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 Leandras Gemächer

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Emhir Pars

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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Di Jan 27, 2015 11:51 pm

Das Knacken eines Knochens war zu hören und in eben jenem Moment hielt Emhir die Luft an. Er sah nicht zu ihr, fühlte jedoch sehr wohl das leichte Zittern in ihrem Atem. Und eben dieses Zittern brachte ihn dazu, sie weder weiterzuverkaufen, noch zu geißeln oder an einen Pfahl zu binden und Hunger und Durst leiden zu lassen. „Die Lehrer die ich dir gab waren scheinbar zu bestrebt, dir wahrhaftig etwas beizubringen.“ Fing er schmunzeln an und legte seine Stirn dann gegen die dicken Kissen, wodurch seine Stimme leicht gedämpft wurde. „Doch die Argumente die du Ansprichst kann man nicht übersehen. Und deine Treue stelle ich nicht in Frage, einzig dein Glaube darüber, wie viel Mitbestimmungsrecht du hast, lässt mich meiner Verpflichtung als Herr wahrlich nachgehe. Doch du dienst mir, wenn auch nicht immer auf dem konventionellen Weg. Allerdings ist eben dieser Weg auch der, der meinen Vater so weit in die Dunkelheit getrieben hat …“
Ein weiterer Knochen kannte, und er unterdrückte einen leisen Fluch in einem der Kissen, ehe er durch das danach aufkommende, wohlige Gefühl ein erneutes Lächeln zeigte. „Was a … also schlägst du vor, wenn du dich bereits erdreistest, einen Verdacht auszusprechen? Soll ich nach meinem Vater auch meinen Bruder töten?“
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Leandra Farro

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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Mi Jan 28, 2015 12:28 am

Ihr Herz schlug heftig gegen ihre Brust während der ersten Momente, in denen Emhir geschwiegen hatte und Leandra hatte bereits damit gerechnet, dass er sie schlagen oder ihr noch Schlimmeres antun würde, doch als nichts davon der Fall war, atmete sie erleichtert auf. Noch immer rauschte das Blut in ihren Ohren, brannte in ihren Adern und bescherte ihr dröhnende Kopfschmerzen, die sich bis zu ihrem Kiefer ausbreiteten und von denen sie trotz alledem nicht ein einziges Wort sagen wollte, weil sie sich nicht noch mehr herausnehmen wollte, als sie es sowieso schon tat. Sie hatte durchaus das Lob gehört, welches er ihr zuteil werden ließ - das Lob angesichts jener Lehrer, die er ihr geschickt hatte und bei denen sie weit mehr gelernt hatte als  nur das unterwürfige Verhalten einer Sklavin, wie es ihr gebührte. Es waren weise Männer gewesen, die ihr beigebracht hatten, wie das Leben bei Hofe funktionierte, wie sie sich selbst als Teil als dessen ansah und welche Rolle sie zu spielen gedachte bis man ihr eine neue Situation gab, in welcher sie sich zurecht finden musste. Dieses Spiel, das Geplänkel, das sie zuvor niemals begriffen hatte, schien jetzt, wo Emhir die Rolle seines Vaters übernahm, wichtiger als jemals zuvor zu sein und so seufzte Leandra leise und hielt in ihren Berührungen inne.
"Nein ... aber Euer Bruder ist mehr, als er Euch sehen lässt und weit listiger als er die Welt um ihn herum glauben macht. Lasst nicht zu, dass die Palastwachen verstärkt werden, denn dadurch gebt Ihr ihm noch mehr Macht in die Hand, die für Euch gefährlich werden kann, ganz abgesehen davon, dass es für die Abgesandten so wirken wird, als würdet Ihr einen Angriff ihrerseits befürchten. Der Ring, den er Euch geben wollte ... lasst ihn überprüfen, nur zur Vorsicht, und gebt ihm nicht alles in die Hand, ohne es selbst zu kontrollieren. Ihr seid der Erstgeborene des Sultans, seine Stimme und seine Kraft - lasst nicht zu, dass Euer Bruder Euch das fortreißt."
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Emhir Pars

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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Mi Jan 28, 2015 12:39 am

