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 Thronsaal

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Der Erzähler
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BeitragThema: Thronsaal   So Nov 16, 2014 5:29 pm



Zuletzt von Der Erzähler am So Dez 21, 2014 7:57 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beriadan

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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 21, 2014 12:51 am


Beriadans Schritte führten ihn über mit weichem Moos bewachsene Brücken aus Stein, welche trotz ihrer Kunstförmigkeit gänzlich natürlich schienen. Hunderte Glühwürmchen flogen durch die Luft, flatterten und trugen ein schummriges, geradezu magisches Licht vor der kleinen Gruppe her. Der Wald hatte sich bereits vor mehreren Stunden hinter ihnen geschlossen und sie waren tief in den magischen Wald vorgedrungen. Elfen huschten über lange Stege, zwischen Bäumen hindurch und tausende Schmetterlinge lagen auf dem Boden der Grube und das Schlagen ihrer Flügel erfüllte den Thronsaal des Elbenkönigs mit frischer Luft und einem leisen Summen. Noch immer Schritt Beriadan als Anführer der kleinen Prozession und blieb schließlich vor dem leeren Thron stehen, ehe er mit langsamen Schritten die Stufen nach oben Schritt und sich auf dem Thron nieder ließ
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 21, 2014 1:21 am

Es war ein zauberhafter Ort. Ein Ort, in dessen Adern die Magie nicht nur zu spüren war, sondern in der sie förmlich pulsierte und selbst Jonathan, der von derartigen Dingen keineswegs etwas verstand, konnte sich dieser Einzigartigkeit nicht entziehen, nicht dem spirituellen entsagen das dieser Ort mit sich brachte, auch wenn er es selbst wohl nie gänzlich verstehen würde. Eine Gänsehaut legte sich über seinen gesamten Körper, mit einer Intensität das es ihn selbst schüttelte.
Die Elfen, die der Prozession an Fremden eine Weile lang folgten machten seltsame Grimassen, schüttelten die Köpfe oder schienen gar über die Anwesenheit der Fremden wild zu fluchen, doch da dies in ihrer Landesprache stattfand, konnte er nur wenig davon auch als solche Auffassen. Alles was ihm übrig bleib war, die Tonlage zu beurteilen und diese klang, zumindest seiner Ansicht nach, recht eindeutig.
Es waren nicht direkt Häuser in denen sie hier zu leben schienen, vielmehr war es eine Art Symbiose aus den hier lebenden Wesen mit dem Wald. Und beide schienen mit dieser Übereinkunft zufrieden, denn es gab keinen Wildwuchs, nichts dass die Symmetrie des Ortes störte oder seiner Ästhetik Schaden zufügte. Doch wirklich nach Luft schnappen musste Jonathan, als er den Thron des Mannes sah, der sie vor wenigen Tagen vor der Dunkelheit gerettet hatte.

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Beriadan

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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 21, 2014 1:35 am

Ein anderer Mann, ein schwächerer Mann als er hätte vielleicht Genugtuung empfunden, als Jonathan bei dem Anblick des Throns der Atem stockte. Aber Beriadan war auf solch Banalitäten und kleinlichen Machtspiele nicht angewiesen. Gemächlich schlug Beriadan die Beine übereinander, genoss für einen kurzen Moment die kühle Luft, welche vom Boden des großen Saales ausging und seine Haare leicht im Wind tanzen ließ. Er schloss die erschöpften Augen für einen Augenblick und sammelte sich. Er hatte sein Ewigkeiten nicht mehr so viel in der Sprache der Menschen geäußert wie in den letzten Tagen und das was nun folgen sollte, durfte in keinem Fall misstverständlich ausgedrückt werden. Langsam öffnete Beriadan die Lider und fixierte Guinevere vor sich, welche noch immer nicht recht zu wissen schien wohin mit sich.
"Ich habe es bisher, entgegen jeder Regel der Höflichkeit unterlassen mich vorzustellen. Ein Versäumnis, das ich nunmehr auszumerzen gedenke. Ich begrüße euch in den Hallen der Elfen Guinevere de Enyalíe. Ich bin Beriadan Elvea - Herrscher der Elfen und Stammvater deines Geschlechts"
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 21, 2014 8:02 pm

