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 Innenhof des Schlosses

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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mo Feb 27, 2012 12:08 am

"Ich habe eine bessere Idee" mischte sich nun auf einmal Jeremy ein welcher nach vorne getreten war und William mit festem Blick musterte.
"Euer erscheinen im Rat ist unverzüglich angefordert worden Lord Varys. Und ich bezweifle, dass ihr in eurer Abwesenheit für die Sicherheit meiner unschuldigen Frau garantieren könnt" erklärte Jeremy leise und trat einen Schritt nach vorne, legte William eine Hand auf die Schulter.
"Ich empfehle euch also mit mir und meiner Frau zusammen nach Ceunon zu reisen und dort direkt den Richtspruch unseres gerechten Königs einzuholen" erklärte er leise und nickte sanft ehe er sich zu Thomas umwandte. "Ich will kein unnötiges Blutvergießen, von keiner Seite - der König wünscht nicht, dass unnötig Blut vergoßen wird! Ich verlange von euch beiden eine gewisse Contenance!" er trat einige Schritte um William herum, ehe er kurz hinter ihm stehen blieb.
"Das war im übrigen ein Befehl Varys"
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mo Feb 27, 2012 12:46 am

Für einen Moment schien es William als hätte man ihm einen Eimer voll kaltem Wasser über den Kopf geschüttet. Was bot Jeremy ihm da gerade an? Mit seiner Frau zusammen in die Höhle des Löwen zu gehen, nur um dort in irgend einer Nacht erdolcht zu werden? Nein, so einfach würde er diesen machtgierigen Geier nicht in die Hände laufen. "Nein, ich lehne euer Angebot ab Lord Regent. Noch bin ich nicht im königlichen Rat, somit könnt ihr mir keine Befehle erteilen." Immer und immer mehr Soldaten versammelten sich auf dem Innenhof. Mit einer kurzen Kopfbewegung deutete William auf Katheriene und daraufhin zog einer von Sentenzas Soldaten die Frau zur Seite. "Geht jetzt." Sagte der Fürst nun in einem strengeren Ton. Er hatte gehofft dies alles diplomatisch regeln zu können, doch das einzige was Wirkung zeigte war die alt bewährte Gewalt. "Bringt Lady Daenarys auf eines der Gästezimmer oder Fenster und lasst jeweils vier Männer vor der verschlossenen Tür stehen." Nur so konnte er sich in Sicherheit Wissen. Durch die Tochter von Thomas hatte William ein Druckmittel und dadurch auch eine gewisse Entscheidungsfreiheit. "Ich sollte Ethan schnellstmöglich eine Nachricht zu kommen lassen. Lange genug hat sich der Junge jetzt mit dem Kriegsspiel vergnügt, es wird Zeit das er mir hier zur Hand geht."
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mo Feb 27, 2012 12:53 am

"Ihr begeht da einen Fehler Varys" sagte Jeremy trocken während er jedoch weiterhin sein Lächeln nicht verlor und Thomas, welcher einen Schritt nach vorne gemacht hatte die Hand auf die Brust legte, ihn davon abhielt William an den Hals zu gehen.
"Aber nun gut, dies hier ist immerhin eure Stadt und eure Soldaten, welche allein eurem Befehl gehorchen und welche von euch fürstlich bezahlt werden" er lächelte weiterhin ein Stück breiter.
"Sir Thomas, nehmt eure Männer und geht - wir lassen die Soldaten und die Kutsche hier. Ich will das freudige Fest nicht all zu überschattet sehen.
Kinder, ihr kommt mit mir!"

Jeremy seufzte und strich sich einige Male über seine Brosche ehe er diese wieder richtete und aus seinen Gedanken, welche wohl der prikären Lage geschuldet waren zurück kehrte. "Drei Tage" sagte er schließlich noch ehe er sich umwandte. "In drei Tagen werdet ihr am Hofe erwartet, lasst den König nicht warten. Thomas, wir sind hier fertig!"
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mo Feb 27, 2012 1:30 am

"Ganz wie ihr meint Sir Daenarys, in drei Tagen." Stimmte William Jeremy zu und nickte ein letztes mal. Langsam entspannten sich die Muskeln des jungen Fürsten wieder. Er hatte die ganze Zeit über damit gerechnet das Thomas und seine Männer angreifen würden, doch hatte der Lord Regent am Ende die wogen geglättet. "In drei Tagen... das heißt ich werde morgen aufbrechen müssen..." Es war eine zu kurze Zeitspanne. Er konnte sich lediglich ein paar Männer aus seiner Garde heraussuchen und Anna auf wieder sehen sagen, noch eine Nachricht an Ethan losschicken, für mehr fehlte ihm das jetzt so kostbare gut, die Zeit. Die Kutsche und die Männer verschwanden vom Innenhof und langsam kehrte wieder Ruhe ein, lediglich Sentenza stand noch im Innenhof. "Ich vertraue euch die Sicherheit meiner Frau an Daron, enttäuscht mich nicht." Auch dieser ging nach einer knappen Verbeugung, sodass William nun allein auf dem Innenhof stand. Er ertappte sich dabei wie er zitterte. Dies jedoch war nicht auf die Kälte des Winters zurück zu führen, es war die Angst die seinen Körper zum schütteln brachte. "Lasst die Pferde satteln und packt meine Sachen zusammen." Wies er zwei Deiner an die gerade über den großen Platz wuselten, dann ging auch er.

tbc. : mal schaun
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mi März 26, 2014 1:48 am

