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 Beriadanas Haus

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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Do Jan 08, 2015 10:57 pm

Er zögerte, einen Augenblick zu lang als das man im Nachhinein sagen könne, die Worte seien einfach nur unbedacht gewählt gewesen und eigentlich hätte ein gänzlich anderer Sinn dahinter gesteckt. „Weil sie eine ebensolche Hoffnung für mich war, wie sie für euch ist, mein Herr.“ Antwortete er, wartete einen Augenblick, scheinbar um zu prüfen, ob er sich überhaupt noch die Mühe machen sollte den nächsten Satz zu beginnen, oder ob man ihn direkt abführen und in einen der Kerker sperren würde.
„Ich sagte euch einst dass ich der festen Überzeugung bin, wir würden hier unseren Tod finden. Und das ich um die Seelen trauere. Um die, die durch unseren verbleib hier bereits gestorben sind und um die, die noch sterben werden. Ihr wolltet es nie hören und mehrere Male stand ich kurz davor meine Position zu verlieren, dass zu verlieren, was ich bereit war meinem Volk zu geben. Als ihr nun eure Tochter mit mir schicktet ...“ Seine Kieferknochen traten hervor, der Adamsapfel bewegte sich ein Stück weit und er sah zu der jungen Frau.
„Hoffte ich sie würden verstehen. Denn der Dienst am Rande unseres Waldes gleicht einem Pendel, dessen Enden geschärft sind. Und wir liegen darunter. Jede Minute kommt es näher. Unser Ende ist demzufolge unausweichlich, nur Vorbereiten können wir uns darauf. Doch dem Tod durch den Kampf entgehen, ob nun durch Sieg oder Flucht, beides ist uns nicht gegeben. Also zeigte ich eurer Tochter, wie wir leben. An was wir noch glauben können. Und ich hoffte, hoffte dass..“
Er zögerte, holte Luft, ließ den Satz dann jedoch unbeendet und wandte den Blick wieder an Beriadan.
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Do Jan 08, 2015 11:05 pm

"Ihr habt die Elfen also verraten. Habt euch selbst verraten" erklärte Beriadan nur und schüttelte den Kopf, während ein falsches, schneidendes Lächeln auf seine Züge einkehrte. Ein Lächeln, welches ihm selbst schmerzte. "Wir konnten nirgends hin du Narr - glaubst du, wir hätten nicht bereits versucht von hier zu fliehen? Lange bevor du geboren wurdest? Niemand ist zurück gekehrt. DIe Großmeister haben sie alle abgeschlachtet. Und du, der Anführer meiner Grenzposten warst es nun, der unseren Leuten mitteilte, es gäbe keine Hoffnung mehr für sie. Du hast dich verloren. Hast unser Ziel aus den Augen verloren. Dein Verrat wiegt schwerer als jeder andere. Dein Wille ist gebrochen und deine Ehre zerstört. Du beugst dich den Menschen, ziehst dich zurück und versuchst jeden anderen mit zu ziehen. Würde es nach dir gehen, so würdest du dich den Großmeister unterwerfen und auf ihre Gnade hoffen. Du hast versucht meiner Tochter, meiner jungen, wundervollen Tochter den Glauben und die Hoffnung zu nehmen. Du widerst mich an"
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Do Jan 08, 2015 11:15 pm

Er ging auf die Knie, noch immer den Kopf geneigt, denn er fühlte sich in der plötzlichen Verantwortung, Demut zu zeigen, jetzt, das seine Loyalität erneut in Frage gestellt wurde. „Herr, alles was ich tat, tat ich für euch. Die jungen Männer die ihr zu mir schicktet, jeder von ihnen hatte nach seinem ersten Kampf eine solche Angst, dass sie am liebsten umgekehrt, wären, aus dem Wald heraus, über das Meer. Sie wollten einfach so lange Reisen, bis sie ein Land finden, in dem Frieden herrscht. Denn jedem noch so tumben Schlagetod ist aufgefallen, dass die ein Krieg ist, den nur eine Seite gewinnen kann. Die Seite mit der größeren Macht, der größeren Armee. Und wir waren bis vor kurzem nicht diese Seite, sahen uns bereits unseren letzten Tagen entgegen. Wäre ich gegangen, so hätte man Jemanden in meine Position gesetzt, der vermutlich verzweifelt wäre. Der die Hände über den Kopf zusammen geschlagen hätte, sich die besten Männer genommen und dann davon gemacht hätte. Denn auch wenn wir ein anderes Volk sind … auch eure Untertanen haben Angst Herr, wollen leben. Wollen sich nicht in einem Krieg aufopfern, deren Grund sie selbst nicht einmal wirklich verstehen, ganz zu schweigen davon, dass sie mit diesem Konflikt nichts zu tun haben müssten. Doch ich spornte sie an, nutzte meinen Einfluss um sie an dem Rand zu halten. Damit sie kämpften, starben. Ich tötete jeden einzelnen dieser Männer Herr, und das auf euren Befehl hin. Und ich tat es in der Hoffnung, ihr würdet euch besinnen. Viele wussten das es noch andere Elfen gab, denn dieses Land hier ist nicht unser Ursprung, dessen sind sich alle bewusst. Und wären wir geflohen, so hätten es die Großmeister begrüßt, vermutlich am Anfang nicht einmal bemerkt. Den sie wollten dieses Land, wollen es immer noch.“
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Do Jan 08, 2015 11:21 pm

