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 Gärten

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BeitragThema: Gärten   Sa Aug 09, 2014 10:56 pm

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BeitragThema: Re: Gärten   Mi Sep 17, 2014 12:07 am

Aiko war seit beinahe einer Woche hier. Er hatte sich die Stadt und kleine Teile des Umlandes zeigen lassen. Immer wieder hatte er mit Aurelius geredet - sei es beim gemeinsamen Essen gewesen oder bei einigen Rundgängen durch die Stadt, wenn der Herrscher diese Zeit erübrigen konnte. Und erstaunlicherweise hatte Aiko feststellen müssen, dass Aurelius und er zwar verschieden waren wie Tag und Nacht - sie jedoch nicht gänzlich ohne Gemeinsamkeit waren.
"Ich weiß, dass ihr die Friedfertigkeit meines Volkes als schwäche anseht" erklärte Aiko schließlich während eines Spazierganges durch den Park, welchen er Seite an Seite mit Aurelius bestritt. "Aber dies liegt an unserer Geschichte begründet. Kennt ihr die Anfänge unseres Reiches?" fragte er leise und hob die Brauen, ehe er zu erzählen anfing. "Die Geschichte spielt vor langer Zeit. Damals gab es weder Aurea noch den Weg des Chi. Und die Auri hatten noch nie von Magie gehört. Die Geschichte handelt davon, wie diese Dinge entstanden sind. An der ersten Schule der Auri wurde nicht die Magie unterrichtet, wie man erwarten könnte. Ihr Gründer war ein Mann namens Aethe, der nach vollkommener Beherrschung von Pfeil und Bogen strebte. Ihr müsst wissen, dass der Gebrauch des Bogens damals sehr verbreitet war und seine
Beherrschung als hoch angesehene Kunst galt. Wir lebten als Schäfer und Bauern und wurden von unseren Feinden hart bedrängt. Der Bogen war die beste Waffe für unsere Verteidigung. Aethe wollte ursprünglich gar keine Schule gründen.
Damals gab es keine Schulen. Er wollte nur seine Fertigkeit im Bogenschießen verbessern. Er widmete sich dieser Aufgabe mit ganzer Kraft, bis er auf dreißig Schritt Entfernung einen Apfel vom Baum schießen konnte. Dann übte er weiter, bis er den Docht einer brennenden Kerze traf. Bald blieb als einzige Herausforderung noch ein im Wind hin und her flatterndes Seidentuch. Aethe übte weiter, bis er im Voraus spürte, aus welcher Richtung der Wind wehen würde, und ab da traf er auch das Tuch. Die Kunde seiner großen Kunst verbreitete sich, und schon bald wurde er von anderen aufgesucht. Unter ihnen war eine junge Frau namens Rethe. Erst zweifelte Aethe, ob sie überhaupt stark genug sei, den Bogen zu spannen, doch schon bald galt sie als seine beste Schülerin. Das alles ereignete sich wie gesagt vor langer Zeit und viele Meilen von hier entfernt. Die Auri ließen sich damals noch nicht vom Geist des Chi leiten, und es waren rauhe, kriegerische Zeiten. Oft töteten die Auri sich gegenseitig, sei es aus Stolz, im Streit oder als Beweis ihrer Überlegenheit. Viele forderten Aethe als den größten Bogenschützen heraus. Doch wer ein im Wind wehendes Seidentuch trifft, für den ist der menschliche Körper ein leichtes Ziel. Aethe tötete seine Herausforderer so mühelos, wie man Weizen mäht. Zum Zweikampf erschien er mit einem einzigen Pfeil. Wenn ein einziger Pfeil ihm nicht genüge, meinte er, habe er es verdient, von der Hand des Gegners zu fallen. Aethe wurde älter und sein Ruhm wuchs unaufhaltsam. Er wurde sesshaft und gründete die erste Schule der Auri. Die Jahre vergingen und er bildete viele Auri zu Schützen aus. Wer Aethes Schülern drei Pfeile und drei Münzen gebe, so hieß es, sei mit einem Schlag seine drei schlimmsten Feinde los. Die Schule wurde reich und berühmt und war stolz. Und dasselbe galt für Aethe. Dann kam Rethe zu ihm. Rethe, seine beste Schülerin, die seinem Ohr und seinem Herzen am nächsten stand. Sie sprach mit ihm, und Aethe widersprach. Die beiden stritten sich und schrien dabei so laut, dass es die ganze Schule durch die dünnen Papierwände hören konnte.
Zuletzt forderte Rethe Aethe zum Zweikampf heraus. Aethe nahm an und es wurde vereinbart, dass der Sieger von diesem Tag an die Schule leiten sollte. Da Aethe herausgefordert worden war, wählte er seinen Platz zuerst. Er stellte sich zwischen einige junge
Bäume, die im Wind schwankten und ihm immer wieder Deckung gaben. Unter anderen Umständen hätte er sich nicht mit einer solchen Vorsichtsmaßnahme abgegeben, doch Rethe war seine beste Schülerin und konnte den Wind genauso gut lesen wie er. Mitgebracht hatte er seinen Bogen aus Horn und einen einzigen, spitzen Pfeil. Dann nahm Rethe ihren Platz ein. Sie stieg zur Kuppe eines Hügels hinauf, und ihre Silhouette hob sich deutlich vom wolkenlosen Himmel ab. Sie hielt weder einen Bogen noch einen Pfeil in den Händen. Oben angelangt, setzte sie sich ruhig auf den Boden. Das war besonders merkwürdig, denn man wusste, dass Aethe seinen Gegner manchmal lieber ins Bein schoss, statt ihn zu töten. Als Aethe sah, dass seine Schülerin sich setzte, erfüllte ihn Zorn. Er nahm seinen Pfeil und legte ihn auf. Dann spannte er die Sehne. Rethe hatte sie einst aus ihren langen Haaren für ihn gedreht. Wütend schoss Aethe seinen Pfeil ab. Der Pfeil traf Rethe mit voller Wucht. Hier.“
Aiko deutete auf das Brustbein etwas weiter rechts als das Herz saß. “ Immer noch sitzend, zog Rethe ein langes, weißes Seidenband unter ihrem Kittel hervor. Der Pfeil ragte aus ihrer Brust. Sie riss eine weiße Feder der Befiederung ab, tauchte den Kiel in ihr Blut und schrieb ein vierzeiliges Gedicht. Anschließend hielt sie das Band hoch und wartete. Der Wind wehte es zuerst in die eine, dann in die andere Richtung. Zuletzt ließ Rethe es los. Flatternd stieg es auf, hob und senkte sich mit dem Wind, schlängelte sich zwischen den Bäumen hindurch und drückte sich zuletzt fest gegen Aethes Brust. Das Gedicht lautete:
Aethe, meinem Herzen nah.
Ohne Eitelkeit das Band.
Ohne Pflicht der Wind.
Ohne Blut der Sieg.“

