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 Zweites Gästezimmer

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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 6:48 pm

"Natürlich. Ich hätte Euch mein Schwert auch sicherlich freiwillig gereicht, damit ihr euch verteidigen und wehren konntet.
Ich... verstehe es nur nicht. Nunja... das lässt sich nicht einfach wieder beheben... ich werde wohl ein neues Schwert brauchen"
, seufzte Zerra und legte die einzelnen Überbleibsel ihres Schwertes, Yawe, auf dem kleinen Tisch im Zimmer ab.
"Und wieso hat Euch der Reiter angegriffen? Was ist alles passiert, während ich bewusstlos war?"
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 6:52 pm

"Viel zu viel, es stellte sich schlussendlich als Irrtum heraus..." erklärte Kharas.
"Was das Schwert betrifft, dafür habe ich bereits gesorgt..."
Er griff in die Untiefen seines Mantels und zog ein längliches Paket hervor.
Es war in Stoff eingewickelt und Kharas legte es bedacht auf den Tisch, wickelte das Geschenk langsam aus.
Die Sonne welche durch die dicken Regenwolken schien fiel auf ein goldenes Schwert, funkelte und brach sich auf der Oberfläche.
Es war feiner gearbeitet als jedes Schwert welches Zerra jemals gesehen hatte.
Am Knauf leuchtete ein blauer Edelstein in Form einer Träne.
Helles Leder umschmiege den Griff.
Auf der Klinge stand in den Lettern der Alten Sprache
Varde
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 7:02 pm

Ein Lächeln huschte über Zerras Gesicht, als sie die Buchstaben las. Varde. Mit ihren blauen Augen schaute sie durch ein paar schwarze Strähnen hindurch, zu Kharas auf.
"Seid ihr sicher, dass Ihr mir dieses Exemplar geben wollt? Es sieht ziemlich kostbar aus... ausgezeichnete Schmiedekunst... kaum zu übersehen, dass es sich bei dieser filigranen Arbeit um ein Werk eines Elfenschmiedes handelte", sagte sie, wobei sie das Schwert kurz in die Hände genommen hatte.
"Und einen hübschen Namen hat es auch noch"
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 7:04 pm

"Dieses Schwert war ein Geschenk von Königin Dellanir an mich..." erklärte Kharas.
"Es wurde von der besten Schmiedin des Zeitalters geschmiedet und ihm wohnt ein starker Zauber inne.
Ich kämpfe nicht wenn ich es vermeiden kann und so wäre dies Schwert bei euch besser aufgehoben, möget ihr eine Beschützerin der Schwachen und Wächterin des Guten sein!"
gebot Kharas.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 7:09 pm

Ein Geschenk von Königin Dellanir? Nun noch erstaunter als zuvor, drehte Zerra die Klingen zwischen ihren Händen. Es würde sicherlich ein guter Ersatz für Yawe sein, vor allem bei dem, was hier zur Zeit geschah. Es wäre nicht ratsam unbewaffnet herum zu laufen.
"Dann nehme es an. Habt Dank, ich werde mich darum gut kümmern und darauf acht geben", sagte sie und befestigte es daraufhin an ihrem Gürtel, wodurch sie sich immerhin schon ein gutes Stück sicherer fühlte.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 7:12 pm

Kharas nickte.
"Ich empfehle mich nun auch, es gibt viel zu tun ehe die Versammlung fortgesetzt wird!" meinte er und trat aus der Tür...
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 7:20 pm

"Wird sie denn heute noch fortgesetzt, nachdem was passiert ist? Oder werden wir erst Morgen uns wieder in dem Versammlungsraum einfinden?", fragte Zerra, bevor Kharas das Zimmer verlassen hatte, wobei sie erneut in seine Richtung trat.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 7:21 pm

"Morgen..." antwortete Kharas.
"Bis dahin dürfte sich auch Lord Ethra soweit erholt haben, dass er auftreten kann!" bevor weitere Fragen gestellt werden konnten, verschwand er auch schon um die Ecke.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 10:32 pm

Ethra? Was war denn mit Ethra los?
Der Sinneswandel des Elfen auf der Versammlung war Lyonel zwar sehr komisch vorgekommen, aber wieso sollte der Elf nicht auftreten können?
Fragezeichen standen in sein Gesicht geschrieben, während er sich Kharas nachsah, der um die Ecke eilte.
Irgendwie beschlich ihn das verdammt üble Gefühl, einiges verpasst zu haben. Und das gefiel ihm gar nicht.
"Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier irgendetwas im Busch ist...", murmelte er leise.

Normalerweise versuchte Lyonel ja den Menschen und Elfen und Zwergen und Urgal zu vertrauen, aber inzwischen, wenn man so mal darüber nachdachte, was alles passiert war, war das schon wirklich so absurd, dass irgendwer dahinter stehen musste.
Eine höhere Macht vielleicht?
Vielleicht wurden sie alle nur von irgendwelchen höheren Wesen gelenkt, die ihre Komplexe zu verarbeiten hatten?
Lyonel wusste es nicht, aber er war sich sicher, dass es ihm nicht gefiel.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mo Aug 30, 2010 10:39 pm

„Willst du ihm nach gehen? Es lässt sich bestimmt jemanden hier finden, der uns etwas sagen kann“, sagte Zerra, die Hand strich gerade noch über das neue Schwert, stützte sie sich auch schon locker in ihrer Hüfte, während sie sich zu Lyonel umdrehte. Ihren Kopf hatte Zerra ein wenig zur Seite gelegt, die Augen leicht zusammen gekniffen.