"Geh" erwiderte Beriadan und seine Stimme war mit einem mal seltsam tonlos, beinahe gepresst. Er war derjenige gewesen, der über Jahre versucht hatte mit seiner eigenen Macht, seinem eigenen Leben den Wald und die Elfen beschützt hatte. Fiondil glaubte, dass Beriadan stumpf und voller Starrsinn einfach aus einer Laune heraus den Wald hatte halten wollen? Fiondil, der die Großmeister nicht einmal kannte, glaubte, dass sie die Elfen einfach ziehen lassen würden? Diese Magier waren Beriadans Schöpfung und er wusste es besser.
"Geh bevor ich mir für deine Anmaßung deinen Kopf hohle. Lauf, fort aus dem Wald, wenn es dir beliebt - nimm dir ein Schiff und die verbliebenen drei Männer die ich dir gegeben habe, wenn sie dir denn folgen wollen. Werde dein eigener Herr, wenn du glaubst, du wüsstest was in der Welt geschieht. Verschwinde"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Do Jan 08, 2015 11:33 pm

Schweigend hatte Guinevere die Unterredung der beiden mitangehört und sacht die Hand ihres Vaters festgehalten - sie hatte sein Zittern gespürt, die Mühe, mit der er sprach und den Schmerz, den Fiondils Worte angerichtet hatten, so sehr, dass es auch in ihrem eigenen Herzen schmerzte. Über Jahrhunderte hinweg verging jeder in blinden Schuldzuweisungen am anderen, über Jahrhunderte waren sie blind für das Leid des anderen gewesen, weil sie stets versucht hatten, nur ihr eigenes zu erkennen und es stimmte sie traurig, ihre eigene Familie so zu sehen. "Warum?", fragte sie schließlich. "Weshalb greift ihr euch gegenseitig an? Wir haben so viele heute verloren, so viele Männer, die in dem Wald gestorben sind, ist es nicht endlich genug? Haben wir nicht genug verloren?",  ließ sie folgen und ließ ihren Blick vom einen zum anderen wenden, Bestürzung in dem einen Gesicht wie auch in dem anderen erkennend. Sie war nicht einmal halb so alt wie einer ihrer beiden Gesprächspartner, aber es tat ihr weh zu sehen, dass trotz der Rettung durch die fremden Elfen am heutigen Tag, sie immer noch einander angingen - einander anfeindeten und ihr eigenes Volk auseinander trieben.
"Fiondil ... Ihr habt einen Fehler gemacht, aber Ihr habt mich ebenso gelehrt, was die Menschen sind und dass ich sie zu fürchten habe. Ihr habt mir gezeigt, wie grausam und wie kalt sie sind, dass unser Leben gar nichts für sie bedeutet außer einer weiteren Trophäe, aber fortzulaufen und von hier zu fliehen wird es nicht beenden. Die Großmeister haben mich aufgezogen und ich kenne ihren Hass - es wird niemals enden, nicht bevor auch der letzte Elf dieses Landes all sein Blut vergossen hat. Ihr tut meinem Vater Unrecht mit Euren Vorwürfen."
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Do Jan 08, 2015 11:59 pm