Aiko verstummte für einen kurzen Moment und schluckte – zeigte vor Aurelius keinerlei Gefühlsregung ehe er weitersprach. “Aethe las das Gedicht und erst jetzt erkannte er die tiefe Weisheit seiner Schülerin. Er eilte zu ihr, wollte sich um ihre Verletzung kümmern, doch die Pfeilspitze war so nah am Herzen eingedrungen, dass es unmöglich war, sie herauszuziehen. Rethe lebte nur noch drei Tage und Aethe pflegte sie, von Kummer überwältigt. Er gab die Schule in ihre Hände und lauschte auf ihre Worte. Die Pfeilspitze steckte die ganze Zeit unmittelbar neben ihrem Herzen. In diesen drei Tagen diktierte Rethe neunundneunzig Geschichten und Aethe schrieb sie auf. Diese Geschichten stehen am Anfang unseres Umgangs mit Chi. Sie bilden die Wurzeln von Chi. Am Abend des dritten Tages beendete Rethe die neunundneunzigste Geschichte. Aethe betrachtete sich inzwischen als Schüler seiner Schülerin. Nachdem er fertig geschrieben hatte, sagte Rethe: „Es gibt noch eine letzte Geschichte, die wichtiger ist als alle anderen. Sie wird euch kundgetan, wenn ich aufwache.“ Dann schloss sie die Augen und schlief ein. Und im Schlaf starb sie. Aethe lebte danach noch vierzig Jahre und es heißt, er habe nie wieder getötet. Doch hörte man ihn oft sagen: „Ich habe den einzigen Zweikampf gewonnen, den ich verloren habe.“ Er führte die Schule weiter und bildete seine Schüler zu meisterhaften Bogenschützen aus. Doch außerdem unterrichtete er sie in der Weisheit. Er lehrte sie die neunundneunzig Geschichten, und so wurde Chi in ganzAurea bekannt. Und wir wurden zu dem, was wir heute sind. – Versteht ihr jetzt wieso wir uns so sehr unterscheiden?“
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 3:31 pm


