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 Königlicher Exerzierplatz

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 5:01 pm

"Was hast du gesagt?" zischte Erol leise und sein Gesicht wurde zu einer Fratze.
"Ich bin besser als mein Bruder, besser als jeder einzelne von euch! In meinen Adern fließt das Blut der Könige! Mein Leben ist allemal soviel Wert wie das eure! WACHEN!" schrie der König und einige der Weißröcke zogen ihre Schwerter, traten auf Kite zu und sahen ihm emotionslos an.
Langsam trat Jeremy zu Erol hin, legte dem König eine Hand auf die Schulter.
"Majestät, ich rate euch davon ab den Jungen so töten zu lassen... es bestärkt möglicherweise das Volk in seiner Meinung über euch. Ein ehrenhafter Kampf Mann gegen Mann überzeugt sie von den Lügend es Jungen" flüsterte dieser Leise in Erols Ohren ehe sich der Kleinwüchsige zu ihm umdrehte.
"Ist dem so Lord Hand? Oder sollte ich Neunfinger sagen? Seit wann muss ich mir von einem Mann der nicht einmal den Siegelring tragen kann etwas von Ehre beibringen lassen?" er sah über die Schulter zu einigen der Bogenschützen
"Erschießt ihn, ich will mit der Exekution weitermachen!" er stieß Jeremy ein Stück fort.
"Und ihr, Daenerys sprecht fortan nur wenn ich euch Frage!"
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 5:41 pm

Abigail kniete mit Tränen auf den Wangen neben dem Jungen und strich ihm den Schmutz aus dem Gesicht. Dieses Monster sollte nun herrschen? Ein Mann der jeden tötete der ihm nicht gefiel? Ein Mann den es sicher nicht interessierte ob irgendwer vergewaltigt wurde. Unter diesem Mann mussten ihre Kinder nun aufwachsen und ihr Mann dienen. Für diesen Mann wurde Familien auseinander gerissen und mussten Männer in den Krieg ziehen. Männer die irgendjemandes Sohn waren und vielleicht noch Frau und Kinder hatten? Das konnte nicht sein. Lachesis würde ihrer Schöpfung keine solch große Bürde auferlegen. Niemals.
Abigail schloss die Augen. Als sie sie wieder öffnete hatte Wut sich in ihrem Gesicht breit gemacht und sie funkelte den Verrückten Wicht auf seinem Schafott an. Ihre Hände schlossen sich um einen Stein. "Der Mann hat recht.", flüsterte sie und blickte auf den brünetten Mann der auf Erol zu hielt. "Dieser Mann hat recht! Lieber sterbe ich und versuche etwas zu ändern, als untätig unter seiner schreckens Herrschaft zu leben!", meinte Abigail nun deutlich hörbar. Sie richtete sich auf, den Stein fest in ihrer Hand und rannte auf das Schafott zu.
Sie hob den Arm, doch noch bevor sie den Mann vor sich erreichte, durchbohrte ein Pfeil seine rechte Brust. Abigail stoppte. Zwei weitere Pfeile durchbohrten seinen Kopf und sein Herz. Abigail wollte gerade umdrehen, als erneut ein Sirren durch die Luft ging. Eine derbe Wucht traf sie, der Pfeil durchbohrte ihren Kopf. Sie kippte zur Seite. Die Zeit schien langsamer zu vergehen. Sie hörte nur undeutlich und dröhnend die Schreie in der Menge und das Getrammpel von Füßen. Sie sah die Pflaster Steine undeutlich vor sich, als sie auf dem Boden aufkam. Das fahle, graue Licht das durch die Wolken sickerte. Abigail hoffte aus ihren Kindern würde etwas werden, dass sie sich ihre Wünsche erfüllen konnten und die Beziehung zu ihrem Vater aufarbeiteten. Erol wünschte sie die Kretze an den Hals. Ihr Blickfeld wurde schmaler und alles wurde von Schwärze verschlungen. Ihr wurde kalt und eine Ruhe nahm von ihr Besitz. Frieden durchströmte sie und ein zaghaftes Lächeln lag auf ihren Lippen. Sie tat ihren letzten keuchenden Atemzug.
Es ist endlich vorbei
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 5:47 pm

Olo starrte ungläubig auf den neuen Herrscher, sollte das wirklich die Zukunft des Königreichs sein? Wo war Anstand und Würde, von dem das Königshaus einst so strotzte. Mit einem mal kam sich der junge Diener leer vor, als hätte sein Dasein weder einen Zweck erfüllt noch irgendjemandem geholfen. Warum musste es derart enden? „Die Bösen gewinnen wenn die Guten aufhören zu kämpfen... man sollte eher sagen die Bösen gewinnen immer.“ Olo schluchzte weiter, hatte inzwischen schon eine kleine Pfütze an Tränen vor sich gesammelt, in der sich der dunkle Himmel spiegelte. Er spürte das kalte Metall an seinen Handgelenken und an seinen Füßen kaum noch, inzwischen fühlten sich alle Umwelteinflüsse unwichtig oder gar nichtig an. „Ich will so nicht enden...“ Murmelte er leise, den Kopf immer noch gesenkt. Seine Hände ballten sich langsam zu Fäusten, während seine Beine weiter zitterten und Blut aus den offenen Wunden in seinem Gesicht tropfte, die ihm die Wache vor ein paar Minuten zugefügt hatte. Wer sollte anfangen sich zu erheben wenn nicht die Kleinsten? „Die Großen folgen doch auch nur … erheben sich so gut wie nie....“ Nein. Er würde das Königreich in dem er aufgewachsen war nicht zu Grunde gehen lassen, auch wenn er Erol nicht töten konnte, er konnte dafür sorgen das die Bevölkerung sah das keiner von diesen Unholden unbesiegbar war. „AHHHHH!“ Mit einem wilden Aufschrei rannte Olo aus der Reihe, direkt auf einen Soldaten zu, welcher nahe bei dem vermeidlichen Herrscher stand. Ein krachendes Geräusch erklang als Olos Fesseln gegen die stählerne Rüstung prallten, kurz darauf blieb er in der Luft hängen. Für einen Augenblick schien die Welt um ihn herum still zu stehen. Die Wache hatte schnell reagiert, hatte ihre Lanze gegen den Angreifer gerichtet und dieser steckte nun mit dem Oberkörper auf dieser fest. Ein gurgelnder Laut kam aus dem Mund des ehemaligen Dieners, er wollte noch immer kämpfen, den Menschen zeigen das sie sich erheben sollten. Doch er konnte sich nicht bewegen, nicht einmal etwas deutliches sagen. Der Soldat riss seine Waffe mit aller Kraft nach rechts und kurz darauf rutschte Olo von der Lanze und krachte gegen eine Hauswand. Still bleib er dort liegen, während sich eine kleine Blutlache um seinen Bauch herum bildete. Seine Hände zuckten, als wolle er etwas greifen, was jedoch gar nicht existent war. Das Blut floss nun auch aus seinem rechten Mundwinkel, welches ihm ein warmes Gefühl bescherte und die eiskalte Starre die er zuvor empfunden hatte abebben ließ. Mühsam drehte Olo seinen Kopf zu Coreen, lächelte der Königin ein letztes mal zu. Seine Lippen bewegten sich zwar, doch kam kein laut mehr heraus, es war mehr eine stille Bitte, die sie selbst interpretieren konnte wie sie wollte. Dann sackte der junge Mann zur Seite, starb in seiner eigenen Blutlache, umringt vom Schmutz der Straße unter einem König, für den das Wort Tyrann neu beschrieben werde musste.
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 5:54 pm