„Und die Alternative dazu war, uns diesem Blutbad offen hinzugeben? Unsere Hälse zu recken damit man sie uns leichter abschlagen kann und wir von unserem Leid schneller erlöst sind?“ Seine Stimme wurde lauter, ernster und abrupt stand er auf, einen wutentbrannten Blick auf dem Gesicht. Doch bereits einen Moment danach besann er sich wieder. Rief sich in Erinnerung mit wem er sprach, und kniete erneut. „Ich sah unsere einzige Chance darin zu hoffen, dass unser Herr uns den Befehl gibt zu fliehen, denn andernfalls wären wir gestorben. Durch die Unterstützung die nun gekommen ist, ist vieles anders. Wir haben eine Möglichkeit uns unsere Freiheit zu erkämpfen. Doch vielleicht hätten wir diese viel früher gehabt, hätten wir uns nicht wie Schnecken in ihr Haus zurückgezogen, abgeschottet von der Außenwelt und den Blick nur auf die Fehde gerichtet, die schon so lange besteht.“
Er keuchte, schüttelte den Kopf, denn er bemerkte, dass er sich immer und immer mehr herausnahm, anmaßte etwas zu sagen, das dem Fürsten missfallen könne. Etwas, dass er viel zu oft getan hatte, denn trotz allem war er sein Herr und Meister. „Verzeiht... mein Verhalten, mein Verhalten war falsch und die Strafe man mir auferlegte, ist gütig. Gütiger als ich es eigentlich verdiene und ich will euch nicht mit meinen verräterischen Worten belästigten, Herrin.“
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Fr Jan 09, 2015 12:06 am

"Da habt ihr völlig recht, ich bin viel zu gütig zu einem Volksverräter wie euch" antwortete Beriadan, dem nicht entging, dass Fiondils begonnen hatte in seiner Stimme den Akzent der Menschensprache einzubinden. Er legte eine Hand um Guinevere, welche erschrocken zurück gewichen war als Fiondil begonnen hatte laut zu werden.
"Wir werden uns fortan verteidigen können. Wir werden diesen Krieg ein für alle mal beenden. Doch ihr werdet kein Teil von alle dem sein. Euch wird nicht mehr die Ehre zuteil unser Volk zu Ruhm zu führen und nun geht, ich habe noch wichtiges mit meiner Tochter zu besprechen" befahl er und wandte sich um, zog Guinevere zart und sachte mit sich, ehe er gemeinsam mit ihr in einem anderen Zimmer verschwand.
Dort trat er zu einer der Waschschüsseln und blickte eine Zeit lang ins Wasser, die Hände auf den Rand gestützt und schwieg. Er schwieg und schwieg so lange, bis er das Gefühl hatte sich nicht mehr übergeben zu müssen. "Du brauchst einen neuen Namen, Tochter"
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Fr Jan 09, 2015 12:40 am

Als Fiondil laut geworden war, war Guinevere zurück gezuckt und Angst war zurück in sie gekrochen, als sie auch die Wut in seinen Augen erkannt hatte - Furcht davor, er könne ihr dasselbe antun, wie den Menschen gegen die er im Wald gekämpft hatte, weil er plötzlich die Verbindung zu den Menschen mit ihr selbst sah und immer wieder hatte sie sich zu fragen begonnen, was sein würde, wenn noch mehr diese Verbindung sahen. Wenn sie begriffen, dass auch sie Schuld an dem Angriff der Großmeister trug und was sie dann mit ihr tun würden. Mit wirren Gedanken war sie ihrem Vater gefolgt, als dieser sie aus dem Zimmer hinaus bugsiert hatte und immer wieder verkrampfte sie ihre Hände ineinander, während sie versuchte, die eigenen Gedanken von dem Blut der letzten Stunden zu reinigen, von der Furcht und dem Zorn, der sich in ihren Geist gebrannt hatte und der sie bis ins Mark erschüttert hatte.
Beriadan schwieg als sie in das Zimmer traten, hatte nur die Hände um die Waschschlüssel gelegt und starrte hinab in die klare Flüssigkeit darin und Guinevere mochte die Stille, die zwischen ihnen beiden stand - die Möglichkeit, ihre eigenen Gedanken wandern zu lassen während ihr Blick hinaus auf die hohen Baumkronen gerichtet war, über denen sich eine rote Abendsonne am Himmel abzeichnete und die Wolken rosafarben malte. Es wirkte hier alles so viel friedlicher als dort draußen - alles hier fühlte sich mehr nach Heimat an als es jemals ein anderer Ort getan hatte. Beriadans Stimme riss sie wieder aus ihren Gedanken und irritiert von der Feststellung wandte sie sich herum. "Was meinst du damit?", fragte sie leise und runzelte die Stirn, ehe Schrecken in ihre Miene trat. Was war, wenn er sie fort schicken wollte? Damit sie eine andere wurde und er nicht länger den Vorwurf würde hören müssen, sie und ihre Ahnin seien Schuld an seiner Situation und dem Leben der Elfen an diesem Ort. Würde er sich etwa von ihr distanzieren wollen und ihr verbieten, von nun an weiterhin hier zu leben? Er war alles, was sie noch hatte - alles, was ihr geblieben war und alles, was ihr noch etwas bedeutete.
"Willst du mich fortsenden, weil ich dich gefährde ...?"
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Fr Jan 09, 2015 12:46 am