Ihr war die Sprache verschlagen als sie müde und erschöpft, am Ende ihrer eigenen Kräfte hier angekommen war und die Elfen sie bis in den Thronsaal des Elfenkönigs dieses Waldes gebracht hatten. Das, was sie hier vor sich sah, wirkte anders als alles, was sie bisher kennen gelernt hatte - anders als die Dörfer, die sie auf ihrer Flucht durchquert hatten, anders als die Wälder, in denen sie die Nächte verbracht hatten. Es war befremdlich und faszinierend zugleich, so dass Guinevere immer wieder stehen blieb um ihre müden Augen über die Bauten wandern zu lassen, die sich so mühelos in die hohen Bäume eingliederten als wäre es der Wille des Waldes gewesen, der sie hatte diesen Ort errichten lassen. Erst als man sie rief, hob sie den Kopf und beeilte sich wieder hinterher zu kommen, den Kopf senkend, weil sie glaubte, sie würde den Verstand verlieren, wenn sie sich weiter hier aufhielt und sich der fremdartigen Schönheit dieses Ortes hier hingab.
Hohe Türen, überzogen mit unzähligen feingliedrigen Ästen, glitten auf und offenbarten den großen Thronsaal, Schmetterlinge am Boden, Abertausende, die immer wieder mit den Flügeln schlugen, brachten frische Luft hinauf zu dem Plateau, auf dem sie standen und ließen Guinevere die Augen schließen, zumindest solange bis der Elf zu sprechen begann, der sie vor den Großmeistern gerettet hatte und sich selbst vorstellte und das, was er ihr mitteilte, ließ sie erneut schwindeln. Er war Stammvater ihres Geschlechts? Hatte sie sich deshalb so sicher in seiner Nähe gefühlt, waren deshalb seine Worte so vertraut in ihren Ohren gewesen? "... Ihr ...", begann sie leise und schüttelte den Kopf, weil sie nicht einmal mehr wusste, wie sie weitermachen sollte. Wenn dies hier wahrlich ihre Wurzeln waren, dann war alles gelogen, was man ihr über Jahre eingeprägt hatte, dann wussten die Großmeister etwas davon und hatten sie all die Zeit nur belogen, bis ihre Eltern sich hatten von dem Markgrafen dazu überreden lassen, die Gespräche mit den Elfen zu beginnen. Dann waren ihre Eltern gestorben, damit die Lüge der Großmeister aufrecht erhalten werden konnte und nun jagten sie sie, weil sie glaubten, sie wüsste die Wahrheit.
"... dann seid Ihr ... die einzige Familie, ... die ich noch habe ..."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 21, 2014 8:12 pm

»In dir fließt das Ältere Blut. Das Blut meines Geschlechts, welches sich vor so vielen Jahrhunderten mit dem deiner Vorfahrin vermengte. Bevor es den Krieg gab der unsere Völker zerriss. Bevor die Großmeister sich gegen die Liebe zwischen mir und deiner Ahnin stellten und dieses Land in die Dunkelheit stürzten« stimmte Beriadan zu und ließ seine schlanken Finger über das warme Holz des Throns wandern, spürte dessen verschnörkelte Rinde und die dicken Knoten aus Holz welche als Ablage für die Hände dienten. »Ich bin deine wahre Familie, abseits von all dem Lügengerüst welches sich die Menschen erbauten um sich über meine Ethnizität zu stellen. Ich habe niemals vergessen, dass meine Kinder dazu verdammt sind unter den Sterblichen zu wandeln. Aber mein Volk war schwach, geschlagen und wir sind nur noch wenige«. Das Schimmer seiner blauen Augen schien zu strahlen, Guinevere direkt selbst zu beleuchten und sie in ein gänzlich anderes Licht zu rücken. »Du Guinevere aus dem Hause de Enyalie bist die Erbin meines Namens. Meines Geschlechts und Prinzessin der Elfen« und mit diesen Worten ging ein Rascheln und klirren durch die Menge an Elfen, welche sich ebenso im Thronsaal aufhielten und nun auf die Kniesanken.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 21, 2014 8:34 pm

