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 Ausläufer des Waldes

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Beriadan

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Mi Dez 31, 2014 12:47 am

Beriadan umfasste den Griff seines Schwertes fester, umgriff es noch einmal kurz mit der anderen Hand und als die Armee des Feindes auf die kleine Truppe traf wirbelte er umher wie ein Blatt im Wind. Die schimmernde Klinge seines Schwert durchschnitt die Leiber seiner Feinde, während er sich schneller bewegte als das die meisten folgen konnten. Seine Bewegungen waren fließend, seine Schnitte bedacht gesetzt und mit jedem Streich durchglitt die Klinge Rüstung, Muskeln und Knochen. Er musste den Ritter auf dem faulenden Ross erreichen. Musste den Geist des Lichts in seine Hände bekommen und seinem Avatar einen Schlag versetzen. Seine Bewegungen wirkten wie der Fluss des Wassers, wie die lodernde Flamme. Seine Beine standen fest auf der Erde und Licht glomm in seinen Augen, während er das tat, was er auch noch nach über sechshundert Jahren am besten konnte: Menschen töten - und ein Schatten legte sich über sein Gesicht.
Er schlug sich voran, drängte sie zusammen mit den neu gewonnen Verbündeten zurück. Über sich vernahm er leise schnellen Schritten des anderen Alalea-Elfen: Ingwe, welcher mitsamt seiner Truppe zwitschernde Pfeile auf die Gegner nieder regnen ließ. Dort, am anderen Ende brachte der zweite Alalea-Elf Arandur, welcher wie ein brennender Blitz den Tod über die Feinde brachte.
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Mi Dez 31, 2014 1:04 am

Das Scharmützel das sich in diesem Wald entfacht hatte, und von dem er bis vor wenigen Augenblicken gedacht hatte es würde viel eher ein Massaker werden, packte ihn, zwang ihn dazu sein Adrenalin, seine Wut und seine verbliebene Kraft zu fokussieren. Er wandte sich an seine Kameraden, bellte ein paar Knappe befehle und binnen kürzester Zeit hatten sich eben diese den restlichen Truppen angeschlossen, schossen mit ihren Bögen auf die Feinde und gewannen durch die Mithilfe ihrer neu gewonnenen Mitstreiter nicht nur Sicherheit, sondern auch neuen Mut.
Und es kam wie es kommen musste, seine Klinge barst, als er dem nächstbesten Feind eben diese auf den Schädel schlug. Zwar drang die Klinge durch den Hals und den Wirbelknochen, barst jedoch kurz darauf und alles was Fiondil daraufhin noch in den Händen hielt, war eine kurze, gezackte Klinge die gerade noch dafür gut war, dem nächsten heranstürmenden Feind eben diese durch den Hals zu stoßen, ehe er sich seiner Waffe bemächtigte, eine Klinge, deren Griff kürzer war als die seines Schwertes, die Klinge jedoch, war deutlich länger.
Nur mit Mühe konnte er sich damit verteidigen und Zweifelsohne kam ihm der allgemeine Tumult der Schlacht zugute.
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Mi Dez 31, 2014 1:10 am

Nur ein paar wenige Ausfallschritte waren notwendig, um ihn bis zu Beriadan kommen zu lassen - jenem jungen Elfen, den er einst kennen gelernt hatte, als dieser noch ein Kind und voller Träume gewesen war - heute sah er den Schatten über dem Gesicht des Fürsten dieser Elfen. Den Schatten und den Zorn in seinem Antlitz, als er sich nach vorn kämpfte, die Leiber von Bauern und Soldaten zerriss und nichts hinter sich ließ als das, was auch die Menschen im Sinn gehabt hatten, als sie angriffen. Bestimmend und fest legte sich seine Hand auf die Schulter des weit jüngeren Elfen, hielt ihn noch einmal zurück und warnend schüttelte er den Kopf. "Du reitest in den Krieg, nicht in den Sieg", warnte Arandurs feste Stimme den anderen und ohne einen Widerspruch zuzulassen, schob er ihn wieder zurück in die Reihen der Elfen ehe er sich selbst wieder herum drehte, um jenen Schwertstreich zu parieren, welcher sonst seine Rüstung getroffen hätte.
Die Angst stand in dem Gesicht des Menschen, als sei sie in einem Werk der Steinernden verewigt worden und mühelos drehte der Elf dem Sterblichen das Schwert aus den Händen, beachtete den schlichten Stahl nicht weiter als dieser singend in den feuchten Waldboden sank und von den Wurzeln der Bäume verschluckt wurde, die sich empor getan hatten, um ihrem Volk zu helfen. Wilde Schlangen, geboren aus Geäst und Moos schlugen sich ihre Wege zwischen dem Dickicht hervor, rissen die feuchte Erde auf und trugen die schreienden Leiber der Soldaten mit sich, die der Magie der Elfen zum Opfer gefallen waren ehe auch sie wieder auf dem Boden aufschlugen und von den Wurzeln der Bäume wieder empor gerissen wurden. Dünne, biegsame Äste hatten sich um ihre Hälse geschlungen und sie empor gezogen, den letzten Blick hinein in den Wald gerichtet, wo ihr Verderben sich empor getan hatte.
"Flieh, Mensch, und berichte deinen Herren, dass dieser Wald den Elfen gehört", grollte Arandur dem Soldaten vor sich zu und trat einen Schritt zurück, den Mensch gehen lassend, damit er von dem Geschehen berichten konnte ehe er sich selbst wieder herumdrehte. Menschliche Stimmen traten erneut an seine Ohren, höhnische, beißende Worte, die den Elfen die Augen verengen ließen und die von jenen Wagemutigen stammten, die den Anführer der kleinen Jägereinheit eingekreist hatten, um ihm endgültig ein Ende zu bereiten. Es waren an diesem Tag genug Elfen gestorben und so drehte er noch einmal die Klinge in seinen Händen ehe sie ihren Platz in dem Hals des Menschen fand, der zum tödlichen Streich gegen Fiondil ausgeholt hatte. Als sich die dunkelblauen Augen des Elfen schließlich auf Fiondil richteten, waren es nur wenige Worte, die seine Lippen verließen.
"Steh auf."
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Mi Dez 31, 2014 1:31 am

