Foren Rollenspiel

Ein seit 2010 bestehendes Rollenspiel, das von der Vorstellungskraft seiner Nutzer lebt.
 
StartseiteStartseite  PortalPortal  AnmeldenAnmelden  Login  

Teilen | 
 

 Wälder

Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3  Weiter
AutorNachricht
Guinevere de Enyalíe

avatar

Anzahl der Beiträge : 102
Anmeldedatum : 16.11.14

BeitragThema: Re: Wälder   Di Nov 18, 2014 1:00 am

"Ohne die Magie werde ich sterben, Wilfried, und je weniger ich von ihr besitze, umso schwächer würde ich werden. Ich kann einen Teil meiner Magie übertragen, kann sie an Tiere oder andere Wesen übergeben, aber ich weiß weder, was ich damit schaffen würde, noch weiß ich, welche Hilfe ich euch dann sein werde. Ich würde beständig zwischen meinem eigenen Tod und dem Leben sein. Ich bin bereit, diese Bürde auf mich zu nehmen, wenn ihr bereit seid, mich als Ballast für eure künftige Reise und die Flucht zu erdulden, denn ich werde weder laufen, noch sprechen können", antwortete Guinevere auf die Frage des Studenten, wenngleich auch der kurze Anflug eines bitteren Lächeln über ihre Züge huschte, nur um wenig später wieder zu bröckeln und von ihrem Gesicht zu gleiten, das sich unlängst wieder in eine wächsernde Maske verwandelt hatte. Wenn das die einzige Gelegenheit sein würde, durch die sie die anderen beiden Begleiter in Sicherheit wissen würde, dann würde es für sie keine andere Möglichkeit geben, als sich darauf einzulassen und vielleicht ... vielleicht würde es dann für sie doch noch eine Chance geben, dieses Reich sicher zu verlassen und eines Tages zurück zu kehren, damit sie den Tod ihrer Eltern würde rächen können, wer auch immer dafür nun wirklich verantwortlich war.
"Es liegt an euch beiden. Ich werde tun, was ihr für richtig erachtet."
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Di Nov 18, 2014 1:11 am

Jonathan sah den Studenten nur mit einer fragenden Miene an, als warte er nur auf die Pointe dieses, doch recht seltsamen Witzes. Doch alles was er in den Augen des anderen sah, war Unglauben über die Stille. Was sollten sie tun? Einen Teil des Blutes von Guinevere in andere Lebewesen pflanzen, damit diese die Großmeister in alle möglichen Richtungen scheuchten? „Ist es denn überhaupt sicher, dass sie uns dann nicht folgen können? Was ist wenn sie binnen ein oder zwei Tage alle Tiere die wir mit deinem Blut versetzen aufspüren? Du wirst das nicht jeden Tag tun können, nicht wenn wir dich lebend aus dem Land bringen wollen.“
Und wieder kam die Frage in ihm auf, warum er überhaupt an diesem Ort verweilte. Doch sein Anstand schallte ihn einen Augenblick später für diese Frage und ließ ihn seinen Kopf sinken. Es lag nichts Ehrliches und nichts Gutes darin ein junges Mädchen, egal aus welchem Haus sie nun war einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Vielleicht könnte er sich allein sogar weitaus besser durchschlagen, dem Arzt und Aristokraten einfach eins überziehen und mit seinem Geld und dem alten Klepper verschwinden. Doch die Frage war, ob er dann noch sein eigenes Spiegelbild betrachten konnte. Er war nicht derart Eitel um zu behaupten, dass beide ohne ihn nicht zurechtkommen konnten, doch kam er nicht umhin für Guinevere, und mochte es nur an dem gemeinsamen Schicksal liegen, eine gewisse Verpflichtung zu verspüren. Sein Verstand hingegen riet ihm weiter, einfach fort zu reiten und irgendwo, fernab der Heimat, neu zu beginnen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Di Nov 18, 2014 1:16 am

"Wir übertragen nicht ihr Blut, dummer Junge" widersprach Wilfried und schüttelte den Kopf, während er die anderen beiden ansah. "Dazu habe ich weder die Ausrüstung, noch ist dieses Gebiet der Medizin weit genug erforscht um sie an einer Hochwohlgeboren anzuwenden. Nein - wir reden hier von Energieflüssen, welche durch feinere Adernetze durch den Körper verlaufen. Unsere Forschungen haben gezeigt, dass sie wohl durch das Rückenmark in den Körper verteilt werden und im Gehirn münden, aber das führt nun wahrlich zuweit" er schüttelte den Kopf.
"Es mag nicht die angenehmste Lösung sein eure Hoheit und wenn ich einen besseren Weg wüsste, so - und das schwöre ich euch - würde ich euch diesen aufzeigen. Aber mir scheint dies die einzige Möglichkeit wie ihr überlebt. Wir werden euch Tragen und euch beschützen sogut wir es vermögen. Euch wird es an nichts fehlen, das schwöre ich bei meiner Ehre und meinem Namen"
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Di Nov 18, 2014 1:24 am

„Auf eure Ehre wird man reichlich wenig geben können von Königsberg, denn wenn ihr nicht entmündigt und entehrt wurdet, so wird das, so denke ich, sicher bald passieren. Und das ist es das was eure Ehre ausmacht, nicht wahr?“ Von all den Worten die Wilfried eben ausgesprochen hatte, von Energieflüssen und Rückenmark das angebliche ins Gehirn überlaufen sollte und derlei Dingen hatte er nur wenig Ahnung. Sein ehemaliger Lehrmeister hatte gegen so gut wie jeden Schmerz die Blutegelbehandlung, oder aber das Schröpfen genutzt.
Vielleicht war es auch eben jene Unwissenheit die ihn dazu brachte, ihn eine derartige verbale Abwehrhaltung zu gehen und den gestrandeten Aristokraten erneut kritisch zu beäugen. Er hatte in der Stadt des Öfteren von Ärzten gehört, die sich ihrem Handwerk allzu sehr verschrieben hatten und die nach und nach immer mehr dem Glauben anheimgefallen waren, sie und allein sie könnten eine Möglichkeit finden, die Medizin zu revolutionieren. Dass es dafür dutzende Opfer gab, sowohl von Vieh wie auch von Menschen, war dabei ein kleineres Übel und nicht zuletzt das war der Grund, warum Jonathan das Heilen als ein recht kritisches Handwerk betrachtete. Denn der Versuch einer Weiterentwicklung des Schmiedehandwerks konnte zu verbogenem Eisen führen, das weiterentwickeln des Medizinerhandwerks hingegen zu verbogenen Knochen und gar Hälsen.
„Ich will ehrlich zu euch sein, ich habe keine feine Schule genossen wie ihr sie hattet und verstehe von dem, was ihr mir da gerade erzählen wollt nicht das Geringste.“
Nach oben Nach unten
Yarna