Der Schweiß lief ihm die Stirn herunter, direkt in die Augenhöhlen hinein, wo er einen beißenden Schmerz hinterließ. Seine Haut an den Händen waren inzwischen, selbst durch die dicke Hornhaut vollkommen aufgeraut und zeigte, das er bereits seit mehreren Stunden an der Arbeit war. Das Haus Drake hatte einen Wechsel der Verhältnisse angekündigt, für Noah im Grunde nicht weiter von Belang, doch sollten all die Schnitzereien, Ornamente und Skulpturen, an Geländer, Bänken und ähnlichem ausgetauscht werden.
Vorher stolze Köpfe von Steinböcken waren inzwischen gewichen und ein Großteil des Holzes war bereits neu eingebaut worden. Wichtig war nun jedoch das, was ein armen von einen reichen Lord unterschied. Er machte sich gerade an einer feinen Maserung an der scheren Holztür eines der Gästezimmer zu schaffen, auf welcher ein Greif zu sehen war, welcher sich gerade über mehreren Speerspitzen erhob, direkt Richtung Himmel.
Seiner Meinung nach etwas zu selbst verherrlichend - doch war es etwas anderes als das typische Zeichen der Velaryons oder anderer kleiner Adliger, der man eher in dieser Gegend antraf. Span um Span schälte sich langsam aus der Tür, während er im Hintergrund den ständigen Wechsel von wildem Toben und eisigen Schweigen hörte. Scheinbar gab es hier im Schloss einiges an Aufruhr, doch warum - das war eine Frage, der er nicht einmal stellen dürfte, geschweige denn das er es wollte. Es war eine der Vereinbarungen die er mit dem Baumeister, der für die Sanierungen zuständig war, geschlossen hatte. Ebenso dürfte er nur unter Aufsicht in Wehrgänge, Waffenkammer und die Privaten Quartiere der höher gestellten.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mi März 26, 2014 10:50 pm

Neugierig war Ileana auf dem Innenhof des großen Schlosses stehen geblieben und hatte ihre Augen in den klaren Himmel gerichtet und bereits jetzt vermisste sie den salzigen Geruch der See, welcher sonst stets in den Gassen von Feinster mitgeschwungen war, der hier von Gil'ead so furchtbar weit fort schien. Sie hatte das Meer gemocht, hatte viel Zeit am Wasser verbracht und nun saß sie hier in einer fremden, riesigen Stadt und sollte lernen, wie sie sich als Monarchin gebar, wenngleich es doch noch immer nicht das war, was sie eigentlich wollte, doch was ihr eigenes Schicksal anbelangte, so schien man ihr alle Entscheidung abgenommen zu haben. Die Reiter und der Fürst hatten entschieden, dass sie eines Tages Königin werden sollte, ohne sie zu fragen und alles, was Ileana jetzt übrig blieb, war die Flucht nach vorn und das Beste aus der Situation zu machen. Während des Weges hinaus in den Innenhof hatte sie sich zu fragen begonnen, ob es ihrem Ur-Großvater auch so gegangen war, als er von den Völkern zum König gekrönt worden war - ob auch er all das nicht gewollt hatte und traurigerweise fiel ihr erneut ein, dass sie niemanden aus ihrer Familie mehr danach fragen konnte. Es gab niemanden mehr, der dieses Wissen hätte haben können.
Die hellen Augen des Mädchens glitten hinüber zu einem jungen Mann, der kaum älter als sie selbst war und mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen vertrieb sie die düsteren Gedanken aus ihrem Kopf, während sie auf den anderen zutrat und neugierig ihren Blick über die riesige Tür wandern ließ, die vor ihm aufgebahrt worden war. "Meiner Meinung nach ist das ein wenig überzogen, oder?", warf sie freundlich ein und ein fröhliches Funkeln tauchte in den Augen des Mädchens auf während sie naserümpfend vor dem Stück Holz stand, das groß das Wappen des Fürsten von Gil'ead zierte. Ileana war niemals jemand gewesen, der verstand, aus welchen Gründen die Adligen sich so viel aus ihrem Namen und ihren Titeln machten - es sollte das Wesen eines Menschen, seine guten oder schlechten Taten bewertet werden und nicht eine Familienangehörigkeit, wie es nun überall in dieser Welt der Fall war. "Aber Adlige scheinen in sowas wirklich gut zu sein ..."
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mi März 26, 2014 11:02 pm

Noah war im ersten Moment noch zu vertieft in seine Arbeit gewesen, sodass er die ersten paar Worte nur erahnen konnte. Als er schließlich seinen Blick von dem teuren Holz abwandte, musterte er Ileana mit einem eher kritischen Blick. Sie sah nicht aus wie einer der Adligen die hier am Hof lebten. Vielleicht ein Besucher? Doch warum dann in einer derart unscheinbaren Kleidung? In jedem Fall nahm ihm die Tatsache, dass Sie sich nicht allein durch die Kleidung über ihn hinweg setzte, die Hemmung sich überhaupt mit Ihr zu unterhalten. Doch was Sie zuerst gesagt hatte? Nun sie meinte damit sicherlich nicht das die Hochwohlgeborenen ebenso gut mit Holz hantieren konnten - und in Anbetracht der Tatsache, das er gerade dabei war etliche Ornamente und Schnörkel einzuschnitzen.
"Meiner Meinung nach könnte man mit dem Holz einiges anstellen was sinnvoller wäre - allein als Feuerholz wäre es besser aufgehoben als als persönliche Demonstration von Macht und Reichtum dieses Hauses." Er zuckte kurz mit den Schultern um der Aussage ein wenig die Kraft zu nehmen, nur für den Fall das Sie treu dem Fürstentum gegenüberstand und ihn im Anschluss bei den Wachen melden würde. Das letzte was er jetzt gebrauchen konnte war der Verlust seines Geldes, den er durch diesen Auftrag bekommen hatte - oder gar ein paar Peitschenhieben auf dem Rücken. "Aber wenn dem so wäre würde ich jetzt wohl in der Gosse sitzen." Fügte er hinzu, diesmal ein wenig netter.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mi März 26, 2014 11:12 pm

