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 Krankenflügel

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Der Erzähler
Spielleitung
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BeitragThema: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 1:39 pm

Der Krankenflügel ist ein großer Raum, in dem 36 Betten stehen. Neben jeden ruht ein kleiner Abstelltisch, auf denen allerlei Fläschchen Platz haben.
Die Wände sind in einem schlichten weiß gehalten, verzierte Fenster verstärken den hellen Effekt des Raumes zusätzlich.
Neben den Türen stehen schwere Schränke in denen die verschiedensten Medizinischen Utensilien aufbewahrt werden.
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 1:55 pm

Beorn welcher Garvin geschultert hatte legte diesen auf eines der Betten ehe er einen der Heiler rief und diesem auch grade noch die ganzen Tiegel, welcher er wohlweislich damals mit aus Dras Leona geholt hatte in die Hand drückte
"Sagt Lady Caladhiel, dass einr ihrer Soldatn in Dras Leona auf das übelste zugerichtet un Menschnunwürdige exprimente an ihm durchführt wurdn!" er seufzte und ließ sich auf einen der Stühle nieder
Die Expedition hatte sogar ihn geschlaucht
"das is wichtig, n Ordnung?"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 3:14 pm

Seit dem Moment, an dem der Arzt den Flügel verlassen hatte waren nur wenige Minuten verstrichen - Minuten, in denen sich Stille über den großen Saal gelegt hatte, die nun durch feste Schritte durchbrochen wurden, die sich dem Bett, in das man Garvin gelegt hatte, unaufhörlich näherten. Begleitet wurden jene Schritte von der leisen Stimme eines älteren Mannes, dessen zitternde Lippen beständig Erklärungen über den Zustand des Rekruten verließen und die gar nicht erst an die feinen Ohren der Elfe dringen wollten, die wenige Schritte vor dem Bett und dem daneben sitzenden Beorn zum Stehen kam und ihren Blick auf den Anführer der Spione richtete.
In ihren Augen stand die stumme Frage danach, was geschehen war, doch nicht ein einziges Wort verließ ihre Lippen, die sich zu einer schmalen Linie verzogen hatten und ihr das Aussehen verliehen, als habe sie soeben in eine Zitrone gebissen. All das entwickelte sich nun wirklich nicht so, wie sie es wollte. Menschenunwürdige Experimente - Dras-Leona begann gefährlich zu werden, selbst für den Orden der Reiter. Auf eine Erklärung wartend, verschränkte die Elfe die Arme vor der Brust und hob die Augenbrauen ein Stück während sie Beorn fixierte.

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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 3:23 pm

Beorn rappelte sich auf und salutierte vor Caladhiel.
In seinen Augen oder Zügen war keinerli Zeichen irgend einer Emotion zu sehen wenngleich sein Herz wesentlich schneller schlug ans normal gewesen wäre
"Wir kamen recht unbehelligt nach Dras Leona, ehe Garvin austrat un dabei von dem Jägr un ner Gefährtin mitm Messer bedroht wurd
Den Jägr konnten ma in die Flucht schlagn un das Mädl gefangnnehmn um Information ausm raus zu lockn.
Dies war jedoch eine Falle für uns - zum glück roch ich Lunte un wir machtn aus dieser falle ne Falle fürn Gegner un schicktn einige meiner altn Freunde rein
Sie verhandlntn mitm Drachnjägr damit diese rmit seinem Herrn kommn sollte um das von mir vergiftete Mädl un das Gegengift zu erhaltn
Sie kamn un im Austausch fürs Mädl bekam ichn Drachnjägr - durch eine List von mir ließ ich die andern glaubn ich hätt sie vergift, die Situation spitzte sich zu un wir musstn fliehn.
Garvin wurd dabei gefangn nommn un nur ich konnt mit Torlof fliehn, welcher mit auf Höhe von Ilirea aus den Händn glitt un dem die Flucht glang
Ich reiste zrick nach Dras Leona um Garvin un den Jägr zu finden un fandn halb tod in der Arena Dras Leonas, wo sie irgenwelch xperimente an ihm ´macht habn!
Ich entschloss mich nachdem ich auch ne Liste von Namn un Aufnthaltsortn von Drachnjägrn hatte zrick hier her zu bringn um sein Lebn zu retten
Er hat oft Krampfanfälle"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 3:31 pm