"Was?" ehrliche Verwunderung lag in Beriadans Stimme, als er sich umdrehte und auf seine Tochter zuglitt. Er schüttelte den Kopf, während Besorgnis in seinen Augen aufflammte. "Nein, nein - wie kannst du nur glauben, ich wollte dich fortsenden Tochter?" fragte er leise, während er mit ansehen musste, wie sie mit den Tränen kämpfte.
Der Fürst nahm sie in den Arm, wog sie sanft hin und her und küsste sie auf die Stirn. "Kleine Blume - ich will nicht, dass du dir einen anderen Namen suchst um fort zu gehen. Ganz und garnicht. Nur, wenn du bei mir bleiben und das Erbe deines Blutes antreten willst, so solltest du nicht den Namen tragen, unter dem du so viel Leid hast ertragen müssen. Du solltest nicht den Namen eines Menschen tragen müssen" erklärte er leise und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
"Verstehst du das? Du solltest einen Namen aus unserem Volk tragen."
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 8:36 pm

Beriadan vernahm die leisen Schritte seiner Tochter, hörte wie sich eine Tür öffnete und wieder schloss. Er selbst stand wie sooft an seinem Balkon und starrte hinaus in die DUnkelheit, welche sich mittlerweile über dem Wald ausgebreitet hatte. Erneut hatte ihn Nyaralin zu sich rufen lassen und hatte ihn gemeinsam mit Arandur auseinander genommen, wenngleich sie es auch selbst wohl niemals so beschrieben hätten.
Der warme Wind wehte Beriadan um die Nase und ließ sein langes, weiß-blondes Haar im Wind tanzen. Der Elfenfürst schloss die Augen und atmete tief ein und aus. "Einen Fehler... sie nennen meine Liebe zu ihr einen Fehler. Sie sagen, ich sei schuld an alle dem" flüsterte er leise, schüttelte den Kopf. "Wie kann es ein Fehler sein, wenn du mir dadurch geschenkt wurdest? Wie kann etwas, das mein Herz mit so viel Liebe erfüllt ein Fehler sein? Sie irren sich" meinte er leise und drehte sich um, wollte ihr etwas sagen, stockte dann jedoch. "Warum hast du geweint?"
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 8:46 pm

Ingwe hatte sie gezwungen zu gehen, hatte sie irgendwann am Arm gegriffen und fortgezogen als sie sich nicht hatte von Feredir lösen wollen und gezwungen ihm zu folgen, war ihr nichts weiter übrig geblieben als ihre eigenen Tränen und der Schmerz darüber, was ihr nicht erlaubt worden war. Der Schmerz in seinen Augen, die Angst, die sie empfunden hatte und die Sehnsucht danach, wieder zurückkehren zu können, um dort weiter zu machen, wo sie zuvor unterbrochen worden waren, aber genau das konnte sie nicht. Von all dem Glück, das sie empfunden hatte, dem wilden Schlagen ihres eigenen Herzens und dem wohligen Schauder in ihrem Körper war jetzt nicht mehr als Tränen geblieben, die ihr noch immer über die Wangen rannen, als Ingwe sie wieder hatte gehen lassen, kaum dass sie das Haus ihres Vaters erreicht hatten. Sie wollte nicht reden und als ihr Vater dennoch seine leise Frage stellte, war es ihr, als schlug ein Feind auf sie ein.
"Sie sind grausam und kalt ... sie wissen gar nicht und sie geben uns die Schuld an allem ... sie wissen gar nichts ...", brachte sie hervor während sie mit zitternden, weichen Knien hinüber zu einem der Stühle trat und sich darauf sinken ließ, den Blick zu Boden gerichtet, weil sie bereits ahnte, worin es enden würde, wenn sie ihm die Wahrheit sagen würde. Wenn er erfuhr, was sie empfand, würde er sie ebenso fortschicken wie es Ingwe getan hatte. "Ich hätte nichts zu sagen, ebenso wenig wie du - dass sie dich verachten. Sie spotten über deine Beziehung zu meiner Ahnin ... darüber, dass sie den Krieg hervor gebracht hat und dass sie es niemals hätten zulassen dürfen ...  sie sagen, es wäre eine Erbsünde und dass sie dich noch zur Rechenschaft ziehen werden, weil du geliebt hast ... sie wissen gar nichts und sie verstehen es nicht. Sie sind grausam, Vater ..."
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 8:56 pm

