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 Arbeitszimmer

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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Di März 25, 2014 7:09 pm

"Weil das Land stirbt" meinte er leise und straffte seine Schulter, ehe er langsam den Tisch umrundete und mit einer Hand Caladhiel den Stuhl davor anbot, ehe er sich auf seinen eigenen sinken ließ. Die prächtige Rüstung die er trug klapperte, als er sich niederließ. "Und ich danke euch, wenngleich auch Glückwünsche wohl stark übertrieben sind. Habe ich doch nichts anderes getan als die Tore aufzumachen hinein zu kommen und diese Stadt ein wenig abzustauben"
Er nahm selbst einen Schluck von dem Glas Wasser, während er Caladhiel musterte. Sie war eine Elfe, unverkennbar - wenngleich sie auch beinahe Raubtierhafte Züge zu haben schien. Ihre Mundwinkel, die wachsamen Augen. Er hatte es mit einer Jägerin zu tun, daran hatte er keinen Zweifel und er fragte sich, ob die alten Geschichten wahr waren. Ob Reiter ihren Drachen über die Jahre wirklich immer ähnlicher wurden. "Die Reiter verließen diese Welt als mein Großvater noch ein junger Mann war" sagte er leise. Es war eine Feststellung, nicht mehr und nicht weniger. "Seitdem hat sich viel verändert. Die Zeiten in denen der Rat von Ilirea herrschte sind vorbei. Die Knochen von König Alvias vermodern in einem anonymen Grab. Die Zwerge haben sich in ihre Berge zurück gezogen und dumme, arrogante Menschen setzen sich Kronen auf, rufen sich zu Königen aus. Aus dem Wald der Elfen dringt eine Provokation nach der anderen und wir stehen kurz vor einem Krieg, der beide Völker vernichten wird. Das werde ich nicht zulassen. Die Welt braucht die Reiter heute mehr als jemals zuvor"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Di März 25, 2014 7:21 pm

"Das Land liegt bereits seit langer Zeit im Schatten, wenngleich wir auch einst hofften, es in einem neuen Licht zu sehen. Als wir uns zurückzogen, glaubten wir, dass dieses Land die Reiter nicht mehr brauche und nun kehren wir zurück und erfahren, dass alle Erfolge für die Menschen nicht mehr von Bedeutung sind, die einst in ihrem Namen errungen wurden", lautete die Antwort der Elfe, welche noch einen kurzen Moment lang stehen geblieben und ihren Blick aus dem Fenster gelenkt hatte, welches ihr einen Blick über eine große Stadt offenbart hatte, die sie aus anderen Zeiten kannte. Sie hatte den einstigen Herren der Stadt kennen gelernt, hatte seinen Tod in der Schlacht gegen Fyham betrauert und in dem Ratssaal Vroengards hatte die Abstimmung über den neuen König der Menschen statt gefunden - es waren schwere Zeiten gewesen, sie alle hatten unter zahlreichen Entbehrungen leiden müssen und nun stand sie erneut in dieser Stadt und vor einem Mann, welcher sie einhundert und siebzehn Jahre später über den Lauf der Geschichte dieser Lande informierte.
Mit nur einigen Bewegungen wandte sie sich wieder von trübseliger Erinnerung ab und zurück zu ihrem momentanen Gesprächspartner, dessen wahre Hintergründe die Elfe noch nicht zu ergründen wusste. Sie spürte Anwars Missgunst und das Misstrauen ihres Drachen, teilte es bis zu einem gewissen Punkt sogar, hatten sie doch lernen müssen, was das Vertrauen eines Menschen in seine eigenen Anführer wert war. "Ihr sprecht von Familien wie der der Velaryon, welche über Ceunon herrschen", stellte sie ruhig fest und ließ in ihrer Stimme keinerlei Regung deutlich werden. Es war zu früh, um ihm zu zeigen, dass auch sie sich noch sehr gut an diese Namen und die Gesichter dahinter erinnerte - dass sie es einst ebenso gewesen war, die sie nach und nach wieder zurück gedrängt hatte, um den König der Menschen auf seinem Thron zu halten. "Ihre Flaggen wehen über der Hauptstadt und spotten dabei allen Verträgen, welche einst unterzeichnet wurden", führte sie ruhig fort und ließ sich auf den ihr angebotenen Stuhl sinken, die Arme auf den Lehnen ablegend und den alten Fürsten wieder genauer ins Auge fassend.
"Aber welchen Grund habt Ihr, Euch in diese Belange einzumischen? Ihr seid ein Fürst und Eure Position ist nicht gefährdet und es gibt in diesen dunklen Zeiten nur wenige Lichter, welche aus reiner Selbstlosigkeit etwas für dieses Land tun möchten."

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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Di März 25, 2014 7:32 pm

"Ich bin alt Mylady und weiß, dass ich vielleicht noch ein Jahrzehnt überleben werde. Zwei, wenn ich viel Glück habe und mit guten Ärzten gesegnet bin" erklärte er Caladhiel und sah dieser in die Augen. "Ich lebe seit dreiundfünfzig Jahren in diesem Land und die Situation verschlimmert sich nur noch mehr. Die Familie Velaryon ist nicht in der Lage das Volk zu halten, noch ihre Lehnsmänner. Es haben sich bereits eigenständige Könige ausgerufen, die den Gesetzen der Menschen spotten. Alles was die Menschheit in eurem Zeitalter erbaut hat, alles wofür meine Vorfahren kämpften ist verloren. Und die Velaryon tuen nichts dagegen, versuchen nur ihre Macht zu mehren und leben in schönen Schlössern mit reichlich Essen während die Bauern verhungern" er hob eine Hand um Caladhiel entgegen jeder Höflichkeit zu unterbrechen, aber seine Worte waren Ernst und dringend und für soetwas wie Höflichkeit hatte er keine Zeit. "Natürlich wird es immer unterschiede geben und auch ich bin ein Gewinner der Systems. Aber hier geht es um viel mehr als das. Ich bin Graham Drake. Dieser Name hat kaum Gewicht und mein Geschlecht endet mit mir. Wozu sollte ich also noch etwas für mich tun? Ich will, das wieder ein echter Herrscher auf den Thron kommt und ich weiß, dass dies gelingen kann. Ich bin nicht mehr als ein reicher Narr mit wenigen Ansprüchen. Und nun? Habt ihr die Stadt gesehen? Ich bin gekommen und habe Sie mir genommen - weil ich den Willen dazu hatte. Rebellieren die Menschen? Habt ihr Leid und Elend dort gesehen als ihr den Weg zu mir herauf kamt?" er schüttelte den Kopf.
"Als Kind habe ich die Geschichten eures Ordens gelesen. Manchmal Tagelang. Ich habe Legenden über den alten Palancar gelesen. Über das neue Königshaus Xeladric, welches in einem Meer aus Blut fortgewaschen wurde. Dieser Land ertrinkt in dem Blut das die Velaryons vergießen. Sie haben auch die Familie Gil´eads getötet. Sie haben einen Krieg mit den Elfen begonnen. Diese Familie stößt die Menschheit in den Abgrund. Das einzige was mir übrig bleibt ist dafür zu sorgen, dass sich die Welt ändert. Ich habe keine Interesse mehr an Geld oder Macht. Ich habe mehr Macht als mein Vater und dessen Vater vor ihm und mehr Geld, als ich jemals noch ausgeben könnte" er schüttelte den Kopf. "Woran es mir allerdings mangelt ist Gerechtigkeit und Rache"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Di März 25, 2014 7:51 pm