Wortlos nahm die Elfe Beorns Erklärung zur Kenntnis und setzte sich erneut in Bewegung um neben das Bett zu treten, in das Garvin gelegt worden war. Ihre Augen glitten über seine zerschundene Erscheinung, blieben an dem bleichen Gesicht hängen, dessen Farbe inzwischen dem weißen Kissen, auf welches der Kopf gebettet worden war, Konkurrenz machte. Von dem einstmals so stolzen Mann war nichts mehr zu erkennen und Caladhiel bedauerte es, dass sie ihnen nicht hatte helfen können, dass sie nicht dort gewesen war um all dies zu verhindern.
"Er wird wieder gesund", sagte sie nach einer Weile leise, achtete nicht darauf, dass ihre Stimme die Festigkeit verloren hatte, die ihr sonst innewohnte und nun die leise Hoffnung der Elfe offenbarte, aus der längst keine Gewissheit mehr sprach. Sie wusste nicht, ob die Worte, welche sie zuvor gesprochen hatte, darauf gerichtet waren Beorn zu beruhigen oder vielmehr ihre eigene Furcht davor zu lindern, jemanden zu verlieren, der zu dem Orden, zu ihrer Familie, gehörte.

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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 3:39 pm

Beorn nickte nur ehe er den Kop hob und sich mit der gesunden Hand die Schläfe massierte
"Was ´s weitre vorgehn betrifft M´am" meinte Beorn eher er vor ihr auf die Knie sank und den Kopf bedächtig gen Boden richtete
"Torlof er..
Er steht unter der Schirmherrschaft eins der Adlign von Dras Leona ich komme nicht an ihn heran.
Ich habe versagt
Dennoch...
Ich erbitte ein weitren Monat um euch ein dutznd Jägr bringn zu können, wenn dies auch nur irgnds eine meinr Sündn beseitgn kannn"
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 3:51 pm

"Steh auf, Beorn", sagte Caladhiel lediglich, deren Tonfall sich bislang noch immer nicht geändert hatte und ließ sich vorsichtig auf die Bettkante sinken. Ihre Augen nahmen erst jetzt die Klinge wahr, die jemand an dem Unterarm des Mannes befestigt hatte und langsam streckte sie eine Hand aus, ihre Finger glitten behutsam über das rostige Metall und nur wenig später schüttelte die Elfe den Kopf, zog ihre Hand wieder zurück und lenkte den Blick zurück auf das, mit einem dünnen Schweißfilm überzogene Gesicht des Rekruten. Seine Augen flatterten wild unter den halb geschlossenen Augen während ein unartikulierter Laut sich immer über seine aufgerissenen Lippen bahnte.
In hilfloser Wut ballte sie die Hände zu Fäusten und biss sich auf die Unterlippe. Sie wollte dem, der das getan hatte, denselben Schmerz zufügen - die gleichen Qualen, die auch Garvin hatte erdulden müssen, doch es blieb ihr nichts anderes übrig als hier zu bleiben um zu verhindern, dass noch mehr von ihnen diesem Wahnsinnigen zum Opfer fielen. Einer war bereits zu viel. "Du warst mutig, Beorn, Garvin hierher zu bringen, obwohl du wusstest, dass es vielleicht deinen Tod bedeutet hätte", wandte sie sich nun wieder an den Anführer der Spione, ohne den Blick auf ihn zu richten. "Aber ohne dein Handeln wäre Garvin vermutlich nicht mehr am Leben."

