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 Der Löwenhof

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Der Erzähler
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BeitragThema: Der Löwenhof   Fr Feb 24, 2012 2:08 am

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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Di März 13, 2012 11:27 pm

Behutsam glitten ihre Finger über die in Stein gehauenen Löwen, welche den Brunnen säumten und auf deren Rücken eine große, steinerne Schüssel ruhte, welche mit klarem Meerwasser gefüllt war. Das Zeichen des Hauses Velaryon, welches sich überall in der neu errichteten Festung wiederfand und unmissverständlich klar machte, welche Familie die Macht über die Stadt besaß. Während der letzten Stunden, die sie bereits in Teirm verbrachten, hatte Katherine sich oft gefragt, wie Ryan es geschafft hatte innerhalb der kurzen Zeit, die seit dem Krieg vergangen war, aus dem Stück verbrannter Erde, das die Hafenstadt einst gewesen war, wieder eine blühende Handelsmetropole zu errichten, doch eine Antwort hatte sie darauf nie gefunden.
Langsam ließ Katherine ihren Blick über den Hof wandern, begutachtete die weißen Steine, aus welchen die Mauern gefertigt worden waren und die dem Innenhof einen freundlichen Eindruck verliehen. Nichts hier glich dem Ort, den sie verlassen hatte und während der Reise zur Küste waren alle finsteren Gedanken von ihr abgefallen. Jeremys Tod hatte rasch die Runde gemacht und geduldig hatte sie sich die Beileidsbekundungen angehört, welche Freunde des Hauses ihr entgegen brachten. Sie selbst hatte stets so getan, als wäre sie eine trauernde Witwe, die jedes Mal um Fassung ringen musste, wenn jemand ihren verstorbenen Ehemann ansprach - in Wahrheit jedoch war Jeremys Tod für sie ein Befreiungsschlag gewesen, hatte ihr die Möglichkeit gegeben nun endlich frei agieren zu können. Was blieb war ihr herrischer Vater, welcher nun vor hatte, dem Haus und der Familie den Ruhm zukommen zu lassen, den sie in seinen Augen verdienten.
Die Hallen Teirms waren seltsam leer gewesen ohne das Lachen ihrer Kinder, das sie schmerzlich vermisst hatte. Die Mädchen waren traurig über den Verlust ihres Vaters gewesen und Brandon ... der Junge ging gut mit der Nachricht um, die Thomas ihm mit dem sprichwörtlichen Vorschlaghammer um die Ohren gehauen hatte. Eine Nachricht, für dessen Offenbarung sie den Älteren noch immer verfluchte. Es hätte niemals jemand wissen dürfen.
Als leise Schritte einige Meter hinter ihr erklangen hob sie den Kopf und schob sich ein paar goldene Haarsträhnen aus dem Gesicht während sich auf ihren Zügen ein schmales Lächeln wiederspiegelte.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Mi März 14, 2012 12:02 am

Eine von Brandons Händen glitt über eine der Säulen, die den Hof säumten, bevor er weiter auf seine Mutter zu ging. Die Reise war beschwerlich gewesen. Es hatte lange Zeit geregnet und das ganze Wasser hatte den Boden aufgeweicht. Die Pferde wie die Kutsch sind, wenn Kutscher oder Reiter nicht aufpassten, im dreckigen Schlamm stecken geblieben. In beinahe jedem Dorf und jeder größeren Stadt hatten sie irgendwenn getroffen, der seine Mutter kannte und raus gefunden hatte dass Jeremy gestorben war und ihnen ihr Mitgefühl ausgesprochen hatte. Brandon hatte es verständlicherweise nie wirklich gewollt, doch konnte er das ja schlecht sagen. Darum hatte er immer die traurige Miene eines Halbwaisen aufgesetzt und den Leuten für ihr Mitgefühl gedankt. Anders konnte er es nicht tun und anders hatte er es auch nicht gelernt.
Er ging über den hellen Hof, dessen Einzelteile aus hochwertigem Material bestanden. Er war ganz in schwarz gekleidet und hatte das Wappen der Velaryon auf der rechten Schulter. Durch diese Kleidung brachte er seine gespielte Trauer zum Ausdruck, so wie es sich gehörte. Aber es gefiel ihm nicht. Dunkle Farben fand er nicht sonderlich ansprechend. Helle Farben sprachen ihn eher an und ließen ihn und sein goldenes Haar nicht so bleich wirken. Er stellte sich neben seine Mutter an das Wasserbecken und sah auf die beinahe spiegelglatte Oberfläche des Wassers. Er sah sich und seine Mutter darauf, beide mit diesem goldenen Haar und beide mit einem Lächeln auf den Lippen. "Müssten wir nicht trauriger aussehen, angesichts der Tatsache, dass ich meinen Vater und du deinen Ehemann verloren hast?"
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Mi März 14, 2012 12:17 am