Jeremy stand erneut auf, er war blass geworden bei dem Anblick des vielen Blutes und dem unmittelbar aufeinanderfolgendem Tod dreier unschuldiger Menschen.
Langsam trat Jeremy auf den König zu, der seine bewegliche Gesichtshälfte zu einem breiten Grinse verzerrt hatte.
"Euer Majestät! Ihr müsst damit aufhören! Gebt den Befehl, dass dieser Irrsinn aufhört! Ihr bringt das Volk gegen euch Majestät! Dies ist keine Demonstration eurer Macht mehr sonder einer Willkür, einer Willkür die das Volk nicht" er kam nicht dazu zu ende zu sprechen, war doch Erols Hand vorgeschnellt und hatte ihn an den Wangen gegriffen die er nun zusammenpresste.
"Ein Königreich hält man nicht mit Güte zusammen Neunfinger, sondern mit Angst! Und ich habe dir befohlen zu schweigen!" zischte der König, nahm einen Dolch aus der Tasche und stieß diesen Jeremy in die Hüfte ehe er ihm einen Stoß versetzte.
Der Magier fiel zwei Meter tief ehe er mit einem harten Schlag auf dem staubigen Boden aufkam, ihm wurde die Luft aus den Lungen gedrückt und er verlor das Bewußtsein
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 5:55 pm

Sie hatte nicht geglaubt, jemals wieder einer Exekution so vieler Menschen beiwohnen zu müssen, nachdem Palancar selbst gestorben war und doch saß sie nun wieder hier, gezwungen dem Unheil beizuwohnen während die Menge, die sich auf dem Platz versammelt hatte, immer lauter gegen ihren neuen Herrscher protestierte. Sie hätte über die Proteste gelächelt, wenn sie nicht befürchten müsste, dass Erol in ihrem Gesicht diese Regung erkennen und falsch deuten würde, sie dafür bestrafen würde, dass auch sie sich ihm nicht beugen wollte. Wann immer die Axt des Henkers hinab fuhr, zuckte sie zusammen und fühlte, wie mit jedem Leben das beendet wurde, auch ihre Hoffnung ein Stück weiter barst, in dem Blut der Opfer in Scherben liegen blieb, um davon getränkt zu werden.
Langsam ließ sie ihren Blick über die Menge schweifen, ihre Augen wanderten über die Wachen und blieben an Scars unbeweglicher Miene hängen. Sie erinnerte sich an die Worte des Mannes, welche er vor kaum einem Tag zu ihr gesagt hatte und schluckte leise als sie einen folgenschweren Entschluss traf. Es war die einzige Chance wenigstens Lian zu retten, bevor Erol doch noch auf den Gedanken kam, ihn ihr wegzunehmen. Tränen verschleierten ihren Blick als sie sich zu ihrem Sohn hinabbeugte und das Kind sacht auf die Stirn küsste. "Es tut mir so leid", hauchte sie leise, ignorierte es, dass Lian ohnehin nicht verstand, was sie sprach. "Du bist das Wichtigste in meinem Leben und ich liebe dich über alles, aber dies hier ist kein Ort für dich. Vergiss niemals, wer du bist - wessen Sohn du bist", fuhr sie leise fort, registrierte, wie ihre Stimme unter dem Gefühl des baldigen Verlustes brach und kaum mehr als ein leises Wispern wurde. Sie konnte sich nicht damit aufhalten - sie musste reagieren, bevor die Chance durch den Aufruhr vorüber war.
Behutsam, gerade so als fürchte sie, auch ihr Versuch der geistigen Kontaktaufnahme könne entdeckt werden, tastete sie nach Scars Geist. ‚Ihr müsst Lian von hier fortbringen, weit fort an einen Ort, an dem er in Sicherheit ist und niemand mehr sein Leben gefährdet. Ich flehe Euch an, bringt meinen Sohn in Sicherheit und lasst nicht zu, dass ihm ein Leid geschieht‘, sandte sie an ihn ehe hastige Worte im nächsten Moment ihre Lippen verließen. Worte, welche sie bereits lange Jahre nicht mehr gesprochen hatte und von denen sie erst geglaubt hatte, sie vergessen zu haben.
Jetzt jedoch sah sie die Worte, die benötigten Sätze, so dicht vor sich als habe sie sie gerade erst gestern in einem Buch gelesen. Die Magie flackerte um ihr auf, knisterte als wäre sie aufgeladen worden und mit dem letzten Wort, welches ihre Lippen verließ, verschwand das Kind in ihren Armen und erschien wenig später in Scars. Er musste handeln und so sehr sie zuvor auch dem Soldaten misstraut hatte – in diesem Augenblick blieb ihr nichts anderes als blindes Vertrauen übrig.
Stumme Tränen perlten über ihre bleichen Wangen während sie dem Mann noch ein letztes Mal zunickte bevor ihre Aufmerksamkeit von dem Schrei einer allzu bekannten Stimme abgelenkt wurde und sie wie unter einem Schlag zusammenzuckte. Olo …
Insgeheim, obgleich sie der rechten Hand des neuen Königs nicht einmal vertraute, hatte sie gehofft, dass es ihm gelungen wäre, einen großen Teil der Angeklagten zu beschützen, vielleicht sogar nur zu warnen, doch es waren weniger als sie geglaubt hatte. Noch immer zu viele und sie hatte den Atem angehalten als sie auch Olos bleiches Gesicht unter den übrigen Gefangenen erkannt hatte. "Wie schade für dich, dass deinen Wachen ein paar der Verurteilten entwischt sind", sagte sie leise, in einem fatalen Anfall von Trotz und gerade laut genug, als dass ihre Worte an die Ohren des neuen Königs dringen konnten. Sollte er doch wissen, dass sie bei alledem nicht unschuldig gewesen war, sollte er doch wissen, dass sie ihn bekämpfen würde bis er auch ihr Todesurteil unterzeichnen würde. So lange Lian nun in Sicherheit war, machte es keinen Unterschied mehr, ob sie lebte oder starb.
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 6:43 pm

