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Ingwe

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BeitragThema: Re: Häuser    So Jan 11, 2015 6:28 pm

"Nein" antwortete Ingwe nur und in seiner Stimme lag etwas anderes, etwas dunkles und bedrohliches wie der Grund eines tiefen, uralten Brunnens. Der Elf trat nun schließlich näher an Feredir heran und sah diesem tief in die Augen. "Ihr seid geduldet in diesem Wald. Und so sehr ich auch Beriadan verachte, dafür, dass er Geheimnisse unseres Volkes verloren hat. Ihr wart es, die sie stahlen." erklärte er und sämtliche Luft im Raum schien mit einem mal stickig geworden zu sein, trocken und staubig von Äonen. "Eure Kraft, euer Wesen - all dies sind nur gestohlene Elemente unserer Kultur" langsam legte Ingwe eine Hand auf Feredirs Brust und dessen Haare wurden grau, sein Gesicht verlor an Farbe und Falten durchzogen sein Gesicht wie feine Furchen eine Kraterlandschaft. "Euer Leben ist gestohlen und ich sehe die Leben hunderter Elfen die ihr getötet habt in euren Augen. Wagt es nie wieder mir zu befehlen, was sich für mich schickt und was nicht, Kind der Sterblichen. Auch deine Zeit ist nur geliehen und Lady Nyaralin hat sich nur noch nicht entschlossen sie zurück zu fordern. Also geh mir aus dem Weg"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    So Jan 11, 2015 6:37 pm

"Hör auf!", warf Guinevere ein, die im ersten Moment lediglich vollkommen erstarrt geblieben war und mit Schrecken hatte mitansehen müssen, was der alte Elf mit Feredir tat - wie sehr sich der Schmerz in den Augen des Mannes wiederspiegelte, den sie noch vor einigen wenigen Momenten geküsst hatte. Das alles war ihre Schuld, sie allein war der Grund für all dieses Leid, ihre eigene Familie und Beriadans Fehler und nie zuvor verfluchte sie ihre eigene Existenz mehr als in diesem Moment. Dieser ganze Krieg schaffte es noch nicht einmal, sich nicht im Wald auszubreiten und grob schob sie sich nach vorn, löste Ingwes Hand von Feredirs Brust und stieß den alten Elfen zurück, sich schützend vor Feredir aufbauend und die Arme ausbreitend. Es war ihr gleichgültig, was mit ihr selbst geschah, was sie von alledem zu erwarten hatte und wie sehr der fremde Elf ihr weh tun würde - es war ihre eigene Erbschuld, die diesen Krieg und all das Elend verursacht hatte.
"Ihr seid grausam und nicht viel besser als die Menschen in diesem Land. Ihr gebt niemandem eine Chance darauf, sich zu verändern und ich verachte Euch genau dafür. Tut mir weh, denn letztlich ist es mein Blut, das diesen Krieg heraufbeschworen hat und nicht Feredirs. Lasst ihn gehen! Er hat Euch nichts getan und Ihr habt in diesem Land nichts zu suchen!", grollte sie finster, nicht bereit auch nur einen einzigen Schritt zur Seite zu machen. Wenn sie sonst nichts tun konnte, vielleicht würde sie etwas hier ändern, selbst wenn sie es nicht mehr glaubte - das, was sie erwartete, war, dass er seinen Bogen zog und auf sie schoss. "Ich bin nicht anders als er. Ich bin ebenso eine Staubgeborene wie er. Gebt uns wenigstens ein paar Minuten, wenn es Euch schon Freude bereitet alles zu zerstören!"
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Ingwe

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BeitragThema: Re: Häuser    So Jan 11, 2015 6:43 pm

Ein paar Minuten - wie selbstsüchtig und falsch sich dies in Ingws Ohren anhörte. Die Kleine glaubte soetwas wie Liebe gefunden zu haben, aber Ingwe wusste es besser - soetwas wie Liebe konnte man bei den sterblichen, die so sprunghaft in ihrem Leben waren niemals erwarten. Wahre Liebe - jene die ewig zu halten vermochte konnte man nur zwischen zwei Elfen finden und in diesem Moment wünsche sich Ingwe weit fort von hier nach Alalea zu seiner Frau, welche er seit so langer Zeit nicht mehr gesehen hatte. Und dennoch, hier und jetzt am Scheidepunkt eines weiteren Krieges ermüdeten ihn die Selbstsucht des Mädchens nur.
"Ein paar Minuten - ich bin mir sicher, dass dein Vater auch nicht viel länger gebraucht hat um all das Unglück herauf zu beschwören. Du hast Recht, es ist dein Blut und das deines Vaters, dass diesen Krieg herauf beschworen hat und ich bin mir sicher, dass er noch zur Rechenschaft gezogen wird für die Erbsünde, die er ins Leben rief. Also geht, oder wollt ihr dem Beispiel eures Vaters folgen?"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    So Jan 11, 2015 7:00 pm

Eine merkwürdige Mischung aus Trauer und Wut vermischte sich in ihrem Geist, trieb ihr die Tränen in die Augen und ließ jenen Ort, den sie einst noch als Heimat empfunden hatte, viel kälter und enger wirken als sie es jemals gedacht hatte. Dies hier war nichts anderes als das Gefängnis bei den Großmeistern, in das man sie sonst gesteckt hätte und wenngleich sie sich hier auch frei bewegen konnte, so war sie dennoch nicht viel mehr als eine Gefangene, eingekerkert in einer unsichtbaren Schutzbarriere, die sie davon abhielt, fort zu kommen. Sie verdammten sie, das spürte sie hier einmal mehr als sie den Blick in den Augen des Elfen sah und das, obwohl sie es sich niemals ausgesucht hatte, als wer sie geboren worden war und wer auf ihrer Seite stand - niemand hatte sie je gefragt, ob sie das elfische Blut in den Adern haben wollte oder ob sie als Tochter des Königs dieses Landes geboren werden wollte. Das Einzige, was sie gewollt hatte, war nach alledem, jemand, der bei ihr blieb und an den sie sich wenden konnte - die Liste, derer, die darauf zu trafen, war inzwischen um eine Person erweitert worden und es schmerzte darüber nachzudenken, jetzt wieder zu gehen, während sie nicht wusste, was mit Feredir geschah, vor dem sie noch immer stand.
Sie wollte von hier fort - fort aus dem Elfenwald und dem Land, das ihr kaum etwas Gutes gebracht hatte und in ihrem Geist begann ein Plan zu reifen, den sie selbst nicht einmal für möglich gehalten hatte. Wenn sie hier nicht erwünscht war, würde sie eben wirklich gehen und ein anderes Land finden, in dem sie glücklich sein durfte - ein Land, in dem es nicht zählte, wer sie war oder für wen sie etwas empfand, in dem es einfach egal sein würde. "Fein, dann bleibt eben."
Noch einmal wandte sie sich zu Feredir herum, Ingwe einfach links liegen lassend, weil sie gegen ihn nichts würde ausrichten können und so beschloss sie jene paar wenigen Minuten, die ihr gegeben worden waren, einfach zu nutzen, gleichgültig, ob der Elf nun hinter ihnen stand oder nicht. Zaghaft glitt ihre Hand hinauf zu seinem Gesicht, in welchem inzwischen kein Anzeichen des vorherigen Alterungsprozesses zu erkennen war und ein schmerzliches Lächeln verzerrte ihre weichen Züge. "Ich lasse nicht zu, dass sie dir weh tun. Ich hab es dir versprochen", flüsterte sie leise, die Tränen fortblinzelnd, die sich in ihren Augen gesammelt hatten und an ihren schwarzen Wimpern klebten. "Ich muss gehen, bevor er dich verletzt. Er wird uns keine Sekunde gemeinsam geben", führte sie leise fort und streckte sich noch einmal zu ihm nach oben, die andere freie Hand auf seine Brust legend, den sanften Herzschlag des anderen spürend, der dazu führte, dass sie den Zorn wieder verlor und nichts als Schmerz und Trauer übrig blieb, der sie gefangen nahm. "Danke", wisperte sie, noch an seinen Lippen nachdem sie sich wieder von ihm gelöst hatte. "Dafür, dass du mir das gezeigt hast."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    So Jan 11, 2015 7:10 pm