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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 3:57 pm

Beorn schüttelte den Kopf
"Er is einer meinr Leute!
Einr meinr Rekrutn un es is meine Aufgabe dafür zu sorgn das sie wiedr nach Hause kommn.
Ich steh mit meinm Lebn für jedn von ihnen"
er stand auf und sah Caladhiel fest in die Augen
"´s war unbedeutnd das ich mein Lebn verlier wenn ich ohne Ergebniss in die Festun komm - denn das sin meine Fehler für dich ich zu büßn hab´- aber Garvin hat nich dafür zu sterbn weil ich zu feige bin hierher zurück zu kehrn" erklärte Beorn und schüttele den Kopf
"Außerdm isser einer der härstn un zielstrebigstn Schweinehunde meiner Einheit.
Nachdem ich exkommuniziert wurde Lady Caladhiel empfehle ich den wiedr gesundtn Garvin als mein Nachfolgr.
Ein.... ausführlichr Berich liegt auf meinm Schreibtisch..."
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 4:05 pm

"Danke", verließ es nach einer Weile der Stille die Lippen der Elfe, die sich nun langsam zu dem anderen umwandte und ein schmales Lächeln auf ihre Züge zwang. Jegliche Wut war aus ihren Zügen gewichen, hatte einem deutlich wärmeren Ausdruck Platz gemacht, mit dem sie den anderen nun bedachte ehe sie ihm ein wohlwollendes Nicken zeigte. Es gab viel, was sie hatte sagen wollen um Beorn zu zeigen, dass sie die Hoffnung in ihn noch nicht aufgegeben hatte, wenngleich auch immer ein bitterer Beigeschmack bei dem Gedanken an den loyalen Soldaten blieb - ein bitterer Beigeschmack, der ihr jedes Mal wieder die Erinnerung an den toten Drachen vor Augen trieb.
"Vielleicht wird er es eines Tages, Beorn, wenn seine Ausbildung abgeschlossen ist", setzte sie dann hinterher. "denn immerhin lebst du ja nicht ewig, nicht?" Sie bewunderte den Mut des Mannes für seine Fehler einzustehen - dass er nicht einmal versuchte zu fliehen oder sich auf die falsche Seite zu schlagen und eben dieses Verhalten war es gewesen, welches ihr gezeigt hatte, dass es ein Fehler war, Beorn sofort zu verurteilen.

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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 4:11 pm

"Weiß nich, einig der Soldatn munkln der Gevatter Tod hätte bishr einfach nur zuviel Angs gehabt mir zu sagn das meine Zeit vorbei is´" erklärte Beorn und lächelte müde
"Womit wir wiedr zum eigendlichn Punkt der Sache kommn würdn" erklärte er, denn er hatte die Hoffnung auf eine Bewilligung seines Antrages aufgegeben
"Ich habn letztn Wunsch- ich will das mich ein Drache richtet.
Es war ihr Volk dem ich einst vor langr Zeit Schadn zugefügt hab´nich den Reitrn.
Wenn mich jemand umbringt dann ein Drache, denn den Reitrn habe ich nie ein Leid getan"
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 4:26 pm

Die Elfe lächelte ein sanftes und mitleidiges Lächeln ehe sie sich aufstütze und mit langsamen Schritten auf Beorn zutrat, eine Hand ausstreckte und die auf seine Schulter legte. "Beorn, weder ich, noch ein Drache wird über dich richten", erklärte sie leise, nachdem sie begriffen hatte, dass all die Strapazen der langen Reise auch ihn mitgenommen hatten. Er schien nicht zu begreifen, dass sie ihre Entscheidung geändert hatte und sie nahm es ihm nicht übel. "Bilde die Soldaten aus, lehre sie, was es bedeutend, ein Mitglied unseres Ordens zu sein ebenso wie du es bist, denn niemand von uns will dich wirklich töten. Wenn du es willst, dann such diejenigen, die das getan haben - ich werde dir dabei nicht im Weg stehen", erklärte sie ruhig ehe sie die Hand sinken ließ und auf den fragenden Blick hin noch einmal bestätigend nickte, um ihm klar zu machen, dass sie jedes einzelne Wort, das sie gesprochen hatte, ernst meinte.

