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 Waldinneres

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Der Erzähler
Spielleitung
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BeitragThema: Waldinneres   Mo Jan 12, 2015 9:50 pm

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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Mo Jan 12, 2015 10:05 pm

Sie wusste im Nachhinein nicht einmal mehr, wie sie diesen Ort gefunden hatte, an welchen sie nun heran traten - es war lediglich das leise Rauschen von Wasser gewesen, das ihre Aufmerksamkeit errungen hatte und je lichter die großen Bäume wurden, je mehr war der Wind aufgefacht, welcher ihr durch das dunkle Haar geweht war bis sie an eine kleine Anhöhe traten, von der aus klares Quellwasser hinab in einen Fluss führte. Sie waren hier weit entfernt von den Stimmen der Stadt und jenen wachsamen Augen, die bislang auf ihnen geruht hatten und das Schweigen, das eine lange Zeit zwischen ihnen gestanden hatte, hatte es Guinevere leichter gemacht, ihre eigenen Gedanken noch einmal zu ordnen und sich an jene wundersame Situation zu gewöhnen, welche ihr hier vom Schicksal zugestanden worden war, an das sie bislang nicht einmal geglaubt hatte.
Es kümmerte sie nicht, dass der Saum ihres Kleides nass wurde als sie nach vorn trat und ihre Füße von dem kalten Wasser umfließen ließ, sich erlaubte noch einmal tief durchzuatmen und all jene Sorgen fallen zu lassen, die sie noch festgehalten hatten. Es hatte gedauert bis sie es bemerkt hatte - bis sie das warme Gefühl spürte, das ihr verhieß, dass sie angekommen war, nach all der Flucht und den unsicheren Momenten, in denen sie immer wieder ihren eigenen Tod gefürchtet hatte - hier stand sie nun und empfand Ruhe und Glück, eine seltene Mischung, die ihr das Gefühl von Heimat verhieß und ihr warm werden ließ.
"... dieser Wald ist wunderschön", bemerkte sie nach einer Weile ehe sie sich über die Schulter zu ihm zurückdrehte und eine Hand nach ihm ausstreckte, ein weiches Lächeln auf den Lippen, welches die blauen Augen funkelnd erreichte und ihre Züge in dem Licht der Mittagssonne heller werden ließ. "Aber ich hatte bisher nie wirklich Zeit, mich hier umzusehen", führte sie mit leiser Stimme fort, die von dem Rauschen des Wassers beinahe vollkommen verschluckt wurde. "Es war für mich immer einsam hier. Da waren viele, die sich gekümmert haben aber es war nicht dasselbe ... nicht so wie jetzt."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Mo Jan 12, 2015 10:28 pm

„Du wirst fortan jede Menge Zeit haben ihn zu erkunden.“ Erwiderte Feredir und kam ihr ein Stück weit entgegen, ehe er ohne erkennbaren Grund die Augen schloss. Und kurz darauf brandete eine kleine Welle gegen sie, welche ihrer beiden Kleidung mit bis zur Hüfte mit Wasser tränkte. „Tu mir einen Gefallen, bitte. Hör auf damit an das zu denken was du einmal nicht hattest. Es ist vergangen und was ich jetzt habe, will ich nicht mit den Gedanken von einst vertrüben.“ Sein Blick wanderte über den kleinen Bach, dessen kristallklares Wasser die Sonnenstrahlen reflektierte und nachdem er sich von ihr gelöst hatte, krempelte er seinen Ärmel nach oben, um mit der Hand den Steinen zu kramen. „Ich weiß nicht ob du das selbst einmal als Kind gemacht hast – ich selbst habe es geliebt, ah. Da haben wir eine. Hier.“
Er hatte eine Weile lang suchen müssen, schließlich jedoch eine kleine Muschel gefunden, die früher ohne Zweifel die Behausung eines kleinen Tieres gewesen war, ehe er diese schließlich aufgegeben hatte. „Wenn man sich eine ans Ohr hört, soll man das Meer rauschen hören. Keine Angst, es besteht keine Gefahr das Nenfaron mit einem Mal dadurch auftaucht.“
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Mo Jan 12, 2015 10:41 pm