Mit einem letzten Salut in Richtung Coreen drehte Scar sich um und verschwand am Rand der aufgebrachten Menge. Einige der Gefangenen hatten es geschafft, sich, von den Geschehnissen und dem Wunsch, dem ganzen nicht einfach nur sinnlos zuzuschauen, zu befreien und attackierten nun ihre Wachen. Mehr als einmal sah Scar auch einen bewaffneten Gefangenen. Einige davon nur mit herumliegenden Holzplanken oder Steinen, aber viele hatten es auch geschafft, sich mit Schwertern und Dolchen der zu Boden gegangenen Wachen zu bewaffnen. Scar selbst gelangte unbehelligt daran vorbei und musste nur hin und wieder einem kämpfenden Paar ausweichen. Die Wachen glaubten, er stünde noch immer auf ihrer Seite, und die Gefangenen waren viel zu sehr damit beschäftigt, sich ihrer Haut zu erwehren, als einen friedlich vorbeiziehenden Soldaten mit einem Baby auf dem Arm zu behelligen. Das Kind in Scars Arm weinte leise, war es doch so plötzlich aus den schützenden Armen seiner Mutter gerissen worden und wurde nun von Kampfeslärm, dem Schreien sterbender Männer und dem aufdringlichen und unverkennbaren Geruch von Blut noch weiter beunruhigt, statt wie gewohnt um diese Zeit seinen Mittagsschlaf zu halten. Scar war mit Lian gerade am Ausgang des Exerzierplatzes angekommen und machte Anstalten, in den Straßen der Stadt zu verschwinden, als ein blutverschmierter Mann auf ihn zutaumelte. Aus seinem linken Arm ragte ein spitzer Knochensplitter und in der rechten Hand hielt er ein blutverschmiertes Schwert. " Du...gehst..nirgendwo hin... Verräter " , presste er mit schmerzverzerrter Stimme hervor und sprang nach vorne. Sein Schwert pfiff durch die Luft, auf die Kehle des Elitesoldaten zu. Mit einer beinahe bedauernden Eleganz wich Scar zu Seite. Ein Tritt traf den ohnehin verletzten Arm des Angreiffers und ließ diesen vor Schmerz zusammenkrachen, ein Dolch ragte aus seiner Seite. Kopfschüttelnd warf Scar einen Blick auf den Kampfplatz zurück. Einer der Gefangenen hatte es anscheinend geschafft, dem Henker seine Axt zu entwinden, denn dieser brach gerade in die Knie, sein Kopf wurde nur noch von ein paar Muskelsträngen am Hals gehalten. Eine leichte Traurigkeit in den Augen wandte der Krieger sich von dem Anblick ab und verschwand in leichtem Trab in den Straßen der Stadt. So gut die Gefangenen auch kämpfen mochten, letzendlich hatten sie gegen die besser ausgerüsteten und zahlenmäßig überlegeneren Wachen keine Chance. Aus den Straßen strömten weitere Soldaten herbei und Scar schaffte es gerade noch, in einer Seitenstraße zu verschwinden, ehe sie ihn entdeckten. Ihre schweren Stiefel hallten laut auf den steinernen Straßen wieder , als sie vorbeizogen, um weiter für einen falschen König zu kämpfen. Bei der Massenexekution war Scar klar geworden, dass Erol nicht das Zeug dazu hatte, zu regieren. Weitere Aufstände würden folgen und das Land in einen Bürgerkrieg stürzen. Etwas, was Scar eigentlich hatte verhindern wollen, aber es gab immer irgendwelche Garnisionskommandeure, die sich selbst zu Königen erklärten und gegen Erol ziehen würden. In Anbetracht der Umstände würden sich viele Menschen ihnen anschließen. Nur der rechtmäßige Königssohn, ein Kind, das noch nicht mal laufen oder sprechen konnte, konnte eine symbolträchtige Figur darstellen und dem Land die Stabilität zurückgeben. Aber dafür musste es erst einmal überleben. Inzwischen hatte Scar ungesehen das Osttor erreicht. Ohne sich um das große und geschlossene Haupttor zu kümmern, verschwand er in einer kleinen Ausfallpforte daneben und war verschwunden.
Der Sohn des rechtmäßgien Königs hatte die Hauptstadt verlassen. Zurück blieben seine Mutter, ein kleinwüchsiger Tyrann und viel Leid.
Vor ihm lagen viele Gefahren und Entbehrungen, aber auch Hoffnung.
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 6:45 pm