„Mich würde es zumindest auch interessieren. Ich frage mich, ob es noch andere Angriffe gab... und deswegen Ethra einen Ruhetag durch aus gebrauchen kann. Und dass Julian Frook Kharas einfach angreift... was meinst du?“
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mi Sep 01, 2010 6:33 pm

"Lass uns gehen.", meinte Lyonel schließlich nach einigem Hin- und Herüberlegen. Es war zwar schön und relativ sicher in dem Zimmer hier zu verharren, allerdings: Was brachte es ihnen?
Wer handelte, konnte Fehler machen, wer aber nicht handelte, der machte darin schon seinen größten Fehler.
"Haben wir eine andere Möglichkeit etwas herauszufinden?"
, fragte er rhetorisch, "Nein."
Er streckte sich etwas und war froh, dass er von dem Schlag gegen den Kopf keine dauerhafte Einschränkung mehr hatte, sondern sich wirklich unerwartet gut fühlte.
Er war bereit, für alles was da kommen würde.
Auch wenn er sich nicht sicher war, ob er wirklich alles wissen wollte.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mi Sep 01, 2010 8:27 pm

Lächelnd nickte Zerra, auch wenn dieses nicht all zu lange auf ihrem Gesicht verweilte. Es schwand noch in jenem Augenblick, als sich die ehemalige Leibwächterin der Türe zu wandte. Mit wenigen Schritten hatte sie die Tür aus dunklem Holz erreicht und hatte sie bereits aufgeschoben, nachdem sie die schmale, vergoldete Klinke herunter gedrückt hatte.
Ohne zu zögern trat sie hinaus auf den Gang, lauschte einen Moment und schaute sich dann zu Lyonel um.
„Wo, meinst du, haben wir die besten Chancen an Informationen zu gelangen?“
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Mi Sep 01, 2010 10:00 pm

"An dem Ort, an dem alle wichtigen Informationen in den heutigen Tagen zusammenkommen. Im Versammlungssaal."
Lyonel lächelte vielsagend, denn irgendwie sagte ihm eine Vorahnung, dass der kommende Tag viel Licht ins Dunkel bringen würde.
Und so gingen Zerra und Lyonel gemeinsam zum Versammlungsraum.

tbc: Versammlungsraum
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Sa Sep 04, 2010 1:35 am

Erstaunlich schnell war Zerra auf ihrem Zimmer gewesen, wobei sie kaum die Stimmen in der Eingangshalle bemerkt hatte. Sie war mit Tunnelblick durch die Gänge gelaufen, in einem Wirrwarr aus Gedanken und hatte im nächsten Augenblick auch schon vor der Türe gestanden.
Diese befand sich nun in ihrem Rücken, fühlte sich jedoch warm an, was vermutlich daran lag, dass ihre Kleider inzwischen ebenso nass waren, wie sie selbst.
Ihr Oberteil klebte unangenehm an ihrer Haut und auch ihre Hose erwies sich da nicht als angenehmer.
Zerra stieß sich von der Türe ab und riss den Schrank im Zimmer auf.
Zum Glück fand sie diesen nicht leer vor und fand sogar das eine oder andere Kleidungsstück, dass ihr passen könnte, sowie ein Handtuch.
Mit diesem trocknete sie sich im Bad ab und tauschte dann ihre Kleidung gegen die trockenere Variante.
So viel dazu...nun hatte sie dieses Problem aus dem Weg geschafft, nun brauchte sie ein Neues.
Damit sie sich nicht der Frage stellen musste, wie ihr zumute war. Was sie gerade empfand...


Verloren stand sie in ihrem Zimmer, dass Rhea ihr vor vielen Wochen zu gesagt hatte.
Das erste Mal nach langer Zeit kam sie sich wirklich hilflos vor, verloren in einem Zimmer, wie diesem und das erste Mal seit fast zwanzig Jahren stiegen ihr wieder Tränen in die Augen.
Zerra streckte ihre Hand nach der Wand an ihrer Seite aus, die ihr auf einmal mehr als gelegen kam und lehnte sich gegen sie, nur um ihrer eigenen Last ein wenig zu entkommen.
Die Augen schloss sie schweigend und ließ die Tränen über ihr Gesicht laufen.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Sa Sep 04, 2010 1:58 am

Halibel hatte einen Mann nach Zerra gefragt, doch der konnte ihr nicht weiterhelfen. Dann war sie vielleicht noch immer im Bad, oder bereits auf ihrem Zimmer. Also hatte sie nach dem Zimmer ihrer ehemaligen Kollegin gefragt. Als sie vor diesem steht, blickte sie erst einmal verwirrt auf den Boden. Die Fließen vor der Türe waren nasse, schimmerten leicht und spiegelten die verschwommenen Konturen der Decke wieder.
Daraus machte sie sich zunächst nicht viel und klopfte an.
Es wäre jedoch nicht wirklich ihre Art, hätte sie wirklich auf eine Antwort gewartet – und sie stürmte sie auch schon das Zimmer. Die Türe fiel gerade kleppernd ins Schloss, als Halibel Zerra entdeckte.
Ihr Lächeln verschwand mit einem Wimpernaufschlag und sie stand schon fast wie erstarrt da, während sie ihre alte Freundin ansah.
Es gab keine Zweifel, das war Zerra. Ihr Gesicht, ihre Augen, ihr schwarzes Haar, das alles sprach dafür – doch nicht die Tränen. Nie hatte sie Zerra weinen gesehen...
„Zerra?“
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Sa Sep 04, 2010 2:16 am