avatar

Anzahl der Beiträge : 21
Anmeldedatum : 18.11.14

BeitragThema: Re: Wälder   Mi Nov 19, 2014 12:43 am

Die Dämmerung brach gerade an, die ersten Strahlen der Wintersonne zogen sich langsam empor und hüllten den Horizont in ein flammendes rotes Licht. Ein kalter Wind zog über das mit Schnee bedeckte Land und Nebel stieg über den Flüssen empor, wallte nur wenige Zentimeter über dem Boden und fraß sich allmählich auch seinen Weg durch den im Halbdunkel liegenden Wald, in welchem die kleine Gruppe ihr Nachtlager errichtet hatte. Noch immer schwelten die letzten Reste des nächtlichen Lagerfeuers, vereinzelt leckten kleine Flammen an den weiß gewordenen Holzscheiten, die sie hatten wärmen sollen. Zwischen den drei Menschen, die eingewickelt in dicke Decken einen ruhigen Schlaf gefunden hatten, trat langsam eine, wie aus dem Nichts gekommene, gänzlich in weiß gehüllte Gestalt und ließ den Blick ihrer blauen Augen wachsam über die einzelnen Anwesenden wandern, die weder bemerkt zu haben schienen, dass sie hier erschienen war, noch dass sich aus den kleinen Flammen des Lagerfeuers eine zweite weibliche Gestalt bildete, die einen flammenden Fuß auf das kühle, vom Tau feuchte Gras setzte, das unter ihren Schritten schwarz wurde und verbrannte.
"Guten Morgen", begrüßte Yarna den Ersten, der die Augen aufschlug und sich langsam aufsetzte und schrägte ihren Kopf an, schob sich mit einer Hand ein paar der blonden Strähnen über die Schulter zurück und musterte Jonathan eine Weile lang. Das war also der Schmied, welcher ihnen so viel Ärger bereitet hatte und welcher dafür gesorgt hatte, dass das junge Mädchen, das noch immer seelenruhig zu schlafen schien, aus der Hauptstadt entkommen war. Das Lager war erbärmlich und sie selbst mochte sich nicht vorstellen, auch nur eine einzige Nacht hier verbringen zu müssen - inmitten der Dunkelheit, inmitten der Kälte und der Nässe, die jedem von ihnen durch Mark und Bein gekrochen sein musste. "Ihr habt uns eine ganze Menge an Scherereien gebracht, Meister Hadley. Ich hoffe, das ist Euch bewusst ...", führte sie mit leiser Stimme weiter fort und schenkte dem anderen ein weiches Lächeln, welches über ihre Züge huschte und eben jene weicher zeichnete als sie es sonst stets waren. "Aber zum Glück für uns alle ist das jetzt vorüber."
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Mi Nov 19, 2014 12:56 am

Es war eine durchwachsene, kalte und vor allem ruhelose Nacht gewesen, denn immer wieder hatte ihn das heulen von Wildtieren oder die dumpfe Befürchtung, Jemand würde ihm im nächsten Moment die Kehle aufschneiden, nur um in Ruhe an ihr Hab und Gut kommen zu können, wach gehalten oder aus einem Traum aufschrecken lassen. Doch nach Dutzenden von fehlerhaften Befürchtungen, tat er die leisen Schritte die er hörte im ersten Moment einfach als Einbildung ab, zog die Decke ein Stück höher und drehte sich um. Sehr zu seinem Leidwesen wie er später feststellen musste, denn die Geräusche hörten nicht auf, nein, wurden immer und immer lauter und zwangen ihn dazu, die Hand an das Schwert zu legen das er bereits die gesamte Zeit über neben sich hatte.
Doch war es für einen möglichen Angriff bereits zu spät, denn direkt vor ihm standen zwei jungen Frauen, die Seemänner wohl, wären sie immer großen Meer aufgetaucht als Sirenen beschrieben hätten. Die vordere, mit hellen, glänzenden blonden Haaren und einem ebenso gepflegten und jungem Gesicht wie die Prinzessin gesegnet, setzte ein seltsames Lächeln auf, dass Jonathan nicht etwas beruhigte, sondern seinen Puls nur weiter zum Rasen brachte. „Großmeisterinnen.“ Ging es ihm durch den Kopf und einen Augenblick später schallte er sich selbst dafür, so naiv gewesen zu sein eine einfache Flucht ein paar Meilen vor die Stadt hätte ausgereicht um eine Nacht zu überstehen.
Mit Nenfaron allein waren sie bereits schwerlich und auch dann nur durch einer Liste Herr geworden, doch nun gleich zwei vor sich zu haben grenzte an etwas, dass viele als Sackgasse und er schlicht als totes Ende beschreiben würde. „Ja, zum Glück.“ Er brachte mit aller Mühe ebenfalls ein Lächeln auf, griff die Scheide seiner Waffe fester und versuchte, eben diese möglichst schnell von dem Schwert zu ziehen, um die scharfe Klinge freizulegen und so vielleicht eine Chance darauf zu haben, sich noch verteidigen zu können. Wir dumm und naiv dieser Versuch jedoch war, dürfte er bereits im nächsten Moment erfahren.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Mi Nov 19, 2014 1:03 am

