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 Speisesaal

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Der Erzähler
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BeitragThema: Speisesaal   So Jan 25, 2015 12:12 am

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Graham Drake
Fürst
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Jan 25, 2015 12:33 am

Es war momentan beinahe unheimlich still, während die Gabeln über die Teller kratzten. Immer wieder vernahm man das leise Geräusch von Wein, Wasser oder im Falle des Kalifensohnes selbstgebranntem Teufelszeug, das die Kehle der Anwesenden hinunter rann.
Graham begnügte sich wie stets mit einfachem Quellwasser, während er den Blick seiner wässrigen Augen auf dem Prinzen gerichtet hielt und wie auch sonst nur wenig aß. Es schien ihm, als würde er mit dem Alter immer weniger Schlaf und Essen benötigen. Eine Entwicklung die er begrüßte, da ihm so mehr Zeit zum arbeiten blieb. Und zu arbeiten gab es einiges, wenn er wollte, dass dieses Land in dem Licht erstrahlen sollte, welches ihm gebürte. Das sie nun diesen Mann dort vorne für ihre Entwicklung brauchten stört ihn kein bisschen.
Dennoch würde sich Graham nicht die Butter vom Brot nehmen lassen - mit Ileanas Zustimmung hatte er Aurelius hierher bringen lassen und diesem auch von dem fyonarischen Mädchen aus einer freien Familie erzählt, die dem Prinzen als Sklavin diente. Auch schien er mittlerweile gehört zu haben, wie er Adriana behandelt hatte.
"Sagt" meinte er leise und legte Messer und Gabel zur Seite. "Wie sieht es mit der Landwirtschaft in eurem Land aus, Prinz?"
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Emhir Pars

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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Jan 25, 2015 12:49 am

Selten hatte er eine unangenehmere Situation erlebt, die gleichzeitig derart gewinnversprechend war. Sein Vater hatte ihm einst erklärt dass jeder Sultan zuerst auf eines schauen musste, auf den Wohlstand seines Landes. Denn nur mit Wohlstand konnte es glückliche Bürger, starke Mauern und gute Verbündete geben. All dies baute auf dieser einen Tatsache auf. Und der Chance eben diesen langfristig zu fördern,  war er noch nie so nahe gewesen wie zu diesem Zeitpunkt. Zumeist hatte er zuvor mit kleineren Völkern verhandelt. Inselstaaten die zumeist froh waren, wenn sie überhaupt Lieferanten bekamen. Die großen Handelspartner hatten bereits festgelegte Konditionen, sodass er nicht viel mehr getan hatte als diese noch einmal durchzugehen und gegebenenfalls anzupassen. Hier jedoch hatte er die Möglichkeit, etwas gänzlich Neues aufzubauen und so auch für den letzten Zweifler den Beweis zu liefern, dass er den Titel seines Vaters mehr als würdig war.
Doch die Tatsache, dass die Frau die er geschlagen, zurechtgewiesen hatte auch diejenige war, die die junge Königin als ihre Beraterin in Sachen Magie vorgestellt hatte, hatte seine Euphorie ebenso gebremst, wie die Tatsache dass für Alagäsia nicht nur die junge Frau, sondern auch eine wandelnde Leiche eintrat.
„Wir besitzen fruchtbaren Boden und durch eine enorme Wärme haben wir reichliche und stetige Ernten. Wir exportieren jedoch viel, da wir in so gut wie jedem Jahr einen Überschuss produzieren. Wobei darin vor allem Datteln, verschiedene Getreide Sorten, Kakao und Kaffeepflanzen und von Zeit zu Zeit auch Koka – Blätter. Natürlich auch zahlreiche Gewürze und viele Heilmittel, die wir direkt aus der Natur gewinnen.“
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Graham Drake
Fürst
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Jan 25, 2015 12:59 am

