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Vrael
Drachenreiter
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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 10:33 pm

"Jung ist relativ denke ich" erwiderte Vrael, welcher Elijah nochmal einen kurzen Blick schenkte, wie sich dieser mit dem wenigen Rest Würde, den er bei solch einem Abgang noch aufbringen konnte aus dem Staub machte. "Ich bin beinahe einhundertvierzig Jahre alt Prinzessin, aber ja - neben all den anderen alten Wesen hier bin ich wohl noch ein richtiger Jungspund" erklärte er und nickte. "Mein Name lauter Vrael - kein Beiname. Ich bin ein Reiter und das ist alles was ich sein muss" erklärte er, wenngleich es auch durchaus Reiter gab, die einen Beinamen trugen, welche oftmals auf ihre Fähigkeiten oder große Taten in der Vergangenheit gemünzt waren. Er hatte jedoch, bis auf eine beständige Folge von Auf- und Abstiegen noch nichts zu Stande gebracht, was einen Beinamen verdiente.
"Ich hoffe doch, es geht euch gut?" meinte er, noch immer auf der Türschwelle und ehrliche Besorgnis schwang in seiner Stimme mit. "Es muss momentan für euch alles sehr viel sein"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 10:42 pm

Sehr viel für Euch ... seine Worte hallten noch einen kurzen Moment lang in ihren Ohren nach und ließen ein bitteres Lächeln auf ihren Zügen auftauchen, welches nur wenige Sekunden später wieder schwand als sie sich daran erinnerte, dass es solche Momente wohl noch allzu häufig in ihrem Leben geben würde. Momente, in denen sie überfordert sein würde, nicht mehr länger wissen würde, wem sie noch vertrauen konnte und welche ihrer eigenen Entscheidungen die Richtigen und welche die Falschen waren. Vielleicht war genau das das Los, das sie getroffen hatte, als sie geboren worden war und sie sich entschieden hatte, ihr Erbe nicht einfach in den Händen von Wahnsinnigen zu belassen. Sie wollte nach Hause, zurück an den Ort, an dem sie aufgewachsen war und der ihr entrissen wurde, noch bevor sie überhaupt alles begriffen hatte. "Die gleiche Frage könnte ich Euch stellen, Vrael ohne Beinamen", antwortete sie schließlich mit einem verhalteneren Lächeln auf den schmalen Zügen. Der andere war freundlicher als sein Vorgänger, sanfter und sie nahm ihm ab, dass er sich wahrhaft um sie Sorgen machte, statt nur seine Langeweile vertreiben zu wollen.
"Das, was ich sah, muss Euch ebenso mitgenommen haben und dennoch seid Ihr hier und interessiert Euch dafür, wie es mir geht", setzte sie nach und schob die Tür wieder ein Stück weit auf, um den anderen hinein zu lassen während sie ihn im Vorübergehen noch einmal musterte. Er wirkte nicht so alt, wie er gerade deutlich gemacht hatte, doch sie hatte inzwischen gelernt, dass das Aussehen längst nicht mehr alles über sein Wesen aussagte, das ihr begegnete und dass Alter ebenso wenig von Weisheit sprach. "Es ist schon gut. Ich komme mit den Ereignissen zurecht. Aber Danke für Eure Nachfrage."
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Vrael
Drachenreiter
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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 10:52 pm

"Ich bin ein Reiter - der Schutz aller lebenden Wesen, die ein gutes und ehrliches Herz besitzen ist meine Pflicht" erklärte er auf ihren Dank leichthin und zuckte mit den Schultern. "Ich habe in vielen Schlachten gestanden und viele Freunde sterben sehen. Man vergisst es nicht, und es wird auch nicht leichter - aber... was mit der Hochmeisterin geschah. Es ist für uns Reiter genauso natürlich wie der Tod, oder Atmen. Es gehört zu unserem Leben. Und wenn es kein Leid auf dieser Welt gebe, wie könnten wir dann das Glück schätzen lernen?" meinte Vrael und schüttelte den Kopf. "Lasst uns nicht philosophisch werden. Darin bin ich nicht gut, fragt für soetwas lieber Meister Oromis" er betrat langsam das Haus und sah sich voller Neugierde um - es war hübsch und schlicht eingerichtet, unterschied sich jedoch in einigen Belangen stark von Ellesmera - hier wirkte alles zwar durchaus elfisch, doch die EInteilung der Häuser wirkte sehr menschlich.
"Ihr habt eine Liaison mit dem Großmeister der Luft, nicht wahr?"
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 11:07 pm