Wilfrieds Träume waren düster, verworren und von tief liegender Tragik durchdrungen. Der junge Adelige verarbeitete die Ereignisse des letzten Tages in einem unruhigen Schlaf, wachte immer wieder auf während er versuchte so nah ans Feuer zu rutschen wie es ihm möglich war ohne Feuer zu fangen, nur um immer wieder aufzuwachen und zu bemerken, dass er sich woanders hingerollt hatte. Fort von Feuer, Wärme und der Gefühl der Sicherheit.
Es waren Stimmen, gemurmel und das leise Scharren von Stiefeln sowie das Geräusch eines Schwertes, das nur unruhig in seiner Scheide saß. Er schlug die Augen auf, brauchte kaum einige Sekunden ehe er die Situation sah, noch etwa einen Augenblick ehe er sie auch vollends Begriff und Hochfuhr, als habe man ihm ein Schwert ins Gesäß gerammt.
"Eure Erhabenheit, Erzmeisteirn Yarna" flüsterte er leise. Seine Stimme war rau, beschlagen von der Kälte der Nacht und seine Glieder schmerzten ob der ungewohnten Lage. "Ich... was für eine Ehre." er schluckte. Er musste etwas tun, irgendetwas - "Eure Erhabenheit, ich schwöre euch was auch immer mein Vater getan haben mag, ich hatte keinen Anteil an jener... Teufelei"
Nach oben Nach unten
Isis

avatar

Anzahl der Beiträge : 14
Anmeldedatum : 18.11.14

BeitragThema: Re: Wälder   Mi Nov 19, 2014 1:20 am

Das Feuer hatte sich inzwischen weit mehr erhob, als es die Glut für gewöhnlich hergegeben hätte. Das war Isis Anwesenheit gescholten, die dem Schmied einen mitleidigen Blick zuwarf, der das Schwert auf die beiden Großmeisterinnen richtete. Wie konnte er bloß glauben, damit irgendetwas auszurichten, als würde er sie nicht kennen, als wüsste er nicht wer vor ihm stand. Es machte Isis schon fast wütend, doch sie hielt sich zurück, dafür war das Bild zu tragisch. Sie machte einen Schritt auf ihn zu und legte einen Finger auf die Spitze der Klinge. Das Schwert erreichte binnen Sekunden eine sengende Hitze, die den Schmied dazu zwang es fort zu werfen. "Wir wollen doch nicht, dass du dich verletzt.", erklärte sie mit einer künstlich besorgten Stimme.
Dann drangen die Worte des anderen an ihre Ohren und sie warf ihm einen Blick zu, der keinen Zweifel daran ließ, wer einen Fehler begannen hatte. "Du Wurm!", spuckte sie lediglich aus und wandte sich angewidert von dem verweichlichten Häufchen Elend ab. Ihr Blick glitt über die kleine im Nebel liegende Lichtung, hinüber zum Schlafplatz von Guinevere, die von ihrem Auftauchen bisher scheinbar noch nichts mitbekommen hatte. Sie überließ den Wurm Yarna und trat durch die Flammen zur Prinzessin herüber, sah den dunklen Haarschopf und einen Teil der hellen Haut des jungen Gesichts. Unweigerlich kam in ihr der Drang zum Vorschein sie zu verletzten, nur um Nenfaron eine Lehre zu erteilen, doch auch diesen Drang unterdrückte sie und gab sich mit dem Wissen zufrieden, dass sie es könnte, wenn sie denn wollte.
Nach oben Nach unten
Yarna

avatar

Anzahl der Beiträge : 21
Anmeldedatum : 18.11.14

BeitragThema: Re: Wälder   Mi Nov 19, 2014 1:33 am

Yarna lächelte über die Verzweiflung in der Stimme des jungen Aristokraten, die soeben an sie heran getragen wurde ehe sie die Hand hob und aus den Augenwinkeln beobachtete, wie sich Isis der jungen Prinzessin näherte, welche jetzt erst langsam zu erwachen schien - offensichtlich angelockt von der Wärme, welche von der Großmeisterin des Feuers ausging. "Nicht doch, Junker. Wir wissen alle, dass Ihr den Schmied beauftragt habt, die Prinzessin zu entführen und ihm diesen Ort als Euren Treffpunkt nanntet. Euer Vater erwartet bereits seine Verurteilung und er wird froh darüber sein, seinen Sohn noch einmal sehen zu können", lautete schließlich Yarnas Antwort, die von einem simplen Schulterzucken begleitet wurde ehe sie sich wieder dem Schmied zuwandte und selbigen noch einmal genauer in Augenschein nahm. Mit nur einer einzigen Handbewegung glitt das Schwert, welches er mitgenommen hatte, in die Hände der Herrin des Lichts hinüber und sanft glitten Yarnas schlanke Finger über die silberne Klinge, an welcher sie zuweilen noch keinerlei Scharten entdecken konnte, die auf eine Schlacht hinschließen ließen, in welcher er einst einmal gekämpft hatte.
"Ihr wollt uns doch gar nicht verletzen, Meister Hadley. Mit Eurem Geständnis würde Euer Tod als Mittäter des Königsmörders und Entführer weit angenehmer werden, überlegt es Euch", sagte sie und wandte sich über die Schulter noch einmal zu Isis zurück, welche inzwischen vor der kreidebleichen Gestalt der jungen Prinzessin stand, deren erschrockener Aufschrei ihr mitten im Hals stecken geblieben zu sein schien und die jetzt lediglich zu der Großmeisterin des Feuers aufblickte, erstarrt und vor Angst schnell atmend. "Isis, ich würde diesen Ort sehr gern verlassen, gemeinsam mit unseren beiden neuen Gästen. Das Volk wird darüber jubeln, dass wenigstens ein Mitglied der königlichen Familie überlebt hat", wandte sie sich an die andere und trat dann schließlich zu ihr hinüber, nur um sich neben Guinevere in die Hocke sinken zu lassen und ihre Hand nach der Jüngeren auszustrecken.
"Du hast das ganz falsch verstanden, weißt du, Liebes? Es ist von Königsberg gewesen, der deinen Eltern das angetan hat und es tut mir so leid, dass wir es nicht haben verhindern können ... du bist fortgelaufen, bevor wir alles haben erklären können und dann bei diesen furchtbaren Menschen gelandet. Ich will mir nicht vorstellen, was sie dir alles angetan haben, aber es wird jetzt alles gut. Wir gehen jetzt gemeinsam nach Hause. Niemand wird dir mehr weh tun, das verspreche ich dir", flüsterte Yarna leise und mit einem sanften, ehrlich wirkenden Lächeln auf den Lippen ehe sie ihre Hand ausstreckte und dem jungen Mädchen zurück auf die Füße half, sie sanft festhaltend ehe sie sich hinüber zu dem Schmied und dem Adligen wandte. "Ihr werdet Eure Sachen packen und Ihr werdet uns begleiten. Jetzt."
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Mi Nov 19, 2014 2:27 pm