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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 4:30 pm

Beorn blinzelte, ehe sich ein Lächeln auf dem narbigen Gesicht ausbreitete und dieses noch mehr zerfurchte
"Werd ich" versprach er und nickte
"Ich werde alle von denen ich weiß aufspürn un zur Rechnschafft ziehn - aber...
Zuvor..."
er gähnte
"Muss ich mich echt hinknalln, ich kann kaum mehr gradaus sehn" er lächelte
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   So Sep 11, 2011 4:51 pm

"Geh und ruh dich aus, Beorn. Du hast es verdient", sagte Caladhiel leise ehe sie sich wieder zu Garvin umwandte und sich erneut auf die Bettkante sinken ließ. Es waren jene Momente, in denen sie es verfluchte, Garvin nichts von ihrer Kraft abgeben zu können, um damit die Chancen zu steigern, dass er dies hier überlebte. Erst Haldrims Experimente und nun stand bereits der nächste Wahnsinnige hier, der sich an unschuldigen Menschen ausprobieren wollte.
"Beorn?", fragte Caladhiel nach einer Weile, in der die Schritte des anderen beinahe schon verhallt waren. Innerhalb der wenigen Sekunden, die verstrichen waren, hatte die Elfe eine Entscheidung gefällt, die erneut ihre Abreise aus der Festung erfordern würde. Es wurde Zeit, dass die Reiter ihre Aufgabe wieder wahr nahmen. Den Menschen in Dras-Leona musste geholfen werden - sie würden nicht erneut unter die Herrschaft eines Tyrannen gezwungen werden.
"Ich begleite dich nach Dras-Leona."

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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Mo Sep 26, 2011 10:13 pm

"Hey, Bappsack!" meinte Beorn und knuffte Garvin so hart in die Seite, das wohl ein blauer Fleck entstehen musste.
Und das war noch ein freundschaftlicher Knuffer
"Wenn´sch immr so lang flach liegn würd wie du wenns mir ma schlecht geht odr wiedr ´s ein odr andre Körperteil fehlt würd ma ja garnimme zu potte kommn!
Jetz setz dich auf! Wennde gradaus pinkln kannst, kannste auch gradaus gehn!
Na hoch!"
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Mo Sep 26, 2011 10:25 pm

Nur allzu gern. Meinte Garvin lachend und stemmte sich aus dem Bett.
Der vergangene Monat war schlimmer gewesen als anfangs erwartet. Es war ein beklemmendes Gefühl den ganzen Tag im Bett liegen zu müssen und nur aus dem Fenster schauen zu können. Er hatte diese Zeit genutzt und die Schriften der Drachenreiter studiert, war die Geschichte des Ordens durchgegangen, hatte sich Taktiken und verschiedenste Ausbildungsarten gemerkt. Zudem war er die Riten der Elfen durchgegangen, zumindest die Grundlegenden, um in einer Konversation mit einem der Spitzohren nicht dumm dazu stehen.
Wird auch Zeit das ich hier rauskomme... eine Woche länger und die Schwester hätte mich erwürgt...
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Mo Sep 26, 2011 11:07 pm

"Wir machn n hübschn Spaziergang" erklärte er und half Garvin mit einem Arm hoch
"Damit ich mich draußn mal wiedr mit so ner schön Lady wie dir blickn lass du Hämorrhoide" er schüttelte den Kopf
"Wir machn n Ausflug nach Gil´ead - die Ärzte meinen die Chance steht bei drei zu vier das du das überstehst, ich hab ´meint das wär da wohl mehr als ´nuch, nich?
Wir werdn Charles Hunkill besuchn - den verdammt nochmal bestn Arzt im LLand!"
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Do Jun 19, 2014 4:34 pm