Langsam wanderte ihr Blick über die hochgewachsenen Erscheinungen der Elfen, die sie zuvor noch flankiert hatten, und die nun in vollkommenem Gleichklang zu Boden gesunken waren, um sie zu ehren - ein Mädchen, das bis vor ein paar Tagen noch nichts anderes als ein Mensch gewesen war, dem andere Mächtige die Eltern geraubt hatten. Nun knieten die Elfen vor ihr, jene wundersamen Wesen mit ihren ebenmäßigen Gesichtern und den weisen Augen und Guinevere fühlte sich furchtbar, so vor ihnen stehen zu müssen - dreckig und zerschlissen wie ihre Gewänder waren und mit Müdigkeit und Erschöpfung in dem Gesicht, das sie früher einmal gern im Spiegel angesehen hatte. Das Rascheln der hohen Bäume, die ein dichtes Dach über ihnen gebildet hatten, vermengte sich mit dem leisen Geräusch der elfischen Stoffe, als jene uralte Wesen sich wieder erhoben und ihre fremdartigen Augen auf sie richteten, während sie selbst lächelte.
Zum ersten Mal seit Tagen wirklich glücklich und aufrecht. Sie glaubte den Worten jenes Elfen, der dort über ihnen auf seinem hölzernen Thron saß und der sie mit so warmem Blick ansah und ihr eine neue Heimat anbot, fernab von den Großmeistern und dem Krieg um die Herrschaft der Menschen dieses Landes. Zum ersten Mal begann sie sich zu fragen, was sein würde, wenn sie einfach hier blieb, fern der Hauptstadt des Landes und des Palastes ihrer Eltern und sich wieder den Wurzeln zuwandte, die in ihrem Blut zu Grunde lagen. Vielleicht würde sie hier Frieden finden, Ruhe für ihre aufgewühlte Seele erhalten und den Tod ihrer Eltern verkraften können, ohne jemanden an ihrer Seite zu haben, der ständig aufs Neue an ihr zerrte.
Ihre Beine bewegten sich wie von selbst und längst gebot Guinevere schon nicht mehr über ihren Geist und Körper als sie nach vorn trat, näher zu dem Elfen hin, welcher ihr die Wahrheit offenbart hatte und von dem sie die hohen Treppen trennten, die sie nun langsam erklomm, hinter ihr ihre beiden menschlichen Begleiter und Angehörige des Volkes, das grausam und bösartig sein sollte, wenn sie den Geschichten glaubte. "Ich möchte bleiben, wenn Ihr es gestattet", sagte sie leise. "Die Menschen scheinen mich nicht mehr zu wollen, die Magier jagen mich und meine Eltern sind für eine Lüge ermordet worden, an die ich selbst jahrelang glaubte. Es bindet mich nichts mehr an sie."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 21, 2014 8:46 pm

Er war zusammen mit dem den anderen Elfen die um ihn herum standen auf die Knie gegangen, wagte es einen Augenblick lang nicht nach oben zu schauen, merkte jedoch sehr wohl, dass alle andere nach wie vor knieten. Eine leichte Gänsehaut überkam ihm, nicht aufgrund der Tatsache dass Guinevere, die Frau die er damals aufgenommen und der er geholfen hatte aus der Stadt zu fliehen, in Wahrheit eine Vertreterin einer uralten Linie von Menschen und Elfen war, sondern weil, und eben dass viel ihm in der vollen Gänze erst jetzt auf, seine Königin war. Ihre Eltern waren Tod und auch wenn es nie eine offizielle Zeremonie gegeben hatte, so war doch sie dem Recht nach die Herrin dieses Landes.
Es irritierte ihn jedoch, war er bisher doch ein Mann gewesen der Adlige, gleich welche Position sie einnahmen, aufs schärfste Verurteilt hatte. Ob Guinevere wirklich anders war als das Stigma das er sich damals zum Feindbild gemacht hatte wusste er nicht, denn einen kennengelernt hatte nie. Keinen, bis auf Guinevere. Und sie passte ganz und gar nicht in das Bild des reichen, protzigen Aristokraten der glaubte, die ganze Welt sei ihm untertan. Nein, alles war sie war, war ein Menschen wie jeder andere, wie er, jedoch mit der Bürde auf den Schultern, dass ein Land in ihrer Verantwortung lag. Und eben deswegen kniete er weiterhin, senkte aus Demut den Blick und lächelte, ohne es der Außenwelt mit einer Geste oder Mimik mitzuteilen, für sich selbst und im Stillen.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 21, 2014 8:57 pm