Er hatte das Schwert, dass so ungewohnt klobig und behäbig in seinen Finger gelegen hatte immer wieder erneut hochgerissen und mehr die Wucht als eine wirkliche Technik genutzt, denn wie sollte er eben diese Anwenden? Es war nicht die Klinge die er führte, seitdem er angefangen hatte zu kämpfen und die so plötzlich in zwei Teile zerbrochen war. Und mochte man über ihre Waffen auch sagen was man mochte, so waren sie, trotz all des Qualitätsvrlustes noch immer um Welten besser als das, was die Menschen eine Waffe nannten. Natürlich hatte er eine solche Waffe nicht zum ersten Mal gesehen, doch zum ersten Mal mit ihr gekämpft und für ihn wirkte dieses geschmiedete etwas nur brachial. Eine zweischneidige Hiebwaffe, nicht mehr.
Dann war alles viel zu schnell geschehen. Er hatte sich umdrehen wollen und gesehen, dass ein Feind bereits zum Schlag ausgeholt hatte. Doch er schlug nicht. Einen Augenblick lang erstarrte Fiondil, denn langsam beschlich ihn der Gedanke das, wenn nicht die Klinge in seinem Hals gewesen wäre, er jetzt blutend am Boden läge, wobei es fraglich war ob Magie ihm bei einer solchen Verletzung noch geholfen hätte.
Und das Ende der Klinge, die seinen Feind getötet hatte, gehörte zu einem Elf, der einen Blick hatte, welchen er zuvor in jener Form noch nie gesehen hatte. Schmerz, Hass, Trübheit und Zorn, alles ballte sich in diesen zwei Augen. Der Aufforderung indes kam er still nach und nachdem er kurz Luft geschnappt hatte, neigte er den Kopf und murmelte ein leises. „Habt Dank.“
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Sa Jan 03, 2015 11:18 pm

"Dankst du mir für dein Leben oder für den Tod eines Mannes?", fragte Arandur lediglich mit kühler, beherrschter Stimme während die dunkelblauen Augen des alten Elfen noch einmal den Jüngeren musterten, der hier außer Atem vor ihm stand und offensichtlich nicht einmal die Gefahr eingeschätzt hatte, in die er sich und all die anderen gebracht hatte, die gemeinsam mit ihm hierher gekommen waren. Unzählige Elfen waren hier gefallen, junge Männer, die mutig den Menschen hatten trotzen wollen und die sein Gegenüber geführt hatte - Männer, die darauf vertraut hatten, dass ihr Anführer wusste, was er tat. Als Fiondil nicht antwortete, schüttelte er lediglich den Kopf während um sie herum der Kampfeslärm langsam leiser wurde und die letzten Stimmen der sterbenden Menschen um sie herum verhallten, deren Blut den Waldboden tränkte, auf dem inzwischen bereits wieder begann Moos zu sprießen während sich Efeuranken um die verkohlten Bäume wanden und das Leben zurück in die verdorrten Äste brachte, die die Menschen übrig gelassen hatten.
Arandurs Hand griff nach dem anderen, sein Griff unbarmherzig und fest, während er ihn zwang ihn zu begleiten bis hin zu einer Stelle, an der die Toten aufgebahrt worden waren, um sie herum ein Meer aus eben jenen Blumen, die Fiondil und seine Männer zuvor gesät hatten. Jene Männer, die nun mit zerrissenen Gesichtern und Körpern vor ihnen lagen. "Sieh sie dir an und merke dir ihr Gesicht. Dies sind deine Toten. Du warst derjenige, der töricht genug war den Wald zu verlassen und während du mir für dein Leben dankst, haben sie ihr Licht verloren", erhob er die Stimme und senkte den Blick. "Lass die Toten dich eine Lektion über Vorsicht und Verlust lehren."
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Nyaralin
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Sa Jan 03, 2015 11:47 pm

Nur allmählich begannen sich die Kämpfe zu legen, das Klirren von Waffen wurde leiser und auch die einst noch wütenden Stimmen von Kind der Nachkommendem und dem Volk der Sterne begann zu verblassen und trotz des Sieges, den sie an diesem Tag errungen hatten, fühlte es sich für kaum einen Angehörigen der Elfen so an. Blut benetzte den Boden, bildete rote Schlieren in den Pfützen der aufgerauten Erde und leere, gebrochene Augen starrten hinauf in den klaren Himmel, verdrehte Körper lagen nebeneinander, einer schlimmer zugerichtet als der andere und im Tod schien es ihnen gleich, neben wem sie begraben wurden - ob die Ohren rund oder spitz waren. Sie alle hatten gleichermaßen um ihr Leben gebettelt, hatten darum gefleht erlöst zu werden, darum, dass die Schmerzen von ihnen genommen wurden ehe ihr Licht endgültig erloschen war. Die einst so bedeutsamen Standarten, die stolz wallenden Fahnen waren zerschlissen und verbrannt, die Überreste hatten Sterbende an sich geklammert, als würden diese ihr Schicksal verhindern können.
Nichts von alledem hier war richtig und gut, kein Kampf, der jemals geführt worden war vernünftig und notwendig und Trauer umkränzte ihr Herz, als sie die Genugtuung in Beriadans Gesicht erkannte, als jener an den Toten vorüber schritt. Krieg nährte lediglich den Krieg. Die Finsternis in seinen Augen hatte schon so sehr nach ihm gegriffen, dass sie all jene Seelen zu bedauern begann, die seinen Weg gekreuzt und sich von ihm hinab in die Dunkelheit hatten ziehen lassen. Sie hatten die Toten des Volkes der Sterne auf einer Wiese aufgebahrt, umgeben von jenen Blumen, die die Elfen einst für ihre Toten gepflanzt hatten und ihre leeren Augen geschlossen, damit sie ruhen konnten und als sie jetzt mit langsamen Schritten nach vorn schritt, spürte sie die Trauer auf ihrem eigenen Herzen liegen.
Langsam ließ sie sich hinab sinken, glitt neben den Toten in die Hocke und senkte die Lider für einen kurzen Augenblick. "Hantanyel órenyallo a mai acáriel. Máriessë", flüsterte sie all jenen Verlorenen leise zu und streckte die Hand aus ehe die Körper der Toten von Blumen übersät wurden, die Wunden von eben jenen bunten Blumenkronen überdeckt wurden bis sie endgültig darunter verschwanden. Sie erhob sich mit Trauer im Herzen und Schmerz im Blick ehe sie die Arme ein Stück weit hob und die Körper sich in Tausenden von Blütenblättern auflösten, die gen Himmel stiegen, nur um dort wenig später zu verschwinden.
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    So Jan 04, 2015 12:33 am