"Ihr könntet damit Häuser für die Armen errichten, damit hätten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ihr könntet Eure Arbeit behalten und den Armen in diesen Landen wäre geholfen, ach ... und wir hätten den hohen Herren ein Schnippchen geschlagen und ihnen bewiesen, dass es wichtigere Dinge gibt, als sich mit Holz und Ornamenten zu brüsten", lautete Ileanas freundliche Antwort, welche inzwischen die Arme hinter ihrem Rücken verschränkt hatte und ihren neuen Gesprächspartner aufmerksam musterte und sehr wohl wahrnahm, dass er noch nicht so recht wusste, wie er mit ihr umzugehen hatte und sie nahm es ihm keineswegs übel, geschweige denn, dass sie sich wünschte, dass er sie wie eine der Adligen behandelte. Sie war niemand Besseres, nur weil sie zu einer anderen Familie gehörte, die längst all ihren Glanz verloren hatte und die Vivienne inzwischen verzweifelt versuchte, wieder aufzubauen. Oftmals hatte sie ihre Cousine danach gefragt, weshalb sie es nicht einfach gut sein ließ, weshalb sie nicht einfach ein gewöhnliches, gut bürgerliches Leben hatte leben können, ohne nach einem Thron zu greifen, der bereits seit langen Jahren erkaltet war.
"Im Übrigen - ich bin Ileana", stellte sie sich dann vor und vollführte einen schlecht dargestellten Knicks ehe sich ein heiteres, helles Lachen über die Lippen des Mädchens hervor bahnte und über den Hof hallte. Der Fürst hatte ihr gesagt, sie solle sich im Schloss umsehen, wenngleich er es auch in einer gänzlich anderen Art gemeint hatte, als sie es nun auffasste - sie wollte die Menschen hier kennen lernen, wollte mit ihnen sprechen, ihre Nöte erkennen und ihnen helfen, solange es ihr möglich war, wenn es ihr jetzt schon nicht mehr vergönnt war, dies in Feinster zu tun. "Verzeiht, ich bin nicht gut darin, Floskeln auszutauschen oder mich höfisch zu benehmen, aber ich hoffe, das werdet Ihr mir nachsehen können."
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mi März 26, 2014 11:29 pm

Als Antwort auf den, eher schlecht als rechten Knicks, legte er langsam sein Messer beiseite, streichte von diesem die letzten paar Späne herunter und verneigte sich dann ebenso unbeholfen. "Ist mir eine Freude - Ihr müsst ebenfalls verzeihen, Brot und Wasser locken nicht unbedingt die beste Gesellschaft an, weswegen ich es ebenfalls nicht gewohnt bin so hochwohlgeboren zu sprechen." Man konnte in seiner Stimme den leichten Hohn, mit dem er sprach, kaum überhören.
"Und Freut mich Ileana - hübscher Name. Ich bin Noah, Noah Ronan. Was ich hier mache muss ich dir wohl kaum erklären, du konntest es ja bis eben mit ansehen. Und die Idee mit den Häuser für die Armen ist wirklich nobel und nett aber.." Er nahm eines der frisch zugeschnittenen Bretter, die noch gegen die Wand gelehnt standen und die er erst noch als Täfelung anbringen musste. Eines der Bretter hielt er direkt über den Kopf der jungen Frau und wog dann das Gesicht ein Stück weit nach links und rechts, während er den Mund verzog. "Ich weiß nicht - als vor Regen sollte es in jedem Fall schützen. Aber ich glaube mit der Kälte wird das schon schwieriger."
Der Vorschlag war im Grunde wirklich gut gemeint - zwar konnte man mit diesem feinen Holz nicht ein einziges Haus bauen, doch die Zeit die er dafür investiert hatte spezielle Eichen zu fällen und diese auf Haaresbreite genau zuzuschneiden, hätte er nutzen können um grobes, wenn auch stabiles Holz heran zu schaffen. Und der Bau eines Hauses - nun Zeitaufwendiger als diese Verzierungen hier war nur wenig.
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mi März 26, 2014 11:37 pm

Skeptisch hatte Ileana gänzlich undamenhaft das Gesicht verzogen und nach oben geschielt, wo der andere ihr das Brett über den Kopf gehalten hatte, um irgendetwas abzumessen, von dem sie noch nicht recht zu begreifen schien, warum er dazu ausgerechnet ihre Höhe brauchte, doch spätestens als er seine Erklärung hinten an setzte, stemmte das Mädchen die Hände in die Hüfte und musterte den anderen, als habe er ihr soeben erklärt, dass sie schwachsinnig sei. "Darum ging es doch nicht - es ging darum, ein Grundgerüst zu haben und dafür braucht man nun einmal Holz. Dort, wo ich her komme, sind viele der Häuser aus so einem Grundgerüst gebaut worden und es ist niemals kalt geworden", versuchte sie ihm dann zu erklären, wenngleich auch in ihrer Stimme ein trotziger Ton anheim gefallen war, welcher nur wenig später fortgewischt wurde, als sie sich wieder daran erinnerte, dass sie nicht hierher gekommen war, um sich mit jemandem zu streiten. Noah war nett, das musste sie ihm lassen und er brachte sie zum Lachen. Vielleicht würde die Zeit hier in Gil'ead gar nicht so schlecht werden, wenn sie einen Gleichaltrigen um sich herum hatte, mit dem sie von Zeit zu Zeit reden konnte und der ihr ganz offen und ungezwungen etwas von der Welt außerhalb dieser Mauern erzählen konnte - etwas, das nicht verfälscht von den Ansichten des Fürsten war, der sie sonst wohl umgeben würde.
"Lebst du hier im Schloss?", hakte sie dann nach und schlug dabei einen vollkommen anderen Ton an, als jenen mit welchem sie zuvor gesprochen hatte und welcher deutlich machte, dass sie die offensichtliche Beleidigung schon längst wieder vom imaginären Tisch gefegt hatte, sich nicht länger damit aufhielt.
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mi März 26, 2014 11:48 pm