"NEIN! Hört auf mit diesem Irrsinn!" Schrie eine tiefe Männerstimme und kurz darauf löste sich Markus von seiner Gruppe, welcher befohlen wurde diesem Massaker mit bei zu wohnen und Aufstände nieder zu schlagen, nun aber würde er jemanden anderen nieder schlagen, unzwar die Seelenlosen Hüllen, die sogar vor unschuldigen Kindern nicht halt machten. "Komm her du!" Schnauzte er die erste Wache an die sich ihm in den Weg stellte und packte dessen Lanze, brach sie mit einer Bärenkraft, die ihn beflügelte in der Mitte durch und schlug ihm direkt ins Gesicht. Die Wache sackte nach hinten, ein Klappern war zu hören als die Rüstung seines Feindes auf dem Steinboden aufschlug. Kurzerhand und ohne zu zögern nahm Markus die abgebrochenene Spitze der Lanze und rammte diese seinem Feind direkt zwischen die Augen. "Das ist für den armen Jungen du Bastard..." Murmelte er, schluchzte aber auch gleichzeitig und bald vermischte sich das Blut der Wache mit den Tränen des Hühnen. Doch viel Zeit zum verschnaufen bleib ihm nicht, denn sechs bis an die Zähne bewaffnete Männer stürmten nun auf ihn los. Blind vor Wut stürmte Markus auf den erstbesten zu, hebelte diesem seinen recten Arm aus und schlug ihm dann mit seiner Axt direkt in den Hals. Dort bleib sie stecken und es brauchte eine Uagenblicke bis er sie wieder heruas ziehen konnte. Zu viel Zeit, denn noch während er beim heruasreißen seiner Waffe aus dem toten Fleich war, stach eine Lanzze ihm in die Wade. Markus schrie auf und schloss kurz die Augen. Das Adrenalin das durch seine Adern pumpte verhinderte das er zu große Schmerzen empfand, trotzdem stllten sich ihm schon jetzt die Nackenhaare auf. Er drehte sich ruckartig um, die Spitze der Lanze brach dabei vom Stiel ab und bleib im Fleich des aufständischen Soldaten hängen.
Er zögerte keinen Moment, zielte mit seiner Faust auf das Gesicht seines neuen Gegners, woraufhin dieser bewusstlos nach hinten fiel. Keuchend betrachte Markus seine Faust, er hatte direkt gegen den Helm geschlagen, ein paar der Gelenke warne herausgesprungen oder ganz und gar zerstört worden. Dann spürte ein einen Stich in seiner Seite, kurz darauf einen weiteren, und noch einen an seinem Kopf. Die verbliebenen Soldaten droschen nun mit Streitkolben auf Markus ein, woraufhin dieser erschöpft zur Seite sank. Die Wachen jedoch hatte der Blutrausch befallen, anshceinend wollte sie sich für ihre gefallenen Kameraden rächen. Einer von den Soldaten, ein hochgewachsener, schwarzhaariger Mann zog Markus an den kurzen Haaren ein Stück weit und und spuckte ihm ins Gesicht, woraufhin dieser angewiedert die Lippen verzog. Er weiterer Schlag folgte, diesmal traf der stählerne Streitkolben die ungeschützte Schläfe des am Boden knienden Mannes. Er sackte schlaff zur Seite und aus der tiefen Platzwunde an seinem Kopf ströme reichlich Blut. Er spürte kaum noch etwas, nicht einmal die Wärme seines Blutes. Nur noch den Schmerz und das Pochen seines Kopfes. Er lag seitlich am Boden, sah verschwommen seine Kameraden, zumindest glaube er das es diese waren. "Geht..." Stammlte er und stützte sich abermals auf, wobei man sehen konnte das sein rechter unterarm völlig verdreht war, auch dies durch die Schläge der Streitkolben und Rabenschnäbel. "Geht... hier ... gibt es nichts mehr ... bitte... tut mir den Gefall..." Er wurde aprubt unterbrochen als ein Rabenschnabel einen Teil seinens Brustkrobes zerstrümmerte und ihn auf den Rücken fallen ließ. Nun konnte er nicht einmal mehr seine Freunde warnen, sie bitten zu gehen, ihnen die Dinge sagen die er schon immer sgane wollte. Die flache Atmung eppte schnell ab und der Hühne, der so lange Zeit treu für die Krone gekämpft hatte erstickte an dem Blut das sich in seinem Mund gesammelt hatte. Er hatte nicht mehr die Kraft gehabt es auszuspucken oder sich zur Seite zu drehen.
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 6:53 pm

"Nein nein nein!" rief Erol und sah mit entsetzen wie seine schön geplante Exekution, die aufgereihte Armee sich verlief und der Aufstand wie wilde Ameisen übereinander herfiel.
Dort brachen Einheiten auseinander, da bekämpfte das Volk mit Mistgabeln die Soldaten.
Jene die links und rechts als Zuschauer gestanden hatten flohen um nicht vom Mühlstein der Katastrophe zerquetscht zu werden.
"NEIN! NEIN NEIN NEIN! ICH BIN EUER KÖNIG!" schrie Erol und wirbelte herum als eine Bratpfanne knapp seinen Kopf verfehlte.
"Coreen, wir gehen!" zischte er, beachtete garnicht Jeremy der - wieder zu Bewußtsein gekommen die ein oder andere Wache schlafen legte und den zu Tode verurteilten so unbemerkt die Flucht ermöglichte.
"Sieben Höllen.... los, runter hier von der Tribüne! Oh das werden sie noch zu spüren kommen, dass wird nicht ohne Folgen sein das schwöre ich! Sie werden brennen!"
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 7:07 pm

