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Der Erzähler
Spielleitung
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BeitragThema: Bibliothek   So Aug 24, 2014 8:13 pm

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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 7:12 pm

Das Treffen mit Lucrezia, ihr Leid über den Schüler, der ihr so sehr weh getan hatte, steckte ihr ebenso sehr in den Knochen wie Aikos plötzliche Abreise, der nur wenig später auch Elijah gefolgt war. Inzwischen war der Gefährte wieder gemeinsam mit Edmure zurück auf Beirland und sie selbst war allein in Ceunon geblieben, gemeinsam mit einem Heer voller misstrauischer Adligen, einer angeschlagenen jungen Königin und deren halsstarrigen Vorfahrin, die das junge Mädchen nicht aus den Augen ließ während Lucrezia sich wieder der Magierakademie gewidmet hatte, nachdem Adriana ihr versprochen hatte, sich umgehend um den Schüler zu kümmern, der sie so dermaßen vorgeführt hatte und nicht zuletzt aus eben diesem Grund hatte sie den Weg hinüber in die Bibliothek genommen und schob nun langsam die großen Flügeltüren auf.
Stille drang ihr entgegen, die nur durchbrochen wurde von dem leisen Blättern der dicken Buchseiten und eben jenes Geräusch ließ ein sanftes Lächeln auf ihren Zügen erscheinen. Es erinnerte sie an Elijah - erinnerte sie an die zahlreichen Stunden, in denen sie den Gefährten in seiner eigenen Bibliothek gefunden hatte, die Nase tief in Büchern fremder Sprachen gesteckt, um das Wissen daraus wie ein Schwamm aufzusaugen. Doch statt Elijahs dunkler Augen blickten ihr hier die mandelförmigen Augen eines anderen Mannes entgegen, der den Blick gehoben hatte. "Hisoka", begrüßte sie den jüngeren Bruder des Kaisers mit einem sanften Lächeln auf den Lippen und neigte sacht den Kopf ein Stück vor ihm ehe sie sich zu ihm begab und sich auf einen der Sessel sinken ließ, die den großen Raum säumten.
"Die Bibliothek bedeutet oftmals Ruhe vor der ganzen Hektik dort draußen ...", erklärte sie leise ihre Anwesenheit und zuckte mit den Schultern, als wären es soeben nur Belanglosigkeiten, mit denen sie begonnen hatte. "Oftmals ist das hier der einzige Ort, an dem ich auch ich sein kann und mich nicht unter Forderungen und Erwartungen beugen muss, die mich zwingen unehrlich zu sein, nur damit andere etwas von mir hören, was sie hören wollen ...", setzte sie nach und griff nach einem der Bücher, die auf einer kleinen Anrichte lagen, ließ ihre Finger über den alten Einband gleiten und schlug dann das Buch auf. "Aber ich bin mir sicher, dass Ihr all das kennt ... wobei ich, wenn ich ehrlich bin, mir ebenso wenig wünsche mit Euch zu tauschen. Aiko als Bruder muss furchtbar sein ..."
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 7:34 pm

Die Bücher hatten ihm, zu seiner eigenen Verwunderung ein erstaunliches Maß an Ruhe geschenkt. Die fein gearbeiteten Inschriften auf den Einbänden und die, oftmals befremdliche Prosa in den Seiten hatte ihn schlussendlich so fasziniert, dass er einen der Diener darum gebeten hatte, sein Essen in die Bibliothek zu bringen, ebenso wie eine ganze Kanne an Tee. Das Essen, wie auch die Kanne waren inzwischen geleert und die, mit jeder Seite dünnen Pergaments geschickter werdenden Hände Hisokas, glitten fasziniert über die Buchstaben wenn er an einer Passage Halt machte, die er nicht ganz verstand. Oftmals holte er einen der Verwalter dieses großen Archives zu rate, um nach der Bedeutung gewisser Formulieren und der Bedeutung einiger Wortspiele zu fragen. Er hatte die Sprache dieses Volkes erstaunlich schnell verinnerlicht, sprach sie jedoch noch immer nicht wie seine eigene Heimatsprache. Er verstand den Inhalt dieser Seiten zweifellos, konnte inzwischen sogar Abhandlungen über die Anatomie der hier lebenden Tiere lesen, doch es gab immer wieder einige wenige Worte, die er in ihrem Zusammenhang nicht verstand. Eine weitere Sache in der sein Bruder weitaus besser war als er.
Als er gerade damit beschäftigt war sich in den „Geschichten eines halben Jahrhunderts Poesie“ zu vertiefen, ein reichlich seltsames und zeitweise recht anstößiges Werk von einem gewissen Jaskier Hahnenfuß, sah er, das er, bis auf die alten Greise die stets die Bücher neu sortierten, nicht mehr allein in der großen Bibliothek war. Er schlug das Buch ohne jeden Zweifel zu. Zwar hatte ihn gerade diese Anstößige Ader des Autoren auf dieses Buch Aufmerksam gemacht und ihn eben diese, teilweise sogar schundhaften Sätze hatten diese Lektüre schließlich zu einem seiner Favoriten gemacht. Doch die Gesprächspartnerin die ihm gerade gegenüber stand und so derart mit Empathie und daraus resultierender Sympathie begeisterte, war bei weitem interessanter.
„Es ist … nicht immer einfach, das mag wahr sein. Guten Abend.“ Er setzte den letzten Teil des Satzes schnell, fast holpernd an als er merkte, dass er bisher nicht einmal eine Begrüßung von sich gegeben hatte.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 7:46 pm