Sie wollte ihm sagen, dass hier keiner der Großmeister auftauchen würde, ohne dass die Barriere sie davon abhielt, aber ihre Lippen blieben versiegelt. Im Grunde hatte er Recht - etwas nachzutrauern, was sie nicht mehr hatte, brachte sie nicht weiter und half ihr nicht dabei, sich auf das Hier und Jetzt einzuschwören und dennoch - die Elfen lebten so sehr mit Vergangenem und Zukünftigen, dass das Jetzt für sie nebensächlich wurde und vermutlich hatte sie bereits viel zu viel von alledem angenommen, mehr als sie selbst wollte. So blieb ihr nichts anderes übrig als sanft über sein Schallen zu lächeln und sich hinab zu dem Wasser zu beugen, einen kleinen Stein aus dem klaren Wasser fischend und ihn eine Weile lang begutachtend. Es war lächerlich, dass sie sich an dieses kleine Spiel erinnerte, das sie einst als Kind an seinem der künstlich angelegten Seen gespielt hatte, wenn man ihr ein paar freie Minuten eingeräumt hatte.
Noch einmal glitt ihr Blick hinab auf den glatten Stein in ihrer Hand ehe sie ausholte und warf, den Stein über das Wasser springen lassend ehe sie sich zurück zu Feredir wandte und die Muschel in seiner Hand musterte. "Es heißt, man würde den Wind auf dem Meer darin hören - das haben zumindest immer ein paar Seemänner erzählt, wenn sie so etwas mitgebracht haben", bemerkte sie lediglich ehe sie wieder zurück zu dem Ufer kehrte und sich dort auf einen der großen Steine sinken ließ, ihre Hände in dem klaren Wasser verharren lassend. Er wollte also Leichtigkeit, glitt ihr durch den Geist ehe sich ein Lächeln auf ihren Lippen abzeichnete, in welchem sich die Belustigung wiederspiegelte - dann plötzlich ohne weitere Vorwarnung bespritzte sie ihn mit dem kalten Wasser. "Dann hör auf an den alten Griesgram zu denken", neckte sie ihn spielerisch und mit erhobenen Augenbrauen. "Der ist nämlich auch nicht hier."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Mo Jan 12, 2015 10:55 pm

Die plötzliche Nässe in seinem Gesicht und vor allem die Kälte eben derer hatte ihn so erschreckt, dass er fast von dem Stein gerutscht war und beinahe nach hinten gekippt wäre, hätte er nicht instinktiv eine Hand nach hinten ausgestreckt. „Ach was, den alten Grisgram mimen?“ Hinterfragte er schließlich lachend, schüttelte den Kopf und hob dann einen der Steine. „Nun gut, wir schließen eine Wette ab, in Ordnung? Denn ich glaube kaum dass ein alter Griesgram zu so etwas aufgelegt wäre. Das was du da eben gemacht hast, dieses Springen der Steine über das Wasser. Gib mir einem Versuch um es selbst auszuprobieren und dann können wir gern testen, wer von uns beiden mehr Sprünge mit eben diesem schafft. Gewinnst du, darfst du frei heraus wählen was dein Wunsch sein soll. Und mein Gewinn … nun den Kuss hat mir die holde Dame bereits gewährt.“
Er wog einen Augenblick lang einen er flachen Steine, die überall am Ufer verteilt waren hin und her, verzog gespielt die Miene und strich sich über den gepflegten Bart. „Ich habe es. Ein Hut. Sicherlich wird es hier fähige Schneider geben. Also?“ Noch bevor Guinevere überhaupt antworten kannte, holte Feredir aus, wie er es bei ihr gesehen hatte. „Ich werde nicht mit Magie betrügen, bevor man mir derartiges vorwirft.“ Er hielt es für keine sonderlich große Herausforderung, wie schwer mochte es schon sein einen Stein ein paar Mal auf dem Wasser springen zu lassen? Doch als er warf, hüpfte sein Wurfgegenstand nicht grazil weiter, sondern versank mit einem einzigen, lauten Platschen im Wasser. „Dass…“ Er sah ungläubig den Bach an, dann Guinevere. „Da steckt ein Trick dahinter, nicht wahr?“
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Mo Jan 12, 2015 11:15 pm

"Nenfaron hat mir immer an dem Spiel die Gesetze der Physik daran erklärt ... ich fand es schrecklich", sagte Guinevere lediglich mit einem schlichten Schulterzucken und als sie Feredirs Blick bemerkte, begann sie leise zu lachen. "Es ist ein Trick", erklärte sie dann schließlich und lehnte sich gelassen ein Stück weit zurück, die Augen schließend und den Kopf in die wärmende Sonne lehnend, die auf sie beide hinab schien und verhinderte, dass sie in dem kalten Wasser, in dem sie noch immer halb saß, fror. Unbekümmert zog sie mit ihren Beinen Kreise in dem Wasser, kümmerte sich nicht weiter darum, dass der Stoff ihres Kleides in dem Wasser ein Stück weit nach oben gerutscht war. Sie spürte ihre nassen Haarspitzen in ihrem Rücken und versuchte sich an einen Tag zu erinnern, an dem sie jemals wirklich so ausgeglichen gewesen war wie in diesem Moment, doch ihr wollte keine Situation einfallen und so beschloss sie einfach, sich diesen Moment so genau wie möglich einzuprägen, jenes Gefühl in ihrem Inneren zu bewahren, um sich in den dunklen Momenten, die ohne Zweifel noch folgen würden, wieder daran zu erinnern und davon die notwendige Kraft zu nehmen.
"Vielleicht zeig ich es dir ja irgendwann mal ...", überlegte sie nach einer Weile mit schief gelegtem Kopf ehe sie ein spielerisches Seufzen ausstieß als sie die Augen wieder öffnete und sich den nächsten Stein im Wasser angelte, eben jenen noch einmal musternd ehe sie ihn zurück ins Wasser gleiten ließ. "Irgendwann mal ...", wiederholte sie noch einmal und musterte ihn dann noch einmal kritisch, während sie über seinen Wunsch nach einem neuen Hut nachdachte. "Aber ich denke, der Hut lässt sich machen."
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BeitragThema: Re: Waldinneres   Mo Jan 12, 2015 11:27 pm