"Sie irren sich" meinte er leise und glitt zu ihr, kniete sich vor sie und hielt ihr Gesicht in seinen Händen. Seine filligranen Hände wischten ihr die Tränen fort, während er sie sanft auf die Stirn küsste. Oh ja, sie waren grausam - weil diese Elfen sie nicht mehr als Teil ihres Volkes ansahen und ihm dafür die Schuld gaben. So war es in Alalea - wer nicht zu ihnen, diesen auserwählten Elfen, gehörte, der war in ihren Augen gestorben und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er auch für den Rest der Welt starb.
Doch hier nun seine Tochter zu sehen, welche wohl dem gleichen Hass ausgesetzt war wie er schmerzte. Es schmerzte tiefer als es eine Wunde jemals vermocht hätte. "Sie können nicht sehen was ich sehen kann. Du bist ein wunderschönes Mädchen und alles was du bist. Alles was du jemals sein könntest liebe ich. Ich habe deine Ahnin geliebt - von all den Frauen denen ich jemals begegnet bin hat sie mir ein Kind geschenkt. Es herrschte Krieg und entgegen jeder Wahrscheinlichkeit hat dieses Kind überlebt. Von allen Dingen, die dieses Mädchen hätte werden können wurde es Königin. Dutzende Generationen hätten irgendwann enden können, aber die Linie zog sich weiter. Und von all den Kindern, von all den Möglichkeiten die deine Eltern hätten wählen können wurdest du geboren. All die Menschen die dir begegnet sind haben dich geprägt und von allen Möglichkeiten - aus allen Variablen wurdest du geschaffen und nur du allein. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit. Du bist mein kleines Wunder Guinevere und ich liebe dich, egal was geschieht"
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 9:05 pm

Sie ließ sich einfach nach vorn sinken, hinein in die Umarmung des Älteren und ihre Finger hielten sich haltsuchend an ihm fest, klammerten sich in den feinen Stoff während die Weinkrämpfe sie zu schütteln begannen. Sie fühlte sich schuldig, weil sie seinem Befehl widersprochen hatte und weil sie es nicht konnte, ihm die Wahrheit zu sagen - weil sie die Liebe, die er ihr entgegen brachte gar nicht verdiente und weil sie nicht mehr wusste, wohin noch mit sich. Alles, was sie wollte, war etwas, wohin sie sich zurückziehen konnte, wo sie sich nicht mehr zu fürchten brauchte und wo sie aufgehoben und in Sicherheit war. Es tat weh, Beriadans Worte zu hören und zu wissen, dass auch sie ihn verraten hatte und verzweifelt bis sie sich auf die Lippen, schloss die brennenden Augen, aus denen immer wieder neue Tränen über ihre bleichen Wangen liefen. Sie hatte all das gar nicht verdient.
"... ich war bei ihm ...", wisperte sie schließlich leise schluchzend und ohne den Blick zu heben, festigte ihren Griff, weil sie befürchte, er würde sie gleich loslassen und ebenfalls von sich fortstoßen, wie es auch sonst immer vorgekommen war. "... sie werden ihn wegen mir vielleicht umbringen, Vater ... er ist nicht so ... er ist nicht böse oder falsch ... er will wirklich helfen und da sein ...", flüsterte sie leise und sprach weiter, bevor er intervenieren konnte, weil sie nicht wusste, wie lange er sie überhaupt zu Wort kommen lassen würde. "... er ist anders als die anderen ... er war da und wir haben geredet ... über so vieles und warum er mir geholfen hat. Ich habe gesehen, was er ist - welcher Mann hinter alledem steckt, dass er ehrbar und sanft ist ... mutig ... und dann kam Ingwe ...", fuhr sie fort und schloss erneut die Augen ehe ein leiseres "... es tut mir leid ..." folgte.
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 9:12 pm

Langsam lockerte Beriadan den Griff um seiner Tochter in die Augen zu sehen und soetwas wie Resignation nahm für einen kurzen Moment Einzug in sein Gesicht, während er tief ein und aus atmete. "Du weißt, dass ich es dir streng verboten hatte, nicht wahr?" fragte er leise, beruhigt sie am Leben, in einem Stück und wohlbehalten im Arm zu halten. "Du weißt, dass ich das nicht getan habe um dich zu ärgern, sondern weil ich mir große Sorgen mache, oder? Die Großmeister, die ich kenne sind gefährlich - sie haben deine Eltern umgebracht und versuchen mein Volk seit über sechshundert Jahren zu töten" sie jetzt anzuschreien brachte nichts und er hatte für den heutigen Tag genug Hass gespürt. Genug Vorwürfe gegen sich selbst anhören müssen um jetzt nicht in die selbe Kerbe zu schlagen. Er war müde.
"Du bist das einzige das ich noch habe und daher versuche ich dich mit allem was ich habe zu schützen. Auch wenn es dir manchmal so vorkommt, als würde ich dich einsperren. Ich tue all dies nur aus Liebe, das weißt du oder?" er verstummte kurz, nahm sie mit zu einer Sitzecke bei der eine Karaffe mit Wasser stand und schenkte zuerst ihr, dann sich einen Kelch ein. "Trink und... dann erzähl mir wieso du meiner Anweisung zuwider gehandelt hast und wieso er sein sanfter und mutiger Mann ist"
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 9:26 pm