Sie mochte die frische Luft in den Gärten, die Vögel, die hier in den hohen Baumkronen ihr Lied sangen und auf die sie ab und an einen Blick erhaschen konnte, wenn sie ihre Nester verließen, um in der hellen Sonne, die hier seltsamerweise den größten Teil des Jahres zu scheinen schien, ihre Nahrung zu suchen. Es waren beinahe zwei Jahre, die sie nun bereits hier war - in einem fremden Land, fernab ihrer eigenen Heimat, die es nicht mehr gab und all derer beraubt, die sie einstmals geliebt und geschätzt hatte und dennoch war aller Zorn in ihr verraucht, den sie zu Beginn noch empfunden hatte. Er hatte ihr nichts außer Schlägen und böswilligen Worten der alten Hexe gebracht, die hier die Herrschaft über das Haus zu haben schien und damit auch gleichzeitig all die Sklaven und Diener befehligte, die sich hier auch um ihr eigenes Wohl kümmerten.
Man hatte sie niemals vergessen lassen, wer sie im Grunde genommen war, dass sie noch immer die Thronerbin Fyhams war, hatte sie auf Festen und Banketten vorgeführt als wäre sie eine ruhmreiche Errungenschaft eines fremden Landes und mit einem Schmunzeln hatte Eleonore irgendwann begriffen, dass sie genau das doch im Grunde war. Sie war der Beweis dafür, dass Fyonara Fyham erobert hatte und dieses nun gebrochen vor ihnen lag und man hatte sie in die Kleider der fyonarischen Damen gesteckt, hatte ihr die Sprache beigebracht und all jene Dinge, die sie benötigte, um eine Bürgerin des Landes zu werden und selbst, wenn Eleonore noch immer die Geister der Vergangenheit des Nachts quälten, so wagte sie es doch nicht mehr aufzubegehren, denn so zuvorkommend sie hier auch behandelt wurde, so drakonisch waren die Strafen, wenn sie versuchte den Palast zu verlassen, der zu ihrem goldenen Käfig geworden war.
Es waren wohl eben diese Gründe, aus welchen sie die Gärten so sehr mochte und sie geriet ins Stocken als ihr Blick auf eine zusammen gesunkene Gestalt fiel, die auf einer der Bänke saß und seltsam verloren in all dem Grün wirkte. Sie wusste, wer der junge Mann war, der dort saß - wusste, um seine Person und darum, welche Position er hier einnahm, sein Wesen, das sich nach seinem Besuch in Valencia so sehr verändert hatte, dass es selbst den Dienern Angst einjagte und sie seinen Weg mieden, wann immer sie die Gelegenheit dazu hatten.
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 3:46 pm

„Ehr' ist des Lebens einziger Gewinn, nehmt Ehre weg, so ist mein Leben hin.“ - William Shakespeare

Er hielt eine kleine Figur in den Händen die er bereits seit gut drei Stunden bearbeitete. „Sie hatte Angst vor mir.“ Hörte er eine innere Stimme immer wieder sagen, eine Stimme die manchmal so laut in seinen Gedanken sprach, dass er mit dem scharfen Messer abrutschte und die Klinge in den, mit Hornhaut überzogenen Fingern versenkte, woraufhin stets ein neuer Blutrinnsal zu erkennen war. Doch der letzte Schnitt lang bereits eine Weile zurück und das Blut war getrocknet, die kleine Statuette hatte jedoch glücklicherweise nichts abbekommen. „Sie hatte Angst vor mir und ist geflohen … in ihr Zimmer. Geflohen wie vor einem gemeinen Teufel.“ Es war nichts was Soldaten normalerweise schnitzten, keine Abbilder der drei Bekannten Götter um dessen Gunst sie vor allem kurz vor einem Gefecht baten, auch war es kein Abbild seiner Standarte, zu dem viele Männer fast ebenso stark beteten wie zu den Göttern selbst, nein. Es war eine kleine Holzfigur, ein kleines Kitz, die Augen starr nach vorn gerichtet.
Sie hatte Rehe immer gemocht, war von den langen, beinahe majestätischen Sprüngen die sie manchmal zurücklegten fasziniert und selbst als Kleinkind, kaum mehr als ein oder zwei Jahre alt, hatte sie stets vergnügt Gegluckst wenn sie ein solches Tier gesehen hatte. Die Voraussetzung dafür war allerdings gewesen, dass ihrer beider Mutter sie überhaupt mit vor die Tür nahm, denn, zu dieser Zeit wie auch heute, war sie nicht nur eine strenge, sondern auch vorsichtige Frau gewesen.
Doch das Rascheln aus dem Kiess riss ihn förmlich aus seiner Melancholie heraus, woraufhin er einen weiteren Schnitt in einem seiner Finger einbüßen musste. „Wie mir scheint bin ich nicht der einzige der um die Ruhe vor anderen Münder bemüht ist.“ Sein Mund nahm einen kurzen Moment lang ein Lächeln ein, ehe er sich wieder der Figur zuwandte, zuvor jedoch ein Stück zur Seite rutschte, um ihr, der Höflichkeit halber Platz zu machen.
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 4:02 pm

"Es sind weder die Stimmen, sondern mehr das Grün und die Vögel, die mich hierher ziehen und die mir eine weit angenehmere Gesellschaft scheinen", antwortete Eleonore lediglich während ein kurzes Lächeln über ihre Züge huschte und sich sogleich wieder verlor als sie ein paar Schritte nach vorn setzte, um jener Aufforderung nachzukommen, die er ihr nonverbal vermittelt hatte und die ihr im Grunde genommen doch nicht mehr als ein Befehl war. Das Gesicht ihres Gesprächspartners war von Düsternis und Schatten überzogen, von Gram und Selbstzweifel, die sie sonst nicht aus den Mienen der strengen und herrischen Soldaten herauslesen konnte, denen sie bislang begegnet war, wenngleich sie bislang auch noch kein Wort mit ihnen hatte wechseln können. Die Wachen des Palastes waren seit jeher wortkarg gewesen - alles, was sie von ihnen gehört hatte, waren Befehle gewesen, Aufforderungen und Verbote, die ausgesprochen worden waren, so dass ihre einzige Gesellschaft unter all diesen Menschen hier, jene Sklaven waren, die ihr selbst dienten und mit denen sie sich über all die Jahre hinweg angefreundet hatte. Zu Beginn noch hatte sie sich darüber gewundert, dass es nur wenige gab, die dieses Reich verlassen wollten - heute hatte sie begriffen, dass ihnen genau dasselbe geschehen war, wie ihr selbst - dass man ihren Widerstand gebrochen hatte bis sie sich darüber glücklich schätzten, hier leben zu können, um zu dienen.
Eleonores Blick glitt hinab zu den Händen ihres Gegenübers, hinüber zu den Blutspuren, die sich über das feine Holz zogen, an dem er schnitzte und in dem sie eine kleine Rehstatue erkennen konnte, die ihr ein Lächeln entlockte. "Es ist zuweilen ein schlechtes Zeichen so harmlose Tiere mit Blut zu besudeln. In meiner alten Heimat sagte man, es würde den restlichen Weg eines Menschen zeigen ...", wagte sie dann langsam zu äußern und senkte nur wenig später wieder den Blick, weil sie nicht wusste, ob sie damit nicht einfach zu weit gegangen war.
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 7:01 pm