"Gott bewahre nein." Gab Noah so schnell von sich, dass es ihn selbst erstaunte. Die Aussage das die Grundgerüste in Ileanas Gegend aus solchem Holz gemacht waren, machte ihn ein wenig stutzig. Sicherlich war ihm bekannt das man solche Materialien auch für größere Bauten verwendete, doch waren diese für einfache Leute meist viel zu teuer und zu schwer zu erreichen. "Nein ..." Griff er schließlich seine vorherige Aussage wieder auf als ihm auffiel, das bereits seit einiger guten Minute nichts mehr gesagt wurde. "Ich wohne in einem Randgebiet der Stadt, glücklicherweise in einem der trockenen Teile - vor ein paar Jahre ist gut ein Viertel der Häuser hier abgesagt und die Hälfte davon war zu baufällig als das man sie noch bewohnen konnte. Meine Eltern hatten hier früher eine Schreinerei und, naja damit man von etwas leben kann hab ich sie jetzt übernommen. Ich kann mich eigentlich nicht über das neue Haus hier beklagen, dank ihnen habe ich Arbeit die nur selten so gut bezahlt wird. Und ob sich durch ein anderes Wappen und einen anderen Namen des herrschenden Geschlechts etwas an der Stadt und ihrer Lage ändert, wage ich zu bezweifeln."
Seine Hände fuhren fähig über die Lederschürze, die er zum arbeiten über gezogen hatte. "Was ist mit dir? Scheinbar kommst du aus einer anderen, recht wohlhabenden Gegend. Zumindest kenne ich kein Gebäude in Gil'ead das solches Holz als Grundgerüst hat. Vielleicht doch eine Verbeugung für die höher gestellte?" Erneut beugte er sich ein Stück weit nach vorn, diesmal jedoch lies er es auf der Hälfte bereits sein und lehnte sich stattdessen gegen einen der naheliegenden Pfeiler.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Mi März 26, 2014 11:59 pm

"Nein", antwortete Ileana hastig und viel zu schnell, als dass es wirklich ehrlich gewirkt haben konnte, und schüttelte den Kopf, wobei die braunen Wellen ihr wirr ins Gesicht fielen und verhinderten, dass die zarte Rotfärbung, die ihr Gesicht angenommen hatte, in das Auge des anderen fallen konnte. Wenn er die Wahrheit erfuhr, dann würde er anders mit ihr sprechen, nicht mehr so offen sein, wie es bisher der Fall gewesen war und so beschloss sie, sich einfach an die Geschichte zu halten, mit der der Fürst Gil'eads versucht hatte sie aus ihrer Heimat fortzulocken, bevor er ihr die Wahrheit offenbart hatte. Vielleicht wäre es auch besser, denn immerhin hatte die Reiterin erwähnt, dass die Velaryon offensichtlich noch immer daran Interesse hatten, auch die letzten Angehörigen ihres Geschlechts auszulöschen und solange, wie sie noch nicht wusste, wem sie hier vertrauen konnte und wem nicht, war vermutlich das Mund halten gar nicht so schlecht.
"Eigentlich stamme ich aus Feinster. Früher war es mal ein kleines Fischerdorf und während der letzten Jahre ist es unter der Führung von der Familie LaFleur zu Ansehen gekommen, deswegen die Häuser mit den Holzbalken und deswegen kam ich auch darauf. Ich bin nur hierher gekommen, weil man eine neue Zofe gebraucht hat, nachdem es jetzt einen neuen Fürsten gibt und mein Vater es wohl als gute Möglichkeit gesehen hat, aus einem Bauernmädchen etwas Besseres zu machen", erklärte sie ihm und ließ ihren Blick wandern ehe sie sich schlichtweg auf einen der Holzblöcke sinken ließ, auf dem ein paar andere Bedienstete noch vor einigen Minuten Holz gehackt hatten, die Hände in den Schoß gelegt während sie noch einmal zu Noah hinauf sah und ihn eingehend musterte. Der arme Junge hatte ein schlimmes Schicksal gehabt und vielleicht würde sie den Fürsten sogar davon überzeugen können, ihm eine dauerhafte Anstellung im Schloss geben zu können, damit er besser über die Runden kam.
"Und was den neuen Fürsten angeht ... ich hab vorhin mit ihm sprechen müssen und ich finde ihn ... naja ... ein wenig gruselig", führte sie dann aus und verzog noch einmal das Gesicht in Erinnerung an das Gespräch mit ihm. "Er ist alt und grau. Früher hat man den Kindern im Dorf Geschichten über böse Männer erzählt, die Kinder entführen, wenn sie nicht zeitig Zuhause sind und der Fürst ... ich hab mir die bösen Männer immer genau so vorgestellt."
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 12:13 am

Überrascht zog Noah die Augenbrauen nach oben. "Mit dem Fürsten gesprochen? Die Ehre hatte ich bisher nicht - glücklicherweise wenn ich ehrlich bin. Aber ich denke fast das die meisten der hohen Herren eigentlich alt und grau sind und nur die sehr lebendige Fantasie von ihrem Bediensteten und Betthäschen zu der Annahme führt, dass sie nach wie vor ein gleißender Stern am Himmelszelt sind." Die Beschreibung war derart verschönt und übertrieben ausgedrückt, das er selbst darüber lachen musste.
"Aber dein Vater scheint ein kluger Mann zu sein. Es gibt bei weitem besseres als irgend einem Königshaus zu dienen, aber mann verdient gut und hat ein regelmäßiges Einkommen. So traurig es klingt - das ist den meisten mehr wert als alles andere. Wie sollte es auch nicht? Ohne dies kann man kaum überleben, vor allen in Zeiten in denen sich jeder zweite Fürst als neuen König ausrufen lässt und verkündet, das er das goldene Zeitalter wiederbringen wird, in welchem unser Volk wieder eins ist."
Am nähsten waren sie diesem Zustand wohl, als damals die Reiter einen König aus den bürgerlichen Reihen gewählt hatten. Zwar hatte es nicht lange bestand gehabt, doch zumindest hatte das System, das man für sie angedacht hatte, eine Weile lang funktioniert. Raffgier und Zorn hatten die hinterbliebenen Generationen jedoch geteilt und so das Königshaus auseinander getrieben. Zumindest war es das, was man bei den alten hörte wenn man einer der wenigen war, der ihren Worten noch Gehör schenkte.
"Genau darum bin ich froh das ich niemanden dauerhaft dienen muss. Es mag anstrengend sein und riskant, aber ich bin mein eigener Herr und tue meine Dienste für die Leute, dessen Angebot ich annehme."
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 12:27 am