Ein trübes Lächeln huschte über sein Gesicht, doch als er die Worte von Guinevere hörte, hellte dieses Lächeln auf und er fuhr ihr ein letztes Mal durch die Haare, die einen so angenehmen Impuls bei ihm auslösten. Ebenso wie ihr, Kuss, ihre Berührung, ihr Blick. „Ich habe dir zu danken, Guinevere. Denn du hast mir ebenfalls etwas gezeigt und etwas widerlegt, von dem ich selbst nicht geglaubt habe, dass es überhaupt möglich ist.“ Sein Daumen glitt über ihre zarte Wange, wischte ihr eine verirrte Träne weg, ehe er sie erneut küsste. „Ich werde bei dir bleiben, das schwöre ich. Egal wo du hingehst, der Wind wird dir stets gewogen sein.“ Sein Lächeln klarte sich noch weiter auf, in der Hoffnung er könnte so auch die dunklen Gedanken vertreiben, die er in ihrem Gesicht sah. „Dir wird kein Leid geschehen, hörst du?“ Seine Hände umrahmten ihr feines Gesicht.
„Ich verspreche dir, niemand wird dir etwas antun. Ich bin geflohen, hier aufgetaucht um zu helfen. Und langsam begreife ich, wem noch zu helfen ist. Und wer diese Hilfe annehmen wird, ohne dass er vor Abscheu nur den Kopf darüber schütteln kann.“ Er nahm ihre Hände, fügte sie zusammen und küsste sie. „Vertrau mir.“
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    Fr Jan 16, 2015 10:30 pm

Es fühlte sich an wie der Himmel, zumindest so wie das Sinnbild, dass er sich immer unter diesem vorgestellt hatte. Auf seiner Haut lag ein weicher Stoff, doch konnte er diesen im ersten Moment, da er die Augen aufschlug nicht einmal als Stoff identifizieren. Es war lediglich ein wohlig warmes Gefühl das er spürte. Wärme, von der Ferne her die bekannten Waldgeräusche, leise Schritte in der Ferne, vermutlich in der unteren Etage. Er musste wieder in seinem Haus sein, schlussfolgerte er. Seine Zunge war ein wenig pelzig, hatte einen seltsam bitteren Geschmack, zweifellos von Ingredienzien, verschiedenen Arzneien die ihm die Elfen verabreicht hatten. Die Elfen … bei eben diesem Stichwort schlug er seine Augen weit auf, warf die Decke zur Seite und fuhr mit dem Oberkörper hoch. Doch der plötzliche Schwindel der ihn daraufhin erfasste, zwang ihn, sich wieder zurück zu bewegen, die Decke wieder herum zu schlagen und dem Kreislauf erneut die angenehme Ruhe durch die Wärme zu verschaffen.
Beriadan … er erinnerte sich daran das er ihn gepackt hatte, dass er geschrien hatte, zuerst ihn, dann Guinevere. Er hatte versucht etwas zu sagen, und danach … danach war es dunkel, schwarz geworden und er war erschöpft mit dem Kopf nach hinten gesackt. „Guinevere …“ Ging es ihm erneut durch den Kopf. Er wusste noch immer nicht wie sie ihn gerettet hatte, ob sie selbst dabei Verletzungen davon getragen hatte, auch wenn er auf den ersten Blick keine gesehen hatte. Ob Beriadan ihr noch immer grollte.
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Häuser    Fr Jan 16, 2015 10:43 pm

"Nicht ganz" lautete die Antwort, welche Feredir bekam und Beriadan legte dem anderen ein feuchtes Tuch auf die Stirn, welches nach allerlei Kräutern duftete und sich seltsam warm auf der Haut anfühlte. "Sie befindet sich momentan unter der Obhut ihrer Majestät Nyaralin um dort zur Ruhe zu kommen, nach all den aufregenden Tagen" erklärte er dem anderen und trocknete dann seine Hände an einem weißen Stoff ab, welcher in der Nähe hing. "Ich denke, das wird ihr gut tun. Alles in allem" er schüttelte den Kopf und setzte sich schließlich auf einen Stuhl aus Weißholz, ehe er aus Mandelförmigen Augen Feredir betrachtete.
"Es gab einmal einen alten Mann, der liebte eine Frau. Die Frau war hübsch - schöner als der Sonnenuntergang, lieblicher als eine Blume im Mondlicht und sie strahlte Heller als die Sterne am Firmament. Der alte Mann war ebenfalls von schöner Gestalt - ein Greis im Körper der Jugend. Und der alte Mann glaubte alles über die Welt zu wissen und jede Gefahr zu kennen. Er verwarf alle Besorgnis und gab sich ihr hin. Es war eine Liebe, reiner und stärker als es sie jemals zuvor gab. Doch der alte Mann war ein Narr. Sein Alter und seine Arroganz hatten ihn blind für die Wirklichkeit gemacht.
Blut löste die Bande der Liebe - Schwerter traten an Stelle der Zärtlichkeit und Hass brannte statt der Liebe im Herzen des Alten und entfachte eine ewige Glut, als Leben Tod erschuf"
erklärte Beriadan leise und sah Feredir an. "Können wir aus den Fehlern unserer Vergangenheit lernen Feredir?"
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BeitragThema: Re: Häuser    Fr Jan 16, 2015 10:56 pm