Die Schlacht war vorüber und die Reiter der Elemente in die Flucht geschlagen. Diese geisterhaften Ritter hatten nicht mehr zurück gelassen als eine von Anomalien noch immer sirrende Luft und viel zu viele Tote. Beriadan schritt über die Leichen, kurz bevor sich Nyaralin um ihre Bestattung kümmern konnte. Der lange, silberne Mantel welcher bündig mit der gleichfarbigen Rüstung schloss zog er hinter sich her wie eine Schlange ihren Schwanz, während er über die Leichen der Gefallenen, über zerbrochene Äste und gefallene Bäume schritt und dabei immer weiter auf Fiondil zu, welcher sich mittlerweile aufgerichtet und die Schlacht aus irgend einem Grund überlebt hatte.
Er blieb vor dem Elfen stehen und sah diesen aus kalten, abschätzigen Augen an. "Auf die Knie" befahl er und seine Stimme zitterte vor unterdrückter Wut, während seine Augen über das Schlachtfeld wanderten. Zu viele Elfen waren an dem heutigen Tag gestorben. Zu viele wahre und gute Kreaturen waren in Blut und Moras erstickt. Totgetrampelt von Soldatenstiefeln. "Waren meine Befehle irgendwie missverständlich?" fragte er leise und seine Stimme glich den Zähnen einer Giftschlange. "-Sollte sie auch nur einen Kratzer abbekommen, so werde ich dich zur Verantwortung ziehen- Das habe ich gesagt nicht wahr? Habe ich dir nicht gesagt, du sollst sie mitnehmen und die Gefallenen aus dem Wald bergen und zurück in unsere Heimat bringen? Und was tust du? Du führst sie hier aufs offene Feld für... ein paar Blumen" er riss eine der wenigen, noch lebenden Blumen aus dem Boden und schloss so schnell, so fest die Hand um sie, dass einige Blütenblätter absprangen und durch die Luft glitten. "Hast du dafür beinahe unser Volk geopfert? Für Blumen? Du hast die Menschen zu einem Angriff provoziert, indem du dich außerhalb des Waldes aufhieltest. Du hast unser ganzes Volk beinahe dem Tode geweiht! Ich sollte.... Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen, Volksmörder?
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    So Jan 04, 2015 12:41 am

Er kniete. Das weiche Gras unter ihm hatte sich ein Stück weit geneigt, nachgegeben, jedoch nicht sehr. Er spürt eine leichte Nässe auf eben diesem, doch vermochte er nicht zu sagen ob eben diesen vom Blut, oder vom Tauwetter herrührte. Die Worte trafen ihn, wie bereits Worte der Kritik zuvor ihn getroffen hatten, denn bei all seiner Weisheit war Beriadan kein Herr, der schnell vergab oder leicht über Fehler hinweg sah. Schon gar nicht, wenn sie von Jemanden verübt wurden, der für die Leben seines Volkes verantwortlich war. Und er kniete, kniete weiterhin und wagte es nicht einmal den Kopf zu heben, zu sehr fühlte er die Demut, die Scham die ihn überkam. Die Scham die ihn dieser kleine, geschlossene Mikrokosmos vor diesem Mann, vor diese, wahnwitzigen Mann gelehrt hatte, der sich selbst, Fürst, Herrscher und so vieles mehr nannte. Der jedoch nie gehandelt hatte, stagniert hatte und nur delegiert, doch die wirklichen Entscheidungen, hatten andere getroffen. Doch er kniete.
„Verzeiht mir mein Herr. Es war sträflich und falsch, gar dumm und unachtsam eure Befehle so zu missachten. Und jede Strafe die ihr auserkoren, wird gerechtfertigt sein. Und ich will, so ihr es mir denn erlaubt mein Herr, künftig klüger und besonnener handeln, auf dass ich meine Taten stets in Erinnerung und als mahnendes Bespiel im Gedächtnis behalten kann.“
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    So Jan 04, 2015 12:55 am

Beriadan sah auf Fiondil, während sich ein kaum merkliches Mienenspiel auf seinem Gesicht auftat. Es waren nur minimale Nuancen, die jedoch einem aufmerksamen Beobachter alles Notwendige verrieten. Fiondil hatte stets gegen ihn gesprochen, hatte stets geglaubt alles besser zu wissen. Hatte stets geglaubt, dass er selbst - der große Fiondil - wüsste was am Besten für das Volk wäre. "Ich kann euch lesen wie ein offenes Buch Fiondil. Ihr hasst mich" flüsterte Beriadan leise und sah noch immer zu dem anderen, ehe er seine Klinge zog und diese sachte unter Fiondils Kinn legte, ihn zwang ihm in die Augen zu sehen.
"Ihr glaubt, ich würde nicht verstehen was ihr hier draußen tut. Ihr glaubt, ich wäre ein alter, seniler Narr der auf seinem Thron sitzt und lieber dabei zusieht wie sein Volk stirbt anstatt in die Welt hinaus zu ziehen" er füllte seine Lungen mit rauchiger Luft und verengte die Augen. "Ihr seid noch keine dreihundert Jahre alt Fiondil - ihr habt den Krieg nicht miterlebt. Ihr habt keine Ahnung welche Opfer ich bereits hinnehmen musste. Alles was ich tat, habe ich für mein Volk getan. Hätte jemand anders sie geführt, wären sie alle tot" er schüttelte den Kopf. "Ich bin es leid mir euren ständigen widerspruch anhören zu müssen. Bin es Leid von meinen Vertrauten in euren Reihen hören zu müssen, wie ihr schlecht über mich redet, wenn ihr glaubt ihr wäret unter Freunden. Ich bin euch Leid - der ihr meinem Volk verderben brachtet"
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    So Jan 04, 2015 1:05 am

Es war nur eine einzige kurze Bewegung, die von Fiondils Seite stammte, an der noch immer Arandur stand und missgünstig die Augen noch ein Stück weiter verengte. Fest umgriffen die Finger des Elfen den Schwertgriff des Fürsten ihm gegenüber und drückte die elfische Klinge zurück, die bislang an der Kehle des jungen Elfen gelegen hatte. "Es ist genug, Beriadan", raunte Arandurs Stimme lediglich als dieser nach vorn trat und dem anderen den Blick auf Fiondil verwehrte, noch bevor auch dieser junge Elf ein Opfer des Streits war, den Beriadan selbst vom Zaun gebrochen hatte, als er so närrisch gewesen war, um sich mit einer menschlichen Frau einzulassen. Es war bei Weitem nicht Fiondil, der Schuld an der Vernichtung seines eigenen Volkes trug und wenngleich der junge Elf auch diesen Kampf und die damit verbundenen Toten zu verantworten hatte, so war dies schon lange nicht mehr Bestand des Gesprächs.
"Die Opfer, die du hast hinnehmen müssen, gründen daraus, dass du närrisch genug gewesen bist, um dich auf eine Sterbliche einzulassen. Die Menschen führen deswegen Krieg mit dir. Du hast nichts anderes verloren, was nicht auch jeder andere deines Volkes verloren hat - seine Familie, Beriadan, und jedes einzelne Wesen, das er einst geliebt hat. Deine Verluste wiegen nicht schwerer als ihre und nun schweig still, um den Toten zu ehren. Dies ist nicht der Ort und nicht der Moment für diese Gespräche. Fiondil hat seinen Fehler begriffen.", führte er fort und wiegelte Beriadans Antwort lediglich mit einer knappen Geste ab, um seine Aufmerksamkeit wieder der Ehrung aller Toten zuzuwenden. Jener Männer, die wohl in diesem Krieg am Meisten verloren hatten.
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    So Jan 04, 2015 1:12 am

