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 Wälder

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Der Erzähler
Spielleitung
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BeitragThema: Wälder   So Nov 16, 2014 5:27 pm

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BeitragThema: Re: Wälder   So Nov 16, 2014 10:52 pm

Er hatte sich das Wichtigste zusammengesucht, dass er innerhalb einer Stunde gefunden hatte. Eben diese Gegenstände waren eines seiner Schwerter, an dem vor allem persönliche Erinnerungen hangen. Dazu ein kleiner Kriegshammer, der weitaus leichter zu transportieren und gegeben falls und einfacher zu nutzen war. Ein paar Messer waren ebenfalls in den Satteltaschen des alten Zugpferdes dass er vor zwei Jahren erworben hatte. Dazu kamen ein paar Decken, ein dickes Bündel an Kleidung, wobei er auch für Guinevere einpackt hatte, denn diese musste, wenn sie weiter überleben wollte, nicht weiter auffallen, im besten Fall sogar voll und ganz unscheinbar wirken. Verderbliche Vorräte für ein paar Tage und der Rest seines Ersparten, der eigentlich sein Notfallgroschen sein sollte bildeten den Abschluss und mit eben diesen Dingen machten sie sich, im Schutz zahlreicher Pilgerer die um sie herum die Stadt verließen oder in eben jene eintraten aus der Stadt.
Er wusste nicht wie lange sie gelaufen waren, doch die Sonne war bereits fast untergegangen als sie schließlich Rast machten und ein Lager aufbauten. Er hatte die Einwürfe der Prinzessin möglichst früh ein Lager aufzuschlagen abgelehnt, wollte er doch so viele Meilen wie möglich zwischen sich und die Stadt bringen. Seine Schmiede würde vermutlich in ein paar Tagen zu einem läppischen Preis verkauft werden und der Erlös würde in die Staatskasse wandern. Der Grund dafür saß auf dem alten Gaul, der, neben den zwei vollgepackten Satteltaschen auch noch einen alten, leicht spröden Sattel auf dem Rücken trug und in eben diesem saß, in eine dicke Decke gehüllt, Guinevere.
„Tust du mir einen Gefallen und nimmst die Zunderbüchse um das Feuer anzumachen?“ Er hatte bereits ein paar alte Äste, sowie allerlei kleinem Gestrüpp das als Zunder dienen würde zusammengesucht, sich dann aber den Satteltaschen zugewandt.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Wälder   So Nov 16, 2014 11:06 pm

Die Dunkelheit kehrte langsam über das Land ein und erlaubte es Guinevere dabei zum ersten Mal wieder aufzuatmen als sie aus dem alten Sattel rutschte und sich einen Platz an einem der dicken Baumstämme suchte, die warme Decke noch immer um ihre Schultern geschlungen. Die letzten Stunden hatte sie damit zugebracht, ihre eigenen Gedanken ordnen zu wollen, hatte versucht zu begreifen, was geschehen war und was ihr Leben so derartig auf den Kopf gestellt hatte, doch wie auch immer sie versucht hatte, es sich selbst klar zu machen - es gelang ihr nicht. Sie schaffte es weder die grausamen Bilder der Ermordung ihrer Eltern zu vertreiben, noch Nenfarons warme Stimme oder sein Versprechen, er würde auf sie acht geben, wie er es immer getan hatte - Jonathans Stimme, es seien alles nur Lügen gewesen, mischte sich darunter und ließ ihre eigene Verzweiflung schwelen. Wohin sollten sie gehen? Die Hauptstadt lag in der Mitte des Reiches, umringt von den Fürstentümern der einzelnen Großmeister und ein jeder davon wollte sie am Liebsten tot sehen und weder Jonathan, geschweige denn sie selbst hatten ihnen etwas entgegen zu setzen. Sie wollte wieder nach Hause, zurück in Sicherheit, in ihr eigenes warmes Bett statt mitten im Winter auf einem feuchten Wurzelwerk zu sitzen, während die Welt, die sie kannte, von ihrer einstigen Ziehmutter vernichtet und in Trümmer geschlagen worden war.
Jonathans Stimme sprach leise mit ihr, bat sie um irgendetwas, das sie nicht begriff und langsam hob sie den Kopf, um den anderen anzusehen, der noch immer geschäftig dabei war, ein Lager zu errichten, nach dem ihr nicht einmal war. Mit jeder freien Minute, die sie hatte, jedem Augenblick an Zeit, die ihr gegeben wurde, kehrte der Schmerz über den Verlust wieder zurück zu ihr und nahm ihr die Luft zum Atmen, trieb ihr erneut die Tränen in die Augen und zitternd schob Guinevere die Decke höher um ihre Schultern, zog die Beine an ihren schmalen Körper und vergrub das Gesicht an den Knien. Das Weinen kam heftiger als sie es erwartet hatte und erschütterte ihr Innerstes, ließ ihre Schultern immer wieder zucken während sie leise schluchzte und die Bilder ihrer Eltern nicht mehr verdrängen konnte, ihre warmen Stimmen, die immer weiter schwanden bis sie schließlich nicht viel mehr als leises Flüstern waren. Sie hatte Angst davor, dass die Erinnerung an sie verblassen würde - dass sie sie würde vergessen können über all die Zeit der Flucht und der Angst, dass sie eines Tages nicht viel mehr sein würden als ein dunkler Schatten, der auf ihrem Geist lag.
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BeitragThema: Re: Wälder   So Nov 16, 2014 11:21 pm