Caladhiel hatte ruhig seinen Ausführungen gelauscht und keinerlei Anstalt gemacht, ihm ins Wort zu fallen, während der Fürst ihr einen Überblick über die momentane Situation in dieser Landen gegeben hatte - einen Überblick, von dem sie sich gewünscht hätte, ihn nie hören zu müssen. Die Familie Velaryon hatte also wirklich die Macht und die Reichtümer der alten Häuser um sich herum geschart und sich in Ceunon verschanzt, während sie darauf warteten endlich einen Weg zu finden, sich über alle anderen Adligen hinweg zu setzen und von einer anderen Partei legitimiert zu werden, während andere Familien sich nun ebenfalls als Könige ausgerufen hatten. Dieses Land, das Land, das die Reiter einst verlassen hatten, besaß nur einen einzigen König und eine einzige Linie, die sie unterstützten und der sie die Treue geschworen hatten und diese trug nicht den Namen der Velaryon.
"Die Reiter hüten noch immer die alten Verträge, welche einst gemeinsam mit den Vertretern aller Völker aufgesetzt und von ihnen unterzeichnet wurden. Sie beweisen noch immer, dass es nach dem Tode der Familie Palancar eine neue Linie der Könige gibt, welche allein den Thron der Menschen in diesen Landen besteigen darf", antwortete Caladhiel nach einer Weile des Schweigens, in welcher sie noch einmal über das nach gesonnen hatte, was der alte Mann ihr gegenüber ihr offenbart hatte und womit sie noch nicht recht einig war. Es klang zu ehrenvoll für den alten Mann, als dass sie ihm wirklich hätte glauben können, doch andererseits konnten sie dieses Leid, das in diesen Landen weiter voran schritt, auch nicht gewähren lassen. "Die Reiter sind zurückgekehrt, Fürst Drake, um die Menschen und alle anderen Völker zu beschützen und ihre Wacht über Alagaesia wieder aufzunehmen. Wir werden ebenso wenig zulassen, dass dieses Land in dem Blut zahlreicher Unschuldiger erstickt."

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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Di März 25, 2014 8:06 pm

"Auf diese Antwort habe ich gehofft" erklärte Graham und nickte langsam. Er hatte von diesen Verträgen gewusst. Hatte gewusst, dass die Reiter über die alten Schriften wachten. "Auch die Zwerge haben sich bereits mit mir getroffen und wir haben einen neuen Vertrag besiegelt. Zuerst mit einem Humpen Bier, gerade allerdings wird auch noch der offizielle Vertrag unterzeichnet. Somit bin ich der erste menschliche Adelige seit über hundert Jahren, der einen Pakt mit einem nicht menschlichen Volk hat" sagte er und richtete sich langsam auf, glitt hinüber zu einer Wand auf welcher die Karte Alagaésias aufgemalt worden war.
"Doch die Reiter sind für die meisten Menschen nur noch eine Legende" erklärte er leise und deutete auf Doru Areába. "Kaum einer erinnert sich mehr an euch Mylady. Die Menschen glauben, dass ihr nur alte Märchengestalten seid" erklärte er ihr. "Ihr braucht jemanden der euch hier unterstützt. Zumindest einen Menschen, dessen Wort Gewicht hat. Ich habe eine Armee. Ich habe die Unterstützung der Zwerge. Aber wichtiger als all das" er deutete auf Feinster. "Ich habe eine Thronerbin. Ich komme aus Feinster. Meine Familie war dort ansässig, war recht einflussreich und mein Großvater war dem alten Königshaus noch treu ergeben. Ich weiß, dass mein Großvater und mein vater dabei halfen den Sohn von Königin Coreen und König Alvias Xeladric aus Ceunon fort zu schaffen. Sie sorgten dafür, dass er als bürgelricher getarnt aufwuchs. Mittlerweile lebt dort seine Enkelin. Das Blut der Familie Xeladric ist noch nicht gänzlich aus dieser Welt verschwunden. Und nun besitze ich, einer der letzten Königstreuen Fürsten ein eigenes Fürstentum und damit genug Macht um ihren Anspruch durchzusetzen. Vorausgesetzt ich habe die Reiter hinter mir" er wandte sich um, ein Feuer brannte in seinen Augen.
"Wie mein Plan lautet MyLady? Die rechtmäßige Königin aus Feinster zu holen, hier in Sicherheit zu bringen und Sie zu unterrichten, ehe wir Ceunon zurückerobern. Das Blut der Velaryons wird über die Stufen der Stadt fließen wenn die rechtmäßige Blutlinie wieder eingesetzt wird"
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Di März 25, 2014 8:27 pm