"Ich habe dich gewarnt", ließ Coreen leise verlauten, welche noch eine ganze Weile lang Scar nachgeblickt hatte, welcher gemeinsam mit ihrem Sohn in der Masse verschwunden war. Sie betete dafür, dass ihm die Flucht gelingen würde, betete dafür, dass er gut auf Lian achten würde, ihn in Sicherheit bringen würde, weit entfernt von den Häschern, welche Erol nach den beiden aussandte, sobald ihm auffiel, dass sowohl Scar, als auch Lian fort waren. "Sie werden dir niemals folgen und sie tun gut daran, sich dir zu verweigern", fuhr sie leise fort während sie sich von ihrem Platz erhob, ihren Blick noch einmal über all die Toten wandern lassend, die dort unten lagen. Sie hatte einige davon gekannt, andere Gesichter wiederum waren ihr gänzlich unbekannt und dennoch trauerte sie aufgrund all des sinnlosen Mordens. Der Tod Unschuldiger beendete niemals einen Krieg, beendete niemals eine Ära um eine neue einzuleiten - der Tod Unschuldiger hatte noch immer ein Land in Chaos gestürzt, hatte es vernichtet und all jene zu den Waffen gerufen, die genügend Mut besaßen für ihr Recht und ihre Freiheit zu kämpfen. Eines Tages würden die Wachen nicht mehr gegen die vereinte Kraft des Volkes ankommen - eines Tages würden sie stürmen und jeden töten, der ihnen dabei im Weg war.
Mit einem traurigen Lächeln auf den Lippen machte sie ein paar Schritte nach vorn, trat an Erols Seite und blickte auf den Mann hinab. Vielleicht würde jener Aufstand es ihr ebenfalls ermöglichen bald wieder bei dem Mann zu sein, den sie liebte und dessen Leben zu früh beendet worden war.
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 7:12 pm

"Du kleine Hure" fluchte Erol und griff nach ihrem Arm ehe sie sich entwinden konnte und zog sie näher zu sich
"Vergiss niemals wo du stehst! Du bist ganz und gar mein! Du gehörst mir und nichts und niemand wird dich je wieder von mir trenne können!" er zischte de Worte nur und sah mit eine halben Auge wie die rebellierenden Bürger zurückgeschlagen und die Ordnung wiederhergestellt wurde.
"Du gehörst mir allein! Und wenn ich Lust hätte könnte ich dich hier vor allen Augen nehmen! Ich könnte dich wenn ich Lust dazu hätte zwischen all den Leichen ficken und die ganze Stadt deine Titten sehen lassen! Ich kann mit dir tun und lassen was ich will! Und nichts und niemand kann mich aufhalten. Verstehst du? Niemand" er zog sie noch näher zu sich heran
"Ich werde dieses Land führen, niemand wird sich mir entgegenstellen und am allerwenigsten du! Du bist nur eine Frau und du bist dazu da um von mir bestiegen zu werden ansonsten hälst du den Mund, mehr nicht. Verstanden?"
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 7:19 pm

Überrascht von der plötzlichen Gewalt und der Kraft mit der sie nicht gerechnet hatte, zuckte sie zusammen und startete den verzweifelten Versuch, sich aus seinem Griff zu winden. Seine Finger gruben sich unsanft in das weiche Fleisch ihrer Arme und sandten stechende Schmerzen hindurch während ihre Finger begannen taub zu werden. "Ich gehöre niemandem", zischte sie finster, versuchte die Furcht, die sie empfand, vor ihm zu verbergen während sie in blinder Angst nach dem kleinen Dolch tastete, den sie stets unter den Falten ihrer Gewänder verbarg, seit Erol sich selbst zum König gekrönt hatte.
Es fiel ihr schwer, sich die Erleichterung nicht anmerken zu lassen als sie den vertrauten, kalten Stahl des Dolch in ihren Fingern spürte und hob die Waffe bis die Klinge unmittelbar an seinem Gemächt lag und die Spitze dessen bereits die Kleidung anritzte. "Du wirst mich nicht anfassen, Gnom", setzte sie hinzu und verengte die Augen. "Niemals."
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 7:24 pm

"Was?" zischte Erol leise und und stolperte zurück.
"Du kleine Miese Schlampe!" die Wachen hatten indess die Verfolgung der Rebellen aufgenommen und der Platz leerte sich.
"Du wirst mir nichts befehlen! Du bist nicht mehr als die preisgekrönte Kuh des Königs! Große Euter, breiter Arsch gerade gut genug zum Kinder kriegen! Erhebe noch einmal den Dolch gegen deinen König!" er zog sein Schwert, hob dieses gerade als ein stein an Coreen vorbei sirrte und Erol so hart am Kopf traf das dieser nach hinten umkippte.

Jeremy stand auf der unteren Tribüne.
"Habt ihr den Bauern gesehen der diesen Stein geschmissen hat Majestät?" fragte er und klopfte sich die staubigen Hände ab
"Ich glaube er ist da lang geflohen, nicht wahr?"
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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   So Feb 05, 2012 7:37 pm