Just in jenem Moment, als hätte er seinen Namen aus der Ferne gehört, kam Feredir aus einem der oberen Zimmer. Er schritt die kleine Treppe hinab, fuhr sich ein paar Mal durch die wirren, schwarzen Haaren die in halben Locken nach hinten, zur Seite und nach vorn fielen, konnte er eben diese doch noch immer nicht durch einen Hut verstecken. Dann sah er Vrael mit einem kurzen, prüfenden Blick an. Doch keinesfalls mit einem bösen, herrischen. Nein, vielmehr sprach aus ihm die Gastfreundschaft, denn wer der Junge war wusste er durchaus. Und auch wenn er ihn nicht kannte, so konnte er sich doch daran erinnern, dass er Empathie gezeigt hatte, als sich die Hochmeisterin der Reiter mit dem Jungen unterhalten hatte, der einst Guinevere zur Flucht verholfen hatte.
Zwar hatten sie dieses Thema daraufhin kurz besprochen, doch nur einen Augenblick lang, denn scheinbar schien eben diese Thematik etwas in ihr aufzureißen, dass ihr nur allzu sehr Schmerzen bescherte. Und so hatte er schließlich beschlossen, ein anderes Mal tiefer auf all das einzugehen. „Ich denke nicht, dass Liaison der richtige Begriff ist, Herr Vrael.“ Er verneigte sich erstaunlich tief, glitt darauf an Guinevere und gab ihr einen kurzen Kuss, ehe er sich wieder an den Reiter wandte. „Feredir, mit Verlaub Herr Reiter.“ Er neigte erneut den Kopf, das typische, verschmitzte Lächeln auf den Lippen.
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Vrael
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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 11:17 pm

"Nicht die Worte die ich wählen würde, sondern vielmehr jene, welche man in Verbindung zu euer Beziehung nur all zu Oft vernimmt. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht über die Liebe zwischen zwei Menschen nicht zu Gericht zu sitzen. Auch ich hege ein Verhältnis, das nicht auf breite Akzeptanz stößt. Nichts desto trotz würde ich mit ihr niemals brechen. Nicht solange ich noch einen Atemzug habe" erklärte er und schüttelte den Kopf. "Verzeiht, ich wollte euch nicht mit meiner Geschichte langweilen" erklärte er und richtete sich wieder auf.
"Ihr seht mir aus wie ein ehrlicher Mann Feredir, Avatar der Luft. Ein ehrlicher Mann mit einer unrühmlichen Vergangenheit, wie alle Männer schätze ich. Kein Mann der je ein Schwert gehalten hat kann sich einer stolzen Vergangenheit ohne dunkler Stunden rühmen, fürchte ich. Daher möchte ich euch eine Warnung aussprechen, als Mann der selbst ein Schwert in der Hand hielt: All dies ist die Ruhe vor dem Sturm. Es gibt noch immer viele, die in euch einen Verräter sehen. Einen Dieb und jemand, der sich einer Macht annahm, die ihm nicht gehörte" er schüttelte den Kopf. "Ich teile diese Meinung nicht, aber das ist unerheblich. Ich weiß nicht was noch geschehen wird. Aber am Ende holen uns all unsere Sünden ein und wir stehen vor dem Gericht unserer eigenen Moral. Achtet nur darauf, dass dieser Tag nicht zu schnell kommt, achtet auf euren Rücken"
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 11:26 pm