"... ich wollte mit ihm reden, ich wollte die Wahrheit wissen, warum er hier ist und was er nicht gesagt hat ... ich konnte dieses Gespräch nur allein führen, du hättest ihn nicht aussprechen lassen ... ich wollte wissen, warum meine Eltern tot sind und warum sie ermordet wurden ...", begann sie zu sprechen, das Glas in ihren Händen immer wieder von einer zur anderen Hand wandern lassend, weil sie befürchtete, sie würde dessen Inhalt verschütten. Wenn sie ihm sagte, was zwischen Feredir und ihr geschehen war, dann würde er sie verdammen und fortschicken, sich von ihr abwenden und sie zurück zu den Menschen schicken. "... wir haben geredet, darüber, was geschehen ist. Wie es zu alledem kam und was er gesehen hat. Er sagte, dass es ihm leid tut, was passiert ist und dass er alles tun will, um seine Schuld abzutragen - dass es nicht richtig war. Er war nie für Yarna und die anderen, er war immer auf unserer Seite und hat versucht zu helfen, Vater, deswegen kam er hierher. Es war ihm gleichgültig, ob er vielleicht hier sterben würde, wenn er nur mir helfen könnte ...", führte sie weiterhin fort und überwand sich dann schließlich doch einen Schluck aus dem Glas zu nehmen, das er ihr zuvor gegeben hatte.
"Wir haben darüber gesprochen, warum er so ist ... wie er ist. Er ... er kennt die Liebe nicht, Vater, hat sie nie erlebt und all die Frauen haben nie etwas bedeutet. Er hat versprochen, mich zu beschützen und bei mir zu bleiben, gleich, was es auch kosten mag und ich glaube ihm, Vater. Ingwe kam dazwischen als ..." Kopfschüttelnd brach sie ab, weil sie die Wahrheit nicht über ihre eigenen Lippen brachte, es nicht übers Herz brachte, Beriadan zu erzählen, was sie für Feredir empfand. "Feredir hat mich verteidigt und beschützt ... er hat gegen Ingwe gesprochen, selbst als der ihn angegriffen hat ... er ist nicht böse, Vater. Bitte ... gib ihm eine Chance."
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 9:31 pm

"Ich wage zu bezweifeln, dass es ein so gänzlich reiner Leumund ist, wie er dich glauben machen will" erklärte Beriadan leise und nahm einen Schluck aus dem kristallenen Kelch, während er seine Tochter nicht aus den Augen ließ. Es war zuweilen schwierig ihr all dies zu erklären ohne sie zu verletzen, ohne sie glauben zu machen er wäre nichts mehr als ein alter, verbitterter Elf der sich den Tod all seiner Feinde herbei sehnte. "Denn glaube mir auch Feredir hat mich bestohlen und er hat auch gemordet und all dies nur für seine eigene Macht. Auch waren all die Frauen für sein Ego und nicht als Trost gedacht, lass dir so viel gesagt sein. Aber du sagst du glaubst ihm und vielleicht sind die Wankelmütigen Menschen wirklich in der Lage sich derart zu ändern" Beriadan lehnte sich ein Stück zurück und schloss für einen kurzen Moment die Augen.
"Aber du bittest um eine Chance für ihn - habe ich ihm diese nicht längst gegeben? Bei was störte Ingwe euch?"
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 9:44 pm

"Ich habe ihm vergeben ... alles, was er getan hat, Vater ... ich habe ihm eine Chance gegeben und er hat mich nicht enttäuscht. Er hat mich beschützt und er war für mich da, als ich ihn gebraucht habe. Er ist nicht unschuldig, das weiß ich, aber er hat sich geändert - er ist nicht mehr das, was du ihm vorwirfst", erwiderte sie auf seine Worte und bemühte sich im ersten Moment noch die Wahrheit vor ihm geheim zu halten, selbst wenn sie wusste, dass er sie nicht gehen lassen würde bis er die Wahrheit von ihr erfahren würde und vermutlich hätte sie ihm einfach alles berichten sollen, hätte ihm sagen sollen, weshalb Ingwe so erbost gewesen war. "... ich ...", setzte sie erneut an und stellte ihr Glas zurück auf den Tisch, den Blick hinabsenkend, weil sie erwartete, er würde gleich endgültig die Beherrschung verlieren und seine Exekution befehlen, wenn sie nur weiter sprach. Ihr Herz hämmerte in ihrer Brust doch nichts von alledem war vergleichbar mit jenem Gefühl, das sie zuvor gehabt hatte als sie in seinen Armen gelegen und er sie festgehalten hatte - hier spürte sie wieder die Angst, wenn auch nicht um ihr eigenes Leben sondern um das seine, darum, dass Beriadan nicht verstehen würde, was sie empfand.
"... er ... ich ... Ingwe kam dazwischen als er mich geküsst hat ...", offenbarte sie schließlich und hielt die Luft an. "Ingwe hat mir vorgeworfen, ich würde denselben Fehler wie du machen, wenn ich mich auf ihn einlasse ... aber ... er bedeutet mir etwas, Vater. Mehr als ich zuvor für möglich gehalten habe ..."
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 9:49 pm