Die Welt begann sich in ein Feld aus verschwommenen Farben und Sinneseindrücken zu wandeln, verlor die klaren Konturen, an die sie sich zuvor noch geklammert hatte als Erol vor ihren Augen einfach umfiel. Ihr benebelter Verstand registrierte gerade noch, dass es jetzt die Chance wäre, ihn einfach zu töten, doch ihre Finger regten sich kein Stück als sie ihnen den Befehl dazu gab, stattdessen fiel die kleine Klinge zu Boden, gerade so als habe einer der Rebellen sie fallen gelassen. Sie hatte es darauf angelegt, sich mit ihm anzulegen, hatte gehofft, dass entweder er oder aber sie starben und nun war alles vorüber, ohne dass sie etwas erreicht hatte.
Sie würde Erols Zorn noch lange spüren, dessen war sie sich mehr als sicher, doch alle Furcht verlor sich im Nichts. Erol war niemand, den sie fürchten musste. Er war ein kleinwüchsiger Bastard, der das Leben nicht verdiente und der verzweifelt darum kämpfte an Macht zu gelangen, die niemand ihm geben wollte.
Nach und nach nur begannen ihre wirren Gedanken sich im Nichts aufzulösen und sie registrierte, was um sie herum in den letzten Stunden hier geschehen war. Wie viele Unschuldige wirklich ihr Leben verloren hatten bei Erols geplanter Exekution und wie viel Blut an diesem Tag vergossen worden war, an dem Tag, den er nutzen wollte, um seine Herrschaft zu festigen und an dem alles außer Kontrolle geraten war.
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Fr Jan 23, 2015 11:16 pm

"Und hier befinden wir uns auf dem königlichen Exerzierplatz" erklärte Charles und machte eine halbe Drehung um den gesamten Platz einmal überblicken zu können. "Hier trainieren in der Regel unsere Soldaten und Spezialkräfte. Auch wird dieser Platz zuweilen für Duelle oder Turniere genutzt, wenngleich wir dafür in letzter Zeit eher den Platz vor dem Schloss bevorzugen" erklärte Charles, während er Leandra einen kurzen Blick zuwarf. "Habt ihr auch Turniere, in dem Land eures Meisters?" fragte Charles die anderen, während sie über den staubigen Platz schritten.
"Bei uns dient diese Form des Kampfes der Unterhaltung. Ritter können Ehre und ein beachtliches Preisgeld gewinnen, wenn sie siegreich sind. Verliert der Ritter jedoch, nun - es gab schon mehr als einen Ritter, der ohne Pferd und ohne Titel vom Platz geschleift wurde. Manche auch ohne Kopf, wenn alles schlecht lief" erklärte der Kämmerer gelassen und sah noch einmal zu Leana. "Reicht euch mein Mantel oder braucht ihr etwas wärmeres?"
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Leandra Farro

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Fr Jan 23, 2015 11:25 pm

Neugier war das Erste, was in Leandras hellen Augen erschienen war, während sie Charles über den Exerzierplatz folgte und ab und an einen Blick auf die großen Ritter erhaschen konnte, die hier mit ihren großen Schwertern trainierten. Es waren fremdartige, metallene Vollkörperrüstungen, die sie erblickte - Rüstungen, die so viel wogen, dass alle Bewegungen der Männer darin schwerfällig und langsam wirkten, beinahe so als habe jemand die Zeit langsamer vorüber ziehen lassen. "Ihr seid sehr freundlich, Ser Bennain", sagte sie schließlich und lächelte ein verhaltenes, zurückhaltendes Lächeln, wagte es aber nicht dem anderen ins Gesicht zu blicken, stattdessen hielt sie ihren Blick zurück auf das alte Steinpflaster gerichtet, das den Platz hier bedeckte, an dem so unendlich viel Geschichte mitschwang, dass es sie für einen kurzen Moment lang schwindelte "Es geht mir gut, vielen Dank. Es ist hier wärmer als im Schloss, selbst wenn ich nicht verstehe, weshalb es so ist", fügte sie hinzu ehe sie noch einmal über seine Frage nachdachte und sich dann ein paar der weißblonden Haare zurückschob.
"Es gibt Kämpfe der Männer untereinander und ab und an kann ich hören, wie sie sich gegenseitig anschreien aber es ist mir nicht gestattet dabei zu sein. Sklaven gehören nicht dorthin, insbesondere nicht, wenn sie Frauen sind. Die Männer werden nur gebraucht, um Getränke und Speisen zu bringen", berichtete sie dann und ließ ihren Blick hinauf in den klaren Himmel wandern, der sich über ihnen abhob und an dem seltsam große Vögel ihre Kreise zogen. "Wart Ihr einmal in einem dieser ... Turniere, Ser Bennain?"
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Fr Jan 23, 2015 11:30 pm

"Im Schloss ist es kälter, da die dicken Mauer die Kälte speichern. So ist es auch während des Sommers angenehm kühl. Dafür müssen wir im Winter den Kamin befeuern" erklärte Charles.
"Und was das Turnier angeht, dieses besuchte ich nur für den Tjost" erwiderte Charles, der über Leandras Ausführung ihres Lebens in der Sklaverei hinweg sah. Er mochte Sklaverei nicht, aber der Prinz kam aus einem anderen Land. Einem Land, in dem es so viel Gold gab,d ass es keinen Wert hatte und sich Menschen das Metall um den Hals hingen. Einem Land, in dem Kamele mehr Wert waren als eine Frau und in dem beide für das gleiche gebraucht wurden. Doch es war nicht sein Problem - nicht das Problem Alagaésias, auch wenn sie ihm leid tat. Doch Mitleid, konnte sich am Hof niemand leisten der im großen Spiel überleben wollte.
"Ich bin ein passabler Schwertkämpfer, aber hervorragend im Tjost - dabei reiten zwei Männer mit langen Lanzen aufeinander zu und versuchen sich gegenseitig aus dem Sattel zu befördern. Wer am längsten oben bleibt gewinnt dabei" erläuterte er der anderen.
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Leandra Farro