Gerade wollte Zerra schon rufen, dass, wer auch immer sich dort draußen befand, verschwinden sollte, als Halibel auf einmal im Zimmer stand. Mehr als unerwartet. Ungläubig starrte die junge Frau sie an, fuhr sich mit der Hand übers Gesicht und blinzelte erneut.
„Halibel? Halibel Fa?“, es klang wie eine Frage, auch wenn sie ihren Augen durchaus traute. Trotz des dünnen Tränenschleiers.
„Du hier?... Du... hast einen denkbar ungünstigen Moment erwischt...“, sagte sie und rang sich nur mühsam ein Lächeln ab. Wenn sie ehrlich war, war ihr nicht einmal annähernd nach Lächeln, auch wenn sie Halibel sehr gern hatte...
„Geh, bitte. Such mich... morgen noch einmal auf... nicht heute“, dann ging sie an Halibel vorbei und hielt ihr die Türe auf.
Als diese das Zimmer verlassen hatte, wartete Zerra kurz und warf die Türe dann zu.

Halibel Fa...

Zerra hörte wie in dem Bad ihre nasse Kleidung auf die Fließen tropfte. Stetig, gleichmäßig ertönte das leise Tropfen, während sich die ehemalige Leibwächterin erinnert...


Dreh die Zeit zurück...


Vor fast acht Jahren hatte man Zerra der fünften Kompanie zu geteilt, nachdem man ihre Fertigkeiten eingehend geprüft hatte. Es gab unter dem Kriegsheer des Königs Palancars nicht all zu viele Frauen, daher wurden eben jene immer kritisch von ihren männlichen Mitstreitern beobachtet.
Doch daran störte sich Zerra keineswegs. Sie hatte es in die fünfte Kompanie des Kommandanten Ryuken geschafft. Bargan Ryuken. Ihr Onkel, der Bruder ihres Vaters...
Diesem unterstand der Vizekapitän Antenor Boann, der von vielen jedoch Leroux genannt wird, nach einem ausgezeichneten Schwertkämpfer des Königs. Zur Zeit widmeten sich beide mit der Suche nach neuen Korporals, die stets eine gute Chance auf höhere Stellungen hatten. Wenn man ein Korporal wurde, ging es nur aufwärts. Und Zerra hatte sich vorgenommen, so gut zu werden, dass man sie für die Stelle der Leibwache in Betracht zog. Für die Prinzessin Runa.

Zusammen mit Zerra fingen damals vier Neulinge an, alle sehr sonderbar auf ihre Art und Weise.
Da gab es Halibel Fa, eine junge Frau mit kurzem, schwarzen Haar und sehr athletischem Körperbau. Sie war eine der flinkesten Menschen, die Zerra kannte.
Dann gab es noch Tesla Lenus, die zwar nicht ganz so geschickt war im Umgang mit Waffen, dafür jedoch mit der Alten Sprache. Sie stammte aus einer reichen Familie und sobald sich erste Anzeichen bemerkbar gemacht hatten, dass sie die Alte Sprache anwenden konnte, hatte man sie gefördert.
Diese zwei Frauen zusammen mit Zerra, waren die einzigen neuen weiblichen Mitglieder der Kompanie. Dann gab es da jedoch noch Allon und Pesche, zwei Männer die nicht unterschiedlicher sein konnte. Allon de Danaan entstammte aus einer Adelsfamilie, war eingebildet und, wenn Zerra nicht gesehen hätte, dass er mit dem Schwert umgehen konnte, hätte man meinen können, er hätte sich den Beitritt in das Kriegsheer erkauft. Er war ein Speichellecker, Intrigant und ein Widerling sondergleichen. Leider jedoch auch ein begabter obendrein.
Der andere, Pesche, war ein eher stiller, zurück gezogener Kauz, der nicht viel mit den anderen sprach. Meist beschränkten sich seine Konversationen nur auf das nötigste.
Dennoch war er jemand, der sehr zuverlässig arbeitete und vor allem auch gut im Umgang mit seiner Lanze. Alles in allem eine sehr verrückte Gruppe von Neulingen...


Morgens gab es immer in einem großen Speisesaal für sie zu Essen, wobei Speisesaal sehr prunkvoll klang. Der Realität entsprach es jedoch nicht. Nicht einmal Ansatzweise. Der 'Saa' war im Grunde nur ein großer Raum in dem zwei lange Tafeln standen. Bis auf die Tische und die Stühle also, gab es im Grunde nichts anderes. Ganz so, als solle man sich dort nicht zu wohl fühlen. Dennoch die Neulinge hatten dort immer gute Laune, selbst Zerra, die sich wegen ihrer schlechten Erfahrung vorgenommen hatte, sich mit niemanden anzufreunden, gab schließlich nach...

