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 An den Ufern des Spiegelsees

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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Do Nov 10, 2011 6:39 pm

„Oh, ich hoffe, sie nimmt es mir nicht übel, dass ich nicht da war. Mir war nach einem kleinen Spaziergang, der mich... hierher geführt hat. Natürlich. Dieser Ort... übt seit jeher eine gewisse Anziehungskraft auf mich aus und leitet meine Schritte ohne mein Zutun...
Und er erinnert mich an Tage, in denen ich optimistischer von unserem Land dachte“
, flüsterte Farodin, der seinen Blick von dem See abgewandt hatte und Nyarálin betrachtete. Der Elf hatte aus den Augenwinkel ihr Näher gekommen zuvor bemerkt und wurde sich auch vor ihren Worten der Gegenwart seiner Tochter gewahr. Lächelnd neigte Farodin nun seinen Kopf zur Seite, wobei ihm das blonde Haar lautlos über die Schulter fiel.
„Es tut gut, wieder hier zu sein, in Ellesmera und an diesem See“, sagte er nach einer kurzen Pausen und stand anschließend auf. „Mit dem Wissen, das es dir, Elatariel, und unserer Tochter gut geht“, fuhr er fort, doch konnte man seinen Augen die Sorge ablesen, die er in sich trug. Sorge um seine Familie und die Zukunft, die diesem Land blühte. In der Vergangenheit sprang das Schicksal nicht gerade zimperlich mit Alagaesia um, ganz im Gegenteil. Er konnte sich schon seit langem an kein Jahr mehr erinnern, dass man mit 'friedvoll' hätte beschreiben können. Auch kein halbes Jahr.
Sanft strich über den Kopf von Elarinya, lauschte ihren ruhigen Atemzügen und legte seine Hand schließlich auf Nyarálins Arm.
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Nyaralin
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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Do Nov 10, 2011 7:09 pm

Vorsichtig löste die Elfe einen Arm von dem Körper ihrer Tochter, nahm deren leises Quengeln hin als die Wärme und ein Teil des Halts verschwand und küsste die Jüngere sacht auf die blonden Strähnen, die einen Teil ihres Gesichts verdeckten. Das leise und unwillige Grummeln, das das Mädchen ausstieß, ließ sie lächeln während sie nun ihrerseits die freie Hand auf die seine legte. Es war ein Lächeln, das rasch wieder schwand als sie ihren Blick wieder zu Farodin hinauf lenkte und die Sorge in seinen Augen wahr nahm, die die Wärme, die sie sonst darin fand, trübte.
"Es wird werden", erwiderte sie ihm und nickte noch einmal bekräftigend, um ihn von ihrer Zuversicht zu überzeugen. Sie selbst wusste, wie es in dem Rest des Reiches aussah, wie sehr die Menschen darum kämpften, eine neue Ära einzuleiten, die nicht begleitet wurde von bösartigen Tyrannen, die ihr Volk unterjochten. Sie kämpften um Autonomie, um die Abkapselung von anderen Völkern und stießen dabei immer wieder an ihre Grenzen, nicht zuletzt auch durch die Kämpfe, die um Illirea stattgefunden hatten.
"Die Menschen werden ihren Weg finden, Elentir und sie werden an den Steinen, die sie sich selbst in den Weg werfen, wachsen. Sie werden im Angesicht der großen Gefahr ihre eigene Stärke und ihren Edelmut wiederfinden und sich aus der Asche erheben", fuhr sie mit warmer Stimme fort. "Lass sie ihren Weg allein beschreiten und uns die bleiben, die wir sind. Sie müssen ihre Fehler allein machen und sich allein wieder aufrichten, wie es jedes Kind muss."
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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Do Nov 10, 2011 9:15 pm