Langsam strich Oromis Eärwen eine Haarsträhne aus dem Gesicht, welches mittlerweile keine Wunden oder Narben aufwies. Dafür hatten die Heiler der Reiter gesorgt, wenngleich es auch schwieriger gewesen war als die Ärzte anfangs angenommen hatten. Der Dolch selbst war weder vergiftet noch mit dunkler Magie verdorben, doch allein die Anwesenheit des Schattens schien tiefere Wunden geschlagen zu haben, als es normalerweise der Fall gewesen wäre. Auch die schlimme Wunde am Bauch würde ohne weitere Rückstände verschwinden und nun schlief seine Schülerin.
Oromi war ihr nicht von der Seite gewichen, hatte sie keine Sekunde allein gelassen. Das war seine Pflicht, dass wusste er. Oromis seufzte tief und schenkte sich ein Glas Quellwasser aus einer Glaskaraffe in ein Kristallglas und nahm dann einen tiefen Schluck aus dem Gefäß. Er hatte dabei versagt sie zu beschützen und das war es, was ihn am meisten schockiert hatte. Wenngleich er auch nicht jeden Kampf in seinem leben gewonnen hatte, so war es ihm doch immer gelungen die Unschuldigen zu beschützen. Und genau das war ihm dieses Mal nicht gelungen. Er stellte das Glas ab, fuhr mit einer Hand über seine Lippen um den Tau, der darauf übrig geblieben war fort zu streichen und fuhr mit dem Rücken des Zeigefingers über die Wange seiner Schülerin. "Verzeih mir bitte"
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Do Jun 19, 2014 4:56 pm

Der Schlaf war unruhig gewesen, in dem Eärwen gefangen gewesen war und wann immer sie geglaubt hatte, sie habe die Alpträume besiegt, die sie sonst nie in ihren Fängen gehalten hatten, so war da immer wieder aufs Neue die Stimme der Frau gewesen, die mit ihr und ihrem Meister gesprochen hatte und deren Stimme so unsagbar höhnisch an ihre Ohren gedrungen war. Die Frau, die sie immer wieder hatte schaudern lassen und vor der sie solche Angst empfunden hatte, eben weil sie die dunkle Magie gespürt hatte, die die andere gänzlich eingenommen hatte und war Oromis Licht warm und weich, so war eben jenes Ryl'afays kalt und schwarz, hart und alles verschlingend. Eärwen hatte in ihrem Leben nicht allzu häufig Angst empfunden - als das Ei Elrohirs Risse bekommen hatte, hatte sie gezittert, als die Urgal vor ihr gestanden hatten oder als sie beinahe in dem Meer ertrunken war, hatte sie Angst gehabt, aber keine dieser Ängste war mit jener der letzten Nacht zu vergleichen und als sie nun die Augen wieder blinzelnd öffnete, fühlte sie die Erschöpfung in ihrem Inneren.
Sie fühlte sich nicht, als habe sie geschlafen, fühlte sich weder erholt, noch sicher und hastig glitten die Augen der jungen Elfe von einer Ecke des Raumes in die nächste ehe ihr Blick auf Oromis fiel und sie ein Stück zur Seite rutschte, die Schmerzen in ihrem Bauch, ihrem Gesicht und ihrem Knie vollkommen ignorierend, als sie ihren Kopf auf dem Schoß ihres Meisters bettete und einen Arm haltsuchend um ihn schlang. Er würde sie beschützen, wer auch immer hier ihr auflauerte - er war da gewesen und hatte alles versucht, um sie in Sicherheit zu wissen und Eärwen gab ihm in keiner einzigen Sekunde die Schuld für das, was geschehen war, stattdessen wisperte sie nun ein brüchiges "... es tut mir leid ...", welches über ihre bebenden blassen Lippen glitt und sich halb in dem leisen Schluchzen verlor, das den leisen Worten folgte.
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Do Jun 19, 2014 5:03 pm