Einen Moment lang noch ruhte Katherines Blick auf dem Wasser, in dem kleinen Becken vor ihnen beiden und beobachtete die Spiegelung des Himmels darin, sah den vorbeiziehenden Wolken zu und stieß letzten Endes ein leises, beinahe bedauernd klingendes Seufzen aus. Die Worte ihres Sohnes klangen noch einige Sekunden in ihren Ohren und brachten sie zum Nachdenken. Vermutlich sollte sie wirklich trauriger über den Verlust ihres Ehemannes sein, sollte jene Trauer nicht allein durch die dunklen Gewänder zum Ausdruck bringen, die sie trug, doch es erschien ihr falsch niedergeschlagen zu sein aufgrund des Todes eines Mannes, der ihr letzten Endes nichts mehr bedeutet hatte. Einstmals noch hatte sie gehofft, sie könne Jeremy während der langen Jahre ihrer Ehe lieben lernen, stattdessen jedoch war aus dem Unwillen, den sie empfunden hatte, nur noch reine Gewohnheit geworden.
"Ja, im Grunde sollten wir das wirklich", stimmte sie ihrem Sohn schließlich zu und hob den Blick, richtete die grünen Augen auf Brandon und lächelte sacht. Er war so rasch gewachsen und beinahe fürchtete sie sich davor, ihn eines Tages zu verlieren, wenn er erst erwachsen geworden war. "Aber es wäre nicht richtig, Brandon. Wir müssen nicht heucheln, nicht in unserer Position und erst recht nicht mit dem Wissen um das, was noch geschehen wird."
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 5:19 pm

Darrell rannte, eingesperrt in seinem Käfig. Die Maschine reichte fünfzig Meter hoch bis unter das Kuppeldach. Blutrote, zyanotisch blaue und giftgrüne Lichtstrahlen fielen durch Buntglasfenster, die sich ihrerseits kaleidoskopartig drehten. Ketten mit Messingamuletten, die an den rotierenden Speichen des Rads hingen, rasselten und klirrten ohrenbetäubend wie Amok laufende Glocken, während sie im Kreis herumgewirbelt wurden. Anderswo in der Übungshalle des Callidus-Schreins zerbrachen hochspringende und zutretende Inquisitoren Plastahlstangen oder auch Fußwurzelknochen und Fersenbeine. Verletzungen waren keine Entschuldigung, eine Übung nicht fortzusetzen — dann mussten die Schmerzen eben gemeistert werden.
Andere übten das Auskugeln von Gliedmaßen durch Muskelspannung, um Fesseln abstreifen zu können, bevor sie durch enge, geknickte Rohre krochen. Ein Medicus saugte zwei Jugendlichen Blut ab, um sie benommen zu machen, bevor sie sich im waffenlosen Kampf übten, und einem anderen, bevor er einen Spießrutenlauf durch einen Korridor voller wirbelnder Messer versuchen würde. Vernarbte Veteranen-Ausbilder gingen dazwischen auf und ab, immer bereit, es den Ungläubigen zu demonstrieren. Maschinen kreischten, tosten und wirbelten, um ihren Benutzern die Orientierung zu rauben.
Darrell selbst rannte in einer selbst beigebrachten Trance und stellte sich vor, irgendwann einen so erleuchteten Geisteszustand zu erreichen, dass er unmenschlich schnell laufen, eine Runde durch das Rad drehen und sein Jagdwild im Vorbeirennen vollkommen verblüffen könne. Wann immer er zu einem solchen Spurt ansetzte, wurde das Rad schneller, um ihn zu frustrieren.
Plötzlich hielt es mit dem donnernden Krachen zupackender Kettenzahnräder und dem Kreischen von Gestängen und Mechanismen an.
Darrell wurde heftig vorwärtsgeschleudert. Zwar kam es vollkommen unerwartet, aber er war ohnehin auf alles vorbereitet und krümmte sich zusammen, so dass er rollte. Mit einem Rückwärtssalto entrollte er sich wieder und wirbelte herum.
Das Rad beschleunigte bereits wieder in die andere Richtung. Es wurde rasch schneller. Er rannte höher, höher, und versuchte, den Reibungswiderstand seiner nackten Füße und gleichzeitig den Schwung durch schiere Willenskraft zu steigern, um nicht die Wandung des Rads zurückzugleiten.
Schließlich heulte eine Sirene und zeigte das Ende seiner Übungseinheit an — gerade als er sich einbildete, winzige Aussichten zu haben, erfolgreich zu beenden, was faktisch unmöglich war.

Langsam schlug der Inquisitor wieder die Augen auf, schüttelte den Kopf und presste seinem Pferd die Fersen in die Flanken um es zum anhalten zu bewegen. Er musste wohl kurz eingeschlafen sein. Kaum verwunderlich, hatte er doch seinem Pferd die letzten Tage fast unentwegt die Sporen gegeben und war beinahe ohne Pause nach Teirm geritten. Es war seltsam, dass er sich an sien Training erinnerte, wo er doch sonst beinahe nie träumte - aber der rote Gott wollte ihm so wohl ein Zeichen geben, wollte ihn darauf hinweisen, dass er diese hier würde gebrauchen können und müssen. Er stieg vom Pferd, gab die Zügel an einen Stallburschen und ging mit bedächtigen Schritten zu einer der Löwenstatuen. Eine Blume schlang ihre Ranken um die Pfote, glitt hinauf bis zum Kopf und blühte auf der Stirn. Es war schön, auf eine gewisse Art und weise - das musste Darrell zugeben. Jedoch nicht so schön wie die Frau die in ein rotes Kleid gewandet davor stand. "Lady Velaryon" hauchte er und seine Stimme hörte sich an als zöge jemand einen Haufen Steine über eine Tafel.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 5:46 pm