"Eure Ernte verfault also regelmäßig" antwortete Graham und piekste eine der Rosmarinkartoffeln auf, als hätte sie ihm ein persönliches Leid zugefügt. "Durch die enorme Wärme dürften sich Fäulniss und Schädlinge über eure Felder verteilen. Datteln mögen robust sein, sind jedoch nicht sonderlich Nahrhaft und feuchtwarmes Klima dürfte auch euren Lagerstätten nicht gut bekommen" schloss er, ehe er sich die kleine Kartoffel in den Mund schob und zerkaute. Er schmeckte den dezenten Hauch von Rosmarin, ehe er erneut das Besteck zur Seite tat und Emhir erneut musterte, welcher sich ein wenig brüskiert fühlte, was Graham jedoch in keinster Weise kümmerte. Er hatte bereits erfahren, dass der junge Prinz einiges über ihr Land wusste und seine Fühle ausgestreckt. "Vor einigen Jahren kam eine große Seuche über euer Land. Die Coronavirus Mers, begleitet vom gelben Fieber. Ihr musstet eure Leichen verbrennen, aber nicht alle konnten verbrannt werden - nicht alle achteten darauf. Noch immer sind viele eure Felder verseucht und können nicht genutzt werden - da die Seuche ins Wasser kam und sich auf den Feldern festsetzte. Eine Tragödie, für die ich euch mein Beileid ausspreche. Glücklicherweise erwirtschaftet Alagaésia momentan Höchsterträge, höher als jemals zuvor." was nicht zuletzt an einem neuen Bewässerungssystem lag, welches Graham eingeführt und dessen Ursprünge sich in fyonarischer Architektur fand.
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Emhir Pars

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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Jan 25, 2015 1:09 am

„Und euch wird wegen fehlender Konservierungsstoffe das gleiche passieren wie uns, wenn ihr denn keine Abnehmerschaft für eure Erträge findet. Und schon hätten wir einen Punkt, an dem wir ansetzen können.“ Emhir verlor sein Lächeln nicht, aß stattdessen etwas von der fremdländischen Kost, die ihm jedoch reichlich schwer im Magen lag und von der er deshalb nur in geringen Mengen etwas zu sich nehmen konnte. Der Wein hingegen mundete ihm durchaus. Er kannte diese Sorte, zweifelsohne aus Fyonara, die neben ihrem Militär genau dafür berühmt waren. Und das zurecht, denn selbst die Weingärten seines Landes konnten es mit einem solchen Trunk nicht aufnehmen. „Und ich danke euch für euer Mitgefühl. Doch die Seuche wird inzwischen immer und immer besser bekämpft. Und sie brachte sogar einiges an Gutem für mein Land. Unter anderem fand zu dieser Zeit die Medizin einen starken Andrang. Eine Versorgung, in der es an eurem Land momentan mangelt, nicht? Auch Konservierungsstoffe, Gewürze können wir bieten. Darüber hinaus …“
Er aß ein weiteres Stück Fleisch, das man ihm als Hammel vorgestellt hatte. „Haben wir Zuchtpferde die ihresgleichen suchen, bisher jedoch nicht gefunden haben. Und meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass gute Reittiere so gut wie immer rar gesät sind.“
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Graham Drake
Fürst
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Jan 25, 2015 1:18 am

