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 Vor der Stadt

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Der Erzähler
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BeitragThema: Vor der Stadt   So Jan 25, 2015 12:32 am

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Cassus

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BeitragThema: Re: Vor der Stadt   So Feb 01, 2015 9:56 pm

Sie war in einfache Kleider gehüllt, mehrere lagen dünner Stoff hing über ihrem Kopf, über ihrem Mund und auch über ihrem Körper, welcher bis zu den Knöcheln ging. Er hielt sie stramm am Arm fest, jedoch drückte er keineswegs so hart zu, dass er den Knochen spürte. Doch festhalten, dass hatte er in den letzten Stunden gelernt, musste er sie. Das Eindringen war, wenn man den Reichtum des Landes bedacht, erstaunlich einfach gewesen. Er hatte bis zum Abend gewartet und war dann über die Abwässer zu einem hohen Tunnel gelangt, an dessen Ende ein kleiner Abort stand. Zwar lag dieser nicht direkt in den königlichen Gemächern, doch hatte er damit zumindest einen Eintritt in das Schloss bekommen. Den Rest hatten einige einfach gehaltene Kleidungsstücke, sein ohnehin fremdländischer Akzent und sein fremdes Aussehen gemacht, sodass er ohne weiteres bis zu der Stelle gekommen war, von der aus er durch einen schmalen Spalt in der Tür ein blondes Mädchen auf einem Bett hatte kauern sehen. Sekunden später war ihr Herr aus der Tür gestürmt, und hatte ihm die Karaffe in die Hand gedrückt mit der Aufforderung, dass sie bei seiner Rückkehr gefälligst gefüllt sein sollte.
Sie hatte sich, warum auch immer gewehrt. Und auch jetzt verstand er nicht warum sie ständig versuchte zu fliehen, denn ihr wurde, das hatte er ihr begreiflich machen können, hier ein Leben in Freiheit angeboten. Doch das Mädchen konnte ihn vermutlich aus dem noch immer tief sitzenden Schreck nicht verstehen, denn vorgefunden hatte er sie auf dem Bauch liegen. Zwischen ihren Beinen einen dünnen Rinnsal an Blut. Herausgekommen war er auf dem gleichen Weg, auf dem er herein gekommen war, allerdings diesmal direkt durch den königlichen Abort. Leandra hatte er nicht anders bändigen können, als ihr einen kurzen, schmerzlosen Hieb auf den Hinterkopf zu geben, woraufhin zu ihm schlaff in die Arme gerutscht war. Eine Bewegung wie er sie schon hunderte Male gemacht hatte. Und dennoch hatte er sich dabei nicht wohl gefühlt.
Die Kleidung, ihre wie seine stank noch immer und war von den Abwasserresten verdreckt. Doch waren sie dadurch letztlich nur leichter durch die Armenviertel gekommen. Und nun, da die Sonne ihre Zenit erreicht hatte, stand er am Pier und wartete darauf, dass Adriana erschien. Darauf hoffend, dass ihre Absichten aus etwas mehr als nur einer flüchtigen Empathie der Sklavin gegenüber bestand.
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Vor der Stadt   So Feb 01, 2015 10:20 pm

"Wer ist denn das?" fragte Gaius Adriana, während er sich gegen eines der dicken Taue stemmte und mithalf das Schiff fahrtüchtig zu machen. Die Verhandlungen am gestrigen Abend waren eher unterkühlt gewesen, trotz der teils tropischen Temperaturen. Dennoch und entgegen jedweder Befürchtung, welche Gaius insgeheim gehegt hatte, war die Verhandlung nicht in einem vollen Desaster geendet, sondern sie hatten tatsächlich soetwas wie vernünftige Konditionen aushandeln können, wenngleich auch Adriana von allen am Besten weg gekommen war - kein Wunder, wenn man sich die Vorgeschichte des Ganzen einmal durch den Kopf gehen ließ.
"Kenn ich den Kerl nicht irgendwo her?" fragte er leise und kniff die Augen zusammen um besser gegen die Sonne sehen zu können. Er hatte dieses Gesicht schon einmal gesehen - und das Mädchen neben ihn, mit den blonden Haaren?
"Gracia, nein. Sag mir bitte nicht..."
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Vor der Stadt   So Feb 01, 2015 10:27 pm