„Oh, ich bin mir sicher, sie werden ihre Fehler ganz alleine begehen, nur leider könnte man auch meinen, dass sie aus diesen lernen würden und sie deswegen nicht noch einmal wiederholen. Aber was dies anbetrifft, so täuscht man sich in ihnen doch öfters, als es einem lieb ist“ Farodin senkte seinen Blick und ebenso seine Mundwinkel. Es kam nicht oft vor, dass der Elf so von Sorgen geplagt war und missmutig auf das Weltgeschehen hinab blickte. Ebenso selten sprach er in dieser Weise von dem Menschenvolk, nachdem er es doch im Grunde nach seinem Aufenthalt bei den Zwergen gut leiden konnte. Allerdings verärgerten ihn insgeheim ihre ganzen Schlachten und Kriege, bei denen es immer so viele unschuldige Opfer gab. Und wozu? Wegen belanglosen Gütern, Geld, Macht. Die Gier der Menschen war eine ausgesprochen schlechte und abscheuliche Eigenschaft, die jedoch auch sehr verbreitet war. Wie eine Krankheit. Der Elf schloss die Augen, atmete tief ein und versuchte wieder zu seiner üblichen Fassung zu finden. Der Berührung Nyarálins, das leise Atmen seiner Tochter und der wispernde Wind in den Bäumen schafften es schließlich und beruhigten ihn so weit, dass ein Lächeln zurück auf sein Gesicht kehrte.
„Entschuldige“, sagte er, schaute zu ihr auf und atmete leise aus. „Die letzten Wochen und Monate waren vielleicht etwas viel, zusammen mit meinen Sorgen um euch. Aber ich denke, das wird sich in den nächsten Tagen etwas geben, Elatariel...“
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Nyaralin
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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Do Nov 10, 2011 9:34 pm

"Elentir, sie sind Kinder, die das, was sie besitzen so leichtfertig zerstören, weil ihnen langweilig ist. Sie sind Kinder, die mit einem Ameisenhaufen spielen und seine Bewohner einzeln verbrennen, weil sie es lustig finden", erklärte sie langsam und mit einem stummen Bedauern in den Augen. Sie verstand nur allzu gut, weshalb er eine solche Abneigung gegenüber dem Volk der Nachkommenden entwickelt hatte, hatten doch gerade sie beide so oft erlebt, was geschah, wenn man den unbeholfenen Kindern Macht in die Hände legte. Die Menschen waren ein Volk, denen es nach Blut und Begierde dürstete, die stets Neues erreichen wollten und Altbewährtes dabei gänzlich vergaßen, denn so und nicht anders war es bislang jedes Mal geendet. Erst hatten sie sich über eine Monarchie beschwert und kaum, dass es einen Rat gab, war die alte Monarchie für sie besser gewesen.
"Lass sie das tun, was sie wollen und sorge dich nicht darum", bat sie ihn leise, strich sacht über seine Hand. "Denn solange ihre Entscheidungen uns nicht belangen ist es mir einerlei, was dort vor sich geht. Die Elfen sind hier sicher und kein Mensch wird jemals einen Fuß hier hinein setzen, ohne geladen zu sein und die Konsequenzen dafür zu tragen."
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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Do Nov 10, 2011 10:32 pm

Farodin nickte langsam und strich durch das feine, blonde Haar seiner Tochter, schaute von ihr wieder zu Nyarálin auf. „Ich weiß. Im Grunde weiß ich all das. Aber über meinen Ärger verdränge ich es oft. Ebenso wie die Tatsache, dass nicht alle Menschen so sind... zerstörerisch, rücksichtslos, gierig“, räumte er ein und dachte da an den Heerführer Lyonel, an Zerra, die ehemalige Fürstin von Teirm und ihre Tochter. Sicher, auch diese mochten ihre schlechten Seiten haben, doch überwogen die guten und das war es doch letztendlich, was zählte. Und daran sollte er sich erinnern.
Ganz gleich, wie sehr er sich über all die anderen ärgerte. Das selbe galt auch für, das Elfenvolk, aus ihren Reihen entsprangen ebenso finsteren Gestalten, wenngleich das seltener geschah. Ein Glück.
„Ich hoffe, dass für sie eine Zeit kommen wird, in denen sie bedachter miteinander umspringen werden“, setzte er wispernd hinzu, gab dann erst seiner Tochter einen Kuss auf das Haar und anschließend einen Nyarálin auf den Mund. Es war kein langer, aber dennoch ein gefühlvoller Kuss.
Behutsam lehnte er sich wieder zurück und lächelte, die Augen dieses Mal frei von jenen Schatten, die ihn zuvor geplagt hatten.
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Nyaralin
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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Do Nov 10, 2011 10:55 pm