Er hatte ein paar Mal gerufen, hatte geglaubt das sie ihn einfach nicht gehört hatte oder das sie, so unfair dieser Gedanke in diesem Moment auch war, einfach nichts tun wollte. Doch als er das Mädchen dort sah, an einen Baumstamm gelehnt mit der Decke um sich in dem Gesicht zwischen den Knien, wurde ihm anders. Er wusste nicht was er sagen sollte, denn was brachte sonderlichen Trost wenn die gesamte Familie getötet worden war und man selbst zum Verbrecher erklärt wurde? Er hatte sich in den letzten Stunden, in denen sie sich so gut wie möglich von der Stadt entfernt hatten über allerlei Dinge Gedanken gemacht. Darüber wie unglaublich gemein, unfair und seltsam all dies doch war und warum ausgerechnet er derjenige war, in dessen Laden es sie verschlagen hatte. Doch die leisen Geräusche erinnerten ihn daran dass er im Vergleich zu ihr nur wenig verloren hatte.
Das Zunderzeug fand schnell einen Funken durch den es brennen konnte, und das trockene Gras und Moos steckte alsbald einige der Äste an, wodurch schließlich ein kleines Feuer entstand. Als er damit zufrieden war, prüfte er noch einmal ob das Pferd richtig angebunden war und wandte sich dann zu Guinevere. Er setzt sich sacht neben sie, legte ihr eine weitere Decke über den Schoß und strich ihr schließlich ruhig über den Rücken.
„Es tut mir Leid.“ Sagte er schließlich leise, auch wenn er nicht sicher war ob Worte in diesem Augenblick überhaupt wirklich sinnvoll waren.

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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Wälder   So Nov 16, 2014 11:30 pm

Es machte keinen Unterschied, seine Worte machten nichts besser, noch änderten sie etwas an dem Schmerz, den sie empfand und der sie von innen heraus aufzufressen drohte. Sie wollte ihr eigenes Leben verwünschen, wollte die Großmeister verfluchen und sie hasste ihre Eltern für einen Augenblick dafür, dass sie sie einfach allein in dieser Welt gelassen hatten - dass sie ihr einfach weggestorben waren, ohne sich von ihr zu verabschieden. Es war nicht fair, es war nicht gerecht, dass sie sie im Stich ließen und sie mit nichts anderem außer dem Schmerz zurück ließen, an der Seite eines Mannes, den sie nicht einmal kannte und den sie schon jetzt in Gefahr gebracht hatte. Vielleicht sollte sie gehen, sich einfach umdrehen und weglaufen bis sie weder ihre Heimat sah, noch sich daran erinnern musste, was hier geschehen war, aber da war wieder einmal der Gedanke daran, wohin sie denn gehen sollte. Sie kannte hier nichts, wusste nichts darüber, wie sie den Winter überstehen sollte und sie hatte weder Geld für Vorräte, noch für eine Schifffahrt, die sie von hier fort brachte und ihr Name wog in diesen Landen nicht mehr als ihr eigenes Leben.
Jonathans Berührung an ihrem Rücken stach wie eine dünne Nadel in ihr Fleisch und trieb auch das letzte bisschen all dessen hervor, das sie bislang abgeschottet hatte und das nun hervor brach. "... es tut mir leid ...", wisperte sie mit tränenerstickter Stimme, wagte es jedoch nicht den Kopf zu heben, geschweige denn zu ihm hinüber zu blicken, weil sie sich vor dem fürchtete, was sie in seinen Augen würde erkennen können - das Mitleid, das er mit ihr hatte und das sie doch gar nicht verdient hatte, nachdem sie ihn in all das hinein gebracht hatte. Ihn hatte zu einem Verbrecher erklären lassen, weil er ihr bei der Flucht half und sie vor den Großmeistern beschützte, die ihr doch alles genommen hatten. "... das ist alles meine Schuld ... ich hätte nicht ... hätte nicht zu dir kommen dürfen, dann wäre alles gut ... dann hättest du noch ein Leben", versuchte sie ihm klar zu machen und schüttelte den Kopf. Sie wollte die Augen schließen, wollte vergessen, was passiert war - die Zeit zurückdrehen und endlich wieder zur Ruhe kommen - sie wollte aus diesem bösen Alptraum erwachen, in den sich ihr Leben verwandelt hatte.
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BeitragThema: Re: Wälder   So Nov 16, 2014 11:35 pm

Noch immer saß Wilfried der Schock tief in den Gliedern und fraß sich nur furchtbar langsam den Weg in seinen Verstand vor, welcher sich noch immer von der Wahrheit abgrenzen wollte. Er war zusammen mit seinem Vater an den Hof gekommen um Verhandlungen zu führen und während sein alter Herr sich aufgemacht hatte das Schicksal des Landes zu verbessern, hatte er selbst eine der zahlreichen Bibliotheken besuchen wollen.
Wilfried hatte Freunde am Hof gehabt - gute Freunde, Vertraute und Kollegen die ihn über all die Zeit begleitet hatten. Und eben jenen Freunden war es zu verdanken, dass er noch lebte. Es waren seine Freunde gewesen, die ihm erzählt hatten was geschehen war. Die ihm erzählt hatten, dass sein Vater die Königsfamilie ermordet hatte und das er als Mittäter gesucht wurde.
All das war ein Hinterhalt - es musste einer sein. Das wusste Wilfried einfach. Sein Vater war der größte Mann dieses Jahrhunderts. Er war der beste Freund des Königs, ja sogar Pate für die Tochter des Königs. Solch ein Mann konnte nicht die Königsfamilie ermordet haben - das konnte und wollte er nicht glauben. Er hatte seine Sachen gepackt, seinem alten Diener und Kutscher aufgetragen, das Gespann fertig zu machen und zu verschwinden. Durch den Wald, eine Abkürzung und dann durchweg nach Königsberg, wo er hoffte in den Schriften seines Vaters dessen Unschuldsbeweis zu finden. Aber wie so vieles an diesem Tag kam es anders und es war ein Stein, der zur Schicksalshaften Begegnung dreier Menschen führte.
Die Kutsche, zur Eile angetrieben und nicht für enge Waldpfade geeignet überfuhr einen Stein und die Achse brach. Bei voller Geschwindigkeit kam die Kutsche zum schlingern, durchbrach die Böschung und fiel eine kleine Neigung hinab.
Wilfried erwachte in einem Knäuel aus Kleidung und Büchern, spürte wie Blut seine Augenbrauen hinab lief und krabbelte aus dem Wagen, richtete seine Kleidung und sah auf das was von der Kutsche - und seinem Kutscher übrig geblieben war. Das Einzige was er noch tun konnte war dem Freund die Augen zu schließen. Er zitterte, während er das einzige Tat was er nun noch tun konnte und Richtung des Lichtpunkts wankte.
Es raschelte schließlich im Gebüsch, ehe er auf die Lichtung stolperte und den Schmied erkannte der vor einem Mädchen kniete. "Verzeiht, werter Herr - ich hatte einen Unfall und... Prinzessin?"
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BeitragThema: Re: Wälder   So Nov 16, 2014 11:47 pm

Er hatte die Hand schließlich wieder fort genommen und beide Hände nun selbst um die angewinkelten Knie geschlossen. Er wusste nicht wie er sich verhalten sollte, denn schließlich kannte er sie erst seit ein paar Stunden. Wie sollte er ihr helfen können? Er konnte keine Äußerung über ihre Eltern treffen, hatte er selbst sie doch nie kennen gelernt. Das einzige was er über sie gewusst hatte war, dass die Herrscher wie alle anderen Könige zuvor auch gewesen waren. Jonathan hatte schon immer ein loses Mundwerk und deswegen auch allerlei Kritik für den Adel gehabt und noch am gestrigen Tage hatte er, im fröhlichen Beisammensein von ein paar Freunden auf diese Personen gespuckt, ihnen nur das schlimmste gewünscht, da sie alles besaßen, er und seine Freunde hingegen nur so wenig. Wohin eben diese Flüche und Verwünschungen geführt hatten, was übrig war von dem Leben, dass so viel besser war als das seine, sah er genau neben sich.
Er versuchte die Schuld darüber in Gedanken immer wieder abzuschütteln, war es doch albern zu glauben dass die Worte eines einfachen Schmieds das Schicksal so gelenkt hatten, dass eben dieses Königspaar nun tot war, doch es lag durchaus eine gewisse Ironie darin, dass er nun mit der Tochter eben diesen Paares durch das Land flüchten musste.
„Hör zu, es gibt etwas dass ich dir sagen muss Guinevere, ich weiß das mag unsinnig klingen, aber …“ Die Rufe einer hellen, klaren Stimme gellten durch den Wald und hielten ihn an jegliche Konversation niederzulegen und stattdessen nach dem Schwert zu greifen, dass, eingewickelt in mehrere Tücher neben ihm lag. Der Sahl wurde mit einer einzigen, fließenden Bewegung aus der ledernen Scheide gezogen und die Spitze der Waffe richtete er auf den Mann vor sich. „Keinen einzigen Schritt weiter!“ Hielt er den Mann an, bedeutete Guinevere mit einer Geste sitzen zu bleiben und ging auf den Fremden zu. Er hatte sie erkannt und allein damit war er eine mögliche Gefahr, denn sicherlich fahndete man bereits nach ihnen, wenn nicht sogar schon ein Kopfgeld auf seinen Namen ausgesetzt war. „Ihr geht langsam auf die Knie, habt ihr mich gehört? Langsam auf die Knie!“
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BeitragThema: Re: Wälder   So Nov 16, 2014 11:54 pm

Wilfrieds Augen weiteten sich, als er das Schwert sah welches nur wenige Handbreit von seiner Nase schwebte. Dieser Tag schien verflucht zu sein und nur noch schlimmer zu werden. Langsam und wie der Fremde verlangte ging er auf die Knie und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Noch immer pochte seine Stirn und die Knie taten ihm weh. Er musste sie sich ebenfalls angeschlagen haben als er die Böschung hinab fiel.
"Ich weiß nicht was ihr von mir wollt, aber ich schwöre euch - mein Vater hat die Königsfamilie nicht getötet! Das schwöre ich bei meinem Leben. Ich weiß nicht was ihr wollt, wenn es mein Geld ist nehmt es - alles was ich habe ist in dem Almosenbeutel! Aber bitte lasst mich gehen. Ich hatte einen Unfall, meine Kutsche ist zerstört. Die Pferd und mein Kutscher sind tot. Auf meinen Vater wartet früher oder später der Block und ich muss nach Königsberg zurück um seine Unschuld zu beweisen!"
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 12:04 am

Skeptisch betrachtete er den Mann, denn selbst wenn seine Verletzungen durchaus zu der Geschichte die er gerade erzählte passen mochten, so traute er dem Mann dennoch nicht über den Weg. Es musste schon ein großer Zufall sein das er hier, mitten im Nirgendwo mit seiner Kutsche verunfallt war und nun nach Jemandem suchte, der ihm half. „Falls ich heute irgendetwas um mich herum höre und sich heraus stellen sollte, dass ihr nicht allein hier seit werter Herr, dann ist eure Kehle die erste, die bluten wird, verstanden?“ Als der andere leicht nickte, griff Jonathan in eine seiner Tasche, hieb dem Mann der vor ihm kniete mit dem Griff der Waffe in den Magen und nutzte die Verwunderung, um seine Hände auf dem Rücken zu fesseln. „Kennst du diesen Mann?“
Die Frage schien an Guinevere gänzlich vorbei zu gehen und in jenem Augenblick war sich Jonathan nicht einmal sicher, ob sie überhaupt wirklich wahrnahm, was gerade um sie herum passierte. Er führte Wilfried zu einem Baumstamm nahe des Feuers, drängte diesen dort auf den Boden und zog dann ein Seil fest um den Stamm, sodass sein Körper an eben diesen fest fixiert war.
„Nun, ich habe leider gerade nicht die Möglichkeit eure Person auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen, aber … wer ist euer Vater den ihr eben erwähnt habt? Und woher kennt und Frau Guinevere?“
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 12:11 am

"Das ist dermaßend entwürdigend..." fluchte Wilfried und schüttelte den Kopf ob all dieser Unverfrorenheit und dem Schicksal des heutigen Tages."Ich bin Wilfried Gundramson von Königsberg. Medicus und Rechtsgelehrter. Absolvent der Universität von Königsberg. Und mein Vater, ist seine Magnifizenz Markgraf Gundram Hermanson von Königsberg, Rektor der Universität von Königsberg, Medicus und Berater der königlichen Familie! Wo bist du zur Schule gegangen verdammt?" fluchte Wilfried, verstummte jedoch als er sich seiner Situation gewahr wurde und es ihm dämmerte, dass es klügere Entscheidungen gab als den Mann zu beleidigen, der ihn gefesselt hatte und der ein Schwert besaß. Schlussendlich schlug Wilfried die Augen nieder.
"Ihm wird vorgeworfen das Königspaar ermordet zu haben aber was immer ihr auch glauben mögt. Er hat es nicht getan! Er könnte soetwas niemals tun! Der König war sein Freund, die Prinzessin sein Patenkind! Er war Krone und Vaterland treu ergeben!"
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 12:22 am

Er hatte die Frage, wo er denn zur Schule gegangen nur mit einem kurzen Kopfschütteln abgetan, wurde jedoch hellhörig, als er von der Anschuldigung sprach. Alle Adelstitel, Beinamen und akademischen Grade abgesehen hatte er etwas erwähnt, was er heute bereits in einer ganz anderen Form gehört hatte. Der Großmeister hatte, als er plötzlich in seiner Schmiede aufgetaucht war selbst von seiner Schuld gesprochen, davon das er und die anderen Großmeister das Königspaar getötet hatten, was Guinevere später sogar bestätigt hatte. Der vor ihm gefesselte Aristokrat beteuerte nun jedoch die Unschuld seines Vaters, der ihm seinerseits jedoch recht wenig sagte, was jedoch in dem drunter und drüber der Adelsfamilien eine, zumindest für Jonathan durchaus verständliche Tatsache war.
„Keine Sorge, ich glaube nicht das dein Vater irgendetwas damit zu tun hat.“ Er machte nachdenklich ein paar Schritte von dem Gefesselten Wilfried fort, ging zu den Satteltaschen und holte etwas zu essen, was er kurz darauf neben die Prinzessin legte. Sie wirkte immer noch in sich gekehrt und schien nicht von ihrer Umgebung wissen zu wollen, doch hoffte er darauf sie der Hunger irgendwann dazu treiben würde, den Blick erneut zu heben.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 12:37 am

Die plötzliche Stimme, die erschienen war, hatte Guinevere nur noch einmal zusammenzucken lassen, während sie ein weiteres Stück in sich zusammen gesunken war und gehofft hatte, man würde sie weder erkennen, noch sie ansprechen, dass auch dies nicht mehr war als ein frommer Wunsch auf Ruhe in jenen wirren alptraumhaften Stunden, erkannte sie spätestens als sie Wilfrieds leises Fluchen hörte, der von Jonathan an einen der Bäume gefesselt worden war. Sie kannte den jungen Adligen, kannte seinen Vater und hatte erlebt, wie man ihn aus dem Thronsaal geschliffen und für den Mord an der Königsfamilie verantwortlich gemacht hatte und dennoch - sie wollte ihm nichts von der Wahrheit berichtet, weil eben die für sie selbst zu sehr schmerzte. Sie wollte nicht sprechen, wollte nicht essen, geschweige denn jemanden in diesem Moment ansehen, welcher sie dazu zwingen würde, auf ihre Umwelt zu reagieren, die ihr momentan viel zu viel war. Wilfrieds Geschichte machte die Ereignisse des heutigen Tages nur lebendiger und wahrer, riss sie aus dem innigen Wunsch heraus, sie habe sich all das nur eingebildet und rief eine andere leise Stimme auf den Plan, welche sich in ihrem Geiste auszubreiten drohte. Sie war von jetzt an doch im Grunde für dieses Reich verantwortlich und wenn sie es schon nicht vermochte, fortzulaufen und dieses Land zu verlassen, vielleicht würde sie dann das Andenken ihrer Eltern ehren können, indem sie die Großmeister für das bestrafte, was sie getan hatten. Vielleicht würde es besser werden, wenn sie nach vorn ging, statt an Ort und Stelle zu verharren und im Stillen das Schicksal ihrer Familie zu betrauern.
"Es waren die Großmeister ...", erhob sie schließlich leise ihre Stimme und wischte sich die Tränen vom Gesicht. Sie brachten ihr nichts, das Weinen half ihr nicht - es brachte ihre Eltern nicht wieder zurück ins Leben, es half ihr nicht, damit zurecht zu kommen und es würde auch Jonathan nicht helfen, den sie in all dies mit reingezogen hatte. Sie durfte nicht trauern, solange diejenigen, die für alles verantwortlich waren, ungestraft blieben. Vielleicht würde irgendwann einmal der Zeitpunkt kommen, indem sie die Zeit haben würde, doch momentan erschien es ihr besser, sich mit anderem zu befassen. "Sie werden ihn hinrichten lassen. Ich konnte beobachten, wie die Wachen ihn aus dem Thronsaal gezerrt haben."
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 12:48 am

"Die Großmeister?" echote Wilfried und unglauben trat in seine Augen. "Wieso? Wieso sollten sie? Wieso... haben sie?" fragte er leise und blinzelte gegen den Schein des Feuers an, der ihm mittlerweile in den Augen weh tat. "Guter Mann, können sie mich nicht wenigstens losschneiden? Bis auf meinen Nierendolch habe ich keine Waffen und wenn sie wollen gebe ich auch den ab. Ich würde nur gerne... wenn ich nachdenken soll muss ich mich bewegen können" erklärte er und schüttelte den Kopf.
Sie würden seinen Vater hinrichten? Wenn es die Großmeister waren, die hinter all dem steckten - dann bedeutete das, dass sein Plan die Unschuld seines Vaters zu beweisen hirnrissig war. Es hatte vorher schon nur eine geringe Chance gegeben. Aber wenn die wahren Mörder Gericht über seinen Vater saßen. Dann war alles verloren. Wilfried schloss die Augen. "Oh nein" flüsterte er leise. Wenn sein Vater starb, dann würde diese Welt einen großen Mann verlieren und die Fußstapfen die der Makrgraf hinterließ waren zu groß für ihn
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 12:57 am

"Weil sie die Macht an sich reißen wollten und Euer Vater die Elfen an die Tafel gebracht hat, das ist der Grund, weshalb sie sterben mussten. Euer Vater hat ihr Todesurteil unterzeichnet, durch seine Politik Frieden mit den Klingenohren schließen zu wollen - die Großmeister wollten sie davon abhalten, aber sie haben nur auf Euren Vater gehört und nun sind sie deswegen tot. Das ist der Grund, aus dem man Euren Vater als Mörder bezichtigt", antwortete Guinevere lediglich mit ruhiger, gleichmütiger Stimme, in welcher nicht eine einzige Emotion mitschwang während die verklärten Augen des jungen Mädchens auf dem Adligen ihr gegenüber lagen, der blass geworden war. Nenfaron hatte ihr alles erzählt, was sie hatte wissen müssen und nun die Trauer des jungen Mannes vor sich zu sehen, der lieber geflüchtet war, statt zu helfen, ließ etwas in ihr hervor kochen, von dem sie nicht einmal gewusst hatte, dass es in ihr verborgen lag. Vielleicht hatten die Großmeister Recht und nur sie konnten alldem Frieden bringen, vielleicht würde sie sie erst davon überzeugen müssen, dass ihnen dieses Reich nicht gehörte, sie aber dann auf ihre Ratschläge hören würde - Yarna würde sicherlich mit sich reden lassen, wenn sie erst hierher kam, um sie zu stellen. Sie würde sie ebenso wenig wie Nenfaron einfach so töten, nicht so ohne Weiteres und vielleicht würde sie ihr eigenes Leben verlängern können, von dem sie nicht einmal wusste, ob es ihr überhaupt noch etwas bedeuten sollte, nachdem nun alles zusammen gebrochen war, was sie einst gekannt hatte.
Kopfschüttelnd zog Guinevere noch einmal die Decke enger um ihre Schultern ehe sie ihren Blick hinüber zu Jonathan lenkte. Der kurze Anflug eines wagen Lächeln, das leise Zucken ihrer Mundwinkel, das davon verkündete, zeigte sich auf der wächsernden Haut des jungen Mädchens, als sie den Schmied noch einmal musterte und ihm einen kurzen, bedauernden Blick zukommen ließ, von dem sie glaubte, er sei angebracht in diesem Moment. "Mach ihn bitte los, Jonathan. Alles, was er tun wird, ist vielleicht fortzulaufen aber er wird uns nicht angreifen oder verraten."
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 1:08 am

„Wenn du einen Happen zu dir nimmst.“ Konterte er mit einem ebenso trüben Lächeln, doch noch bevor sie ihren Teil der eben besagten Vereinbarung einhalten konnte, machte sich der Schmied zu Wilfried auf und löste zuerst das Seil das er um den Stamm gewickelt hatte und dann die, die er um seine Hand gewickelt hatte. „Tu mir bitte den Gefallen und denk nicht einmal daran, etwas Dummes zu tun.“ In das Gespräch der beiden wollte er sich, zumindest vorerst nicht einmischen. Er hatte keine feste Meinung über die verschiedenen Parteien innerhalb der Aristokratie, für ihn waren es alles gleichermaßen idiotische, rechthaberische, von Geburt an getrimmte und gestriegelte Egomanen, denen nichts ferner lag als sich um ihre Umwelt zu kümmern oder diese überhaupt wahrzunehmen.
„Kommt ans Feuer.“ Bat er beide, in der Hoffnung die leichte Spannung die sich gerade zwischen ihnen aufgebaut hatte ein wenig zu mildern. Die Anschuldigung, zumindest wenn er sich richtig gedeutet hatte war durchaus berechtigt, denn wenn es Wilfrieds Vater war, der versucht hatte ein bestehendes System so plötzlich zu ändern, konnte man ihm eine Mitschuld nicht absprechen.
Doch ob er seinem eigenen Vater eine solche Schuld zugestanden hätte, daran zweifelte er ebenso stark.
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 1:14 am

"Was redet ihr denn da?" fragte Wilfried leise und sah die andere völlig perplex an. "Ich - mein Vater hat nur versucht Menschenleben zu retten. Königsberg liegt direkt am Elfenwald. Es sind unsere Männer die sterben, wenn die Elfen erneut Menschen angreifen. Es sind Elfen die sterben, wenn erneut ein Progrom bis vor den Wald getragen wird. Mien Vater wollte eine friedliche Lösung, ein stabileres Reich und auch deine Eltern wollten dies Guinevere! Mein Vater war der Vermittler, ja das stimmt. Aber wofür klagst du ihn an? Das er zusammen mit deinen Eltern Frieden schaffen wollte? Wenn es die Großmeister waren wie du sagst - dann trifft doch sie die Schuld! Sie haben deine Eltern umgebracht, sie haben den Krieg weiter entfacht und sie werden meinen vater umbringen. Wegen ihnen werden hunderte sterben müssen. Nicht wegen meinem Vater oder deinen Eltern!" erklärte er Händeringend. Was redete sie denn hier? Sein Vater war für Gleichheit und Brüderlichkeit eingetreten. Für Frieden und die Chance auf einen Neubeginn. Nicht für Chaos und Tod.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 1:30 am

"Berichtet mir nicht, was meine Eltern wollten, Markgraf von Königsberg. Ihr seid nicht Euer Vater und Euch ist nicht bewusst, was Euer Vater mit allem begonnen hat. Mit der Ermordung wird dieses Reich an die Großmeister übergehen und es werden noch mehr Menschen sterben, als bisher, da dieser Krieg mit dem Tod des Abgesandten noch weiter anfachen wird. Euer Vater hätte mit den Großmeistern sprechen müssen, statt meinen Eltern ins Ohr zu flüstern, was er für besser für das Reich hielt", lautete Guineveres einzige Antwort, die bislang an Ort und Stelle verharrt hatte und sich nicht die Mühe machte auch nur einen einzigen Schritt näher an das Feuer heran zu treten, das Jonathan entfacht hatte. Die Meinung des jungen Adligen war ihr zuwider in diesem Moment, es war ihr zuwider von einem Mann Vorschläge zu hören, dem das Wohl seiner eigenen Familie weit über dem des eigenen Heimatlandes lag und dessen Königstreue nur soweit ging, wie es für ihn vertretbar war, bevor er sein eigenes Leben riskieren musste - ebenso sehr war es ihr zuwider, dass er begann mit ihr zu sprechen, als seien sie beide Freunde aus alten Tagen. Sie hatte ihn ab und an gesehen, wenn es das Zeremoniell erforderte, doch gesprochen hatten sie bisweilen nur äußerst wenig miteinander, hatte sie selbst in ihm lediglich einen langweiligen ewigen Studenten gesehen, welcher sich mehr für Bücher, denn für das Leben interessierte und Yarna hatte ihn niemals für den richtigen Umgang für sie gehalten, so dass sie sich meist rasch aus dem ermüdenden Gespräch errettet hatte.
Schweigend ließ Guinevere sich ein Stück zurücksinken und lehnte ihren Rücken gegen den Baumstamm bis ihr Kopf die kühle Rinde berührte. Sie scherte sich nicht darum, ob sie schmutzig wurde, denn auch das machte mitunter keinen Unterschied mehr, nachdem sich doch alles gewandelt hatte und ebenso wenig bedeutete es ihr noch etwas, ob sie dem jungen Adligen einige Meter vor sich noch Schmerzen zuführte. Im Grunde würde es ohnehin bald vorüber sein, wenn die Großmeister sie hier erwischen würden.
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 10:18 pm

Wilfried verstummte schließlich, ehe er sich den Hut vom Kopf zog und diesen an die Brust drückte, so als könne das Kleidungsstück ihm soetwas wie Halt geben, in seiner Welt die ins Wanken geraten war und die sich nicht mehr zu erholen schien. "Verzeiht mir meine Worte Prinzessin" flüsterte er heiser. "Ich war nur ein Sohn, der seinen Vater verteidigen wollte - es war reiner Instinkt, tief verwurzelt in der Seele und im Geiste. Was auch immer geschehen ist - der Schwur meiner Familie der euren zu dienen hat nichts von seiner Kraft eingebüßt. Ich stehe zu euerer Verfügung. Als reumütiger Diener, als Gelehrter und Arzt so es denn in meiner Macht steht." erklärte er leise. Vielleicht hatte sie zumindest teilweise recht mit dem was sie sagte - und er hatte tatsächlich sämtliche Form vergessen und sich unsachgemäß verhalten. Er war ihr zur Lehnstreue verpflichtet und der Schwur der von Königsberg ging noch sehr viel tiefer. Sie hatten geschworen dem Königshaus ewig als Berater und Diener zur Seite zu stehen.
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 10:39 pm

„Und wie bitte willst du uns helfen?“ Fragte Jonathan von der Seite her, stocherte währenddessen mit einem abgebrochenen Ast in der heißen Glut des Feuers herum und betrachtete eben dieses eingehend. Er mochte das knisternde Geräusch, den plötzlichen Schwall an wärme wenn an die Flamme neuer Sauerstoff gelang und er einen Augenblick nichts anderes, als Hitze spürte. Es kündete von Heimat, von seiner Schmiede und von vergangenen Tagen. Wobei, konnte man wirklich von vergangenen Tagen sprechen? Es war erst wenige Stunden her seit sie die Stadt verlassen hatten, doch das langsam abflauende Adrenalin, gepaart mit der plötzlichen Müdigkeit in seinen Knochen brachte ihm wohl eine überraschend starke Melancholie ein.
„Wie deine Worte vermuten lassen, wirst du selbst gejagt, so wie wir beide auch. Alles was du also bist, ist ein weiterer Flüchtling mit einer zerstörten Kutsche im näheren Umkreis. Und dein Bettelbeutel? Wie viel mag davon wohl drin sein? Geld für ein paar Tage. Also sag mir, wie kannst du uns helfen?“ Er warf den Stock beiseite, sah den, noch immer irritierten und konsternierten Wilfried an, der glücklicherweise keine große Bedrohung darzustellen schien.
„Plattitüden, nichts weiter. Wenn du etwas Sinnvolles beizusteuern hast, Absolvent einer schönen Schule und Besitzer zahlreicher Öle mit denen du dir jeden Tag die Haut einreibst, dann leg dir eine Antwort zurecht, und zwar besser eine gute. Ich nahm Guinevere mit mir, da wir beide in der gleichen Situation stecken und in mir, trotz all der verkorksten Aristokratie noch ein Funken Patriotismus steckt, doch in dir? Da sehe ich nicht mehr als Jemand, der uns noch mehr Scherereien einbringt.“
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 10:53 pm

"Ich habe Geld" erwiderte Wilfried leise und tupfte an seiner Augenbraue herum, um zu überprüfen wie tief die Wunde war. Es schmerzte, allerdings war die Wunde nicht tief und würde wohl nicht genäht werden müssen. "Außerdem habe ich treue Freunde, die auch dann zu mir halten wenn die Großmeister etwas anderes behaupten mögen. Und wenn sich auf dem Weg einer von euch verletzt bin ich ein fähiger Heiler. Ich kenne mich in Kartografie aus und kenne die Umgebung hier. Wohin wolltet ihr denn fliehen? Wisst ihr überhaupt in welche Himmelsrichtung ihr ziehen müsst? Und auch wenn du es nicht gerne hören magst - ich bin ein Adeliger. Ich wurde in der Kunst des Kampfes unterwiesen. ich bin kein Ritter und kein Krieger, aber verteidigen kann ich mich durchaus. Was ich also bieten kann? Ich kenne Kräuter, essbare Pflanzen und weis wie man Knochenbrüche schient, weiß an wen wir uns wenden können und kenne Leute die uns zur Not Verstecke bieten können. Könnt ihr das von euch behaupten? Seit ihr jemals aus der Hauptstadt heraus gekommen mein Herr?"
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BeitragThema: Re: Wälder   Mo Nov 17, 2014 11:53 pm

Jonathan der in diesem Moment sichtbar irritiert von der Fülle an Antworten war, schüttelte im ersten Moment nur den Kopf, auch wenn den eher durch den gebrochenen Stolz, als von unschlüssigen Erklärungen herrührte. Wenn er wirklich ein Mediziner war, so könnte er früher oder später wirklich nützlich sein, woran er allerdings nach wie vor zweifelte waren seine Angebliche so gut gepflegten Kontakte, die ihm treu zur Seite standen. „Nun, ich entschuldige mich bei euch wenn es stimmt was ihr sagt und ihr ein Heilkundiger sagt. Denn ein solcher ist Gewiss von Nutzen. Was ich allerdings bezweifle ist, dass einer eurer ehemaligen Freunde euch noch bei sich aufnehmen wird. Und somit fallen auch die meisten eurer Kartographischen Fähigkeiten weg. Denn egal in welche Stadt wir gehen, wir werden gesucht. Und wenn euer Vater und somit auch ihr als Staatfeind deklariert wurdet, so bin ich der festen Überzeugung das der größte Teil des Adels und möge er euch auch noch so lange kennen, weder seinen Status, noch die hohe Belohnung auf unsere Köpfe einfach so einbüßen würde. Wir sind für jeden normalen Bürger dieses Landes Verbrecher, nur die Anklage kenne ich noch nicht genau.“
Im nächsten Augenblick schämte er sich bereits für seine unüberlegten Worte, oder bereute zumindest das plötzliche und direkte hervorkommen eben dieser. „Und unsere Richtung in die wir gehen … nun Guinevere, was denkst du? Ich meine innerhalb dieses Landes werden wir kaum Sicherheit finden und daher bleibt uns im Grunde nur der Versuch, ins Ausland zu flüchten.“
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Wälder   Di Nov 18, 2014 12:11 am

Guinevere war bislang still geblieben und ein Stück näher an das Feuer gerutscht, das wärmend einige Meter vor ihr auf dem Waldboden geflackert hatte und ihr in diesem Augenblick das Einzige zu sein schien, was ihr überhaupt noch Sicherheit verlieh. Die Flammen leckten an dem Holz, verbrannten das Moos, das Jonathan hinein geworfen hatte und ließen nichts mehr zurück als weiße Asche, die vom Wind in alle Himmelsrichtungen verteilt wurde. Asche, nicht viel mehr als das war auch von ihrem eigenen Leben übrig geblieben und noch immer konnte sie nicht ganz greifen, weshalb all das wirklich geschehen war. Im Stillen betrauerte sie all die Leben, die noch vernichtet werden würden in einem Krieg, der schon seit so langer Zeit zwischen ihnen allen stand und dessen Grund inzwischen beinahe vergessen war - es gab Gerüchte darüber, warum. Wilde Gerüchte über Macht und romantische Geschichten der Troubadoure, die ab und an ins Schloss gekommen waren - Geschichten, dass die Großmeister einst die Menschen aufgestachelt hatten, Geschichten, dass ein Elf ein junge Frau entführt hatte und ihr Liebster sie aus den Fängen der Klingenohren hatte erretten müssen, Geschichten darüber, dass die Elfen einst die Menschen versklavt hatten und sie sich gegen sie erhoben hatten.
Guinevere hatte früher diesen Geschichten gern einmal gelauscht, doch heute waren sie ebenso belanglos wie das Gespräch der beiden Männer, das sie am Rande des Feuers führten, während das junge Mädchen am Rand des Feuers saß und geistesabwesend immer wieder ein paar Stöcke in das Feuer hinein warf, nur um zuzusehen, wie auch sie knisternd verbrannten. "Es macht keinen Unterschied, wohin wir gehen", sagte sie schließlich leise, ohne die Augen von dem Feuer abzuwenden und sie auf einen der beiden zu richten. "Wir können zurück in die Stadt um Euren Vater zu retten, Wilfried. Wir können versuchen zu fliehen - es ist bedeutungslos, denn solange die Kugel in der Akademie besteht, werden sie wissen, wo wir sind und solange werden sie stets aufs Neue bei uns erscheinen und wir wissen weder, wer von ihnen herkommt, noch was genau sie tun werden."
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BeitragThema: Re: Wälder   Di Nov 18, 2014 12:19 am

"Sprecht ihr von der extrasphärischen Orthodrome?" hakte Wilfried nach und seine Augen wurden groß. Er hatte Gerüchte, über dieses Artefakt gehört welches in der Regel der Einfachheit halber nur "die Kugel" genannt wurde. Jedoch hatte er niemals an die Existenz eines derart mächtigen Werkzeugs geglaubt. Wenn es diese Ding tatsächlich gab...
"Es mag ein mächtiges Artefakt sein, ja das stimmt. Aber jedwede Machinerie hat ihre Fehlkonstruktion" erklärte er leise und fuhr sich noch einmal über die blutende Stirn. "Eure Hoheit - vielleicht. Vielleicht gibt es noch Hoffnung - Hoffnung die ich für meinen Vater nicht mehr zu empfinden wage. Sagt mir, was wisst ihr von dieser Gerätschaft? Jedwede Information mag nützlich sein, so klein und unwichtig sie euch auch erscheinen mag" erklärte er ihr und zückte sein Notizbuch, sowie einen Kohlestift und malte einige Kritzel um sich zu versichern, dass das Schreibwerkzeug noch spitz war.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Wälder   Di Nov 18, 2014 12:33 am

"Sie haben sie erschaffen, um die Magie zu kontrollieren, die in diesem Reich existiert. Auf ihr werden jedwede magische Aktivitäten verzeichnet, jeder Mensch, der Magie zu wirken vermag und sie können überall auftauchen, wo diese Unregelmäßigkeiten existieren, sofern ihr Element in der Nähe ist. Yarna hat sie mir einst gezeigt und mir viel darüber beigebracht, darüber, dass das Gleichgewicht gewahrt werden muss und dass die Säuberungen nur aufgrund dieser Kugel möglich sind - sie haben die Kugel aus ihren Elementen geschaffen, nur Magie, keine Technologie", lautete Guineveres ruhige, vollkommen gleichmütige Antwort, die nicht einmal wirklich bemerkt hatte, das Wilfried längst sein Notizbuch und den Kohlestift gezückt hatte und damit begonnen hatte, sich Notizen zu machen, während sie selbst Stück für Stück ihrer eigenen Erinnerungen wie ein Gast ihres eigenen Geistes durchforstete auf der Suche nach Hinweisen, die ihnen vielleicht nützlich sein könnten und die ihrer aller Leben verlängern konnten. Die Kugel, die in der Magierakademie stand, war dabei ein so wesentlicher Grundstein ihrer Erinnerungen, hatte ihre magische Ausbildung von Beginn an durchzogen und sie erinnerte sich noch heute daran, wie oft sie davor gestanden hatte und sie selbst aktiviert hatte, als sie die Worte gesprochen hatte - wie sie gespürt hatte, wie ihre eigene Magie die Kugel durchflossen hatte und jene Lichter sichtbar gemacht hatte, die mal schwach und mal stärker aufloderten.
"Die Lichter sind klein und sie haben mich oft geblendet, wenn ich auf die Magierakademie gesehen habe, weil dort so viele von ihnen waren, dass weder sie, noch ich genau sehen konnten, welches Licht zu welchem Magier gehörte. Waren sie allein war es einfach - jede Struktur eines Magiers ist auf eine Art und Weise anders, deswegen wissen sie, welches Licht zu welchem Magier gehört und finden sie so rasch ..."
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BeitragThema: Re: Wälder   Di Nov 18, 2014 12:40 am

"Eure Magiestruktur also?" fragte Wilfried leise und besah sich Guinevere während er sich über das Kinn fuhr und zu überlegen schien. "Wir haben bereits experimentell Versucht Leuten, die viel Blut verloren haben anderes Blut zuzuführen" erklärte er leise und sah seine beiden Begleiter an. "Man konnte dieses Blut noch eine gewisse Zeit nachweisen - ich habe mich nur wenig mit Magie befasst aber... könnt ihr ebenfalls etwas von eurer Magie übertragen Majestät?" fragte er leise und ernsthaft. "Wenn ihr große Teile eurer Magie auf verschiedene Wesen übertrag wie Hunde, Katzen oder Eichhörnchen, vielleicht sogar einzelne Menschen könnten sie euch dann nicht mehr von den Fälschungen unterscheiden? Wenn ihr so viel Magie abgebt, dass ihr selbst für euch kaum mehr etwas übrig habt? Wenn wir so die Spur aufteilen? Eure eigene Spur somit beinahe auslöschen?" seine Stimme zitterte beinahe vor Erregung. Magier mochten geniale Köpfe sein, doch einfache Zusammenhänge entgingen ihnen oftmals.
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