Katherine wandte sich zu Darrell herum und musterte den Neuankömmling, welchen Adam wohl hier nach Teirm gebracht hatte und dessen dunkle Blicke bereits jetzt dafür sorgten, dass ihr ein eisiger Schauder über den Rücken rann. Seit Ryan und ihr älterer Bruder von seinem Schlachtzug in der Ferne zurückgekehrt war, bei welchem er augenscheinlich auch seinen neuen Glauben entdeckt hatte, begleiteten ihn diese grauenhaften Gestalten, wie es dieser selbst ernannte Hexenjäger und sein missgebildeter Priester tat und sorgten dafür, dass Katherine sich dazu entschieden hatte, die Wachen, welche sie begleiteten, noch einmal in ihrer Zahl zu erhöhen. Sie fühlte sich nicht wohl in dieser Festung, fühlte sich längst nicht mehr sicher und im Grunde zählte sie lediglich die Tage bis der Verdacht der Ketzerei auch auf sie fallen würde und Adam sich dazu bereit erklärte, seine eigene Schwester verbrennen zu lassen.
"Mr. Nautin, nicht wahr?", fragte sie und schenkte dem anderen ein sachtes, gut geschauspieltes Lächeln ehe sie sich einen Schritt von den großen Löwenstatuen abwandte, die den Innenhof säumten und die Ryan in Erinnerung an ihrer beider Familie, hier hatte errichten lassen, lange bevor der rote Gott und der Glaube an irgendein Feuerwesen ihre Familie nun auseinander zu reißen drohte. "Ihr seht erschöpft aus", stellte sie fest, entschied sich, dass es für sie sinnvoller war, wenn sie Verständnis für diese vernarbe kriegerische Gestalt aufwies, statt ihm mit Abscheu und Hass zu begegnen.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 6:17 pm

"Nur die Strapazen zu Ehren des roten Gottes" antwortete Darrell geflissentlich und zeigte bei seinem Lächeln seine Zähne, welche größtenteils gelblich gefärbt waren. "Aber solange ich noch gehen, noch stehen und atmen kann wird mir der rote Gott stets alle Kraft geben die ich benötige" er legte langsam eine Hand um die Blume, begutachtete diese.
"Was ist mit euch Lady Velaryon? Habt ihr ebenfalls etwas an das ihr glaubt? Die meisten Menschen in diesem land scheinen mir schrecklich ohne glauben zu sein. Kein Wunder, dass solch finstere Gegebenheiten geschehen. Wenn niemand an Götter glaubt.... wie kann man dann sicher sein? Wenn es niemanden gibt der einen beschützt, der die schützende Hand über uns alle hält?" er seufzte.
"Ich verstehe euch Menschen aus dem Westen einfach nicht"
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 6:28 pm

"Bislang habe ich noch kein Wesen in diesen Landen gefunden, an welches es sich lohnen würde, zu glauben und mich mit meiner Seele und meinem Körper ihm vollkommen aufzuopfern, Mr. Nautin. Dieses Land ist seit ich denken kann von zahlreichen Kriegen und Schlachten zerrissen und weigert sich etwas anzunehmen, was seiner Stabilität nutzen vermag", lautete Katherines Antwort, welche sie dem Glaubenskrieger gab und mit welchem sie die diplomatischsten Worten herausgefiltert hatte, welche ihr in den paar Sekunden eingefallen war, die er ihr zur Antwort gegeben hatte. Für Nautin war dies hier eine sehr verquere Form des Verhörs und sie war sich mehr als sicher, dass der Glaubenskrieger zahlreiche Werkzeuge hatte, mit denen er ihr Leben so unangenehm machen konnte, wie nur irgendwie möglich, bevor er es in den Flammen beendete - ein Schicksal, das Katherine so rasch nicht hatte ereilen wollen. Es war ein paradoxes Bild den Mann nahe einer zierlichen, filigranen Blume zu sehen, seine vernarbten, groben Hände um diese zarte Pflanze schließen zu sehen, die doch so gar nicht dazu passte.
"Ich bin in diesen Landen lediglich eine Frau, Mr. Nautin, und verstehe leider sehr wenig von Kriegen und Schlachten und deren tieferen Sinn und was den Glauben anbelangt ... so halte ich es mir vor, mich zu entscheiden, sobald mir ein Gott für den rechten und einzig Wahren erscheint, allerdings verstehe ich Eure Ansicht dieses Landes betreffend. Es ist verdorben mit all seinen Kreaturen, welche hier ihr Unwesen treiben und mehr Schrecken bringen."
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 6:48 pm

