versucht, hatte wirklich versucht hier etwas aufzubauen - aber die Menschen, die ihn wie einen Helden gefeiert hatten, zeigten nur alsbald ihr wahres Gesicht. Mord und Habgier bestimmten ihr Leben und es gab nur eine Möglichkeit sie zu dem zu Formen war sie zu sein hatten - er musste zu einem zornigen, rachsüchtigen Gott werden und sie mit Feuer und Flamme bekämpfen.
"Ich habe das Böse aus ihrem Herzen gebrannt - mit dem weißen Feuer heiliger Rache" flüsterte er leise seiner Begleiterin zu, deren Rabenschwarzes Haar sich von ihrer weißen Haut abzeichnete. "Aber die Herzen der Menschen sind Wankelmütig und voller Schatten. Und ich werde nicht aufgeben bis ich nicht die ganze Welt gereinigt habe" erklärte der Gott-Imperator. "Ich wusste, dass ich nicht bei den Reitern bleiben konnte. Das die Liebe, die ich empfand mich kompremetieren würde - das ich weiter gehen musste. Weiter denken musste. Ich ging nach Alalea um dort meinen wahren Namen kennen zu lernen. Den Namen, den ich bekam als ich ein Reiter wurde. Aber ich fand mehr als meinen Namen - ich fand meine Bestimmung" er blieb neben einer gewaltigen Kralle stehen. "Eine Bestimmung, die mich alles kosten sollte..."
Noreag saß auf dem Thron und der Drachenschädel, der ihn umgab wirkte beinahe lebendig. Er hob langsam seine linke Hand, welche von Brandnarben übersät war, doch nun da Anaiah genauer hinsah erkannte sie unter all den Narben eine weitere, schwarze Narbe, deren Form mehr Sinn machte als die Restlichen
"Mein Drache und ich... wir wurden eins. Eins im Geiste, eins im Körper und als ich den Zenit meiner bisherigen Macht erreichte.." er blieb stehen, inmitten der riesigen Halle und drehte sich zu Ryl´afay um. "Als ich die Menschen nieder geworfen und dieses Land meinem Willen angepasst hatte starb er" seine Stimme hatte einen tiefen, volltönenden Bass angenommen und hallte sowohl in ihrem Geist als auch in ihrem Brustkorb wider. "Du wolltest einen Drachen?" fragte er leise und schüttelte den Kopf. "Du sollst ihn haben"
Er streckte die Arme von sich und gewaltiger, flammender Schmerz umgab ihn. Er schien von innen heraus zu glühen, ehe sein Brustkorb Feuer fing. Die Flammen breiteten sich auf seinen Körper aus, wurden zu Stichflammen und leckten über den Boden. Die Hitze war so groß, dass Ryl´afays Gewand Feuer fing. Die Flammen wurden größer, weiß und streckten sich in Form eines gewaltigen Drachens, der die Halle beinahe gänzlich auszufüllen schien. Das Feuer erstarb, ging in weiße Schuppen über und silbrige Augen lagen auf der Reiterin. "Und gemeinsam, unterwerfen wir diese Welt"
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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mo Dez 15, 2014 8:55 pm