„Nun wenn ich mir die letzten Wochen rückblickend ansehe, so kann es durchaus sein das sich das fließend von Blut auch weiterhin durch mein Leben ziehen wird.“ Er wischte, so gut er es konnte mit dem unteren Stoffteil seiner Tunika das Blut von der kleinen Skulptur fort. Doch als er erneut versuchte zu schnitzen, kam das schlechte Gewissen in ihm auf, dass er in diesem Moment wohl der Lehrern seiner Kindheit zu verdanken hatte und seinem Vater, denn beide hatten ihm gleichermaßen höfliches Verhalten und Anstand gelehrt. „Eleonore, du bist jetzt hier seit fast zwei Jahre bei uns. Und wenn ich dich nach deiner ehrlichen Meinung über mich frage, würdest du mir diese dann auch nennen? Bin ich, nachdem was ich in Valencia getan habe, nachdem ich in Rage einen Mann bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet habe noch ein moralischer Mensch? Oder habe ich jegliche Moral verloren und gehöre jetzt zu dem Haufen, der sich für ein Paar Silberstücke dem nächstbesten Herren im Kampf hergibt?“ Er zögerte einen Augenblick als er keine Antwort erhielt, strich mit seinen Fingern über das erstaunlich glatte Holz. „Bitte Eleonore, ich brauche keinen der Diener zu fragen und mein Vater … nun, ich wage es nicht meinem Vater im Moment unter die Augen zu treten.“
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 7:09 pm

Eleonore war unsicher über die Frage, die ihr gestellt worden war und von der sie nicht einmal wusste, ob sie sie nun ehrlich beantworten sollte oder lieber aus der Furcht heraus, man könne ihr weh tun, das sagen sollte, was er hören wollte. Castor war noch immer auch ihr eigener Herr und seine Entscheidung könnte dafür sorgen, dass sie nicht einmal mehr die Gärten sehen würde, die für sie so wichtig geworden war - er würde sie vielleicht, ähnlich wie man es bei Juliana getan hatte, ebenfalls verkaufen, weil sie ihm zu aufmüpfig geworden war. Aber anderseits - wenn sie jetzt einfach log, dann würde ihr vielleicht dasselbe Schicksal drohen und so senkte Eleonore ihren Blick hinab zu ihren Händen während sie zu einer der anderen Bänke hinüber trat und sich darauf sinken ließ, wissentlich einige Meter Abstand zu Castor nehmend, weil es genau das war, was ihr beigebracht worden war - dass sie nicht auf einer Stufe mit ihm stand und sich deswegen nicht so verhalten durfte.
"Mein Vater hat mir immer gesagt, wir sind das, was wir wollen. Wenn Ihr Euch für ein paar Silberstücke an den nächstbesten Herren im Kampf hergeben wollt, dann werdet Ihr das tun. Wenn Ihr ein Soldat sein wollt, der die Regeln dieses Landes folgt, dann seid das. Es ist ganz einfach, Herr", antwortete Eleonore dann schließlich während ein kurzes Lächeln über ihre Züge huschte und sich abermals verlor. "Er sagte immer, dass wir Menschen uns viel zu lange damit beschäftigen, was wir tun könnten und ob wir nicht einen anderen Weg hätten gehen sollen, dass wir nicht mehr sehen, was wir mit unserer Entscheidung getan haben. Dass wir dadurch nicht sehen, was direkt vor unseren Füßen liegt und dass es uns blind macht. Die Frage ist nicht, für was ich Euch halte, Herr, sondern für was Ihr Euch haltet und was Ihr sein wollt."
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 7:23 pm