Verwirrung, reiner Unglaube und ja, auch ein gewisses Maß an Erleichterung war in seinem Blick zu erkennen, auch wenn er der Ruhe noch nicht recht traute. Als Beriadan mit dem feuchten Lappen auf ihn zugegangen war, hatte er geglaubt eine ähnliche Tortur wie bei den Großmeistern würde ihn erwarten. Von einem starken Narkotikum betäubt und dann mehrere Meter tief unter der Erde vergraben. Doch es kam zu nichts dergleichen, er versuchte lediglich das Fieber zu senken, zumindest glaubte er das er solches hatte, denn in Regelmäßigen Intervallen wurde ihm kalt und wieder warm.
Es war schon absurd, denn seit sechshundert Jahren hatte er keinerlei Krankheit mit sich herum tragen müssen, doch Yarna hatte ihm einen derart großen Teil seiner Macht geraubt, dass er einige Tage, vielleicht eine Woche dauern würde bis er wieder ganz der Alte war. Und bis dahin waren sein Körper, und somit auch seine Abwehrkräfte anfällig für jegliche Krankheiten.
„Ich glaube dass wir künftig besser darauf achten können. Auf dass … was uns vorher passiert ist.“ Antwortete er schließlich und es schlug ihm erstaunlich stark aufs Gemüt. Die Geschichte die Beriadan dort erzählte war ihm bekannt. Und die Figuren in eben dieser, konnte wohl jedes Kleinkind benennen. „Doch bestimmte Fehler passieren uns, weil wir Lebewesen mit einem eigenen Verstand sind. Und ein eigener Verstand bildet sich nicht aus Logik, sondern aus Eindrücken, aus unserer Umwelt. Und da diese nicht perfekt sind, werden auch wir nie perfekt sein und somit auch nicht unsere Entscheidungen. Und auch die Dinge nicht, die wir schon einmal falsch durchgeführt haben. Daher denke ich, dass wir aus Fehlern lernen, dieses Wissen jedoch nicht immer hilft.“
Sein Rachen fühlte sich unheimlich rau an, dem Borstenbart des alten Nenfaron gleich. „Warum … fragst du?“ Die Frage auf darauf, warum er mit einem Mal so zuvorkommend war, wäre nur unhöflich und gleichzeitig auch unpassend gewesen. Also ließ er sie aus, stellte stattdessen die naheliegenste.
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Häuser    Fr Jan 16, 2015 11:19 pm

"Weil ich mir diese Frage schon oft gestellt habe" erläuterte Beriadan und warf Feredir einen kurzen Blick zu, ehe er den Kopf schüttelte. "Während all den Jahrhunderten habe ich stets gedacht, ich würde das Richtige tun. Und wenn schon nicht das Richtige, dann zumindest was Notwendig war. Und dieser Gedanke, jene... Überzeugung saß so stief in mir wie ein Pfahl in meinem Fleische. Es trieb mich voran und erlaubte mir trotz all dem Leid niemals die Hoffnung zu verlieren" erklärte er leise und schüttelte den Kopf. Er wusste selbst nicht einmal mehr genau, wieso er zu Feredir gekommen war. Doch die Angst und die Verzweiflung in den Augen seiner Tochter, die Maßregelung durch Arandur und die Kritik der Elfenkönigin hatten sogar jemanden wie ihn zum Nachdenken angeregt. Und von all jenen die es in diesem Wald gab. War Feredir der einzige mit dem er reden konnte - der einzige, der die gleiche Vergangenheit hatte. Feredir, so sehr ein tiefes Gefühl der Abscheu auch noch immer in ihm loderte, war das, was einem Freund am nächsten kam.
"Ich kam einst in dieses Land um die Kultur meines Volkes in die Welt zu tragen. Mit mir kamen zehntausend meines Volkes. Wisst ihr, wie viele nun am Ende übrig sind? Sechshundert." Beriadan löste eine kleine Schnur um seinen Kragen und ließ seinen Mantel zu Boden fallen. Sein Oberkörper war von zahlreichen, weißen Narben übersäht. Doch diese Narben verblassten und waren kaum zu sehen über dem was darüber lag. Tausende Blumen. Mit feinster Kusntfertigkeit auf seinen Oberkörper tätowiert - eine neben der Anderen, einem Blütenmeer gleich. "Firondil sagte einst, ich würde es nicht verstehen. Eine Blume für jeden toten Elfen" meinte er leise. "Ich trage sie auf meinem Leib, wie ich auch die Schuld für ihren Tod auf meiner Seele trage. Ich habe mein eigenes Volk und mich selbst überdauert. Wir stehen am Scheideweg und ich spüre tief in mir, das meine Geschichte im Begriff ist zu Enden"
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BeitragThema: Re: Häuser    Fr Jan 16, 2015 11:41 pm

Stillschweigend sah er sich die Tätowierungen an, versuchte zu verarbeiten was er da gerade. Denn was er sah und hörte verstand er durchaus, doch im Gegensatz zu dem rein objektiven Teil der sich nur darauf bezog was die Worte ausdrückten, konnte er in rein zwischenmenschlicher Ebene weder verstehen, warum er gerade ihn aufgesucht hatte, noch was er jetzt tun, wie er sich verhalten sollte und was von ihm erwartet wurde. „Es … tut mir Leid..“ Gestand er schließlich, denn ihm war durchaus bewusst das er an all diesen Toten ebenfalls eine Schuld trug. Eine Schuld die an dem Tag begonnen hatte, an dem er die Luft an sich gebunden hatte und mit eben dieser Macht Elfen getötet und zurückgedrängt hatte.
„Jede Geschichte endet einmal. Aber viel wichtiger als ihre Länge ist ihr Inhalt, ihre Bekanntheit. Ihre Akzeptanz.“ Es war freilich seltsam das er hier im Bett lag, mit hohem Fieber und einer flachen Atmung. Und vor sich einen anachronistischen Elfen, ein Geschöpft das die Veränderung der Zeit bereits seit mehreren Jahrhunderten nicht mehr interessiert hatte und das eben dadurch nicht mehr war als ein Relikt. Die Regeln hatten sich geändert, er indes hatte jedoch nach wie vor an den bewährten Regeln festgehalten. Einige würden es dumm, wieder andere mutig nennen. Feredir nannte es beim Namen, starrsinnig. „Und wenn euch die Hoffnung fehlt … dann sucht sie, wenn ich euch diesen Vorschlag machen darf, nicht in festgefahrenen Stigmen. Sucht sie in dem Versuch, eine bessere Welt für die Elfen zu schaffen. Und besser wird sie, egal durch wie viele Kriege noch folgen möchte, sicherlich nicht.“
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Häuser    Fr Jan 16, 2015 11:55 pm