"Es gibt nichts, was dir leidtun müsste" antwortete Oromis in der Sprache der Elfen, die nur die Wahrheit zuließ und küsste seine Schülerin sanft auf die Stirn, spürte den dünnen Schweißfilm, der sich dort abgesetzt hatte. "Wir sind in Dorú Areaba, umgeben von uralter Magie und den Seelen unserer Drachen. Kein finsteres Wesen kann diesen Ort betreten" er strich ihr eine Strähne hinter ihre spitzen Ohren und streichelte sanft ihre Hand. "Niemand kann dir hier etwas anhaben" versprach er ihr leise. Die Angst in ihren Augen war leicht zu erkennen und es schmerzte ihn, dass sie soviel durchleiden musste und das, obwohl sie erst so Jung war. "Es wird alles wieder gut. Ich finde den Schatten und bringe ihn zur Strecke" versprach er ihr leise und schenkte der Jüngeren ein ehrliches Lächeln, ehe er seinen Mantel abnahm und die noch immer zitternde Eärwen damit zudeckte. Die blaue Robe, die er darunter trug schimmerte im Schein der Kerzen und ließ ihn seltsam alt wirken. Sie hatten bereits gegen Schatten bestanden, wenngleich auch noch nie ein Reiter der Dunkelheit derart anheim gefallen war und genau das bereitete ihm Sorgen
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Do Jun 19, 2014 5:15 pm

"Nein ... nein", widersprach Eärwen lediglich und schüttelte energisch den Kopf, selbst wenn sie den Blick nicht hob, um den älteren Elfen anzusehen, welcher sie gerade festhielt und um dessen Anwesenheit sie in diesem einen Moment so dankbar war. Der Mantel, den er um sie gelegt hatte, roch nach dem anderen und bewies ihr auf irgendeine seltsame Art und Weise, dass am nächsten Morgen doch alles wieder gut sein würde, selbst, wenn sie das in dieser Sekunde bezweifelte - der Schatten war ihr so nah gekommen, hatte auf sie eingestochen, sie hatte ihren Atem gespürt und geglaubt, ihr Leben sei nun endgültig vorüber, ohne, dass sie wirklich jemals hatte groß werden können. "... das dürft Ihr nicht ... wenn Ihr den Schatten umbringt, kommt Ihr vielleicht nicht wieder ... ich will nicht allein sein ...", setzte sie dann ihre leisen Worte nach und schloss erneut die Augen, presste sie aufeinander, weil sie nicht wieder das grauenhafte Lachen vor sich sehen wollte, das sie durch die halbe Nacht begleitet hatte und ihr noch immer einen Schauder über den Rücken jagen ließ.
Wenn Oromis ging und nicht zurückkam, würde sie allein sein - dann würde dort niemand mehr sein, an den sie sich wenden konnte und den sie irgendwie als Familie bezeichnen konnte, wusste sie doch noch nicht einmal, woher sie eigentlich kam und wo ihre eigentlichen Wurzeln lagen. Oromis war alles, was sie kannte und immer derjenige gewesen, der bei ihr war, der nun auch neben ihr saß und auf sie achtete, selbst, wenn er noch so viele Pflichten hatte, die ihn sonst in Beschlag nahmen. "Ihr dürft nicht gehen", versuchte sie es noch einmal und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, selbst wenn sie augenblicklich wieder durch Neue ersetzt wurden. "Ihr seid doch alles, was ich hab ..."
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Do Jun 19, 2014 5:23 pm

"Du verlierst mich nicht" sagte Oromis leise und zog sie noch ein wenig näher an sich, presste sie fest an seinen Körper um sie spüren zu lassen, dass er da war. Dass jemand da war, der sie fest hielt. Er verstand ihre Angst, verstand sie doch nur zu gut hatte er doch diese Diskussion schon mehr als einmal mit Caladhiel geführt, welche seit sie beide klein gewesen waren für ihn wie eine Schwester gewesen war. "Ich verspreche dir, dass ich dich niemals alleine lassen werde, dass ich nicht gegen den Schatten kämpfe solange ich mir nicht sicher bin, dass ich wieder zurück kehre" erklärte er ihr. Der Orden der Reiter war ein seltsames, eigenständiges Gebilde. Man mochte seine Familie des Blutes wegen verlieren. Doch was man gewann war... eine neue Familie. Menschen, die einem so wichtig wurden als wäre man durch Blut mit ihnen verbunden. Doch es war mehr als das. Liebe, Respekt, Ehrerbietung. Der Orden schmiedete Bündnisse, die weit über das hinaus gingen, wozu Blut in der Lage war. "Ich hab dich lieb"
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Do Jun 19, 2014 5:52 pm

