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 Große Schluchten

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Caladhiel
Admiss
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BeitragThema: Re: Große Schluchten   Mi Jun 18, 2014 12:03 am

Immer wieder glitten ihre zitternden Finger über die großen Schuppen, die Anwars Hals bedeckten und immer wieder dachte sie über das nach, was am Tag geschehen war - was man ihr entgegen gebracht hatte und was auch immer sie tat, sie hörte die Stimmen der beiden Ratsmitgliedern noch immer in ihren Ohren. Sie sei immer schon Gift für den Orden gewesen... letztlich ... Eragon hatte die Regel allein wegen ihr aufgestellt, die ihr ebenso wie Arva beinahe schon zum Verhängnis geworden war. Sie hatte so viele Fehler begangen, war übermütig geworden und hatte vergessen, wo ihre eigene Pflicht lag, hatte geglaubt, es gäbe nichts mehr, was sie noch stoppen würde können. Dann hatte die Versammlung sie wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt und ihr vor Augen gehalten, was sie beinahe schon vergessen hatte. Sie hatten Recht mit dem, was sie gesagt hatten, hatten Recht damit, dass sie auf die Traditionen gespuckt hatte, dass sie Vrael zu früh zum Reiter ernannt hatte und dass es ebenso ein Fehler gewesen war, in den Jungen so viele Hoffnungen zu setzen und ihm den Posten im Kronrat zu bieten, der nun Visenya zugefallen war. Es war ein Fehler gewesen, Stephan Hamleigh als Truchsess einzusetzen und es war ein Fehler gewesen, nicht augenblicklich gegen den Schatten vorzugehen, der noch immer diese Welt bedrohte.
'Wir hatten so viel Glück ...', ließ sie Anwar leise in ihren Gedanken wissen und sank schließlich einfach neben ihm zu Boden, die Augen erneut für einen kurzen Moment schließend, den sie brauchte, um ihre eigene Beherrschung wieder zu finden. Während der letzten Stunden hatte sie viel geweint, hatte nach all dem Stress und den Stunden der Arbeit, den Stunden der Anspannung und der Angst nicht mehr an sich halten können, hatte niemanden außer ihrem eigenen Bündnispartner bei sich haben wollen und sich eben deswegen hierher zurückgezogen. An einen Ort, wo ihr der kühle Wind um die Nase wehte und ihr die notwendige Klarheit brachte, die sie nun den Blick in den Himmel heben ließ, wo es erneut ein einziger heller Stern war, den sie am Firmament erkennen konnte.
'Du hast mich einmal mehr gerettet. Arva hat sich nur für mich ausgesprochen, weil du mit ihm gesprochen hast - es war dein Verdienst, dass ich diesen Traum weiterführen darf ... unseren gemeinsamen Traum.', sandte sie im Stillen in den Himmel, ein verklärtes Lächeln auf den Lippen, das die feinen Züge der Elfe verzerrte und nicht so recht zu den rot geränderten Augen der Reiterin passen wollte.

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"When I thought that I fought this war alone
You were there by my side on the frontline
When I thought that I fought without a cause
You gave me a reason to try"
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BeitragThema: Re: Große Schluchten   Mi Jun 18, 2014 12:19 am

„Er hat damals auf dich aufgepasst und selbst jetzt tut er es noch. Er hat dich wahrhaft geliebt.“ Das große Auge war geschlossen und sein Atem ging schwer, schwer auf und ab und sein Brustkorb bäumte sich jedes Mal ein Stücken mehr. Er wollte noch einen Augenblick in diesem Moment verharren, ihn ausschöpfen und die Freude auskosten, die er gerade empfand.
„Wenn wir jemals Zweifel hatten ob wir dem Orden vertrauen können, ob wir den Menschen und Elfen dort trauen können, dann hat sich diese Frage spätestens jetzt in Luft aufgelöst. Wenn es uns gelingt dem ärgsten Rivalen davon zu überzeugen das wir … das du es bist, die das ist was der Orden braucht und was ihn weiter voran bringt, dann steht wahrhaft fest das du nie auch nur einen hinter gelassen hast, sondern zusammen mit ihnen an etwas großen gearbeitet hast. Keine Befehle erteilt, sondern Ratschläge und Aufgaben gegeben hast, an denen du fast immer selbst mit halfst. So viel wir auch ändern müssen … der Bezug zu all unseren Brüdern und Schwestern, zu unseren Freunden ist das, was uns gerettet hat.“
Er konnte nicht sagen wie lange sie keine ruhige Minute mehr verbracht hatten und selbst wenn es noch so viel gab das im Grunde erledigt werden musste, in diesem Moment genoss er einzig und allein das Gefühl, dass trotz all der Fehler, der Glaube an sie … an Caladhiel selbst nach über hundert Jahren noch bestand.
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Caladhiel
Admiss
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BeitragThema: Re: Große Schluchten   Mi Jun 18, 2014 12:29 am