"Die Welt ist grau, der Berg ist alt, die Essen leer, die Asche kalt, kein Harfner singt, kein Hammer fällt; das Dunkel herrscht in seiner Welt" flüsterte er leise und sah Feredir an, schüttelte den Kopf. "Die Dunkelheit hat mein Herz befallen und meinen Geist verfigtet. Wir Elfen sind nicht wie ihr Menschen Feredir. Wir sind nicht sprunghaft. Wir ändern uns nicht. Wenn wir es doch tun, dann weil irgend ein Ereignis unsere Welt so sehr trifft, dass wir aus dem Gleichgewicht geraten. Ist ein Kurs einmal eingeschlagen" er verstummte. "Ich spüre es tief in mir. Und mit diesem Gefühl kommt die Gewissheit, dass ich nie wieder nach Alalea zurück kehren kann. Nicht weil ich es nicht will. Nicht weil man es mir verbietet. Ich kann es nicht" erklärte er leise und zog sich wieder den Mantel über. "Ich bin Alt Feredir und meine einzige Freude im Leben ist nun meine Tochter und ich weiß tief in mir, dass ich ihr einen dunklen Pfad bereite"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 12:15 am

"Von all den Worten, die ich bislang von Euch gehört habe, Beriadan, sind dies wohl die Wahrsten, die Eure Lippen verließen", mischte sich eine kühlere, harsche Stimme mit ein, der feste Schritte folgten ehe die schlanke Gestalt einer hochgewachsenen, schwarzhaarigen Elfe den Raum betrat. Die dunklen, blauen Augen glitten von Beriadan, hinüber zu den kränkelnden Großmeister und für einen kurzen Moment lang floss ein abwertendes, kaltes Lächeln über ihre Lippen, das nur allzu rasch wieder verschwand, eine ihrer Hände ruhte auf dem Griff eines schwarzen, aus Sternenstahl gefertigten Einhänder, den sie in einer Lederscheide an ihrer rechten Seite trug. Ein Kopfschütteln, vielmehr ließ sie angesichts Feredirs Anblick nicht von sich verzeichnen, wenngleich sie sich auch unlängst ein Bild all dessen gemacht hatte, was Oromis hier verbrochen hatte und weshalb sie nun doch hier waren, um zu helfen, weil sie den Freund nicht hatte sterben lassen können - was die Großmeister anging, so hatte sie mehr als das Häufchen Elend, das hier vor ihr lag, erwartet und so setzte sie zu einer knappen Verbeugung an. "Caladhiel Ithilwen, mein Name. Einer meiner Drachenreiter rief mich hierher, um Euch um Kampf gegen die Großmeister zu unterstützen", stellte sie sich schließlich vor und setzte ein paar Schritte durch den großen Raum ehe sie Beriadans Mantel griff und ihm selbigen wieder zurück reichte.
"Wenngleich ich mich auch frage, ob sich dieser Kampf lohnt, wo doch bereits Fieber den Wind außer Gefecht zu setzen vermag", fügte sie schließlich spöttelnd anbei und hob die Hand, um jeden weiteren Widerspruch des entkräfteten Kranken hier in dem Bett, der von seinem Erzfeind gepflegt wurde, abwiegelte. "Ich muss gestehen, ich bin überrascht hier ausgerechnet jene beiden Wesen vorzufinden, von denen ich bislang nur hörte, sie wollten sich aufgrund eines einzigen Mädchens am Liebsten gegenseitig zerreißen. Ebenso bin ich über so viel Pathos überrascht und gemessen an den Ereignissen hielt ich es für sinnvoll mir selbst durch eure Erzählungen ein Bild von der Lage zu machen."

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"When I thought that I fought this war alone
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 12:36 am

Es war erstaunlich mit welchem Selbstbewusstsein diese Frau durch zu ihnen gekommen war, mit welchem Mut sie die beiden Männer angesprochen hatte und welche Belustigung in ihren Augen lag, als sie sie beide nach ihrem Maß bewertete. Es waren die Worte einer freien Frau, keines Heimchens dem Zuhaus Schläge vom Alten drohten, weil sie zu lange weg gewesen war. Nein, allein in ihrem stolzen Blick konnte man erkennen dass sie nie eine Diskriminierung erlebt hatte, noch mit Chauvinisten zusammen gelebt und auch wohl nie einer typischen Frauenarbeit nachgegangen war. Denn das was da an ihrer Seite baumelte, war kein Geschirrtuch, sondern ein Schwert. Ein verteufelt einzigartiges, und wie ihm schien auch teures Schwert. Doch die größte Entrüstung folgte, als er die spitzen Ohren der Frau sah und die ihm die Herkunft ihrer Rasse darlegten.
„Drachenreiter…“ Murmelte er leise und versuchte sich ein Bild von eben jener Bezeichnung zu schaffen. Er kannte Drachen nur aus alten Geschichten, die sich die Kinder vorm Schlafengehen erzählten oder die dann berichtet wurden, wenn alte Greise in die Stadt oder ein Dorf kamen und sich so ein paar rote Heller verdienen konnten. „Es freut mich … euch zu sehen, Caladhiel Ithilwen.“ Er stemmte sich einen Augenblick lang nach oben, deutete dann eine Verbeugung an, und erneut und entgegen allem Sinn und Verstand, griff er einen Augenblick lang aus alter Gewohnheit an seinen Kopf und versuchte, einen nicht vorhandenen Hut zu ziehen.
„Leider kenne ich weder euch noch die genaue Definition eurer … Drachen – Reiter, richtig?“ Er sprach das Wort sehr langsam und in einzelnen Silben aus, ganz so, als wäre es vollkommen unbegreiflich dass es so etwas überhaupt gab. „Und dass dies hier für … Verwirrung sorgt, kann ich durchaus nachvollziehen ... allerdings nun, ich bin gerade erst zu mir gekommen und was ich weiß ist … löchrig. Ich, nun, ähm ..“ Sein Unwissen darüber was bisher passiert war, wurde ihm mit einem Mal unglaublich peinlich. Vor allem vor der fremden Frau, die ihn noch immer mit einem kritischen Blick taxierte. „Beriadan, der Elfenfürst dieses Landes verwickelte mich in ein … Gespräch?“ Er sah in fragend an, denn ein wirkliches Gespräch war es nicht gewesen, vielmehr ein Monolog des Elfen über seine bisherigen Leiden. „Nun … ja.“
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 12:51 am

Beriadans Blick fiel auf die Elfe, die nun herein getreten war und er schwieg für eine Weile, ließ Feredir sprechen, während er überlegte wie er nun mit dieser neuen und unerwarteten Situation umgehen sollte. Er hasste es mit einem Mal wie viel Aufmerksamkeit sie bekommen hatten - spürte in sich wieder jenen menschlichen Zorn, welcher ihn sooft ergriff und einen Sturm in seinem Herz verursachte, der sämtliches Denken hinfort spülte. So viele Wesen, die glaubten, dass sie ihm sagen könnte was er zu tun und zu lassen hätte. Leute die kamen um über sein Volk zu bestimmen, nachdem sich Jahrhundertelang niemand auch nur einen Dreck um sie gekümmert hatte.
Doch der Zorn, zuvor angebrandet wie eine Welle verklang auch recht schnell, als er nicht dazu kam sich zu äußern, sondern Feredir immer noch weiter sprach und jener Moment der Wut verging, glitt hinfort.
"Ich danke euch, dass ihr gekommen seid" antwortete er schließlich, nachdem er die traditionelle Begrüßung vollführt hatte. "Wir sind in Zeiten größter Not und benötigen jede Hilfe die wir bekommen können. Die Großmeister werden nicht mehr lange zögern, bis sie uns angreifen"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 1:01 am

"Das haben sie bereits. Der Großmeister des Wassers hat bereits das Wasser dieses Waldes gänzlich zurückgezogen - Oromis und die Elfen suchen im Augenblick nach einer Lösung für all das hier. Eure Patrouillen wurden von den Grenzen zurück gezogen während wir uns hier auf den Krieg vorbereiten", lautete Caladhiels einzige Antwort auf die Worte des älteren Elfen, der in ihr selbst nicht viel mehr als ein einziges müdes Lächeln hervor gerufen hatte und noch während die Reiterin selbst all jene Dinge durchging, die Oromis ihr von alledem hier mitgeteilt hatte, haderte sie für einen Augenblick mit sich selbst - damit, ob sie ihm sagen sollte, dass sie nicht seinetwegen oder wegen seines Volkes hierher gekommen war und dass die tragische Geschichte hinter diesem Reich sie im Grunde gar nichts anging. Dass sie nun deshalb hier war, weil einer der ihren in Gefahr war, doch letztlich hätten diese Worte nicht viel mehr als weiteres böses Blut gebracht, von dem sie definitiv genug hier hatten. "Was ich mich frage ist, weshalb hier einer der Großmeister liegt und versorgt wird? Weshalb er gerettet wurde und warum ihm geglaubt wird, nachdem er all die Zeit vorher gegen die Elfen gearbeitet hat", führte sie fort während ihr Blick noch einmal über Feredir wanderte, der bislang entkräftet und gänzlich desorientiert wirkte. Diese ganze Geschichte hier war absurd, wenn sie darüber nachdachte - es war lächerlich gemessen an dem Leid, das diese Menschen verursacht hatten, traurig, dass so viele für die Eitelkeit eines Einzelnen ihr Leben hatten verlieren müssen.
"Eure Worte sind mir gleichgültig, Magier. Solange Ihr Euch nicht bewiesen habt, habe ich keinen Grund Euren Worten und Euren Ansichten zu glauben. Ich habe nur sehr ungern den Feind bei mir", wandte sie sich knapp an den Großmeister ehe ihre Aufmerksamkeit zurück zu Beriadan glitt. "Wir führen diesen Krieg also wegen einem Fehler, den Ihr einst gemacht habt. Ihr wart lange Zeit Feinde aber es gab niemals einen großen Krieg bis sich Eure Ahnin in den Großmeister verliebte und ihn befreite und nun seid Ihr, Beriadan, an der Stelle, an der einst der menschliche Vater Eurer Geliebten stand ... könnt Ihr ihm vertrauen? Sagt mir ehrlich, ob Ihr wollt, dass er hier und am Leben bleibt und er wird nichts vor uns zu befürchten haben."

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 1:10 am

Beriadan knirschte kurz mit den Zähnen, während er einen Blick zu Feredir warf. Hier vor ihm stand eine Frau, welche es ihm ermöglichen würde mit nur einem Wort Feredir endlich los zu werden. Er spürte, dass Caladhiel Feredir nicht hier haben wollte - aus soldatischem Kalkyl. Sie würde ihn loswerden - auf die eine, oder andere Weise.
"Nein" antwortete er leise und schüttelte den Kopf. "Ich will es eigentlich nicht. Aber ihr sagtet bereits, dass ich nun an der Stelle eines Mannes stand, der diesen Krieg genauso zu verantworten hat wie ich damals. Mittlerweile ist dieser Mann tot, seine Asche in alle Winde verstreut und Disteln wachsen auf seinem Grab, aber seine Bürde lebt weiter. Hätte er damals anders entschieden..." er verstummte.
"Meine Tochter vertraut ihm und ich selbst habe mir damals nichts anderes mehr gewünscht als eine Chance zu erhalten. Jetzt habe ich die Chance ein altes Unrecht wieder gut zu machen und vielleicht einen ewigen Kreislauf zu durchbrechen. Also nein, ich glaube nicht das es gut ist. Aber ich habe mich schon mehr als einmal geirrt und meine Tochter vertraut ihm. Sie kennt ihn besser als ich"
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 1:27 am

Bei Beriadans erster Antwort war Caladhiels Schwert aus der ledernden Scheide geglitten und die schwarze, gewundene Klinge auf Feredir gerichtet. Noch einmal glitt ihr Blick über das blasse Gesicht des Großmeisters, der dort lag und weder mit der Situation zurecht zu kommen schien, noch sich gut zu wehren vermochte - es wäre so einfach, ihn jetzt zu vernichten und diesem Reich sein Element zurück zu geben, dass dieser Mensch einst gestohlen hatte, so einfach wieder einen Teil des Gleichgewichts zurück zu geben und ihnen damit in diesem Krieg bessere Chancen zu geben. Dann jedoch sprach Beriadan weiter und langsam ließ sie ihre Waffe wieder sinken, wandte sich zu dem alten Elfenfürsten zurück und nickte ihm knapp zu. "Ihr habt Euch entschieden und ich akzeptiere Eure Wahl. So ungern ich ihn hier in diesem Wald sehe, dies ist nicht mein Reich und nur Ihr habt über seine Zukunft zu entscheiden", lautete schließlich ihre Antwort ehe das schwarze Reiterschwert seinen Weg zurück in die Lederscheide fand, wenngleich die Finger der Elfe noch immer um dessen Griff ruhten.
"Solltet Ihr ...", begann sie an Feredir gewandt "uns verraten oder unseren Befehlen keine Folge leisten, werde ich es sein, die Euer Leben endgültig beenden wird. Seid dankbar für die Entscheidung des Fürsten, Euch das Leben zu schenken - ich wäre bei Weitem nicht so gütig gewesen." Es brachte nichts, sich weiter mit diesen Dingen zu befassen, nicht jetzt, wo sie sich vorbereiten mussten und so nickte sie Beriadan noch einmal zu, als sie an ihm vorüber zur Tür zurück schritt und das Zimmer verließ, in dem sie zuvor so viele Paradoxen gefunden hatte.

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 5:41 pm

Er fühlte sich noch immer schwach auf den Beinen, doch das Fieber war inzwischen abgeklungen. Alles was blieb war ein leichtes Kältegefühl, doch war dieses mit keinem Kleidungsstück der Welt zu überwinden, sodass er in einer einfachen Wollhose und einem weißen Leinenhemd, dessen Nesteln bis zur Hälfte verschnürt waren durch den Wald zog. Wo Guinevere war hatte man ihm nicht sagen wollen, zumindest zum Anfang nicht. Er hatte einige Male geglaubt sie zu sehen als er, überwältigt vom Fieber die Augen aufgeschlagen hatte. Doch im Delirium war ihm dies derart surreal vorgekommen, dass er nicht sagen konnte ob dies die Realität gewesen war, oder nur ein Traum, ein Trugbild. Man hatte ihn schließlich darüber informiert was passiert war. Es war irgendein elfischer Diener, wobei er nicht wusste wer genau ihn gesandt hatte, doch war dies auch nicht wirklich von Belang.
Doch Guineveres aktuellen Aufenthaltsort hatte er schnell herausfinden können. Denn weder befand sie sich bei Beriadan, noch bei dem seltsamen Reiter der ihn scheinbar gerettet, von dem er selbst bisher aber noch nichts gesehen hatte. Also bleib als Vertrauensperson nur noch die Frau, die ihm schon bei ihrer ersten Begegnung den Atem geraubt hatte. Nicht durch ihre Weiblichkeit, auch wenn sie unweigerlich hübsch und anmutig war. Nein, es war ihre ruhige, bestimmte Art. Allein ihr Blick, in dem Weisheit und eine tiefe, innere Ruhe lag. Und das Lächeln, das einen Glauben ließ jegliches Übel in der Welt sei doch gar nicht so schlimm. „Herrin.“ Begrüßte er sie mit leiser Stimme und verbeugte sich leicht. „Ich freue mich euch erneut zu sehen … leider kann ich dies nur noch über wenige sagen, die sich hier befinden.“
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Nyaralin
Königin der Elfen
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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 5:56 pm

"Es freut mich, Euch hier zu sehen und zu erkennen, dass es Euch besser geht als in den vergangenen Tagen", lautete die erste Antwort, welche Nyaralin verlauten gab und sanft neigte sie den Kopf ein Stück weit, um Feredir jenen Respekt zu zollen, welchem ihm in ihren eigenen Augen zustand. Ein paar der Heiler hatten sich während der letzten Tage um ihn gekümmert und dafür Sorge getragen, dass er zurück zu seiner ursprünglichen Kraft fand, nach all den Ereignissen, während die Krieger der Elfen und jene der Reiter die Strategien des nahenden Krieges besprochen hatten. Es war erstaunlich, zu welchen Untaten Menschen in der Lage waren, erstaunlich, was das Zünglein an der Waage gewesen war, das sie nun in dieses finstere Zeitalter hinein getrieben hatte und dennoch zürnte die Elfe dem Großmeister vor ihr nicht für die Rettung, an welcher er keinerlei Mitschuld trug.
"Wir waren in Sorge um Euer Wohl", führte sie fort und trat ruhigen Schrittes auf ihn zu. Das Kind, welches sie vor Beriadans Zorn gerettet hatte, war in steter Sorge um ihn gewesen, immer in der Furcht, er könne dafür gesorgt haben, dass das Leben des Großmeisters beendet worden wäre, weil er sie nicht gehen lassen wollte - sie hatte die Schuld in den Augen des Mädchens gesehen, die stummen Vorwürfe und die Verzweiflung, die ihr Herz miteingenommen hatte, verursacht von den Worten des Letzten ihrer Familie und so hatte Nyaralin keine andere Lösung mehr gesehen, als Beriadan den Zugang zu ihr zu verwehren, in erster Linie um das Mädchen zu schützen. In Zweiter um ihr die Ruhe zu gönnen, die sie benötigte. Behutsam streckte sie nun die Hand aus, berührte mit den Spitzen ihrer Finger die Stirn des Großmeisters ihr gegenüber und ließ Magie in seinen Körper zurückkehren, welche er benötigte, um Kraft und Stärke daraus zu schöpfen, die ihn weiter brachte.
"Es tut mir leid, was Euch widerfahren ist, Feredir." Bedauern stand in ihrer Miene, Mitleid mit jenem Mann, der hier vor ihr stand, flammte in den türkisfarbenen Augen der Elfe auf ehe sie sacht den Kopf schüttelte. "Ihr werdet die Kraft brauchen für das, was noch auf Euch zukommen wird."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 6:25 pm

Die Kraft durchflutete ihn einen Augenblick lang. Seine Nackenhaare stellten sich beinahe senkrecht auf und ein Schauder, ein kurzes Gefühl des Rausches ging durch seinen Körper. Er schloss die Augen, versuchte seinen Zitternden Atem unter Kontrolle zu bekommen. Dann, als das hektische Luftholen endlich verklungen und sich sein Körper langsam an die neu gewonnene Kraft gewöhnt hatte, herrschte Stille. Eine Stille wie sie nur eben dieser Wald hervor bringen konnte. „Das …“ Er hüstelte Unsicher, fuhr sich mit den Fingern über den Bart, unwissend wie er sich angemessen dafür bedanken sollte. „Danke. Wobei ich hoffe, dass … dass ich sie nicht allzu bald einsetzen muss. Allerdings sprechen die Zeiten gegen meine Hoffnung, doch es freut mich Jemanden wie euch in der Nähe und vor allem auf unserer Seite zu wissen.“ Die türkisfarbenen Augen schienen beinahe belustigt, doch immer wieder konnte er auch die Ernsthaftigkeit erkennen. Das ruhige Kalkül mit dem sie scheinbar alles beurteilte und das es ihm letztlich stets verwehrte, sich gänzlich offen mit der Frau zu unterhalten.
„Was mir indes passiert ist, ist weder euer Verschulden, noch seid ihr mir zu Mitleid verpflichtet. Das ihr mir es dennoch aussprecht gibt mir Hoffnung, dass ich in diesem Wald irgendwann doch anerkannt werde, aufgenommen … akzeptiert werde.“ Er lächelte, schmal, ein wenig unsicher. Doch er lächelte, seit Tagen das erste Mal.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 6:50 pm