"Schweig" zischte Beriadan und verengte seine Augen ein kurzes Stück. "Ich habe vor über sechshundert Jahren die Elfen aus Alaleia - das Volk der silbernen Sterne um Hilfe angefleht. Es kam keine Antwort. Ich habe Kundschafter ausgesandt um Hilfe aus anderen Ländern zu erbeten. Welche Reaktion durfte ich erwarten? Keine" seine Stimme war nun dünn wie frisches Eis auf einem See. "Somit hast du dein Mitspracherecht in diese Angelegenheit verwirkt. Ich bin auf euren Befehl hin aus Alalea fort um die Welt der Sterblichen zu besiedeln und ihnen Hilfe und Leitung zu geben. Ihr wart es, die euch entschieden habt unser Volk im Stich zu lassen! Ich habe getan was ich konnte um dieses Volk, mein Volk am Leben zu halten. Die Toten die hier begraben liegen haben nur eines getan: Einen kleinen Teil einer lange aufgeladenen Schuld erfüllt" er schüttelte den Kopf. "Noch immer ist der Feind dort draußen und ich werde nicht akzeptieren, dass in diesen Zeiten meine Führung von einem Jünglich wie Fiondil noch einmal in Frage gestellt wird!"
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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    So Jan 04, 2015 1:26 am

"Schweig still!", donnerte Arandurs Stimme befehlsgewohnt und hart an die Ohren des anderen als sich jener wieder zu Beriadan herum drehte und mit festen Schritten auf den Elfen zutrat, den er früher einmal gekannt hatte und in dem er jetzt nicht mehr als Hass und Zorn auf alles und jeden erkennen konnte, dem er begegnete. Mit nur einigen wenigen Bewegungen entwand er ihm das Schwert, welches der andere einst aus Alalea mitgebracht hatte und sirrend blieb es im aufgewühlten Waldboden stecken. "Denkst du, ich fürchte dich wie es dein Volk tut? Denkst du, ich fürchte deine schwindende Macht, die du dir hast von ein paar Menschen nehmen lassen, die klug genug waren, dich herein zu legen, Beriadan Elvea?!", lauteten die ersten Fragen, die er dem anderen stellte und erneut folgte lediglich ein knappes Kopfschütteln, gerade so als wolle er sich selbst eine Antwort auf diese Fragen geben. Fünftausend Jahre bereits und noch nie hatte er neben Ethra einen solchen Elfen getroffen - jene Abtrünnige, die es weder verdienten, Respekt zu erhalten, geschweige denn noch als Angehörige seines Volkes bezeichnet zu werden. Beriadan hatte einstmals gewählt und sich für die Sterblichkeit seiner Liebsten entschieden, er hatte Gesetze und Regeln gebrochen und wenngleich auch niemals eine seiner Nachrichten in Alalea angekommen war, so bereute er es heute nicht, das Schwert nicht für ihn ergriffen zu haben.
"Die Toten, die hier liegen, hast du zu verantworten. Dein Handeln, deine Selbstsucht und deine Finsternis", grollte er dunkel und griff kurzerhand nach dem Elfen, umschloss mit dem Panzerhandschuh von hinten den Hals des jüngeren Elfen und riss ihn mit sich bis sie inmitten all jener Leichen stehen blieben, die diese Schlacht hinterlassen hatte. "Wären wir nicht gekommen, würde deine Tochter hier liegen. Wären wir nicht gekommen, würdest du hier liegen und jeder andere, den du einstmals befehligt hast. Du hast zu viel von dir selbst verloren und ich werde nicht dulden, dass du auch mein Volk in den Abgrund führst", folgte es noch finster. "Von jetzt an wirst du dich fügen. Du wirst den Befehlen gehorchen, die wir geben. Wenn schon nicht um deinetwillen, dann um deiner Tochter wegen."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Sa Jan 10, 2015 8:47 pm

Es fehlte ihn an Mageninhalt, denn um die Flucht wirklich überzeugend darzustellen hatte er einige Vorbereitungen treffen müssen und selbst, oder gerade solche Feinheiten wie ein beißender Hunger, da man bereits seit einer ganzen Weile auf der Flucht war, machten eine Geschichte wirklich glaubwürdig. Auch fehlte ihm ein warmes Bett, denn der letzte Ort an dem er sich vergnügt hatte, war mit einer schlichten Schneiderfrau in einer kleinen Werkstatt gewesen gewesen. Zwar waren die Stoffe, von Samt bis hin zu Satin allesamt weich und wohlig gewesen, doch hatte er nichts desto trotz den harten Boden unter ihnen gespürt. Die Frau selbst hingegeben war nichts Besonderes gewesen, eine übliche Liebschaft. Jede von ihnen hatte einige Marotten und Vorlieben, ihre Bestand daraus, dass man ihre Brust nicht kniff, sondern regelrecht formte. Doch die Geschmäcker waren unterschiedlich. Denn eben dies hatten ihn Jahrzehnte seiner Freizeitbeschäftigung gelehrt, in der er, wie er selbst glaubte, inzwischen einen Meistergrad bekleidete. Doch er hatte sich bis zum Äußersten verausgabt, denn auch dies war für die Geschichte außerordentlich wichtig gewesen.
Was ebenfalls für die Geschichte wichtig, ihm jedoch nicht von Yarna erzählt wurde war, dass er darauf vorbereitet war, dass die anderen Großmeister mit all ihrer Überzeugung daran hielten, das Feredir ein Verräter war. Denn eben dies hatte Yarna ihnen erzählt und ihnen gleichzeitig den Auftrag gegeben, ihn zur Strecke zu bringen. So war die Flucht tatsächlich ein ganzes Stück schwerer geworden als die gespielte. Am Ende hatte er ein wenig Wasser in der Lunge gehabt das er Mühevoll heraushusten musste, ein paar Verbrennungen am Handgelenk und an dem Hals und ein paar Prellungen von kleineren Gesteinsbrocken.
Doch am meisten fehlte ihm auch die Übersicht nicht, die er noch zuvor geglaubt hatte zu haben, nein. Sein Hut war er. Er hatte ihm auf seinem Bett liegen gelassen und einen Augenblick lang hatte er darüber nachgedacht, ob er wegen ihm nicht zurückkehren sollte. Doch schließlich hatte die Vernunft obsiegt und er war, mit gehetztem Atem und erschrecktem Blick vor dem Wald angekommen. Dem Reich, von dem er gedacht hatte dass er es nie wieder zu Gesicht bekommen würde. Oder viel mehr musste.
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Ingwe