"Entschuldigt, wenn ich Euch gerade ein wenig überfahren haben sollte - das lag keineswegs in meiner Absicht", entschuldigte sich die Zauberin lediglich mit einem einnehmenden Lächeln auf den Lippen und lehnte sich auf ihrem Platz ein Stück weit zurück während sie ihre bernsteinfarbenen Augen noch einmal über den jüngeren Bruder des Kaisers wandern ließ. Hisoka war bisher immer ein wenig unter der Aufmerksamkeit des Hofes hinweg getaucht, bislang hatten sich nur wenige Höflinge mit ihm befasst und jene Damen, die sein Interesse geweckt hatten, waren zumeist jene, die er am Ende der Nacht bezahlte - im Grunde tat er ihr leid dafür, dass er mit einer eben solcher Familie gestraft worden war. Aiko war ein Mann, der stets mit dem Besten aufgetrumpft hatte - der in Aurea Kaiser geworden war und nun nach Alagäsia eingeheiratet hatte, zwei Reiche miteinander verbunden hatte und der mächtigste Magier des fremden Landes war. Für Hisoka selbst würde dort nicht viel Raum bleiben und als ihre Augen die seinen striffen, erkannte sie die Traurigkeit darin, die sie für einen kurzen Moment lang einnahm und Mitleid mit ihr aufglimmen ließ.
"Ich hatte trotz alledem nicht damit gerechnet, Euch ausgerechnet hier zu finden, Hisoka, aber wie es scheint, denken wir bei den Orten der Ruhe an denselben, nicht?", setzte sie nur wenig später hinzu um das Gespräch nicht vollkommen im Sande verlaufen zu lassen. "Darf ich fragen, was Ihr lest? Ich weiß leider nur sehr wenig über Euch und mit Eurer Erlaubnis würde ich das gern ändern. Ihr scheint bei Weitem interessanter zu sein als es Euer Bruder ist."
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 8:05 pm

Fast peinlich berührt über die Frage was er denn lese, legte er eine Hand so unauffällig er nur konnte über den Einband des kleinen Buches. Sicherlich erwartete sie von Jemandem wie ihm, der aus einem so hohen Haus kam etwas viel geistreicheres. Das Dilemma in dieser Situation war, das er sich über den Tag hinweg durchaus mit verschiedenen Dissertationen medizinischer und wissenschaftlicher Natur befasst hatte, wobei die meisten Verfasser Gelehrte waren, Mönche die ihren Lebensabend mit der Zeit des Studiums verbracht hatten. Nur die wenigstens waren junge Männer die die Welt erforschen und ihr Wissen mit anderen Teilen wollte. Ein Fakt, über den er im ersten Moment derart geschockt war, das er selbst an der Aussage der Bibliothekare gezweifelt hatte. „Und der Ort der Ruhe? Nun wahrhaftig. Wisst ihr, mein Volk – das Volk meines Bruders, es hat eine tiefe Verbundenheit zu der Natur, selbst die meisten unserer Bauten werden mit Teilen von Natur versehen. Gärten und seien sie auch nur zur Zierde sollen die Besucher eines solchen Ortes Beispielsweise besuchen. Denkt bitte nicht falsch von mir, ich liebe und verehre die Kultur meines Heimatlandes. Doch die festen, beschlagenen Regale und die Wärme und der Schutz der von diesen Mauern ausgeht hat etwas in sich, das unmöglich an einem vorbei gehen kann. Nicht einmal an Jemanden, der nicht aus diesem Land stammt.“
Er verlor seinen Blick in der Umgebung, doch scheinbar einen Augenblick zu lang, denn just in diesem Zeitpunkt rutschte das Buch nach unten und fiel ihm, aus den Händen, direkt auf den, zwar vom Staub befreiten, aber dennoch durch den alten Stein angerauten Boden. „Nun…“ Er wusste um die schnelle Auffassungsgabe der Zauberin und wusste zeitgleich ebenso gut, dass es sinnlos sein würde den Titel des Buches weiter gehen halten zu wollen. „Ein halbes Jahrhundert Poesie.“ Wenn er sich nun dieser Peinlichkeit stellen musste, so zumindest mit genug Anstand und Würde, das er in gewissem Maße Souverän wirkte, das war eine der ersten Dinge die sein Vater ihn gelehrt hatte, als er daran gescheitert war, es dem hohen Beispiel seines Bruders gleich zu tun.
„Mir ist bewusst dass dies nicht unbedingt die Lektüre ist, die für Jemanden meines Standes angemessen ist doch … muss ich zugeben dass der Autor, so dreist er mit seinen Formulierungen auch sein mag, doch moderner wirkt als die meisten Schriftsteller meines Landes.“
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 8:13 pm

"Jaskier Hahnenfuß, nicht wahr?", fragte sie lediglich mit einem weichen Lächeln auf den Lippen und beugte sich ein Stück hinab, um das Buch nur wenig später wieder aufzuheben und es Hisoka hinüber zu reichen. "Ich mag ein paar seiner Stücke recht gern und ich höre viele der alten Lieder und Gedichte, die der einstige Barde für die Ewigkeit aufgeschrieben hat. Wusstet Ihr, dass sein wahrer Name Aurelius von Hohenzollern war und er lediglich der Ehe entfloh, um seiner wahren Berufung nachgehen zu können", setzte sie noch nach und schüttelte den Kopf, schob sich ein paar der dunklen Locken zurück über die Schultern und streckte dann schließlich eine Hand aus, um sie Hisoka behutsam auf den Arm zu legen, nachdem sie seine Unsicherheit in seinen Augen erkennen konnte. Er hatte wohl wahrlich damit gerechnet, dass sie von ihm dasselbe hochtrabende und nichtssagende Gerede erwartete, wie es Aiko stets von sich gab und worüber sie sich bereits mehr als nur ein einziges Mal amüsiert hatte, wenngleich sie es dem jungen Kaiser auch nie offen gezeigt hatte - es machte Hisoka auf eine gewisse Art sympathisch, dass er sich schüchterner und zurückhaltender gab.
"Ich habe mir ehrlich gesagt eine ganze Weile lang Gedanken darum gemacht, wie es wohl in Aurea aussehen muss und wie anders es doch zu Alagäsia sein muss, es erscheint mir doch wenig reizvoll und vor allem sehr unsicher, mich nicht auf feste Steinwände verlassen zu können, die mich vor meinen Feinden schützen, in dieser Hinsicht muss ich Euch durchaus zustimmen", griff sie dann das vorangehende Gesprächsthema noch einmal auf. "Vielleicht werdet Ihr mir eines Tages ja einmal Euer Heimatland zeigen, Hisoka, wenn Ihr diesen Wunsch nicht als zu vermessen anseht", ließ sie folgen und schlug beinahe verlegen die Lider ein Stück weit nieder, nur um einen zarten Rotschimmer auf ihre Wangen zu bringen, der von der Dreistigkeit herrührte, die sie soeben angeschlagen hatte.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 8:39 pm