„Nenn mich nicht Herr Eleonore.“ In den Worten lag jedoch noch etwas, ein Indiz das nur geübte Ohren vernehmen konnte, doch war es Zweifels ohne da. Er lallte leicht und zog einige der Buchstaben unnötig in die Länge, doch wusste er dies mit einer Übung zu verbergen, die nur bei einem jungen Mann derart ausgeprägt sein konnte. Er schloss kurz die Augen, glitt erneut mit den Händen über die kleine Figur als wollte er dessen Konturen prüfen, ehe er das Messer schließlich zur Seite legte. „Ich bin niemandes Herr, denn wenn ich es wäre, dann wäre der unter mir stehende zwangsläufig zum Untergang verdammt. Ja, ja ich glaube ich habe es einfach nicht das … das Gen, die Art, die bestimmte Verhaltensweise die einen dazu auszeichnet, das Menschen einem folgen. Das sie fasziniert von einem sind wie bei meinem Vater. Er könnte den Menschen alles erzählen, sie würden es glauben. Weil sie an IHN glauben.“ Er öffnete die Augen wieder und sah zu Eleonore herüber.
„Also bitte, nenn mich nicht Herr. Gleich was meine Mutter behauptet, sie soll ja in letzter Zeit ohnehin noch unausstehlicher geworden sein als ohnehin schon.“ Um einen zusätzlichen Halt zu bekommen, legte er die Ellenbogen auf den Knien ab und rieb sich dann über das Gesicht. „Eleonore, wie siehst du deine Zukunft? Ja, jetzt schau nicht so, ich habe mir selbst in den letzten Stunden so unglaublich viele Gedanken über meine gemacht, es würde mich interessieren auch einmal die Planung von Jemand anderem zu hören.“
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 7:32 pm

"Ich habe keine Zukunft. Nicht hier und nirgends anders - dieses Land hat meine Heimat vernichtet und sie in Fyonara verwandelt, meine Familie ermordet oder verkauft, an gierige Soldaten verschachert als wären sie nichts als Zuchtstuten. Wenn ich alt genug bin, wird man mich an einen Mann geben, dem ich Kinder schenken werde, die euer Militär aufstocken, weil meine Familie anderes Blut besitzt als ihr - stärkeres. Jeder Tag wird für mich gleich sein und es macht keinen Unterschied, ob es heute, morgen oder gestern ist. Ich werde aufstehen und essen, durch die Gärten wandeln und wieder zu Bett gehen. Das ist mein Leben und ich kann es schwerlich als Zukunft bezeichnen, aber es ist in Ordnung wie es ist. Ich zürne niemandem von euch", lautete Eleonores Antwort, die sich nach einer ganzen Weile des Schweigens über ihre Lippen gebahnt hatte und mehr Flüstern, denn laute und feste Stimme war, wie Castor es vielleicht erwartet hätte. Es war eine vollkommen sachliche Auflistung der Ereignisse, die in ihrem Leben folgen würden und die sie nüchtern und gleichgültig hervor gebracht hatte, als habe sie soeben nur über ein anderes belangloses Thema gesprochen, das sie nicht einmal kümmerte. Er hatte ihr eine Frage gestellt und wenngleich sie sich auch dazu anhielt, ihn nicht mehr Herr zu nehmen, so wollte sie dennoch nicht respektlos erscheinen, indem sie ihn nun einfach zu duzen begann - es war nicht richtig und es würde der Hausherrin nicht gefallen, der sie sowieso bereits ein Dorn im Auge war.
"Wenn es mir gestattet ist ... Ihr sorgt Euch zuviel darum zu werden wie ein anderer, statt der zu sein, der Ihr seid. Ihr werdet niemals das exakte Abbild eines Menschen, gleichgültig wie sehr Ihr Euch auch anstrengt. Wenn Ihr damit aufhört, wird es Euch besser gehen."
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 7:53 pm

„Ihr müsst nicht darum fragen ob euch etwas gestattet ist oder nicht, bei den Titten der großen Göttin. Ihr mögt hier eine Gefangene sein, ja, auch wenn ich selbst das nicht befürworte. Aber gleich wer ihr seid, ihr müsst euch niemandem unterordnen wenn es euch nicht passt.“ Der leichte Rausch des Alkohols sprach in diesem Moment ebenso aus ihm wie die Tatsache, dass er sich ebenso wenig dazugehörig fühlte. Er hatte den Kopf verloren, hatte sich seiner Rage hingegeben, wie es bereits zuvor in seiner Grundausbildung passiert war. Glücklicherweise hatte dies jedoch niemand erfahren, nicht einmal sein Vater. Es war eigentlich nur ein dummer Streich gewesen, ein paar Kameraden die sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Ausbildung befunden hatten, hatten Castor an einen Stuhl gefesselt um ihn immer wieder mit eiskaltem Wasser überkippen und letztlich hatte sich einer dazu bereit erklärt, ihm ein paar nette Worte über seine vornehme Herkunft in den Oberarm zu ritzen. Doch der durchaus schlechte Einfallsreichtum ihrer Späße ging einher mit der Unfähigkeit gescheite Knoten zu binden, sodass sich Castor befreien konnte, den anderen entwaffnet und ihn aus rage getötet hatte.
Man hatte es ihm nachhinein verschleiert und es hatte seitdem keiner der Kameraden mehr etwas darüber gesagt, doch Castors Gewissens belastete es seitdem in jeder freien Minute. Er hatte ihn nicht töten wollen, nur verletzten, er hingegen hatte ihn mit einem gezielten Stich umgebracht, ohne jegliches Zögern. „Ich muss Erwartungen erfüllen Eleonore.“ Murmelte Castor. „Ich muss mindestens einen ähnlich hohen Stand erreichen wie mein Vater es einst tat, andernfalls wird mich die ganze Stadt als Narren darstellen.“
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 8:13 pm