"Eine nette Vorstellung" erklang eine Stimme hinter den beiden während Vrael langsam auf die beiden Kinder zuschritt. Kaum vorstellbar, dass er einst ebenfalls so alt gewesen war. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht während seine Stiefel mit den feinen, verzierten Ornamenten über den mit Sägemehl bestäubten Boden schritten.
Erstaunlich, wenn er sich überlegte das er in dem Alter der beiden Menschen vor sich gewesen war. Damals, als Alvias zum König ausgerufen wurde. Es schien so unendlich lang her zu sein und der Gedanke daran, dass von all jenen die darüber berichten konnten wohl kaum einer mehr lebte stimmte in Traurig. So viele Jahre waren ins Land gegangen und die Reiter war schließlich in einem neuen, einem anderen Zeitalter wiedergekehrt. "Aber letztlich sind wir nicht unser eigener Herr. Keiner von uns. Weder ihr, noch ich. Noch Lady Xeldaric" erklärte Vrael und deutete dabei auf die junge Dame neben Noah, welche er bisher nur durch Caladhiels Erklärungen kannte und auf die er acht geben, die er ausbilden sollte. "Wir alle sind Diener des Schicksals. Oder vielmehr, Kinder des Augenblicks. Wir haben nur eine begrenzte Möglichkeit zu handeln. Doch unsere Sicht schwenkt stets und einzig in dem kleinen Rahmen den wir Leben nennen und gaukelt uns vor, dass wir frei sind." er schüttelte den Kopf. "Dabei sind wir niemals frei. Als Ungeborenes sind wir mit der Nabelschnur mit unserer Mutter verbunden. Als Kind halten wir uns an die Befehle unserer Eltern. Als Erwachsener müssen wir uns an die Regeln der Gesellschaft halten. Und wenn wir sterben gehen wir in die selbe Energie ein, aus der wir entstammen. Wir sind nicht frei. Aber das müssen wir auch garnicht sein. Wieso auch? Wir sind alle Teil eines großen Ganzen und jeder trägt seinen Teil dazu bei. Wenn wir es gut machen, so vermag die Welt ein bisschen besser zu werden. Ein wenig schöner. Wieso sollten wir daraus ausbrechen?" er fuhr langsam mit der Hand über das Holz. Es war eine schöne Arbeit, das musste er dem jungen Mann lassen. "Aber verliert nicht den Glauben daran. Glaubt weiter, dass ihr euer eigener Herr seit. Denn das macht euch zum Menschen"
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 12:45 am

Ileana war noch im Begriff gewesen, Noah eine Antwort zu geben, als plötzlich eine andere harte Stimme erklang und sich grob in das Gespräch einmischte, sie dazu brachte erschrocken die Luft einzuziehen als sie den Nachnamen hörte, von dem sie hoffte, dass er einfach unter Verschluss gehalten werden könnte. Er hatte alles mit einem einzigen Mal zerstört, hatte ihre einzige Chance darauf sich mit jemand anderem zu unterhalten, ohne anders behandelt zu werden, vernichtet und irgendwo tief in ihr regte sich tiefe Wut darüber in dem jungen Mädchen, welches inzwischen die Arme längst vor der Brust verschränkt hatte und wütend den Blick auf den Neuankömmling gerichtet hatte. Wieso hatte er hierher kommen müssen? Wieso musste er sich in dieses Gespräch eingemischt haben und weshalb musste er dabei gleichzeitig auch alles auflösen, was sie noch vor einigen wenigen Augenblicken Noah versucht hatte klar zu machen.
Sie wagte es nicht, den Blick hinüber zu Noah zu lenken, kam sie sich doch mit einem Mal furchtbar schlecht vor, den anderen so angelogen zu haben, aber wenn sie ehrlich gewesen wäre, dann hätte es alles geändert. Er hätte sie behandelt, als wäre sie eine der Hochgeborenen und nicht wie das Mädchen, das die letzten paar Augenblicke vor ihm gestanden hatte und mit dem er gescherzt hatte und dennoch ... sie hätte wissen müssen, dass es eines Tages herauskommen würde und dann hätte sie vielleicht vor noch einem viel größeren Scherbenhaufen gestanden, als sie es jetzt bereits tat. Die Worte des Mannes, der zu ihnen getreten war, wollte sie dennoch nicht gänzlich verstehen. Die Menschen sollten frei in ihren Entscheidungen sein, sollten eigene Gesetze verfassen und einen Rat einsetzen, wie er einst in Ilirea geherrscht hatte als die Zeiten noch besser gewesen waren, doch statt eine Frage über die Abhandlung des Neuen zu halten, stellte sie ihm lediglich eine einzige Frage, deren Worte schärfer klangen, als sie es sich selbst zugetraut hatte.
"Und Ihr seid genau wer?"
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 12:53 am

"Vrael" meinte der angesprochene und zog sich langsam den Handschuh aus, den er über der linken Hand trug und steckte diesen an seinen Gürtel, ehe er Ileana die Handfläche hinhielt, die leicht silbern schimmerte und das Mal der Drachen trug.
"Drachenreiter, Schild des Westens" stellte er sich selbst vor. "Ich wurde von Meisterin Caladhiel hierher gesandt um darauf acht zu geben, das der Fürst im Sinne der Menschen handelt. Außerdem wurde ich als Leibwächter und Lehrmeister ernannt euer Gnaden" erklärte er und deutete eine Verbeugung an.
"Wenngleich ich befürchte, dass ihr mir den Kopf von den Schultern reißt, wenn ich euch noch einmal euer Gnaden nenne" erklärte er, ehe ein Lächeln seine Lippen umspielte und er ein "euer Gnaden" hinten anhängte. Die junge Frau vor ihm erinnerte ihn auf eine seltsame Art und Weise an... Coreen
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 1:03 am