Beriadans Miene verdüsterte sich und seine Muskeln spannten sich an, als er die Worte vernahm, welche Guinevere ausgesprochen und die er selbst am liebsten niemals gehört hätte. Eiswasser fuhr ihm durch den gesamten Körper und er wollte bereits aufstehen, in seinem Geist malten sich die Möglichkeiten von Feredirs Vernichtung lebhaft aus, als Guineveres zweiter Satz an seinen Geist drang. Ingwe hat mir vorgeworfen, ich würde denselben Fehler wie du machen. Den selben Fehler. Fehler.
"Du... empfindest etwas für ihn?" fragte er schließlich leise. Er hatte sich nicht erhoben und für einen ungeübten Beobachten, hatte sich nichts in seiner Miene verändert, auch der Schatten war nur so kurz dort gewesen, das man an Einbildung glauben konnte. "Und du bist dir im Grunde deines Herzens sicher, dass er ehrlich zu dir ist? Das er kein falsches Spiel treibt und auch er dir gegenüber offenherzig und ohne Lüge ist?"
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 9:57 pm

Guinevere nickte einmal mehr um ihrem Vater die Antwort zu geben, die ihr Herz ihr gegeben hatte, das erneut begonnen hatte heftig zu schlagen, als er zu seinen Fragen angesetzt hatte. "Ja", sagte sie und lächelte für einen kurzen Moment still in sich hinein, als sie sich an das Gespräch erinnerte, dass sie beide geführt hatten. Darüber, wie die Wahrheit aussah und erneut hallten die leisen Versprechen an ihre Ohren, Versprechen darüber, dass sie nie wieder allein sein würde - dass er nicht zulassen würde, dass ihr etwas geschehen würde - Versprechen, von denen sie wusste, dass sie aufrecht und ehrlich geformt worden waren, anders als alles vorherige. "Ja, ich bin mir sicher, Vater. Ich vertraue ihm und seinen Worten - ich weiß nicht, woher und warum und ich kann es dir nicht begründen, aber ich glaube an ihn und mein Herz sagt mir, dass er die Wahrheit spricht. Da war kein Verlangen, Vater - er hat mich nicht bedrängt. Ich wollte das", wiederholte sie ihre Worte, sich darum bemühend ihm zu erklären, was sie empfand und weshalb sie dieser Meinung war, so seltsam es sich auch in ihren eigenen Ohren anhören mochte, doch jetzt, wo sie es ausgesprochen hatte, war sie sich noch sicherer in ihrer Entscheidung. Sicherer in dem, was sie für den anderen empfand.
"Ich bin glücklich, wenn ich bei ihm bin. Er bringt mich zum lächeln und lässt mich alles Schreckliche vergessen, was bisher passiert ist. Er ist neben dir der Einzige, bei dem ich mich wirklich sicher und geborgen fühle ... deswegen bitte ich dich um eine Chance für ihn."
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 10:11 pm

Ein schmerzerfülltes Lächeln zierte sein Gesicht, während er tapfer versuchte eben diesen Schmerz aus seinen Zügen zu verbannen. "Ich kenne dieses Gefühl und es ist das schönste auf der Welt. Aber es ist bereits lange, ja sehr lange her, dass ich dieses Gefühl spüren durfte..." erklärte Beriadan leise und schob sich einige Haare hinter das Ohr. "Wenn du wirklich so für ihn empfindest, dann will ich dir nicht im Weg stehen. Aber du musst wissen, dass es viele geben wird, die dagegen sprechen. Ihr werdet auf Feinde stoßen, auf Widerstand der größer zu sein scheint als ihr. Sie werden euch in einem eisernen Griff halten, der euch sämtliche Lebenskraft entzieht" erklärte er leise.
"Vielleicht werden sich seine Gefühle im Laufe der Zeit verändern, vielleicht wird ihm etwas zustoßen. Das Leben ist ein gefährlicher Pfad, der viel Leid für jene bereit hält, die auf ihm wandeln. Wenn eure Liebe wahrhaft und echt ist, so wird sie alles überstehen und vielleicht auch den Tod überdauern" seine letzten Worte gingen in ein Flüstern über, während er spürte wie seine Augen feucht wurden und er schnell etwas trank um diese schwäche nicht zu zeigen
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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 10:18 pm