"Ihr habt einen Thronerben aus der alten Linie?", echote Caladhiel und war plötzlich hellhörig geworden, während all ihr Misstrauen für einen kurzen Moment schwand und sich mit einem Gefühl von Euphorie und Hoffnung vermengte, die ihn ihr grassierte und die sie leichtsinnig werden ließ. Sie spürte Anwars Schnauben, hörte seine leise Warnung in ihrem Kopf, als der Drache sie wieder zur Vorsicht rief, aber das, was Graham ihr hier nun anbot und was er ihr hier offenbarte, war für die Reiterin mehr wert als alles, was sie bislang zu hoffen gewagt hatte. Wenn es noch jemanden aus der alten Linie der Xeldaric gab, dann ging es nun darum das Mädchen am Leben zu halten, sie vor den Velaryon verborgen zu halten und dafür zu sorgen, dass sie stark genug wurde, um eines Tages den Thron Palancars wieder zu besteigen, bevor es die Velaryon taten und Caladhiel wusste, dass die Menschen sich nie viel Zeit dabei nahmen.
"Wir werden diese Erbin unterstützen und ihr auf den Thron verhelfen, wenn es an der Zeit ist, Fürst Drake, allerdings stellt der Orden der Reiter eine Bedingung in diesem Belang", führte die Reiterin weiter aus und erhob sich wieder von ihrem Platz, begann erneut einen Schritt auf das Fenster zuzumachen während sich ein kühles, hartes Lächeln auf ihren Zügen abzeichnete. Es würden wieder bessere Zeiten folgen, wenn die Erbin der alten Familie erst auf dem Thron saß und ihr Gerechtigkeitssinn ihr einst dieselben Dinge lehrte, wie es damals König Alvias getan hatte, welche ebenfalls aus einer langen Dunkelheit als Licht hervor getreten war und sie alle zueinander geführt hatte. Unter ihm hatten die Völker gemeinsam gekämpft, ihm hatten sie vertraut und dennoch ... war er einst von der Familie Velaryon hingerichtet worden, ebenso wie sie den Rest seiner Familie abgeschlachtet hatten. Die Velaryon würden dafür büßen.
"Wir senden einen Reiter zu Euch in diese Stadt, welcher die Erbin unterrichten wird und ihre weitere Ausbildung überwachen wird. Er soll sowohl Beschützer als auch Lehrmeister sein und verhindern, dass die Erbin von niederen Wesenheiten manipuliert werden kann."

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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Di März 25, 2014 8:35 pm

"Jedes Mitglied eures Ordens ist in meinen Hallen willkommen und wir wollen auch Versuchen seinen Drachen so gut es geht zu versorgen. Wir haben zugriff auf recht viele Handelsgüter und daher sollte das kein Problem sein" erklärte er ihr.
"Wenn wir wissen wer kommt und ihr uns genügend Informationen gebt können wir dafür sorgen, dass ein Zimmer, genug Platz für den Drachen und reichlich Essen vorhanden ist" meinte er und ging wieder zurück zu dem Schreibtisch. Ob es ihn störte, dass man einen Reiter an seinen Hof schickte? Ganz und garnicht. Er hatte ja nicht einmal etwas was sich zu verbergen lohnte. Und wenn es sich erst verbreitete, dass ein Reiter an seinem Hof war würde sich seine Macht nur noch mehr ausbreiten und festigen. Niemand war so töricht einen Fürsten anzugreifen, der unter dem Schutz der Drachenreiter stand. Sie mochten seit hundert Jahren nicht mehr aufgetaucht sein, aber die Legenden die es über Sie gab waren wohl wesentlich furchteinflößender als die Wahrheit.
"Seid euch bewusst Lady Caladhiel, dass ihr dort draußen bei den Menschen kaum Freunde finden werdet. Die Fürsten beweihräuchern sich Gegenseitig und sind nur an ihrer eigenen Macht interessiert. Es wird böses Blut geben" sagte er, nahm einen Schluck Wasser und fuhr sich dann über das Gesicht. "Wie schnell seit ihr in der Lage das Mädchen hierher und in Sicherheit zu bringen? Ich weiß nicht wie stark ihr Schutz noch ist, jetzt da die Familie Drake in Gil´ead weilt"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Di März 25, 2014 8:43 pm

"Wir können umgehend aufbrechen", lautete die einzige Antwort der Reiterin ehe die sich wieder zurück über die Schulter wandte und Anwar im Stillen bereits ein Zeichen dafür gab, sich für den Aufbruch bereit zu machen. Wenn Velaryon erst wusste, wo die Erbin sich aufhielt, würden sie Truppen entsenden um das Mädchen töten zu lassen und wenn ihnen dies gelang, dann würde alles verloren sein, denn mit dieser Erbin würde gleichzeitig wohl auch das gesamte Geschlecht der alten Könige sterben und genau das galt es zu verhindern. Sie würde Vrael hierher senden, um dieser Aufgabe gerecht zu werden, denn der junge Reiter hatte eine sehr lange Zeit unter den Menschen gelebt und wusste gut genug um deren Gepflogenheiten und Eigenarten, während Oromis und sie sich auf Vroengard um die Ausbildung weiterer Soldaten und Schüler kümmerten und die Verträge bewachten, die man vor über einhundert Jahren verfasst hatten und die sehr genau das Recht der Erbin beschrieben. Ein weiterer Vorteil lag in der Ernennung von Vrael zu dem Beschützer der Erbin und der beschrieb eine alte Seele, die sich noch immer in einem jungen Körper aufhielt und die nicht zulassen würde, dass dem jungen Reiter ein Leid geschehen würde.
"Es ist mir bewusst, dass mein Orden in dieser Welt nicht viele Freunde haben wird, aber der Orden versorgt sich autonom und wir sind nicht von ihnen abhängig, geschweige denn, dass uns die Freundschaft der Fürstentümer sonderlich wichtig ist. Unsere Pflicht ist es über das Land zu wachen und es vor dem Schatten zu verteidigen und diese Pflicht werden die Reiter erfüllen", ließ sie noch folgen während sie die ersten Schritte zur Tür trat und die hoch geschnürten Stiefel der Elfe fest auf den Boden trafen, ein weiteres Zeichen der Entschlossenheit waren, welche sie inzwischen durchflutete. Während des Fluges nach Feinster würde sie Vrael kontaktieren und ihn umgehend nach Gil'ead reisen lassen.
"Wir werden in ein paar Stunden dort sein."