„Du weißt dass jeder andere für diese Worten hängen würde? Wenn du schon Integrieren willst, dann solltest du es zumindest so tun, dass niemand etwas davon mitbekommt. Doch sei’s drum, recht hast du, dass muss ich dir zugestehen.“ Er fühlte erneut, wie ihn eine starke Müdigkeit überkam und seine Augen schlossen sich alle paar Sekunden, bis er sich diesem drang schließlich hingab, doch versuchte er zumindest durch das Gespräch den Geist wach zu halten. „Ich kann nichts deine Worte sagen, denn sie scheinen mir zu wahr als dass ich sie abstreiten könnte und ich bin niemand, der sein Ego beweihräuchern will. Was ich will ist etwas aufzubauen, woran sich die Menschen noch in tausenden von Jahren erinnern werden. Und wer weiß, vielleicht erinnern sie sich später sogar an dich, wenn du so weitermachst?“
Er störte sich wenn er ehrlich war nicht einmal daran dass sie ihm derart oft und heftig widersprach, doch mochte dies vor allem daran liegen, dass er nach dem Liebesakt ausgelaugt war und nun in einem halben Dämmerzustand unter ihr lag und ihre weichen Hände immer wieder an seinem Rücken spürte. „Du hast gewonnen. Ich werde meinen Bruder auf eine Rundreise durch das Land schicken. Wenn es derartige Probleme mit den Kalifen gibt, so werden wir in Erfahrung bringen, was genau sie so verstimmt. Und die Stadtwachen … ihre Zahl wird nicht erhöht."
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Leandra Farro

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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Fr Jan 30, 2015 8:44 pm

Verdattert blieb Leandra auf ihrem Platz sitzen und richtete ihren Blick hinüber zu dem großen Fenster, wo ein braun gefiederter Vogel auf dem Balkon saß und sie noch einmal aus bernsteinfarbenen Augen anblickte während die langen, weißen Vorhänge in der kühlen Nachtluft flatterten. Sie hörte sein Kreischen ehe er die Flügel ausbreitete und sich in die dunkle Nacht aufmachte, die im Palast nur von den Fackeln durchbrochen wurde, die die Wachen errichtet hatten, um die Hallen zu erleuchten. Ihr Kopf schmerzte noch immer, ihr Kiefer tat weh und alle Erinnerungen, die sie zuvor noch gehabt hatte, schienen in ihrem Geist durcheinander gewirbelt zu sein - aus dem Konzept gebracht und waren ein paar davon wieder nach vorn gerissen worden, die ihr zuvor noch vollkommen unwichtig erschienen waren, waren andere beinahe gänzlich in der Versenkung verschwunden. Langsam ließ sie sich zurück in die weichen Kissen sinken und schob ihre Arme über den Kopf, verbarg das Licht in ihren Gemächern vor ihren Augen und betete darum, dass der Schmerz bald wieder nachlassen würde, der ihr immer wieder die Tränen in die Augen trieb.
Sie wusste noch, wer sie war und wie sie hierher gekommen war, wusste noch, dass Emhir sie hier eingesperrt hatte als sich die Gesandten angekündigt hatten, damit niemand sie zu Gesicht bekommen konnte und was ihr blühen würde, wenn sie die Wahrheit sagen würde - dass die Gesandte aus Alagäsia hier gewesen war in Gestalt eines braunen Falken, in ihren Gedanken gewesen war und alle Feinheiten hervor gerissen hatte, die Leandra ihr nicht hatte Preis geben wollen. Der Widerstand jedoch war zwecklos gewesen - sie war zu mächtig gewesen und Leandra selbst hatte zu viel Angst davor, sie könne sie umbringen, so dass ihr letztlich nichts anderes übrig geblieben war als es geschehen zu lassen - was übrig geblieben war, waren beißende Kopfschmerzen, die sie leise schluchzen ließen. Ihre langen Haare, die vor ihrem blassen Gesicht und auf den zitternden Lippen lagen, kitzelten sie und unwirsch wischte Leandra sie wieder fort ehe sie sich die Decke über den Kopf zog und sich ein Stück weiter zusammen kauerte. Sie wusste es - sie wusste alles über das, was hier vorgefallen war und was wichtig gewesen war, welche Absichten der kleine Bruder hatte und welche Meinung Emhir in Wahrheit über die Länder besaß, was er vor hatte und wie er seinen Vater ausgeschaltet hatte - sie würde alles gegen ihn benutzen können, ihn unter Druck setzen können und Beweise vorlegen können und das allein wegen ihr, nur weil sie sie in ihren Geist gelassen hatte.
Da war jedoch noch etwas anderes gewesen - eine leise Stimme in ihrem Geist, die ihr geraten hatte, sie müsse sich widersetzen und nicht alles über sich ergehen lassen. Eine Stimme, die ihr Hilfe versprochen hatte, solange sie hier war und die auf ihrer Seite stand, ihr Wärme und Hoffnung auf ein besseres Morgen gegeben hatte - Worte, die seltsam tröstlich für die junge Sklavin gewesen waren, die sich jetzt von einer Seite zur nächsten wandte, weil die Pein nicht nachlassen wollte.
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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Fr Jan 30, 2015 9:00 pm