"Wirklich enttäuschend, dabei verleiht der Glaube an einem Gott doch erst die Kraft wirklich großes zu erreichen. Auch als Frau" erklärte er der Adeligen und seine schwarzen Augen bohrten sich geradezu in die seines Gegenübers.
"Unsere heiligen Schriften lehrten uns eines: So groß ist das Unheil in diesen Zeiten und so stark die unverbesserliche Boshaftigkeit der Ketzer, dass nichts in unserem Glaubensbekenntnis so klar, nichts so sicher niedergelegt ist, dass sie es, angestachelt vom Feind des menschlichen Volkes, nicht durch irgendeine Art von Makel besudelt hätten. Aus diesem Grund hat es sich die Heilige Inquisition zu ihrer vornehmlichsten Aufgabe gemacht, die grundlegenden Verfehlungen der Ketzer unserer Zeit zu verdammen und mit einem Bann zu belegen sowie die wahre Imperiale Doktrin zu verkünden und zu lehren; geradeso wie sie das Verdammen, mit dem Banne belegen und Verfügen für gerecht hält." rezitierte er das Inquisitorischen Mandats, welches durch den Repräsentanten der Inquisition niedergeschrieben wurde. "Euer Bruder selbst fiel in unser Land ein und wollte uns mit seiner gewaltigen Armee zerstören. Seine Männern fielen, er starb im Feuer und wurde doch wieder geboren. Der rote Gott hat sein Leben bewahrt und ihm neue Stärke gegeben. Der rote Gott kann auch euren Sieg beschleunigen. Was sollte euch daran hindern? Betet zu ihm - vertraut ihm. Ihr habt keine Götter die ihr erzürnen könntet. Und der rote Gott wird eure Familiem zu Ruhm führen"
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 7:13 pm

Ryan brauchte frische Luft. Die letzten Stunden hatte er mit einigen der besten Baumeister des Landes zu gebracht, um mit ihnen über die Baupläne für eine neue Festung zu reden. Die Größe, die Materialien, der Untergrund, die Lage, die Kosten, das alles wünschte beachtet zu werden. Bisher gefielen Ryan eher die jüngeren Baumeister; Sie hatten bessere Ideen, waren bereit von Normen ab zu weichen und hatten oft ein besseres Gefühl für Ästetik. Doch er würde noch etwas Zeit brauchen, bis man sich an die Verwirklichung machen konnte. Abgesehen vom Winter der gerad erst fahrt aufnahm, musste er auch noch die Genehmigung durch den Truchsess erhalten. Dennoch war er zuversichtlich im Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Aber vorher war etwas frische Luft nötig, nach dem stickigen Zimmer. Außerdem musste er auch noch an andere Dinge denken. Da waren die Fanatiker der neuen Religion, mit seinem Bruder vorran, dann die Schatten die nun ihr Unwesen trieben, die Reiter die vor seiner Haustür standen und jeder Zeit zuschlagen könnten, wenn er einen falschen Schritt machte. Und natürlich sein Neffe Brandon, der noch immer in Gil`ead um Ileana warb. Ryan hoffte dass er damit Glück hatte.
Er überwand die letzten Stufen und öffnete die Tür zum Löwenhof. Vor ihm erstreckten sich Säulen, zwei Brunnen und die schönen Löwenfiguren, die dem Hof ihren Namen gaben. Vor einer dieser Statuen standen Katherine und einer der fanatischen Mitbringsel seines Bruders. Er sah den leicht verstörten Blick in den Augen seiner Schwester. Ryan seufzte. Seit sein Bruder wieder im Land war, machte er nur Ärger! Er begehrte gegen die Reiter auf, drängte auf ein härteres Durchgreifen der Velaryons und verstreute seine Fanatiker in Ryans Stadt! Es war Nerven aufreibend. Ryan rückte sein schwarzes Wams mit den goldenen Verschlüssen zurecht und trat neben seine Schwester. "Ich denke mein Bruder betet genug für uns alle, doch wir werden es uns merken und sicher das eine oder andere Mal vor dem zu Bett gehen an eure Worte denken.", erklärte Ryan mit stolzer Miene und richtete sich zu seiner vollen Größe auf. "Ich möchte euch nun bitten, mich und meine Schwester allein zu lassen. Wir müssen etwas besprechen."
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 7:23 pm

"Natürlich euer Durchlaucht" erwiderte Darrell leise und verbeugte sich so tief, dass unverhohlener Spott in dieser Bewegung mithing. Er nahm in der Regel von niemandem Befehle an der in der Hierachie des roten Gottes unter ihm stand. Doch manchmal war es wohl besser wenn man gute Miene zu bösem Spiel machte. Ryan Velaryon musste verschwinden, damit Adam Velaryon seine Macht ausweiten konnte und auch die Fürstin ihren Glauben an den roten Gott fand.
Mit einem schwächling wie Ryan jedoch würden sie es niemals schaffen die Velaryons zu einem Krieg gegen die Reiter zu bewegen und letztlich war doch genau das das lange Ziel seiner Reise gewesen.
Doch alles zu seiner Zeit. Es würde der Tag kommen, an welchem das Feuer des roten Gottes alle Ungläubigen zu Asche verbrannte. Vielleicht nicht heute oder morgen - aber früher als diese Ketzer ahnten.
Schließlich wandte sich Darrell um und schritt erhobenen Hauptes vom Löwenhof. Er musste noch seine Ausrüstung von dem Stallburschen abholen.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 7:42 pm

