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 Speisesaal

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BeitragThema: Speisesaal   So Mai 25, 2014 8:22 pm

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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 9:34 pm

Man hatte ihnen nicht sonderlich viel bringen lassen, einen schlichten Wein und dazu eine große Platte mit einigen Früchten, welche allesamt überreif wirkten. Dazu ein paar Streifen Fleisch von wilden Hunden, die sich immer wieder in den entlegenen Ecken der Ruinen fanden. Momentan war das mit ihr größtes Problem, das Beschaffen von Nahrung und das verteilen eben dieser.
Mit zehn Menschen hatte es kaum Probleme gegeben, doch mit nunmehr fünfzig Männern, Frauen und sogar Kindern war die Frage, wie sie Nahrung bekommen sollten mit die größte. Vielleicht konnten sie Vieh von dem Mann vor sich kaufen. Sie hatten mehrere mit sich, die sich auf Viehzucht und sogar auf den Anbau von Acker verstanden, denn hinter den größten Türmen gab es eine kleine Ackeranlage. Zwar war diese inzwischen wieder aufbereitet worden, doch fehlte es an Saatgut, um Pflanzen anzubauen. „Nun, Herr der Ketten… womit genau kann ich euch helfen? Sicherlich werdet ihr uns nicht nur aufgesucht haben, um euch ein eigenes Bild von uns zu machen.“
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 9:46 pm

"Wir wollten uns nur unseren guten Nachbarn vorstellen und unsere Freundschaft unter Beweis stellen" erklärte der Dicke, während er eine Traube pflückte, die in seinen dicken Wurstfingern lächerlich klein wirkte, ehe er diese in seinen Mund schob, umschloss und verschluckte. "Desweiteren haben wir Geschichten gehört. Geschichten von Raub und Mord und Feuer. Ihr tötet die guten Menschen der Karawanen sagt man, eure eigene Landsleute guter Mann. Ihr verbrennt sie bis auf die Knochen und nehmt nur die Sklaven mit. Es heißt eure Echse frisst kleine Kinder und kann ein ganzes Kamel mit einem Happen verschlingen. Die Menschen fürchten sich vor euch und als Abgesandter der Goldenen Herren der Goldenen Karawane ist es meine Pflicht für die Sicherheit und den Schutz meiner Leute zu Sorgen. So sagt mir, sind diese furchtbaren, furchtbaren Geschichte wahr? Oder entstammen Sie nur der Fantasie von verrückten und seltsamen Einsiedlern, denen die Sonne den Geist verbrannt hat?"
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 10:00 pm

Die Türen des Speisesaals öffneten sich mit einem einzigen Luftzug und offenbarten die hochgewachsene Gestalt einer Frau, deren rotes Haar ihr offen auf die Schultern fiel. Zwischen den einzelnen Strähnen, die ihr in das schmale Gesicht mit den hohen Wangenknochen fielen, lugten die Spitzen ihrer Ohren hervor, während der kobaltblaue Kampfrock, den sie über einer dunklen Leinenhose und hochgeschnürten Stiefeln trug, in dem warmen Wüstenwind flatterte, den sie mitbrachte als sie nun den Raum betrat und sich die mandelförmigen, grünen Augen auf die beiden Männer richteten, die sich hier aufhielten. Skepsis und Missmut ruhten bei dem Anblick des dicken Mannes in ihrem Gesicht, ließen es strenger und härter wirken als es das sonst tat und erst als ihre Augen Kabils Erscheinung überwanderten, verflog jene Miene wieder aus ihrem Gesicht und wurde von einem weicheren Lächeln abgelöst.
Mit festen Schritten trat sie näher zu den beiden Männern und löste mit einer Hand die große Schwertlanze, die sie für die Jagd bei sich getragen hatte und an deren roten Klingen noch das Blut einiger Tiere klebte, welche Fearchar und sie erledigt hatten, um die Menschen in der Festung wieder mit Nahrung versorgen zu können.
Sie war noch in den Morgenstunden gemeinsam mit ihrem Drachen und einigen Männern der kleinen Gruppierung aufgebrochen, hatte ihnen immer wieder den Weg zu einer der Oasen gewiesen, wo sie Früchte und Pflanzensamen einsammeln konnten während Anaiah und Fearchar nach Tieren gejagt hatten. Es war inzwischen ein tägliches Ritual geworden, das ihnen das Überleben hier ermöglichte, doch als sie nun zurückgekehrt war und von einer der Frauen erfahren hatte, dass sich ein gewisser Herr der Ketten in ihrer Festung aufhielt und sich mit Kabil unterhielt, war die Hochstimmung des heutigen Morgens wieder verflogen und sie hatte sich auf den Weg zu dem Speisesaal gemacht.
"Auch unsere Pflicht ist es für den Schutz und die Sicherheit der Menschen zu sorgen, wenngleich wir auch die Sklaven ebenfalls zu den Menschen zählen", begann sie dann mit fester Stimme während ein kühles Lächeln ihre Züge umspielte. "Und das Wesen, das Ihr Echse nennt, ist ein Drache, welcher nicht allzu gut auf Beleidigungen reagiert, aber weder frisst er kleine Kinder, noch töten wir grundlos die guten Männer einer Karawane, sofern sie uns die Sklaven übergeben oder bereitwillig frei lassen. Wir verteidigen uns lediglich."
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 10:07 pm