Der Zorn, gleichwohl über den Hohn den man ihm gerade zuteilwerden ließ, wie auch über die doppelzüngigen Worte die Yarna Guinevere entgegenwarf ballten sich in ihm und ließ ihn seine Hand so stark zusammenpressen, dass ein leises Knacken von den Knochen zu hören war. Diese Frau hatte eine Art zu reden an sich, dass es ihn schaudern ließ und mit jedem Augenblick indem sie sich hier, an ihrem kleinen, provisorischen Lager verbrachte, wurde dieser Schauer nur stärker. Verstärkt wurde dieses Gefühl noch durch das raubtierhafte, verzerrte Lächeln der Dame, die aus der Glut des Lagerfeuers gestiegen war.
„Ein Geständnis?“ Höhnte er, wobei er nicht wusste warum er in einer derartigen Lage versuchte Mut zu beweisen. Nein, an Mut grenzte es nicht, eher an eine große Torheit. „Nun ich war wie mein Freund hier nicht an einer hohen Schule und kenne somit nicht die genauen Richtlinien unseres schönen Landes, aber sollte man, wenn man ein Geständnis erbringt, nicht zuvor auch eine Straftat begangen haben?“ Bereits im nächsten Augenblick schallt er sich für diese Aussage, doch die Wut, die größtenteils aus der Hilflosigkeit entstanden war, hatte sich ihr eigenes Ventil gesucht, beim dem er nur ein geringes Mitspracherecht hatte.
Sein Blick ging über seine Schulter. Er hatte noch den eisernen Kriegshammer, doch hatte er weder die Zeit diesen zu greifen, noch würde er weit kommen, denn das Metall würde sicherlich erneut erhitzt werden, noch ehe er einen einzigen Schlag landen musste.
Er hob schließlich die Hände, ergab sich seinem Schicksal und sah zu Wilfried, der seinerseits das gleiche tat. Mit erhobenen Händen und einem Puls, der ihm noch immer bis zum Hals schlug, schob er mit dem Fuß den Tornister vor an Feuer, in dem er alles Wichtige verstaut hatte.
Nicht einmal einen ganzen Tag, sie hatten es nicht einmal geschafft sie einen einzigen Tag von diesen Bluthunden fernzuhalten. Erneut ein starker, aufkommender Zorn. Und dann Resignation, Verzweiflung und schließlich, Angst.
Nach oben Nach unten
Isis

avatar

Anzahl der Beiträge : 14
Anmeldedatum : 18.11.14

BeitragThema: Re: Wälder   Mi Nov 19, 2014 11:38 pm

Isis war immer wieder davon beeindruckt wie sehr sich doch Yarnas Äußeres und ihre Persönlichkeit unterschieden, wie sie anderen stets das Kind zeigen konnte, um dann die gefährlich, angst einflößende Wahnsinnige zu offenbaren. Isis sah man hingegen schon eher an, dass sie nicht ganz normal war. Dennoch schien sie die kleine Guinevere dazu bewegen zu können, mit ihnen zu kommen. Wirklich überraschend jedoch war, dass der Schmied tatsächlich sein vorlautes Maul öffnete um Widerworte zu geben. Sie wandte sich wieder ihm zu und fixierte ihn mit dem wütenden Lodern, dass ihren grünen Augen so oft zu eigen war. Sie machte einen Schritt auf ihn zu und hielt inne. Sie sollte nicht voreilig handeln, als hätte er einen wunden Punkt getroffen. Sie atmete also einmal tief ein und aus und ließ ein wenig Wut verrauchen.
"Wie könnt ihr es wagen, eure scheußliche Tat zu leugnen?!", fragte Isis dann mit gespielt belegter Stimme, als würde ihr der Tot des Königspaares sehr nahe gehen. "Ihr habt... Ihr habt...", stammelte Isis und wandte sich einen Moment ab, als wolle sie Tränen verbergen, wobei sie den beiden eigentlich nur nicht ihr Lächeln zeigen wollte. "Ihr habt ein übles Komplott gegen ihre Majestäten geschmiedet und diese wundervollen und geliebten Menschen skrupellos und grausam ermordet!", erklärte Isis ihnen den Vorwurf und hob die Hand. Ihre filigranen Finger machten einen sachte abwärts Bewegung und die beiden Angeklagten fielen auf die Knie. "Ein Verbrechen so abscheulich und niederträchtig-", führte Isis aus und trat näher auf sie zu, während ihr das Schwert des Schmieds in die Hand flog. "-, dass es hier und jetzt den Tot verdienen würde!". Sie hob die klinge zu einem seitlichen Schlag, der genau den Hals des Schmiedes getroffen hätte und das Lodern trat wieder in ihre Augen. Die Wut und der Blutdurst der Großmeisterin waren nur schwerlich im Zaum zu halten, doch letzten Endes ließ sie die Klinge wieder sinken. "Das sind die Verbrechen, die zu gestehen, euch einen schnelleren und schmerzloseren Tot bescheren würden."
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Mi Nov 19, 2014 11:45 pm