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Sa Jan 10, 2015 9:04 pm

Die Vögel zwitscherten in der lauen Abendluft, während die Sonne ihren Lauf am Horizont beendete und in einen orangenen Schein überging, welcher sich wie ein feines Tuch über die ganze Welt legte. Einige Spatzen flogen aus dem Wald, umkreisten einander im wilden Tanz, während die frischen Blumen - Maiglöckchen, Mohnblumen, Margarinen und viele mehr ihren Kopf in die Luft streckten und der eigentlichen Jahreszeit wie durch Magie trotzten. Der Wald selbst schien grüner und kräftiger geworden zu sein. Seine dicken Wurzeln durchdrangen den Boden und schienen noch mehr Fläche für sich beanspruchen zu wollen.
Einige Marinenkäfer suchten auf einem nahen Strauch nach Nahrung, während ein Eichhörnchen in der Ferne Nüsse vergrub. Erneut zwitscherte ein Vogel und der Pfeil traf Feredir zwischen die Augen. Alles wurde schwarz und der Magier fiel nach hinten um, wo er ausgestreckt im Gras liegen blieb.
Ingwe trat langsam näher an den Menschen heran, besah dessen schmutzige Kleidung und schüttelte nur den Kopf, ehe er mit einem kurzen Ruck den Pfeil aus dem Schädel zog. Gute Pfeilspitzen waren schwer herzustellen und er vergeudete nicht gerne. Dennoch fiel ihm direkt auf, dass an der Spitze kein Blut klebte.
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Feredir

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Sa Jan 10, 2015 9:16 pm

Wenn man in gewisser Weise unsterblich ist, stellt sich unweigerlich die Frage, wie genau sich die Meinung zum Tod gegenüber Normalsterblichen unterscheidet. Und hier ist zu sagen dass Feredir keinesfalls den Tod belächelt, nein, vielmehr ist er seine größte Angst, wie bei jedem anderen gewöhnlichen Menschen auch. Trotz seiner waghalsigen Ader liebte er sein Leben und der Tod war so schrecklich endlich, genau und unumstößlich. Umso dankbarer war er als er, nach dem plötzlichen Schock den er erlitten hatte als der Pfeil auf ihn zugerast kam, wieder die Augen aufschlug. Normalerweise hätte er ihn schon gut eine Sekunde vorher gestoppt, einfach die Windrichtung geändert und ihn zu seinem Absender zurückgeschickt. Doch die gespielte Erschöpfung hatte sich mit der tatsächlichen Flucht gemengt, sodass er aktuell tatsächlich zu keiner Höchstleistung fähig war. Und wenn Yarna all die geplant hatte, so musste er seinen Hut vor ihr ziehen. Doch halt, sein Hut lag nach wie vor in seinem Heim. Seinem ehemaligen Heim.
„Bitte … fragt das nächste Mal doch erst : Freund oder Feind, oder irgend so einen Mist. Habt ihr das vorher nie gemacht? Mhh … auch egal.“ Er rieb sich die Augen, die Einstichstelle des Pfeils den er langsam heraus zog und der Elf konnte beobachten, wie sich das beschädigte Gewebe langsam wieder erholte. „Nein, nein bitte jetzt nicht schreien. Oder Verstärkung rufen. Ich mag nicht davon sterben, aber es schmerzt, in Ordnung?“
Als der andere ihn noch immer verwirrt anstarrte, seufzte der Großmeister leise, verschwand, als ein heftiger Wind aufkam mit eben diesem, indem er, einem Gemälde das man mit Wasser verwusch gleich, einfach mit seiner Umgebung verschmolz. „Also, wenn ich mich erst einmal vorstellen darf. Feridir mein Name, Ausgestoßener Großmeister mein Titel. Es freut mich euch kennen zu lernen.“ Klang kurz darauf eine Stimme, direkt hinter dem Elf.
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Ingwe

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Sa Jan 10, 2015 9:23 pm

Ingwe zeigte sich nicht sonderlich beeindruckt, sonder streckte nur die Hand aus, gerade so als wolle er versuchen den Windhauch zu greifen, der an ihm vorüber huschte. "Sedh-gwae" flüsterte er leise wie zu einem alten Freund und der Wind verschwand so schnell wie er gekommen war. Noch immer drehte sich Ingwe nicht um sondern starrte in die Ferne und blieb, nachdem er mit dem WInd gesprochen hatte für einige Zeit ruhig.
"Wir haben keine Freunde in diesem Land, daher ist es nicht notwendig zu Fragen" beantwortete er schließlich die Frage des Luftikus ohne ihm weitere Aufmerksamkeit zu schenken, während er das Gefieder seines Pfeils überprüfte und diesen in der Hand hin und her drehte. "Was wollt ihr Feredir, Augestoßener Großmeister? Sprecht rasch oder wir beide finden heraus ob ich nicht doch in der Lage bin den Wind zum erliegen zu bringen"
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Feredir

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Sa Jan 10, 2015 9:31 pm

Beinahe überrascht über die Worte hob er die Augenbraue, auch wenn der Elf vor ihm dies nicht zu sehen vermochte. Er hatte eine Ruhe, die für die wilden Elfen dieses Landes nicht bekannt war. Jeder andere hätte genau jetzt laut aufgeschrien, vermutlich erneut versucht ihn zu töten und wäre dann in Richtung Wald gerannt. Und eben das wäre sogar ein großer Vorteil gewesen, denn er hätte ihm folgen können, so jedoch war seine Lage weitaus komplizierter. „Ich beherrschte den Wind in diesem Land nicht, mein lieber. Ich bin der Wind.“ Eine erneute Briese kam auf, peitschte einen Augenblick lang gegen das Gesicht des alten Elfen. Denn von dem Alter zeugte allein seine Haltung, seine Worte, sein Verhalten. Seine kalten Augen, mit denen er ihn einen Augenblick zuvor angestarrt hatte.
„Nun was ich hier begehre, mein neu gewonnener Freund ist einfach ausgedrückt. Meine Freunde, die Unterdrücker des Landes und Königsmörder haben mich ausgestoßen, da ich mit ihrer Meinung nicht konform lief. Da ich es bevorzuge die Staatsgewalt in mehrere Hände zu legen und nicht in die einer einzigen. Genau deswegen sprach ich mich immer wieder für das Königsgeschlecht aus. Meinen ehemaligen Freunden wurde es zu bunt, sie wollten mich töten. Ich floh, kam auf einer wunderschönen Wiese an und bekam einen Pfeil zwischen die Augen. Das ist meine Geschichte und auch mein Anliegen, werter Freund. Ich hoffe bei euch nicht Schutz, sondern Gleichgesinnte im Geiste für dieses Land zu finden.“