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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 12:25 am

Es hatte nur einige Stunden gedauert, bis Caladhiel zusammen mit Graham und Ileana wieder zurück nach Gil´ead gelangt waren. Da auf dem Hof reges Treiben herrschte, konnte man davon ausgehen das mittlerweile ein zweiter Reiter eingetroffen war und die bisweilen eingeschlafene Dienerschaft in Aufruhr versetzte. Lady Caladhiel indes hatte sich verabschiedet und non den jungen Reiter instruiert, welcher sich momentan noch häuslich einrichtete. Auch Ileana hatte man die Zeit gelassen um ihr neues Zimmer aufzusuchen, dort ihr weniges Hab und Gut zu lagern und letztlich sich auch noch einer kurzen Wäsche zu unterziehen, ehe Graham sie wieder hatte zu sich rufen lassen.
Als das junge Mädchen nun am nächsten Tag das Arbeitszimmer betrat saß er wieder an seinem Schreibtisch, hatte einige Stapel Dokumente vor sich liegen und arbeitete gerade einige ab. Neue Befehle, Handelslisten, AUfträge für die Steinmetzgilde und den ein oder anderen Brief.
Auch als die junge Frau einige Schritte in den Raum machte fuhr er fort seine Schriften zu führen, ohne auch nur den geringsten Anschein zu machen er habe Ileanas Eintritt bemerkt.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 12:38 am

Ileana hatte Mühe gehabt, sich in dem neuen Haus zurecht zu finden, von dem sie noch nicht wusste, ob sie hier nun Gefangene oder Geist sein sollte. Gil'ead war eine so riesige Stadt und wann immer sie die vielen Wachen vor den Toren gesehen hatte, die auch auf den Wehrgängen des Schlosses patrouillierten, fühlte sich mehr denn je unwohl in ihrer eigenen Haut. Die Reiter waren gemeinsam mit Drake in Feinster gewesen, nur damit sie mit ihm kam und wenngleich auch Ileana die alten Legenden der Reiter kannte, Geschichten davon gehört hatte, wie riesig die Drachen waren, die sie ritten, so lagen diese Legenden doch weit hinter der Wirklichkeit zurück. Sie war furchtsam gewesen, als sie den großen, schwarzen Drachen zum ersten Mal gesehen hatte, mit dem sie hierher geflogen waren und sie war furchtsam gewesen als sie schlussendlich auf seinem Rücken gesessen hatte, wenngleich auch das riesige Tier eine gewisse Faszination für sie ausübte - sie hatte sein Atmen unter sich gespürt, hatte die Muskeln, die sich unter der dicken, schuppigen Haut abzeichneten, unter ihren Fingern spüren können.
Doch von all dieser Ehrfurcht, die sie gehabt hatte, war an diesem Morgen nicht mehr viel übrig als sie ihren Weg zu den Arbeitszimmern des Fürsten antrat und die Tür nach einem eher zögerlichen Klopfen schlussendlich öffnete. Sie sah den Fürsten vor den Papieren sitzen, sah ihn schreiben und beobachtete den alten Mann eine Weile lang ehe sie leise räusperte, um auf sich aufmerksam zu machen und die Neugier schließlich nicht mehr zurück halten konnte. "Weshalb habt Ihr mich hierher gebracht, Fürst Drake?", fragte sie und trat einen Schritt näher zu dem anderen hin bis sie unmittelbar vor dem Schreibtisch des alten Fürsten stand. "Ihr seid nicht gemeinsam mit den Reitern nach Feinster gekommen, nur um eine neue Zofe hierher zu bringen und wenn Ihr eine Familie unterstützen wolltet, hätte genauso Vivienne Euren Ansprüchen Genüge getan."
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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 12:46 am

Graham wartete noch einige Sekunden, schrieb den letzten Brief zu Ende und ließ das Siegelwachs darauf tropfen, versiegelte den Umschlag und legte ihn achtsam zur Seite. "Ihr habt recht Lady Xeladric. Ich habe keine Zofe gesucht" stimmte er ihr zu und legte schlussendlich auch die Schreibfeder zur Seite, während seine eisblauen Augen den ihren begegneten. "Ich habe vielmehr nach einer Königin gesucht" setzte er schließlich hinten an, ließ die Worte wirken und wies dann auf den Stuhl vor sich. "Was wisst ihr über die momentane Politik in diesem Land Ileana?" fragte er die junge Frau. "Über das Erbe eurer Familie? Hat man euch jemals über all das aufgeklärt?" es war wichtig zu wissen wie weit ihr Wissen war und wo er ansetzen musste. Die folgenden Antworten würde ihre Arbeit der nächsten Monate bestimmen.
"Und vor allem: Was glaubt ihr über mich zu wissen?"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 12:53 am

Ileana runzelte die Stirn bei den Fragen, die der alte Mann ihr stellte und die sie nicht recht einzuordnen wusste. Wenn er eine Königin gesucht hatte, dann hätte er Vivienne zu sich rufen sollen, hätte sie unterstützen sollen und sie in Feinster in Frieden bei ihren Freunden leben lassen sollen, doch anstelle dessen stand sie nun hier vor einem hohen Fürsten und führte mit ihm Gespräche über etwas, das sie bislang nicht einmal im Traum in Betracht gezogen hatte. Diese Situation war wirr, es waren zu viele neue Eindrücke, die auf das Mädchen einprasselten, welches in den letzten Jahren in einem kleinen Dorf aufgewachsen war und sich dort Gedanken um das Brot des nächsten Tages gemacht hatte und sich keinen Deut darum geschert hatte, welcher Fürst nun wieder glaubte, das Erbe der Königsfamilie an sich zu reißen. In Feinster war all diesen Dingen bislang niemals viel Bedeutung beigemessen worden, bis Vivienne diesen schrecklichen Menschen geheiratet hatte, welcher sie auch heute noch schlecht behandelte und ihr ständig drohte.
"Ich kenne das Schicksal meiner Vorfahren, Fürst Drake. Einst wurden sie durch die Verträge, die bei den Reitern ruhen, in den Stand des Königs erhoben und einten das gesamte Land bis eines Tages die Familie Velaryon jeden von ihnen auslöschten und dabei offensichtlich den einzigen Thronerben übersahen, welcher von einem treuen Bediensteten fortgebracht werden konnte", gab sie die Erklärung, von der sie hoffte, es würde jene sein, die Drake hören wollte ehe sie die Arme vor der Brust verschränkte und ein missgünstiges Schnauben von sich gab. "Aber ich wiederhole mich noch einmal - weshalb bin nun ich hier, während meine Cousine bereits nach dem Thron gegriffen hat und ihn mit Hilfe der Truppen ihres Mannes wieder zurück erobern kann. Das ist es, was ich nicht begreife und worauf Ihr mir noch immer nicht geantwortet habt. Weshalb ist der Drachenreiter hier?"
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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 1:02 am