»Es ist stets martervoll wenn eine Lüge aufgedeckt wird, deren Opfer man geworden ist. Noch viel quälerischer, wenn diese Unwahrheit die eigene Welt bestimmte. Ich kenne deinen Schmerz und fühle ihn mit dir Tochter« erwiderte Beriadan auf Guineveres Ansprache. Der Elf schenkte der weitaus Jüngeren ein liebevolles Lächeln, seines fein geschliffenen Mundes. »Bleib bei uns so lange es dein Herz wünscht« er sah zu einem Elfen, welcher am Fuße des Throns stand und seltsam Jung anmutete. »Ich übergebe dich den Händen meines Hofdieners Beluvien - er ist fast in deinem Alter und ich bin mir sicher, dass er dir mit Freuden zu Diensten sein wird. Reinige deinen Körper, gönne deinem Geist die Ruhe die du benötigst und lasse die von Beluvien die Gewänder meines Volkes...« er hielt kurz inne, lächelte »unseres Volkes anlegen. Suche mich danach erneut auf und wir werden über alles weitere reden. Ich fürchte, dass dein junger Körper die Strapazen der Reise nur mit Mühe und Tapferkeit ertragen hat«.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 8:44 pm

Drei Wochen waren vergangen, seitdem die aufsässigen Menschen verschwunden waren und keinerlei Nachricht über ihren Verbleib war in die Tiefen des Waldes zu ihm gedrungen. Der Umstand, dass er nichts mehr von diesen frevelhaften Sterblichen vernommen hatte, konnte wohl nur bedeuten, dass sie draußen auf dem Meer zwischen mannshohen Wellen zermalmt worden waren.
Er sah schließlich auf, als drei Elfen vor ihn traten - derjenige, der zu vorderst ging hatte eine schwere Wunde an der Schläfe davon getragen und blutete noch immer stark, während die hinter ihm gehenden eine Bahre trugen, auf der ein vierter Elf liegen musste. Erkennen konnte Beriadan dies jedoch nicht, war die vierte Gestalt doch mit einem weißen Leinen bedeckt, welches sich langsam mit Blut vollsog. Die Elfen redeten schnell, durcheinander und als Beriadan sie schließlich fort schickte um sich behandeln zu lassen, befahl er die Bahre auf dem Boden liegen zu lassen.
»Guinevere« flüsterte er leise den Namen, des sich nunmehr nährenden Mädchens, während er vor dem Leichnam stand und mit eisigen Augen auf die Leiche hinab starrte. »Komm näher und sieh dir das Werk der Sterblichen an.«
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 8:56 pm