Der Wahnsinn, welcher immer wieder in Form von wirren Stimmen in ihrem Geist vorgeherrscht hatte, schwand mit jedem weiteren Tag, den sie hier verbrachte - die Stimmen wurden leiser und eröffneten ihre die allzu klaren Gedanken, die ihr bislang verborgen geblieben waren. Ihr Blick war klarer geworden, ihre Stimme ruhiger und gefasster und ihr Handeln beherrschter bis es sie selbst verängstigt hatte, weil sie sich selbst so nicht gekannt hatte. Die Erinnerungen an das, was einst war, waren zurück gekehrt, jene leisen Gespräche waren in ihrem Geiste widergehallt, die sie einst geführt hatte - Erinnerungen an Träume und Wünsche, die sie einst gehabt hatte. Lange Stunden, die sie allein gewesen war und hinauf in das endlose Nichts des Himmels geblickt hatte und sich etwas gewünscht hatte, von dem sie vergessen hatte, wie wichtig es ihr gewesen war.
Sie erinnerte sich wieder an lange Blicke, an sanfte Berührungen auf ihrer eigenen weichen Haut, die ihr heute fremd vorkam und die sie trotzdem wohlig schaudern ließen als sie daran zurück dachte während sie ihr eigenes Herz in ihrer Brust mit neuer Intensität schlagen spürte. Das Lächeln auf ihren roten Lippen wirkte nicht mehr verzerrt und grausam, als sie sich daran versuchte und als sie atmete, glaubte sie zum ersten Mal nicht mehr an der Finsternis zu ersticken, die ihren Geist ummantelt hatte und immer mehr von ihr fort nahm. Sie wusste, dass sie fort gewesen war, weit entfernt von sich selbst und allem, was sie einst gewesen war - dass sie geträumt hatte und in den wenigen wachen Momenten hilflos hatte zusehen müssen, bis sie hierher gekommen war und dem einzigen Wesen in die Augen gesehen hatte, dessen Blick ihr etwas bedeutete.
Jetzt stand sie inmitten der Knochen seines Drachen, dieses riesigen Wesens, das sie einmal gekannt hatte und hob langsam den Blick der dunklen Augen, wenngleich auch ihre Wimpern angesichts der Hitze und ihrem eigenen schnellen Blinzeln zitterten. Es scherte sie nicht, dass ihre Gewänder wie Asche von ihr gefallen waren, dass die schwarzen Rußspuren überall auf ihrer weißen Haut zu erkennen waren, während sie einen Schritt nach dem anderen nach vorn setzte. Er hatte sie aufgeweckt, aus ihrem langen Schlaf und all den dunklen Träumen, die sie begleitet hatten. Langsam streckte sie die Hand aus und ihre schlanken Finger glitten behutsam hinauf zu der silbrigen, schuppigen Haut des großen Drachen vor ihr. Die Haut unter ihren Fingern war warm als sie darüber streichelte und einen weiteren Schritt nach vorn setzte, um ihm nah sein zu können, schmiegte ihren eigenen bloßen Körper an den großen Leib des Drachen und lächelte für sich selbst glücklich. "Unser Traum ...", hauchte sie leise und senkte die Lider bis vor ihren Augen nichts als Schwärze zurück blieb, die von dem unverkennbaren Schwefelgeruch durchtränkt wurde, den sie so sehr vermisst hatte. "Wir reinigen diese Welt vor allem Übel."
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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mo Dez 15, 2014 9:11 pm

"Gemeinsam" grollte die dunkle Stimme des Drachens durch ihren Geist, hinterließ nur noch die schwache Nuance von Eragons eigener Stimme in ihrem Geist. Wie oft hatte er in der Dunkelheit seines Palastes gesessen und in die Finsternis gestarrt? Er hatte sich ein Schloss bauen wollen - ein Bauwerk der Ewigkeit, welches sein Leben preisen sollte. Er war sein Grab geworden - eine von Feuern umschlungene Krypta deren geschwärzter Stein ihn in den Geschichten die andere über ihn erzählten gefangen hielt. Für die Einen war er der Gott-Imperator Noreag, der grausame Herrscher eines unnachgiebigen Landes. Für die anderen war er der längst verschwundene Hochmeister der Reiter, eine strahlende Legende uralter Zeiten. Für eine Frau in diesen Gemäuern war er ein Mann, der sie liebte und der Vater ihres Kindes.
Er konnte keiner dieser Männer sein - oder er würde sich ein zweites Mal selbst verlieren. Er hatte einen Traum der über all das hinaus ging, was die Beschränkten sterblichen sehen konnten. Er spürte seine gewaltigen Muskeln unter den Schuben, spürte Ryl´afays nackten Leib, welcher sich an den seinen schmiegte. Er roch ihr Haar, das nach Holunder und Stachelbeere roch. Und langsam kniete er nieder. "Steig auf" grollte er leise. Er wollte sie auf sich spüren, wollte mit ihr wie Drache und Reiter ihre wenige gemeinsame Zeit verbringen. Wer er war? Er war der Ihre.
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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mo Dez 15, 2014 9:35 pm