„Ich gehe, mir reichts, solch einen Fraß kann man uns doch nicht vorsetzen!“, beschwerte sich Allon lautstark, auch wenn nur noch die neuen Leute in dem Saal saßen. Er musste seinem Ärger einfach Luft machen. Wie jeden Morgen. „Ich werde mit dem Kommandanten sprechen, damit er sich für besseres Essen einsetzt!“
„Für einen guten Schweinebtraten mit Kartoffeln und ein wenig Salat, hm? Also wenn du DAS schaffst, dann esse ich gerne mit“, meinte Tesla lachend.
„Natürlich schaffe ich das! Ein da Danaan hat das Recht darauf, also bekommt er es auch!“, brüstete sich Allon und trat dann hinter Tesla. „Du wirst schon sehen, ich-“ Allon duckte sich unter einem Messer hinweg, dass Halibel nach ihm geworfen hatte.
„Verdammt“, murmelte diese daraufhin, als es in der Wand gegenüber stecken blieb.
„Bist du des Wahnsinns!?“, fuhr Allon sie an und wollte bereits über den Tisch stürzen, um ihr an die Gurgel springen zu können, da hielt Tesla ihn zurück.
„Beruhige dich, Halibel hat bestimmt gedacht, es wäre stumpf und wollte dich nur damit ärgern... außerdem wissen wir doch alle, dass du gute Reflexe hast“
„Und eine große Klappe“, murmelte Pesche, der neben Zerra saß. Das hatte er allerdings nur so laut gesagt, dass Zerra es verstanden hatte. Sie musste über diese Szenerie schmunzeln.
„Ja... ich weiß, meine Reflexe sind nicht zu übertreffen, dennoch! Das nächste Mal erprobe mich lieber auf dem Trainingsplatz, Halibel, wir wollen doch nicht, dass jemand zu Schaden kommt“, sagte er mit einem finsteren Blick.
„Natürlich nicht...“, gab Halibel in Engelston zurück und biss in ihr Brot.
„Nun denn... ich gehe derweil trainieren, während ihr euch hier noch den Bauch mit diesem Fraß vollschlägt“, sagte Allon mit einem verächlichen Blick auf das Essen und verschwand dann aus dem Raum.
„Ich werfe immer ein Auge auf dich... oder ein Brotmesser“, sagte Halibel, als dieser gerade durch die Türe ging und verschwand. Zerra musterte sie und zweifelte nicht an ihrer Aussage, die beobachtete Allon öfters argwöhnisch, ganz so, als wolle sie ihm nicht ganz trauen...

Selbst das Training war meist ein sehr amüsantes Spektakel, wenn auch sehr anstrengend.
Oft übte und lehrte sie Antenor, der Vizekommandant, ein Mann von beachtlicher Größe und langem, braunen Haar, dass er oft zu einem strengen Zopf zurück gebunden hatte. Sein Gesicht war sicherlich keines, dem man gerne im Dunkeln begegnete. Eine Vielzahl an großen und kleinen Narben zierten sein Gesicht, fast so, als wäre es einst vor langer Zeit zu Bruch gegangen, das man daraufhin wieder zusammen gefügt hatte.
Antenor stand also gerade auf dem Trainingsplatz und wollte den Neulingen ein paar Dinge zeigen und vor allem lehren, wofür er sich Halibel ausgesucht hatte, um dies anschaulicher zu gestalten.
Diese war jedoch mit gesenktem Blick auf ihn zu gegangen und mied seinen Blick aufs dringlichste.
„Halibel, was soll das? So siehst du doch gar nicht, wenn ich dich angreife!“, sagte er mit zurechtweisenden Ton.
„Ich höre Sie doch“, gab Halibel schlichtweg zurück und hielt sich nun auch noch mit der einen Hand die Augen zu.
„Halibel! Lasse den Blödsinn, schau mich an! Du sollst schließlich auch davon lernen!“
„Aber... ich habe es mir zu Regel gemacht, hässliche Dinge nicht anzuschauen...“
Nach dieser Aussage hatte für einen Moment unangenehme Stille geherrscht, dann lupfte Halibel auch schon ihre Hand, gerade rechtzeitig, denn als nächstes scheuchte Antenor sie quer über den Trainingsplatz und das auch noch viele Male bis sie vor Lachen und Erschöpfung nicht mehr konnte.
Halibel war sich nur selten um einen Spruch zu schade, doch Antenor wusste, wie er es zu nehmen hatte. Für ihn zählte meist sowieso nur das, was sie letztendlich ablieferten an Leistung.


Auch Allon musste schließlich als Veranschaulichung gegen Antenor antreten, wobei er am Ende Staub schlucken musste, als er zu Boden geworfen wurde.
„Hast du wirklich gedacht, dass du mich damit beeindrucken kannst? Bring mich nicht zum Lachen Allon!“, sagte Antenor, der seine Finte mit Leichtigkeit durchschaut hatte und dementsprechend entgegen wirken konnte.
„Nun gut, ich denke, das reicht für den heutigen Tag, lasst uns Morgen das Training fortsetzen!“
Mit diesen Worten verabschiedete er sich von ihnen und ging, dicht gefolgt von Pesche und Tesla. Halibel baute sich vor Zerra auf und streckte ihr die Hand entgegen.
„Du warst echt gut, als du vorhin gegen ihn kämpfen musstest. Eine interessante Technik hast du, das muss man dir lassen“, sagte sie und Zerra zweifelte nicht an der Aufrichtigkeit ihrer Worte. Halibel war ein von Grund auf ehrlicher Mensch. Sie machte anderen nur Komplimente, wenn sie diese auch so meinte.
Also schlug Zerra ein und ließ sich von ihr vom Boden ziehen, denn eben dort, außerdem des markierten Bereiches saßen sie stets und beobachteten die Übungskämpfe.
Halibel lachte und rannte dann los. „Der letzte bekommt übrigens nichts mehr zu Essen!“, sagte sie und legte noch einen Zahn zu, sodass Zerra nur lachend hinter her laufen konnte.
Dabei kam sie an Allon vorbei, der noch immer finster in jene Richtung starrte, in der Atenor verschwunden war.
„Das hat noch ein Nachspiel“ - meinte Zerra aus seinem Mund gehört zu haben, dann jedoch rief Halibel erneut nach ihr und sie vergaß, woran sie eben noch gedacht hatte.