Ihre Schritte führten sie langsam nach vorn, hin zu jener Bahre, auf welcher sie den leblosen Körper eines Elfen erkennen konnte und betroffen schlug sie die Augen nieder, als sie sein Gesicht erkennen konnte. Sie hatte ihn noch vor ein paar Tagen als einer der Krieger kennen gelernt, die sich um den Schutz des Waldes kümmerten und versuchten die Elfen vor dem Einfluss der Menschen zu behüten - nun lag er vor ihr, leblos und seines Lichts beraubt und nie wieder würde sie seine freundlichen Worte hören, mit denen er sie stets begrüßt hatte. Sie ließ sich neben ihn auf den Boden sinken, den Blick ihrer blauen Augen auf den leblosen Körper gerichtet während sie hinter sich die leisen Worte Beriadans hören konnte - sieh dir das Werk der Sterblichen an, seine Worte hallten in ihren Ohren, fraßen sich durch ihren Verstand und blieben daran haften, setzten sich fest und gruben kleine Dornen tief in ihren eigenen Geist hinein. "Er hatte nur versucht uns zu schützen", flüsterte sie leise und schüttelte sacht den Kopf, behutsam eine Hand nach dem anderen ausstreckend und mit ihren schmalen, zitternden Fingern über die kalte Haut des toten Elfen streichend, als könne sie ihn damit aus dem ewigen Schlaf erwecken.
"Ich begreife nicht, warum sie das tun ... er konnte für all das gar nichts." All ihre Worte, ihre Versuche, den Tod zu begreifen, brachten ihr nichts und wenngleich sie auch jenen Toten kaum gekannt hatte, so spürte sie dennoch, wie ihr Herz schwerer wurde, von Trauer und Schmerz überschattet. Es war auch ihr Volk, das hier starb - einer nach dem anderen wurde vernichtet, ein Licht nach dem anderen ausgelöscht und es tat weh zu wissen, dass sie einst ebenso Teil dieser Gesellschaft gewesen war, die sich nicht um die Belange anderer gekümmert hatte. Sie spürte jetzt die Tränen in den Augen brennen, sie an den dunklen Wimpern hängen als sie langsam nach den Enden des weißen Tuches griff und selbiges sanft über das kalkweiße Gesicht des Toten legte.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 9:46 pm

"Warum sie all dies tun? Weil ihre Herzen verdunkelt sind - trüb und grau wie ein See nach einem großen Sturm. Du glaubst den See zu kennen, glaubst er kann nicht sonderlich tief oder Gefährlich sein. Aber du erkennst nicht was unter der Oberfläche liegt. Erkennst nicht, dass das Wasser umgeschlagen und von einem Hort des Lebens zu einem Pfuhl des Todes geworden ist" beantwortete er Guineveres Frage mit bitterem Ton in der Stimme während er sich neben den Gefallenen kniete und eine Hand auf das bleiche Leichentuch legte. "Sie wollen uns schaden, uns brechen und darnieder werfen in die Vergessenheit des Seins. Ihr Hass auf unser Volk ist unendlich. Dieser Elf wurde von Soldaten getötet, welche die Großmagierin des Feuers - Isis ausgesandt hat. Er besiegte sie, riet ihnen aus dem Wald zu verschwinden und ihrer Meisteirn zu erzählen, dass sie hier nichts verloren haben. Dann ereilte ihn die Axt eines Feindes aus dem Hinterhalt. Feige und ohne Mitgefühl"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 9:55 pm

„Die Kinder haben bereits ein Klagelied für ihn angestimmt, Herr.“ Er verneigte sich so tief, dass Teile seiner Rüstung leise schepperten, als er sich wieder aufrichtete, nur um sich im nächsten Moment erneut vor Guinevere zu verbeugen. „Herrin.“ Grüßte er auch sie, ehe er einen Schritt auf den Toten zumachte. Er sah ihn kühl an, bemühte sich darum weder Trauer, noch Wut oder gar Hass auf seinem Gesicht erscheinen zu lassen. Gefühle, vor allem wenn man sie im Kampf zeigte konnten fatale Folgen mit sich bringen. Folgen, wie auch dieser junge, tapfere Krieger sie erlitten hatte. Und wenn er selbst in ruhiger Umgebung seine Gefühle nicht um Zaum halten konnte, wie dann draußen an den Grenzen? Dort wo man Tag für Tag verletzte zurück in die Heimat brachte, gleichzeitig aber andere, die entweder frisch ausgebildet waren, wobei diese Zahl immer mehr schwand, oder aber jene, deren Verletzungen man gerade erst versorgt hatte.
„Mir wurde aufgetragen euch zu berichten Herr. Dies ist nur einer von zwei Trupps die von einem Angriff verletzt wurden. Späher kundschafteten ein paar Meilen weiter und fanden dort im Unterholz ein halbes Dutzend unserer Männer, vermutlich bereits seit mehreren Tagen Tod. Vermutlich waren es die örtlichen Stadttruppen, denn in den meisten steckten mehrere Bolzen.“ Als er erneut das Gesicht der jungen Frau sah, seufzte er leise, als wolle er sich dafür entschuldigen, dass sie derartige Dinge mitanhören musste. „Ich komme um euch um eure Erlaubnis zu erbitten, diese Männer mit einigen anderen nach Hause zurück zu bringen.“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 10:04 pm