"Eure Cousine ist nicht viel mehr als eine Marionette ihres Mannes" begann Graham das Gespräch. "Weder ihre Fähigkeit zu Führen, noch ihr Sinn für Gerechtigkeit oder ihr Charisma sind ausreichend um dieses Land zu führen. Sollte Sie es schaffen den Thron zu erobern würde eine schwache Königin an Seiten eines grausamen Königs regieren. Das Land würde erneut zerfallen und nach wenigen Jahren wären wir an dem selben Punkt angekommen den wir nun haben" erklärte der alte Fürst und nahm einen Schluck Quellwasser aus dem Kelch der neben ihm stand. "Meine Familie war es damals, die euren Vorfahren vor den Velaryons beschützte und in Sicherheit brachte und so beschloss ich, dass es ein Fehler wäre eure Cousine zur Königin werden zu lassen" er nickte auf den Stapel Briefe neben sich. "Die Reiter welche nach Alagaésia zurückgekehrt sind waren der selben Ansicht. Ebenso wie die Zwerge. Unser Ziel ist es ein neues, vereintes Alagaésia zu erschaffen. Eines, das von einer gerechten Königin geleitet wird. Einer Königin, die das Anrecht auf den Thron und die Krone besitzt. Daher habe ich dich so vollkommen überrumpelt und entführt. Wenn die Velaryons von meinem Plan erfuhren hätten ehe ich bei dir war... hätte man dich ermordet. Deine Coursine mag nicht geeignet sein den Thron zu besteigen. Du jedoch bist es. Oder wirst es zumindest sein, wenn ich mit deiner Ausbildung fertig bin"
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 1:12 am

"Und wer garantiert Euch, dass ich eines Tages, und möge dieser Tag noch in weiter Ferne liegen, eine gute und gerechte Königin sein werde? Wer garantiert Euch, dass ich nicht ebenso eines Tages schwach sein werde und mich nicht zu behaupten weiß? Ihr könnt es nicht wissen und Ihr könnt ebenso wenig wissen, was Eure Ausbildung in mir anrichten wird", hinterfragte Ileana in Ermangelung eines besseren Einfalls und mit zitternden Lippen, welche innerhalb der letzten paar Minuten nach der Eröffnung des alten Fürsten, erstaunlich blass geworden waren. Was sollte sie dem alten Mann ihr gegenüber sagen? Dass sie das nicht wollte und ihr Leben so gut fand, wie es bislang gewesen war? Er würde es nicht gelten lassen, er würde sie nicht gehen lassen und er würde ebenso wenig von seinem Plan zur Errettung dieser Lande abweichen, wobei das noch etwas war, das sie ihm am Wenigsten anlasten konnte, denn genau das war es, was auch in ihrem Herzen am Stärksten schlug und nun wie ein neu geschürtes Feuer aufloderte.
Dennoch war diese neue Eröffnung darüber, wie ihr Schicksal verlaufen sollte, nicht das, womit das Mädchen gerechnet hatte, als man es hierher gebracht hatte und mit schnell schlagendem Herzen und dem innigen Wunsch, fortzulaufen, ließ Ileana sich wankend auf einen der Stühle sinken, die vor dem Schreibtisch standen. Wenn die Zwerge und die Reiter bereits dafür waren, dann hatte sie keine andere Wahl als alledem zuzustimmen, wenngleich sie noch immer Angst vor dem hatte, was auf sie zukommen würde und von dem sie noch nicht wusste, ob sie alledem gewachsen sein würde.
"Macht Euch nicht die Mühe mir die Vorzüge Eures Planes aufzulisten, Fürst Drake. Es macht keinen Unterschied, denn Ihr habt für mich entschieden und es bleibt mir nichts außer diesem Weg nach vorn, doch eine Sache möchte ich im Vorhinein mitteilen", sagte sie und straffte ihre Haltung, in der Hoffnung, sie würde damit ein wenig würdevoller wirken. "Ich werde mich nicht zu Eurer Marionette machen, wie Ihr es meiner Cousine vorwerft. Ich entscheide für mich selbst und so wie ich es verantworten kann und nicht, wie es in Eurem Sinne ist."
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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 1:22 am

"Ihr werdet so handeln wie es für das Land am besten ist" erklärte er leise und sein Blick begegnete dem Ihren. "Und wieso ich weiß, dass ihr euch eines Tages als Königin zu behaupten wissen werdet?" er stand auf, richtete sich zur vollen Größe auf, welche Ileana auch im stehen schon um einiges überragte, jetzt da sie saß ging sie ihm jedoch kaum über die Hüfte.
"Ihr befindet euch als kleines, unbekanntes Bauernmädchen in Gil´ead. Der Stadt mit dem größten Gefängnis in ganz Alagaésia. Ihr sitzt in dem Arbeitszimmer des Fürsten von Gil´ead einem Mann der sich diese Stadt mit dem Schwert genommen hat und der in der Lage war innerhalb von weniger als drei Tagen Zwerge und Reiter auf seine Seite zu bringen. Ein Mann, der nicht mit der Wimper gezuckt hat eine einflussreiche Familie zu brüskieren. Ein Mann, der nicht zögert das durchzusetzen was er für richtig hält" er trat einen Schritt näher auf Ileana zu. "Und diesem Mann widersprecht ihr offen und in seinem ersten Gespräch mit euch. Ihr seit mutig. Dumm. Aber mutig" er stellte vor Ileana ein Glas Wein. "Trinkt und schaut euch dann in der Festung um." befahl er. "Denkt über das nach, was ihr heute gelernt habt"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 1:35 am