Es war Zerras erster Kampf gegen Allon, zwei Monate, nachdem sie der Armee beigetreten ist und der fünften Kompanie zu geordnet war. Normalerweise praktizierten sie in letzter Zeit immer kleine Übungskämpfe unter einander – und dieses Mal sollte ihr Kampf nun eben gegen Allon sein.
Doch ihr Gefühl sagte ihr, dass sie nicht bei einem kleinen Übungskampf bleiben würde.
Ihre Schwerter krachten ungefähr zum zehnten Mal auf einander, Metall kratzte über Metall und ein unangenehmes Knirschen erfüllte die Luft.
„Was soll das werden, Zephyr?“, zischte Allon, der Zerra in die Augen blickte.
Ihre beiden Gesichter waren nur wenige Zentimeter von einander entfernt, während beide versuchten durch die Deckung des anderen zu kommen.
„Ich weiß nicht, was du meinst“, sagte Zerra mit ruhigem Ton und erwiderte mit kaltem Blick den seinen.
„Ich weiß, dass du mehr kannst... Na los... entfessle die Bestie in dir“
Mit Wucht stieß sich Zerra ab, Funken stoben und sie sprang einige Schritte zurück.
„Nenn mich noch einmal eine Bestie und ich töte dich wie ein tobender Eissturm“, flüsterte Zerra zischend.
Ein breites, höhnendes Grinsen breitete sich auf Allons Gesicht aus.
„Das will ich doch mal sehen, wie du mich tötest, Bestie“
Ehe sich Allon versah, riss Zerra auch schon ihr Schwert in die Höhe, das in der Sonne gefährlich aufblitzte und Allon auf diese Wiese einen Moment lang blendete...

„Das hätte ein böses Ende nehmen können...“ Antenor hatte sich neben Zerra gestellt, die Hände hinter seinem Rücken verschränkt. Sein ruhiger Blick war auf das Kampffeld gerichtet, auf dem sich gerade Halibel und Pesche einen beeindruckenden Kampf lieferten.
Zerra blinzelte und schwieg. Sie saß auf dem Boden, außerhalb der markierten Zone, die Arme um ihre Beine geschlungen.
„Beim nächsten Mal, lass dich von ihm nicht so provozieren. Du müsstest inzwischen wissen, wie Allon tickt...“ Antenor verstummte, als Bargan über den Platz schritt.
„Kommandant“, sagte Antenor, nickte ihm dabei respektvoll zu und trat dann weg, als Bargan ihm ein Zeichen gab.
Der Kommandant Ryuken nahm neben Zerra Position ein, stand dort eine Weile schweigend, ebenso wie seine Nichte und schaute schließlich zu ihr hinab.
„Ich habe von deinen Fortschritten gehört, Zerra... und von deinem Übungskampf gegen Allon... ich sehe es nicht gerne, wenn Zwist unter meinen Leuten ausbricht, daher bitte ich dich dies zu klären. Ganz ohne Waffen. Oder es dir nicht anmerken zu lassen... hast du mich verstanden?“
„Ja, natürlich...“



Es waren drei Jahre und vier Monate vergangen, seit dem Zerra ihr Gespräch mit dem Kommandanten gehabt hatte. Inzwischen hatte man sie, zusammen mit den anderen, die damals mit ihr Teil der Kompanie geworden waren, zu Korporals ernannt. Sie ist tatsächlich aufgestiegen, ihr hartes Training, all ihre Anstrengungen waren nicht umsonst gewesen.
Seit knapp sechs Monaten hatte sie dieses Amt inne und machte sich darin gut.
Nun hatte man sie allerdings zu den Kommandanten rufen lassen, nachdem sie erfolgreich von einer Mission zurück gekommen war.
Zielsicher ging sie durch die Gänge, der Weg zu dem Zimmer Ryukens war ihr längst nicht mehr unbekannt und so blieb sie schließlich vor dessen Türe stehen. Ihren Arm hob sie an und wollte bereits gegen das Holz klopfen, als sie eine ihr unbekannte Stimme vernahm.

„Ach, wirklich? Ich bitte dich, Bargan! Als ob du nicht wüsstest, zu was ich fähig bin!
Ich hole mir alles, was ich verloren haben, zurück. Mein Blut, mein Fleisch, meine Knochen und...
noch etwas anderes...“