Der plötzliche Rotschimmer der auf ihrem Gesicht mir einem mal zu erkennen war, brachte ihn selbst in Verlegenheit, wobei er nicht einmal genau wusste warum. Vielleicht war es dem Umstand geschuldet, dass er der Auslöser eben diesen Rotschimmers war. Es war eine unausgesprochene Tatsache, der sich Hisoka jedoch selbst durchaus bewusst war, das er bisher nur mit wenigen Frauen wirklichem im ruhigen gesprochen hatte. Entweder waren es Frauen gewesen die er für den Liebesdienst bezahlt hatte, oder aber er hatte kurze, knapp angebundene Plattitüden mit ihnen ausgetauscht. Doch etwas Wirkliches von sich Preis gegeben und seien es nur solche Lappalien wie das Interesse an einem anstößigen Buch, hatte er bisher kaum von sich. Die einzige Person mit der er seit seiner Kindheit an jeden Gedanken geteilt hatte, war seine Schwester, sein Zwilling gewesen doch hatte man sie schließlich in ein Kloster gebracht und so zwischen dem Band das die zwei Geschwister verbunden hatte, einen tiefen Keil getrieben und ihm gleichzeitig auch die einzige Freundin genommen, die er, in dem damals schon so großen Anwesen seines Vaters gehabt hatte. „Verzeiht mir bitte falls ich euch mit einer Geste beleidigt habe.“ Er neigte den Kopf, griff dann nach der filigranen Hand der Zauberin und legte einen kurzen Moment lang seine Stirn auf diese um seine eigene Demut zu zeigen.
„Ich würde mich geehrt fühlen, wenn ihr eines Tages meinem Heimatland einen Besuch abstatten würdet Adriana. Gewiss würde es für euch als Magerin dort einiges zu sehen geben und ich denke, so stark und sicher diese Mauern auch sein mögen, das es euch bei weitem nach mehr verlangt als nur Sicherheit und Schutz, nicht wahr?“ Dann deutete er, aus der plötzlichen Panik heraus er müsse sich rechtfertigen, auf den Einband des Buches. „ Nun, so steht es zumindest in diesem Buch. Dass die meisten Frauen sich vor allem nach Ästhetik und Schönheit sehnen, Orten die unvergleichlich sind.“ Und nur wenige Augenblicke darauf verstand er, wie unvergleichlich dumm diese, zutiefst schlecht zitierte Stelle aus dem Buch wirken musste, sodass nun er es war, der einen Augenblick lang jeglichen Blickkontakt vermied.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 8:47 pm

"Wirklich?", fragte Adriana amüsiert und hob die Augenbrauen ein Stück weit, als zeige sie wahrlichen Unglauben über das, was der andere ihr soeben gesagt hatte und worüber sie im Stillen bereits wieder leise zu lachen begangen hatte. Äußerlich jedoch kehrte nach und nach das seichte Schmunzeln zurück ehe sie behutsam mit ihren Fingern über den Handrücken des anderen strich, ihre Fingerspitzen sanft über die weiche Haut gleiten ließ ehe sie erneut seinen Blick suchte. "Wisst Ihr, es gibt ein Sprichwort in meiner Heimat, von dem ich einst gehört habe und wovon ich denke, dass es sehr gut zu dem passt, was Ihr soeben angesprochen habt und wie ich auch dieses Land und den Hof hier sehe ... gerade in Anbetracht unseres bisherigen Gesprächs. Im Angesicht der Sonne verblasst auch der Glanz jedes Sterns", eröffnete sie ihm weich lächelnd ehe sie sich wieder ein Stück zurück lehnte, wissend, dass dies hier der falsche Ort und der falsche Moment war, um solcherlei private Dinge weiterhin zu besprechen, selbst wenn hier niemand außer ihnen beiden war.
"Das, wonach ich mich verzehre, ist nach der Sicherheit und dem Schutz, den ich bislang nirgends wirklich fand, denn selbst hier finden sich stets Attentäter, denen ich entkommen muss. Ich habe nichts von äußerlicher Schönheit und es gibt leider nur sehr wenige Menschen, denen ich zu vertrauen wage und die mir daher etwas bedeuten und noch weniger von ihnen verstehen meine Ansichten und meine Wünsche nach etwas Halt."
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 9:03 pm

Der Wunsch nach Sicherheit. Im ersten Moment als ihm dieser Gedanke in den Kopf kam und er ihn mit seiner eigenen Situation verglich, kam er sich beinahe schäbig vor. Ihm war mehr als einmal vor Augen gehalten worden das er nichts weiter war als ein verzogener junger Mann der einzig und allein durch einen Hang zu überschwänglichen Feiern und Exzessen beeindrucken konnte. Der Wunsch der daraus irgendwann resultiert war, das Verlangen danach selbst einen gewissen Stand in seiner Heimat zu haben in der seine Familie, sein Land ihn akzeptierte, verstand er selbst als eine Art verlangen nach Sicherheit. Doch war dies trotz der gleichen Formulierung etwas gänzlich anderes als das, was Adriana sich wünschte. Sie hatte ein weitaus härteres Schicksal getroffen, denn Zeit ihres Leben hatte sie stets und ständig in Angst gelebt, war immer und immer wieder auf der Flucht gewesen und hatte, so glaubte er zumindest aus den Gerüchten und dem Allgemein Bekannten ableiten zu können, hier zum ersten Mal etwas gefunden, was sie ansatzweise – Heimat – nennen konnte. „Euer Aphorismus mit der Sonne ist wahr, dem muss ich zustimmen. Doch wird dem Stern denke ich allzu häufig mitgeteilt, dass nicht die Sonne zu hell, sondern er selbst zu schwach scheint.“ Ein bitteres Lächeln erschien auf seinen Lippen. Selbst jetzt, in einem so banalen Gespräch hatte sein Bruder es geschafft eines der wichtigsten Themen zu werden. Er verstand nicht wie dies jedes Mal aufs Neue passieren konnte, doch hatte er sich mit derlei Dingen inzwischen abgefunden, zu viele Jahre hatten sie beide inzwischen so zugebracht und wenn er seine kurzzeitig geschmiedeten Rachepläne wirklich in die Tat umsetzten würde, so würde er nicht nur diesem Land alle Stabilität nehmen, sondern auch seiner Schwester das Herz brechen. Doch trotz all dieser Argumente ertappte er sich immer wieder selbst dabei, wie er plante und versuchte einen Weg zu finden, die Macht seines Bruders zu untergraben.
„Nun wenn mir die Frage gestattet ist ... habt ihr hier die Sicherheit gefunden nach der ihr so lange gesucht habt?“
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 9:59 pm