Blaue Augen, ruhten auf der lächelnden Gestalt im unteren Stockwerk des großen Hauses, in welchem sie eine Zuflucht gefunden hatte, dunkle Wimpern blinzelten immer wieder, schlossen die rot, vom Weinen, geränderten Augen immer wieder und blinzelten tapfer die neuen Tränen fort. Schlanke Finger hatten sich um das dünne Geländer gelegt und verzweifelt wurden rote Lippen aufeinander gepresst, um jenen Laut zu unterdrücken, welcher ihnen sonst nur allzu leicht entschlüpft worden wäre, die dunklen Haare, die ihr offen in das schmale Gesicht fielen, hatten ihren Glanz verloren, verbargen nun die spitzen Ohren, die sie jetzt so sehr verwünschte und blass war die einst noch gesunde Hautfarbe geworden. Ihr Herz klopfte schmerzhaft in ihrer Brust, setzte immer wieder ein paar Schläge aus während sie darauf hoffte, auch nur einen kurzen Ton der warmen Stimme erhaschen zu können, zu der sie nie wieder zurückfinden durfte, wenn das, was Beriadan ihr vorgeworfen hatte, der Wahrheit entsprach. Nenfaron hatte das Wasser aus dem Wald geleitet, weil sie angegriffen hatte, Beriadan zürnte ihr aufgrund einer naiven Entscheidung und Feredir ... was hatte sie erwartet? Dass sie eines Tages wirklich würde glücklich werden dürfen mit jenem Mann, der dort unten stand und sie nicht einmal bemerkt hatte. Sie hatte ihm nichts als Leid gebracht, Beriadan hatte ihr gesagt, sie habe diesen Krieg zu verantworten und wenngleich sie auch so oft gehört hatte, sie sei nichts weiter als ein Opfer der Umstände, eine Unschuldige in all diesem Pulk aus Schuld, Zorn und Hass - inzwischen glaubte sie nicht mehr daran.
Noch einmal wagte sie ihren Blick über ihn wandern zu lassen, über die dunklen Seelenspiegel, in denen sie sich so gern verloren hatte, ließ sie das Lächeln beobachten, das ihr einst noch gesagt hatte, alles würde eines Tages gut werden. Die leisen Versprechen, die warme Stimme, die ihr sagte, dass er sie liebte, drang an ihre Ohren und ließ sie erneut die Augen schließen - nichts hätte sie lieber getan, als sich jetzt zu lösen und hinunter zu ihm zu gehen, sich in die starken Arme zu flüchten, die sie vor Isis und ihrem Reiter beschützt hatten und von denen sie sicher war, sie würden sie auch vor allen anderen Gefahren und Sorgen bewahren, aber all dies war ihr verwehrt. Sie liebte ihn, mit ihrem ganzen Herzen und alles in ihr sehnte sich nach ihm, nach nur einem einzigen freundlichen, warmen Wort, aber wenn ihre Liebe wirklich so allumfassend war, dann musste sie ihn loslassen, ihn gehen lassen, damit er sein Glück fand - fernab von ihr und ihrem eigenen Schicksal. Langsam löste sie ihre Finger von dem Geländer und wandte sich herum, trat zurück in den Raum, der in den letzten Tagen ihr eigener geworden war und schloss die Tür hinter sich, sich gegen die geschlossene Tür lehnend und die Augen schließend. Sie hatte sich verabschieden wollen, sie hatte alledem abschwören wollen, aber wann immer sie darüber nachdachte, wollte sie nichts anderes als weinen - nichts anderes als all das vergessen, was ihr die Wahrheit offenbart hatte.
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 7:11 pm

Eine letzte Frage hatte er gestellt, doch die Antwort darauf war nur ein kurzer Blick gewesen, ein Blick zu den oberen Gemächern. Feredir wusste, was gemeint war. Wusste worum sie ihn bat, nein. Er wusste dass er die Bestätigung für das bekommen hatte, worum er still selbst gebeten hatte. Die Schritte auf den Stufen kamen ihm unsagbar lang vor, eine Ewigkeit bis zu der Tür und eine noch längere Zeitspanne, bis er schließlich die Tür geöffnet hatte und eine Szenerie vor ihm sah, die ihm einen faustgroßen Klos in den Hals trieb. Guinevere stand vor dem Fenster und selbst wenn er ihre Augen, ihr Gesicht nicht sehen konnte, so spürte er dennoch die Melancholie in ihr. Die Trauer. Er verstand nicht was passiert war, denn schließlich hatte sich letztlich alles zum Guten gewandt und sie konnten, trotz all der Schwierigkeiten wieder vereint sein. Dann besah er sich seine Umgebung, wurde sich der Tatsache gewahr das sie nicht in seinem Haus, sondern hier gewartet, sich ausgeruht hatte. Er wurde sich darüber gewahr was Beriadan ihm gesagt hatte, mit was er ihn kontaktiert hatte. Er hatte ihn um ein Gespräch gebeten. Ihn, den verhassten Feind. Und welche irrwitzige Fügung des Schicksal mochte ihn dazu bringen, ihm, den Hassbild seit hunderten von Jahren etwas anzuvertrauen.
Dann erschrak er, hielt im Laufen zu Guinevere inne. Er verstand. Verstand was sich abspielte, warum und weshalb sie hier und nicht bei ihm war. Verstand warum ihre Haltung so melancholisch war. Warum in dem Blick der großen Elfenherrin etwas Bittendes gelegen hatte. Und als er dies alles verstand, sich über alles bewusst wurde, presste er beide Lippen zusammen und fühlte wie eine Träne seine Wange herabrollte.
„Dir stand das Bild von Melancholie und Trauer noch nie.“ Murmelte er leise, umarmte sie langsam von hinten. Ein altbekanntes Gefühl, eine Wärme kam in ihm auf. Er küsste ihre Halsbeuge, schloss die Augen, fühlte auf seiner Haut ihr weiches Haar. „Danke.“ Flüsterte er leise, drehte sie jedoch nicht um. „Danke.“ Wiederholte er erneut. „Es hat in meinem Leben bisher niemand für mich Partei ergriffen, noch sich ehrlich und aufrichtig um meiner Selbst gesorgt. Und nie hat Jemand das riskiert, was du getan hast. Es war unsagbar heikel und riskant, unüberlegt und …“ Er atmete leise ein, öffnete die Augen. „Eben dafür, dafür und für tausend andere Dinge liebe ich dich. Du machtest mich wieder zum Menschen, nicht zum Großmeister, wie all die anderen.“ Dann schwieg er, legte die Augenlieder wieder nieder, und ruhte mit seinem Kopf an ihrem.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 7:37 pm