Er hatte nicht unterschrieben - er hatte ihn hinaus komplementiert und ihm gesagt, dass er es sich noch einmal überlegen würde. Er würde es sich nicht überlegen - Emhir würde versuchen ihn auszuschalten um seinem Herren eine eindeutige Botschaft zu senden. Doch es gab noch einen weiteren Schwachpunkt in dieser Kette - auch das hatte sein Herr ihm mitgeteilt. Erneut würde er nicht an den Wachen vorbei kommen, vor allem nicht, da hier nicht der Bruder des Prinzen mitspielen würde. Garaenar Maenlarys verlor langsam die Geduld in diesem Reich - vor allem Angesichts der Tatsache, dass der baldige Sultan keinerlei Kompromiss einzugehen bereit war.
Der hohe Spiegel, welchen Emhir über dem Bett der Sklavin hatte anbringen lassen wurde mit einem mal milchig, ehe er lange Fäden zu ziehen schien. Das ganze Glas schien seine Form zu verlieren und nach unten durchzuhängen, bis hinab auf den Boden. Der Spiegel glänzte wie eine Ölpfütze im Sonnenlicht und zog sich langsam wieder in seine normale Form zurück, ließ jedoch auch Garaenar in dem Raum. Seine kräftige Hand packte die Sklavin am Mund und hielt ihr diesen zu. "Nicht schreien oder ich brech dir das Genick. Wenn du verstanden hast, nicke einfach"
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Leandra Farro

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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Fr Jan 30, 2015 9:07 pm

Im ersten Moment hatte Leandra schreien wollen als der fremde Mann plötzlich in dem Raum aufgetaucht war, doch noch bevor sie einen einzigen Laut über die Lippen bringen konnte, hatte der Fremde ihr die Hand auf den Mund gepresst und verhinderte damit ihren erschrockenen Schrei. Sie wusste nicht, wie er aus dem Spiegel gekommen war, warum dessen Oberfläche mit einem Mal milchig geworden war, geschweige denn aus welchen Gründen er überhaupt zu ihr gekommen war oder von ihr wusste, aber all das war vollkommen belanglos geworden angesichts der Drohung, die der Fremde ausgestoßen hatte. Sein Gesicht glänzte dunkel, die Augen funkelten bedrohlich, selbst wenn der Blick dort hinein von den schwarzen Haaren verborgen wurde - Leandra glaubte noch immer etwas wie Mordgier darin zu entdecken. Ihr Herz schlug kräftig gegen ihre Brust, als die Furcht sie lähmte und noch immer schien ihr gesamter Kopf bersten zu wollen, aber sich zu wehren fiel ihr in diesem Moment nicht ein und so nickte sie lediglich langsam, in der Hoffnung, es wäre genau das, womit der andere gerechnet hatte.
Nur langsam löste sich die Hand wieder von ihrem Mund und Leandra rutschte panisch ein Stück weiter auf dem Bett nach hinten bis sie die Lehne hinter sich spüren konnte, die ihr bewies, dass sie nicht weiter zurück konnte. Dort draußen waren die Wachen, aber bis zur Tür würde sie nicht kommen, dessen war sie sich sicher - der Fremde würde sie aufhalten und töten, wenn sie es nur versuchte und so blieb ihr nichts anderes übrig als stumm zu verharren und darauf zu warten, dass er ihr mitteilte, was genau er von ihr wollte.
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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Fr Jan 30, 2015 9:15 pm