"Sorgt dafür, dass sie nach Hause zurück gebracht werden. Mit allen Ehren - verstärkt jedoch die Grenze und weist die Zauberweber an, dass sie einen stärkeren Schutz um die Grenzen legen müssen. Ein jeder, durch dessen Adern weder tierisches noch Elfisches Blut fließen soll unendliche Schmerzen erleiden. Schmerzen, die noch nicht einmal im Ansatz beschreiben können welchen Verlust wir hier erleiden" befahl er und begab sich langsam wieder zurück auf den Thron, wobei der lange Mantel einem Schweif gleich hinter ihm über den Boden tanzte, ihn sanft umschmiegte, als er Platz nahm.
"Tochter, ich würde euch gerne Fiondil vorstellen. Er ist ein Wächter der Grenze, oberster Kommandant der westlichen Truppen. Er ist mir seit beinahe zweihundert Jahren ein treuer und verlässlicher Diener. Er begegnet jedem Tag der Verderbtheit, welche in des Menschen Herzen steckt. Ihre Gier, ihre Grausamkeit." er nickte langsam. "Frag ihn meine Tochter, auf das du erkennst vor welchem Wesen wir dich gerettet haben. Frage und erfahre, was aus dir hätte werden können, aber zum Glück niemals werden wird"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 10:14 pm

Guinevere erhob sich langsam von ihrem Platz und Furcht vor den Menschen begann zum ersten Mal in ihren Augen aufzukeimen. Sie vernichteten jeden Tag aufs Neue die Elfen und mit den Erwähnungen des fremden Elfen, der hier vor ihnen stand und dem sie die Erschöpfung ansah, begann sie zu begreifen, dass nun auch sie selbst zu einer dieser Gejagten geworden war - dass niemand der Staubgeborenen zögern würde, um sie selbst zu ermorden. Sie würden auch auf sie schießen, Bolzen in ihre Brust treiben oder ihr eine Axt in den Rücken werfen, sie würden all die schlimmen Dinge mit ihr tun, die einst noch von Gauklern verlacht worden waren. Beinahe flehend glitt ihr Blick zu Beriadan hinauf, welcher längst wieder auf seinem Thron Platz genommen hatte, bat still darum nicht all die Grausamkeiten erfahren zu müssen, die die Menschen mit den Elfen verübten, doch sein Blick war hart und unerbittlich und so blieb ihr nichts anderes übrig als gehorsam den Blick zu senken und sich ihrem eigenen Schicksal zu ergeben.
"Mae Govannen", wisperte sie leise und ließ den Wind ihre Stimme an die Ohren des elfischen Wächters leiten ehe sie es wieder wagte, den Blick zu heben und ihr Gegenüber einer genaueren Musterung zu unterziehen. Sein Gesicht war nicht weich wie das ihrer eigenen Wachen und Beluviens, der ihr noch immer als Freund und Diener zur Seite stand, Narben zeichneten seine Wangen und Hände und in seinen alten Augen brannte der Schmerz ebenso hell, wie die Wut auf all jene, die ihnen das angetan hatten. Ihm gegenüber fühlte sie sich einmal mehr wie das junge Kind, das sie in den Augen der Elfen hier war und das nichts von all diesem Leben verstand.
"Lass mich ihn begleiten, Ada, wenn seine Männer unsere Toten zurück bringen. Du möchtest, dass ich die Wahrheit erkenne und ich möchte sie sehen, damit ich weiß, was geschieht, wenn die Staubgeborenen siegen."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 10:25 pm