"Wenn Ihr mich hättet töten wollen, dann hättet Ihr das bereits mit der Reiterin getan, mit der Ihr nach Feinster gekommen seid, Mylord - es wäre leichter eine Leiche dort zu verstecken als sie unmittelbar aus diesem Haus bringen zu lassen", lautete Ileanas Antwort, von der sie noch nicht wusste, aus welchen Gründen sie jetzt plötzlich ihre Sprache wieder gefunden hatte, wo doch ihr Herz noch immer gegen ihre Brust schlug und mit jedem neuen Atemzug einen stechenden Schmerz durch ihren Brustkorb sandte. Sie wollte von hier fort, fort von dem fremden Mann, der hier vor ihr stand und in dessen Händen im Augenblick ihr eigenes Leben und das Schicksal eines gesamten Landes zu liegen schien und einmal mehr begann sich Ileana zu fragen, weshalb ausgerechnet ihr eine solche Bürde aufgelastet worden war. Sicherlich, sie hatte einst davon geträumt, etwas in diesem Land bewirken zu können, es zu neuer Stärke bringen können und vielleicht sogar eines Tages im Himmel die majestätischen Drachen fliegen zu sehen, aber sie hatte es niemals für möglich gehalten, dass dieser ferne Traum einmal die Wirklichkeit sein würde - dass sie nun hier mit wackeligen Knien saß und sich weder traute, ihre Hand nach dem Weinbecher auszustrecken, geschweige denn sich von ihrem Platz zu erheben.
"Und was die Drachenreiter anbelangt - ihr hattet Glück, das ist offensichtlich", gab sie dann schließlich zu Bedenken und schob das Weinglas zur Seite, das er ihr angeboten hatte und von dem sie genau wusste, dass sie es nicht vertragen würde. Sie hatte noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken, hatte es in ihrer kleinen Familie doch lediglich Wasser oder verdünnten Saft gegeben und allein der Duft, welcher sich von dem Weinglas ausbreitete, verursachte ihr bereits Übelkeit. "Sie sind zurückgekehrt und Ihr ward der erste Ansprechpartner, nachdem Eure Botschaft als Erste an sie heran drang. Es hätte ebenso jeder andere Fürst sein können", vollendete sie ihre Ausführungen ehe sie sich mit zitternden Beinen von ihrem Platz erhob und sich entschied, dass es um einiges besser sein würde, wenn sie einfach aus dem Raum verschwand, bevor Graham es sich anders überlegte und sie doch noch an die hungrigen Mäuler der Jagdhunde verfüttern würde.

tbc: draußen
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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 1:49 am

Graham sah dem Mädchen hinterher, wie sie versuchte ihre Haltung zu bewahren. Er spürte die Angst in ihr, welche für die erste Zeit ihr Antrieb sein würde. Langsam umrundete der Fürst den Tisch, sah noch einmal zu dem Diener der am Rande der Schatten stand. "Du kannst gehen, ich benötige deine Dienste vorerst nicht mehr" erklärte er und der junge Bursche verschwand.
Kaum dass dieser die Tür geschlossen hatte lehnte sich Graham zurück. Ileana war jung und mutig, beinahe naiv, aber sie glaubte wohl wahrhaft an Gerechtigkeit und das würde ihnen wohl noch zum Vorteil gereichen. Er hatte die Zwerge hinter sich, die Reiter sympathisierten mit ihm die Handelswege wurden weiter ausgebaut. Sein Blick glitt erneut zur Karte. Ceunon - sein nächstes, großes Ziel. Die Stadt lag oberhalb von Gil´ead, umgeben vom Buckel und DuWeldenvarden was bedeutete, dass alle Handelsgüter die nicht aus der unmittelbaren Umgebung stammten über die Handelswege gebracht werden mussten die zu seinem Fürstentum gehörten.
Es wurde Zeit, die Steuern für die nördlichen Handelsstraßen in die Höhe zu treiben. Auch sein letzter Brief war nach Ceunon geschickt worden. Er schuldete einem dortigen Schmied seinen Dank.
Langsam zog er die Skizzen aus der Schublade. Die Soldaten der Velaryon hatten wirklich schöne Rüstungen, das musste er dem Haus lassen. Er nahm erneut einen Schluck Wasser und schickte sich an die Skizzen zurück zu legen, als sein Blick auf die Spielkarte fiel die vor wenigen Wochen ihren Weg zu ihm gefunden hatte. Langsam legte er die Blätter darauf ab.
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 9:05 pm

Sancha Bonadeo, der schönste Stern der südlichen Lande. So hatte man sie in ihrer Heimat Perugia oft genannt, doch sie hatte diesen Titel nie wirklich ernst genommen: Snacha war sich bewusst, dass es viele schöne Frauen im ganzen Land gab und auch wenn sie selbst eine davon war, konnte ihr nicht einmal jemand garantieren, dass sie auch nur die schönste Frau in Perugia war. Dennoch hatte diese Bezeichnung ihr immer irgendwie geschmeichelt, im Gegensatz zum Auftrag durch ihre Base Vivianne. Sie sollte im weit entfernten und viel kälteren Gil`ead auf ihre andere Base Ileana aufpassen, als wäre sie ein Kindermädchen! Natürlich hatte sie die kleine lieb, wie auch nicht, wo doch jeder der sie traf sie sofort ins Herz schloss? Doch sie hatte einfach keine Lust nach der Pfeife ihrer Base zu tanzen und sich dann noch mit einem Mann wie Drake abgeben zu müssen. Aber sie hatte keine andere Wahl.
Sancha kannte bereits andere große Städte, wie Ilirea und Dras`Leona, und so konnte Gil`ead sie nicht wirklich beeindrucken. Durch ihre gelegentlichen dimplomatischen Aufträge, kannte sie auch nicht wenige Schlösser hoher Herren. Das Schloss der Drakes viel weit hinter die Schönheit und Anmut der Festung Ibelin in Belatona. Dennoch entschied sie, dass es ein durchaus angemessenes Zuhause für sie und Ileana sein würde.
Sancha trug eines ihrer enganliegenden Kleider: Es war purpurn und mit goldfaden durchwirkt. Sie ließ sich von einem Pagen bei Fürst Drake ankündigen und betrat daraufhin das Arbeitszimmer. "Seid gegrüßt, Mylord Drake", begrüßte die Baronin ihren Gastgeber und knickste. Sie ließ ihren Blick einmal durch den Raum gleiten, sah die Karte an der Wand, die vielen Stapel Papierauf dem Tisch und den Kelch mit Quelwasser. Der hat sicher nicht oft Spaß, schoss es ihr durch den Kopf, ehe sie ihm direkt in die Augen sah. "Ich bin Sancha Bonadeo, Base von ihrer Majstät Vivianne und Mylady Ileana, und wurde geschickt auf letztere Acht zu geben.", erklärte Sancha, wobei sie das Wort Majestät mit einiger Abscheu aussprach.
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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Mi März 26, 2014 10:16 pm