"Nein ...", antwortete Adriana und schüttelte lediglich den Kopf, wobei ein bitterer Ausdruck über ihr Gesicht huschte und jenes für einen kurzen Augenblick lang verdunkelte während sie sich selbst ihren finsteren Gedanken hingab. Seit der Attentäter auf der Hochzeit aufgetaucht war, hatte sie nur wenige ruhige Minuten in diesem Gemäuer gefunden, gegipfelt waren eben jene Ängste mit dem Tod von Valerian, dem Erscheinen des fremden Magiers und dem Angebot aus Fyonara, das man an Elijah und sie gerichtet hatte und das sie nun dazu zwang, gegen jene Menschen zu agieren, die sie im Grunde genommen über all die Zeit bislang beschützt hatten. "Nein, das habe ich leider nicht. Mir wurde immer wieder aufs Neue bewiesen, dass ich mich nicht sicher fühlen darf, selbst hier nicht", führte sie noch nach und zuckte dann schließlich mit den Schultern, als wolle sie dieses leidvolle Thema, das ihr nur Mal um Mal wieder die Tränen in die Augen trieb, vorüber fegen als bestünde es aus nicht viel mehr, als Blätter im Wind. Die Zauberin lehnte sich ein Stück zurück und strich gedankenverloren über die Lehnen des Stuhls, auf dem sie saß ehe sie sich selbst wieder daran erinnerte, wer hier vor ihr saß und dass Hisoka längst nicht über alles Bescheid wusste, was sie beschäftigte.
"Aber, was ist mit Euch, Hisoka? Wann wird es Eurer Sonne möglich sein, heller als das Licht eines kleinen Sterns zu leuchten, der nicht hier ist und der Euch nun nichts mehr anhaben kann?", fragte sie dann schließlich und brachte das Lächeln wieder zurück auf ihre Züge. Es war nicht der rechte Zeitpunkt, vielleicht verschätzte sie sich hier auch nur grundlegend, indem sie ihm ihre Hilfe dafür anbot, endlich aus dem Schatten treten zu können und er würde sie an den Galgen bringen, wo sie endgültig baumeln würde. Die Zauberin lehnte sich langsam ein Stück nach vorn, klappte ihr Buch zusammen und stützte das Kinn auf eine Hand. "Was wollt Ihr, Hisoka? Wirklich und wahrhaftig?"
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 10:14 pm

„Was ich wirklich will…“ Wiederholte er die Frage Gedankenverloren. Erstaunlicherweise hatte er sich selbst diese Frage erschreckend selten gestellt, er hatte sich immer den Gegebenheiten gefügt und war so vielleicht selbst derjenige gewesen, der sich mit am größten im Weg gestanden hatte. Doch nein, so einfach konnte es nicht sein. Sein Volk sprach von jeher über Aufopferung für die Familie und die Ehre und auch wenn er diese Dinge bisher kaum erbracht hatte, so schätzte er sie dennoch. Was er jedoch noch erstaunlicher fand war die Tatsache dass Adriana die erste war, die wahrhaftig fragte was er tun wollte. Die sich seiner annahm, nur weil es ihr gefiel, weil sie sich gerade gut unterhielten und beide etwas von sich erzählten. Es klang absurd, doch glaubte er, seit langem wieder frei sprechen zu können. Zumindest für einen Augenblick lang. „Adriana bitte fang nicht an zu lachen aber … ich habe mich bisher nie wirklich darüber Gedanken gemacht. Doch wenn ich ehrlich bin, was mir am wichtigsten ist, so unterscheiden sie sich nicht einmal so sehr von deinen Wünschen. Sicherheit, eine Heimat in der man geschätzt wird und in der man Leben kann und auch leben möchte. Und vielleicht.“ Er legte eine Hand um die Hand, die Adrianas Kinn stütze, ehe er von der anderen Seite erneut nach dem Buch griff. „.. vielleicht ein wenig von dem, was hier geschrieben steht. Mein Volk ist seit jeher mit der Magie verbunden doch wenn ich von außergewöhnlichen Situationen spreche die einem von Zeit zu Zeit widerfahren können, meine ich etwas gänzlich anderes. Es können die kleinsten Dinge sein. Das genießen einer Tasse Tee, das entdecken neuer Kulturen wie ich es hier heute in eurer Bibliothek tat oder das kennenlernen von Personen, die mich um meiner selbst ansprechen.“ Er küsste die Hand die er soeben gehalten hatte, ehe er erneut, als zweites Zeichen seiner Ehrerbietung, einen Moment lang den Kopf an diese legte.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 10:49 pm

Adriana lächelte über die kleinen Gesten der Zuneigung, die er ihr zuteil werden ließ und die sie behutsam erwiderte, indem sie erneut ihre Finger über seine weiche Haut gleiten ließ, nur um sich wenig später scheu wieder ein Stück zurück zu ziehen während sich der zarte Rotschimmer über ihre Wangen zog und selbige in Flammen zu stehen schienen ließen. Hisoka war freundlich zu ihr, nahm sich Zeit mit ihr und unterhielt sich mit ihr und seltsamerweise herrschte zwischen den beiden eine Vertrautheit, die sie bislang nur selten bei einem Menschen gefunden hatte - er war ebenso einsam wie sie, in dieser Welt ebenso verloren wie sie mit niemanden an ihrer beider Seite, der sie auffing und der ihnen beiden ein wenig Zuspruch vermittelte. Dieser Ort hier, das Gespräch hier, war etwas gänzlich Eigenes, etwas, das sie bisher vermisst hatte und das sie in diesem Moment in Hisokas Augen wiederfand, die sich auf sie gerichtet hatten und der ihr so nah gekommen war, wie sonst kaum jemand zuvor.
"Warum sollte ich lachen, Hisoka? Weil du zu mir ehrlich bist? Weil wir gemeinsam hier sitzen und einander vertrauen können, in dem Wissen, dass der andere einen nicht verrät und in den Rücken fällt?", fragte sie leise und streckte ihre Hand dann schließlich wieder aus, um sanft nach Hisoka zu greifen und ihn ein Stück weit zu sich zu ziehen. "Vergiss für einen einzigen Moment wenigstens die düsteren Gedanken und ebenso will ich es versuchen. Es gibt hier niemand, der uns sieht und niemand, der in diesem Moment außer uns selbst über uns urteilt. Das, was wir beide wollen, ist doch Normalität und nicht noch eine außergewöhnliche Situation in unserem Leben, nicht wahr?"
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 11:19 pm