Als sie das, was er zuvor nur lapidar eingeworfen hatten wirklich zur Kenntnis nahm und etwas darauf erwiderte, hob er erstaunt die Augenbraue. Mochte es daran liegen dass sein bisheriger Umgang keine sonderlich soziale Kompetenz aufbrachte, wobei er dabei vor allem an Isis dachte. Oder einfach daran, dass es zum großen Teil Egomanen waren, die nur an ihr eigenen Glück dachten, doch das sie auf seine Worte geachtete hatte brachte ihn, so seltsam es auch klingen mochte zum Lächeln. „Nun dann sollten wir keine Zeit verlieren. Ohne Hut fühle ich mich nackt. Und die Nacktheit wird in der Regel nicht gern gesehen, zumindest nicht in der Öffentlichkeit.“ Ein kurzer Windstoß erfasste Guinevere, schleuderte sie von dem Stein direkt in seine Arme. „Dankeschön.“ Murmelte er leise, küsste sie und schloss für einen Augenblick die Augen.
Es mochte noch so absurd klingen, doch all diese Kleinigkeiten, die Gespräche und nicht zuletzt die bloße Anwesenheit ihrer Person ließen ihn zum ersten Mal seit hunderten von Jahren für einen Augenblick sorgenlos wirken. Er wusste dass es nicht ewig bestand hatte, nichts hatte das und bisher war er auch nie dem Wunsch nachgegangen, dass irgendetwas ewig bestand haben sollte. Bisher. „Wir sollten die ebenfalls einen Kaufen. Vielleicht mit einer Pfauenfeder, nein wobei … deine Haare brauchen sich nicht zu verstecken. Meine wirren Zottel hingegen, nun ich kann glücklich sein wenn ich bald wieder etwas habe, worunter ich sie verstecken kann.“
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Mo Jan 12, 2015 11:59 pm

Überraschung war im ersten Moment in ihrem Gesicht zu erkennen, als sie wie aus dem Nichts empor gehoben wurde und sich nur wenig später wieder in eben jenen Armen vorfand, in denen sie ohne Zweifel Stunden hätte verbringen können. Sanft löste sie eine Hand von ihm, nur um ihre Finger seine Wange entlang streicheln zu lassen ehe ihre Fingerspitzen seine Haare berührten, jene wirren Zotteln, von denen er zuvor gesprochen hatte und in denen sich glitzernde Wassertropfen verfangen hatten. "Ich find sie gar nicht so schlimm", bemerkte sie schließlich nach einer Weile des Schweigens und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen, noch bevor er ihr eine Erwiderung geben konnte, die sie im Moment nicht hören wollte. Ab und an begann sie sich zu fragen, was ihm geschehen sein mochte, dass er sich immer wieder für solche Selbstverständlichkeiten bei ihr bedankte, dafür, dass sie seine Worte ernst nahm und darauf einging, statt sie einfach zu übergehen. Immer wieder begann ihr Bild von ihm ins Wanken zu geraten und all das zu offenbaren, was er bislang verschwiegen und vor jedem verborgen gehalten hatte - jene verletzliche Seele, die hinter all dem Charme und dem Witz lag, der auch sie so spielend leicht eingenommen hatte.
"Vielleicht wird es doch mit Hut besser ...", schickte sie nach einer Weile hinterher und wandte sich bereits halb in seinem Griff herum, um aus eben jenem zu entkommen, bevor er sich für ihre spielerischen Worte bei ihr würde rächen können. "Keine Magie, Feredir. Sei einfach du selbst, nicht der alte, versteifte Großmeister der Luft."
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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 12:15 am