Graham bemerkte ihre Anwesenheit durchaus, machte sich allerdings nicht die Mühe aufzuschauen, während er weiterhin an dem Brief schrieb, welcher an das Gildenhaus der Glasbläser ging und diesen weitreichende Befugnisse im Handelsgeschäft eröffnete, womit sie endlich die mit Stroh gepolsterten Kisten besorgen konnten um den Handel mit Glas überhaupt erst sinnvoll zu machen. Die meisten Fürsten würden sich um solche Kleinigkeiten wohl kaum kümmern, doch hielt es Graham für notwendig letztlich alles unter Kontrolle zu haben.
"Ich weiß wieso ihr hier seit" meinte er langsam und tunkte die Feder in die Tinte ohne aufzusehen. "Und ich weiß wer ihr seid. Ihr bekommt ein Zimmer im Ostflügel zugewiesen, wie euch einer meiner Diener wohl hoffentlich bereits mitgeteilt hat" er streute etwas Löschsand über die Frische Tinte. Ileana war im Westflügel untergebracht und Sanchas Zimmer lag soweit von dem ihrer Base entfernt wie es nur eben möglich war.
"Ich bin mir sicher, dass euer Aufenthalt ganz zu meiner Zufriedenheit sein wird" noch immer hatte er sie keines Blickes gewürdigt, schüttelte nun jedoch den Sand von dem Papier und arbeitete weiter, ohne auch nur ein Wort zu sagen.
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Do März 27, 2014 1:02 am

Sancha lächelte, als würde sie über ein kleines Kind schmunzeln, und ließ ein Schnauben hören. Genau das war das Porblem mit den Männern: Sie unterschätzten die Frauen und trauten es ihnen wahrhaftig nicht zu, die offensichtlichste List zu durchschauen. Sancha wurde klar, dass es hier eindeutig in zwei Richtungen laufen konnte; Entweder sie würde hier ein wenig Spaß haben und sei es nur der ihren Gastgeber zu ärgern, oder es würden sehr anstrengende zwei Jahre werden. Wie schnell doch die Zeit verflog, eben waren sie alle noch jung gewesen und schon standen sie voll im Leben... oder einige von ihnen. Sancha setzte sich auf einen der Stühle vor dem Arbeitstisch, schlug ein Bein über das andere und zupfte das Kleid über ihrem Knie zurecht. "Ja, zu meinem großen Glück wurde ich bereits auf mein Zimmer begleitet, zusammen mit meiner Kleidertruhe. Und schon nach fünf Goldmünzen", Sancha hatte noch nie so viel Geld für Bestechungen ausgeben müssen! "Erfuhr ich, dass ihr mir versehentlich das falsche zugewiesen hattet, denn es kann ja nur das falsche sein so weit wie es von meiner Schutzbefohlenen entfernt liegt. Glücklicherweise konnte ich diesen Fehler bereits bereinigen.", erklärte Sancha mit einem gerade zu süffisanten Lächeln. Sie war gespannt wie der Fürst reagieren würde. Doch vorerst bekam er keine Zeit für eine Reaktion eingeräumt.
"Drake, ich schätze doch ich darf sie Drake nennen?", fragte sie ohne eine Antwort abzuwarten. "Drake, wir können das hier auf zwei Arten hinter uns bringen. Entweder wir einigen uns auf den leichten, in dem wir beide unserer Arbeit nach gehen, ohne uns im Weg zu stehen. Oder wir machen uns das Leben für die nächsten zwei Jahre, bis Ileana mündig ist und den Thron besteigen kann, zu einer furchtbaren Hölle!". Sancha war sich nicht sicher wie sie über Drake denken sollte, denn auf der einen Seite war sein Versuch ihre Bemühungen zu untergraben ziemlich kläglich gewesen, anderer Seits zeugte die Aussage ihr Aufenthalt würde zu seiner Zufriedenheit sein von einem gewissen Witz.
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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Do März 27, 2014 1:17 am

Langsam faltete Drake den Brief zusammen, steckte diesen in einen Umschlag und versiegelte diesen, ehe er ihn auf den Stapel neben sich legte und langsam aufsah.
"Wir sind hier nicht in Feinster. Wir sind nicht einmal im EInzugsgebiet von Ilirea Lady Bonadeo" erklärte er gelassen, ohne auf ihre Drohung einzugehen und auch nur das geringste Anzeichen zu geben, dass ihn ihre Worte auch nur im entferntesten tangierten.
"Ihr werdet wieder in das Zimmer ziehen, dass ich euch zugewiesen habe" seine eisigen, blauen Augen durchlöcherten sie gerade zu. Scheinbar war es schicklich in Ileanas Familie, das man aufmüpfige Frauen hervor brachte. "Und solltet ihr mir jemals wieder Drohen oder mit mir sprechen, ohne das ich euch die Erlaubnis dazu gegeben habe werde ich euren Kopf zurück nach Feinster schicken" er legte schließlich auch noch die Feder beiseite. "Und das Lady Bonadeo ist die leichte Art" erklärte er. "Ihr dürft jetzt gehen"
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Do März 27, 2014 1:43 am