Eleonore zuckte angesichts des scharfen Tonfalls zusammen und sackte ein Stück weit in sich zusammen, wagte es kaum mehr den Blick überhaupt zu heben, nachdem der andere sie so scharf zurecht gewiesen hatte. Einmal mehr spürte sie ihr eigenes Herz in ihrer Brust schneller schlagen, spürte die Vorsicht, die wieder einmal von ihr Besitz ergriffen hatte und die leise Stimme in ihrem Geist, die ihr sagte, sie solle darauf achten, was sie nun von sich gab, dass sie hier wirklich nur eine Gefangene war und dass man jederzeit dafür würde sorgen können, dass ihr Leben hier sich in eine Hölle verwandeln würde. Sie hörte den Alkohol aus Castors Stimme heraus und eben jener war es, der sie erneut vorsichtiger werden ließ, weil sie inzwischen sehr genau wusste, dass der Alkohol es war, der aus Männern Monster machte, die sich nicht mehr zu kontrollieren wussten und so hielt sie ihren Blick auf die Hände gewandt, die sie im Schoß ineinander gefaltet hatte ehe sie sich dazu durchrang, ihm doch noch eine Antwort zu geben.
"Verzeiht ... ich wollte Euch nicht erzürnen ...", wisperte sie leise und schluckte dann schwer, nicht wissend, wie er ihre Antwort auffassen würde und was der Alkohol letzten Endes mit ihm machen würde. "... Aber ... Ihr seid nicht Euer Vater und werdet es auch nie. Eine ähnliche Stellung würde Euch zum Kaiser machen und dafür müsstet Ihr ihn töten ... Warum errichtet Ihr Euch nicht selbst etwas, statt in Fußstapfen zu springen, die Euch zu groß sind?"
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 8:26 pm

„Du sollst dich nicht entschuldigen verdammt! Zumindest nicht für die Wahrheit. Eleonore…“ Er rieb sich die Augen, versuchte dem, nur allzu leicht kommenden Rausch des Alkohols mit purer Willenskraft zu entgehen. „Wie dich andere hier auch betiteln mögen. Du bist eine Prinzessin, so ist doch der Ausdruck in eurem Land für die nachfolgende Führungskraft nicht wahr? Nun, du wirst es auch immer bleiben, schließlich fließt in deinen Adern dieses Blut, dieses besondere Blut das euch einzigartig macht. Aber ich schweife ab … ich will bloß, dass du normal mit mir redest. Es gibt momentan nur Leute die mich wegen meiner Taten fürchten, oder wegen meinem Namen. Aber, ich will nicht gefürchtet werden. Ich will das was jeder Mann hat, was mein Vater hat. Eine eigene Familie, ansehen, Fertigkeiten die kein zweiter hat. Nicht in die Fußstapfen treten sagst du? Nun diese Fußstapfen sind allerdings so groß, dass ich, egal wo ich hintrete, ich letztlich trotzdem in ihnen stehe.“ Er legte das, inzwischen fertig geschnitzte Figürchen weg, ebenso wie das Messer und besah sich zum ersten Mal etwas genauer seine, durch das abgerutschte Messer aufgeschnittenen Hände.
Es waren nur oberflächliche Wunden die zwar stark bluteten, aber nicht sonderlich schmerzten. Nichts, was er nicht aus der Zeit in Valencia kannte. „Komm bitte her Eleonore.“ Bat er sie leise, atmete tief durch und lehnte sich zurück. „Setzt dich ein wenig auf meinen Schoß, erzähl mir von dir, etwas, dass ich noch nicht weiß.“
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 8:39 pm

Sie wollte nicht aufstehen und zu ihm gehen, jeder Muskeln in ihrem Leib sträubte sich dagegen, weil sie nicht wusste, wie er in der nächsten Sekunde mit ihr umgehen würde und ob er nicht doch endgültig die Beherrschung verlieren würde, aber er hatte ihr einen Befehl gegeben und damit war ihr Schicksal besiegelt. Ihre Schritte waren langsam und vorsichtig als sie sich zu ihm hinüber bewegte und dann schließlich seiner Aufforderung Folge leistete, sich auf seinen Schoß sinken ließ. Sie roch den Alkohol an ihm, den er getrunken hatte, sah das Blut auf seinen Händen, die kleinen Schnittwunden, die er sich beim Schnitzen selbst zugefügt hatte, seinen Atem, der sie schaudern ließ während sie sich darum bemühte, den Blick nicht unmittelbar auf sein Gesicht zu richten. Sie wusste nicht, was sie ihm erzählen sollte, insbesondere nicht, was er noch nicht wusste und seine dunkle, drohende Stimme in ihrem Kopf wiederhallte, sie solle sich nicht entschuldigen. Er kannte die Wahrheit über sie, darüber, wer sie war und wie ihr Land aufgebaut gewesen war, bevor Fyonara gekommen war, wusste wahrscheinlich, dass sie ein ruhiges Leben geführt hatte bis die Soldaten dieses Reiches gekommen waren. Es gab über sie so wenig zu sagen, so wenig das von Interesse war.
"... ich wüsste nicht, was ich erzählen sollte ... es gibt nichts, das noch nicht von mir bekannt ist", antwortete sie deshalb mit leiser Stimme und presste die Lippen aufeinander, weil sie befürchtete, erneut dafür geschallt zu werden, was sie hier gesagt hatte und dass sie so zurückhaltend in eben diesem Moment war.
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 8:49 pm