"Eure Erhabenheit" wagte es Wilfried sich zu äußern, nachdem er die wenigen Sachen die er hatte packen können über die Schulter geworfen hatte. "Bei allem was uns vorgeworfen wird - dürfen wir eine Gerichtsverhandlung erwarten wie es einem Mann meines Standes normalerweise zustehen würde oder ist selbst diese Hoffnung vergebens und sollte ich meinen Frieden bereits jetzt finden?" fragte er leise und rückte den Sack noch einmal zurück.
Wie hatte er nur so dumm sein können? Wieso hatte er nicht daran gedacht - das Feuer das nunmehr noch ein letztes Glimmen von sich gab - jenes Feuer, das ihn die Nacht über so sehr gewärmt hatte - begann er nun aus vollem Herzen zu hassen. Er schüttelte den Kopf und leckte sich über die Lippen während er die beiden Großmeister aus klugen Augen ansah.
"Was werdet ihr mit der Grafschaft meines Vaters tun, wenn ich so frei sein darf diese Frage zu stellen? Die Elfen des Waldes werden den Tod ihres Boten rächen wollen und ohne Führung fürchte ich um das Leben aller von Königsberg"
Nach oben Nach unten
Yarna

avatar

Anzahl der Beiträge : 21
Anmeldedatum : 18.11.14

BeitragThema: Re: Wälder   Do Nov 20, 2014 12:00 am

Sichtlich gelangweilt lauschte Yarna den Worten des jungen Adligen und hob schließlich eine ihrer fein geschwungenen Augenbrauen ein Stück weit in die Höhe. Da war ja noch etwas, an das sie bislang noch nicht gedacht hatte - die verfluchte Grafschaft des Markgrafen, welcher sich bislang noch immer in dem Gefängnis der Hauptstadt befand und der auf seinen Prozess wartete, während sie seinen winselnden Sohn vor sich am Boden knien sah. Es war beschämend, wenn sie daran dachte, was aus dem Adel geworden war, dass er nun nur noch willenlos vor ihnen kniete und um Gnade bettelte, während wenigstens der Schmied den Schneid hatte, den Versuch zu starten, sich ihnen zu widersetzen. "Ah richtig ...", begann Yarna dann und seufzte geschlagen, klang dabei beinahe realistisch resigniert während sie sich mit einer Hand erneut ein paar der blonden Strähnen über die Schulter zurück strich und nebenbei bemerkte, dass das junge Mädchen an ihrer Seite zu frieren begann und sich immer näher an ihr hielt. "Die Grafschaft ... ich denke, Isis würde sich darüber freuen, ein zweites Einzugsgebiet zu erhalten, nicht wahr? Insbesondere da den Elfen mit Feuer sehr gut beizukommen ist", fügte sie anbei ehe sie sich noch einmal zu der Großmeisterin des Feuers zuwandte und ihr ein fröhliches Lächeln zuwarf.
"Was die Verhandlung angeht ... ihr werdet beide einen ehrlichen Prozess erhalten, vor der gesamten Stadt. Schließlich habt ihr dazu beigetragen, die königliche Familie zu ermorden und die Prinzessin zu entführen, welcher wir natürlich, insofern sie sich im Stande dazu fühlt, das Urteil überlassen werden", fügte Yarna noch an Wilfried gewandt hinzu und wiegelte jedwede Einwürfe mit nur einer einzigen kurzen Handbewegung ab ehe sie sich zum Gehen wandte.
"Wir werden aufbrechen. Es ist bitterkalt hier draußen und ihr beide habt dem armen Mädchen bereits viel zu viel Schaden zugefügt. Isis, du bringst sie zurück? Ich breche gemeinsam mit der Prinzessin auf", beendete Yarna ihre Worte, wartete allerdings nicht auf die Antwort der alten Freundin bevor ihre eigene Gestalt ebenso wie die des jungen Mädchens an ihrer Seite in einem einzigen Lichtblitz verschwunden war.

tbc: Stadt
Nach oben Nach unten
Der Erzähler
Spielleitung
avatar

Anzahl der Beiträge : 3615
Anmeldedatum : 04.04.10

BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 12:43 am

Das dumpfe Licht der glühenden Kohlen schmerzte in seinen Augen während Myrkur durch die Schwärze der Nacht glitt wie Charon und seine Barke durch den Styx. Ein leises wispern umschloss die Lichtung während die glühenden Kohlen noch einmal flackerten, ehe sie verloschen.
Auch Feredir, welcher am Rand der Lichtung stand spürte wie etwas nach ihm Griff und ihm das Signal gab zuzuschlagen, während auch Nenfaron sich bereit hielt.
Die Dunkelheit um die Lichtung herum schien dichter zu werden, so düster bis man keine zwei Meter aus der Lichtung heraus sehen konnte.
Die Wand der Dunkelheit rückte näher und näher, schien sie einzuengen und die Luft zum Atmen zu nehmen, ehe sich eine Gestalt aus der Dunkelheit schälte - vielmehr schälte sich eine Gestalt aus der formlosen Finsternis und betrat die Lichtung, schien alles Licht in sich aufzusaugen und zu verschlingen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 12:55 am

Diese Gestalt die Jonathan dort sah, war nicht etwa von einem Schatten umgeben, nein, nicht das entfernte Licht schien auf ihr zu liegen, doch hob sie sich nichts desto trotz aus der restlichen Finsternis ab. Er konnte es weder genau benennen, noch recht begreifen was dort vor sich ging und seine Waffe hatte er bei dem Überfall der zwei Großmeisterinnen eingebüßt, sodass ihm jetzt nicht viel mehr als ein fester, großer Ast bleib, an dessen Ende es sich ein paar Ameisen zur Aufgabe gemacht hatten, eben jenen von innen auszuholen. Glücklicherweise hatten sie mit dieser Aufgabe jedoch gerade erst begonnen, sodass die provisorische Waffe noch eine gewisse Stabilität bot.
Die Gestalt war hatte keine helleren Konturen, nein, vielmehr waren die Konturen dunkler als die restlichen Umgebung, wobei sich Jonathan fragte wie dies sein konnte, denn um dieses Wesen herum erstreckte sich vollkommene Dunkelheit. Doch in der näheren Umgebung dieses Wesens brach sich eben diese erneut. Er stieß Wilfried mit einem Fußtritt so hart, das er das leise Pochen seines Schuhs hörte, das gegen sein Schienbein trat und auch Guinevere weckte er mit einem kurzen Schütteln an der Schulter.
Nach oben Nach unten
Der Erzähler
Spielleitung
avatar