"Diese Worte wirst du schon mehr als einmal von deinem Herren gehört haben, nicht wahr?" fragte er leise, wenngleich sein Tonfall auch in keinster Weise an eine Frage glauben ließ. Das Mädchen vor ihm war jung und hübsch und beinahe tat es ihm Leid was er hier tat, jedoch gab es keine andere Möglichkeit. Emhir hatte es so gewollt und wenn der Plan seines Herren Erfolg haben sollte, dann mussten opfer gebracht werden. "Wie oft schlägt er dich?" fragte er leise und eindringlich, während das Pyrheliometer um seine Hüfte herum heftig zu zucken begann. "Magie rückstände und nicht meine.. . Die Phasenumwandlung schwingt auf einer anderen Frequenz" er sah die Jüngere an.
"Was ist hier drin geschehen?" fauchte er schließlich und lehnte sich gegen die Säule des Himmelbettes. "Sprich schon"
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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Fr Jan 30, 2015 9:23 pm

Leandra starrte den anderen lediglich an und war zu keiner einzigen Antwort bereit - ihr Puls raste, ihr Atem glitt nur noch kurz und flach über ihre zitternden Lippen und die blasse Hautfarbe der Sklavin war längst wächsern geworden. Seine Worte begriff ihr benebelter Geist noch nicht einmal vollständig, so dass ihr nichts anderes übrig blieb als konsterniert und panisch zu bleiben und damit einfach gar nichts zu tun. Die Stimme hallte noch immer in ihrem Geist wieder, die freundliche Stimme, die ihr versprochen hatte, sie würde zu ihr stehen und ihr dazu geraten hatte, sie müsse nur Widerstand leisten und sich selbst nicht unter dem Joch der Männer dieses Landes einfach aufgeben. Wenn er ihr doch das Genick brechen würde, wenn sie schrie oder um Hilfe rief, wenn er von ihr nicht die Antworten erhielt, die er sich erhoffte ... sie hing an ihrem Leben, so verflucht und undankbar es auch noch seien mochte und so viele Schmerzen es ihr bereits bereitet hatte, aber der Tod, den sie bereits zu oft gesehen hatte, ängstigte sie weit mehr als das, was sie in den Händen ihres Herrn erwarten würde.
"Nichts ...", war dann schließlich nach einer schieren Ewigkeit doch ihre einzige leise Antwort, zu der sie im Stande gewesen war ehe sie den Blick wieder von ihm abwandte, die Augen hinunter auf die Bettdecke richtete, auf der sie saß und in der sie ihre Finger inzwischen verkrampft hatte bis ihre Gelenke schmerzten. Sie wollte ihm nichts von der Dame erzählen und davon, welche Erinnerungen aus ihrem Geist heraus gerissen worden waren, weil sie sich davor fürchtete, er könne zu Emhir gehen und sie gleichzeitig dort verraten.
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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Fr Jan 30, 2015 9:29 pm

"Nichts... gut" erwiderte Garaenar, der Klug genug war zu wissen, wann er nichts aus einem anderen heraus bekommen konnte. Sie hatte furchtbare Angst, das wusste er und er musste dafür sorgen, dass ihre Angst ihm gegenüber entweder jeglicher anderen Angst überwog, oder aber ihm gelang es ihre Angst in Wut zu verwandeln. EIne Wut, die wie eine hell leuchtende Flamme über alles hinweg brennen würde.
"Du bist hier nicht mehr sicher, nicht wenn Emhir Sultan ist und er mehr Frauen haben kann. Er wird dich fortschaffen und dich töten lassen, da du zu viel weißt" erklärte er und nahm ihr feines Gesicht zwischen seine Hände. "Verstehst du das? Er wird dich weiterhin schlagen. Er wird dich weiterhin missbrauchen. Er wird dir niemals Frieden schenken und er wird für dich niemals mehr empfinden als für eine Topfpflanze! Er wird dich umbringen, wenn du dich nicht von ihm befreist" erklärte er ihr. "Was auch immer hier vorgefallen ist - er wird dich dafür bestrafen, vielleicht sogar töten." er zog einen Dolch aus seiner Scheide und drückte diesen Leandra in die Hand. "Es sei denn, du befreist dich von ihm. Ermorde ihn wenn er sich heute zu dir gesellt. Verstecke dieses Messer unter deinem Kissen und befreie dich! Meine Freunde und ich werden dich hier raus bringen. In Sicherheit bringen und niemand wird dich umbringen. Niemand wird dich schlagen. Verstehst du das?"
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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Fr Jan 30, 2015 9:38 pm