Das Gefühl das er verspürte, als der durchaus weibliche Hintern auf seinem Schoß seinen Platz fand, war mit kaum etwas anderem zu vergleichen und abrupt fühlte er sich ein Stück sicherer. Die wirren Gedanken die er im Kopf hatte, darüber was er nun tun sollte, wie seine Zukunft aussehen würde, verschwand und alles was blieb was das hübsche Gesicht vor ihm. Er zog mit seinen Fingern einen kurzen Moment lang die feinen Konturen ihres Körpers nach, ehe er das Haar vom Hals befreite und diesen einen kurzen Augenblick lang küsste, ehe er seine Arme langsam, so ruhig wie es ihm durch den Einfluss des Alkohols noch möglich war, um sie legte und seinen Kopf dann auf ihrer Schulter bettete. „Du hilfst mir in diesem Augenblick mehr als es jeder Wein, jedes Gespräch mit einem der Diener oder einem der Soldaten tut Eleonore und dafür will ich dir danken.“ Er schloss erneut die Augen, spürte die Wärme die durch die zarte Haut die er spürte in ihm aufkam und genoss eben jenes Gefühl vollauf. „Ich möchte dich um etwas bitten doch du musst mir versprechen, es nur aus eigenem Willen zu tun..“
Der Alkohol ließ ihn zuvor jedoch durchaus unerotisch und unehrenhaft aufstoßen, woraufhin er einen Augenblick lang brachte bis er weitersprechen konnte. „Bleibst du heute Nacht bei mir? Nein, nein ich will dir kein Leid zufügen oder dir Schande bereiten ich will nur nicht…“ Er küsste erneut ihren Hals. „Ich will nur nicht allein bleiben, nicht erneut…“
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 8:56 pm

Gaius hatte noch einen kurzen Abstecher in die Gärten machen wollen um bei dem Geruch von heimischen Blumen und dem vertrauten Geruch von Oliven zu entspannen, ehe er sich zu den Thermen aufmachte. Noch immer herrschte der Gespenst der Vergangenheit in Valencia über seine Gedanken und wann immer er daran dachte, zog sich eine unangenehme Gänsehaut über seinen gesamten Körper. Doch mit einem Mal rissen ihn einige Gesprächsfetzen aus seinen Gedanken und kaum dass er um eine Statue gebogen war erkannte er Castor und Eleonore, welche mit dem scheuen Blick eines verängstigten Rehs auf dem Schoß des jungen Mannes saß. "Castor, ich befürchte du musst dich von deiner jungen Freundin verabschieden" meinte er schließlich in ruhigem, plaudernden Tonfall während sein Blick zu dem Messer huschte und zu dem Blut an Eleonores Hals, wo Castor sie mit seinen blutigen Händen berührt hatte. "Dein Vater wünscht dich umgehend zu sprechen du solltest ihn nicht warten lassen" brachte er so selbstverständlich und glaubwürdig rüber wie er nur konnte
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 9:08 pm

Die Berührungen auf ihrer Haut waren unangenehm, gerade angesichts des Blutes, das er auf ihren Sachen und ihrer Haut verteilte, aber Eleonore wagte es nicht, ihm Einhalt zu gebieten, weil sie wusste, dass dort noch immer das Messer lag und so hatte sie lediglich die Augen geschlossen und Castor gewähren lassen. Immer wieder war ein Schauder über ihre Haut gezogen, nachdem sie sich am Liebsten wärmend über die Arme gerieben hätte, aber das hätte bedeutet, dass sie ihn von sich fortgestoßen hätte und damit auch gleichzeitig seinen Zorn auf sich gezogen hätte und als schließlich seine Frage an ihre Ohren gedrungen war, hatte sie sich auf die Lippe gebissen. Es ging doch gar nicht um ihren eigenen Willen und dass sie etwas aus freien Stücken tat, sie war eine Gefangene, nichts weiter als eine Sklavin wie unzählige andere und man hatte ihr beigebracht zu gehorchen und so hatte sie lediglich genickt, weil ihr jedes Wort gefehlt hatte.
Dann war da plötzlich eine andere Stimme aufgetaucht - eine, die herrischer aber auch deutlich ruhiger war und die ihr durchaus vertraut war. Als Castor sich bewegte, erhob sich auch Eleonore von ihrem Platz und machte einen halben Schritt zurück, den beiden Männern ganz bewusst das Feld überlassend, weil dies hier nicht der richtige Platz dafür war, um sich einzumischen. Es war ohnehin zu spät - Castor würde es einfordern, gleichgültig was Gaius hier und jetzt tat.
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 9:18 pm