'Wir, An. Es gibt kein ich oder du - es gibt nur ein wir', lautete die einzige Antwort der Elfe, die sich ein Stück weit zur Seite drehte und einen Arm halb um den großen Hals ihres Drachen legte, als wolle sie auch ihm für seine Anwesenheit und seine Unterstützung über all die Zeit noch einmal danken. Seit sie sich wirklich erinnern konnte, war er an ihrer Seite gewesen, hatte sie immer wieder unterstützt und ihr zur Seite gestanden, ganz gleich wie stürmisch die Zeiten auch gewesen waren. Sie hatten gemeinsam so viel durchgestanden, hatten so viel Leid und Glückseligkeit erlebt, dass es ihr undenkbar vorkam, sich noch ein Leben ohne den großen Drachen vorzustellen, in dessen Schutz sie sich nun vergraben hatte und dessen ruhigen Geist sie gerade so dringend brauchte. Die Stimme in ihrem Geist, die ihrer eigenen so nahe war und den Geist, der ihre Gedanken genau kannte, sie einzuordnen wusste und mit dem sie nicht lange über das sprechen musste, was in ihr vorging - bei dem sie nicht lange erklären musste, was sie dachte oder wie sie etwas meinte. Derjenige, der sie für nichts verurteilte und der sie als das annahm, was sie nun einmal war - trotz aller Fehler, die sie noch immer machte.
'Er hat immer versprochen, auf uns acht zu geben und uns zu beschützen. Über uns zu wachen und genau das hat er getan. Er hat sein Versprechen gehalten', fügte sie noch leise hinzu und stieß ein leises Seufzen aus, sich für einen kurzen Moment nichts mehr wünschend als ihn wieder an ihrer Seite zu haben, die wenigen Stunden, die sie gehabt hatten, noch einmal zurückbringen zu können, nur um nicht mehr aus der Erinnerung schöpfen zu müssen. Selbst nach all den Wochen war das Gefühl dasselbe, das sie in ihrem Inneren empfand und das auch jetzt dafür sorgte, dass der Schmerz über die Vorwürfe, die man ihr entgegen gebracht hatte, wieder verblasste und in den Hintergrund trat. Ihr diese Vorwürfe einfach nicht mehr wichtig genug erschienen, als dass sie sich so sehr hatte von ihnen herunter ziehen lassen und dennoch - der Gedanke an den Orden war da nach wie vor und letztlich war es eben jener Gedanke, der sie jetzt dazu brachte, eine weitere Frage zu stellen.
'Was machen wir denn jetzt?'

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BeitragThema: Re: Große Schluchten   Mi Jun 18, 2014 12:46 am

„Wir schätzen den Umstand, dass wir die Möglichkeit haben diese Ruhe zu genießen und danken dieser Insel dafür, dass sie entlegene Ecken und Enden hervor gebracht hat.“ Die Stimme des großen Drachen hatte sich inzwischen von dem vorher so bedeutungsschwangeren Tonfall zurück in das bekannte, tiefe Summen verwandelt, in welchem er sonst sprach. Er konnte sich nur allzu gut vorstellen was Caladhiel noch alles geplant hatte, nun was hieß vorstellen? So gut wie alle Pläne gingen durch ihrer beider Gedanken, bevor er überhaupt in Erwägung kam und so schwer es ihm fiel, er musste ihr Recht geben was die Arbeit betraf.
„Wir werden uns weiterhin um die Menschen in Narda kümmern müssen. Vroengard selbst versorgt sich voll und ganz, doch dürfen wir eines nicht vergessen. Auch wenn dieser unser eigentlicher heimatlicher Sitz ist, so haben wir inzwischen doch kaum noch die Möglichkeit hier zu verweilen und wir müssen Entscheidungen für den Fall treffen, dass erneut eine wie in Surda eintrifft und dennoch schnelle Handlungen erforderlich sind. Wovon ich spreche sind Verwalter, einen für Vroengard, einer für Narda. Der Rat ist da um nach der Richtigkeit und der gerechten Sache zu suchen und zu prüfen, nicht um schnelle Entscheidungen herbei zu führen und ich würde ungern all das, was wir bisher gleistet haben, durch ein zu langsames Handeln untergehen sehen. Diese Welt wird immer schnelllebiger und dementsprechend müssen wir reagieren. Und Vrael muss, wenn er begriffen hat was er falsch gemacht hat und das gelernt hat, was er noch lernen muss, seinen Namen am Hof reinwaschen. Wenn es einer von uns tut, wirkt dies nicht nur auf uns als Lehrer schlecht, sondern auch und vor allem auf Vrael. Nenn mich starrsinnig, doch ich glaube nach wie vor dass dieser Junge Potenzial hat. Nicht umsonst haben die Elfen durch ihn einem Bündnis zugestimmt. Er muss gezügelt und noch belehrt werden ja, doch ist er nicht aus dem Holz geschnitzt, aus dem die meisten anderen Reiter gemacht sind. Wir müssen es uns eingestehen, er wird immer etwas Besonderes bleiben. Wobei er im Sache der Starrsinnigkeit fast dir gleichkommt.“ Als er ein leises aufbegehren hörte, prustete er lauthals mit den Nüstern. „Sei nicht beleidigt, das war ein Kompliment.“
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