"Drache?" fragte der dicke Mann, der verwundert von der hübschen Frau den Kopf hob die nun mit langen, selbstsicheren Schritten durch den Speisesaal marschiert kam und sich verhielt als wäre sie ein Mann, was trotz ihrem beeindruckenden Auftreten lächerlich wirkte. Dieser Gang passte zu einem Krieger, nicht zu einer Hure. "Nennt man diese Spezies so? Das war mir nicht bewusst, verzeiht einem alten dicken Mann sein Unwissen. Nur haben wir solcherlei Ungetüm niemals gesehen. Ihr seid also die E... Drachenkönigin?" fragte er leise und mit fiepsender Stimme während er eine dunkle Augenbraue hochzog, die wie eine dicke, haarige Raupe über sein vor Schweiß glänzendes Gesicht kroch. "Nun stellt sich mir die Frage vor was verteidigt ihr euch? Die guten Menschen der Karawanen die Sklaven halten, verteidigen ihr Hab und Gut wenn ihr sie angreift doch was verteidigt ihr? Vor was müsst ihr euch schützen, dass es dafür nötig ist Männer und Frauen zu töten und nur die Knieenden zu befreien?"
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 10:23 pm

„Es gibt momentan zweihundert Gründe für die Verteidigung dieser Anlage und entgegen der Meinung meiner eigenen Landsleute sehe ich Sklaven nicht als Arbeitswerkzeug wie einen Spaten, einen Pferch oder eine Axt. Jeder dieser Menschen hier hat eine eigene freie Meinung, einen freien Willen und kann gehen oder bleiben wie es ihm beliebt.“
Er musste nichts zwangsläufig bei der Wahrheit bleiben und da der beleibte Mann vor ihm nicht alles von der Ruine sehen würde, was er gleich ob er fünfzig oder zweihundert sagte, doch klang es in jedem Fall eher nach einer Zahl, mit der man eine derartige Anlage halten konnte. „Wenn ihr hier seid um Handel zu betreiben, so nennt uns euren Preis für Vieh, für Saatgut und für Stahl. Unsere Gastfreundschaft genießt ihr bereits und ich hoffe doch, dass wir euch die Sorge um eure goldene Karawane nun genommen haben. Wir sind weder Barbaren, noch Gesetzlose. Alles was wir tun ist, den Menschen eine Wahl zu geben.“ Er schenkte schenkte sich einen halben Becher Wein und musterte Anaiah mit einem kurzen Blick. Sie hatte sich nur mit großem Protest der Mode seines Volkes gebeugt und zumeist war sie noch immer in dem Kampfrock anzutreffen, und dazu passenden Beinkleidern, doch wurde Kabil nicht müde ihr jeden Tag aufs die prachtvollsten Kleider surdanischer Kleider neben das Bett zu legen, doch für gewöhnlich verharrten diese dort bis zum Abend unberührt.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 10:38 pm

"Die gebrachten Geschenke dürft ihr behalten, wenngleich ich auch befürchte das die Nahrung nicht lange halten wird. Unsere Reiter haben uns von fünfzig, vielleicht achtzig Mann berichtet. Zweihundert werdet ihr von unseren Vorräten nicht lange ernähren können. Ich bitte dies zu verzeihen. Wir wollten euch nicht beleidigen und seid gewiss, dass ich den Mann auspeitschen lasse, der uns die falsche Zahl genannt hat" erklärte er leise. "Was den Handel betrifft, so wollen wir diesen gerne mit euch eingehen und euch alles liefern was wir haben. Wir wünschen euch Gesundheit und Freude, solange ihr uns dafür versprecht nicht unsere Stadt anzugreifen. Auch wir haben Arbeiter doch werden sie gut versorgt und haben eigene Zelte, in denen sie zusammen schlafen können. Sie bekommen Wasser und Nahrung und ja manchmal werden einige von ihnen verkauft. Wir beliefern die Freudenhäuser Surdas und sogar einige Sklaven wurden schon von hohen Männern aus Alagaésia gekauft. Doch es ist gleich ob sie gehen dürften oder nicht. Die goldene Karawane ist so schön und so vollkommen, dass niemand - ob Mann oder Frau jemals wieder gehen will. Denn wer will schon die Wüste gegen eine Zeltstadt eintauschen in der es Früchte und Wasser und Fleisch gibt?"
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 10:53 pm