Dieses Mal war es Glück, das ihr die Tränen in die Augen trieb - Freude und Dankbarkeit, die ihre Augen glänzen und ihr Herz in ihrer Brust tanzen ließen. Es war ihr gleichgültig, wer sich ihnen in den Weg stellen würde und gegen wen sie ankämpfen musste, um ihr eigenes Glück zu kämpfen und sie war sich sicher, dass sie die Kraft dafür aufbringen würde, wenn sie nur jenen Rückhalt hatte, den sie hier in diesem Moment empfand. Er war alles, was sie brauchte, um diesen Kampf jeden Tag aufs Neue auszufechten und vorüber waren all die Pläne einer Flucht, die sie zuvor noch gehabt hatte. Letztlich blieb ihr nichts anderes übrig als Beriadan das Glas aus den Händen zu nehmen und ihn noch einmal zu umarmen, ihn fest zu halten und ihn sanft auf die Wange zu küssen.
"Du wirst immer der wichtigste Mann in meinem Leben sein, Vater. Niemand wird dir das fortnehmen können und ich werde immer bei dir sein. Dich werde ich immer am Meisten lieben, ganz egal, wer da noch kommen wird", versprach sie ihm, weil es das Einzige war, was sie ihm in diesem Moment noch deutlich machen wollte, wusste sie doch, wie sehr er befürchtete, er könne auch sie eines Tages genauso wie ihre Ahnin verlieren. Es war seltsam - sie hatte eine Familie auf so grausame Art und Weise verloren, nur um an einem fremden Ort eine neue zu finden, die ihr noch viel wichtiger war und die sie nie mehr verlassen wollte. Eine Familie, die aus dem Elfen bestand, der hier neben ihr saß und an den sie sich noch immer lehnte, glücklich über seine Entscheidung sie gewähren zu lassen, statt den Mann, den sie liebte, für ihre Liebe zu verdammen.
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   So Jan 11, 2015 10:30 pm

Ich zitterte und werde von meiner Tochter gehalten, dabei müsste doch ich es sein, der ihr Halt gibt stellte Beriadan fest und umarmte auch sie fest und wollte sie nie wieder loslassen. Er hatte so viel verloren in seinem Leben und die schmerzhafte Gewissheit, dass er, bevor all dies endete noch mehr verloren haben würde. Doch all dies war die Zukunft und im Moment zählte nur dieser Augenblick - es gab so viele Augenblicke, die seine Vergangenheit zu einer schönen, zuweilen grausamen Erinnerung gemacht hatten. Vielleicht wurde es Zeit, auch seine Gegenwart mit schönen Augenblicken zu hören, statt in der Vergangenheit nach Antworten zu suchen, deren Fragen er schon so lange vergessen hatte.
"Ich weiß meine Liebe, ich weiß" erwiderte er und ließ sie langsam los, schob sie kurz von sich und sah ihr tief in die Augen. "Ich werde immer für dich da sein, solange ich noch atme"
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Beriadanas Haus   Di Jan 13, 2015 9:50 pm

Noch immer wusste Beriadan nicht, was er von alle dem halten sollte. Ihr Wald wurde beinahe von der Avatarin des Feuers zerstört, jedoch tauchten im letzten Moment Elfen aus einem Land auf, von dem er noch nie zuvor gehört hatte. Dann materialisierte sich auch noch der Avatar der Luft direkt vor ihrem Wald und flehte um Hilfe - eine Hilfe, welche die fremde Elfe ihm gebot.
Dann und zu allem Überfluss verliebte sich seine eigene Ahnin in diesen Windbeutel von einem Magier und er, was auch immer ihn dabei geritten haben mochte, stimmte dieser Zusammenkunft auch noch zu.
Dennoch und so liebevoll er ihr gegenüber auch gewesen war, vertraute Beriadan Feredir nicht und er glaubte auch noch nicht so ganz an die Einschätzung seiner jungen Tochter. Dennoch spürte er noch immer kein Leid, das ihr zugefügt worden wäre noch Panik oder Angst. Ja, das Schwert an Feredirs Hüfte sang momentan nur in leisem gleichklang zu ihm. Sang von Flüssen und Gras und der Schönheit junger Liebe. Und Beriadan lauschte diesem klang. Wehmütig.
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Beriadanas Haus
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