"Vielleicht werden sie eines Tages bedachter miteinander umgehen - vielleicht vermag es der neue König der Nachkommenden ein neues Reich zu erschaffen, in dem all das Blutvergießen endlich ein Ende finden wird", sinnierte sie leise, nickte dann aber und ließ das bisherige Gesprächsthema dann einfach fallen. Es war das falsche Gespräch für einen so ruhigen Abend, insbesondere in der Anwesenheit ihrer beider Tochter, die von alledem wohl mehr mitbekam als gut für sie war. Sie wollte Elarinya niemals ihre eigene Ansicht vermitteln, was die Menschen anbelangte, wollte ihr selbst die Möglichkeit geben, sich eine Meinung zu bilden, wenn sie alt genug dafür war - so lange würde sie all die Blutrünstigkeit und die Finsternis der Kriege vor ihrer Tochter zurückhalten und sie ein einfaches Kind sein lassen.
"Lass uns nicht darüber sprechen, was die Menschen tun, Elentir. Wir sind zurück in unserer Heimat, bei unserer Tochter - den Menschen sollte unser letzter Gedanke gewidmet sein."
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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Do Nov 10, 2011 11:29 pm

„Natürlich...“ Farodin nickte bedächtig und ließ seinen Blick anschließend über die Lichtung und den See schweifen. Sie hatte Recht und er bereute bereits, welch ernstes Thema er angesprochen hatte, obwohl ihre Tochter bei ihnen war. Außerdem waren sie erst zurück gekehrt, er hätte umsichtiger sein müssen. „Sollen wir uns noch ein wenig an das Ufer des Spiegelsees setzen? Oder möchtest du zurück kehren? Ich würde dich begleiten. Meinen Spaziergang und die... nötige frische Luft hatte ich ja nun“, sagte er lächelnd und wesentlich entspannter, als zu Beginn ihres Gespräches.
Zu gerne vergaß er die Sorgen und wollte sich dem Rest des Abends genießen und ihn nutzen, denn wer weiß, wie viele dieser Art ihnen für die nächste Zeit beschieden sein würden.
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Nyaralin
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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Do Nov 10, 2011 11:52 pm

"Lass uns den Abend noch ein wenig genießen - wir wollten ohnehin einmal hierher zurückkehren und es wäre eine Verschwendung diesen Ort nur für ein so ernstes Gespräch in Erinnerung zu halten", antwortete sie ihm mit einem warmen Lächeln und vollführte eine kurze, auffordernde Kopfbewegung ehe sie ein paar Schritte zum Ufer des See hin machte und mit ihrer Tochter im Arm in das Gras sank während ihr Blick über die glatte Oberfläche des See glitt. Sie genoss den Frieden an diesem Ort, die Ruhe, die von ihm ausging und all die lieb gewonnenen Erinnerungen, die sie mit diesem Ort verband - die Erinnerungen, die sie nun nicht damit beschweren wollte, dass sie hier ein Gespräch über die Grausamkeit der Menschen geführt hatten.
"Die Hektik der Stadt wird uns noch früh genug einholen, Elentir", fügte sie anbei und wandte sich wieder halb zu ihm um während eine ihrer Hände durch die blonden Locken Elarinyas glitten, diese behutsam um die Finger drehten.
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BeitragThema: Re: An den Ufern des Spiegelsees   Fr Nov 11, 2011 9:41 pm

„Wie wahr... aber ein wenig bleibt uns noch, ehe die Sonne den Mond ablöst und sie all die Sterne unter ihrem farbigen Kleid versteckt“, antwortete Farodin lächelnd und folgte ihr. Seine Füße glitten durch das Gras, blieb schließlich neben Nyarálin stehen und ließ sich neben ihr nieder.
Vater zu sein hieß, in Angst zu leben, das hatte er wahrlich seit der Geburt von Elarinya gelernt. Behutsam löste er seinen Mantel von seinen Schultern und breitete ihn über seine und Nyarálins Schultern.
Es war die Angst vor dem Tod, vor Krankheit, Verlust, Unfällen, Fremden... oder einfach vor den Alltagsdingen, die einen am allermeisten verletzen konnten. Böse Worte, ein Blick voller Ungeduld,... vor verpassten Gutenachtgeschichten.
„Ich liebe dich, mein Stern, Elatariel. Und unsere Tochter. Eine Welt ohne euch könnte ich mir nicht vorstellen“, wisperte Farodin und legte unter dem Mantel seinen Arm um die Elfe.
Bei ihnen fand er wirklich Frieden.
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