Anaiah war für einen kurzen Moment versucht, das Gesicht zu verziehen um ihrem Unmut Luft zu machen, doch angesichts der Tatsache, dass der dicke Mann ihr gegenüber derjenige war, der ihnen momentan noch Handelsgüter überlassen konnte, hielt sie sich einstweilen zurück und ließ sich lediglich neben Kabil nieder ehe sie ihr Gegenüber noch einmal musterte. Sie mochte ihn nicht, verabscheute seine überhebliche Art und all den Tand, den er am Körper trug und den er wohl benötigte, um sich selbst zu profilieren - die Menschen dort draußen litten Hunger, seine Sklaven wollten vermutlich, ebenso wie die Befreiten nichts anderes als zurück in ihre Heimat oder die bittere Rache für das, was ihnen ihre einstigen Herren angetan hatten und am meisten verabscheute sie ihn dafür, dass er sie in eine defensive Haltung zwang, die ihr nichts übrig ließ als sich in Diplomatie zu versuchen, die ihr noch nie allzu gut zu Gesicht gestanden hatte. Seufzend schob sie sich eine der langen, roten Strähnen zurück hinter das spitze Ohr ehe sie sich zu einer Antwort durch rang.
"Ihr sprecht davon, dass Eure Diener und Arbeiter, wie Ihr sie nennt, nicht einmal Eure Karawane verlassen möchten?", hinterfragte sie lediglich mit hochgezogenen Augenbrauen und lächelte dann schließlich ein sicheres, festes Lächeln ehe sie die Hand nach vorn führte, um eine der Trauben zu greifen, die dort auf dem Tablett ausgebreitet lagen, das ihnen zu diesem Gespräch gebracht worden waren. "Dann werdet Ihr sicherlich nichts dagegen haben, wenn wir uns mit diesen Männern über ihre Wünsche einmal unterhalten und um Eure Gastfreundschaft bitten, ehe wir uns einzig und allein auf Euer Wort verlassen."
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 11:00 pm

"Warum solltet ihr euch mit ihnen Unterhalten wollen?" fragte der fette Mann verwirrt. "Zählen meine Worte für euch etwa nicht? Ihr beleidigt mich" meinte er leise und große Tränen kullerten seinen Wangen hinunter. "Ich komme zu euch und biete euch Essen und Freundschaft an und ihr verdächtigt mich der Lüge? Aber nun gut, ihr sollt unsere Gastfreundschaft kennen lernen so ihr denn versprech euren Drachen nicht mitzunehmen. Dies würde nur für Angst und Unmut sorgen und nichts davon möchte ich meinem Volk zumuten" erklärte er leise und wiegte den dicken Kopf hin und her, was aussah als versuche sich eine Melone auf einem Mehlsack zu halten während dieser getragen wurde. "Ihr sollt die goldene Karawane sehen, unser Brot und unser Salz essen. Oder süße Früchte und weiches Fleisch wenn euch dies lieber ist. Ihr sollt mir Schmuck behangen werden wenn dies euer Wunsch ist, solange ihr uns nur unser gewohntes Leben lasst, wie ihr euch das Eure"
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 11:13 pm