"Wir brauchen Pferde für die Feldarbeit und haben die besten Züchtungen dafür hervor gebracht. Desweiteren haben wir große Vorräte an Salz, die sich als Konservierungsstoffe hervorragend eignen. Dank unseres Handels mit den Zwergen haben wir in den Sommermonaten auch riesige Blöcke aus Eis, welche uns eine hervorragende Lagerung ermöglichen. Kennt ihr Eis, Prinz? Ich habe welches mitbringen lassen, welches gerade in der Küche zubereitet wird" erklärte er gelassen, während er erneut einen Schluck des Quellwassers nahm.
"Aber ich denke, das wir auch Pferde gebrauchen könnten. Und was die Medizin betrifft: Wir haben Gottvertrauen" erklärte er und küsste ein eisernes Zeichen um seinen Hals. Nicht etwa, dass Graham auch nur einen Schilling auf den einen Gott gab. Doch es war immer gut auf Gottvertrauen zu pochen, vor allem da die Kirche in letzter Zeit wieder aktiver geworden war. "Aber wo wir gerade von nützlichen Dingen reden - wir haben zahlreiche seltene Metalle und zugang zu Handwerkskunst, die ihresgleichen sucht" erklärte er. Er griff in seine Tasche und nahm ein goldenes Ei heraus, welches einiges zu wiegen schien und klappte es auf. Innen tickten Zeiger. "Ich habe dies von Handelspartnern erhalten, mit denen ich erst vor kurzem das Bündniss erneuert und erweitert hatte. Dieses Gerät zeigt die Zeit an. Sie nannten es, Chronograph"
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Emhir Pars

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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Jan 25, 2015 1:34 am

„Eine wahrlich interessante Maschine.“ Gestand er, besah sie einen Augenblicklang und ließ sich von dem monotonem „Tick Tack“ „Tick Tack“ in den Bann ziehen. Dann jedoch sah er wieder von dem kleinen Apparat zu Graham. „Unsere Landleute hingegen verlassen sich nach wie vor zu großen Teilen auf ihr Wissen, die Sonne und ihren Stand zu lesen. Schließlich ist sie an fast jedem Tag Stolz am Himmel zu sehen.“ Ein kurzer, betrübter Blick durch eines der Fenster folgte, ehe er weitersprach. „Nun über dies hinaus haben wir selbst zahlreiche Stoffe. Stoffe von einfachen Leinen, die jedem Segler geläufig sind und die ebenso jeder zu schätzen gelernt hat, bis hin zu edelster Seide oder Kaschmir. Ein paar Proben davon brachte ich mit meinem Tross und ich denke, ihr werdet Gefallen daran finden. Doch der wohl wichtigste Faktor, neben guten Pferden, Gewürzen, verschiedenen Landwirtschaftlichen Erträgen und feinen Stoffen ist das Geld.“ Aus seinem Ärmel wurde wenige Augenblicke später eine Münze hervor geholt, welche er mit einer kurzen Handbewegung auf dem Tisch zum Drehen brachte.
„Es gibt ein Sprichwort. Jedes geprägte Stück Gold wird zweimal gedreht. Einmal von dem Händler um sich von seiner Echtheit zu vergewissern. Und zuvor von einem unserer Schatzmeister, um sie zu begutachten.“ Die Münze drehte noch einen Augenblick lang und fiel dann mit einem leisen, metallischen Scheppern seitlich auf den Tisch. „Wir können euch Geld für eine neue Infrastruktur liefern und würden euch dazu noch dabei unterstützen, die Kosten für mögliche Bauarbeiten möglichst gering zu halten. Denn ich nehme an das der Schritt, eine Magierakademie zu gründen, nur der erste Schritt eines langen Ausbaus war, oder irre ich mich? Handwerksutensilien, Arbeitskleidung, ja selbst Waffen für die Wachen. Wir bieten euch dies sogar zu einem vergünstigten Preis an, zusammen mit einer hohen Auslage von Gold um euer Land erblühen zu lassen.“
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Jan 25, 2015 1:42 am