"Ich werde nicht zulassen, dass eine Bürgerin unserer beider Heimat so behandelt wird und wir sie einfach hier lassen, behaupten, dass wir nichts mit alledem zu tun haben, weil wir das kleinere Übel wählen, Gaius. Sie kommt mit - ich erkläre es meinem Bruder und übernehme die volle Verantwortung hierfür, mach dir darüber keine Sorgen. Ich werde ihm sagen, dass du nichts von alledem wusstest und ich dich außen vor gelassen habe", lautete ihre schlichte Antwort auf die Worte des anderen ehe sie hinüber zur Planke trat und sowohl Jäger, wie auch seiner jungen Beute signalisierte, an Bord zu kommen. Es war jetzt ohnehin zu spät, um noch einen Rückzieher zu machen und wenn sie ehrlich war, dann würde sie nichts lieber tun als Emhirs Gesicht zu sehen, wenn dieser registrierte, dass seine geliebte kleine Sklavin fort war - fort gelaufen und zurück in ihr eigenes Heimatland zurückgekehrt, wenngleich sie auch nicht so schien, als wäre sie im Augenblick dankbar darum. Sie hatte die ganze Nacht darüber gebangt, ob der Jäger Erfolg haben würde, ob er es schaffen würde oder sie letztlich doch an Emhir verraten würde, doch spätestens als sie seine Gestalt erkannt hatte, hatte sich ein ehrliches Lächeln auf ihre Lippen gestohlen, das wieder verblasste, als ihr Blick über die beiden Gestalten glitt. Der Jäger wirkte am Ende seiner Kräfte, erschöpft und am Ende und das Mädchen, das er festhielt, schien mehr tot als lebendig zu sein.
"Gaius, bitte. Lass uns nicht darüber streiten. Nicht jetzt. Wir können das in Fyonara tun, aber wir können ihm vertrauen. Er hätte mich genauso verraten und ausliefern können, wenn er es gewollt hätte - er will nur nach Hause. Genauso wie ich", wandte sie sich noch einmal an den Legaten, nachdem sie den Jäger mit dem Mädchen unter Deck geschickt hatte und hinüber zu Gaius trat, eine Hand ausstreckend, um nach seinem Arm zu greifen. "Bitte."
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Vor der Stadt   So Feb 01, 2015 10:33 pm

"Du könntest einen Krieg hervor rufen, ist dir das Bewusst? Hunderte könnten..." er verstummte und schüttelte den Kopf, während er einigen der Matrosen zurief, sie sollten die Planke einholen, nachdem der Jäger und das Mädchen nach oben gekommen waren. "Geh mit ihr unter Deck, mach schon - ich habe so das Gefühl, dass bald die ganze Stadtwache auf den Beinen sein wird." er wandte sich um, schritt über Deck. "Kapitän! Machen sie die Leinen los, ruderer auf ihre Posten!" rief er dem Seemann zu, welcher erwiderte, dass dieses Schiff noch immer unter seinem Kommando stehen würde.
"Ich bin ein Legat der großartigsten Armee, die diese Welt kennt Kapitän! Und Fyonaras Schatten ist groß! Ich sage Ruderer an die Riemen, Leinen los und Segel setzen oder aber ich übernehme persönlich die Kontrolle über das Schiff! Na wirds bald?" und mit einigem Krachen und ächzen legte das Schiff ab. "Worauf wartest du noch Schatz? Unter Deck! Jetzt ist es sowieso zu spät"
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Adriana Fiorenza
Nsc
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BeitragThema: Re: Vor der Stadt   So Feb 01, 2015 10:41 pm

Sie hatte mit allem gerechnet - damit, dass er die beiden wieder von Bord schicken würde, damit, dass er alles beenden würde und sie zurück auf das Schiff jagen würde, das sie nach Alagäsia bringen würde - damit, dass er ihr zürnen würde, kein Wort mehr mit ihr reden würde oder alles beenden würde. Sie hätte es ihm nicht einmal übel nehmen können, wenn er sich dazu entschieden hätte - sie riskierte mit ihren Handlungen einen Krieg und das Leben von Hunderter, aber das, was sie getan hatte, fühlte sich in diesem Augenblick wie Gerechtigkeit für sie an. Einst war sie in derselben Lage gewesen, hilflos dem Willen von grausamen Männern unterworfen, mit niemandem an ihrer Seite, der für sie selbst stark sein konnte - vielleicht war das der Grund, aus dem sie sich dazu entschieden hatte, dem Mädchen zu helfen. Vielleicht, weil die Kleine sie an Lucrezia erinnerte oder einfach nur um Emhir eins auszuwischen, letzten Endes war es vollkommen gleichgültig, denn umkehrbar war ihre Handlung nun wahrlich nicht mehr.
Doch seine letzten Worte waren es, die sie lächeln ließen und statt seinen Befehl zu befolgen, trat sie einen Schritt auf ihn zu und streckte ihre Arme aus, sein Gesicht in ihre Hände nehmend und sich zu ihm empor streckend. "Du bist das Beste, was mir jemals hätte geschehen können", ließ sie ihn leise wissen und Dankbarkeit sprach aus ihrem Blick und ihrer Stimme ehe sie sich zu ihm empor streckte, um ihn zu küssen. "Ich liebe dich. Für deine Güte und für dein Herz. Für alles, was du bist." Es war so einfach diese Worte zu formen, sie waren ihr einfach über die Lippen gehuscht, schneller als sie sie hätte zurückhalten können - es war so einfach, sich auf die Wärme zu verlassen, die sich in ihrem Inneren ausgebreitet hatte und ihr einmal mehr davon berichtete, dass die Entscheidung, die sie getroffen hatte, die richtige gewesen war. "Ich bin froh darüber in Alagäsia zu dir gekommen zu sein", setzte sie noch nach und hauchte ihm einen letzten Kuss auf die Lippen ehe sie sich wieder von ihm löste, um wenig später unter Deck zu verschwinden, bevor jemand sie an diesem Schiff sah.
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