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Fr Jan 23, 2015 11:38 pm

"So ist es in Eurer Politik, nicht wahr? Ein mächtiger Mann bemüht sich darum einen anderen aus dem Sattel zu befördern, um damit selbst mächtig zu werden - wenn er Pech hat, verliert er seinen Kopf", schlussfolgerte Leandra schnell, noch bevor ihr Verstand gänzlich zu begreifen begann, was sie sich soeben heraus genommen hatte und ein zarter Rotschimmer glänzte auf ihren Wangen als sie den Kopf wieder senkte und ein leiseres "Verzeiht, das war unangebracht und unüberlegt von mir ..." über die bebenden Lippen brachte, weil sie beinahe damit rechnete, dass der andere ihr diese Worte übel nehmen würde. Dieses fremde Land war anders als jene, die sie bislang gesehen hatte und Charles schien erpicht darauf zu sein, ihr begreiflich zu machen, wie die Regeln hier lauteten und welche von all denen sie zu befolgen hatte, wenn sie hier noch länger als Gast bleiben wollte.
Es war faszinierend, wenn sie sich vorstellte, wie es aussehen mochte, wenn zwei Männer in diesen riesigen Rüstungen auf einem ebenso gerüsteten Pferd gegeneinander anritten, die großen Lanzen in ihren Händen während das Volk um sie herum ihrem Favoriten zujubelte. Wie viele Menschen mochten nur bei einem solchen Turnier anwesend sein? Wie viele Ritter und andere tapfere Streiter, die vor den Augen hoher Damen Kräftemessen begingen? Wie viele Damen mochten einem solch tapferen Streiter verfallen sein, nachdem er in ihrem Namen den Sieg davon getragen hatte. "Ihr müsst eine Menge solcher Streiter haben ... dieses Land ist so riesig und ich habe auf der Reise viele große Städte voller Stein gesehen. In dem Land meines Prinzen gibt es so etwas kaum ... die Mauern sind nicht so riesig wie hier."
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Fr Jan 23, 2015 11:47 pm

"Ihr habt recht, das war unüberlegt und manch anderer hätte euch dies übel genommen und hätte sich in seiner Ehre oder gar die Ehre des Landes gekränkt gefühlt. Und da ihr nicht für euch selbst sprechen könnt, wäre euer Herr zu einem Duell heraus gefordert worden und die weiteren Details wollen wir beide uns lieber nicht vorstellen. Also ist es gut, dass ihr es zu mir gesagt habt und ich euch in soweit recht gebe, dass das Gleichnis passt. Doch Gewalt ist in diesem Land nicht der Weg zum Erfolg, auch wenn die Mauern vielleicht auf etwas anderes schließen lassen" erklärte er Leandra. "Alagaésias steht zusammen - und sie akzeptieren keine Fremden, wenn sie das Gefühl haben, es würde ihnen schaden. Wie man bei unserem letzten König gesehen hat, möge Gott seiner Seele gnädig sein" erläuterte Charles, während sie weiter gingen.
"Und was unsere Armee betriftt, sie ist zahllos, glaubt mir"
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Leandra Farro

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Fr Jan 23, 2015 11:54 pm

Ein wehmütiger Schimmer glitt über Leandras Gesicht, kaum dass Charles seine Worte beendet hatte und Trauer stieg in ihr auf, als er sie daran erinnerte, dass sie nicht einmal für sich selbst sprechen konnte. Dass sie selbst im Grunde genommen niemand war, der gehört werden musste und dass ihre Worte nicht viel mehr waren als die Meinung ihres eigenen Herren, an dessen Seite sie nun bereits seit fünf Jahren stand und es wohl auch noch bis zu ihrem Tod bleiben würde. "Eine Armee hat niemanden gerettet ... egal, wie groß sie war ... meine eigentliche Heimat brüstete sich auch mit ihrer militärischen Macht und ihrer Sicherheit und trotzdem kamen sie um mich zu holen." Ihre Worte waren nicht viel mehr als ein leises Flüstern, kaum laut genug als dass der andere sie vernehmen konnte und Leandra verwünschte den Moment, in dem Charles ihr erneut die Wahrheit vor Augen geführt hatte und damit ihren kurzen Traum mit Tritten und Schlägen zerstört hatte. Schweigend folgte sie ihm weiterhin und presste die Lippen aufeinander, um nicht erneut in die Verlegenheit zu kommen etwas Unüberdachtes zu äußern, mit dem sie Emhirs Zorn auf sich ziehen könnte, wenn sie wieder zurück zu ihm kam - ein Umstand, der wohl schneller eintreten würde, als es ihr eigentlich lieb war. Ihre eigentliche Heimat - wie seltsam und fremd diese Worte in ihren eigenen Ohren klangen, wo sie doch bereits so viele Jahre fort von Zuhause war und die Gesichter all jener Menschen, die ihr einstig wichtig gewesen waren, immer weiter verblassten, ihre Namen nur noch zähe Schatten in ihren Erinnerungen und Gedanken waren.
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Sa Jan 24, 2015 12:03 am

"Eine Armee kann nicht einen einzelnen Menschen beschützen" meinte Charles während er neben ihr weiterging und ihr trauriges Gesicht im Profil betrachtete. Sie tat ihm leid,es tat ihm leid, dass sie eine Sklavin war - eine Gefangene in den Dienste eines Mannes, der aus einem fremden Land gekommen war und sie geraubt hatte. Aber er konnte nichts tun - ihm waren hier die Hände gebunden. Sie war unter den Gesetzen eines anderen Reiches gestohlen worden und in den gesetzlosen Händen eines anderen Mannes gelandet. Sie war eine Sklavin, das war klar - sie trug sogar ein Sklavenhalsband ein eindeutiges Zeichen, dass bewies, dass sie mehr als eine Dienerin war. Emhir hatte offiziell gegen Gesetze verstoßen. Doch war sich Charles sicher, dass das aufgeblasene Ego des Prinzen ihn dazu treiben würde eine Fehde vom Zaun zu brechen um Leandra wieder zu holen - eine Fehde, die sich Alagaésia. Die sich Ileana nicht leisten konnte und so schwer es ihm auch fiel, so wiederholten sich immer wieder Grahams Worte in seinem Geist. Eine einzelne Person ist kein Königreich wert hallte es immer wieder wie Peitschenhiebe in seinem Geist. War das die Entscheidung die er fällen musste? Zwischen dem was Richtig und dem was Gerecht war?
"Behandelt er euch gut?" fragte er schließlich sanft und leise, während er gedankenverloren mit seiner Geldkatze spielte. "Sagt Leandra. Wie viel kostet eine Sklavin mit eurer Bildung in dem Land eures Herren?"
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Leandra Farro