Noah war die Verwirrung ins Gesicht geschrieben, doch die Tatsache, das Ileana Vrael die gesamte Zeit über finster anfunkelte bestätigte seine Vermutung das der Reiter mit dem was er sagte die Wahrheit sprach. Xeldaric ... nun die Reiter würden wohl auch unter keinem anderen dienen und Ihre Hilfe darbieten. Es war absurd wenn er bedachte, das er mit eben jener jungen Frau bis eben herum gealbert hatte und dargelegt hatte, wo vollkommen überflüssig Namen, Titel und Fürstentümer waren. Vielleicht hatte sie nur einen der Bediensteten auf seine Loyalität testen wollen und wenn dem so wäre, dann würde er sich nachher vermutlich an einer öffentlichen Auspeitschung beteiligen dürfen, mit dem Blick aus der ersten Reihe. Andererseits wusste er nicht, ob es nicht doch nur ein versehen war, ob es nicht eigentlich anders gemeint war und sie sich einfach nur hatte unterhalten wollen - vielleicht hatte er auch etwas falsch verstanden? Doch die Tatsache das sie kaum zu ihm sehen konnte, ohne dabei rot zu werden, bestätigte ihn in der Meinung, dass er nichts missverstanden hatte.
Jetzt auch nur irgendetwas zu sagen was Sie betraf wäre dumm gewesen, am klügsten wäre es sich einfach umzudrehen und wieder der Arbeit nachzugehen. Unglücklicherweise war seine Zunge jedoch schneller als sein Verstand. "Xeldaric?" Doch bevor er noch weitersprach hielt er inne. Sie jetzt so vor dem Reiter vorzuführen wäre für sie wohl noch unangenehmer, als die Situation ohnehin schon für Sie war. Mit einem kurzen schlucken hielt er den Rest für sich zurück und verschränkte stattdessen nur die Hände hinter dem Rücken. "Meister Reiter." Wie er den Neuankömmling anders begrüßen sollte wusste er nicht, weswegen er auf das zurück griff, was ihm am passendsten erschien.
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 1:13 am

"Vrael ...?", hakte Ileana nach und schien vollkommen vergessen zu haben, dass sie eigentlich noch wütend auf den Drachenreiter sein sollte, dessen Name ihr ein Begriff war. Sie hatte so oft von dem Orden und dessen Taten gehört, hatte die Namen der Reiter auf den Seiten längst vergessener Legenden eines alten Barden gelesen und sie in sich aufgesogen, als wären sie etwas besonders Heiliges. "Ihr habt damals gegen diese Schrecken gekämpft, die das Land bedroht haben - ihr habt in der Schlacht gegen Fyham gestanden und dabei geholfen, dieses Land wieder zu einen. Ich hab Bücher über Eure Abenteuer gelesen, die ein Herr Jaskier Hahnenfuß verfasst hat", platzte es vollkommen überwältigt aus ihr heraus während sie den anderen noch immer fasziniert musterte. Er sah gar nicht aus, wie sie sich einen Reiter immer vorgestellt hatte und als sie sich daran erinnerte, dass sie auch den Namen der elfischen Reiterin kannte, der sie zuvor begegnet war, fühlte sie sich noch einmal schlechter als ohnehin schon, wenngleich Vrael auch das gänzliche Gegenteil der Elfe zu sein schien. Er wirkte wild mit dem dunklen Bart, der sein hartes Gesicht umspielte und den dunklen Augen - er sah überhaupt nicht so aus, wie ein Elf, zu dem die Reiter alle werden sollten, nachdem sie eine Zeit im Orden gedient hatten.
Als dann sich schließlich doch wieder Noah zu Wort meldete, wünschte sich Ileana nichts sehnlicher, als aus dieser Situation so schnell wie nur irgendmöglich zu verschwinden. Das hatte sie über die Überraschung über den Reiter ja beinahe vergessen ... dass sie Noah noch immer eine Antwort und vor allem eine Erklärung schuldete. So zog sie den Kopf ein Stück weit zwischen den Schultern ein und verzog erneut das Gesicht, ehe sie zum ersten Mal nach langen Minuten ihre Augen auf ihn richtete und sich um einen bettelnden, entschuldigenden Blick bemühte. "Ja ... das ist mein Nachname ... ich ... ich hab gelogen, Noah, weil ich nicht wollte, dass man mich anders behandelt oder dass du Angst hast, die Wahrheit zu sagen ... ich bin gar nichts Besonderes. Wirklich nicht."
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 1:27 am

"Jaskier" gab Vrael nur seufzend zurück. Den Barden hatte er ja beinahe vergessen. Er wollte garnicht wissen, was der Lustmolch aus seinen Erlebnissen nicht alles für Geschichten ersponnen hatte. "Ich befürchte beinahe, ich werde den Beschreibungen von Meister Hahnenfuß kaum gerecht. Ich habe den Barden gekannt und wenngleich ich auch seine Lieder die er über König Alvias schrieb sehr gerne hörte, so befürchte ich doch das er gelegentlich zu maßlosen Übertreibungen neigte" meinte Vrael freundlich.
Natürlich wusste Ileana nichts über die wahren Schrecken, die dieses Land heimgesucht hatten. Fyham war ein starker Feind gewesen, aber wenn er sich an solch Wahnsinnige wie Arash oder Scorpio erinnerte, dann war Fyham bei weitem nicht das schlimmste gewesen. Aber es war gut, dass jene Geschichten nicht überliefert worden waren. Es hätte bestimmt irgend jemanden gegeben, der Kühn und Machthungrig genug war um aus den alten Legenden neue Lehren zu ziehen.
"Nun Ileana" erklärte Vrael, nachdem er erkannt hatte das Mylady auf genauso wenig gegenliebe stoßen würde, "ich befürchte in dieser Hinsicht bin ich ebenso wenig etwas besonderes wie ihr. Dank meines Bündnispartners bin ich älter als die meisten anderen Menschen. Aber das war es auch schon an Besonderheiten"
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 1:40 am