„Verstanden.“ Erklärte er sich kurz darauf einverstanden und als sie sich in seinem Griff wand, ließ er sie saht auf den Boden ab. „Keine Magie, kein Großmeistertum. Versprochen. Wobei versteift nun wirklich das falsche Wort für meine ehemaligen Tage war, ich meine ich war vieles …“ Doch als er erneut ihren Blick sah, in dem nicht einmal ein Vorwurf oder eine stille Drohung, sondern einfach nur eine Bitte zu sehen war, Ergab er sich schließlich und nickte erneut. „Es ist eine alte Marotte. Spaß verhindert vieles, auch dass man sich mit Dingen auseinandersetzt die einem nicht gefallen. Oder Situationen übergeht, von denen man befürchtet, man würde sie verderben.“ Und sein Lächeln verwandelte sich einen Moment lang von dem freudigen Lächeln in einen ernsten Blick. „Nein, wir wollten den heutigen Tag fröhlich zubringen, fernab der Vergangenheit.“
Wenn schon nicht in den Armen, so zog er sie zumindest ein Stück zu sich heran. „Wo waren wir stehen geblieben? Bei dem Hut nicht wahr? Weißt du, meine Mutter gab mir bereits als Kind einen da ich mich stets vor dem Haareschneiden drückte und sie nicht wollte, dass ich vor den anderen Kindern der Nachbarn und Anverwandten schäbig oder gar ungepflegt aussehe.“
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 12:31 am

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass du wirklich schäbig oder ungepflegt ausgesehen haben musst", lautete ihre Antwort während sie ihn noch einmal einer genaueren Musterung unterzog und sich im Geiste vorzustellen versuchte, wie er wohl als Kind gewesen sein musste. Es war ihr aufgefallen, dass sein Lächeln für einen kurzen Moment verschwunden war und einer ernsteren Miene Platz eingeräumt hatte und für einen Augenblick fühlte sie sich darüber schuldig, jene dunklen Erinnerungen zurück gebracht zu haben, mit denen er ganz offensichtlich nichts mehr zu tun haben wollte. Mit stummen Erschrecken stellte sie fest, wie wenig sie eigentlich über ihn wusste - wie wenig sie eigentlich von ihm kannte bis auf jene wenigen Dinge, die er ihr am vergangenen Tag mitgeteilt hatte, bevor Ingwe sie beide gestört hatte und mit wie wenig sie sich eigentlich zufrieden gegeben hatte. Die Vergangenheit war jedoch bedeutungslos für sie, mochte er sein, was er war und mochten ihn die Jahrhunderte auch noch so sehr verändert haben - der Mann, der ihr etwas bedeutete, war jener, der hier nun vor ihr stand und in dessen Augen sie so viel Wärme sehen konnte, so viel Güte, dass ihr jedes Mal aufs Neue warm ums Herz wurde.
"Und ob nun mit Hut oder ohne ...", begann sie leise zu sprechen und setzte den letzten Schritt zu ihm zurück, ihre Hände hinauf zu seinem Gesicht führend und ihn sanft dazu bringend, sie wieder anzusehen. "Du bist mutig und ehrbar, Feredir, und hinter dieser ganzen Maske, die du trägst, steckt ein gütiges, weiches Herz und jede Frau dieser Welt kann sich glücklich schätzen davon geliebt zu werden", sprach sie leise weiter, ihr warmes Lächeln nicht verlierend. "Du zweifelst zu sehr an dir selbst."
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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 12:44 am

„Ich zweifle nicht daran dass du das glaubst, aber viele andere würden anders denken.“ Er griff nach ihrer Hand an seinem Gesicht, strich mit dem Daumen darüber, schob sie jedoch nicht beiseite, zu angenehm war das Gefühl, das ihre Haut verursachte. „Vielleicht ist es recht so. Es schützt mich davor erneut einen Fehler zu begehen.“ Und ein bitteres Lächeln stahl sich erneut über seine Lippen. „Vermutlich denke ich das … wenn ich mich stets hinterfrage, egal was ich nach außen hin zeigen mag, viele Dinge falsche Taten von mir noch verhindern kann, bevor sie zu einem Plan heranwachsen. Oder vielleicht…“ Er küsste ihre Fingerspitze und hielt sie an seinen Lippen. „Bin ich einfach nur ein sträflicher Narr der sich inzwischen daran gewöhnt hat, dass er täglich Selbstkritik an sich übt. Genau kann ich das allerdings nicht sagen …“ Mutig, ehrbar. Er musste immer wieder Schmunzeln wenn er darüber nachdachte, dass ihm diese Worte galten. „Jede Frau würde sich glücklich schätzen davon geliebt zu werden...“ Wiederholte er ihre Worte leise, und schloss mit einem leichten Zittern die Augen.
„Vielmehr bin ich es der sich glücklich schätzen sollte. Frauen hielt ich bereits einige in den Armen. Doch keine hat mich bisher dazu gebracht, etwas in mir hervor zu rufen, dass tief genug verscharrt hatte, um es selbst nie wieder zu finden.“ Er zog sie näher zu sich, umarmte sie und fand seinen Kopf mit einem Mal direkt neben ihren. „Versprich mir dass du bei mir bleibst, egal was kommen mag. Versprich es mir, bitte.“
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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 12:56 am