Ein Teil von ihr wollte vor ihm zurückschrecken, ein Teil von ihr, der ihr sagte, dass er sich für seinen eigenen Untergang entschieden hatte und dass sie von hier fortgehen sollte, die anderen warnen sollte, die einst zu ihrem Orden gehört hatten. Doch ein anderer Teil, jener, der das große Herz in seiner Brust schlagen spürte und der sie glücklich sein ließ, frei sein ließ, sie atmen ließ, wollte nicht fort gehen, wollte nie wieder von hier fort gehen und damit vielleicht all das zerstören, was sie gerade erst seit so kurzer Zeit zurück bekommen hatte. Ihre langen, schwarzen Haare wehten in dem Hauch seines Atems nach hinten als sie den Blick zu ihm hinauf richtete und ihn behutsam zu sich hinab zog, nur um ihre Wange noch einmal an die seine zu schmiegen und den einzigen Moment zu genießen, der für sie einen Funken an Wehmut bei sich trug. Er hatte sie einst verlassen, war vor ihnen beiden zurück geschreckt und war fortgegangen - kein Brief, keine Nachricht, kein Zeichen bis man ihn für tot erklärt hatte. Etwas war damals in ihr vernichtet worden, etwas war in ihr zerbrochen und dieses Etwas war es, das sie davon überzeugt hatte, sich mit all jenen Geistern einzulassen, weil sie Angst davor gehabt hatte, zu sterben. Es gab eine Zeit, in der sie hatte sterben wollen - in der sie sich zu ihm gewünscht hatte, doch als sie in die Gesichter der Toten geblickt hatte, war sie davor zurück gewichen und hatte sich selbst in dem Strudel aus Wahnsinn, Blut und dunkler Magie gänzlich verloren, solang bis sie zu ihm zurück gekehrt war.
"Sei, was immer du willst", flüsterte sie ihm entgegen und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die schuppige Haut ehe sie an ihm vorüber trat, nur um wenig später seinen Rücken hinauf zu steigen und sich auf jenen Platz sinken zu lassen, den sie über all die Jahre vermisst hatte. Sie glaubte den Wind in ihren Haaren zu spüren, sie spürte das Beben seines eigenen Körpers und als sie die Hand nach ihm ausstreckte und ihre Hand auf die Haut zwischen den riesigen Schultern spürte, zuckte sie zurück. Es war ein Brennen, ein beißender Schmerz, der durch ihren Arm schoss und sich hinauf bis zu ihrem Kopf fraß, ihre Gedanken durcheinander wirbeln ließ und ihr einen alten Geist offenbarte, der ihr bislang verborgen geblieben war. Tränen stiegen ihr in die Augen, klebten an ihren schwarzen Wimpern und verklärten ihre Sicht als sich ihre dunklen Augen hinunter zu ihrer Hand lenkten und dort ein silbrig glänzendes Mal entdeckten, das sie geglaubt hatte, nie wieder sehen zu können.
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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mo Dez 15, 2014 10:13 pm

Auch Noreag durchfuhr ein heftiger, beißender Schmerz der all seine Sinne sprengte und die Welt vor ihm in weiße Flammen zerriss. Er bäumte sich, auf, schlug mit dem gewaltigen Schweif nach den hohen Säulen, spie grelle Flammen ehe der Schmerz nachließ und ihn mit einem warmen Gefühl zurück ließ, welches von seiner Brust ausging und sich in seinem gesamtem Körper ausbreitete.
Es war, als würde etwas das lange verloren war zurück kehren. Wie eine Kette, die man immer getragen irgendwann aber verloren hatte, nur um sie Jahre später wieder zu finden.
Es war ein Gewicht auf seiner Seele, welches jedoch nicht drückte, sondern sich viel mehr in die Lücken seiner geschundenen Seele zu legen schien um diese zu heilen.
Er sackte nieder, rollte sich zusammen wie ein verletzter Hund und achtete dabei darauf Ryl´afay nicht zu verletzen. Sein Atem ging keuchend und stoßweise aus den großen Nüstern, trug den Geruch von Rauch und Schwefel mit sich. Bist du in Ordnung?
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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mo Dez 15, 2014 10:29 pm