"Ich habe kennen gelernt, dass große Herrscher meist nicht das sprechen, was der kleine Mann möchte - wenngleich dies auch nicht an der Führungsqualität liegt, sondern mehr aus dem Hintergrund hinweg entsteht, dass sich die großen Herrscher um weit andere Angelegenheiten zu kümmern haben", lautete die einzige Antwort der Reiterin, die seelenruhig dem Blick des anderen standhielt und bereits jetzt wusste, dass sie nicht ein einziges Stück Essen, noch Getränke von dem anderen annehmen würde. Sie vertraute ihm nicht, vertraute keinem einzigen Wort, geschweige denn einem einzigen Geschenk und wenn sie das dunkle Grollen in ihrem Geist richtig interpretierte, dann sah auch Fearchar die Sachlage nicht anders als sie, wenngleich der große, rote Drache auch den Luxus genoss, sich auf einem der großen Felsen sonnen zu können, die die alte Festung, in der sie Unterschlupft gefunden hatten, umschlossen. Drachenkönigin nannten sie sie also, wenngleich auch Anaiah nicht wusste, was sie von diesem neuen Namen halten sollte, war sie doch im Grunde nichts anderes als eine abtrünnige Reiterin, die ihr Glück in Surda gesucht hatte und die inzwischen den Kampf für die Freiheit der Sklaven auf sich genommen hatte. Wenn sie wüssten, dass Fearchar noch nicht einmal ausgewachsen war, geschweige denn ein wirklich großer Drache war, was würden sie dann wohl sagen?
"Behaltet Euer Gold, werter Herr. Hier in diesen Hallen und unter den Befreiten stellt sich ein Mann nicht über einen anderen. Jeder von uns ist frei seine eigenen Entscheidungen zu treffen und Ihr werdet weder vor mir, noch vor meinem Drachen, Furcht haben müssen, sofern Eure Worte der Wahrheit entsprechen und Eure goldene Karawane wahrlich jene Stadt ist, von der Ihr schwärmt", führte Anaiah dann fort und rang sich mühselig ein Lächeln ab, das auf ihren Zügen erstaunlich ehrlich wirkte, wenngleich es doch nicht ihre Augen erreichen wollte, in denen sich nur allzu deutlich ihre wahre Meinung über ihr Gegenüber widerspiegelte. "Und verzeiht mir mein Misstrauen, doch ich bin lediglich eine Fremde in Eurem Land, noch dazu eine einfache Frau. Ihr werdet mir sicherlich diese Beleidigung nachsehen."
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 11:23 pm

Abedin nahm ein großes Tuch aus seinem Saum, welches ein Kind als Hemd hätte tragen können und tupfte sich damit die Krokodiltränen ab, die er vergossen hatte um seiner Bestürzung Ausdruck zu verleihen. "Ich danke euch werte Freundin" sagte er schließlich und tätschelte Anaiahs Hand - nur ganz kurz - ehe er seine eigene Hand schneller zurück zog, als man dem fetten Mann zugetraut hätte. "Doch lasst mich eine Warnung aussprechen. Euer Verlangen nach Freiheit wird in Aberon nicht gerne gesehen. Es heißt, der Kalif höchstselbst wäre erzürnt über euer Vorhaben" erklärte er leise und in verschwörerichem Ton, wenngleich außer ihnen drei niemand im Saal war. "Ihr solltet euch in Acht nehmen vor anderen Karawanen als der goldenen Stadt. Man sieht es nicht gerne, wenn Sklaven befreit und deren Fesseln abgeworfen werden. Die Sklaven sind das Blut Surdas - verschwinden sie, so verkümmert der Körper und stirbt"
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 11:35 pm

„Es sind die Menschen die das Land am Leben halten, gleich ob Sklaven oder freie Menschen. Wir sind ein zu großes Volk als das wir uns auf ewig an ein und dieselbe Kultur halten können. Und ob ihr euch dem anschließt oder nicht, unser Handeln wird folgen mit sich ziehen. Die Frage letztlich sollte also eher sein, wo ihr steht, wenn es an der Zeit ist den Menschen ihre eigene Meinung zurück zu geben.“
Ob der Handel nach diesem Gespräch, insbesondere den unterschwelligen Drohungen überhaupt noch stattfinden würde, war fraglich. „Wir können euch Gold bieten um Gegenzug für gute Ware, ich denke diese Handelsbeziehung dürfte für die nächste Zeit genug sein, um den Kontakt unser beider Stämme angemessen aufrecht zu erhalten.“ Er leerte seinen Weinbecher mit einem langen Zug und stand kurz darauf auf, legte eine Hand an den Griff seiner Waffe und sah erneut zu Anaiah.
Spätestens jetzt stand fest, dass sie sich mit der Reaktion des restlichen Landes auseinander setzten mussten, denn wenn der Kalif oder männer wie der dickwanstige Händler vor ihnen ohne ihr Zutun freies Spiel mit ihrem Ruf hatten, würden sie alsbald als grausam und gewaltbereit gelten und nicht als Befreier der Sklaven.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Mai 25, 2014 11:49 pm