Er war über die Aussage mehr als überrascht, hatte er doch bei dem sanften Gemüt der jungen Frau erwartet, dass sie sich von alledem so weit wie möglich distanzieren würde. Etwas, dass er ihr nicht im Geringsten verübelt hätte, denn genau dafür standen er und die anderen Wächter ein. Dafür das die Frauen, Kinder und Alten hier ein ruhiges Leben führen konnten, abseits von Gewalt, Angst und Verzweiflung. „Die Grenzen sind momentan recht ruhig und mit eurer Erlaubnis werde ich ein paar Späher voraus schicken um die Gefahr eines Überfalls so gering wie möglich zu halten. Sollte sich irgendetwas im Umkreis von zwanzig Meilen nähern, so werden wir es frühzeitig erfahren und können eure Tochter in Sicherheit bringen.“ Sein Blick war von Guinevere, die er nach wie vor erstaunt angesehen hatte zu seinen Herren gegangen.
„Eure Befehle indes werde ich umgehend weiterleiten mein Herr. Und wenn mir die Beurteilung der Lage erlaubt ist, so sollten wir die Zahl der Späher um den gesamten Wald herum verdoppeln. Oftmals werden sie, bevor sie Bericht erstatten können Verletzt und treffen nicht rechtzeitig ein um unsere Männer vorzuwarnen, auf dass sie sich bereit machen können. Ein unterstützender Magier alle paar Meilen wäre ebenfalls eine denkbare Option, um die Verwundeten direkt an Ort und Stelle versorgen zu können. Denn so viel uns unser Wald auch schenkt, so vermag er doch nicht der Grausamkeit der Menschen Herr zu werden.“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 10:32 pm

Er hatte zuerst verneinen wollen, hatte zuviel Angst das einzige an Familie, das einzige an Liebe, dass es noch in seinem Leben gab in Gefahr zu begeben und so hatte zuerst Zweifel und Sorge Platz in seinem Blick eingenommen, doch er blieb schließlich still und sah Fiondil eine lange Zeit an, dann wieder zu Guinevere. "Ich will, dass du fünfzehn deiner besten Männer mitnimmst. Sollte sie auch nur einen Kratzer abbekommen, so werde ich dich zur Verantwortung ziehen" befahl er, ehe der alte Elf über Fiondils Vorschlag nachzudenken schien. "Wir werden mehr Späher einsetzen, aber verdoppeln? Es ist bereits beinahe die Hälfte der Elfen, die diesen Wald schützen. Ich kann schwerlich alle in den Kampf ziehen lassen. Wir sind zu wenige um die Befestigung weiter zu ziehen. Wenn... die Menschen unseren Wald weiter angreifen, so schlage ich vor ziehen wir uns tiefer in den Wald zurück, ziehen den schützenden Kreis rund um unsere Stadt enger. Dann gibt es nicht so viel Land zu verteidigen und die Informationen sind schneller übermittelt. Außerdem verlaufen sich die Menschen im Wald vielleicht"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 10:40 pm

„Ich bezweifle das uns das helfen wird Herr. Die Menschen haben die Angewohnheit nicht in Koexistenz mit ihrem Umfeld zu leben, sondern es sich untertan zu machen. Würden wir uns weiter zurückziehen, so würden sie den Wald nur roden und wir müssten uns auf einer noch kleineren Fläche verteidigen, falls wir zum Rückzug gezwungen sind. Doch die Entscheidung liegt letztlich bei euch.“ Er verneigte sich, hielt die Hand an dem Knauf der elfischen Klinge, welche aus einem geschwungenem Holzteil bestand, welcher wiederum mit feinen Schnitzereien übersäht war. Ebenso wie die Scheide, die bei jeder Bewegung sanft gegen die Rüstungslamellen schlug, die von seiner Hüfte an bis zum Ende seines Oberschenkels hingen. Dann und wann konnte man in der Rüstung kleinere Dellen oder Einschusslöcher von Armbrustbolzen entdecken.
Er hatte sie schon seit Monaten an einen Schmied geben wollen, doch die fehlende Zeit hatte ihn stets dazu gezwungen, sie eben so mit in den Kampf zu nehmen, wie sie war. Denn eine andere gab es nicht. Und Waffen, ebenso wie Bögen und Schwerter waren selten geworden in ihren Wäldern. „Ich werde euch mit meinem Leben Schützen, brennil.“ Und mit diesen Worten verneigte er sich auch vor Guinevere erneut.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 10:55 pm