"...auch", nuschelte die Elfe leise mit brüchiger Stimme und verschluckte dabei die Hälfte ihrer Antwort in dem leisen Schluchzen, das sich seinen Weg immer wieder aus ihrer Kehle empor bahnte und einfach nicht aufhören wollte, egal, was sie dagegen auch tun wollte. Eärwen drückte sich an den Älteren, vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter und hielt ihre Finger fest in dem feinen Stoff seiner Robe vergraben während ihr die Tränen immer weiter über die Wangen rollten und in seiner Robe versickerten, als sie von ihrem Kinn abperlten und mit einem Mal wurde ihr bewusst, was sie eigentlich über all die Zeit hinweg getan hatte und wie nachsichtig Oromis doch stets mit ihr umgegangen war. Er war immer für sie da gewesen, hatte immer wieder den Schritt auf sie zugemacht, ganz gleich, wie viel Unsinn sie gemacht hatte und in welche Gefahr sie sich auch gebracht hatte - hier und jetzt, in eben dieser Sekunde stellte sie fest, wie undankbar sie eigentlich gewesen war, ihm ständig wieder ein solches Verhalten zu zeigen.
"... es tut mir leid ...", wisperte sie schluchzend. "Ich bin eine schlechte Schülerin ... ich bin furchtbar und bring alle immer in Gefahr ... und ich kann die Dinge nicht so gut, wie andere, weiger mich zu lernen, weil es für mich langweilig ist ... Ihr hättet jemand anderen verdient. Jemanden wie Kylian ... oder Dovydas ... der vernünftig ist und um den Ihr Euch keine Gedanken machen müsst ... jemand, der einfach besser ist als ich ... ich hab Euch gar nicht verdient ..."
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BeitragThema: Re: Krankenflügel   Do Jun 19, 2014 5:59 pm

Ein nachsichtiges Lächeln zeigte sich auf Oromis Gesicht ob all der Selbstvorwürfe, welche zwar einem wahren Kern entspringen mochten, jedoch bei weitem nicht gerechtfertigt waren. "Pscht" flüsterte er leise und strich ihr sanft über das Haar. Er konnte sie verstehen und wenngleich ihn die Einsicht auch freute, welche hinter diesen Worten verborgen lag, so war er doch betrübt mit wie viel Schmerz ihre Selbstvorwürfe sie straften.
"Weißt du. Es gab einmal eine Schülerin, welche ebenso wie du immer darauf aus war Abenteuer zu erleben, die Unschuldigne zu beschützen und gar nicht schnell genug Reiterin werden konnte. Ständig versuchte sie das wenige was sie bereits wusste einzusetzen und schwänzte dabei viele Unterrichtsstunden, da sie die reine Theorie für verschwendung von Zeit hielt. Und egal welche und wie viele Strafen ihr Meister ihr dafür gab, so brach sie doch jede Regel erneut und versuchte weiterhin das Beste für ihre Umwelt zu tun - so wie du im Buckel. Sie hat auch ihre Freunde dazu gebracht Unsinn zu machen. Selbst mich hat sie davon überzeugt die ein oder andere Regel zu brechen" er schmunzelte ob der Erinnerung. "Und weißt du, was aus ihr geworden ist? Heute ist sie unsere gewählte und rechtschaffene Hochmeisterin. Also glaube mir, dass ich dir viel und noch viel mehr verzeihe Eärwen, solange du nur für das einstehst was Gut und Gerecht ist in dieser Welt!"
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