Das letzte was er in dieser Situation erwartet hatte war, dass sich eine scheinbar adlige - nicht nur das, jemand mit königlichem Blut bei ihm entschuldigt und dies nur, weil sie ihm nicht davon erzählt hat. Es sprach gegen das Klischee des blaublütigen, das ein Großteil der Fürsten, Barone und wie sie nicht alle hießen jedoch mit Wonne ausfüllte. Warum hätte sie ihn sonst ansprechen wollen? Das was am nähsten lag war das, was sie selbst bereits gesagt hatte - sie hatte einfach nur mit Jemanden reden wollen, der sie nicht wie eine Gottgestalt oder dergleichen sah. "Es ist schon in Ordnung Ileana, das heißt - wenn ich euch nach wie vor so nennen darf."
Der Tag neigte sich bereits langsam den Ende und zu viel mehr würde er vermutliche heute ohnehin nicht kommen, weswegen er sich langsam die Halterung der Schürze über den Kopf zog, diese fahrig zusammenlegte und in eine Ecke warf, wo sie nicht weiter von Belang war. "Und Herr Vrael, ich bin der Meinung das Ihr beide wichtige Personen seid. Ich denke das ist ein Umstand auf den ihr euch einlassen könnt." Ob zu scharf formuliert oder nicht, er hasste es bei Debatten über die jeweilige Stellung des andere dabei zu sein, sei es nun weil sich der andere selbst niedriger stellte als er war, oder eben höher stellte.
"Und Ileana - ihr seid etwas Besonderes. Ihr wart in diesem gesamten Schloss der erste der es für nötig hielt sich langfristig mit mir zu unterhalten. Selbst du Baumeister versuchten nur das nötigste von sich zu geben, als würde ich über ein Gespräch irgend eine Krankheit übertragen."
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 1:53 am

Ein verhaltenes Lächeln war dieses Mal die Antwort des jungen Mädchens, als die leisen Worte des jungen Handwerkers an ihre Ohren drangen und erneut zeichnete sich ein schwacher Rotschimmer auf ihren Wangen ab, als sie Noah musterte und einzuordnen versuchte, ob er das gerade wirklich zu ihr gesagt hatte. Er hatte es ihr nicht übel genommen und wenngleich er auch dazu übergegangen war, sie inzwischen nicht mehr zu duzen, so war er noch immer bereit mit ihr zu sprechen und er wirkte auch weiterhin so erfrischend natürlich, wie bislang nur die Wenigsten gewirkt hatten und Ileana war dankbar dafür. "Natürlich darfst du mich weiter so nennen - ich will gar nicht anders genannt werden, was auch für Euch gilt, Vrael", antwortete sie ihm dann und erhob sich dann wieder von ihrem Platz, nur um wenig später ihre Haltung noch einmal zu korrigieren und einen Schritt auf Noah zuzumachen und ihn kurzerhand sacht zu umarmen ehe sie sich wieder von ihm löste und ein leises
"Danke" zu formen ehe sie verhalten lächelte. Es mochte sein, dass sie vielleicht ein wenig impulsiv wirkte, ein wenig bäuerlich wirkte, aber für den Moment interessierte es sie herzlich wenig, was der Reiter oder andere davon hielten. Es war ihre Entscheidung, es war ihr Leben und sie wollte, dass Noah wusste, dass es ihr wichtig war, was er soeben gesagt hatte und dass er ihr noch eine Chance gab, nachdem sie ihn so sehr belogen hatte. "Vrael ...", wandte sie sich wieder an den Reiter und lenkte ihren Blick hinüber zu ihm, musterte noch einmal seine hochgewachsene Gestalt ehe sie sich erneut leise räusperte. Wenn sie jemanden würde fragen können, wie ihre Familie einst gewesen war, dann war Vrael ihr wohl einziger Ansprechpartner. "Wie war meine Familie ...? Ihr sagtet, Ihr kanntet den Barden Jaskier und dass er übertrieb, aber wie war die Wahrheit hinter alledem?", setzte sie dann die Frage hinterher und sog die Luft tief ein, nicht wissend, ob sie die Antwort auch wirklich hören wollte.
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Vrael
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 2:03 am

Vrael lächelte knapp. "Ich kann bei dieser Frage einzig und allein auf eure Urahnen zurückgreifen, da ich kurz nach deren Amtseinsetzung das Land verließ. Aber ich werde euch die Frage so gut wie irgend möglich beantworten" er lehnte sich gegen eine der Stützen welche Noah dazu nutzte um die Tür auf Arbeitshöhe lagern zu können.
"Alvias Xeldaric war ein Mann des Volkes. Ein einfacher Soldat, der es geschafft hatte allein mit Mut, Gerechtigkeit und Charisma zum Hauptmann aufzusteigen. Er war stets darauf bedacht Gerechtigkeit walten zu lassen. Er war sanftmütig wenn er konnte und zeigte eiserne Härte wenn er es musste. Seine Frau Coreen, nun... sie stammte aus einem adeligen Geschlecht und arbeitete zu Anfang noch als Zofe für Königin Runa von Palancar bis zu derem Tod. Danach ging sie in die Lehre des Hofmagiers und stritt an der Seite aller Völker in zahlreichen Schlachten. Sie war mutig, ehrlich und offen. Sie hasste, trauerte, liebte so wie jeder Mensch und war sich nicht zu schade dies auch zu zeigen. Ich..." er sah Ileana in die Augen. "Es war mir eine große Ehre, dass ich sie kennen lernen durfte."
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 9:34 pm