Ein kalter Schauer lief Zerra über den Rücken, bei dem Klang der fremden Stimme. Sie zuckte zusammen und ihre Hand streifte die Türe.
Dann ertönten auch schon erste Schritte und im nächsten Moment stand Kommandant Bargan Ryuken in der Türe.
„Zerra! Schön, dann bist du zurück von deinem Auftrag...“ Er warf einen kurzen Blick über seine Schulter. „Ich denke, wir sind für heute fertig, oder nicht?“
„Gewiss...“ Der Mann hinter ihm hatte stechend blaue Augen und langes Haar – über das er in diesem Moment eine Kapuze zog. Mit dieser Bewegung war es Zerra, als hätte er bereits ihre Erinnerungen an sein Gesicht weg gewischt. So mühelos, als hätte es auf einer Tafel gestanden, dass er mit einem Tuch sauber gewischt hatte.
Bargan lief zurück zu seinem Tisch und bedeutete Zerra mit einer Handbewegung einzutreten, während der Fremde auf sie zu kam.
„Je weiter ihr gehen werdet, desto mehr werdet ihr verstehen... junge, unwissende Zerra“, flüsterte der Mann, als sie einander begegneten und verließ dann das Zimmer.
Die Türe fiel hinter ihm zu und Zerra hatte sich über die Schulter nach ihm umgesehen.
„Zerra! Komm doch her! Ich habe von deine neusten Leistungen gehört und ich muss sagen, ich bin wirklich angenehm überrascht. Trotz dem Zwist zwischen dir und deinem Vater, war ich mir sicher, dass du nach ihm kommst – ganz der Kämpfer im inneren...“

Es war der Tag vor jenem Ereignis, das Zerra ebenso wie ihre Zeit bei Zar'roc prägen sollte. Jener Tag... Zerra war erneut zu Bargan gerufen worden, wobei das letzte Gespräch mit ihm ungefähr sechs oder sieben Monate zurück lag. Bei seinem Zimmer angekommen, nahm er sich jedoch nur sacht beiseite und führte sie hinaus auf den Gang.
„Wir werden jemanden besuchen... du wirst es nicht bereuen“, hatte er mit seiner ruhigen, angenehmen Stimme gesagt und lief mit ihr die Korridore entlang.
Bargan führte sie zu dem König Palancar, der sie freundlich begrüßte.
Man machte ihr das unglaubliche Angebot, wählen zu dürfen, ob sie als Kommandant der siebten Kompanie aufsteigen wollte, oder ob sie Leibwächterin der Prinzessin sein möchte.
Trotz dem unglaublich Angebot was ihre Militärische Laufbahn anbelangt, wählte sie jedoch ohne zu zögern den Beruf als Leibwächterin.
Der König hatte gelächelt und Bargan zu genickt. „Die zukünftige Königin und ihr Schwert... ich freue mich, eine so fähige Kämpferin an der Seite meiner Tochter zu wissen“

Wie beschwingt war sie aus dem Raum getreten, freudig strahlend und über glücklich. Sie hatte erreicht, was sie sich vorgenommen hatte. Nun würde sie Runa beschützen, wie eine große Schwester... Sie trat hinaus auf den Burghof und begegnete dabei Rima. Rima war ein kleines Mädchen von vielleicht sechs oder sieben Jahren und war die kleine Schwester von Tesla.
„Zerra!“ Rima begrüßte sie fröhlich und verneigte sich ihr dann knapp. Sie war stets sehr respektvoll.
„Weißt du, wo ich meine Schwester finde?“, fragte sie, wobei Zerra sich zu ihr hinab beugte.
„Entschuldige, Rima, Tesla ist heute Morgen aufgebrochen“
„Warum? Wo ist sie?“
„Sie hat eine wichtige Mission. Aber mach dir keine Sorgen“, sagte Zerra und fuhr über Rimas rotes Haar. „Sie wird Morgen wieder zurück sein. Mit Sicherheit“
Zerra hätte nie im Leben gedacht, dass Tesla in diesem Augenblick von jemanden getötet werden würde... doch das sollte sie erst im Nachhinein erfahren...
Erst gegen Mittag erhielt Zerra die erschütternde Nachricht. Tesla, Pesche und Allon waren auf einer Mission gewesen... und waren dabei in einen Hinterhalt gelaufen. Tesla und Pesche waren dabei, laut Allon umgekommen. Nur er, zerschlissen und von vielen Wunden gezeichnet hatte es zu ihnen geschafft, um sie darüber zu informieren.

Sofort suchte sich Bargan ein paar Leute und beschloss das ganze selbst in die Hand zu nehmen. Allon sollte ihnen den Ort des Geschehens zeigen, wobei Antenor, Halibel und Zerra ihn begleiten sollten.
Nichts ahnend, dass auch diese Gruppe dazu verdammt war, in einen Hinterhalt zu geraten.
Ihr ungutes Gefühl, das sie stets für Allon empfunden hatte, sollte nicht unbegründet bleiben.
Er und noch paar aus dem Kriegsheer des Königs, so wie einige Gauner, Halunken und Räuber hatten sich zusammen getan...
Seine eigenen Vorgesetzten und Mitstreiter führte Allon zu einem verlassen Teil, zu einer Wiese an einem Berghang im Buckel. Raschelnd waren ein paar seltsame Gestalten hervor getraten – da hatte sich Allon auch schon gegen sie gestellt.
Er wollte Bargans Platz einnehmen... mit dem Ziel den König zu stürzen, wobei ihm seine finsteren Freunde helfen wollten.
Es war ein blutiger Kampf... einem kleinen Krieg gleich, den sie dort führten.
Sie waren ihnen zahlenmäßig weit überlegen. Zwanzig bis Dreißig Mann gegen vier... einem Kommandanten, seinen Vize und zwei Korporale.