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Ingwe

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Sa Jan 10, 2015 9:45 pm

"Ihr seid der Wind?" fragte er leise und wandte sich schließlich doch zu dem anderen um, während er seiner Erklärung lauschte, die wie Flüstern im Blätterdach klang. Vergänglich.
"Nur der Wind? Ihr tut mir leid, Sterblicher" flüsterte er leise und schüttelte den Kopf. "Ich bin Gwae, aber auch Ceven. In meiner Seele spiegeln sich Calad und Fuin, aber auch Ûr und Nen" er schüttelte den Kopf, leise und voller Bedauern. "So wie diese Wesenszüge durch den Geist und die Seele all jener gleiten, die von meinem Blute sind. Ihr seid nur ein kleiner Teil. Ein Bruchstück eines großen ganzen Feredir, dessen Name in unserer Sprache Jäger bedeutet" er nahm ein langes, geflochtenes Elfenseil aus seiner Tasche und bevor Feredir reagieren konnte, lagen die Fesseln auch bereits an seinen Handgelenken. Das Seil, welches zuvor aus seidenen Fäden gesponnen zu sein schien war nunmehr ein Gestrick aus Wurzeln und Steinen, aus Erde und kleinen Diamanten und schien unlösbar für Feredir zu sein. Mit einem Mal drückte eine unglaubliche schwere auf den Magier, durchzog seinen ganzen Körper.
"Ich bringe euch zu meiner Herrin. Sie wird entscheiden, was mit euch geschehen soll"
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Feredir

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Do Jan 15, 2015 5:59 pm

Die Zeit schien stillzustehen und das mit dem Augenblick, in dem man ihn in Eis gesperrt hatte. Denn gleichwohl er unsterblich war, so konnte er doch Schmerz empfinden. Und all die Jahrhunderte hatten dieses Gefühl, diese Empfindung nicht geschmälert. Seine Lunge war zusammengedrückt worden, hatte sich sogar ein wenig mit Wasser gefüllt als Nenfaron die Blase um ihn herum gebildet hatte. Und so hatte sich nicht nur um ihn herum Eis gebildet, sondern auch in ihm. Er sah nicht, fühlte keine Kälte, denn mochte sich sein Körper auch noch so gut generieren können, bei der aktuellen Kälte würde die Haut Tod bleiben. Solange bis ihn Jemand aus dieser Hölle befreien würde. Doch wer sollte es tun? Er hoffte inständig darauf das Guinevere es nicht versuchen würde, denn alles was die Großmeister, was Yarna tun würde war, sie erneut für ihre Seite zu gewinnen. Sie daraufhin auszunutzen, zu manipulieren und zu beseitigen, sobald sie ihnen lästig wurde. Ohnehin wäre dies spätestens dann notwendig gewesen, wenn sie ihre normale Lebensspanne überschritt, denn die Lüge, die Tatsache das die Elfenblut und somit die Unsterblichkeit in sich trug, dürfte niemand erfahren. Und wie egal war es ihm, von wem sie nun abstammte, welcher Rasse sie angehörte. Er war ihr dankbar, mehr sogar. Ihr hatte er es zu verdanken, dass er in diesem Gefäß seinen Verstand behielt, denn wo in den vergangenen Jahrhunderten nur Trauer und … Selbsthass gewesen war, überdeckt mit einem fröhlichen Mantel, hatte sie ihm binnen weniger Tage etwas gegeben, bei dem er, auch in der Erinnerung daran, wahrhaft glücklich wurde.
Nein, sie dürfte mit aller Bestimmtheit nicht hierher zurückkehren, sie dürfte sich nicht in Gefahr begeben … Denn er liebte sie, liebte sie als einzige Person in seinem Leben. Denn er hatte in ihrer Gegenwart zum ersten Mal ein solches Gefühl gefühlt. Nein, sie hatte Besseres verdient, als unter dem Joch der Großmeister zu leben. Einzig um zwei Dinge trauerte er. Darum das er ihr nicht die Sicherheit hatte schenken können, die er ihr versprochen hatte … und das er sich nicht bei ihr verabschiedet hatte.
Mochte das Einfrieren noch so schmerzhaft gewesen sein, es was lachhaft gegen das, was er fühlte als der Eisblock schmolz. Seine Lunge kollabierte, er bekam Krampfanfälle, spürte jedoch, als die Sinne seiner Haut langsam wieder funktionierten, einen Druck an der Schulter. Er begriff nicht. Husten, eine Menge Wasser die aus seinem Mund schoss und so endlich seine Lunge davon bereinigte. Dann, ein starkes Zittern und die Befürchtung, man habe ihn nur aufgetaut, um etwas Schlimmeres mit ihm zu tun. Jemand rollte ihn auf den Rücken, so viel begriff er inzwischen und als er die Augen aufschlug, sah er einem dünnen Schemen über seinen Kopf. Er streckte die Hand aus, die ihr Gefühl bereits wieder erlangt hatte. Und auch wenn die Augen noch ein paar Minuten brauchen würden um ihm seine Umgebung wieder klar darzustellen. Er verstand.
Er kannte dieses Gefühl weicher Haut, glaubte ihr eigenes, einzigartiges und wunderschönes Lächeln, nicht zu sehen, doch ertasten zu können. Und die Verzweiflung wich aus seinem Gesicht, machte stattdessen einem freudigen Ausdruck breit. Er verstand nicht wie, wodurch und ob es Wirklichkeit war, doch war dies wirklich von Bedeutung? „Dies … ist ein Traum.“ Murmelte er leise, wie er es so oft getan hatte und mit einer rauen, angeschlagenen Stimme. Er spürte wie ihm eine zarte Hand durchs Haar strich und wie ihn weiche Lippen küssten. „Guinevere..“
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Do Jan 15, 2015 9:22 pm