Anzahl der Beiträge : 3615
Anmeldedatum : 04.04.10

BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 1:02 am

"Ein Stock, kleiner Schmied?" tönte die Finsternis, welche sich immer enger um die Lichtung zog und nur noch von der letzten Glut und dem Sternenlicht gestört zu werden schien. "Was gedenkst du denn nun zu tun? Hast du geglaubt, du wärest der Held der Geschichte?" schwarzer Rauch sickerte aus der Stelle, wo der Mund des Schemens sein musste und ergoss sich auf die Lichtung. Der schwarze Dunst floss Jonathans Beine hinauf, kroch ihm in die Nase, in den Mund und machte ihm das Atem schwer, als würde sich jemand auf seinen Brustkorb setzen.
Wilfried stand wankend auf, mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund starrte er die Dunkelheit vor sich an, ehe sich Fesseln aus Schatten um seine Beine schlangen und ihn zur vorläufigen Untätigkeit verdammten.
"Gib auf kleiner Schmiedejunge"
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 1:18 am

Er hatte keineswegs den Gedanken aufzugeben, nun zumindest versuchte er eben das über seine Körpersprache zu vermitteln, denn seit dem Tag an dem sein Meister ihm einmal in Jungen gesagt hatte, dass diese, gelinde gesagt : zum kotzen sei, hatte er jeden Tag darauf versucht zu achten wie ein anständiger Handwerker zu wirken und auszusehen. Doch eben dies schien bei dem Wesen das ihn anscheinend voll und ganz umgab keineswegs zu nützen. Es schien vollkommen gleichgültig zu sein wie er sich verhielt und was er tat, denn so oder so, die Dunkelheit verbreitete sich immer und immer weiter.
Er wollte aufgeben, denn dies würde bedeuten, dass er wüsste wie sein weiteres Schicksal aussehen würde und das unangenehmste an der momentanen Situation war nicht etwa die Angst, das Unbehagen durch die Dunkelheit oder das Gefühl der Gejagte zu sein, nein. Es war das Gefühl der Hilflosigkeit und der Desorientierung, denn selbst wenn sie diese Nacht überstehen würden, würde es zweifelhaft sein ob es mit der nächsten genauso aussehen würde.
In seiner Verzweiflung machte er ein paar Schritte zurück, stieß den trockenen Ast gegen die Glut der Kohle und wartete bis der Ast Feuer fing. Das dadurch entstandene Licht, so hoffte er zumindest, würde die Dunkelheit um ihn und seine Kameraden soweit zurück halten, dass er sich einen Plan zurecht legen konnte. Doch der vom Feuer erfasste Stock wurde durch einen starken, raschen Windzug wieder gelöscht und erneut fand sich Jonathan in Dunkelheit wieder.
Nach oben Nach unten
Beriadan

avatar

Anzahl der Beiträge : 65
Anmeldedatum : 20.12.14

BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 1:45 am

Stille breitete sich auf der Lichtung aus, legte sich wie ein Leichentuch über den Moment der Vergänglichkeit, welcher sich bis in die Ewigkeit zu ziehen schien, ehe er durchbrochen wurde.
"Alae!" die Stimme hallte durch den Wald, riss die Dunkelheit wie ein kräftiger Windstoß aus purem Licht auseinander, ehe sie zerfaserte, tanzte wie Nebel im Wind und verschwand. Der dunkle Schemen wurde zurück in die Finsternis getrieben.
Durch die Schneise aus Licht und Schatten trat ein hoch gewachsener Elf, das lange weiße Haar lag ihm wie ein Schleier auf den Schultern während er mit federnden, weichen Schritten auf dem Boden aufsetzte, ohne dabei das Gras unter seinen Füßen zu berühren. "Odulen an edraith angin" flüsterte er leise in Richtung von Jonathan, Wilfried und Guinevere ehe er sich wieder zu der Dunkelheit wandte. "Myrkur, lasto beth nîn, tolo dan nan galad." befahl der Ältere und die Dunkelheit zog sich zurück, stieß einen ungehörten Schrei aus und zerbarst in einem Schein aus Licht. Der Elf wirbelte umher und sah sich Auge in Auge mit Nenfaron, welcher zu Guinevere eilte. "A tula náressë" sprach er mit ruhiger, volltönender Stimme ehe Nenfarons Haut abblätterte wie alter Ton und darunter glühende Kohlen zum Vorschein kamen, und er gänzlich verbrannte.
Der Elf wandte sich nun zu Feredir um, welcher noch immer bei der Lichtung stand und wie angewurzelt schien. "Palan-ego" befahl er und wie Blätter im Wind wurde auch Feredir hinfort geweht.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 5:10 pm

Entrüstung und Schmerz zeichneten sich gleichermaßen im dem Gesicht des Mannes ab, der Jonathan ebenso neu war wie er plötzlicher Retter, doch hatte dieser keine streng geschnittene Kleidung, die seinen Bewegungen scheinbar gehorchte wie der Hund dem Herren. Nein der Mann der dort, inmitten einer kleinen Windhose verschwand trug luftige Kleidung, an seinem Hut eine dicke Reiherfeder und Unmengen an Schmuck, welche kurz klirrten wie ein Windspiel, dann jedoch abrupt verstummten. Zurück bleiben bloß die Reisenden, zitternd um die kleine Feuerstelle und der Fremde, dessen starrer Blick noch immer auf ihnen lag.
Was auch immer sein Anliegen war, er hatte sie in just jenem Moment vor einer Kraft gerettet, vor der sich keiner von ihnen hätte retten können. Und allein aus diesem Grund heraus hob Jonathan die Hände, versuchte so zu signalisieren das er keineswegs auf einen Kampf aus war, denn die Sprache die der andere gewählt hatte, so schön sie auch gewesen sein mochte, war ihm nicht bekannt. Er war sich nicht einmal sicher ob es überhaupt eine Sprache war, denn vielmehr hatte es nach einem Singsang von wirren Silben geklungen, die nur zufällig aneinander gereiht worden waren. Doch weder war er Linguist, noch Meister seiner eigenen Sprache und so wagte er es nicht, sich darüber ein Urteil zu erlauben.
Was ihn jedoch, nachdem die erste Aufregung verklungen war, Sorgen bereite, war die, scheinbar noch größere Macht des Mannes gegenüber des dunklen Wesens – oder was auch immer es gewesen sein mochte. „Ich, Wir … danken euch.“
Nach oben Nach unten
Beriadan