Ileana hatte schweigend den Ausführungen des Reiters gelauscht und sich langsam wieder auf das Holz sinken lassen, während eine seltsame Form der Schwermut sie überkam und sie traurig stimmte. Wenn das wahr war, was der Reiter ihr erzählte, dann schmerzte sie der Verlust von Titel und Ländereien nur umso mehr - ihre Urahnen hätten ein besseres Schicksal haben sollen, hätten nicht einfach wahllos hingerichtet werden dürfen, nur weil es anderen an Macht mangelte. Es war nicht gerecht und einmal mehr verwünschte sie die Velaryon tief in ihrem Herzen, schloss diesen Zorn tief in sich ein und blinzelte gegen die aufkommenden Tränen, die sie selbst nicht zuordnen konnte. Sie hatte diese Menschen niemals gekannt, hatte niemals mit ihnen gesprochen und auch der Rest ihrer verkümmerten Familie hatte ihr niemals viel davon berichten können, wie es einst gewesen war - es war auf ewig tot geschwiegen worden und als sie jetzt daran dachte, eines Tages vielleicht selbst einmal auf diesem Thron zu sitzen, welcher eine so große Bürde mit sich trug, da schauderte das Mädchen erneut. Sie war alledem nicht gewachsen, das wusste sie tief in ihrem Herzen - sie würde niemals wirklich so groß werden, niemals zu einer Legende werden, wie es ihre Urahnen geworden waren.
"Aber ...", begann sie dann und musterte den Reiter noch einmal aus großen, hellen Augen, wischte sich fahrig eine dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht und schüttelte dann verständnislos den Kopf. "... wenn doch alles gut war ... und sie gute Herrscher waren, weshalb haben die Reiter sie dann im Stich gelassen?", hakte Ileana dann nach und stellte jene Frage, die ihr bereits seit einiger Zeit auf den Lippen gelegen hatten. "Ihr seid verpflichtet dem Land zu helfen und es zu unterstützen - warum seid ihr einfach gegangen und habt sie im Stich gelassen?"
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Vrael
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 9:47 pm

Diese Frage schmerzte und bohrte sich wie ein Splitter in seine Seele.
Er hatte gewusst, dass diese Frage eines Tages kommen würde. Er hatte sich diesen Vorwurf bereits viele male gemacht in den einsamen Nächten, wenn er alleine in seinem Zimmer auf dem Bett lag und die Sterne beobachtete, die draußen hell funkelten.
Irgendwann musste es jemanden geben, der diese Fragen aussprach. Jemanden, der den stummen Vorwurf laut werden ließ. Er hatte es gewusst und sich vor diesem Tag gefürchtet. Doch nun stand er hier, ohne eine Möglichkeit nach vorne oder zurück zu weichen. Das Einzige was er tun konnte war diese Frage zu beantworten - so gut er konnte.
"Nach der Schlacht gegen Fyham stand unser Orden kurz vor der Auslöschung. Wir hatten kaum ein dutzend ausgebildeter Reiter mehr. Wir waren angeschlagen und verletzt. Auch wir sind nicht unverwundbar. Das Reich lag in den fähigen und gerechten Händen des rechtmäßigen Königs. Wir... wir dachten, dass die Menschen ein Zeitalter des Friedens erwarten würde.
Wir haben uns geirrt und euer Volk musste bitte dafür bezahlen. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung. Aber nun sind wir zurück und mein Schild gehört euch Mylady"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Innenhof des Schlosses   Do März 27, 2014 10:23 pm

"Das ist nicht Eure Schuld, Vrael. Dieses Land ist seit einem ganzen Jahrhundert voll von Korruption und adligen Despoten, Usurpatoren und ähnlichen Widerlingen und dieser Krieg wird niemals enden, wenn niemand aufsteht und ihm ein Ende bereitet. Es werden immer mehr Menschen leiden und unter den Adligen sterben müssen, wenn sich nicht bald etwas ändert, nur weil die Fürsten und selbst ausgerufenen Könige arme Bauern, Handwerker wie Noah oder einfache Kaufleute für ihre niederen Zwecke kämpfen lassen und das ist nicht richtig", lautete Ileanas Antwort, welche sie nach einer ganzen Weile formte, die sie gebraucht hatte, um sich darüber im Klaren zu werden, wie sie das am Besten ausdrücken konnte, was ihr auf der Seele brannte und wovon sie hoffte, dass der Reiter es verstehen würde, trotz all den Jahren, in denen er und sein Orden fort von diesem Land gewesen waren und es dem Krieg und dem Wahnsinn seiner hohen Häuser überlassen hatten. Sie hatte so oft mit den einfachen Menschen gesprochen, hatte sich so oft ihre Nöte und Wünsche angehört und sooft versucht zu helfen, aber auch ihr waren die Hände gebunden gewesen, als es um die Belange der Höheren ging.
Langsam erhob sich Ileana wieder von ihrem Platz und trat auf Vrael zu, griff nach der Hand des Reiters und lenkte ihren Blick auf das Drachenmal, das silbrig darauf glänzte und sich von der sonst braun gebrannten Haut abhob. "Das hier ist das Zeichen Eures Ordens, Vrael - das hier ist das Zeichen der Reiter und Ihr habt versprochen, die Menschen zu beschützen", begann sie mit ernster Stimme, die nicht so recht zu der Vierzehnjährigen zu passen schien, die gerade hier in einem schlichten Kleid und zwischen Sägespäne und Dreck im Innenhof eines Schlosses stand, wenngleich auch ihre hellen Augen unverwandt auf die dunklen des Reiters gerichtet worden waren. "Ich bin nicht erwachsen, ich habe Euch nichts zu sagen, aber ich bitte Euch inständig - beschützt die Menschen vor dem, was jetzt aus ihnen wird. Versprecht, dass Ihr den Fehler nicht noch einmal wiederholen werdet, Vrael. Nicht für die Adligen oder für mich, sondern für die Menschen, die dort draußen leben - für die Unschuldigen. Ich flehe Euch an.", beendete sie ihre Worte und ließ sich vor dem anderen dann auf die Knie sinken. "Bitte."
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