„Nicht mein eigener Rücken ist es, auf den ich am meisten achte.“ Seine Hand strich kurz über Guineveres Rücken und sein Lächeln, bereits vorher vorhanden, wurde ein ganzes Stück breiter. „Doch nichts desto trotz danke ich für eure ehrlichen Worte, Herr Vrael. Es ist selten dass man in diesen Tagen eine ehrliche Antwort bekommt, die nicht allein aus Ablehnung oder Anschuldigungen besteht. Und zu meiner Vergangenheit ist nicht viel mehr zu sagen als das …“ Seine eigene Moral hatte ihn bereits zu dem Zeitpunkt eingeholt, an dem er damals zugelassen hatte, das ihre Eltern starben. Untätigkeit ist nicht gleichzusetzen mit der Tat, sie ist schlimmer. Immer wieder kreisten ihm diese Worte in seinem Kopf herum. Und nach wie vor ließen sie ihm keine Ruhe, auch wenn er nichts davon zeigen wollte. In vertrauen, ruhigen Momenten, denen die er allein mit Guinevere teilte, verschwanden all diese Anschuldigungen. Doch Abseits dessen war er das, was Vrael ihm gerade bestätigte. Ein Mann, der in seiner Vergangenheit unzählige Fehler verübt hatte.
„Ich tue mein bestes, meine früheren Fehler wieder zu vereiteln. Buße zu tun und fortan ein … besserer Mensch zu sein. Doch all dies sind Themen … mhhm, Themen die an keinem Morgen gehört werden sollten, besonders nicht an einem solchen. Setzt euch bitte, setzt euch. Ich bringe euch gern etwas wenn ihr wollt, ich will kein schlechter Gastgeber sein.“ Seine Finger gingen über seinen fein geschnittenen Bart.
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Vrael
Drachenreiter
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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 11:33 pm

"Ich bin zufrieden, ich brauche wirklich nichts - vielen Dank!" antwortete Vrael und wiegelte ab. Feredir war tatsächlich ein Mensch, der im hier und jetzt lebte und keinen Gedanken an das Morgen verschwendete. Ein seltsamer Gedanke, noch seltsamer wenn er Feredirs Alter und die Gefahr in der sie schwebten bedachte. Doch Vrael wusste, dass auch er einst so gewesen war und diese Zeit kam ihm, jetzt wo er darüber nachdachte garnicht so weit entfernt vor.
"Ich habe heute bereits gegessen und Umaroth ist momentan auch auf der Jagd" erklärte er den Anderen, nahm jedoch Platz und wandte sich schließlich an Guinevere.
"Da euer Göttergatte offenbar an dem heutigen Morgen keine schwerfälligen Themen anscheinden will, worüber wollt ihr euch denn Unterhalten? Ihr war so still und ich fürchte, wir haben euch gänzlich das Wort abgeschnitten"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 11:41 pm

"Macht Euch bitte um mich keine Sorgen, Vrael. Ich wollte Euer Gespräch nur nicht unterbrechen.", lautete Guineveres Antwort, die den Kopf geschüttelt hatte und schließlich mit eben jenen Worten abwank. Wie oft schon hatte sie diese Worte gehört, wie oft schon erleben müssen, dass Leichtigkeit und Naivität keinen Platz mehr in ihrer Welt hatten und irgendwo trauerte ein Teil von ihr um diesen Verlust während sie nur mit einem halben Ohr den beiden zugehört hatte und selbst hinüber zu einem der Fenster getreten war. Wenn sie die Augen schloss war da noch immer Jonathans Gesicht und der Ausdruck in seinen Augen, wenn sie in sich hinein lauschte, dann war da noch immer die Unsicherheit darüber, ob sie sich nicht zu schnell entschieden hatte und alle anderen Recht hatten. Sie war glücklich, zumindest glaubte sie es zu sein, nach all den dunklen Stunden, aber Vrael hatte etwas aufgedeckt, das sie in dieser Form niemals betrachtet hatte - die Frage danach, was sein würde, wenn sie Erfolg hatten und ob man sie gewähren lassen würde, ob man ihr die Chance geben würde, sich selbst auszusuchen, wen sie lieben wollte und wen nicht, oder ob sie letzten Endes nichts anderes sein würde als jede andere Adlige an einem Hof.
Seufzend schüttelte sie den Kopf und verschränkte die Arme vor der Brust, schob diese Gedanken wieder weiter zurück und hätte am Liebsten geflucht, als Elijahs Stimme ihr in Erinnerung gerufen wurde. Das Volk brauchte Freiheit, frei von den Ketten einer Monarchie oder einer Tyrannei - eine Demokratie, in der es selbst entscheiden konnte. Dass es keinen Unterschied machen würde, wer auf dem Thron saß und wer nicht - dass es keinen Unterschied machte, wer gestorben war und wer leben durfte. Was war, wenn er mit alledem Recht gehabt hatte und sie nur zu blind gewesen war, um die Wahrheit dahinter zu sehen?
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Vrael
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BeitragThema: Re: Häuser    Mi Jan 21, 2015 11:54 pm