avatar

Anzahl der Beiträge : 65
Anmeldedatum : 20.12.14

BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 5:22 pm

"Aus dem Weg Mensch - ich habe es nicht für euch getan" lautete die Antwort des Anderen, welche gänzlich ohne Akzent erfolgte. Er war so fließend von einer Sprache in die andere Gewechselt, wie der Wind drehen mochte. Er schob sich an Jonathan vorbei, berührte den Anderen dabei nur für einen kurzen Augenblick sacht mit der Hand und hinterließ ein seltsames, warmes Kribbeln an der Stelle die er berührt hatte und welche Jonathan die Kälte aus dem Leib trieb. Der lange Mantel des Elfen bewegte sich wie fließendes Wasser hinter seinem Herren, umschmeichelte den Boden und hinterließ nicht das leiseste Rascheln, als sich der Ältere zu Guinevere hinunter beugte. "Êl síla erin lû e-govaned vîn lellig, odulen an edraith angin. Pedig edhellen?" fragte er leise und die Worte flossen zusammen wie der Fluss in den See mündet. Als Guinevere ihn nur fragend ansah verzog der Elf für einen kurzen Moment das Gesicht. "Yaivë!, habt ihr sogar unsere Sprache vergessen?"
Nach oben Nach unten
Guinevere de Enyalíe

avatar

Anzahl der Beiträge : 102
Anmeldedatum : 16.11.14

BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 9:47 pm

Die Worte, die ihr Gegenüber sprach, waren ihr gänzlich fremd und dennoch haftete ihnen etwas anbei, das ihr seltsam tröstlich erschien und etwas von einer Heimat versprach, die sie bislang nicht gekannt hatte. Guinevere hatte zitternd an einem Baumstamm gelehnt als die Dunkelheit erschienen war, hatte sich weiter in sich selbst zurück gezogen als schließlich auch noch Nenfaron und Feredir erschienen waren, die sie bereits seit frühester Kindheit kannte und als eben diese schließlich von einem Fremden fortgeschickt worden waren, hatte sie geglaubt, der Elf würde auch sie töten, um diesem Reich einen Schlag zu versetzen. Aber in seinem Gesicht war kein Hass zu erkennen und sie spürte auch in den fremden Worten, die er sprach, keine Abscheu ihr gegenüber und so richtete sie sich langsam auf. Sie schämte sich, so vor ihm zu stehen, schämte sich, ihn nicht gebührend begrüßen zu können, doch weder glaubte sie, dass sie dazu wahrlich in der Lage sei, noch dass er es schätzen würde und obwohl ihr Herz noch immer schnell in ihrer Brust klopfte und ihre Hände ob der Kälte und der Furcht vor dem anderen zitterten, trat sie einen Schritt näher zu ihm hin.
"Unsere Sprache ...?", fragte sie leise, weil sie es nicht begriff und runzelte die Stirn für einen kurzen Moment ehe sie sich selbst eine Närrin schallte und den Kopf schüttelte. Vor ihr stand ein Elf - eines jener Wesen, vor denen sie immer gewarnt worden war und die sie jetzt, wo sie einen von ihnen kennen lernen durfte, so seltsam faszinierend wie nichts zuvor fand. "Verzeiht ... ich kam nicht dazu, mich bei Euch zu bedanken. Dafür, dass Ihr mich gerettet habt", fügte sie anbei und rang sich zu einem weichen Lächeln durch, welches nur für einige wenige Sekunden auf ihren Zügen haften wollte ehe es wieder zerbarst. Er hatte keinen Grund ihnen zu helfen und Guinevere befürchtete beinahe, dass mit dieser Handlung des Elfen auch Yarnas Zorn geweckt werden würde, der für ein weit unrühmlicheres Ende sorgen würde.
"Die Worte, die Ihr spracht ... ich kenne Eure Sprache nicht, aber sie klangen ... vertraut."
Nach oben Nach unten
Beriadan

avatar

Anzahl der Beiträge : 65
Anmeldedatum : 20.12.14

BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 10:01 pm

"Ihr wisst nichts von der Welt, die um euch herum atmet Tochter" erwiderte der Elf nur und schüttelte langsam den Kopf. "Oh du armes Kind. Sie haben dir ein Stück deines Lebens gestohlen und tief verborgen aus Angst was aus dir werden könnte, wenn du es erfahren würdest" er schüttelte nur den Kopf und wandte sich für einen kurzen Augenblick um. "Le abdollen." flüsterte er in die Dunkelheit und das Knacken von trockenen Ästen war zu vernehmen, ehe sich schnell nährende Schritte die Ankunft weiterer Elfen ankündigte. "Le suilon!" antwortete der junge Mann welcher nun ins Licht getreten war. Und er war jung - äußerlich unterschied ihn kaum etwas von dem Mann der sie gerettet hatte, doch irgendetwas in seinem Gesicht sprach von der Jugend die ihm noch Inne war.
Während Beriadan ein langes Gewand aus teurem, nicht näher zu beschreibenen Stoff trug war der Neuankömmling in ein gestepptes, grünes Wams mit Blattaplikationen gekleidet und trug einen Bogen über die Schulter. Eine hässliche Narbe zog sich vom Hals bis zur linken Wange hinauf und voller Hass sah er Jonathan an, spuckte aus. "Sevig thû úan!" blaffte der Bogenschütze zu Jonathan, doch Beriadan hob eine Hand, an der ein Ring aus weißem Kristall funkelte. "Ma mauya?" und der Bogenschütze schwieg.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 10:15 pm