Die Stimme in ihrem Geist, so dröhnend und volltönend, dass er sie vollkommen einnahm, verursachte ihr im ersten Moment erneut stechende Kopfschmerzen und ließ sie die Augen geschlossen halten, während sie sich an ihn presste, ihre Finger fest um einige seiner Schuppen geklammert, weil sie befürchtet hatte, er würde sie abwerfen. Sie spürte seinen Geist in ihrem eigenen, spürte all die Gedanken in seinem Kopf, die Angst, die er empfand und die sich jetzt um ihr eigenes legte und die beiden Organe im Einklang schlagen ließ. Seit Jahren schon hatte sie sich nicht mehr behütet gefühlt, nicht mehr sicher und wie in einer wohligen Umarmung - die Schmerzen in ihrer Hand waren verschwunden, das silbrige Mal auf ihrer Haut pochte wie der Schlag ihres eigenen Herzens und ließ Ryl'afay noch einmal lächeln, als sie zu begreifen begann. Warum es geklappt hatte, interessierte sie nicht - wie es möglich gewesen war, war vollkommen gleichgültig, denn alles, was nun noch existierte, war der große Geist, der so nah an dem ihren war und den ihre eigene Seele immer wieder striff, nur um sich wenig später zurück zu ziehen und doch seine Nähe wieder zu suchen.
Sie ließ ihren Körper von seinem Rücken hinab gleiten, scherte sich nicht um die Kratzer, die sie sich an den Schuppen zuzog und rutschte näher hinauf zu seinem Kopf. 'Niemals mehr als jetzt', hallte ihre leise Gedankenstimme in seinem Geist wieder, als sie wieder nach ihm griff und ihre Finger abermals über seine Schuppen gleiten ließ, die Wärme unter ihren Fingern spürte und den Kopf gegen seinen großen Hals sinken ließ. Sie waren wieder eins, miteinander verbunden wie sie es stets gewesen waren und sie spürte, dass die Wunden ihrer eigenen Seele zu heilen begannen, die der Zauber nicht hatte lösen können. Sie hatte sich so sehr einen Drachen gewünscht, hatte so innig für einen Bündnispartner gebetet, um nicht allein sein zu müssen, um nicht verloren sein zu müssen - dass es nun er war, hatte sie nie erwartet.
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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mo Dez 15, 2014 11:17 pm

Bleibe bei mir grollte die Stimme des Anderen durch ihren Geist, umschloss sie sanft und steckte voller Versprechungen. Seine Stimme sprach von einem Leben fernab von Leid, Angst und Sorgen. Eine Existenz entfernt von solch niederen Problemen wie dem Tod oder Krankheit. Er sprach von Frieden und Einigkeit, in einer von ihnen geordneten Welt. Eine Welt, die ihnen Beiden zu Füßen liegen würde. Bleib bei mir und dir soll alles gehören was dein Auge erblickt. Wir beide werden diese Welt retten und jene, die nicht in unserer Welt leben wollen, sollen in der ihren sterben. Die Welt wird verglühen und neu auferstehen mit dir und mir an ihrer Spitze versprach er leise und sein großer Kopf neigte sich, schmiegte sich an sie. Er spürte ihre weiche Haut, spürte so viel mehr als er es in seinem alten Körper jemals gekonnt hätte. Es war, als wäre er aus einem beengten Kokon geschlüpft. Nicht wegen der Verwandlung - nein, diese hatte er schon oft im Leibe gespürt. Sie war es. Sie hatte ihn befreit. Und etwas, das tief in ihm verborgen lag spürte die beklemmde Angst einer einzigen Frage: Was würde mit ihm geschehen, wenn sie sterben sollte? Aber nein - dazu würde es niemals kommen. Niemals. Lieber vernichte ich eine Welt in der du nicht sein kannst als in ihr zu leben
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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mi Dez 17, 2014 12:54 am