Schaudernd blickte Katherine dem Hexenjäger nach und dankte im Stillen allen je existierenden Göttern dafür, dass Ryan ein Gespür zu haben schien, wann sie wirklich in Bedrängnis war. Sie hatte nicht mehr gewusst, was sie Darrell antworten solle, ohne dass sie sich dabei angehört hätte, als sei sie nichts weiter als eine Ketzerin in seinen Augen und habe einen flammenden Tod verdient, dennoch blieb ihr die Abscheu in den Augen des Hexenjägers nicht verborgen als jener sich vor ihrem Bruder verneigt hatte und Besorgnis regte sich in ihrem Inneren. "Du solltest auf ihn Acht geben. Er wird nicht zögern, dich zu töten, um unseren Bruder in der Gunst des Volkes und seines Gottes zu erheben", ließ sie Ryan leise wissen und legte ihm behutsam eine Hand auf den Arm, ihm ein ehrliches Lächeln zukommen lassend, welches die Dankbarkeit über sein Auftreten in jener Situation mit sich trug.
"Danke für dein Eingreifen. Nautin ist ein widerwärtiges Geschöpft und er lässt mich in jeder Sekunde fürchten, er könne auch in mir eine Ketzerin sehen, welche es zu töten gilt", setzte sie leise nach und wandte sich noch einmal zu den Toren, durch die der andere verschwunden war. Was war nur geschehen, dass diese Männer den Geist ihres älteren Bruders so sehr vergiftet hatten - den Geist desjenigen, welcher vor Jahren noch erpicht darauf gewesen war, die Familie Velaryon an die Spitze der Landespolitik zu bringen. Nun lag sein einziges Interesse daran, eine imaginäre Gottheit an die Spitze zu bringen und sie traute es Adam zu, dass er über Leichen ging, um seine Ziele weiterhin verfolgen zu können. "Ich mache mir Sorgen um unsere Familie."
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   So Apr 06, 2014 8:42 pm

"Er wird nicht zögern uns alle zu töten, wenn er meint seinem Gott damit zu dienen.", erwiderte Ryan mit finsterer Miene. Sollte Adem je einem seiner Priester widersprechen, würde vermutlich sogar er von Darell in Brand gesetzt werden. Diese Religion sollte sich besser nicht weiter verbreiten. Sie war einfach zu radikal und blutrünstig, sie schlachteten ohne zu fragen, verbrannten wer ihnen nicht gefiel und verdrängten jede andere Religion. Ryan wusste noch nicht wie er dagegen angehen sollte, doch er musste in jedem Fall seine Stellung festigen und sicherstellen, dass Adam so wenig Unterstützer wie nur möglich haben könnte. Sein Bruder war fünf Jahre weg und würde darum vorerst ohnehin schief angesehen werden, gerade auch wegen seiner Religion.
Ryan schüttelte den Kopf und vertrieb diese Gedanken. Er wollte vorerst seine Zeit nicht mit Plänen gegen seine Familie verschwenden, denn nun hatte er Zeit für Katherine. "Ich werde dich immer schützen, ich werde unsere Familie immer schützen.", erklärte Ryan ihr und nahm sie für einen Moment in die Arme. Er löste sich wieder von ihr und sah ihr in ihre schönen Augen. "Ich mache mir auch Sorgen, doch ich denke diese werden bald weniger werden. Wenn Brandon Ileana heiratet, wird er König und wir brauchen keine Angst mehr zu haben. Doch dafür muss sie am Leben bleiben und ich denke, dass wird unser größeres Problem sein. Nicht?", sagte Ryan mit einem schelmischen Lächeln.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Fr Mai 30, 2014 11:07 pm

Dermont hatte die Ankunft der Feinde gespürt und daher alle Soldaten des roten Gottes durch die Flammen benachrichtigt. Einhundert von ihnen waren hier in der Festung stationiert, die anderen wurden nun in der Stadt aus dem Schlaf geweckt. Langsam ging der alte Mann über den Hof, der in Flammen stand. Er spürte die beißenden Flammen die die Pflanzen verbrannte, das Stroh verzehrten welches hier und da zu sehen war. Der große Brunnen mit dem Löwen an der Spitze leuchtete wider im Schein des Feuers. Er drehte sich um, als er hörte wie scheppernde Soldaten in den Löwenhof kamen. Er lächelte ein seltsames Lächeln, entblößte dabei gesplitterte und braune Zähne während er den Arm hob und zu seinem Gott betete. "Es gibt keine Zeit für Frieden. Kein Ruhen. Kein Vergeben. Es gibt nur ewigen KRIEG!" flüsterte er leise während seine Stimme mit jedem Wort lauter wurde. Dann reckte er die Hände wie Krallen nach vorne und das Feuer, welches zuvor noch wie ein gänzlich normales Feuer gebrannt hatte drehte sich um sich selbst und schoss wie brüllende Tiere, wie gleißende Wellen auf die Soldaten zu und verbrannte sie bei lebendigem Leib.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Fr Mai 30, 2014 11:21 pm