"Ich verspreche es dir - solange diese Welt besteht und solange mein Herz schlägt, werde ich bei dir sein und nichts wird mich von dir fortbringen können", versprach sie ihm mit fester, entschlossener Stimme, darauf hoffend, dass er an eben jenem Versprechen festhalten konnte, um selbst die Hoffnung und den Glauben nicht an sich selbst zu verlieren. Seine Offenbarung, weshalb er all die dunklen Gedanken gehabt hatte, seine Erwiderung, dass viele von ihm anders dachten, bestürzte sie und es tat ihr leid, dass er über all die Zeit ein solches Leid hatte durchleben müssen - Leid, das ihn geprägt hatte und ihn letztlich trotz alledem zu dem Mann hatte werden lassen, der hier nun vor ihr stand und der so flehend darum bat, dass sie bei ihm blieb. Es fiel ihr leicht, dieses Versprechen zu formulieren und es auszusprechen, sich daran zu binden und es auch in ihrem eigenen Herzen einzuschließen, um einen Grund zu finden, für den es sich lohnen würde, einen neuen Tag zu beginnen und sich am Abend auf den Sonnenaufgang zu freuen. All das, was geschehen war, hatte sie hierher gebracht - es hatte sie beide verändert und als sie sich sacht gegen ihn sinken ließ, spürte sie das Herz in seiner Brust schlagen. Das Herz, das ihr nie zuvor so unsagbar zerbrechlich vorgekommen war wie in jenem Augenblick.
"Wenn du alles hinterfragt hättest, wärst du niemals hierher gekommen und wir wären beide allein", teilte sie ihm dann leise mit und schloss die Augen für einen Moment, um sich auf die Wärme und das sanfte Gefühl der Geborgenheit einzulassen, welches er ihr vermittelte. "Wenn du dir schon nicht vertraust ...", setzte sie dann von Neuem an und schob eine Hand nach oben, legte sie sacht auf die Stelle auf seiner Brust, wo sie sein Herz schlagen spürte. "dann vertrau darauf. Vertrau uns."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 1:09 am

Sein Herz, über dem Guineveres Hand ruhte, schlug augenblicklich schneller, auf seinem Gesicht indes zeichnete sich jedoch ein ruhiges, dankbares Lächeln ab. „Das tue ich.“ Er nickte, umschlang sie dann und ließ sich langsam mit ihr nach hinten und das hohe Gras fallen. Die Gedanken an den Hut, an den eigentlich noch geplanten Tag an dem sie noch vieles hätten tun können war mit einem Mal verfolgen und alles was noch zählte, waren die Augen die ihn mit treu anblinzelten, und über dessen Lider er sacht mit seinen Fingern fuhr, um sie zu schließen. Eine Stille kam daraufhin auf, in der er nichts weiter tat als ihr über den Kopf zu streichen, ehe er selbst die Augen geschlossen und ihren Kopf neben seinen gebettet hatte. Er verstand es nicht, nicht einmal ansatzweise, denn das was vorher fast sein gesamtes Wesen ausgemacht hatte, schien nun gänzlich erloschen zu sein.
Er lag mit einer Frau im Gras und im Umkreis von mehreren Kilometern war keine einzige Menschen oder Elfenseele zu erblicken. Und alles was er sich wünschte, erhoffte war dass dieser Augenblick ewig anhalten würde. Und auch dies verstand er nicht. Er hatte sie nie die Ewigkeit gewünscht, nie. Schließlich wäre sie langweilig gewesen, ohne einen Antrieb der seinen Leben einen Sinn und den nötigen Aufschwung gab.
Doch jeden Sinn den er benötigte, jeder Aufschwung, jede Motivation und jedes Glück fand er in der jungen Frau, die er ein Stück näher zu sich zog, und dessen Atem er Aufmerksam lauschte.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 12:33 pm