Der Dicke plusterte die Backen auf, was ihm das Aussehen eines Ochsenfrosches verlieh. "Oh mein weiser Freund ihr mögt die Wahrheit sprechen aber doch ist es so, dass ihr nur wenige seid und eure Meinung und eure Sicht der Dinge mit Gewalt durchzusetzen nicht unbedingt die richtige Wahl ist" erklärte er leise und nickte, wobei sein ganzer Hals in Bewegung kam und zu wackeln begann und auch nicht damit aufhörte, als er aufgehört hatte zu nicken.
"So ist es doch wichtig, dass ihr nicht alle verärgert die um euch herum leben. Wie ihr bereits sagtet Surda ist ein großes Land und es gibt viele leicht reizbare Anführer. Mit vielen Gefolgsleuten und wenngleich ihr auch die Schönheit der Drachenkönigin an eurer Seite wisst, so ist diese Festung doch nicht gegen eine Übermacht zu halten und mir schmerzt das Herz bei dem Gedanken solch treue Freunde dem Tode anheim fallen zu sehen. Ich will euch nur warnen"
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Mo Mai 26, 2014 12:17 am

Anaiah schauderte über die Worte des anderen und war versucht, ein Stück näher zu Kabil zu rutschen, der neben ihr saß und den sie bislang lediglich wie einen der anderen Befreiten behandelt hatte, um keinen weiteren Verdacht zu erregen, welcher den anderen in Gefahr bringen würde. Die Anführer der zahlreichen anderen Sklavenstämme würden ihn nutzen, um sie unter Druck zu setzen und Anaiah hatte nicht vor das Leben ihres Gefährten so leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Der Mann ihnen gegenüber gefiel ihr noch immer nicht und wann immer er den Mund öffnete, um nur ein einziges Wort zu sprechen, hätte die Elfe nichts lieber getan als nach ihrer Schwertlanze zu greifen und ihm jene Waffe tief in den Rachen zu stecken, damit er sich all seine Lügen sonst wohin stecken konnte. Wenn sie ihn wie das Schwein abschlachtete, das er war, würde sie in jedem Fall dafür sorgen, dass ihre Leute in den nächsten Wochen eine sehr fettige Mahlzeit erhielten ... Kopfschüttelnd unterbrach sie ihre eigentlichen Gedanken und rief sich selbst wieder zur Vernunft während sie ihren Gesprächspartner erneut musterte und dann schließlich ein leises Seufzen ausstieß.
"Wir danken Euch für die Warnung, die Ihr ausgesprochen habt, und ich bin mir durchaus bewusst, welche Risiken für uns und unsere Leute entstehen, wenngleich dies jedoch nicht bedeuten wird, dass wir uns von unserem Vorhaben den Menschen ihre Freiheit zurück zu geben, abweichen werden. Die Männer und Frauen in den Käfigen gebührt eine ebensolche Freiheit wie allen anderen und wenngleich auch der Kalif dagegen sprechen mag, so werde ich ihn und seine Mannen kommen lassen", erhob sie dann die Stimme zur Antwort, während das altbekannte Feuer zurück in ihre Stimme kehrte und jener kampfeslustige Glanz sich auch in ihren Augen wiederfand, welche sich unlängst wieder auf den Fremden gerichtet hatte, der dort vor ihnen stand. "Wir werden den Stämmen die Wahl lassen. Entweder sie lassen die Sklaven frei und leben weiterhin ihr Leben in einer neuen, freien Welt oder sie werden in ihrer alten Welt sterben."
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Mo Mai 26, 2014 12:36 am

"Es schmerzt mich dies zu hören" sagte der fette Mann und erneut flossen Tränen, welche er mit dem Tischtuchgroßen Tuch abwusch. "Ich beweine euch, solltet ihr mit euren hehren Zielen scheitern und zerschmettert in den Wüstensand geworfen werden" erklärte er und stand langsam auf, da er erkannte hatte, dass die Zeit des Abschieds gekommen war. Er ächzte als die Knochen unter dem Gewicht knackten und die Gelenke belastet wurden. Seine Brust lag schwer und fett auf seinem Bauch und schmerzte ob der Hitze, da sich das Fleisch darunter entzündet hatte. Er stützte sich schließlich auf den Tisch, welcher knackte und begann ungeschickt davon zu watscheln.
"Ich hoffe doch, dass ihr uns noch lange erhalten bleibt, Königin der Drachen" erklärte er noch im gehen, ehe er in die Sänfte stieg die direkt vor dem Speisesaal abgestellt worden war. Die Sklaven ächzten, als sie den fetten Mann anhoben und ihn langsam aus der Stadt trugen.
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