Ryan war mit Ronson als erster durch das Ausfalltor geschritten. Nachdem die Mauer geräumt worden war, hatten sie nur noch wenig Gegenwehr zu erwarten, da keiner Alarm schlagen konnte. Er und sein Hauptmann hatten hinter dem Ausfalltor die Männer koordiniert. Sie hatten die Mauern besetzt, das Tor zur Stadt schließen und bewachen lassen und Männer am Ausfalltor stationiert. Dann waren sie in die Festung gegangen und die Männer waren ausgeschwärmt. Dummer Weise mussten viele durch den Innenhof, denn im Zentrum der Festung bot er die beste Möglichkeit sich zu verteilen. Ryan hatte seinen Männern gerade hinterher gewollt, als er die Flammen um sie züngeln sah.
Er gebot den Männern die nachströmen wollten stehen zu bleiben und sich andere Wege zu suchen. Fünf Armbrustschützen schickte er in den ersten Stock, damit sie den Priester ins Visier nehmen konnten. Er stand neben der Tür in den Innehof, das Schwert in der einen, das Schild in der anderen. Ronson stand neben ihm, der Elf auf der anderen Seite. "Wir müssen ihn ausschalten!", flüsterte Ryan. Er nahm nicht an dass seine Schützen ihn erledigen konnten. "Können eure Bogenschützen ihn töten, ohne sich in Gefahr zu bringen?"
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Fr Mai 30, 2014 11:33 pm

Das Feuer, das reinste aller Elemente und gleichwohl für Reinigung und doch auch für Schmerz und Verlust stehend, es hatte im Laufe der Zeit für so viele Kulturen einen so zentralen Punkt gefunden, dass Flavius über die Einfallslosigkeit dieser Priester schon fast schmunzeln musste.
Der Mann dort unten spielte ein falsches Spiel, Spielereien die anderen Menschen als Zeichen eines Gottes verstanden doch gab es nur einen einzigen Gott, einen einzigen Weg dem zu folgen, dem man zu folgen hatte und eben dieser führte ihn nun direkt zu diesem Priester. Er zog sein Schwert, dessen Rubin im Griff flackernd aufleuchtete und als er die Hitze um sich herum spürte, zog er den Mantel enger um sich, schritt jedoch weiter durch die Flammen und erst als dieser fast vollkommen abgebrannt war, lies er das zerstörte Kleidungsstück sinken. Er befand sich nun direkt vor dem Priester, welcher nur mit einem hämischen Lächeln grinste und als Flavius zu einem tödlichen Schlag ausholte, legte der Priester nur die Hand auf sein Gesicht.
Flavius hatte mit vielem gerechnet, doch nicht damit, und nach und nach spürte er, wie Hitze in seinem Gesicht aufwallte und alsbald die Haut versengte. Er schrie nicht, spürte jedoch einen fast übermenschlichen Druck der ihn nach wie vor gegen den Boden drückte und nur mit Mühe schaffte er es, sein Schwert wieder mit der Hand zu greifen und dessen Parierstange kurz darauf gegen den Kopf des Feindes zu schlagen. Ein leiser Aufprall war zu hören und als der Priester langsam von ihm abließ und geschwächt nach hinten taumelte, holte Flavius mit einem hohen Hieb aus und trennte ihm den Kopf von den Schultern, welcher kurz darauf vor die Füße der Soldaten rollte.
Sein Gesicht zierte nunmehr eine Brandnarbe, die sich um beide Augen erschloss und nur wenig Haut verschont hatte, doch stand kein Schmerz in seinem Gesicht, nur der Wille, weiterzukämpfen.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Fr Mai 30, 2014 11:55 pm

Mit ruhiger, gleichmäßiger Miene hatte Arandur der Szenerie beigewohnt, welche sich vor seinen Augen eröffnet hatte - wie der Nachkommende gegen den Priester gezogen war und ihn dabei letztlich besiegt hatte, wenngleich er dafür auch die Konsequenzen hatte tragen müssen. Nun waren es die Magier des Elfen, welche die Flammen des Innenhofes unter Kontrolle hielten und den Truppen dabei eine Schneise eröffneten, durch welche der Elf mit langen, festen Schritten schritt ehe er neben Flavius für einen kurzen Moment lang stehen blieb und die blauen Augen auf sein junges Gegenüber richtend. "Eure Handlung war mutig, aber dumm", waren die einzigen Worte, die über die Lippen des Elfen glitten und die Stimme des Mannes klang dunkel und hart, rau, von all den Jahren, in welchen er die Truppen der Elfen gegen zahlreiche Feinde geführt und letztlich auch den Sieg errungen hatte und mit einem letzten Kopfschütteln wandte er sich wieder ab. Feuer - dachte der jetzige Fürst dieser Stadt wahrlich, er könne Furcht in den Elfen säen, indem er sie mit einem Feuer angriff, das nicht einmal ansatzweise so heiß brannte wie jenes, das einst die Drachen auf seine Brüder und Schwestern gespien hatte.
"Wenn Ihr jetzt mit Euch hadert, Fürst, werdet Ihr weder Eure Stadt, noch Eure Familie schützen können", erhob er erneut die Stimme als sich sein Augenmerk hinüber zu Ryan richtete, der bislang nur wenig gesprochen hatte und es ihm und dem anderen Menschensohn überlassen hatte, die Befehle an die Truppen zu geben, welche sich hier aufhielten. Der Fürst, der hier neben ihm stand, war sehr jung, selbst in den Augen der Nachkommenden und in seinem Gesicht glaubte der Elf etwas wie Sorge zu erkennen - Sorge, von der Arandur nichts hielt und welche er ebenso wenig nachvollziehen konnte. Die Männer, die ihnen nun als Feinde gegenüber standen, hatten ihr Leben mit dem Verrat an ihrem eigenen Volk verwirkt.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Sa Mai 31, 2014 12:12 am