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Sa Jan 24, 2015 12:16 am

"Solange ich ihm gehorche ...", war ihre erste Antwort auf die Frage, die sie wie gewohnt leise und ruhig beantwortete, nachdem der andere ihr bewiesen hatte, wo auch hier ihre Stellung war und dass sie nicht auf den Gedanken kommen musste, hier auf Hilfe zu hoffen. Charles hatte deutlich gemacht, dass er ihr nicht vertraute und sie konnte es ihm nicht verdenken, denn immerhin war sie gemeinsam mit Emhir hierher gekommen. Es würde jeder von ihr erwarten, dass sie ihm treu und loyal ergeben war, dass sie nichts weiter war als ein kleines Vögelchen, das sang und tanzte, wie es ihr Herr befahl und im Grunde war sie doch auch nichts anderes. Sie sagte Ja und Amen, wenn es sein musste und schüttelte den Kopf, wenn er es von ihr erwartete. Charles zweite Frage brachte Leandra schließlich aus dem Konzept und für einen kurzen Moment glomm so etwas wie Hoffnung in ihrem Gesicht auf als sie den anderen erneut musterte und das leise Klirren seiner Geldkatze registrierte, mit welcher er zu spielen begonnen hatte.
"Meiner Bildung und meinem Äußeren ... es gibt im Reich der Drei Sonnen keine blonden Frauen, nicht eine einzige, die nicht aus einem anderen Reich geraubt wurde und jede davon besitzt der Sultan. Es sind neben mir noch zwei andere", berichtete Leandra dann schließlich und schloss die Augen, erinnerte sich daran, wie furchtsam sie gewesen war, als man sie einfach dort gelassen hatte - als der dicke Sultan, dieser widerwärtige Mann mit seinem dicken Wanst sie an seinen Sohn zu seinem Geburtstag verschenkt hatte.
"Zu viel ... es wäre zu viel und er würde sich niemals auf etwas einlassen, eher ermordet er mich als mich einem anderen zu überlassen."
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Sa Jan 24, 2015 12:25 am

"Es wäre Mord auf alagaésianischen Boden. Das würde er nicht wagen, wenn er nicht auf die Gerichtsbarkeit dieses Landes vertrauen will" erklärte Charles und blieb schließlich stehen. Was tat er hier eigentlich? Wenn Leandra, wie er befürchtete - nein - wie er wusste, nur eine Spionin war, dann tat er hier gerade genau das falsche. Emhir hatte sie mit ihm gesandt um die Absichten dieses Landes zu ergründen. Die Absichten dieses Landes. Es wäre Aikos Stil gewesen dem anderen nichts zu sagen, ihm gute Konditionen zu machen und schließlich dankbar für das wenige zu sein, das man ihm gab. Es wäre Aikos Stil gewesen Leandras Schicksal im Stillen zu bedauern, ohne etwas dagegen zu tun. Und Ileana hatte Aiko gehasst.
"Ich denke bald werden die genaueren Kondition des Handelsabkommens beschlossen. Ich werde einige Briefe abschicken. Wir brauchen unseren Handelsexperten in der Hauptstadt" erklärte er Leana. "Wenn ihr bei ihm bleiben wollt, ist es eure Entscheidung. Ich sage euch nur so viel: Wenn ich euch kaufe, könnt ihr nicht mir gehören. Es gibt keine Sklaverei in diesem Land." er legte ihr einen Finger auf die Lippen. "Nein, sagt nichts. Nichts was man wiederholen könnte. Beantwortet mir nur eine Frage: Würdet ihr gerne mal ein Turney erleben?"
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Leandra Farro

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BeitragThema: Re: Königlicher Exerzierplatz   Sa Jan 24, 2015 12:34 am

Für einen einzigen kurzen Moment erklomm ein beinahe hoffnungsvolles Leuchten in den Augen des jungen Mädchens bei der Frage, die Charles ihr gestellt hatte und die ihr so viel deutlich machte, das ihr wieder Luft zum Atmen und Raum zum Hoffen gab. Er hatte darum gebeten, dass sie nichts sagte - dass sie nichts äußerte, was ihr vielleicht eines Tages das Genick brechen oder ihn selbst verdammen könnte und so nickte sie lediglich eifrig und biss sich auf die Lippen, um jedes weitere Wort zu unterbinden. Sie wollte sich bei ihm bedanken, sie wollte ihm sagen, wie viel ihr diese Hoffnung bedeutete, aber sie wagte es nicht, weil sie sie beide nicht in den Untergrund fallen lassen wollte und so blieb sie vollkommen still, doch das Lächeln wollte nicht von ihrem Gesicht weichen. Eines Tages würde sie vielleicht einmal ein Turnier sehen können, die Männer in ihren Rüstungen sehen können, die gegeneinander ritten und sie würde die fremdartigen Blumen riechen können, die hier während der wärmeren Monate überall blühen würden - eine davon bunter als die andere. Sie stellte sich vor, wie die Klingen in dem Sonnenlicht leuchteten, als die Ritter gegeneinander zu Felde zogen und welche bunten Fahnen überall auf den Tribünen wehen würden.
"Ich ... sollte zurückkehren, bevor er nach mir sucht ... zu lange darf ich nicht fort bleiben, ohne dass er zornig wird", erklärte sie dann leise ehe sie sich herum wandte, um zum Schloss zurück zu kehren, jeden Ausdruck wieder aus ihrem Gesicht fortwischend und in ihrer Haltung wieder zusammen sinkend, weil sie wusste, dass es von ihr erwartet wurde und so senkte sie auch den Blick der blauen Augen wieder ein Stück und legte sich in Gedanken bereits all jene Dinge zusammen, die Emhir von ihr würde wissen wollen, wenn sie sein Quartier wieder betrat.
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