Er ließ seine Hand sacht, ohne jede Widerwillen von Adriana zu sich ziehen und ignorierte jeden störenden Gedanken, alle Verpflichtungen, alle Schanden die er bereitet hatte und all die Dinge die man eigentlich von ihm erwartete. In diesem Moment war das einzig wichtige dass er Jemanden gefunden hatte der ihn anscheinend verstand und noch viel wichtiger, den er selbst verstand. Sie hatte ein gänzlich anderes Leiden in ihrem Leben erlebt und trotz allem fühlte es sich nicht an, wenn er mit ihr sprach als würde er nur dumme Phrasen von sich geben die jeder auf der Straße ebenso gut hätte wiederholen können. Mochte es sein das er sich eben dies nur einbildete, doch fühlte er sich und seine Anwesenheit seit langer Zeit wertgeschätzt und er genoss das Gespräch. Ein einfaches Gespräch in dem es um nichts Wichtiges ging, in dem sie einfach nur Dinge austauschten ihnen durch die Köpfe gingen. „Damit hast du Recht. Ein wenig Normalität wäre eine angenehme Abwechslung. Ich weiß mag egoistisch klingen, doch ich beneide manchmal die einfachen Leute um ihre Position. Sie stellen nichts dar und müssen sich um das Bild das sie von sich geben keine Gedanken machen. Sie sind ungebunden, mehr als wir alle.“
Er legte seine andere Hand über ihre, bewegte diese leicht hin und her und starrte währenddessen in die Leere eines entfernten Kaminfeuers, als würde er darin Antworten finden auf die Fragen, die er im Kopf scheinbar immer und immer wieder wiederholte. „Denkst du .. wir hätten die Möglichkeit das zu erlangen, was wir uns wünschen?“
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 11:28 pm

"Warum nicht? Wenn wir einfach aus dem Hier und Jetzt, aus unseren alten Rollen fliehen, wenigstens für ein paar Stunden und einfach nur wir sind - diejenigen, als die wir nun einander gegenüber sitzen und nicht der Bruder des Kaisers, Herrscher über eine Provinz und Hochadliger und die Hofmagierin", flüsterte Adriana lediglich zur Antwort, als spräche sie damit lediglich ein leises Geheimnis aus, von dem nur Hisoka und sie selbst wissen durften und das sie mit niemand anderem teilen durften. Es gab so viele Adlige, die ihrer einstigen Rolle entschwunden waren - die fortgelaufen waren, um glücklich sein zu dürfen, ehe sie zurück gekehrt waren, um sich erneut ihren Pflichten zu widmen und wieder diejenigen zu sein, als die man sie stets und ständig sah. "Die Welt hat uns doch oft genug und es hält uns nichts hier, nicht wahr? Es gibt niemanden, der unser Tun beobachtet und niemanden, der uns dafür verdammen kann - weder deine Familie, noch die prüfenden Augen, die stets auf mir liegen", setzte sie noch leise nach und lächelte seicht ehe ihr Blick hinüber zu den beiden Flügeltüren wanderte  und selbige sich nur wenig später mit einem leisen Klacken schlossen und magisch verriegelt wurden.
"Jetzt hast du niemanden mehr zu fürchten", erklärte sie ihre Handlung lediglich leise und mit einem schlichten Schulterzucken. Die Türen würden verhindern, dass jemand hier hinein kam und damit alles zerstörte, was sie beide sich gerade in diesem Gespräch aufgebaut hatten und worin sie selbst noch Stunden würde verbringen können, ohne Sehnsucht nach den alten Pflichten zu empfinden. "Sei einfach Hisoka."
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Sep 08, 2014 11:44 pm

Ein überraschter Blick ging zu der Tür welche Adriana mit einem einzigen, kurzen Handwink verriegelt hatte und die es so unmöglich machte, das es auch nur einen einzigen Mithörer gab, denn die alten Greise von Gelehrten hatten bereits seit einer Weile das Feld geräumt. „Ich bin sicher.“ Murmelte er leise und umfasste nun beide Hände der Zauberin, ehe er dessen Fingerspitzen leicht küsste. „Weil du mir Sicherheit gibst, genau in diesem Augenblick und ich will tun was auch immer in meiner Macht steht, um diese Geste zu erwidern. Danke.“ Er hielt einen langen Augenblick lang still und das Knacken von totem Holz das unter der Hitze des Feuers in sich zusammen Brach war eine lange Zeit lang das einzige was er hörte. Dann schließlich löste er die Umklammerung der Hände und wanderte langsam zu den Oberarmen der Zauberin hinauf. Es war nur ein stilles, kurzes Verlangen das in seiner Geste mitsprach, doch die Worte der Magierin, das er einfach nur Hisako sein sollte, brachte ihm in diesem Augenblick ein, bisher kaum dagewesenes Selbstvertrauen ein.
Er küsste sie. Es war kein Flüchtiger Kuss und bei weitem keiner, den er bereuen würde. Weder in den Sekunden danach, noch in der restlichen Zeit. Seine Hände glitten durch das feine Haar der Magierin, während sein ganzer Körper vor Aufregung und gleichzeitig vor Freude erbebte. Als er einen kurzen Augenblick lang inne hielt, war das Lächeln auf seinem Gesicht nicht zu verbergen. Er hatte das getan worum sie ihn gebeten hatte, er war der Hisako gewesen, der er wahrhaftig war. Doch dennoch schlug er einen kurzen Moment lang die Augen auf, suchten in den bernsteinfarbenen Augen er Zauberin, in denen sich das Feuer der Fackeln so stark spiegelte, irgendeinen Ausdruck, der dem seinen ähnelte.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Di Sep 09, 2014 12:02 am

Sie sah das Lächeln ihres Gegenübers, erkannte das lodernde Feuer in seinen Augen, mit dem er sie ansah und etwas in ihren eigenen Augen zu suchen schien, von dem sie nicht wusste, ob er es dort finden würde und für einen kurzen Moment lang keimte das Bildnis Elijahs wieder vor ihrem inneren Auge auf, sie hörte seine warme, weiche Stimme in ihrem Geist, spürte seine Berührungen auf ihrem Körper, die ihr noch immer eine wohlige Gänsehaut bescherten, doch der Mann hier vor ihr, der sie ansah und der all seine Aufmerksamkeit auf sie gerichtet hatte, war nicht Elijah, sondern Hisoka. Jemand, dessen Aufmerksamkeit sich nicht auf Bücher oder ähnliches beschränkte und in dessen Leben sie nicht nur die zweite Geige spielte. Sie war stets vorsichtig mit denen gewesen, denen sie ihr Vertrauen geschenkt hatte, denn nur allzu oft war es enttäuscht und verraten worden, zu oft war sie ausgespielt worden, wenngleich sie auch inständig hoffte, dass er sie nicht ebenso verraten würde - dass er ihr nicht wie die unzähligen anderen weh tun würde.
Hisoka war noch jung, sein Ruf so ein eindeutiger und dennoch schien der Ausdruck in seinen Augen ein solcher zu sein, den sie bislang noch nie bei ihm hatte beobachten dürfen und der ihr gänzlich fremd war - ein Ausdruck der Aufrichtigkeit und der Zuneigung, der ihr für einen kurzen Augenblick warm um ihr eigenes Herz werden ließ ehe sie sich nach vorn beugte und jenen Kuss erwiderte, den Hisoka mit ihr teilte. Seine Berührungen waren keusch gewesen, beinahe schüchtern ehe sie an Intensität gewannen und sich die Zauberin dem ergab, ihre Finger behutsam um den anderen schob und hinauf bis zu seinem Nacken wandern ließ, nur um ihre schlanken Finger in seinen dunklen Haaren zu vergraben.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Di Sep 09, 2014 12:15 am

Er hatte Angst davor sie zu behandeln als würde er nur begierig auf das sein, was so nahe lag, weswegen er selbst jetzt, als er ihren Rückhalt spürte noch immer vorsichtig war und sich, vermutlich zum ersten Mal in seinem Leben, mit einer Frau einließ, ihr Zeit gab und ihr schließlich den Vorrang gab. Es war das Gefühl davon Jemanden gefunden zu haben der einen Verstand und mit dem man etwas verband, von dem man nie geglaubt hätte das man es teilen könnte, mochten ihre Herkunft und ihr Schicksal auch noch so verschiedenen sein. Sie suchten in gewisser Weise nach dem gleichen. Eine Hand schlang sich um die dünne Hofmagierin, zog sie sacht zu sich heran und ermahnte sich dabei alle Regeln zu beachten wie man eine Dame behandelte. Doch schon bald ließ er diese außer Acht und küsste sie einfach nur, den einen Arm um ihre Beine, den anderen um ihren Oberkörper gelegt.
Er verlor die Keuschheit seiner Küsse, das vorsichtige bestasten, ließ Adraina nichts desto trotz alle Zeit die sie brauchte. Ein weiterer Fakt den er aus „Ein halbes Jahrhundert Poesie“ übernommen hatte. „Man soll eine Frau nicht einmal pflücken wie man einen Apfel vom Baum reißt“ stand es dort geschrieben. „Man sollte sie pflegen, auf dass es ihr besser ginge als im himmlischen Zelt selbst und sie alle Sorgen um einen herum vergesse. Darin und in nichts anderem bestand die Aufgabe eines wahren Mannes, eines wahren Liebhabers.“ Und er ließ sich Zeit, genoss das Gefühl mit einer Frau zu zweit zu sein die ihn verstand und stets nur einen Augenblick wandte er sich von ihrem Mund ab um ihren Hals und die, durch das Dekolleté offen stehe Fläche ihres Busens zu liebkosen.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Di Sep 09, 2014 12:30 am

Sie hatte sich nicht gewehrt als er sie zu sich gezogen hatte und die Arme um sie gelegt hatte, hatte sich wortlos an ihn heran geschmiegt, um jenes letzte Stück der Distanz zu überwinden, das bislang zwischen ihnen gelegen hatte und dass dafür gesorgt hatte, dass all die dunklen Befürchtungen beinahe wieder auf sie eingedrungen waren. Er ging sanft mit ihr um, ließ ihr die Zeit, die sie brauchte, um sich jener Situation anzupassen, die sich ihr hier gerade bot und mit der sie wohl ebenso wenig gerechnet hatte, wie er es in diesem Augenblick hatte. Unlängst schon waren ihre Lippen mit den seinen verbunden, trennten sich nur für einige wenige Augenblicke, in denen sie um den notwendigen Atem rang ehe sie sich ihm aufs Neue ergab, seine Hände wandern ließ während ihre eigenen seinen Rücken entlang tasteten, nur um sich wenig später unter das Oberteil zu schieben und die weiche Haut zu ertasten, auf welcher sie den wohligen Schauer spüren konnte, der ihn überkam und der ihr ein Lächeln auf die Züge zauberte, das vor ihm verborgen bleiben sollte und dessen wahre Bedeutung sie ihm nicht mitteilen wollte. Nicht in diesem Augenblick - nicht in jenem Moment, in dem sie einander so nah waren und indem sie selbst die Gelegenheit erhielt, sich ein einziges Mal für das zu öffnen, was ihr über eine so lange Zeit hinweg über verboten worden war.
Sie spürte das Zittern seiner Hände, spürte den kurzen Funken der Unsicherheit, die in ihm aufflammte und sanft schob sie ihre Hände über die seinen, führte seine Bewegungen, um ihm ihr Einverständnis mitzuteilen und ihm den Mut zu geben, den er brauchte, um weiter vorgehen zu können. Er sollte keine Furcht davor haben, das war das Letzte, was sie wollte - er sollte sich frei fühlen, eine Chance finden, sich selbst ebenso zu öffnen, wie sie es in diesem flüchtigen Augenblick tat, der ihnen beiden vergönnt war.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Di Sep 09, 2014 12:43 am

Er wurde nur langsam sicherer und mehr als einmal leitete ihn die Hand von Adriana und als diese schließlich an dem Bund seiner Hose nestelte, hatte dies schließlich die Zustimmung gegeben, auf die er sehnlichst gewartet hatte. Es befand sich kein Bett in der Bibliothek, sehr wohl jedoch Teppiche die täglich frisch aufgeschüttelt wurden und einen besseren Komfort boten, als einige Betten. Er bettete sie langsam auf einem eben dieser, ehe er mit seiner Hand einige geschickte Bewegungen vollführt und die ersten paar Schnürungen eines kurzen Korsetts löste. Er erbebte unter jedem Kuss und atmete schließlich nur noch flach und tief, als ihr Oberkörper schließlich nur noch von einem dünnen Unterkleid bedeckt wurde, welches er nun langsam zurück schob. Er zeichnete die Umrandungen ihres Steiß mit seinem Finger nach, zog sie zu sich hinauf. Er wollte dass sie unter ihm lag, er wollte mit ihr vereint sein, auf der gleichen Augenhöhe. Er spürte dass ihre Hand erneut zwischen seine Beine glitt und ein plötzlicher Ausstoß von Luft war die Antwort darauf, ehe er sie sanft küsste und mit dem Mund die Umrandung ihres Bauches liebkoste.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Di Sep 09, 2014 8:52 am

Ein Teppich - er hatte sie hinab auf einen der Teppich gebettet, die die Bibliothek säumten und mit schweren Lidern blinzelte sie zu ihm hinauf während er Schnürung um Schnürung ihres Korsett löste, das nur wenig später in einer der Ecken seinen Platz fand. Seine Küsse schmeckten nach Begierde, nach Verlangen aber keineswegs nach der Liebe und der Zuneigung, die sie sonst gekannt hatte und dennoch ließ sie sich in diesem Moment darauf ein und erwiderte eben jene in der Intensität, die er sich so sehr wünschte. Für einen kurzen Moment lang glitten ihre Gedanken erneut zu Elijah hinüber - er hätte sie niemals auf einen Teppich gelegt, er hätte sie niemals unter sich gezwungen, sie hätte auf seinem Schoß gesessen, hätte sich an ihn gepresst und sein schweres Atmen in ihrem Ohr gehört, das ihr ganz genau gezeigt hätte, was sie richtig machte, doch der Mann, der nun über ihr lehnte und an dessen Rücken sie ihre Hände hinab wandern ließ, war nicht Elijah. Der Mann, dessen schweres Atmen sie im Ohr hörte, war nicht ihr Elijah, sondern der jüngere Bruder des Kaisers, dem hier ihre Aufmerksamkeit gelten sollte und der ihr in dem kurzen Gespräch, das sie beide geführt hatten, bewiesen hatte, dass sie beide einander verstanden, beide in einer ähnlichen Lage waren und Halt aneinander suchten, den sie sonst nirgends fanden.
Seine Berührungen auf ihrer Haut waren fahrig und ebenso begierig wie es die Küsse waren, die er mit ihr teilte und nicht nur einmal sog sie scharf die Luft ein, ließ ihren Körper aufbäumen und wenig später wieder zurücksinken, als der kurze Impuls nachließ. Hisoka war gierig und fordernd, nahm bei alledem kaum Rücksicht auf sie selbst und als er schließlich keuchend von ihr herab sank, blieb auch Adriana für einen Moment lang liegen, Mühe damit habend, ihren eigenen Atem soweit zu kontrollieren, welcher ihr nur schwerlich über die vom Küssen geschwollenen Lippen dringen wollte.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Di Sep 09, 2014 5:15 pm

Es war ein seltsames, zugleich jedoch unfassbar schönes Gefühl eine Frau zu spüren, die sich nicht aufgrund der Bezahlung mit ihm eingelassen hatte. Er hatte in ihr eine Vertraute gefunden die das gleiche Leid kannte, die gleichen Ängste und durch all dies auch die gleichen Zweifel. Er hatte versucht sich so sanft wie nur irgend möglich zu bewegen, doch die langen Jahren in denen er sich mit Huren abgegeben hatte, die stets darauf abgezielt hatten das nur er allein Befriedigt wurde, hatten ihn ohne Zweifel ein wenig fahrlässig werden lassen. Er verließ ihren Mund nur, wenn er ihre weiche Haut, den offenen liegenden Hals oder aber den entblößten Busen küssen wollte. Die feinen Hände die sich um seinen Rücken legten und ihn von Zeit zu Zeit sogar zu sich zogen, gaben ihm die Sicherheit fortzufahren und als er sich schließlich, erschöpft und mit einer flachen Atmung einen Moment lang von ihr abwandte, versuchte er zu begreifen wie schnell sich dieses Gespräch entwickelt hatte. Wie schnell sie einander näher gekommen waren, auf physischer, wie auch auf geistiger Ebene. Noch immer konnte er kaum glauben das er Jemanden gefunden hatte der ihn nicht nur so akzeptierte, nein, der es regelrecht wünschte das er den Ruf, der schändliche zweite Bruder zu sein, einfach abfallen ließ und stattdessen der Mensch zu sein, der sich dahinter verbarg.
Letztlich wandte er sich jedoch erneut zu Adriana, legte ihr eine Hand auf die Wange und küsste sie zart. Seine andere Hand wanderte an ihrem Körper hinab und spürte ab einer gewissen Tiefe die starke Nässe die wohl das deutlichste Überbleibsel des eben erst passierten war. „Noch nie habe ich eine Frau wie dich getroffen.“ Murmelte er leise, strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht, küsste ihre Stirn und wandte sich dann näher zu ihr. „Viele, aber keine die dir in Schönheit oder Sanftmütigkeit gleichkommt.“
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Di Sep 09, 2014 9:43 pm

Adriana war seinen Berührungen ausgewichen, war ein Stück weiter zurück gerutscht als seine Hand ihren Körper erneut hinab gewandert war und hatte stattdessen nach ihren Kleidern gegriffen, die er wahllos in dem Raum verteilt hatte und wovon sie zuerst ihr dünnes Unterkleid wieder aufgriff, um es sich wenig später über den Kopf zu ziehen und die dünnen Schnürungen an den Seiten wieder zu schließen, die es an Ort und Stelle hielten. "Deine ersten Worte haben ich inzwischen bereits von einigen gehört - nur die Letzteren sind neu", setzte sie ihm dann sacht lächelnd zur Antwort entgegen während sie sich von ihrem Platz erhob und ihm schließlich mit einem einzigen kurzen Blick die Hose wieder magisch zuwerfen ließ während sie ihr eigenes Kleid aufgriff. Sie würden nicht mehr allzu lange hier bleiben können, nicht ohne, dass jemand nach ihnen beiden suchen würde und sie wollte sich nicht die Blöße geben, nackt neben dem jüngeren Bruder des Kaisers gefunden zu werden, denn nicht zuletzt eben dies würde die Gerüchte nur noch weiter anfachen. "Ich danke dir", ließ sie noch folgen während sie die nächsten Schnüre wieder mit geübten Bewegungen schloss und sich das wirre Haar über die Schulter nach vorn strich, als könne sie damit wieder an Würde und Stolz zurück gewinnen, den sie während den letzten Momenten verloren zu haben schien.
"Für dieses ... Gespräch", schickte sie zur Erklärung mit einem munteren Blick hinterher und schob die dünnen Bänder unter den Rand ihres Korsetts, das sie mittels Magie wieder hatte binden können ehe ihre Schritte sie hinüber zu den Türen leiteten. "Ich hoffe, dass wir das noch einmal wiederholen können ... bald", folgte es bedeutungsschwer. "Aber einstweilen habe ich in der Magierakademie noch zu tun und so gern ich auch würde, meine Schüler brauchen mich dort - leider sogar mehr als du." Und damit war sie aus den Türen entschwunden und ließ Hisoka allein in dem Raum zurück.

tbc: weg
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Bibliothek   Sa Sep 13, 2014 9:58 pm

Alvias war bei weitem kein oft gesehener Gast in der Bibliothek und wenngleich er auch nicht das geringste Interesse daran zeigte all die Bücher zu lesen welche hier in riesigen Regalen einsortiert waren so hatte sich dieser Ort doch auch als ein Hort für allerlei Schlachtenpläne und Bücher über Kriegsstrategien entpuppt.
Und so hatte er, wann immer Coreen selbst zu tun hatte es sich zur Gewohnheit gemacht sich in der Bibliothek seine Zeit zu vertreiben. Zumindest würden das die meisten annehmen - die Wahrheit war, dass Alvias während seinen wachen Stunden für einen Reibungslosen Ablauf das militärischen Apparates sorgte, sich mit Coreen beratschlagte und seine wenigen Stunden Freizeit damit zu verbringen Strategien zu büfeln um auf einen möglichen Angriff oder die Notwendigkeit eines solchen vorbereitet zu sein. Doch in all der Zeit, war auch ein anderer Gast in der Bibliothek gewesen, welchen Alvias bisher kaum gesprochen hatte aber...
"Was liest du eigentlich?" fragte Alvias schließlich unvermittelt und sah mit tränenden Augen von den Landkarten auf. Mittlerweile wurde es für ihn schwer die winzige Schrift zu lesen und wenngleich er es auch nicht zugeben wollte, so war er mittlerweile näher an der fünfzig als an der vierzig. "Ihr müsst in Aurea doch viel mehr Bücher haben als wir - in der zeit nach den letzten Xeldaric hat die kirche in dem "Jahrzehnt des Wissens" fast über achttausend Bücher verbrannt"
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Sa Sep 13, 2014 10:24 pm

Er hatte sich in die Schriften eines Gelehrten verloren, der bereits seit knapp zweihundert Jahren verstorben war. Laut den hier arbeitenden Bibliothekaren war es das einzig noch existierende Exemplar, alle anderen waren bei einem Brand vernichtet worden, denn zuvor hatte es bereits nur drei Abschriften gegeben, welche sich allesamt in einer kleinen Klosterstadt, gut hundert Wegmeilen von Terim entfernt befunden hatten. Es beschäftigte sich mit dem Zusammenwirken der hier herrschenden Flora und Fauna, gab dabei aber nicht nur Auskunft über die hier ansässigen, einzigartigen Beispiele, sondern auch über die, die es in anderen Ländern gab. Erstaunlicherweise regte es den Geist dazu an, Zusammenhänge zu schließen und letztlich förderte es das Verstehen, wie die einzelnen Teile einer unberührten Natur ineinander übergriffen. Doch die Stimme des Mannes, der hier nur als Soldatenkönig bekannt war riss ihn aus dieser Abhandlung und mit einer raschen Geste schlug er das Buch zu.
Eines wahren Soldatenkönigs gemäß, sah man direkt vor ihm eine große Landkarte, auch wenn Hisako sich nur wage vorstellen konnte was er auf eben dieser plante. Es gab keinen Krieg und seines Wissens nach gab es keinen derart heiklen Konflikt, dass man bald mit einem solchen rechnen musste. „Herr Xeldaric.“ Grüßte er den anderen und neigte einen kurzen Moment lang den Kopf. „Nun sicherlich, es gibt in unseren Landen ebenso viele Bücher, allerdings sind sie auf eine vollkommen andere Art und Weise geschrieben und die nüchterne Darstellung der Autoren eures Landes, seien es nun Romane oder Berichte, fasziniert mich. Und was plant ihr, wenn ich fragen darf? Mir ist nicht bekannt das es größere, kriegerische Aktivitäten gibt und die politische Lage ist momentan doch alles andere als angespannt, oder?“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Bibliothek   Sa Sep 13, 2014 10:39 pm

"Das dachten die Fyhamer ebenfalls" erwiderte Alvias und schenkte dem Bruder des Kaisers ein knappes, wenn auch nicht unfreundliches Lächeln. "Und dann - Zack!" Alvias schüttelte nur müde den Kopf und ließ sich dann auf einen der zahlreichen weichen Sitzgelegenheiten nieder.
"Ich bin lieber für alles vorbereitet - allerdings sind das hier nur kleine Karten. Sie zeigen Therinsford und die Umgebung - wir haben dort mit einigen Banditen zu kämpfen. Aber das dürften wir bald unter Kontrolle haben. Das Königspaar kann es sich nicht leisten, dass während ihrer ersten Amtsjahre die Straßen als unsicher gelten - das ist neben Hungersnöten und zu hohen Steuern mit die größte Sorge des einfachen Volkes. Sichere Straßen sind ein versprechen, welches wir geben und vor allen Dingen halten müssen" erklärte er dem Jüngeren und rieb sich die Augen.
"Das sind größtenteils ehemalige Soldaten von Velaryon..."
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