Furcht hatte über eine lange Zeit in ihrem Herzen bestanden und sie im festen Griff gehalten, ihren Blick hatte sie immer wieder zurück gewendet, in der festen Erwartung, sie würden den Zorn der Großmeister zu spüren bekommen, die sich aus den Trümmern ihrer eigenen Akademie geschält hatten um Rache zu nehmen, doch nichts außer den wütenden Stimmen der Wachen waren an ihre Ohren gedrungen und selbst eben jene waren mit jedem Meter leiser geworden, den der große goldene Drache hinter sich gebracht hatte. Doch über die Zeit des Fluges war etwas anderes in ihren Geist eingedrungen - jene Angst vor Beriadans Reaktion auf ihr überstürztes Handeln, die Angst vor dem, was nun folgen würde, weil sie aus purem Egoismus jenen Mann hatte retten wollen, an den sie selbst ihr Herz verloren hatte - die Furcht davor, was ihr Vater mit eben jenem Mann machen würde, der sie zu dieser Handlung verleitet hatte, doch gleichgültig, wie viele Möglichkeiten sie erdachte, um sie beide zu retten, sie alle verloren an Bedeutung als sie auf dem Boden aufsetzten und Glaedr das Gefängnis zu schmelzen begann, in dem Nenfaron ihn eingeschlossen hatte.
Hastig stürzte sie zu der wankenden Gestalt und bekam ihn noch an der Schulter zu greifen ehe er zu Boden sank. Behutsam drehte sie ihn auf den Rücken und erstarrte, als sie in das kalkweiße Gesicht sah, sein Zittern an ihrem eigenen Körper spürte und erkannte, dass sie selbst nichts tun konnte, als ihn hier festzuhalten, seinen entkräfteten Körper an sich zu drücken, darauf hoffend, sie selbst könne für die Wärme sorgen, die ihm in diesem Augenblick fehlten. Sie konnte nichts tun und während sie stumme Gebete an längst vergessene Götter aussendete, verlor der Rest ihrer Umgebung seine Bedeutung, verschwamm in einem Brei aus Farben, der sich um sie zu drehen begann und in dem ihre Augen in seinem Gesicht ihren einzigen Fixpunkt fanden. Die Stimmen des Drachenreiters, das schwere Atmen seines Drachen - es war nicht länger von Bedeutung und erst als sie die flatternden Lider erkannte, die verschwommenen dunklen Seelenspiegel, die sich auf ihr Gesicht gerichtet hielten, breitete sich unweigerlich auf ihrem Gesicht ein zaghaftes Lächeln aus.
"... ich hab dich ...", flüsterte ihre Stimme, leise nur als seien die Worte nicht viel mehr als ein Mantra, von dem sie sich nicht sicher war, wem sie es hatte einreden wollen. Sie spürte die zitternden Finger an ihrem Gesicht und als sie selbst danach griff und ihre Finger zwischen die seinen schob, die Nässe auf ihren Wangen spürte, begann sie zu begreifen, dass sie geweint hatte - vor Furcht, sie könne ihn verloren haben, zuerst - später aus Erleichterung darüber, dass ihr dieses Schicksal erspart geblieben war. "Alles wird gut ... du bist wieder in Sicherheit." Er mochte es nicht registrieren, mochte in seinem Zustand nicht einmal bemerken, dass sie überhaupt gesprochen hatte, aber ihre eigenen Worte halfen ihr in jenem Moment mit den Gefühlen zurecht zu kommen, die sich in ihrem eigenen Inneren ausgebreitet hatten und sie beinahe zerspringen ließen. Als seine ersten leisen Worte die aufgerauten, bleichen Lippen verließen, lachte sie leise, gequält nur, weil sie es nicht anders zu Stande brachte ehe sie sich zu ihm hinab beugte und ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen hauchte.
"Das hier ist die Wahrheit", flüsterte ihre Stimme noch an seinen Lippen, wie sie es bereits beim ersten Mal getan hatte, als er diese Worte gesprochen hatte, sanft durch das dunkle, wirre Haar streichend, als könne sie ihm mit dieser Geste helfen, zurück in die Realität zurück zu finden, wenngleich auch jene Worte, die sie folgen ließ, zu diesem Zeitpunkt noch ungehört in ihrer Seele verklungen waren. "Ich liebe dich."
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Feredir

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Do Jan 15, 2015 9:38 pm

Es wart wie sie hoffte. Die einfachen, sanften Bewegungen, das Streicheln seines Gesichtes und das gleiten durch seine wirren Haare, Gesten die sie so oft gebrauchte, halfen ihm wieder zurück in die Realität zu finden. Ihm begreiflich zu machen dass die Welt die sich gerade vor ihm auftat, nicht grausam und brutal war. Denn er spürte Ruhe. Und Frieden. „Ich liebe dich.“ Erwiderte er, blinzelte immer wieder, denn auf seiner Sicht gab es noch immer weiße Flecke, doch konnte er inzwischen Guinevere erkennen. Und er musste erneut lächeln. Wie sie es geschafft hatte ihn zu befreien … es würde eine Rolle spielen, später. Viel später. Doch im Augenblick war es nicht von Belang. Es tangierte ihn nicht im geringsten, denn sie war unverletzt, er hörte das leise Zirpen der Grillen, das Schuhuen der Eulen und das Zwitschern der Vögel, die den Elfenwald so ikonisch machten, denn im Gegensatz zu den Laub, Nadel und Mischwäldern im restlichen Land war es nicht eine wilde Kakophonie von Rufen, sondern ein erstaunlich gutes, musikalisches Stück.
„Ich dachte …“ Fing er an und schluckte, krampfte sich dann zusammen und sackte zur Seite. Ein plötzlicher Schüttelfrost packte ihn, denn zweifellos hatte sein Körper die Diskrepanzen noch nicht überstanden. Es war anders als eine gewöhnliche Verletzung. Denn zum einen hatte sie ein Großmeister verursacht, zum anderen hatte Yarna ihm seine Macht über einen längeren Zeitraum genommen, nicht nur für ein paar Sekunden.
„Das es das gewesen wäre. Das ich jetzt, da ich endlich … das gefunden habe, wovon mir jeder gesagt hat das es … das es mir verwehrt ist.“ Er hustete erneut, jedoch kam diesmal kein Wasser zum Vorschein. „Und ich wäre glücklich gewesen. Glücklich, weißt du … weißt du warum Guinevere? Weil ich die Erinnerung an dich, an uns hatte.“ Er wollte sie erneut küssen, doch als er sich vorbeugte, spürte er wie seine angeschlagenen Lungenflügel rebellierten, zweifellos eine schwere Verletzung durch den langen Frost in eben diesen. „Ich bin deiner nicht würdig. Du … du hast alles aufs Spiel gesetzt für …“ Er verstummte, als er erneut ihr Lächeln sah, dass ihn schneller überwältigte als es jeder Zauber der Großmeister konnte. Und er lächelte ebenfalls.

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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Do Jan 15, 2015 9:53 pm

Seinen leisen, abgebrochenen Worten war schwer zu folgen gewesen und immer wieder hatte sie geglaubt, er würde wieder das Bewusstsein verlieren. Immer wieder hatte sie erneut um ihn gebangt, immer wieder hatte ihr Herz für ein paar Schläge ausgesetzt, nur um wenig später umso heftiger wieder zu schlagen zu beginnen, wenn er es erneut vollbrachte, auch nur ein paar Worte zu formen. Sie spürte die Wärme langsam zurück in ihre Glieder kriechen, während sie langsam zu begreifen begann, dass sie nun in Sicherheit waren und dass hier, solange wie der Drachenreiter bei ihnen war, niemand mehr erscheinen würde, der sie so leicht auseinander reißen konnte. Als er schauderte, hielt sie ihn fest und schob ihren Arm unter seinen Rücken, um ihm das Atmen ein wenig zu erleichtern, als sie hörte, dass die Luft nur leise rasselnd über seine Lippen zu dringen vermochte. "Ja ...", stimmte sie ihm leise zu, als er wieder schwieg und lächelte noch einmal, weil seine Verwunderung über ihre Tat etwas in ihr rührte, das Wärme durch ihren Körper schickte, die sie dazu brachte, sich wieder zu entspannen. "... und ich würde es jedes Mal aufs Neue tun, wenn ich dich damit retten könnte", ließ sie ihrer Antwort nur leise folgen, eine Hand hebend, um ihren Zeigefinger auf seine Lippen zu legen, als er ihr antworten wollte.
"Ich habe es dir versprochen. Ich habe versprochen bei dir zu bleiben, komme, was wolle." Und diese Worte waren für sie selbst alle Erklärung, die sie benötigte, um sich selbst die halsbrecherische Befreiung zu erklären. Es war leichtsinnig, es war wagemutig und es hätten hunderte Dinge schief gehen können, die sie vielleicht auch ihr eigenes Leben hätten kosten können, die sie zurück in die Arme der Großmeister hätten treiben können, sie von diesen hätten manipulieren werden können, doch letzten Endes zählte hier und jetzt für sie nur eine einzige Sache. Dass sie den zitternden Mann in ihren Armen wieder bei sich hatte und unter ihren Fingern das unstete Klopfen seines Herzens in seiner Brust spüren konnte, jenen Blick aus den dunklen Augen noch einmal sehen konnte, der ihr so viel bedeutete und die leisen, geflüsterten Worte zu hören, die alle Dunkelheit vertrieben, die einst noch ihr Leben bestimmt hatte.
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Feredir