Ganz zum Missfallen von Allon, war ihm allerdings eines entgangen. Mittem Kampf knickten auf einmal gut fünf Mann zusammen und blieben regungslos liegen. Hinter ihnen war Pesche aufgetaucht, zusammen mit einer kleinen Gruppe von acht Mann, vier davon zuverlässige Bogenschützen der fünften Kompanie. Pesche war dem Hinterhalt entkommen und hatte Hilfe geholt.

Die unerwartete Hilfe änderte jedoch nichts daran, dass sie noch immer zahlenmäßig unterlegen waren. Dennoch gaben sie ihr bestes... bis sich schließlich Allon auf Antenor stürzte.
Nie hatte Zerra erwartet, dass Allon Antenor ebenbürtig sein würde... doch so schien es. Erschreckenderweise... als dann noch zwei Verräter auf Antenor von hinten zu traten, ging Zerra dazwischen.

Es war fürchterlich gewesen... vor ihren Augen, hatte Allon Antenor getötet... wobei sein eigentliches Ziel Zerra gewesen war. Antenor hatte sie schützen wollen... und ließ dabei sein Leben.
Sein Blut hatte auf ihre Kleidung, auf ihr Gesicht gespritzt.
Allon wischte sein Schwert sauber und wandte sich dann mit einem irren Grinsen Zerra zu.
„Dir bleibt nicht mehr viel Zeit, Zephyr... du kannst nur noch einen Weg gehen... den Weg einer Bestie“
Und eben diese sollte er zu sehen bekommen. Zerra stürzte sich mit unbändigem Groll auf ihn, wobei sie kein Anzeichen von Gnade oder Mitleid in ihren Augen zeigte. Sie blickten stattdessen kalt und gewissenlos auf Allon... seine Bestie wird ihm das Leben nehmen.
Und so kam es auch...
Zerra wirbelte herum, ein Schwertstreich hier, ein anderer dort, eine Finte...
und sie erwischte ihn. Mit einem Ruck schob sie ihr Schwert bis zum Anschlag in den Körper von Allon, während sie ihm mit der freien Hand sein Schwert entriss.

Vergiss nicht.... bis du stirbst...

Bargan hatte den Kampf ebenfalls nicht überlebt... er starb in Folge seiner Verletzungen... die Heiler konnten nichts mehr für ihn tun. Halibel, Pesche und sie hatten überlebt. Und ein paar von den Leuten, die Pesche mit gebracht hatte. Sie hatten gewonnen... und gleichzeitig verloren.
Es blieb Zerras letzter Einsatz als Korporal. Danach setzte sie der König als Runas Leibwächterin ein.
Pesche hatte sie seit dem nur noch flüchtig gewesen. Hin und wieder, auf dem Hof.
Halibel hatte man später als Spion und Informantin eingesetzt... auch sie sah sie nur noch sehr selten... über jenen Tag hatte niemand mehr gesprochen...

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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   Sa Sep 04, 2010 5:13 pm

Eine Welle aus Erinnerungen schwappte über Zerra hinweg, die sich inzwischen zu Boden hat sinken lassen. Ihre Gesicht war leicht gerötet, noch immer rannen vereinzelte Tränen über ihre Wangen und ihr blauen Augen starrten verloren in die Leere.

Das Schwert, das ihr Kharas noch am Mittag gegeben hatte, wiegte schwer an ihrem Gürtel und lag schon fast auf dem Boden.
Mit etwas zaghaften Griffen, löste sie es und legte es beiseite, ehe sie allmählich wieder aufraffte. Erneut lief sie ins Bad, tauchte ihre Hände in das Wasser in einer Waschschüssel und spritzte es sich energisch ins Gesicht. Anschließend öffnete Zerra die Fenster im Zimmer und ließ ein wenig frische, angenehme Luft herein wehen.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   So Sep 05, 2010 7:50 pm

Lyonel war in seinem Zimmer gewesen und hatte sich saubere Kleidung angezogen, eher er hierher gekommen war. Er wusste nicht, was sollte er sagen, oder wie er etwas sagen sollte, also stand er eine Weile unschlüssig vor der Tür und wartete.

Schließlich fasste er sich ein Herz und klopfte zaghaft.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   So Sep 05, 2010 7:57 pm

Es ist nichts passiert. Nichts. Rein gar nichts. Zerra fing ein paar ihrer schwarzen Haarsträhnen wieder ein, die der Wind in die Höhe gewirbelt hatte, als ein beeindruckender Windstoß durch ihr Zimmer gefegt hatte. Sie hatte das Fenster gerade zu gemacht und ihre Strähnen hinters Ohr gestrichen, als sie es Klopfen hörte.
Halibel war irgendwie unverbesserlich, dachte sie mit einem matten Lächeln.
Andererseits war ein wenig Zeit bereits verstrichen und vielleicht gab es einen wichtigen Grund, weswegen sie mit ihr sprechen musste... sie hätte sie vorhin nicht einfach weg schicken dürfen. Selbst...
„Herein“, sagte sie mit gefasster Stimme, ehe sie ihren Gedanken weiter nach geben konnte und wandte sich der Türe zu.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   So Sep 05, 2010 8:18 pm

Lyonel stand gespannt dort und wartete, dass die Tür sich öffnete. Dann hörte er, dass er hereingebeten wurde. Mechanisch umfasste seine Hand den Türknauf und öffnete, er selbst blieb aber wie angewurzelt auf der Türschwelle stehen.
Als die Tür endlich fort war, war alles, was er sich überlegt hatte, hinfällig geworden.