"Ich lebe jetzt seit 140 Jahren auf dieser Welt" erklärte er leise und zeigte ein schmales Lächeln. "Ich habe Häuser aufstreben und niedergehen sehen, ich habe in Kriegen gekämpft und Invasionen abgewehrt. Ich habe Menschen sterben sehen und war dabei als neue Leben erblühten. Ich habe mehrere Dynastien von Königen kennen gelernt. Einer war durch sein Blut legitimiert, einer durch Macht, einer durch Wahnsinn und einer durch das Volk. Ich habe Verrat und Freundschaft gesehen. Und nach all dieser Zeit habe ich festgestellt, dass Wünsche wahr werden können. Das zuweilen auch Wunder geschehen, wenn man es nur will und wenn man dafür kämpft" erklärte er leise, während er Guineveres Rücken betrachtete, welche einsam und verloren vor dem Fenster stand.
"Ich weiß nicht welch düsteren Gedanken ihr nachhängt, aber ihr sollt wissen, dass es neben all dem Leid auf der Welt auch gute Enden gibt. Öfter als man vielleicht denken mag"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 12:03 am

"In Eurer Heimat vielleicht", war die einzige Antwort, die von Guinevere zurück kam, auf deren Zügen erneut das bittere Lächeln Einkehr gehalten hatte, das bereits zuvor eben jene durchzogen hatte. Sie wusste nicht, wie sie es begreiflich machen sollte, was sie von alledem dachte, wie sie selbst von all diesen Dingen denken sollte und hatte sie zuvor noch vor Elijah gestanden und sich selbst verteidigt, so plagten sie inzwischen doch wieder die alten Ängste und dunkelsten Befürchtungen. Ekyne war zu irgendetwas geworden, das ihr inzwischen weh tat und sie spürte den Schmerz mit jedem Tag aufs Neue ein wenig mehr - je mehr sie zu begreifen begann, umso schwächer fühlte sie sich, gerade in Anbetracht all jener Wesen, die sie umringten. Wesen, von denen jedes Einzelne mächtig oder uralt war, wahlweise sogar beides. Reiter mit ihren riesigen Drachen, uralte Elfen mit mächtiger Magie, die Großmeister, die Elemente hatten an sich binden können, Schmiede, die Drachenglieder bekamen und Armeen führten - und in all diesen Wirren stand sie mitten drin und fühlte sich schwach, unfähig selbst etwas zu tun, das ihrem eigenen Volk zu helfen vermochte.
"Sagt, Vrael ... was denkt Ihr über die Demokratie? Über jene Worte, die einst von Lyonel Bolivar aufgeschrieben wurden - er stammte aus Eurem Reich", erhob sie dann schließlich die Stimme, weil sie das Mitleid nicht hören wollte, dass ein anderer mit ihr hatte. Es veränderte nichts und es ließ sie sich nicht weniger unnütz und hilflos in Anbetracht der Lage fühlen und über ihre eigenen Gedanken schüttelte sie den Kopf, löste die Arme aus der Verschränkung und rieb sich über die schmerzenden Augen.
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Vrael
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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 12:12 am