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Do Jan 15, 2015 10:11 pm

Bei der Erinnerung an das Versprechen, an dass er sich sehr wohl noch erinnern konnte, wurde sein Lächeln noch ein Stück breiter. Sie selbst hatte keinerlei Befähigung es mit den Großmeistern aufzunehmen. Und doch hatte sie keinen Augenblick gezögert, war ihm zur Hilfe geeilt. Und seinen Lebtag lang hatte er noch keine derartige Treue erlebt. Eine Treue, die ihm in diesem Augenblick die Tränen in die Augen trieb. Er zog sie zu sich herunter, legte seinen Kopf an ihren und schloss die Augen. Er spürte seine Beine noch immer schwerlich, denn ab den Knien war alles was er fühlte ein dumpfer Schmerz. Und Zweifelsohne würde es noch eine Weile dauern, bis er sich wieder gänzlich so bewegen konnte wie vorher. „Und du hast dein Versprechen gehalten.“ Murmelte er leise, die Augenlider noch immer aufeinander gepresst und seinen Kopf neben dem ihren.
„Aber … du musst mir ein weiteres Versprechen geben, so leid … es mir auch tut dir erneut eines abnehmen zu müssen.“ Er umschloss ihr Gesicht mit seinen Händen, spürte einen Faustgroßen Kloß im Hals, als er ihren liebevollen Blick sah. Und er erneut fühlte er sich, als habe er nichts von alledem verdient. Erneut hörte er Nenfarons Worte. Erneut hörte er Yarnas Worte und ihrer beider Kritik an ihm. Und die Einschätzung darüber, ob er überhaupt Liebe empfinden konnte. „Bitte … begib dich nie wieder in Gefahr für mich. Ich … ich könnte nicht, würde nicht wollen das ich lebe, während die etwas…“ Er schwieg, legte sein Gesicht in die Haare, und versuchte erneut die Tränen zu unterdrücken.
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Do Jan 15, 2015 10:38 pm

"Guinevere" Beriadans Stimme glitt wie ein Pfeil durch die Luft und traf seine Tochter ins Mark. Beriadan, gänzlich gerüstet kam aus dem Wald, hinter ihm einige nicht weniger bewaffnete und gerüstete Elfen. Er kam schließlich einige Schritte vor ihr stehen und sein Blick war gleichfalls voll Trauer, Freude und Wut. "Wie konntest du mir das nur antun?" fragte er leise und seine Stimme zitterte fast schon und ließ sich nur schwer unter Kontrolle bringen.
"Wie konntest du..." wiederholte er nur leise und schüttelte den Kopf voller Unglauben während er seinen Blick zu Feredir wandern ließ und diesen am Kragen nach oben riss. "Du! Ich habe dir meine Tochter anvertraut, ich habe dir ein Schwert gegeben und keine Stunde später bricht sie in die Hauptstadt der Menschen auf? DU solltest sie beschützen! Ich habe euch beiden entgegen besseren Wissens diese Beziehung gestattet und was bekomme ich dafür? Das Mädchen, meine Tochter - mir das Kostbarste auf der Welt verschwindet in tödliche Gefahr! Sie hätte tot sein können! Ich hätte aufgrund eines weichen Herzens beinahe das Licht der Sterne selbst verloren!" keuchte er. "Ohne ein Wort Guinevere! Ohne eine Wort...."
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Ausläufer des Waldes    Do Jan 15, 2015 10:50 pm

"Nein!"
Sie war mit einem einzigen Satz wieder auf den Beinen und hatte die paar Schritte nach vorn gesetzt, die sie von ihrem Vater trennten, welcher noch immer Feredir am Kragen festhielt und ihn ohne Sinn und Verstand anschrie. Für etwas, wofür er nicht einmal etwas konnte - er konnte sich nicht wehren, er konnte ihm nichts entgegen und aus jener Erleichterung ihn wieder zurück zu haben wurde erneut die Angst, die in ihrem Herzen um sich griff als sie ihre Hände um den Arm ihres Vaters geklammert hielt und versuchte, seinen Griff von Feredir zu lösen. "Bitte! Bitte, Vater! Er kann nichts dafür! Es war Isis, sie erschien einfach im Wald - ich hab es versprochen. Es ist meine Entscheidung gewesen! Bitte! Lass ihn los! Du darfst ihm nichts antun!", flehte sie, laut genug, um einen Teil der Worte des älteren Elfenfürsten zu überdecken, der noch immer gegen den Großmeister der Luft anschrie. Wenn er sich nun dagegen entschied, wenn er ihr nun alles verbot und verhinderte, dass sie einander noch sehen würden können, wenn Feredir sich entschied, dass ihm all das zu kompliziert sein würde und sich von ihr abwenden würde - all die furchtbaren Vorahnungen keimten in ihrem Geist auf und brachten die Tränen zurück in ihre Augen, die nur für einen kurzen Moment darin glitzerten ehe sie ihr abermals über die Wangen rannen. Sie hatte nichts anderes versucht als ihm zu helfen, nichts anderes getan als ihr Herz ihr in diesem Augenblick diktiert hatte und es tat weh, jetzt den Zorn ihres Vaters zu spüren und gleichzeitig zu wissen, dass er noch nicht einmal ihr selbst galt, wo sie doch all das zu verantworten hatte.
"Bitte! Lass ihn los! Siehst du denn nicht, dass er verletzt ist? Vater bitte! Schrei mich an! Ich war es, die die Entscheidung getroffen hat und nicht er! Ich war es, die aufgebrochen ist! Freiwillig und weil ich es wollte! Weil ich ihn nicht habe sterben lassen können, so wie du es dir wahrscheinlich am sehnlichsten wünscht!"
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