Sie genoss die Ruhe, die ihr dieser Moment einräumte während ihre Finger zärtlich über seine Brust strichen. Es mochte sein, dass das Schicksal etwas dagegen hatte, dass sie in Frieden und Liebe beieinander waren. Es mochte sein, dass sich alle höheren Mächte dieser Welt gegen sie verschworen hätten. Das mochte alles sein, und selbst wenn es so war: Sie zweifelte keinen Moment daran, dass sie das gemeinsam überstehen würde, dass ihre Liebe zueinander stärker wäre als alles, was sie trennen wollte. Es war ein so großes Wort, welches in ihren Gedanken erschienen war, ein so bedeutungsvolles und so lange sie auch nach einem Vergleich gesucht hatte, es wollte ihr keiner einfallen. Sie liebte ihn und mit jeder Faser ihres Seins wollte sie ihn glücklich sehen, fernab von Maskeraden und Mauern, die er bislang gebraucht hatte.
Sie hatte ihren Kopf auf seiner Schulter gebettet und die Augen geschlossen, spürte die Arme, die um sie herum lagen und sie festhielten, hörte das Herz, das in seiner Brust schlug und lächelte still für sich selbst, weil sie den Moment nicht durch ein einziges Wort zerstören wollte, welches ihr vielleicht unbeabsichtigt über die Lippen geglitten wäre. Die Ewigkeit, die sie würde verbringen können ... wenn sie gefüllt von eben jenen Augenblicken war, in denen sie nichts mehr wollte, als ihm nah zu sein, dann erschien sie ihr nicht mehr ganz so grauenhaft wie zuvor. Für einen Moment träumte sie sich an ferne Orte, die sie beide würde besuchen können, wie oft sie gemeinsam würden Ruhe finden können - es brauchte sie nicht zu kümmern, wie viele Stunden vorüber zogen, wie viele Tage vergingen.
Sie reckte leicht ihren Kopf, hob ihr Gesicht an, sehnend nach dem seinen und lächelte, als dieses in unmittelbare Nähe gelangte, eine ihrer Hände legte sich an dieses, strich ihm sacht über die Wangen und fuhr ihm dann durch das Haar, während ihre Lippen die seinen endlich berührten. Es war bedeutungslos, was noch kommen würde, was ein neuer Tag bringen würde - alles, was blieb und alles, was sie wollte, war diesen Augenblick in die Ewigkeit einzuschließen und sich nie wieder von ihm trennen zu müssen. "Erinnerst du dich an unser Gespräch gestern? Als ich sagte, ich habe noch nie so empfunden?", fragte sie wispernd, als sie sich wieder von ihm löste. Schwer schluckend schlug sie ihre dunklen Wimpern auf, fuhr mit ihren blauen Augen über sein Gesicht, blieb erst an seinen Lippen hängen und tastete sich dann von ihnen aus langsam hinauf, bis zu seinen Augen.
"Es stimmt nicht ... nicht mehr."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 6:34 pm

Ruhe empfing seinen Körper, das dichte Gras um sie herum wog im seichten Wind hin und her. Er beeinflusste ihn nicht, zumindest nicht auf eine wissende Art und Weise, denn ihm war durchaus bewusst dass jeder Großmeister sein Element, bewusst ändern konnte, dies jedoch auch unbewusst tat. In er direkten Umgebung von Yarna war stets die Sonne ein wenig heller, in der von Isis das Feuer, wenn den eines prasselte stärker. Die Pflanzen schienen die Köpfe zu heben wenn Tarva in der Nähe war. Das Wasser klarte auf wenn Nenfaron es berührte, und der Wind um Feredir herum, erstarb nur selten. Nur in absoluten Momenten der Ruhe.
Und der Wind legte sich langsam, ließ die Pflanzen und die Grashalme ruhen, sodass sich diese wieder vollständig aufrichten konnten. „Das hier ist ein Traum.“ Murmelte er erneut als er ihren Blick spürte, auch wenn er die Augen nicht geöffnet hatte. Er lächelte, ehrlich, durchdringend und schob beide Hände um ihr schmales Gesicht. Er küsste sich, zart, ruhig und liebevoll. „Und wenn mir das Leben einen Wunsch erfüllen soll, dann soll es so sein, dass dieser Traum ewig anhält. Denn ich will nicht erwachen, nicht vor dir.“ Er öffnete die Augen, bewunderte die feinen Züge Guineveres, lauschte ihren Worten. Er hätte ihr ewig zuhören können, egal was sie erzählt hatte. Und als sie auf ihre Begegnung in seinem Haus zu sprechen kam, wurde er mit einem Mal fast verlegen.
„Ich liebe dich, Guinevere. Über alles. Es ist das erste Mal das ich so empfinde und …“ Er unterbrach als sie ihn ansah und er erneut Lächeln musste. „Und du hast mir eine Angst genommen. Die Angst davor, für dieses Gefühl nicht bestimmt, ihm nicht würdig zu sein. Gen milin.“
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Isis

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 10:51 pm

Feste Schritte führten eine riesenhafte Gestalt, in das Wasser welches von der Anhöhe hinab floss. Das glitzernde Nass umfloss die Metall beschlagenen Stiefel des dunklen Ritters, dessen glühende Augen sich auf die beiden liebenden richteten. Sein Zweihänder lag in einer seiner Pranken, doch loderten keine Flammen auf der Klinge. Das Amulett um seinen Hals glühte ebenfalls und wirkte wie ein drittes Auge auf seiner Brust und sein roter Umhang lag, am Saum in Fetzen, über seinen Schultern. Sie hatten ihn bisher noch nicht bemerkt, zu sehr waren sie ineinander vertieft, voneinander abgelenkt, doch er hatte nicht viel Zeit. Nimm sie als Geisel!, fauchte Isis Stimme in seinem Kopf und trieb ihn vor ran. Er wird nicht riskieren, dass ihr etwas geschieht! Wortlos gab er ihr seine Zustimmung und stürzte in schnellen Schritten durch das Wasser auf die beiden zu. Feredir schien völlig überrascht, über sein plötzliches Erscheinen, während Guinevere vollkommen starr vor Schreck vor ihm stand. Er um griff sie mit einem Arm, hob die zierliche Gestalt von den Füßen und legte ihr die Klinge an den Hals. Ein einzelner Tropfen Blut glitt über das dunkle Metall, während der schwarze Ritter Abstand zwischen sich und Großmeister der Luft brachte. "Wenn du folge leistest, wird ihr nichts passieren! Doch wenn du dich weigerst, wirst du ihren Tod zu verantworten haben!", schnitt Isis Stimme durch die Luft. Sie hatte nicht viel Zeit. Mochte sie ihren Kämpfer auch mit Schutzzaubern versehen haben, wusste sie nicht was die Elfen aufwarten könnten, um dem entgegen zu wirken. Sie war sich bewusst, dass das vielleicht die einzige Gelegenheit sein würde, sie beide zu bekommen.
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Feredir