"Er war ein Vorbild für mich. Ich kannte ihn persönlich, war einer seiner Zeitgenossen. Er war einer der großartigsten und gütigsten Männer die ich kenne. Er war ein Visionär. Ein Poet, ein Mann der das Leben in vollen Zügen genoss und der versuchte mit Weisheit auf die Porbleme zu reagieren. Er sah die Welt und versuchte heraus zu finden wie er sie verbessern konnte. Er war mein Freund" erklärte er leise. "Doch seine Ideen forderten Opfer - und während er selbst mit einem Hammer in die Schlacht zog um die Freiheit der Menschen zu verteidigen, starben so viele mit seinen Parolen auf den Lippen. Ein Volk das sich selbst regiert. Menschen, die nur einander dienen. Das Utopia, welches Lyonel Bolivar geschaffen hat sollte auf ewig in unserem Herzen bleiben. Als Vision die es zu erstreben gilt - und als Mahnmal. Wir haben kein Utopia geschaffen. Er kämpfte sich durch eine Arena, deren Sand vom Blut zu Schlamm geworden war. Er liebte eine Frau, mit der ihm niemals Glück beschieden war." erklärte er leise.
"Die Menschen sind nicht bereit für solch einen Schritt. Das Utopia ist heute genauso unerreichbar wie damals. Es gibt keine perfekte Welt. Wir kämpfen nicht damit unsere Welt ein besserer Ort wird. Wir kämpfen, damit sie nicht von der Dunkelheit überrannt wird. Wir streiten dafür, dass die Welt so bleibt wie sie ist. Und vielleicht, mit etwas Glück etwas verbessern"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 12:19 am

"Dann sagt mir, warum Ihr hier kämpft? Warum steht Ihr und die Reiter auf der Seite der Elfen und nicht auf der der Großmeister? Dem Volk wird es gleichgültig sein, wer es regiert und wir bringen ihm nichts anderes als den Krieg und das Blutvergießen. Wir sind es, die Tausende von Opfern fordern, die es ohne uns niemals gegeben hätte und dennoch steht Ihr hier und unterstützt uns. Warum?", fragte Guinevere leise und wandte sich langsam wieder zurück zu Vrael, den jungen Reiter noch einmal musternd, der auf einem der Stühle saß und so sicher wirkte. So sicher, wie sie es niemals sein würde - sie würde niemals ein Schwert halten, niemals in einer Schlacht stehen und alles, was ihr übrig blieb, war zu beobachten, wie Menschen und Elfen mit ihrem Namen auf den Lippen fielen.
Das war nicht das, was sie wollte, so sehr sie auch ihre Eltern rächen wollte - all diese Menschen dort draußen, wen kümmerte es, wer sie regierte - welcher Bauer scherte sich darum, wem er Abgaben zu zahlen hatte und im Grunde genommen hatten sie doch bereits zuvor schon regiert. Die Großmeister hatten ihre Eltern nur gewähren lassen, solange sie den Fäden gefolgt waren, mit denen sie sie letzten Endes erdrosselt hatten. Konnte sie wirklich so egoistisch sein und ihr eigenes Volk verdammen, nur weil sie glaubte etwas Gutes damit zu erreichen und ihre eigene Rache zu bekommen? "All diese Wesen sind hier, aber jeder von ihnen hat seine eigenen Gründe und keiner von ihnen denkt an das Volk dort draußen. Ich frage mich lediglich, wie es mit den Reitern aussieht - welche Erklärung ihr für das Blutvergießen habt, das wir bringen werden."
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Vrael
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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 12:28 am

Vrael lächelte. "Eine Zukunft." antwortete er leise. "Wir stehen hier weil die Großmeister eure Eltern in dem Moment töteten, indem der Krieg zwischen Menschen und Elfen enden sollte. Wir stehen hier, weil die Reiter für Gerechtigkeit stehen - und für Frieden. Mit euch gibt es eine Zukunft für beide Völker" erklärte er ihr. Den zweiten Grund, dass die Reiter auf die Elfen angewiesen waren, dass sie ihre Schwerter und ihr Gutdünken brauchten und nicht gegen Sie in die Schlacht ziehen konnten verschwieg er. Es würde ihr nichts bringen - es würde nichts besser machen und manchmal war es besser, die ganze Wahrheit zu verschweigen.
"Irren wir uns? Ja vielleicht, aber ich glaube nicht daran. Die Reiter standen seit jeher auf ihrer eigenen Seite. Seit jeher haben wir Entscheidungen gefällt und sind diesen Kurs weiter gefahren. Und wir haben eines der größten Königreiche der Welt mit aufgebaut. Wenn wir an einen Herrscher glaubten, wurde er zum größten Leuchtfeuer der Hoffnung in seinem Zeitalter"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 12:39 am