"Und damit gleichzeitig auch für die Abhängigkeit eines zuvor freien Landes zu garantieren und in einer mächtigen Position zu sein, sollte Alagäsia sich dazu entscheiden, sich von euch abnabeln zu wollen und sie unter Druck setzen zu können", schlussfolgerte Aurelius lediglich, welcher bislang dem Gespräch nur schweigend zugehört hatte, um sich eine ganz eigene Meinung der Ereignisse zu bilden, die bislang hier stattgefunden hatten. Graham hatte ihm von den Zwischenfällen und dem Reich der Drei Sonnen berichtet, Adriana hatte ihm von Emhirs Verhalten berichtet, davon, was er von Frauen hielt und dass er es gewagt hatte, die Hand gegen sie zu erheben und Alvias hatte keine Sekunde ausgelassen, um sich über die Arroganz und den Stolz des Fremdlings zu beschweren, dessen Land er am Liebsten versunken sehen wollte. Nun saßen sie bereits seit ein paar Stunden im Speisesaal und unterhielten sich über die Handelsbeziehungen zu einem Land, das weder besucht worden war, noch über die sie mehr Informationen als unbedingt notwendig hatten - allein das war bereits einer der Gründe dafür, aus dem Aurelius an der Ehrbarkeit des fernen Landes zweifelte.
"Es liegt natürlich nicht in meiner Absicht Euch zu brüskieren, Prinz Emhir, allerdings werdet Ihr die Vorsicht verstehen mit der an Handelsbeziehungen gearbeitet werden muss. Schließlich gibt es genug schlechte Vorbilder solcher Verbindungen und wenn mich nicht alles täuscht, ist es Eurem Reich ebenso an einem Frieden gelegen, wie unseren Ländern", setzte er hinzu und lehnte sich ein Stück weit zurück, das Gesicht des Jüngeren sorgsam im Auge behaltend und nicht eine einzige Miene verziehend ehe ein schlichtes "Und nun steckt die Münze weg. Hier gibt es niemanden, den Ihr bezahlen müsst."
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Emhir Pars

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BeitragThema: Re: Speisesaal   So Jan 25, 2015 2:56 pm

Er tat reichlich schnell wie ihm geheißen, nahm mit einem einzigen, schnellen Handgriff wieder die Münze vom Tisch und wandte sich daraufhin an Aurelius. „Eine Abhängigkeit herbeizuführen liegt meinem Land keinesfalls im Sinn. Es liegt allein im Erfahrungswert das sich große Investitionen meist für beide Seiten, Geldnehmer wie auch Geldgeber rentieren. Doch sind all dies nur Vorschläge, Ideen und mögliche Angebote. Niemand ist verpflichtet sie einzugehen.“ Der plötzliche Scharfsinn des Mannes, denn er eigentlich nur in Militärfragen für fähig gehalten hatte, verwunderte ihn. Natürlich hatte er, wie wohl jeder in den letzten Jahren von dem berühmten Aurelius de Gaweia gehört. Derjenige, der sein eigenes Staatssystem ausgehebelt hatte, nur um es im gleichen Zuge zu übernehmen und sich die Loyalität jedes einzelnen Bürgers mit kriegerischen Siegen erkauft hatte, wie man sie eigentlich nur aus Geschichten kannte. Doch dumm war es keinesfalls. Das Volk, egal welches, liebte Siege und von denen gab Aurelius ihnen momentan so viel, dass sie vermutlich in einem regelrechten Rausch an Patriotismus leben mussten. Nein, dumm war dieser Mann keinesfalls und die Titel die man ihm inzwischen durch seine Errungenschaften gegeben hatte, „der Große“ oder „Mann des Volkes und der Völker“ waren nicht zu Unrecht in der Mundpropaganda aufgekommen.
„Doch selbst wenn wir die Goldlieferungen beiseitelassen …“ Lenkte Emhir schließlich wieder ein. „Kann ein Handel beiden Seiten große Vorteile bringen. Ihr besitzt zahlreiche wirtschaftliche Erträge die, das gebe ich gerne und ehrlich zu, länger haltbar sind und einen hohen Nährwert bieten. Wir hingegen können Rassepferde, Tücher, Edelsteine, verschiedenste Tierarten, zahlreiche geschulte Arbeitskräfte und medizinische Utensilien bieten. Darüber hinaus einzigartige kulinarische Vielfalten und einen, nun nennen wir es Freundschaftserlass für alle Waren an Handwerksgegenständen und Waffen, so es euch denn bliebt.“
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