Ryan hatte überrascht zugesehen, wie der Mann durch die Flammen des Priesters geschritten war und diesen letzten endes geköpft hatte. Es war Hilfe von einer Seite gekommen, von der Ryan sie nicht erwartet hatte, beziehungsweise wusste er ja nicht einmal für wen der Mann kämpfte, den unter seinen Soldaten hatte er ihn bisher nicht gesehen und er trug auch nicht eine der Rüstungen der Velaryon. Ryan trat auf den Hof und sah auf die verbrannten Körper der Männer die der Priester getötet hatte, ehe man ihn hatte aufhalten können. Es war bedauerlich. Ebenso bedauerlich wie die Tatsache, dass er um Ceunon fürchtete. So sehr er seinem Bruder auch vertrauen wollte, so sehr er sich selbst auch versicherte er würde nichts anstellen, er war sich dennoch nicht sicher. Doch noch schlimmer war der Gedanke, der sich ihm immer wieder aufdrängte, die Angst das Thomas ihm erneut entkommen konnte, die Angst ihn suchen zu müssen, die Angst er könnte nochmehr unheil anrichten. Ryan seufzte schwer.
Die Worte des Elfen drangen etwas zu spät an seine Ohren. "Ich hadere nicht. Jeder der sich uns in den Weg stellt, ist ein Verräter. Nach unseren Gesetzen sind sie zum Tode verurteilt.", antwortete Ryan und sah dem Elfen in die AUgen. "Ich befürchte bloß, dass Thomas entkommen könnte... könntet ihr drei Männer zu meiner Schwester in die Kerker schicken. Sollte er fleihen wollen, wird er sie als druckmittel benutzen.", erklärte Ryan. Er würde das ganze Schloss nach ihm durchkämmen, jede Kammer, jeden Korridor, jedes Gemach. Er würde Töpfe, Kisten und Fässer öffnen lassen, alles worin er sich verstecken könnte. Wenn er Thomas kopf hatte, dann könnte er wieder ruhen.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Sa Mai 31, 2014 12:37 am

Worin besteht der Schrecken des Todes? Dass er mich einholt, bevor mein Werk getan ist.
Was ist die Erfüllung des Lebens? Diese mit der Gewissheit zu verlassen, dass meine Aufgabe vollbracht ist.
Diese Worte gingen Darrell immer wieder durch den Kopf während er sich, in der Rüstung der Velaryons durch die Reihen von Ryans Armee schlich. Nachdem er mitbekommen hatte was geschehen war, hatte er einige seiner Tränke zu ihm genommen, einen der Feinde in einer dunklen Ecke erschlagen und dessen Rüstung angezogen nur um dann von der anderen Seite, der der Angreifer wieder zu Ryans Truppe zu stoßen. Dieser Stand nun auf dem Löwenhof. Er kannte diesen Mann, hatte ihn in seinen Fieberträumen gesehen. Auch fiel Darrels Blick auf die Leiche des roten Priesters und er spürte Wut in sich aufsteigen, welche ihn wie ein schützender Mantel umfing und ihn hinab in die Dunkelheit seiner eigenen Seele riss. Langsam trat er auf die Szene zu, welche sich im Fackelschein abspielte. Der Elfenkrieger, welcher in einigen Metern Entfernung seinen Männern Anweisungen gab, Ryan der hinauf zum Turm des Fürsten sah aus dessen Fenstern der Schein von dutzenden Fackeln zu sehen waren. Er spürte wie sein eigener Puls anstieg, wie das durch die Tränke dick gewordene Blut von seinem geschwollenen Herzen durch die Venen gepresst wurde. Er spürte die stechenden Kopfschmerzen, die von dem Feuer verursacht wurden, welches seine durch die Tränke empfindlicheren Augen blendete, ehe sie sich darauf einstellten. Seine Schritten waren sicher, glichen denen der anderen Soldaten die an Ryan vorbei strömten um ihrer Aufgabe nachzugehen. Er griff nach dem Dolch, welchen er dem Soldaten abgenommen hatte. Seine Hand fuhr über den Griff der wie ein Löwenkörper geformt war und zog den Dolch langsam aus der Scheide, sah wie sich das Feuer im blanken Stahl spiegelte. Seine Kopfschmerzen nahmen zu während sein Herz mittlerweile so laut pochte, dass er glaubte es würde ihm aus der Brust springen. Dieses Land hatte einen der Priester getötet und wenn er erst einmal mit dem Verräter des Blutes, mit dem Bruder Adam Velaryons fertig war würde er sich die Elfen vornehmen. Jeden einzelnen von ihnen. Schließlich war er bei Ryan angekommen. „Mein Fürst“ flüsterte er leise und Ryan drehte sich halb zu ihm um, warf nur einen Blick über die Schulter als Darrell zustieß. Der Dolch fraß sich durch den Stahl, spaltete diesen ob der Kraft des Stiches. Einen Hieb oder einen Schwertstreich mochte Rüstung, Kettenhemd und Gambeson aufhalten. Doch dieser Stich war zu hart, zu kräftig und durchdrang Rüstung und Kette. Stoff und Fleisch, zerschnitt Muskeln und Sehnen. Immer wieder stieß Darrel zu, spürte wie das Blut seinen Arm hinab lief während er die Klinge im Rücken der Fürsten Versenkte. In der Seite, zwischen den Rippen. Darrell keuchte und sein Schweiß glänzte im Schein des Feuers beinahe so wie das Blut des Fürsten auf der Klinge.
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BeitragThema: Re: Der Löwenhof   Sa Mai 31, 2014 12:53 am