Die ersten Augenblicke stand er nur dort und sah Zerra an, unfähig sich zu bewegen oder etwas zu sagen. Einige Herzschläge lang schien die Welt stillzustehen und innezuhalten in ihrem unaufhaltsamen Lauf.

"Zerra...", begann er schließlich vorsichtig, unsicher und nervös.

Was sollte er schon sagen? Wie konnte er es wiedergutmachen, diesen magischen Moment zerstört zu haben? Was sollte er tun.

"Es tut mir leid."

Keine großen Erklärungen, einfach nur ein schlichter Satz.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   So Sep 05, 2010 8:30 pm

Verblüfft hatte Zerra zunächst zur Kenntnis genommen, dass es sich bei der Person, die angeklopft hatte, definitiv nicht um Halibel handelte. Denn anders hätte sie sich wohl vermutlich gerührt, als sie Türe aufging, doch so, da sie Lyonel erkannte, blieb sie regungslos am Fenster stehen.
Zugegeben, so früh hatte sie nicht damit gerechnet, ihm wieder gegenüber zu treten, weswegen sie sich auch noch keine Gedanken darüber gemacht hatte.
Und nun...?

„Schon gut“, kam es nach einer Weile über ihre Lippen, damit zwischen ihnen nicht weiterhin diese unangenehme Stille herrschte. Zerra atmete tief ein und winkte dann wie üblich ab und zuckte mit ihren Schultern, ehe sich auf ihrem Gesicht ein kleines Lächeln zeigte. „Ich hätte es besser wissen müssen. Das war... keine gute Idee von mir gewesen... Vergiss es einfach...vergessen wir es"
Alles..., fügte Zerra schweigend hinzu und verschränkte ihre Arme vor sich.
Sie tadelte sich in Gedanken dafür, dass sie so gehandelt hatte. Hätte sie es einfach bei dem belassen, wie es gewesen war, wäre noch alles wie zuvor... und damit hätte sie im Grunde auch leben können...
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   So Sep 05, 2010 9:10 pm

"Nein, nein, nein...", sagte Lyonel schnell, immer noch unfähig sich von der Stelle zu bewegen.
Und so standen sie dort, keiner machte einen Schritt, während gut drei Meter Luft sie trennten, zwischen ihnen lagen wie ein unüberwindbarer Ozean, der alles und jeden zu verschlingen drohte, der auch nur einen Fuß hineinsetzte.

"Es war nur... in dem Moment, kam alles von früher...
mit Rosa und den... Männern..."


Er stockte und brach dann ab.
Was sollte er sagen, wie sollte er das deutlich machen, was ihn in diesem Moment geführt hatte? Er blickte kurz zu Boden, um neuen Mut zu sammeln, bevor er den Blick endlich wieder hob.

"Ich weiß, dass Du nicht Rosa bist... Ich weiß, dass es anders war, aber... irgendwie war es da, verstehst Du? Es... ging einfach nicht."


Hilflos hob er die Hände.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   So Sep 05, 2010 9:35 pm

Zerra war ernsthaft versucht sich mit der bloßen Hand gegen ihre Stirn zu schlagen. Wieso hatte sie nicht daran gedacht? Er hatte ihr davon erzählt... es war nahe liegend, dass es ihn also beschäftigte. Und das er sich daran erinnerte, in solchen Momenten.
Es dauerte nicht lange, bis ihre Füße bereits taten, was ihr selbst erst kurz danach einfiel – sie ging auf Lyonel zu.
Zerra fasste ihm am Handgelenk und zog ihn sacht weiter ins Zimmer, ehe sie hinter ihm die Türe schloss.
So weit, so gut. Nun hielt sie ihn jedoch noch immer fest...
Es dauerte nur wenige Sekunden, da hatte Zerra ihre Hand wieder zurück gezogen, unsicher, was sie lieber tun oder lassen sollte.
„Ich denke, ich verstehe es. Ein wenig, zumindest...“, sagte sie ernst, fühlte sich dabei aber immerhin schon ein wenig wohler – was vielleicht daran lag, dass er nicht mehr so zwischen Tür und Angel stand.
„Ich kann mir nicht genau vorstellen, wie es sein muss... aber es erklärt... einiges“
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   So Sep 05, 2010 9:46 pm

"Es tut mir leid.", wiederholte Lyonel, der sich widerstandslos in das Zimmer ziehen ließ.
"Ich wollte nichts zerstören, aber es ging nicht anders... auf einmal war es einfach da."

Er besah sich die geschlossene Tür hinter sich.
Das ist zumindest kein Zeichen von Ablehnung., sagte sein Verstand.
Das ist egal., sagte sein Herz.

Er fasste nach ihrer Hand, die sie gerade losgelassen hatte.
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BeitragThema: Re: Zweites Gästezimmer   So Sep 05, 2010 10:02 pm

„Schon in Ordnung... so etwas kann man nun eben nicht vergessen...“, sagte Zerra mit einem aufmunternden Lächeln und zog ihre Hand dieses Mal nicht mehr zurück.
Dafür fühlte es sich dann doch zu gut an...
Ein angenehmer Schauer zog sich von ihrer Hand über den Rest ihres Körpers und ohne, dass es ihr zunächst auffällt, war da wieder diese Stille zwischen ihnen.
„War das... der einzige Grund, für deine Reaktion? Wegen damals? Hast du deswegen so reagiert? Oder... gibt es da noch mehr...?“
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