Hätte es Jemanden gegeben der in diesem Augenblick in Castors Geist gesehen hätte, so hätte er nichts als blanke Wut gegenüber Gaius gesehen. Er hätte gesehen mit welcher Abscheu er zu kämpfen hatte, hatte der Mann vor ihm ihn einen der wenigen ruhigen, besinnlichen Augenblicke zerstört die er doch so sehnlich gesucht hatte. Er hätte auch den kurzen Impuls gesehen, sich mit dem Älteren anzulegen, doch die Frau auf seinem Schoß verhinderte ein frühzeitiges aufspringen und somit auch dumme Handlungen. Doch da war niemand der in seinen Kopf sehen konnte, niemand der erahnen konnte wie es in seinem Innersten aussah, also blieb es geheim, vor aller Welt verborgen. Wobei, ein einziger Blick in seine Augen, die Eleonore durch die Nähe durchaus vollführen konnte, reichte schon aus um den Großteil davon zu erkennen. „Ich werde mich jetzt nicht mit meinem Vater befassen. Sag ihm das ich ihn morgen zur frühen Stunde aufsuchen werde und jetzt verschwinde Gaius.“ Er versuchte ihn zu ignorieren, einfach weiter zu flüstern und sich wieder der Vorstellung hinzugeben, mit ihr, mit Eleonore, einer so schönen Frau einzuschlafen, doch der Legat verhinderte dies.
„Was denn, hat man dir ins Ohr geschissen? Ich sagte ich treffe ihn morgen! Futur, Zukunft, etwas bald eintreffendes Legat! Soll ich noch deutlicher werden? Du sollst verschwinden verdammt!“ Doch nachdem Gaius es nicht tat, zog er Eleonore mit sich hoch und machte sich seinerseits auf den Weg in seine Gemächer.
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 9:24 pm

Gaius brauchte garnicht lange zu überlegen sondern setzte dem anderen nach, welcher aufgrund von Eleonore, die halb widerstrebend, halb betäubt hinter ihm her lief nicht so schnell war wie der deutlich größere Legat. Gaius packte schließlich das Handgelenk des Jungen an jener Hand, mit welcher er Eleonore festhielt und presste Daumen und Zeigefinger so, dass Nerv- und Blutzufuhr abgeklemmt wurde. Der daraus resultierende Schmerz schoss wie ein Blitz den Arm des jüngeren bis in den Kiefer nach oben und zwang ihn das jüngere Mädche loszulassen. Ebenso ließ Gaius Castor los und positionierte sich zwischen dem Mädchen und dem Jungen. Er kannte den Ausdruck in den Augne des Jungen - jenen Ausdruck, den er auch bereits bei Männern nach einer Schlacht gesehen hatte die ihr kochendes Blut mit Verwaltigungen und Plüderungen zu lindern hofften. Eine Tätigkeit die er nie zugelassen hatte und niemals zulassen würde.
"Da hast du Recht Zeptus - ich bin Legat. Und dein Vater ist Kaiser. Und du bist Zeptus wenn ich dir also jetzt befehle dieses Mädchen gehen zu lassen und dich zu deinem Vater zu bewegen wirst du das tun oder ich werde dich eigenhändig dorthin schleifen!" erklärte er ruhig und mit einem drohenden Tonfall in der Stimme der nichts von der autoritären Befehlsgewonheit der letzten Jahre eingebüßt hatte
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BeitragThema: Re: Gärten   So Okt 12, 2014 9:34 pm

Das Militär … natürlich. Er wurde dafür getadelt, es wurde ihm als falsch eingebläut das er sich auch außerhalb seiner Dienstzeit mit dem Militär befasste, dass ihn so nachhaltig geprägt hatte. Doch das befehlen wiederum von Ranghöheren schien etwas zu sein das, egal in welcher Situation angepasst war. Die, eigentlich so einfach strukturierte Art des Militärs ließ ihm jedoch keine Möglichkeit ihm in irgend einer Art und Weise zu widersprechen, zudem spürte er bereits an seinem Handgelenk dass er keineswegs dazu in der Lage war, sich mit dem anderen zu messen. „Eleonore … ich besuche dich nachher, in Ordnung?“ Seine Zähne knirschten jedoch und den leisen Worten und bereits einen Herzschlag nachdem er eben diese ausgesprochen hatte, wandte er sich zusammen mit Gaius um.
„Ihr habt es herum erzählt, habt geträllert wie ein verdammtes Waschweib Gaius!“ Fauchte er leise, nachdem sie ein paar Schritte gemacht hatten. Er hatte, nachdem er die erste Abscheu bemerkt hatte, keinerlei Gelegenheit mehr gehabt sich mit dem anderen auszusprechen. „Ihr konntet diese verdammte Tatsache nicht für euch behalten, nicht wahr? Und nun werde ich als Schlächter, als Monster, als Barbar dargestellt. Vor diesen Geschichten erschrecken selbst meine eigenen Geschwister! Und wofür das alles?“ Seine Stimme beruhigte sich, die Augen jedoch, die Augen wirkten nach wie vor verheißungsvoll und bedrohlich. „Damit ihr die Etikette wahrt und meinem Vater brav jedes Detail erzählt? Die Götter sollen euch vergeben Gaius, denn ich werde es nicht tun.“

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