Es war ihre Schuld, dass die Großmeister nun so erpicht darauf waren gegen die Elfen vorzugehen und das wusste sie, wenngleich sich auch Beriadan stets alle Mühe gab, sie nicht damit zu konfrontieren. Sie wusste, dass Yarna sie zurück haben wollte, dass sie sie als Marionette auf dem Thron sehen wollte und dass die Großmeister, jene Wesen, die sie einst aufgezogen hatten, nun damit begonnen hatten, das Volk nur noch weiter gegen die Elfen aufzubringen - dass es bald auch Bauern sein würden, die gegen sie vorgingen, dass vielleicht Soldaten kommen würden, die den Wald niederbrennen würden. Guinevere fürchtete sich davor, was geschehen würde, wenn sie sie hier fanden - was all jenen geschehen würde, die sie zu schätzen gelernt hatte und als sie die Furcht in den Augen Beriadans erkennen konnte, trat sie mit ruhigen Schritten hinauf bis zu seinem Thron und beugte sich zu ihm hinab, nur um ihm einen sanften Kuss auf die Stirn zu hauchen.
"Ich verspreche dir, ich werde dich nicht im Stich lassen. Ich kehre wohlbehalten zu dir zurück, dorthin, wo ich hingehöre und wir werden gemeinsam verhindern, dass die Staubgeborenen unsere Heimat vernichten", flüsterte sie ihm leise zu und schickte ein sachtes Lächeln hinterher, von dem sie hoffte, es würde dafür sorgen, dass Beriadan ein wenig seiner Furcht verlor. Einmal mehr mochte sie sich nicht vorstellen, wie es für ihn sein mochte, hier zu sitzen und zusehen zu müssen, wie immer mehr seines Volkes vernichtet wurde, während er nicht einmal genügend Männer hatte, um seinen Wald zu verteidigen. "Sorge dich nicht um mich, Ada. Ich werde immer bei dir sein", setzte sie noch hinterher und wandte sich dann schließlich um, um an Fiondils Seite zu treten.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Dez 28, 2014 11:19 pm

Einen Augenblick lang hatte er noch verharrt, ehe er sich, zusammen mit der Tochter seines Herrn umgedreht hatte und aus dem Thronsaal schritt. Das Klagelied das er bereits zuvor erwähnt hatte, war durch die gesamte Stadt zu hören und verbreite seinen Klang wie ein entferntes Echo in jeden Teil des Waldes. „Sie singen über die Heimkehr ihrer Seelen in die großen Hallen Mandos, wo sie Ruhe und Frieden finden, bis sie eines Tages wieder auf dieser Erde geboren werden. Und sie singen in der Hoffnung, dass ihnen im nächsten Leben ein besseres uns schöneres Leben zuteil wird.“ Er bot bereitwillig seine Hand an, als sie eine Wendeltreppe hinunter gingen.
Am Ende eben dieser erwarteten sie vier leicht gerüstete Männer und Bogen auf ihren Rücken und Köcher an den Seiten ihrer Oberschenkel trugen. Jeder von ihnen neigte den Kopf als er Fiondil und Guinevere erblickte, ehe sie die typische, elfische Begrüßung durchführten. „Die restlichen Männer werden innerhalb weniger Stunden eintreffen, genug Zeit um eure Fragen zu beantworten Herrin, solltet ihr diese denn haben.“ Er wechselte ein paar knappe Worte mit den einzelnen Männern, ehe sich diese in alle Winde verstreuten und binnen einiger Sekunden aus dem Sichtfeld verschwanden, was zweifelsohne der dichten Vegetation geschuldet war.
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