Seit sie hierher gekommen war, hatten sie kein gutes Wort füreinander übrig gehabt, er hatte sie immer wieder dazu zwingen wollen, vor ihm zu knien und sie hatte sich ihm stets aufs Neue widersetzt bis sie geglaubt hatte, er habe die Geduld endgültig mit ihr verloren. Sie hatte damit gerechnet, dass er ihr Leben beenden würde, ebenso wie er das des Surdaners so leichtfertig beendet hatte, den sie bei sich gehabt hatte. Nun hier zu sein, sich an den riesigen Körper schmiegen zu können und seine Wärme in sich selbst aufzunehmen. Es war ein eigentümliches Gefühl, das sie in ihrem Inneren empfand - eine Mischung aus der Verwirrung über jene sanften Worte, die seine Gedankenstimme ihr mitteilte, nach all den Feindseligkeiten, die sie miteinander ausgetauscht hatten und die sich nun mit der Wärme in ihrem eigenen Inneren vermengte und sie für einen Augenblick vollkommen einnahm.
'Was wird nun?', fragte sie leise und mit geschlossenen Augen, während sie sich an all jene Momente erinnerte, die sie einstmals miteinander geteilt hatten; Momente, die gefüllt waren von ihrer beider Traum diese Welt neu zu ordnen, sie zu läutern und aus ihr einen besseren Ort für jeden zu machen, den sie selbst als würdig erachteten. Einstmals hatte sie ihn verloren, als er furchtsam vor Verantwortung geflohen war, hatte ihn zurück bekommen als anderen Mann, fremd und kalt ihr gegenüber und jenem Wesen, das noch tief in ihr selbst existiert hatte, hatte jene Veränderung in ihm weit mehr zugesetzt als die Angst, die sie vor sich selbst empfunden hatte. Nun erneut hier liegen zu dürfen und zu wissen, dass noch etwas von alledem übrig war, was sie einstmals kennen gelernt hatte, erinnerte sie wieder an das Glück, das sie vor langer Zeit hatte empfinden dürfen und das dennoch von der Angst begleitet wurde, ihn wieder zu verlieren. Ihn abgeben oder teilen zu müssen.
'Was wird nach diesem Abend aus uns?', teilte sie jene leise Frage, die sie sich bereits so oft gestellt hatte, mit den Gedanken des Wesens, an dem sie noch immer kauerte. 'Werden wir wieder die sein, die wir vorher waren?'
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Noreag

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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mi Dez 17, 2014 1:06 am

Nein lautete Noreags Antwort, während das riesige Auge des Drachen, welches wie ein kleiner Komet auf sie gerichtet blieb sich zu einem schmalen Schlitz verengte. Nichts wird mehr so sein wie es wahr. Aber das ist gut. Veränderung.... ich brauche Veränderung er hatte sie über all die Zeit niemals vergessen. Hatte nicht vergessen wie sie beide zusammen in die Sterne geblickt, wie sie sich eine Zukunft ohne Krieg und Leid ausgemalt hatten. Sie war seine erste Schülerin gewesen, die Erste welche verstanden hatte wie er sich fühlte. Die wie er gewesen war. Jahrhunderte waren ins Land gezogen und nun, hier so weit von dem Ort ihrer Vergangenheit entfernt hatten sie einander erneut gefunden. Erneut war sie es, die ihn verstand - die wusste wie sich der Verlust anfühlte und die nun mit ihm verbunden war. So, wie es immer hätte sein sollen.
Doch wenn er darüber nachdachte, was dort oben auf sie wartete, war er sich zum ersten Mal seit über hundert Jahren nicht mehr sicher, ob er die Situation noch unter Kontrolle hatte. Du wirst bei mir bleiben. Für alle Zeit und niemand wird sich zwischen uns drängen"
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Ryl'afay