"Drake ihr solltet euch doch wohl denken können, dass ich euch wohl kaum etwas körperliches tun werde.", begann Sancha ganz ruhig. Sie würde sich kaum von ihm den Mund verbieten lassen. Sollte er ihr drohen, sie hatte Argumente die jeden normal denkenden Menschen davon abhalten würden sie zu töten. Vielleicht sind diese Argumente doch nicht so wirksam wie ich dachte... "Meint ihr tatsächlich ich hätte etwas in Feinster zu sagen gehabt? Selbst in Perugia stand mein Wort hinter dem meiner Eltern und wir sollten nicht meine zwei Brüder vergessen. Und von meinem Wort in Ilirea wollen wir beide wohl gar nicht erst anfangen.", erklärte sie. Sie war nicht dumm. Anders als andere Adlige machte sie sich nichts vor was ihre Macht und deren Reichweite anbelangte. Doch sie war sich sicher, dass es Schwächen an Graham gab die sie würde ausnutzen können.
"Um auf eure leichte Art zurück zukommen-", Sancha erhob sich. "Ihr, und wie ich hoffen will auch die Reiter, wollen es einem kleinen Kind wohl kaum zumuten, dass ihre Verwandte in ihrer Gegenwart hingerichtet wird, bloß weil sie ihrer Aufgabe nach gehen will und euch widersprach! Es kann in niemades Sinn liegen, dass Ileana auf diese Weise traumatisiert wird.", erklärte Sancha und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie ließ sich von ihm nicht einschüchtern, wenn es hart auf hart kam erschreckte sie ihn einfach und ließ ihn an einem Herzanfall sterben. "Also, ich werde in meinem Zimmer bleiben und mich dafür so gut wie eben möglich an eure Regeln halten.".
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Do März 27, 2014 1:56 am

"Dann werden wir gut miteinander auskommen" erklärte er und erwiderte ihren Blick. Sie musste von Anfang an die Spielregeln verinnerlichen, nach denen von nun an auf diesem Brett gespielt werden würde. "Ihr werdet Ileana alle zwei Wochen für drei Stunden sehen" erklärte er und räumte einige Dokumente zur Seite. "Und was Ileanas geistige Gesundheit angeht: Ich bin mir sicher, dass ihr Wohlergehen sich mit abnahme ihrer Familienmitglieder nur noch erhöhen kann" er nahm einen Schluck aus seinem Glas, ehe er die Aufmerksamkeit wieder auf Sancha richtete die versuchte in irgend einer Art und Weise Boden zu gewinnen, wobei sie nicht zu bemerken schien das sie sich in dieser Hinsicht auf Treibsand befand.
"Ihr werdet solange ihr euch in meinem Fürstentum aufhaltet auf meinen Befehl hören" fügte er schließlich anbei. "Ihr seid nur hier, weil ich eurer Cousine entgegen kommen wollte. Es liegt in eurem Sinne, dass ich diese Entscheidung nicht bereue" schließlich nahm er wieder einige Papiere vom Tisch und begann wieder zu arbeiten. Kein Wort des Abschieds, keine Regung mehr in Sanchas Richtung
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Do März 27, 2014 2:05 am

Sancha war kurzeitig tatsächlich gewillt den Mann aus zu lachen, doch das hätte ihr wenig gebracht. Sie redete gegen eine Wand und das gefiel ihr ganz und gar nicht, darum wollte sie eine andere Art und Weise mit ihm umzugehen versuchen, sie wollte ein wenig zurück rudern... aber nicht jetzt. Bedauerlicher weise musste sie einsehen, dass sie nicht auf Grahams Verstand bauen konnte. Dieser Mann sah durch ein sehr enges Fenster auf die Welt und dieses zu öffnen, war wohl ein gerade zu hoffnungsloses Unterfangen. Fürs erste würde sie sich mit dem kleinen Sieg begnügen im Zimmer nahe ihrer Base zu bleiben, von dort aus konnte man sich vor arbeiten, so zumindest sah Sancha die Dinge. In ihr keimten schon alle möglichen Ideen auf, wie sie das bekommen konnte was ihr Zustand und sie freute sich bereits darauf dieses Pläne in die Tat umzusetzen. Für den Moment dominierten ihre Gedanken jedoch zwei Sätze: Er ist nicht besser, als die Velaryon es sind und Ich sollte meine Familie informieren. Sie wandt sich zum gehen, öffnete die Tür, trat in den Korridor hinaus und machte sich auf den Weg in ihr Gemach.
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Graham Drake
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer    Do März 27, 2014 10:19 pm

Aufmerksam studierte Graham den Brief, den er bekommen hatte. Laut seinen Informationen hatte Vivianne damit begonnen Dras Leona zu belagern. Die Stadt des Helgrinds aus welcher der Legende nach das Böse in die Welt drang.
Sie dachte wohl kaum daran Dras Leona als Sommerresidenz zu nutzen. Geschweige denn, dass die Stadt wertvolle Handelsgüter, Handelsstraßen oder sonst irgend einen Wert hatte außer das Land, dass das Fürstentum verwaltete. Die junge Fürstin griff den Helgrind also aus einem anderen Grund an. und der war nicht schwer zu erraten: Sie würde Dras Leona zum einen als ihr eigenes Machtsymbol nutzen und nebenbei würde Dras Leona ein Zwischenstopp auf ihrem Vormarsch nach Ceunon sein. Und er war sich durchaus bewusst, dass zwischen Ceunon und Dras Leona auch noch Gil´ead lag.
Wenn der Brief noch der aktuellen Lage entsprach, so war Fürst Tristan LaFleur gefangen genommen worden. Wenn Vivianne sich ergab würde er freigesetzt. Allerdings hatte Graham das Gefühl, dass Vivianne der tragische Tod ihres Mannes nur zum Vorteil gereichen würde - immerhin würde sie sich den Thron nicht teilen müssen. Auch die Beschreibung ihres neuen Wappens ließ ihn hellhörig werden. Vivianne LaFleur, die sich selbst zur Königin ernannte begann ihre Herrschaft mit der Eroberung des Helgrinds. Mehr Symbolik benötigte es nun wirklich nicht um ihre angehende Schreckensherrschaft zu verdeutlichen. "Drumknott, bitte gib einigen unserer Reiter bescheid und schick diese hinunter nach Dras Leona. Sie sollen ihr einige Geschenke bringen und ihr zu dem neuen Fürstentum gratulieren" erklärte er. "Und wenn Sie verliert, Sir?" hakte Drumknott nach. "Dann haben sie dafür Sorge zu tragen, dass sie es kein zweites mal versucht"
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