Wortlos hatte Arandur den Fürsten für einen kurzen Augenblick gemustert ehe er sich abgewandt hatte und mit ein paar Schritten hinüber zu einigen seiner Männer getreten war. Leise Worte, gesprochen in dem alten Dialekt der Sprache der Elfen flossen über die Lippen des Elfen und ohne ein einziges Wort des Widerspruchs wandten sich drei der Soldaten herum, nur um zwischen den brennenden Feuern des Innenhofs zu verschwinden und durch die Türen zu treten, die sie in den Flammen hatten ausmachen können, die sich nun erneut ihren Weg durch den Innenhof fraßen und den einst weißen Boden des Löwenhofes schwarz färbten. Feuer, immer wieder blieb der Gedanke des Elfen an diesem Element haften und immer wieder war es ihm, als müsse er über die Narretei der Menschen lächeln, die sich ihnen nun in den Weg gestellt hatten. Feuer war es einst gewesen, das ihn in den Schlachten geprüft hatte und Feuer war es nun, das seine Tochter beherrschte.
Doch als nun die schnellen Schritte des fremden Mannes erklangen, wandte Arandur sich herum und seine behandschuhte Hand umschloss erneut das Heft des Schwertes, an dessen Knauf einen verschlungenen großen schwarzen Drachen aufwies und mit einem einzigen Sirren glitt das Schwert aus der ledernen Scheide. Die Schritte des Elfen waren schnell, die Handlungen der Magie in seinem Gefolge koordiniert, als haben sie bereits mit einer derartigen Unterbrechung gerechnet und Magie floss durch den Innenhof, verhinderte, dass das Blut den Körper des Fürsten weiterhin verließ und er auch den letzten Atemzug aushauchte. Sie waren gesandt worden, um das Leben des Fürsten zu bewahren, waren gesandt worden um die Stadt gegen  den Schatten zu verteidigen und als Arandur die Augen verengte, funkelte zum ersten Mal seit der Ankunft der Elfen Wut in den blauen Seelenspiegeln auf.
Das Schwert glitt durch das Dunkel der Nacht, der Knauf traf den fremden Menschensohn auf dem Handgelenk und schleuderte ihm die kleine Waffe aus den Händen, welche kurz davor war, erneut in den geschundenen Körper des Fürsten einzudrängen und drohend erhob sich der Elf vor dem anderen. Schritt um Schritt folgte, Schnitt um Schnitt, welche seine Klinge dem Feind zufügte während der Elf ihm kaum einen einzigen Augenblick der Ruhe ließ, ihn immer wieder in die defensive Position zwingend, in welcher es dem anderen schwer fiel, nach dem Schwert an seiner Seite zu greifen. Die Bewegungen des Menschensohnes waren schneller als Arandur es von seinem Volk kannte und dennoch war er hier und jetzt nicht gewillt nachzugeben und den anderen gewähren zu lassen. Sie hatten einen Befehl erhalten, welchen es durchzusetzen galt und welcher für die Truppe der Elfen bindend war. Blut troff von der einst silbernen Klinge des Elfen als sich die Schneide tief in den Körper des Fanatikers bohrte, Sehnen und Muskeln zerschnitt und durch die Lunge des Mannes glitt, diese mit Blut füllte und Arandur zog die Klinge mit einer einzigen Bewegung wieder aus dem Körper seines Feindes, welcher in die Knie glitt und mit glasigem Blick hinauf in den Sternenhimmel starrte.
Es war eine einzige kurze Bewegung, welche er ausführte und die Schneide des elfischen Schwertes glitt durch den Hals seines Feindes, verteilte sein Blut zwischen dem Feuer und der Asche, die auf dem Innenhof stand und mit gleichmütiger Miene beobachtete er, wie der Mann an seinem eigenen Blut erstickte ehe er sich zu den Magiern umwandte, die damit beschäftigt waren, Ryan Velaryon am Leben zu erhalten.
"Bringt ihn aus der Feste und sorgt für seine Heilung. Unser Befehl ist noch nicht erfüllt - der Diener des Schatten ist noch immer hier."
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