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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mi Dez 17, 2014 1:17 am

'Vor nicht allzu langer Zeit hast du mir gesagt, der Eragon, den ich einst kannte, sei vor langer Zeit weit außerhalb dieser Mauern gestorben. Dass du daraus entstanden bist ...', wisperte Ryl in Gedanken, wissend, dass er ihre Stimme hören würde und dass er jeden noch so kleinen Funken von ihr selbst verstand, sie kannte und sie nun nichts mehr vor ihm geheim zu halten brauchte, wovon sie noch zuvor überzeugt gewesen war, es sei besser, wenn er niemals etwas davon wüsste. Es gab so unzählige Momente in ihrem Leben, in denen sie sich ihn an ihre Seite gewünscht hatte - so viele Augenblicke, in denen sie immer wieder verzagt war, weil sie nicht hatte glauben können, zu welchen Entscheidungen der Orden in der Lage gewesen war und noch heute erinnerte sie sich an jene dunklen Stimmen des Rates, die ihr immer wieder vorgeworfen hatten, sie sei geblendet von Eragons Licht gewesen, versuchte nur an seinen Ruhm heran zu reichen und selbst die Führung zu übernehmen und Ryl'afay war irgendwann müde geworden weiter zu versuchen etwas zu verändern. Der Moment, in dem sie ihren Drachen verloren hatte, hatte geschmerzt, sie hatte sich Vorwürfe gemacht und als sie schließlich die Stimme ihres Vertrauten gehört hatte, der sie gefallene Reiterin nannte, sie nur als gering ansah und ihr kaum mehr einen Blick schenkte, hatte ebenso sehr wie der Verlust geschmerzt. Ausgerechnet ihn nun wieder bei sich zu haben, seine Seele an der ihren zu spüren und ihm nah sein zu dürfen, war weit mehr als sie es sich selbst gewagt hatte, zu erträumen.
'Du magst mächtig sein und eines Tages wirst du der Gott dieser ganzen Welt sein. Du wirst sie läutern und du wirst unseren Traum umsetzen, Frieden für alle Reiche, geeint unter einem einzigen wahren Gott ...', führte sie leise ihre Gedanken weiter fort und lächelte für sich selbst noch einmal. Es würde eine bessere Welt sein, das wusste sie. Eine Welt, die ein Zuhause für jeden sein konnte, der in ihr leben wollte. 'Aber der Eragon, den ich kannte und den ich liebe, ist noch immer hier.'
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BeitragThema: Re: Riesige Hallen unterhalb des Schlosses   Mi Dez 17, 2014 1:37 am

Ich habe nicht gelogen erwiderte der Drache, so als müsse er sich rechtfertigen er schnaubte und der Geruch von Schwefel erfüllte die Luft, ehe der Riese seine Augen schloss und einfach nur die Anwesenheit der Anderen genoss. Der Eragon, den du kanntest ist gestorben. Sein Drache und sein Orden sind fort gerissen worden - er hat sich verändert. Ich bin was ich nun bin. Doch mein Herz ist noch immer das Selbe - und während Eragon nicht mit dir zusammen sein konnte, so kann ich es doch er schwieg, schien selbst von seiner Erklärung angetan und zugleich ein wenig überrascht zu sein. Aber es stimmte, er war ein Anderer geworden und es war gut. Und was immer er auch darstellte, für wen auch immer er irgend eine Rolle hatte spielen müssen, so schien es ihm, als könne er bei Ryl´afay aufhören sich zu verstellen.
Dieses seltsame Gefühl der Heimat, irgendwo - bei irgendwem - angekommen zu sein, war Balsam für ein Herz das einst aus Alalea verstoßen worden war.
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