"Es geht nicht mehr um Elfen und Menschen, Vrael. Es macht keinen Unterschied, welche Form die Ohren eines Wesens haben. Ich habe beide kennen gelernt und gehöre zu keiner Seite gänzlich und ich habe hier das Gesicht des Schreckens genauso gesehen wie bei den Menschen. Das, worum es gehen sollte, sind nicht die Elfen oder die Menschen, sondern um jedes einzelne Gesicht", erwiderte Guinevere mit einem knappen Nicken, welches sie dem jungen Reiter zeigte, der so ehrlich zu ihr gewesen war, wie nur die Wenigsten anderen, die sie umgaben. Eine Zukunft - die Reiter standen hier für eine Zukunft, die es galt jedem Einzelnen zu ermöglichen, einen Frieden zu bringen, der vielleicht mit einem Krieg herbei geführt werden musste, der aber letztlich weniger Menschen das Leben kosten würde, als all die Jahre, die unter Tyrannei und Grausamkeit folgen würden. Bauernkinder, die über die Klippe geworfen wurden, riesige Gruben voller Leichen und der beißende Gestank, der aus diesem riesigen Loch empor gestiegen war, an dessen Kante sie ein einziges Mal gestanden hatte, als man ihr hatte beibringen wollen, was notwendig war, um die Magie zu kontrollieren.
"Es ist nicht die Zukunft wegen der ich in den Krieg ziehen will. Weshalb ich das zurück will, was einst meinen Eltern gehörte und nun mir zusteht. Es sind 10 Millionen Gründe dort draußen die Waffen zu erheben und etwas zu verändern", fügte sie noch hinzu, um ihm begreiflich zu machen, was für sie selbst zählte und es war keine einzige eindeutige Seite, auf die sie sich stellen wollte. Beriadan würde die Menschen verdammen, die Großmeister würden die Elfen hinrichten und sie alle würden ihre Zivilisten als nichts anderes als als lebendes Schild gebrauchen, das sie selbst vor den Waffen der Feinde schützte.
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Vrael
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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 12:53 am

"Dann steht für sie ein" erklärte Vrael und lehnte sich zurück. "Ihr habt die Hilfe von Elfen und die Hilfe der Drachenreiter - ihr werdet auf der gesamten Welt keine fähigeren Krieger finden. Unsere Schwerter sind so scharf, dass sie Seelen zerschneiden. Drachenfeuer so heiß, dass es die Ketten der Gesellschaft schmelzen kann. Ihr müsst nur wissen wie ihr uns richtig einsetzt. Keine Armee im Laufe der Geschichte hat verloren, wenn Drachenreiter auf ihrer Seite standen" erklärte er der Jüngeren.
"Wir sind geborene Krieger und in unseren Adern fließt das wallende Blut der Schlacht. Erhebt euch aus eurem Schneckenhaus, wenn ihr eine neue Zukunft aufbauen wollt und wartet nicht darauf, dass andere es tun. Eure Vision und eure Hoffnung kann niemand anderes vertreten. Nur ihr allein" erläuterte Vrael und zuckte leichtfertig mit den Schultern. Aber in Wahrheit erkannte er sich selbst in Guinevere und wusste, dass ihr Idealismus irgendwann an den Mauern der Realität zerschellen würde.
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 1:03 am

Feredir hatte sich indes gesetzt, nachdem weder Vrael, noch Guinevere nach einem Heißgetränk gebeten hatten und inzwischen versuchte er zwanghaft sich mit dem Trommeln der Finger auf dem einfachen Holztisch von dem abzulenken, was gerade besprochen wurde. Doch man konnte sich von derlei Dingen nicht ablenken. Er würde, früher oder später Teil all dieser Dinge werden und das unterstützten von Guinevere würde Entscheidungen mit sich ziehen. Entscheidungen, derer er sich lieber entziehen wollte, denn eben diese hatte die unangenehme Angewohnheit, das sie Konsequenzen mit sich zogen, die man nur schlecht absehen konnte.
„Allerdings bringt eine Armee allein nicht mehr als Unterdrückung und Gewalt.“ Warf Feredir schließlich ein, biss sich auf die Lippe, denn eigentlich hatte er zu alledem kein einziges Sterbenswörtchen sagen wollen. „Es hängt weit mehr an der Veränderung der Umstände, als eine Armee. Vertraute, fähige Führungskräfte, Unterstützer innerhalb des Landes. Und nicht zuletzt einen Grund all dies zu rechtfertigen, denn die einfachen Leute werden kaum die längerfristigen, die humanen Änderung erkennen. Zumindest nicht, wenn es nicht sie direkt betrifft. Alles was die einfachen Leute bemerken ist, dass sich etwas Verändert. Dass eine Epoche endet und eine neue Beginnt. Und mit dem Beginn einer neuen Epoche werden nicht nur neue Chancen eingeläutet, sondern ebenso neue Gefahren. Und mit dem Aufkommen möglicher Gefahren werden Menschen jegliche Empathie vergessen, wenn es um sie selbst geht. Letztlich ist es etwas, dass uns am Leben hält.“ Das leise Trappeln der Finger auf dem Tisch verstummte, ehe er direkt zu Guinevere sah.
„Meine Unterstützung wirst du haben, egal welchen Weg du einschlägst. Das weißt du.“
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 1:20 am