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 11:13 pm

Er stand reglos vor dem schwarzen Reiter, sah das Wesen starr an und als er Isis Worte hörte, die Worte jener Höllenhure, von der er sich Einfluss versprochen und wegen dem er so oft mit ihr geschlafen hatte, traten seine Kieferknochen ein Stück weit hervor. Feredir war nie sonderlich schweigsam gewesen, in fast jedem Augenblick hatte er etwas von sich gegeben. Und sei es nur ein spitzer Kommentar. Jetzt jedoch schwieg er, hielt inne. Starrte den Reiter nur an und als er den Bluttropfen sah, Guineveres von der Angst erfüllte Augen, schüttelte es ihn. Das Schwert flog weit, so weit, dass man mit bloßem menschlichem Auge schon nach Sekunden nicht mehr erblicken konnte. Was geschehen war? Der Wind, eine üble Laune der Natur hatte so stark von hinten geweht, das die Klinge aus seiner Hand geflogen und die Gefahr somit von Guinevere gebannt hatte. Und langsam spürte Feredir wie etwas in ihm hoch kroch, dass er seit dem Krieg mit den Elfen nicht mehr gespürt hatte. Ein Gefühl das er versucht hatte zu unterdrücken, war aus eben jenem doch all das Leid geboren worden, dass er angerichtet hatte. Kalter, unbändiger Hass.
Der Volksmund behauptet, dass wahrer Hass nur durch wahre Liebe entstehen kann, und Feredir stellte in diesem Moment fest, dass diese Bauernweißheit durchaus eine Existenzberechtigung hatte. Ein starker, heftiger Windstoß von der linken Seite, einem Schlag gleich, dass jedem Metall spottete. Guinevere rannte zu ihm. Er umarmte sie, schob sie dann hinter sich und sah auf das Wesen, dass von Yarna geschickt worden war. „Lass dir eines gesagt sein. Ich bin der Sturm und wenn ich es will, wir nicht nur deiner Diener, sondern auch du keinen einzigen Grund mehr haben, aus dem ihr auf dieser Erde wandeln wollt.“
Ein zweiter, dann ein dritter Windstoß. Jedoch beide aus unterschiedlichen Richtungen. Das Wesen wurde nach links geschleudert, stieß dort jedoch auf den dritten Windstoß und blieb so in der Luft hängen. Der Luft, sein Element. Das er seit dem Krieg nie für Gewalttaten eingesetzt hatte. Nein, es wäre nicht richtig gewesen, doch in diesem Moment fühlte es sich richtig an.
Isis Diener, eingepresst zwischen den zwei Windströmen wie ein Rohr in einer Schraubzwinge, schien verwirrt. Und mit einem Mal war das ikonische Geräusch von Metall zu hören, das gerade brach. Das Wesen dass sich mit Metall schmückte, dessen wesentlicher Bestandteil Metall war, wurde nach und nach in seine Einzelteile zerdrückt. Denn von links, wie auch von rechts wurde der Winddruck immer stärker, brach nach und nach jede Aneinandersetzung des Metalls und was von dem Wesen übrig bleib, war nichts, bis auf einen kleinen Haufen Altmetall, den man im besten Falle noch einschmelzen konnte. Eben dieser stieg in die Luft und wurde dann mit einem einzigen, starken Schwung in die Ferne katapultiert. Er atmete durch, schloss die Augen. Öffnete sie dann wieder und stellte fest dass er zitterte, absonderlich stark.
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BeitragThema: Re: Waldinneres   Di Jan 13, 2015 11:49 pm

Die Verwirrtheit ihres Dieners rührte weniger von dem plötzlichen Angriff des Großmeisters her, sondern von etwas völlig anderem, von etwas das keinem der Liebenden aufgefallen waren, war Feredir doch zu sehr in seinem Wut und seinem Hass und Guinevere noch zu sehr unter Schock. Das Amulett hatte sich vom Hals des schwarzen Kämpfers gelöst, als dieser vom zweiten Windstoß ruckartig angehalten worden war, das Amulett, dass eine direkte Verbindung zu Isis darstellte, dass ihn schützte und ihm seine Macht gab. Das Amulett landete im Gras, ohne sein Glühen zu verlieren und Isis konnte durch dieses die Szene beobachten, konnte sehen wie ihr Diener zermalmt wurde, wie das einzige Geschöpf für das sie Gefühle empfand, getötet wurde. Wut breitete sich in ihr aus, Hass und Blutdurst, die Gefühle des Feuers, der Flammen, die Gefühle ihrer Macht. Sacht erhob sich das Amulett aus den Gräsern und fixierte den Großmeister und die Elfe, den Verräter und die Erbfeindin. Das Glühen wurde lodernder, intensiver, schwoll zum Flackernden Leuchten an, ehe sich die Flammen daraus ergossen und wie eine Schlange durch die Luft auf Feredir zuschossen, ihn umschlagen, festhielten, verhüllten und sich dann zusammen zogen, kleiner wurden, zur Größe einer Kerze schrumpften und in einem Regen aus Funken zerbarsten, Feredir fort brachten.
Während das Amuet an Farbe verlor, zunächst weiß wurde und dann zu grauer Asche zerfiel, die vom Wind hinfort getragen wurde, schwebten die Funken von Isis Flammen weiter durch die Luft, vor Guineveres Augen, die vollkommen verwirrt auf der Lichtung stand, auf den Punkt blickte an dem Feredir eben noch gestanden hatte. Ohne dass sie es merkte, war es doch für sie wohl kaum mehr als ein kleiner roter Schimmer am Rande ihres Blickfeldes, setzte sich ein winziger Funke im Weiß ihres Auges ab und war ebenso schnell verschwunden, wie Feredir.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Waldinneres   Mi Jan 14, 2015 12:12 am

Alles war so schnell gegangen - der Ritter, der erschienen war, das Schwert an ihrer Kehle, Feredirs Zorn und das Amulett, das in der Luft geschwebt war. Sie spürte den Schmerz noch an den Stellen, an denen der Ritter sie festgehalten hatte, die dünne Wunde an ihrem Hals, aus welcher sich ein wenig Blut gelöst hatte und nun eine dünne Bahn ihren Hals hinunter beschrieb, doch das war nicht das, was sie so sehr zittern ließ. Sie hatte ihn mitgenommen - sie hatte ihn einfach fortgebracht und Furcht keimte in ihrem Herzen auf, nicht einmal um ihr eigenes Leben, sondern um das Seine. Yarna würde ihn umbringen für den Verrat, den er geübt hatte und Isis' Zorn hatte sie soeben leibhaftig gespürt, die Flammen, die erschienen waren und ihn gefesselt hatten. Tränen schwammen in ihren Augen, weil sie nicht wusste, was sie noch tun sollte, wie sie ihn würde retten können, ohne dass sie damit gleichzeitig auch den Großmeistern in die Hände spielen würde - sie würde nicht eigenständig aufbrechen können, sie besaß nicht die Macht dazu, um sich allein gegen alle zu verteidigen und das, womit es enden würde, wäre ihr eigener Tod und eben jener würde ihm nicht helfen. Nichts würde ihm helfen, was sie tun könnte und als ihr Geist darüber begann nachzudenken, was Yarna ihm antun würde, begann ihr Herz sich immer wieder zusammen zu krampfen - sie wollte nicht, dass er starb, ertrug den Gedanken daran nicht, diese Ewigkeit allein zu bleiben.
„Versprich mir dass du bei mir bleibst, egal was kommen mag. Versprich es mir, bitte.“, hallten seine Worte durch ihre Gedanken. Sie hatte es ihm versprochen, sie hatte versprochen bei ihm zu bleiben, solange ihr Herz schlug, ihm versprochen bei ihm zu bleiben und bereits jetzt hatte sie dieses Versprechen gebrochen, bereits jetzt war sie nicht dazu in der Lage gewesen, ihm zu helfen. "... Es tut mir leid, Vater ...", wisperte sie in die Luft, die ihr mit einem Mal viel ruhiger und abgestandener vorkam als zuvor. Sie spürte nicht mehr die Umarmung des Windes, wie er durch ihr langes Haar strich und ihr immer wieder spielerisch ein paar dunkle Haare in das Gesicht wehte. Sie konnte ihn nicht dort lassen - nicht nach alledem, dafür liebte sie ihn zu sehr.
Letztlich war es der Gedanke an ihn und der Wunsch zu helfen, ihr Versprechen zu halten, welcher sie dazu bewog eigenständig aufzubrechen und den Wald zu verlassen, in dem sie bislang ihr Zuhause gefunden hatte, um zurück in die Hauptstadt zu kehren.
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