Vollkommen konsterniert ließ Leandra ihren Blick hinab auf die Klinge wandern, die der andere ihr gerade in die Hand gedrückt hatte und der mit der Klinge auf den Fremden gerichtet war, der hier vor ihr saß und ihr davon erzählte, dass Emhir sie eines Tages ermorden lassen würde. Sie wusste nicht, was sie tun sollte - ob sie die Hand ausstrecken sollte und zustechen sollte, ob sie das Angebot annehmen sollte oder die Waffe einfach zur Seite werfen. Emhir war ihr Herr, er hatte sie vor Jahren von seinem Vater geschenkt bekommen und seither war er immer hier gewesen - jeden Tag, jede Nacht, in jedem Land, in das er sie mitgenommen hatte. Er würde sie nicht einmal dem Tode überantworten, hatte er einst gesagt, sie hatte für ihn seinen Vater zu ermorden versucht, damit er zum Sultan werden konnte und sie hatte ihn vor dem Verrat durch seinen Bruder gewarnt. Fünf Jahre ihres Lebens verlangte nun dieser Fremde einfach von ihr fortzuwerfen, indem sie den Mann ermordete, der ihr Gemächer und Bildung ermöglicht hatte. Er brauchte sie, er brauchte ihre Unterstützung und ihre Anwesenheit - sie konnte ihn nicht einfach so verraten und im Stich lassen. Es würde ihm doch schlecht gehen, wenn sie jetzt einfach so ging und so schlecht ging es ihr hier doch gar nicht.
Die hellen Augen der Sklavin glitten hinauf zu dem Fremden, der ihr vor ihr saß und sie schüttelte den Kopf, warf den Dolch von sich und klirrend landete er neben der Tür während sie sich erneut vor ihm zurück zog. Der andere war böse - er wollte sie von hier fortreißen und alles vernichten, was hier ihr Leben war. Sie wusste nicht, ob es bei ihm besser werden würde, ob er sie in die Freiheit oder nur in den Tod führen würde und so schüttelte sie erneut den Kopf und verweigerte sich seinem Angebot.
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BeitragThema: Re: Leandras Gemächer   Fr Jan 30, 2015 9:50 pm

Er hätte es ahnen sollen. Hätte ahnen sollen, dass das Mädchen gebrochen war. Er richtete noch einmal das Pyrheliometer auf sie - es schlug nicht aus. "Verdammt" zischte er leise. Sie hatte keinen Tropfen Magie in sich und es war zu wenig Zeit sie nun mit Magie aufzuladen. Und selbst wenn gab es momentan keine Möglichkeit ihr eine Sigille zu tätowieren. Sie durch den Spiegel zu ziehen, würde sie das Leben kosten und ihnen nichts bringen.
Er schüttelte den Kopf - er hatte sich hier gänzlich verschätzt und nun keine Möglichkeit seinen Fehler rückgängig zu machen. Er stand noch einmal auf und nahm den Dolch auf, während er sich zu ihr umwandte. "Vergiss das ich hier war" sagte er mit Befehlsgewohnter, harter Stimme deren reiner Klang bereits Schläge androhte. Er musste seinen Herren informieren, wenn er nicht wollte, dass ihm hier alles entglitt.
Erneut machte er einige Schritte nach vorne, ehe der Spiegel sich über ihn stülpte und er verschwand.
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