Sie lächelte sacht über Feredirs Worte und trat zu ihm hinüber, ihre Hände sacht auf seine Schultern legend und mit den Fingern darüber streichend, weil sie seine Unsicherheit spürte. Sie kannte ihn inzwischen, wohl weit besser als es ihm lieb war, und sie wusste sehr genau, wie er über diese Angelegenheit dachte, wie wenig er sich mit alledem befassen wollte und wie sehr er darauf hoffte, dass sich all ihre Probleme in Luft auflösen würden, die sein Element war. Aber Vrael hatte Recht - wenn sie noch länger in ihrem eigenen Schneckenhaus verharrte, dann würde sie gar nichts ändern und alles würde beim Alten bleiben. Sie würde sich nicht von den Großmeistern zurückdrängen lassen, sie würde den Tod ihrer Eltern und ihr eigenes Exil nicht ungesühnt lassen während immer mehr Unschuldige gegen die Elfen in ihr Verderben geschickt werden würden - Bauern mit ihren Mistgabeln, weil sie verschmerzbarer waren als gut ausgebildete Soldaten, von denen das Land zuweilen viel zu wenig besaß. Es würde Grauen und Schrecken hervorrufen, Blut bringen, das die Flüsse dieses Landes tränken würde, aber nachdem Nenfaron ihnen das Wasser genommen hatte, würden sie agieren müssen, wenn sie nicht sterben wollten.
"Ich weiß und ich bin dankbar dafür, dass du an meiner Seite stehst", ließ sie Feredir leise wissen und lächelte ihm noch einmal sacht zu. Sie würde sich nicht einfach ermorden lassen, wie es mit ihren Eltern geschehen war, noch würde sie zulassen, dass sie erneut zu einer Marionette all jener Parteien werden würde, die an ihr rissen. Sie würde das zurückholen, was ihr gehörte. "Vrael, einer Eurer Reiter muss Patrouille fliegen. Wir müssen wissen, wie es im Umland aussieht und ob Ryanti noch Truppen hier hat. Einen Zweifrontenkrieg können wir uns nicht leisten, wenn wir weiter wollen."
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Vrael
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BeitragThema: Re: Häuser    Do Jan 22, 2015 1:27 am

Vrael hob abwehrend die Hände. "Ich lass euch das mal so durchgehen Prinzessin" erklärte er lachend, schüttelte jedoch den Kopf. "Aber seid froh, dass ich es bin. Wäret ihr der Hochmeisterin mit einem "müssen" gekommen, so wäre sie Postwendend aufgebrochen und ihr hättet uns nie wieder gesehen. Wir helfen euch freiwillig, ihr könnt die Reiter um etwas bitten. Aber niemand befiehlt uns etwas. Versteht mich nicht falsch, ich zürne euch nicht - ich will euch nur davor bewahren etwas falsches aus Unwissenheit zu sagen" erklärte Vrael der weitaus Jüngeren.
"Ich werde veranlassen, dass einer von uns Patroullien fliegt, zur Not übernehme ich das selbst - wenn ich Ryantianer finde, dann werden sie das Feuer bekommen, dass sie so sehr anbeten" erklärte er und fuhr sich über den Bart.
"Ihr seid nicht alleine"
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