Sie hatte die Schritte gehört, sie hatte den altbekannten Duft gerochen und die Augen geschlossen, weil sie sich gewünscht hatte, es sei einfach nur ein Traum. Einer jener wenigen Träume, die ihr noch vergönnt waren, einer jener Träume, in denen sie noch hatte lächeln und glücklich sein dürfen. Er durfte nicht hier sein, er durfte ihr nicht näher kommen, durfte sie nicht berühren, wenn sie jenen Funken an Selbstbeherrschung behalten wollte, welcher es ihr bislang noch gestattet hatte, nicht zu weinen, behalten wollte, doch spätestens als sich die Arme sanft um sie herum schoben und sie das leise Atmen an ihrem Ohr hörte, krampfte sich ihr Herz erneut zusammen. Sie wollte ihn wegstoßen, wollte ihm weh tun, damit er freiwillig ging und glücklich werden konnte, aber sie konnte es nicht - brachte nicht ein einziges feindseliges Wort über ihre zitternden Lippen, die längst wieder aufeinander gepresst worden waren. Das hier war nicht richtig, sie brachte nichts als Verzweiflung und Trauer, Krieg und Blut über dieses Land und all jene, die sie liebte - sein Dank war an der falschen Stelle, seine Liebe war bei ihr verloren und würde ihn in die Finsternis reißen und dennoch spürte sie, wie etwas in ihr wieder aufzuleben begann, etwas in ihr zu pulsieren begann und sie wieder daran erinnerte, was sie für jenen Menschen empfand, der sie hier und jetzt geborgen hielt.
Langsam nur, widerwillig in jeder einzelnen Bewegung drehte sie sich zu ihm herum und mit dem Blick, mit dem er sie bedachte, schmolz jener Widerstand in ihr, jeder eiserne Wille all das zum Wohl des Landes und der Völker zu beenden. Sie wollte ihm sagen, mit welchen Dingen sie konfrontiert worden war, womit Beriadan sie beschuldigt hatte und was sich so tief in ihren Verstand gefressen hatte, doch nicht ein einziges Wort drang aus ihrer Kehle hervor und als sie die Hände ausstreckte und ihre Arme um ihn herum schob, war auch das nicht mehr wichtig. Er war hier, trotz ihrer Abwesenheit, trotz ihres Schweigens war er hier bei ihr und hielt sie, als wäre es das Natürlichste der Welt. "... ich hab es versprochen ...", war das Einzige, das sie schließlich nach einem langen Moment des Schweigens zustande brachte. "... ich sollte dich gehen lassen ... ich sollte dich glücklich werden lassen ... er hatte Recht damit gehabt, dass ich nur den Krieg und Leid bringe ...", begann sie schließlich leise zu erklären und vorüber waren all ihre Vorhaben der letzten Tage und Stunden. "... aber ich kann es nicht ... ich will nicht ohne dich sein ..."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 8:01 pm

„Wer hatte Recht gehabt?“ Wäre es ihm beinahe entglitten, doch jeder bei halbwegs kalrem Verstand konnte bereits nach kurzer Zeit erkennen, von wem die Rede war. Derjenige, der Guinevere nicht zum ersten Mal in die Verzweiflung trieb. Derjenige, der sie hier versteckt vor der Welt hielt. Nicht nur aus Angst vor den Großmeistern, auch wenn dies ein wunderbarer Grund war, um seine Absicht, sie in seinem kleinen Mikrokosmos zu instrumentalisieren, zu verschleiern. „Und ich nicht ohne dich.“ Erwiderte er leise, strich ihr die Haare hinter den Ohren zurück, woraufhin deren spitzen Enden zum Vorschein kamen. Und er lächelte. Darüber welches Glück ihn mit dieser Frau ereilt hatte. Und die Form ihrer Ohren, ihre Herkunft und ihr Blut tangierte ihn dabei nur allzu wenig. Er liebte sie. Sie, mit all ihren Facetten. Und wenn Herkunft, Blut und selbst die Ohren ein Teil davon waren, so waren diese Teile ebenso liebenswürdig, wie der Rest von ihr. „Du hast es versprochen.“ Bestätigte er schließlich leise, küsste sie. „Und ich gab dir einst ebenfalls ein Versprechen. Das ich auf dich achten werde. Verzeih mir, dass ich dazu nicht vollends in der Lage war, bitte.“
Mit einem Daumen wischte er eine einzelne Träne fort, umarmte sie schließlich lange, in der Hoffnung ihr den Halt zu geben, den sie mit ihrem Blick so sehr suchte. „Würde ich dich gehen lassen Guinevere … dann wäre ich ein sträflich blöder Idiot. Jemand der nichts in sechshundert Jahren begriffen hat. Nicht einmal das Glück wie dieses nur selten, wenn nicht sogar ein einziges Mal kommt. Und was du bringst.. ist weder Krieg noch Leid. Mir brachtest du alles. Einen Sinn. Ein Leben.“
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Häuser    Sa Jan 17, 2015 8:25 pm

Es waren diese so einfachen Worte, nicht mehr, die es ihr ermöglichten, wieder zu atmen, die jenes seichte Kribbeln in ihr zurückriefen, von dem sie geglaubt hatte, sie habe es über die langen, einsamen Tage vergessen, die sie hier verbracht hatte. Sie hatte sich nach ihm gesehnt, wenn sie Nachts wach gelegen und in die Sterne hinauf geblickt hatte, nach seiner Nähe und den liebevollen Worten, die die Wunden auf ihrer Seele nicht mehr schmerzen ließen, sie heilen ließen und ihr versprachen, dass der nächste Tag besser als der Vorherige sein würde. Dass eines Tages alles wieder gut sein würde und er bei ihr bleiben würde, so wie er es ihr versprochen hatte, bevor sie gestört worden waren, selbst wenn all dies hier nicht unter einem guten Stern gestanden hatte. Es waren so vollkommene Banalitäten, unwichtig für all jene, die das Gefühl kannten - für sie war es gänzlich neu, unbekannt und hüllte sie ein. Er war derjenige, in dessen Lächeln sie etwas erkannte, dass die Wunden auf ihrer Seele nicht mehr weh tun ließ, etwas, dass ihr Sicherheit versprach und etwas, das sie mit keinem bisher gekannten Glück vergleichen konnte. Im Grunde war es nicht mehr wichtig, was geschehen war, aber sie wollte, dass er die Wahrheit kannte - dass er die Gespräche kannte, die gefolgt waren, als er das Bewusstsein verloren hatte, wollte, dass er begriff, warum sie nicht dort gewesen war.
"... er hat mir Vorwürfe gemacht, sagte, dass ich einen Krieg gebracht hätte, mit meiner Entscheidung ... nur wegen dir. Er hat mir gesagt, ich solle mich zwischen dir und ihm entscheiden und dass all das falsch wäre, weil du mir weh tun würdest. Er hat gesagt, dass diese Liebe alles ins Verderben reißen würde, wie es das schon einmal war ..." Die Wahrheit hörte sich ausgesprochen so viel grausamer an, als nur gedacht und langsam löste sie ihre Arme um ihn, nur um sie zaghaft um seinen Nacken zu legen und als sie eine leise Frage wisperte, huschte der kurze Anflug eines ehrlichen Lächeln über ihre Züge und erhellte die rot geränderten Augen, ließ jenen lichten Glanz zurückkehren, der ihnen über so lange Tage gefehlt hatte. "... aber wenn all das so falsch ist ... warum fühlt es sich dann richtig an?" Behutsam nur, zögerlich zog sie ihn zu sich hinab, die Nähe genießend, die er ihr bot, als sie ihn küsste, um ihm eine Antwort auf ihre eigene Frage zu erübrigen und stattdessen nur ein leises "Bleib bei mir" zu flüstern, als sie sich für einen kurzen Moment von ihm löste.
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