Die Prozession war einmalig, denn man konnte sie nicht im Geringsten hören. Jonathan spitze die Ohren so gut er konnte, doch nichts desto trotz vernahm er keinen einzigen Laut und von dem guten Dutzend das sich ihrem kleinen Lager näherte, erzeugte kein einziger ein Geräusch an dem man erkennen konnte, das sie da waren. Ihre Gestalten waren alles was von ihrer Annäherung zeugten, dass und ein einziges, lautes Knacken, welche ihn zusammen zucken ließ.
„Elfen.“ Begriff er schließlich und presste die Fäuste zusammen. Er wünschte sich in just jenem Moment seinen Ast zurück, denn so hätte er vielleicht dem scheinbaren Anführer von ihnen, dem Mann der vor Guinevere stand, vielleicht wenigstens bewusstlos schlagen können. Doch was wäre danach gekommen? Die Künste in der Jagd, besonders auf Menschen waren für dieses Volk legendär und mit einem mal schwante ihm, das das was nun folgen würde, weitaus schlimmer werden würde als das was die Großmeister mit ihnen getan hätten.
Sie schmierten die Gesichter der Menschen mit Honig ein und steckten sie dann in Ameisenhügel, ließen sie von ihren wilden Bestien bei lebendigem Leibe fressen oder zogen ihren Opfer Stück für Stück die Haut ab und spielten dann und wann mit dem darunterliegenden Gewebe.
Die penetrante Angst verstärkte das erschreckende Bild der Elfen, welches nur durch das Glimmen der kleinen Lagerfeuers erhellt wurde und stock und steif, wie auf der Stelle festgefroren, sah er zu wie der Elf mit Guinevere sprach. Er hörte die Worte nicht, denn sein Blut rauschte zu laut in seinen Ohren und seine Aufmerksamkeit konnte von nichts anderem als seiner Angst gepackt werden. Und genau deswegen rannte er, in einem Anflug von Mut, die zweifelsohne mit Dummheit gepaart war, auf den Elfen der als erstes erschienen war zu und versuchte diesen zu Boden zu reißen. Das Guinevere und Wilfried dennoch, allein schon wegen der Bögen der Feinde nicht fliehen konnten, hatte er dabei jedoch nicht bedacht.
Nach oben Nach unten
Beriadan

avatar

Anzahl der Beiträge : 65
Anmeldedatum : 20.12.14

BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 10:26 pm

Der Elf, welchen Jonathan angegriffen hatte wurde auf den Boden geschleudert und kam hart auf der Erde auf, keuchte als ihm die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Jonathan landete noch einen Schlag direkt im Gesicht des Elfen und Blut spritzte auf den Waldboden, versickerte im Sand. Jonathan spürte nur noch einen Schlag gegen die Kehle, dass ihm die Luft wegblieb. Dann drehte sich seine Welt und er landete mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden, bekam Gras in den Mund und sein Arm wurde ihm auf den Rücken gedreht, ein Knie stützte sich auf seine Wirbelsäule. "
Toltha-lenca"
befahl Beriadan und der Elf ließ Jonathan los.
Mit ruhigen aber erstaundlich schnellen Schritten war Beriadan bei dem Menschenjungen, welcher einen Mann seines Volkes angegriffen hatte. "Istan quetë ya merin, ar lá hanyuvatyen
"
flüsterte er leise und schüttelte den Kopf. "Was hast du nicht verstanden, als ich sagte ich kam her um euch zu retten? Törichter Menschenknabe? Ich komme und erlöse deine wertlose Seele aus den Klauen der Finsternis und zum Dank vergießt du Elfenblut?" er schüttelte den Kopf. "Tötet ihn" lautete schließlich seine eisige Antwort und der Elf zog schon den Dolch, als Guineveres Schrei dazwischen ging. Beriadan hob die Hand und der Dolch verharrte auf Jonathans Hals. "Halt - ich habe es mir anders überlegt. Er darf weiter leben" er sah Jonathan an, hob die Brauen. "Zum zweiten Mal am heutigen Abend. Ich gebe niemandem eine dritte Chance"
Nach oben Nach unten
Guinevere de Enyalíe

avatar

Anzahl der Beiträge : 102
Anmeldedatum : 16.11.14

BeitragThema: Re: Wälder   Sa Dez 20, 2014 10:38 pm

Als Jonathan angegriffen hatte, war Guinevere noch zu paralysiert von den Worten des alten Elfen gewesen, als dass sie hätte reagieren können. Tochter? Wieso nannte er sie Tochter, wenn doch alle Elfen die Menschen und deren Adlige so sehr verabscheuten und sie am Liebsten tot sehen wollten? Immer und immer mehr geriet ihre Welt ins Wanken, als ihr bewusst wurde, dass eine Lüge nur auf der nächsten fußte und dass sie weder wusste, wer sie nun war, geschweige denn wohin sie überhaupt sollten, jetzt wo die Elfen bei ihnen waren. Der Elf war bislang der Einzige gewesen, der die Macht zu haben schien, die Großmeister fortzujagen, er war freundlich zu ihr gewesen und sie fühlte sich in seiner Nähe zum ersten Mal während der letzten paar Tage wirklich sicher und geborgen - vermutlich war es eben jenes Gefühl, das ihr Herz wieder beruhigte - zumindest solang bis sie den Dolch sah, den der Elf zog als der Befehl ihres Retters kam. Ihr blieb nichts anderes mehr übrig als einen erschrockenen Schrei auszustoßen und ihre Hände auszustrecken, um sanft nach den teuren Gewändern des Elfen zu greifen und ihre Finger darum zu legen.
Der Stoff fühlte sich ebenso fremd wie seine ganze Erscheinung unter ihren Fingern an und flehend richtete sie ihren Blick hinauf zu ihm, selbst wenn sie nicht einmal wusste, ob er ihren Worten überhaupt Gehör schenken würde. Sie war nichts im Vergleich zu jenen fremden Wesen, die sie hier umringt hatten und auf deren Gutdünken sie nun angewiesen waren, jetzt wo sie unzählig viele Pfeile auf sie gerichtet waren. "Bitte ... er hat mir geholfen bis hierhin zu kommen. Er hat mir aus der Stadt geholfen und mich stets versucht vor den Großmeistern zu verteidigen", wisperte sie leise und mit heftig schlagendem Herzen, während die Tränen der Furcht unlängst in ihren Augen zu glitzern begonnen hatten. "Tut ihm bitte nichts", flehte sie und blinzelte. "Bitte ... ada ..."
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Wälder   

Nach oben Nach unten
 
Wälder
Nach oben 
Seite 2 von 3Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3  Weiter

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Foren Rollenspiel :: Fremde Länder :: Ekyne-
Gehe zu: