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BeitragThema: Re: Bibliothek   Sa Sep 13, 2014 10:55 pm

„Die Fyhamer wurden vor allem deswegen angegriffen, weil sich die Länder, die sie zuvor unterjocht hatten, nach und nach gegen sie gewandt hatten. Und da Alagäsia solche Länder nicht unter sich hat, denke ich nicht dass es zu einem derart schnellen Krieg kommen wird. Zumal die gesamte Infrastruktur des Landes durch die fehlenden Abgaben der Vasallen in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren vollkommen in sich zusammen gebrochen ist.“ Es mochte eine schöne Propaganda für Fyonara gewesen sein, doch hatte über das, natürlich gut ausgerüstet und organisierte Militär dieses Landes, auch die schwäche von Fyham stark zu ihrem „Blitzkrieg“ und dessen siegreichen Abschlusses geführt, doch wurde dies meist übersehen.
„Ich weiß mir steht es nicht zu mich einzumischen, doch wenn ich euch zumindest einen Hinweis geben darf…“ Er legte das Buch nun vollends weg und bewegte sich neben die Karte, sah Alvias nur mit einem kurzen, vielsagenden Lächeln an und legte dann seinen Zeigefinger auf das Pergament vor sich. „Es gibt vor allem deswegen so viele Unruhen, weil es zu viel Armut gibt. Armut entsteht weswegen? Nun viele Analytiker früherer Epochen haben sich mit dieser Frage ihr ganzes Leben lang beschäftigt. Eine falsche Politik oder aber eine falsche Wirtschaftsführung, oft auch beides. Wenn ich euch etwas raten darf – Stephan Hamleigh mag, wenn ich die Schriften richtig in Erinnerung habe, nicht viel Gutes getan haben, doch hatte er zumindest versucht das Soldatentum zu fördern, wenn auch nur oberflächlich, in den großen Städten. Macht euch dies zu nutze. Schickt niedere Offiziere die in der Lage sind passende Männer für den Dienst heraus zu suchen in die einzelnen Dörfer, reizt sie meinetwegen noch zusätzlich mit dem schönen Leben das sie durch den Dienst für den Staat erhalten. Als Resultat daraus habt ihr eine größere Kraft gegen Banditen und gleichzeitig weniger Unruhen, denn die Leute sind durch die neu gewonnene Arbeit glücklich und fühlen sich sicher. Für die restlichen wäre es sicherlich am ratsamsten, wenn man ihnen eine größere Möglichkeit der Feldnutzung bietet, was letztlich auch ihre eigene Sicherheit bedeutet. Habt ihr schon einmal in Erwägung gezogen, das unsere Systeme der Landbewässerung und des Nahrungsanbaus euch vielleicht Gebiete, die ihr eigentlich für Unfruchtbar haltet, in ganze Gebiete der Landwirtschaft verwandeln können?“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Bibliothek   Sa Sep 13, 2014 11:12 pm

Alvias sah den anderen an. Er mochte es zwar nicht, wenn man in einem derartigen Großväterlichen Ton mit ihm sprach - ein Tonfall, der auch bereits Kharas zu Eigen gewesen war un der ihn nicht gerade in Alvias Beliebtheitsskala hatte steigen lassen - doch er musste Hisoka zu Gute halten, dass dieser - wenn man all diese geschwollene Sprache, die scheinbar sein musste wenn man Auri in eine verständlichere Zunge übersetzte hinweg sah, durchaus Recht hatte - eine Tatsache die er anerkennen konnte.
"Nun, da ist durchaus etwas dran" sagte er im gedehnten Tonfall und schob nun die Karte zu Hisoka hinüber, deutete kurz auf die Legende und dann auf die Orte wo Felder, Wiesen und Brachland lagen.
"Die Frage ist, ist es bezahlbar dieses Bewässerungssystem umzusetzen und vor allem - hat es mit Magie zu tun oder wirkt es auch nur so? Die Menschen mögen keine Veränderungen, vor allem nicht das einfache Volk vom Lande!"
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Sa Sep 13, 2014 11:20 pm

„Wir mögen uns in vielerlei Dingen auf die Magie verlassen, doch die einfachsten Dinge werden auch in unserem Land noch von eigener Hand getan.“ Er war erstaunt darüber das Alvias sein Angebot, oder vielmehr seinen Vorschlag derart anerkannt hatte, hatte er doch bereits während er den Satz ausgesprochen hatte damit gerechnet, dass er nun eine Standpauke darüber erhalten würde, wer er denn war sich in die Angelegenheiten dieses Landes einzumischen. Doch der Soldatenkönig hatte keine derart arrogante oder eitle Ader an sich, was seine Stellung in Hisokas Meinung erheblich steigerte.
„Und Geld würde dies kaum in Anspruch nehmen, vieles davon ist nur eine Sache der Bewässerung und des Aufbaus verschiedener Agrarflächen, nichts das ein einfacher Landwirt nicht innerhalb von ein paar Wochen begreifen kann. Dadurch das unsere beiden Länder inzwischen zusammen geschlossen sind, haben wir kein Problem mit möglichen Zollen, weswegen wir einfach einen Teil der, in Aurea gelagerten Landwirtschaftsutensilien in euer Land bringen könnten, zusammen mit ein paar Dutzend Männern und Frauen, die den Nutzen eben dieser Erklären. Natürlich kann ich nicht für meinen Bruder sprechen, der früher Aurea und nun auch Alagäsia verwaltet, doch kann ich euch zumindest Unterstützung aus meiner Provinz zusagen. Das bedeutet, sofern ihr auf dieses Angebot eingehen würdet.“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Bibliothek   Sa Sep 13, 2014 11:27 pm

"Ich würde sofort darauf eingehen" meinte Alvias lachend und hob abwehrend die Hände. "Aber ich trage ein Schwert am Gürtel, keine Sense. Was Landwirtschaft betrifft bin ich nun wirklich die falsche Adresse. Ich habe mal einen Dreschflegel gegen den Helm bekommen, das war aber auch bereits meine innigste Erfahrung mit dem Thema Ernte - und eine Begegnung auf deren Wiederholung ich gerne verzichten kann" erklärte er dem Jüngeren.
"Aber ich werde das so weiter tragen - ich bin mir sicher, euer Bruder wird sich ebenfalls dafür aussprechen. Doch damit all dies auch sicher bei uns ankommt, bleibt unser Problem der Straßen. Und eine einfache Erhöhung des Militärs ist wahrlich nicht ausreichend. Wenn es unehrliche Männer sind, dann wissen sie leider das sie mit einem guten Raubüberfall mehr verdienen, als wir ihnen an Sold bieten können. Es wird immer Männer geben die unehrliche Arbeit einem gerechten Lohn und hartem Tagewerk vorziehen" er streckte sich lange und ließ Hisoka dabei nicht aus den Augen. "Ich würde gerne eure Sicht der Dinge hören, vielleicht gibt mir das eine neue Perspektive"
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Sa Sep 13, 2014 11:45 pm

„Nun…“ Er tippte mit dem Zeigefinger auf die Karte und zog währenddessen die Augenbrauen zusammen. „Ihr führt ohnehin Verhandlungen mit Fyonara und es gibt einige, wenige Bücher über dieses Land, auch wenn ich glaube dass sie bereits zuvor durch verschiedene Händler hierher gefunden haben. Diese Leute stellen, nun wie soll ich es sagen – eine Art flüssigen Stein her, zuvor bedecken sie die Straßen mit Kies. Allerdings ist bis heute nicht bekannt wie dieser Flüssige Stein hergestellt wird, was den Bau von Straßen allerdings deutlich vereinfachen würde. Aber dennoch halte ich es für sinnvoll sich an diesem Beispiel zu orientieren. Euer Land ist durchsäht von Trampelpfaden und kleinen Landstraßen, es gibt kaum wirkliche Straßen die nicht alle paar Meilen einen Schaden aufweisen, was Zweifellos daran liegt, das tausende von kleinen Straßen gibt die allesamt behelfsweise versorgt werden. Dazu kommt, dass dadurch keine Karte wirklich aktuell sein kann. Mein Vorschlag wäre daher sich einige der bestehenden Pfade heraus zu suchen und diese erneuern zu lassen. Es wird zweifellos ein Jahr oder länger dauern, doch das gilt für alle Entscheidungen die man hier in Erwägung zieht. Und soweit mir bekannt ist gibt es ein Volk in diesem Land .. mir ist der Name entfallen, von kleinem Wuchs das bekannt ist für sein Geschick im Bergbau und im Handwerk. Es soll in ihrer Kultur eine Art Stammesgesellschaft geben und ich bin mir sicher das ihr einen von diesen davon überzeugen könnt, das ein Ausbau der Straßen für sie ebenfalls vorteilhaft wäre. Schreibt ihnen Beispielsweise ein Vorrecht auf Verhandlungen zu oder Erlässe des Zolls.“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 12:00 am

"Das ist ebenfalls keine schlechte Idee, wenngleich solch ein Projekt auch tausende verschlingen würde - wir müssen alte Karten konsultieren, die besten Entfernungen zwischen den Städten abschätzen und dann muss dieser Flüssige Stein auch noch hergestellt und bezahlt werden. Aber ich denke, wenn wir den Grundstein legen wird dieses Projekt in zehn oder fünfzehn Jahren abgeschlossen sein" schätzte er optimistisch, während sein Blick auf der großen Karte lag.
Fyonarer.... immer ging es um Fyonarer und Alvias schnaubte jedes Mal. Alagaesia hatte weit mehr vorzüge - und wenn die Velaryons sie nicht ermordet und den Fortschritt im Reich ob ihres Machtstreits mit den anderen Adligen nicht aufgehalten wenn nicht gar mehrere Schritte zurück gemacht hätten, wären sie heutzutage Fyonarer Meilenweit überlegen. Alagaesias war eines der fortschrittlichsten Länder gewesen und all des nun fort...
"Wenn mir die Frage erlaubt ist - was haltet ihr von unserer momentanen Außenpolitik?"
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 12:16 am

„Ich war und bin nur der Leiter einer kleinen Provinz Alvias, kein König, Fürst oder Kaiser.“ Doch selbst das konnte er sich nicht mehr wirklich nennen, denn bereits seit längerem hatten seine Minister alles Wichtige übernommen und man zog ihn inzwischen nur noch bei essentiellen Entscheidungen mit zu rate, alles andere wurde, vermutlich auch aus zeitlichen Gründen nicht über die Korrespondenz, sondern direkt dort geklärt. „Alles was ich euch raten kann ist, nicht wie ein Bittsteller vor anderen Ländern dazustehen. Es mag nur meine Erfahrung mit einzelnen Provinzen sein die an meine grenzten, doch wenn man sollte man nie aussehen, als würde man sich einem Problem gegenüberstehen, das man nicht lösen kann. Natürlich ist es weise um Hilfe zu bitten, Bündnisse einzugehen, Handel zu treiben. Doch zeige ich einem anderen meine Wunde am Hals, anstatt einfach nur um einen Verband zu bitten, so wird er mir die Schlinge um diesen legen, nachdem er ihn verbunden hat. Eigenständigkeit ist in dieser Hinsicht denke ich das wichtigste und damit Alagäsia eigenständig und souverän bleiben kann wird es das wichtigste sein, neben einem großen Land wie Fyonara stark zu wirken. Stärke muss hierbei jedoch nicht unbedingt mit dem Militär einhergehen. Wirtschaftliche Stärke Beispielsweise. Fyonara baut ein immer größer werdendes Militär auf. Wird dieses zu einem großen Teil von unseren Höfen versorgt, so sind wir nicht nur sicher, sondern souverän, denn wir können unsererseits damit drohen, die Versorgung einzustellen, was Fyonara wiederum einen starken Schlag versetzen würde.“
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 12:25 am

"Das Sicherste ist es die Finger von einem Bündnis mit Fyonara zu lassen, insbesondere wenn wir bedenken, was dies in Alagäsia-Aurea für Konsequenzen haben wird. Die Menschen hier, insbesondere die Kirche, verehrt die Magier, von denen es inzwischen immer mehr gibt und ich werde keineswegs zulassen, dass meine Schüler durch den stärker werdenden Einfluss eines Landes eingesperrt werden, nur weil wir glauben, dass wir ihnen etwas schulden", vermeldete eine andere Stimme und mit verschränkten Armen trat die Zauberin in die große Bibliothek ein, ließ ihren Blick über die beiden Anwesenden gleiten und nickte ihnen lediglich knapp zu, wenngleich auch ein kurzes Lächeln auf ihren Lippen erschien als ihr Blick Hisoka streifte. Leise raschelten die feinen Stoffe ihres Kleides als sie einen Schritt nach dem anderen nach vorn setzte und ihre Arme dann schließlich aus der Verschränkung löste, nur um sich wenig später eine der dunklen lockigen Strähnen aus dem Gesicht zu streichen, die hinein gesunken war, nachdem sie sich gelöst hatte.
"Fyonara mag mächtig sein und sie mögen eine aggressive Außenpolitik betreiben aber wenn wir es realistisch sehen, so sind sie momentan damit beschäftigt, Fyham nach ihrem Sinn neu zu errichten und Surda weiterhin zu befestigen. Sie haben ein Bündnis mit Ryanti gebrochen und der Imperator ist nicht allzu glücklich über den aktuellen Verlauf - sie haben also andere Sorgen als Alagäsia-Aurea und uns bleiben mehr als zehn oder zwanzig Jahre, um eine starke Streitmacht aufzubauen, die ihnen zu trotzen vermag. Wenn ihr mich fragt, halte ich es für sinnvoller, unsere Bündnisse mit den Ländern zu vertiefen, die wir nun bereits Verbündete oder Freunde nennen können, statt uns auf wankelmütige Neue einzulassen", führte sie ihre Aussage weiter fort und schien sich keinen Deut darum zu kümmern, was einer der beiden Männer davon zu halten mochte, dass sie sich soeben einfach mit in dieses Gespräch eingemischt hatte, von dem sie gerade einmal die Hälfte gehört hatte.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 12:38 am

Das Gesicht, das vorher von einem tiefen, nachdenklichen Blick geprägt war, in dem man eine Ernsthaftigkeit gesehen hatte, die man in der Form kaum von Hisoka kannte, wandte sich von der Karte ab, hinüber zu der Hofmagierin. „Adriana.“ Er konnte ein Lächeln nicht verhindern und sein Herz schlug einen Augenblick lang höher. Er hatte nicht erwartet sie hier anzutreffen und im Stillen verfluchte er sich dafür, dass sie ihn so überrascht hatte, hatte er doch darauf gehofft dass er sie überraschen konnte. Er hatte bei dem Hofschneider ein neues Kleid beauftragt, eines nach der Mode, wie Adriana sie zu tragen pflegte. Darüber hinaus hatte er ein feines Halsband anfertigen lassen, etwas, das scheinbar seit neustem eine durchaus beliebte Mode bei den Frauen am Hofe war. Kernstück hierbei war die Wertigkeit des Stoffes, wobei dies, bei Brokat und Seide wohl keinen großen Raum für Interpretationen liefern dürfte. Hinzu kamen einige Edelsteine, zum größten Teil Rubine, in dem gleichen Farbton wie das Phönixkleid, dass sie auf dem Ball getragen hatte.
„Es freut mich ungemein dich zu sehen.“ Er verneigte sich und küsste ihre Hand, nachdem sie diese zum Gruß hin ausgestreckt hatte. „Und ich denke Politik ist das letzte, womit du dich befassen willst, oder? Ich selber habe nur ein paar Gedanken mit Herrn Xeldaric ausgetauscht, nichts weiter. Es war … nur ein kurzer Gedankensprung.“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 8:22 pm

Alvias, von dem überschwänglichen Empfang durch und durch überrascht hob die Brauen und blickte kurz zwischen Hisoka und Adriana hin und her, ehe er mit den Schultern zuckte.
Adriana schien allgemein eine anziehende Wirkung auf die Männerwelt zu haben, wenngleich diese Wirkung auch auf ihn keinerlei Einfluss zu haben schien. Sie war hübsch, das musste er zugeben wenngleich auch ihr Gesicht ein wenig zu kantig war und sie für seinen Geschmack viel zu mager wirkte. Aber vielleicht wurde er auch einfach nur alt oder in all den Jahren, in denen er verheiratet war war seine ehemalige Triebhaftigkeit ausgetrieben worden. Er liebte Coreen und würde niemals mehr eine andere Frau auch nur berühren wollen.
Ander sah dies mit Hisoka aus, dessen leuchtenden Augen ihn wie ein Abbild Noahs erscheinen ließen. "Darf ich das so verstehen, dass ich störe?" fragte er schließlich belustigt auf Hisokas Äußerung
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 8:30 pm

Adriana lächelte lediglich sanft über Hisokas überschwängliche Begrüßung, welche er ihr zuteil werden ließ und die sie einmal mehr bestätigte sie jene Reaktion während die Zauberin mit ein paar wenigen Schritten den Teil des Raumes durchmaß und schließlich vor der großen Karte stehen blieb, die Alvias auf einem der Tische ausgebreitet hatte. Ihre hellen Augen glitten über die Karte und prägten sich militärische Standorte und Kasernen genauer ein während ihre schlanken Finger beinahe sanft über die kunstvolle Aufzeichnung des Landes glitten. "Ich beschäftige mich gern mit der Politik, schließlich bin ich ebenfalls ein Mitglied des Kronrates und es liegt gewiss auch in meinem Interesse, was aus diesem Land wird, indem ich ebenfalls ein Zuhause gefunden habe", antwortete sie schließlich in Hisokas Richtung ehe ihre Aufmerksamkeit hinüber zu Alvias glitt, über den sie noch einmal ihren Blick schweifen ließ. Sie hatten sich beide zu Beginn nicht allzu gut verstanden, er hatte ihr gezürnt, dass sie dafür gesorgt hatte, dass er und seine Frau eingekerkert worden waren, doch mit der Zeit war auch jenes Misstrauen geschwunden und im Stillen war Adriana durchaus dankbar dafür, dass sie inzwischen normal miteinander sprechen konnten.
"Ihr stört nicht, Alvias. Im Gegenteil - ich möchte keineswegs Eure Unterredung so einfach unterbrechen, allerdings würde ich gern daran teilnehmen, wenn ihr beide es gestattet", führte sie dann in seine Richtung hin aus und zog sich mit einer einzigen kurzen Handbewegung einen der großen Sessel an die Karte heran und ließ sich auf eben jenen hinab sinken. Gelassen legte sie ihre Arme auf den Lehnen des Sessels ab und seufzte vernehmlich ehe sie die Schultern wieder straffte und ihren Geist zur Wachsamkeit rief. "Ihr wart also soeben bei einem Gespräch über ein Bündnis Fyonara, das der König anstrebt. Allerdings erklärt das nicht die große Karte, die Ihr ausgebreitet habt, Alvias, und ich schätze nicht, dass Ihr momentan über die Teilnahme an dem Kreuzzug gegen Ryanti nachdenkt."
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 8:43 pm

"Zumindest nicht, solange die Kirche nicht derart starrköpfig ist trotz allem los zu ziehen nur um danach zu versagen und mit Ryanti im Schlepptau zu uns zurück zu kehren, nein" antwortete Alvias und schüttelte den Kopf. Am Kreuzzug teilnehmen - das fehlte gerade noch, nach alldem was dieses Land bereits hatte durchmachen müssen. Was sie nun brauchten war Stabilität - und einen Grund weswegen er endlich die Hinrichtung Ryan Velaryons durchsetzen konnte.
Der jüngere Bruder der Velaryons war für seinen geschmack bereits zu lange an der Macht und nach allem was er getan hatte ihm nun auch noch die Möglichkeit zu geben Bündnisse und gute Kontakte mit den Elfen zu schmieden - Kontakte die sie nicht kontrollieren konnten und die Ryan möglicherweise irgendwann gegen sie verwenden konnte, wenn er die Elfen irgendwie zu täuschen vermochte.
"Nein, es geht mir nur um den Schutz des Landes!"
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 10:07 pm

"So geht es auch mir", antwortete Adriana lediglich mit einem seltsamen Lächeln auf den Lippen, das nur für einige wenige Sekunden lang darauf haften bleiben wollte ehe es sich selbst wieder im Nichts verlor während die Zauberin ihren Blick erneut hinab zu der Karte richtete, die vor ihr ausgebreitet war und auf die sie momentan weit lieber ihre Aufmerksamkeit richtete. Den Schutz dieses Landes - war es nicht heuchlerisch von ihr zu behaupten, sie würde ebenso nur daran denken, wo sie doch gerade erst vor einer knappen Stunde ein paar Briefe losgeschickt hatte, in denen neue Informationen verzeichnet gewesen waren, die von den mächtigen Herren gebraucht wurden, an deren Fäden sie hing. Das Vertrauen, das sie in Alvias Augen sah als er darüber sprach, schmerzte mit einem Mal tief in ihrer eigenen Brust, doch es blieb ihr nichts anderes übrig als den Kopf noch einmal zu schütteln, um jene lästige Gedanken fortzuwischen und sich stattdessen wieder auf das Gespräch zu konzentrieren, das sie hier gemeinsam führten und dessen Ende sie dringend benötigte, wenn sie Elijah und sich weiterhin am Leben halten wollte.
"Dieser Kreuzzug ist ohnehin lediglich eine Farce. Ein Spiel, das die Kirche eingefädelt hat, um die Macht des Königspaares zu mindern, von dem sie ohnehin nichts hält und wenngleich es auch notwendig war, dass ein neues Kirchenoberhaupt eingesetzt wurde - der Widerwillen wird nicht enden und der Verrat der Kirche reicht tiefer und wird in den Herzen der Gläubigen verinnerlicht sein. Wenn wir etwas ändern wollen, müssen in erster Linie Menschen wie Ryan oder Brandon Velaryon sterben - sie sind es, die Zwietracht säen und so ungern ich diese Äußerung auch Kund tue und verurteilt mich ruhig dafür - Beweise werden wir auf irgendeine Art schon gegen sie finden, die es rechtfertigen."
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 10:17 pm

„Ihn und den halben Hofstaat, denn wie sich in der Historie zeigt gibt es mehr als genug Adlige in diesen Ländern die von Treue in etwa so viel wissen wie ein verdammter Raubritter. Sie richten ihre Fahne einfach nach dem Wind und wenn es nicht einer der Velaryons sein wird, so wird irgendwann jemand anderes versuchen sich so viele Titel einzuverleiben, derart viel Macht anzuhäufen, das er sich bald selbst Herrscher des Landes nennen kann. Was eure Aussage gegenüber dieser Familie natürlich nicht schmälert. Man müsste ihren Tod … elegant, nein – zielgerichtet nutzen. Zeigen das jeder der sich gegen die Krone auflehnt oder zu früheren Zeiten auflehnte, auf ewig ein Feind bleiben wird. Allerdings arbeiten wir dann mit dem gleichen, närrischen Bestreben, mit dem auch die Kirche arbeitet, die diesen verdammten Krieg ausgerufen hat, auch wenn dieser Ruf glücklicherweise nicht sehr weit ging.“
Es konnte nichts derart plumpes und einfaches sein, was diesem Land wieder Stabilität und Sicherheit brachte. Vielleicht würde es auch einfach die Zeit erledigen und sie alle machten sich zu wenig Sorgen, oder aber es müsse fortan einfach mehr Präventivschläge geben. Natürlich im geheimen, andernfalls könnte man zu einfach davon sprechen, das jeder der auch nur ein falsches Wort sagte, mundtot gemacht würde, doch eine andere Alternative fiel ihm nicht ein.
„Ein Nest voller Schlangen. Und es gibt denkbar wenige Möglichkeiten die wenigen harmlosen Tiere in diesem Wust zu erkennen sie zu verschonen wenn man mit der Ausräucherung beginnt. Ebenso läuft man Gefahr, bei dieser selbst zu Schaden zu kommen.“ Seine Hand glitt langsam nach vorn und umschloss die der Hofzauberin. „Adriana.“ Murmelte er leise. „Steht euch vielleicht der Sinn nach einem Ausritt?“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 10:26 pm

Alvias hatte sich mit wachsender Ungeduld Hisokas Vortrag angehört und dabei mit dem Fingern auf dem Schreibtisch getrommelt. Er wollte sich diese Verschwörungstheorie nicht mehr weiter mit anhören. Mochte er auch in begrenztem Rahmen recht haben - dies laut vorzutragen wo sie doch wie er selbst sagte nicht wussten wer Freund und Feind war - zeugte von großer Dämlichkeit.
Ebenso wollte er keine weiteren Mordtheorien mehr von dem Bruder des Kaisers hören, der trotz allem zumal mehr durch Feste als durch taten aufgefallen war - auch seine leicht herablassende Art war Alvias leicht aufgestoßen, wenngleich auch nicht zu sehr - er hatte immerhin lang genug mit adligen zu tun gehabt. Nun jedoch einen ungezielten Angriff auf das wohltrefflich genannte Schlangennest zu führen war, als wollte Hisoka unbedingt einen Erfolg aufweisen und das schmeckte Alvias ganz und garnicht.
Doch ehe er auch nur ein Wort erwidern konnte, war Hisoka gänzlich umgeschwungen was seine Thematik betraf und turtelte nun wieder mit der Hofmagierin. "Ich denke, dass ist mein Stichwort mich nun wirklich zurück zu ziehen" seufzte er schließlich und gab sich geschlagen
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Sep 14, 2014 10:35 pm

Hisoka kam ihr in die Quere bei Gesprächen, die sie im Grunde genommen dringend brauchte und sie waren noch nicht einmal auf den Grund der Karte gekommen, die noch immer hier ausgebreitet lag und deren wahren Zweck sie bislang noch nicht hatte ergründen können, doch einstweilen konnte sie ihrem Unmut keinen Raum machen und rang sich zu einem tapferen Lächeln durch während sie Alvias dabei beobachtete, wie er den Raum verließ. Sie würde sich später bei ihm für Hisokas Benehmen entschuldigen müssen und ihn noch einmal um ein Gespräch bitten, fern aller anderer Ohren und vor allem fern aller anderer Augen, aber einstweilen forderte Hisoka nun ihre Aufmerksamkeit und langsam erhob sie sich von ihrem Platz und strich sich mit einer Hand ein paar der dunklen Strähnen über die Schulter zurück. Ihre Herren verlangten Antworten, Informationen, die sich nicht länger nur mit Trivialitäten befassten und Adriana fürchtete sich davor, was geschehen würde, wenn sie der Abmachung nicht nachkam, die sie mit ihnen geschlossen hatte. Ihre Absolution lag gut verwahrt bei Elijah im Anwesen, unterschrieben und gekennzeichnet, bereit ihr ein neues Leben in Freiheit zu ermöglichen, in einem Land, von dem sie geglaubt hatte, sie würde es niemals mehr wiedersehen dürfen - es galt nun nur noch durchzuhalten.
"Ich würde gern ausreiten. Das Wetter mag zwar ein wenig stürmisch sein, aber ich denke, wir können beide ein wenig frische Luft vertragen, gerade in Anbetracht all der staubigen Bücher, mit denen du dich bisweilen sehr häufig befasst", lautete schließlich ihre Antwort, die von einem charmanten Lächeln begleitet wurde, das auf ihren Zügen den Platz gefunden hatte. Vielleicht half ihr der Ausritt wirklich auf andere Gedanken zu kommen, die düsteren Vorahnungen zu vertreiben, die erneut Platz in ihrem Geist gefunden hatten und die sie nur zu gern loswerden wollte.

tbc: draußen
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Okt 05, 2014 9:27 pm

Leise grummelte der Wolf zu ihren Füßen, als er seine Schlafposition veränderte und sich zur Seite drehte, damit dafür sorgte, dass Ileana den Blick von dem Buch hob, das auf ihrem Schoß lag und ihre müden Augen hinab zu Fenrir richtete, der zu ihren Füßen am Boden lag und der wohl der Einzige von ihnen beiden war, der sich in dem warmen Raum wirklich wohl zu fühlen schien. Die Bibliothek war inzwischen jener Ort, an welchem sie sich immer öfter aufhielt, Geschichten über andere Zeiten in sich aufsog und sich in jenen kurzen Augenblick verlor, in welchen sie glaubte, es würde jemand kommen und etwas verändern, aber wenngleich sie auch Tag um Tag und Stunde um Stunde gewartet hatte, es war niemals jemand gekommen. Sie fühlte sich in einer Schleife gefangen, jeder Tag glich dem anderen, niemals veränderte sich irgendetwas und die Menschen mit denen sie sprach, blieben ebenfalls dieselben, aber niemals waren es diejenigen, die sie wirklich sehen wollte.
Aiko war nur noch selten bei ihr, kehrte oft erst spät in der Nacht zurück in das Schlafzimmer, ab und an blieb er ihr gänzlich fort und war morgens lange verschwunden, bevor sie überhaupt erwacht war. Sie hatte Gerüchte gehört über die die Dienerschaft immer wieder sprach, Gerüchte davon, dass er ihrer überdrüssig war und sich neuen Vergnügungen zuwandte und hatte sie es zu Beginn auch nicht glauben wollen, so war jener Widerstand in ihr inzwischen gebrochen. Sie hatten kaum mehr miteinander gesprochen seit sie ihr Kind verloren hatte und er hatte sich danach immer weiter von ihr distanziert, schenkte ihr weder einen einzigen Blick, noch ein einziges Wort der Zuneigung und inzwischen begann sie selbst zu glauben, sie sei ihm inzwischen gleichgültig geworden. Er war es, der Adriana fort geschickt hatte, die zuvor ihre einzige Vertraute gewesen war und damit hatte er ihr den einzigen Menschen genommen, mit dem sie noch hatte reden können - geblieben waren ihr der Klatsch des Hofes, ihr Wolf und die Bücher, über denen sie nun erneut saß. Vielleicht hätte sie es ihm gleich tun sollen, vielleicht hätte sie sich an andere wenden sollen, um ihn endlich wieder wach zu rütteln, aber die mahnenden Worte der Kirche, jener Beichtväter, die sie bei jedem Gottesdienst in den Ohren hatte, hielten sie davon ab.
Das, was übrig blieb, war der Gram, der tief in ihr verborgen war und der Schmerz, der sie immer wieder hatte weinen lassen. Jedes Mal aufs Neue hatte sie sich in den Schlaf geweint, wenn er sich von ihr fortgedreht hatte, leise genug als dass er nichts davon hätte mitbekommen können bis sie schließlich vor Erschöpfung eingeschlafen war. Inzwischen waren diese Tränen versiegt, doch den Schmerz hatten sie nicht betäubt. Er nahm es ihr übel - zürnte ihr, dass sie an der Hochzeit nicht glücklich gewesen war, zürnte ihr davor, dass sie unfähig gewesen war, sein Kind zu behalten und dafür, dass sie vermutlich nicht einmal das war, was er sich vorgestellt hatte. Dass sie ein langweiliges, junges Ding war, das nichts von der Welt wusste und wenn sie ehrlich war, dann konnte sie es ihm noch nicht einmal verdenken. Er war jetzt gefesselt in einer Ehe, die ihm keine Freude bereitete und ihm ein Land gebracht hatte, dass so viel desolater war als er zu glauben vermocht hätte.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Okt 05, 2014 10:00 pm

Die Tür wurde geöffnet und mir ruhiger Hand, leise wieder geschlossen. Er wusste, wie allergisch die Archivare auf Lärm reagierten, darum schlich er geradezu auf Ileana zu, räusperte sich und legte ihr vorsichtig die Hand auf die Schulter. "Euer Majestät.", grüßte Brandon Ileana kurz und mit einem schüchternen Lächeln. Sie hatten seit ihrer Hochzeit nur eine spärliche Korrespondenz unterhalten und auch bei seinen Besuchen war es nicht über ein paar Höflichkeitsfloskeln hinaus gegangen, aus dem Grund, dass er, und womöglich auch Ileana, nicht die Missgunst von Aiko oder Coreen hatten heraufbeschwören wollen. Doch nun, nach so langer Zeit, nach allem was geschehen war und nachdem Aiko auch nicht im Schloss, geschweige denn im Land war, hatte Brandon es sich nicht nehmen lassen wollen, wirklich mit Ileana zu reden. Sie hatte ja kaum noch jemanden mit dem sie reden konnte, außer Noah hatte es nie wirklich viele gegeben, soweit er wusste.
Brandon setzte sich auf den Stuhl neben ihr und gab Fenrir einen Knochen den er sich aus der Küche hatte geben lassen. Diesen nahm der halbschlafende Hund gierig in sein Maul. "Vielleicht mag er mich dann etwas lieber.", erklärte Brandon grinsend und blickte Ileana in die Augen. Man sah ihr an, was sie in den letzten Monaten alles hatte mitmachen müssen, wie viele Entbehrungen sie erlebt hatte. Brandon versuchte etwas aufmunternder zu blicken. "Es... es tut mir leid, dass ich nicht da war... Ich... Ich hätte mich nicht so von dir zurück ziehen dürfen.", entschuldigte sich Brandon bei ihr und fuhr sich unsicher durchs Haar.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Okt 05, 2014 10:31 pm

Überrascht hatte sie aufgesehen als sich plötzlich eine Hand auf ihre Schulter gelegt hatte und statt der üblichen Besucher, die sie sporadisch hier gehabt hatte, stattdessen in das Gesicht von Brandon sah. Sie hatte mit vielem gerechnet aber nicht ausgerechnet mit ihm, insbesondere nachdem sie wusste, wie Aiko all das sah und wie gern ihn ihre Ahnen oder er selbst hängen sähen würden - es waren so oft Drohungen und Verwünschungen gefolgt, so oft waren unschöne Worte über die Velaryon gefallen, dass sie inzwischen nicht einmal mehr wusste, welchen Verleumdungen sie eigentlich noch Glauben schenken sollte. "Brandon ...", flüsterte sie den Namen des Freundes leise und ein bitteres Lächeln umspielte ihre Züge ehe sie sich aufrichtete, nachdem sie das Buch in ihren Händen zugeschlagen und es zur Seite gelegt hatte.
"Wenn sie dich hier sehen ... wenn sie sehen, dass du mit mir sprichst, werden sie dich verbannen ... er ist nicht gut auf dich zu sprechen, er wird dich hängen lassen, wenn er dich bei mir sieht und keiner meiner Aufpasser dabei ist ...", versuchte sie ihm leise klar zu machen und griff nach seinen Händen in der Hoffnung, sie könne ihn damit davon überzeugen, welch furchtbar schlechte Entscheidung es für ihn gewesen war, hierher zu kommen. Sie war glücklich darüber ihn zu sehen, ihn bei sich zu haben um mit ihm zu sprechen und vielleicht all die Dinge zum Ausdruck bringen zu können, die sie bislang für sich behalten hatte, aber der Funke der Angst um ihn selbst - jener Funke, der ihr die grauenhaftesten Bildnisse vor Augen führte, war stärker als die Erleichterung.
"Es wird ihnen egal sein, wer du bist und wer deine Familie ist ... das gibt ihm doch nur noch mehr Grund. Ich will nicht, dass du meinetwegen hingerichtet wirst ..."
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Okt 05, 2014 11:03 pm

Brandon gab ein leises Lachen von sich, während er ihre Hände nun in die seinen nahm und sich zu ihr vorbeugte. "Ich habe versprochen bei dir zu bleiben. Ich habe dir geschworen, dass du nicht einsam sein sollst.", erklärte Brandon ihr und schenkte ihr ein Lächeln. "Weißt du nicht mehr? Damals auf der Tribüne, während des Turniers? Ich habe es nie vergessen, doch viel zu oft schon gebrochen.", sagte Brandon in dessen Stimme die Bitterkeit immer weiter Einzug hielt. Er hatte die Worte so ernst gemeint, hatte sie sich bis heute eingeprägt und doch sooft dagegen gehandelt. Entweder hatte er nicht gekonnt, oder er hatte ihr nur keine Prbleme bereiten wollen, mit ihrer Verwandtschaft oder ihrem Mann, doch es schien ihr dadurch auch nicht wirklich besser zu gehen. In der letzten Zeit hatte er immer versucht sich damit zu vertrösten, dass hier doch genügend Leute waren, dass sie sich nicht einsam zu fühlen braucht. Damit hatte er offensichtlich falsch gelegen.
Er seufzte und hielt noch immer ihre weichen Hände in den seinen, blickte zu Boden und versuchte sich über seine nächsten Worte klar zu werden. Dann blickte er ihr in die wundervollen Augen. "Ich habe wirklich versucht es zu vergessen.", begann Brandon mit brüchiger Stimme. "Ich habe versucht nicht mehr mit dir zu reden, mich nicht in Gefahr zu bringen und deinem Glück nicht im Weg zu stehen. Aber ich sehe ja, dass nicht ich es war der deinem Glück im Weg stand... Ich habe so lange versucht meine Gefühle für dich zu vergessen, die Erinnerungen die wie teilen... mein Versprechen an dich.", versicherte Brandon ihr und glitt von dem Stuhl, ging vor ihr auf die Knie. Alles was er sich so lange vorgeworfen hatte kam nun erhaus, bat um Verzeihung, flehte um Vergebung, fürchtete sich davor zurück gestoßen zu werden. "Das hätte ich nicht tun dürfen. Ich hätte dich nicht allein lassen dürfen, wissend dass es doch falsch war. Ich hätte nicht versuchen dürfen dich zu vergessen... Es... Es tut mir so unendlich leid. Bitte, bitte vergib mir.", flehte er zu ihren Füßen, den Kopf auf ihre Hände sinken lassend. "Ich liebe dich noch immer, nach all der Zeit.", wisperten seine Lippen, als wäre es ein böser Fluch, der keinem zu Ohren kommen dürfte.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Okt 05, 2014 11:26 pm

In all der Dunkelheit, in welcher sie bislang ihr Dasein gefristet und die letzten Monate überdauerte, löste sich mit einem Mal ein Licht, welches in Form von Brandons Worten an ihre Ohren heran drang und ihr ein Lächeln auf die Lippen zauberte, das den Gram und das Leid der letzten paar Monate davon fegte und eine Mauer zerriss, die sie um sich herum errichtet hatte, um zu verhindern, dass sie unter dem beißenden Gefühl an Einsamkeit zu Grunde ging. Behutsam, beinahe vorsichtig glitten ihre Hände unter seinem Kopf hervor, den er darauf abgelegt hatte und glitten sanft durch das blonde Haar desjenigen, der bislang doch immer sein Versprechen gehalten hatte - als wohl Einziger in ihrer Umgebung. Er war derjenige, der sie niemals im Stich gelassen hatte und der trotz all der Gefahr, die hier für ihn herrschte, auch hierher gekommen war, nur um ihretwegen und nicht weil er etwas von ihr forderte, das sie ihm nicht geben konnte.
"Ich vergebe dir ...", flüsterte sie leise während sie um die Tränen in ihren Augen kämpfte, darum kämpfte, dass sie nicht erneut begann zu weinen, wie es so unzählige andere Male der Fall gewesen war. Noah war einfach gegangen, Aiko entzog sich ihr und ihre Ahnen hatten seit Monaten mehr mit dem Militär oder der Verwaltung des Reiches zu tun als dass sie in ihnen noch einen Ansprechpartner sehen konnte - ein Land, das sie eigentlich hätte führen sollen und dass ihr nach dem Verlust ihres Kindes vollkommen aus den Händen genommen worden war, offiziell um sie zu schonen, inoffiziell wohl weil sie zu jung für all das war. Seither hatte sich nichts geändert und sie hatte es hingenommen, hatte sich in Trauer um ihr Ungeborenes und um den Verlust all ihrer Lieben zurück gezogen.
"Ich bin froh, dass du nicht vergessen hast ... dass du mich nicht aufgibst ... als Einziger", flüsterte sie weiterhin, weil sie glaubte Brandon eine Antwort zu schulden und schluckte noch einmal schwer während sie ihm geistesabwesend weiter über die blonden Haare streichelte. "Danke ... Brandon ... für alles, dass du bei mir bist ... ich will nicht, dass du noch einmal gehen musst ..."
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BeitragThema: Re: Bibliothek   So Okt 05, 2014 11:58 pm

Seit dem Tag, an dem sein Großvater der Hölle entstiegen war, war alles immer schlimmer geworden. Er hatte Ileana verlassen müssen, weil sein Onkel nicht gegen Thomas hatte aufbegehren können, er hatte nicht zurückkehren können, weil Ungeheuer in geschnappt und gefangen gehalten hatten, und auch seine Freiheit hatte ihn nicht zu ihr zurück geführt, weil Teirm zerstört und seine Mutter gebrochen worden war. Immer mehr hatte er versuchen müssen, sich nicht von seinen Gefühlen übermannen zu lassen, bis sie auf der Hochzeit beinah ins Gegenteil gestürzt wären. Doch nun hatte er sich nicht mehr zurück halten können; Auf Distanz mit seiner Mutter, mit seiner ganzen Familie, ständig umgeben von heuchlerischen Aristokraten und Bittstellern und einem Tisch voll scheußlicher Briefe, scheußlicher junger Frauen, die erfahren hatte dass er im heiratsfähigen Alter war. Und all seine Gedanken und Gefühle waren von Tag zu Tag mehr Ileana zu geflogen, hatten alle Befürchtungen und Zweifel hinfort gefegt, hatten ihm die Augen geöffnet, für die einzige und wahre Liebe, die er in diesem Leben hatte kennen lernen dürfen. Er war sich klar geworden, wie dumm er doch gewesen war, sich nach der Hochzeit so von ihr zu entfernen, in dem Irrglauben einer von ihnen könnte wahrhaft glücklich werden.
"Wie könnte ich dich wundervolles Geschöpf je vergessen, wie sollte ich dich aufgeben, ohne meine Seele zu verlieren?", fragte Brandon und blickte zu ihr auf, schenkte ihr ein brüchiges Lächeln, das von all den Vorwürfen und der Trauer sprach, es je auch nur versucht zu haben. Sie gehörten zusammen, das war ihm nun endgültig klar, welchen Grund gebe es sonst, dass alles so furchtbar verlaufen war, seitdem sie versucht hatten sich aus dem Weg zu gehen, seitdem sie versucht hatten ihre Gefühle zu vergessen. Seitdem sie sich das erste Mal gesehen hatten, waren ihre Schicksale untrennbar voneinander verknüpft worden, zu einem Band das alles aushalten und den Tod überdauern würde. Brandon genoss die Berührung von Ileanas zarten Fingern, die ihm vorsichtig durch das Haar glitten und er streckte die Hand so zögerlich aus, als würde er fürchten ihr Antlitz und dieser Moment könnten sich in Schall und Rauch verflüchtigen, wenn er nun ihre Wange berührte. Sanft glitten seine Finger über ihre weiche Haut und sein Lächeln wurde ehrlicher. "Weine nicht, ich bin bei dir...", bat Brandon. "Ich bin da und will bleiben, dich nie mehr verlassen."
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Elijah Chamberlain

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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Okt 06, 2014 12:11 am

Elijah hatte in einem der Bücher der großen Bibliothek geblättert und sich die Zeit damit vertrieben bis Adriana ihrem Bad wieder entstiegen wäre. Auch sein Haar war nun wieder gekürzt, er war gewaschen und fein herausgeputzt. In den Zwirn eines Höflings gekleidet hatte er so einfachen Zugang zur Bibliothek erhalten und hatte eines der Bücher weiterlesen wollen, welches er damals als er noch unter dem Alter Ego des jungen Ritters unterwegs gewesen war angefangen hatte. Als er nun jedoch leise und geflüsterte Stimmen vernahm schlug er das Buch leise zu und glitt in Richtung der Stimmen - achtete dabei jedoch darauf weiterhin im Schatten der Bücherregale zu bleiben. Als er schließlich so nahe gekommen war, dass er etwas verstehen konnte blieb er stehen, lehnte sich mit dem Rücke gegen das Regal welches ihn von den beiden Sprechenden trennte und schlug das Buch wieder auf um so zu tun als würde er lesen. Die eine Stimme konnte er direkt der jungen Königin zuordnen aber auch die andere Stimme kannte er noch von der Hochzeit, auf welcher er einst auf Adriana aufmerksam geworden war - es war Brandon Velaryon, welcher Liebesschwüre auf die Königin schwor. Und das während der König momentan nicht einmal im Schloß war. Ist die Katze aus dem Haus tanzen die Mäuse auf dem Tisch - na das könnte ja interessant werden er lächelte ein wölfisches Lächeln und ein blauer Glanz trat in seine Augen. Der junge Velaryon würde sich möglicherweise sogar gut erpressen lassen. Es war ein interessantes Schauspiel, ein hin und her zweier Tjostierer, welche sich niemals mit der Lanze trafen. Das ist wirklich Gold wert...
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Okt 06, 2014 12:15 am

Der Moment war zu hoffnungsvoll, zu selig als dass sie hätte glauben können, dass all das noch wahrhaft geschah, dass wirklich gerade hier ein Mensch war, der bei ihr saß und der sich Zeit nahm, um sie zu trösten und nur um ihrer selbst willen hier bei ihr saß. Ein Mensch, den sie sich nicht erträumen musste und der nicht in zwei Minuten von einem anderen Thema belastet, aufsprang um sich anderen Dingen zuzuwenden während sie hier sitzen blieb und sich abermals zurück in sich selbst ziehen musste - Brandon war hier, saß bei ihr und versprach ihr, dass er sie nicht mehr verlassen würde und zum ersten Mal seit so langer Zeit glaubte sie diesem Menschen die Worte, die sie gerade hörte. Sanft griff sie nach seiner Hand, die noch immer an ihrer Wange lag und hielt selbige umschlossen, strich immer wieder darüber, um sich selbst noch einmal davon zu überzeugen, dass sie nicht träumte und hatte sie zuvor noch die Furcht gehabt, es würde jemand hier hinein stürmen und Brandon von ihr fortzerren, so begann sich auch eben diese Furcht nach und nach zu legen und für Erleichterung in ihr zu sorgen, die sie kaum mehr in Worte fassen konnte.
"Ich ... hab dich gar nicht verdient ... ich hab damals den Brief verbrannt, weil ich gedacht hab, es würde alles einfacher machen, aber das hat es nicht ... es hat gar nichts einfacher gemacht außer, dass mich noch jemand einfach verlassen hat", sagte sie dann leise und wischte sich mit der freien Hand die Tränen von der Wange, die darüber geronnen waren und nun drohten von ihrem Kinn hinab auf die Gewänder zu fallen, die sie am Leib trug und in denen sie sich selten so eingeschnürt gefühlt hatte, wie in diesem Augenblick, indem ihr der Kloß im Hals das Sprechen und Atmen ohnehin schon schwer machte. "... ich wollte dich nicht gefährden, indem du bei mir bist. Ich wollte nicht, dass jemanden etwas geschieht, der mir wichtig ist ...", beendete sie ihre leisen Worte nur wenig später und schloss die brennenden Augen, als könne sie damit dafür sorgen, dass es ihr leichter fiel, die Tränen zum versiegen zu bringen, die unaufhörlich weiter über ihre Wangen rollten. Sie sollte nicht weinen, sie sollte hier nicht sitzen und darüber trauern, was geschehen war - sie sollte aufrecht stehen, sollte sich wie die gebaren, die sie nun einmal war, aber genau das wollte sie nicht sein - sie wollte nur einen einzigen Tag frei sein, nur einen einzigen Tag wieder das glückliche Bauernmädchen sein, das sie einst gewesen war und dass inzwischen wohl bereits längst unter Kummer und Pflicht erstickt war.
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BeitragThema: Re: Bibliothek   Mo Okt 06, 2014 12:51 am

Brandon streckte sich ihr entgegen, überwand diese kurze Distanz, die für all die Zeit und die Meilen stand die sie getrennt waren, und umschloss erst ihre obere und dann die untere Lippe mit den seinen. Ihre Lippen waren so zart und süß, benetzt von ihre Tränen, die ihren Augen immer weiter entronnen, ohne das ein Ende in Sicht war. Er hatte es tun müssen, er hatte diesen Moment versiegeln und perfekt machen müssen, mit diesem einen Kuss, er hatte es tun müssen, bevor er vorbei war, ehe all das hier nur noch eine Erinnerung war. Es musste so geschehen, es musste so sein, denn seine Angst die Türen könnten auffliegen und jemand könnte in diese Szenerie, in diesen Moment der Hoffnung und des Glücks, platzen und ihn zerstören, war zu groß. Was würde geschehen, wer würde sie verraten? Brandon wusste, dass ihnen so viel Glück hier nicht lange vergönnt bleiben würde und doch waren sie nur zusammen glücklich, nur wenn er bei ihr und sie bei ihm war, konnten sie glücklich sein. Wie nur konnte diese Welt so grausam sein?
"Ich bin hier Ileana... Ich habe dich nicht verlassen... Wir waren zu jung um zu wissen, dass wir nicht alles vergessen könnten...", wisperte Brandon ihr zu. Auch sie hatte nie aufgehört ihn zu lieben, warum sonst hätte sie den Brief verbrennen sollen? Hätten er und diese Zeilen ihr nichts bedeutet, hätten sie nichts in ihr ausgelöst, hätte sie sie behalten, hätte sie sie aufbewahren können. Doch sie hatte sie vernichtet. Sie beide waren viel zu verblendet gewesen. "Ich weiß, du würdest nie jemanden in Gefahr bringen. Doch ich kann nicht gehen, ich kann dich nicht zurück lassen und keine Strafe dieser Welt, nichts womit sie mir drohen, könnte mich noch länger von dir fern halten.", versicherte ihr Brandon und strich mit seiner Hand eine Träne von ihrer Wange, die in einem steten Strom darüber hinweg glitten. "Du bist alles was ich habe, alles was ich will und ohne dich, machte mein Leben keinen Sinn mehr. So war es und so ist es noch, Ileana.", erklärte er ihr und sprach ihren Namen mit soviel Ehrfurcht aus, als sei es der Name einer Gottheit.
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