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 Umliegende Dörfer

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Der Erzähler
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BeitragThema: Umliegende Dörfer   So Nov 16, 2014 5:26 pm

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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   Fr Dez 19, 2014 11:29 pm

Es war Nass unter dem Mühlenrad und kalte Tropfen platschten in unregelmäßigen Abständen auf ihre Kleidung. Von der Decke hatten sich Stalaktiten aus Kalk gebildet, welche störten während sie sich durch den kleinen Tunnel zwängten. "Eure Hoheit, glaubt ihr uns jetzt endlich, dass die Großmeister eure Eltern ermordeten und nicht mein Vater?" fragte Wilfried leise und duckte sich unter einem der niedrig hängenden Steine hindurch.
Noch immer konnte er nicht genau sagen wie sie eigentlich entkommen waren und noch während sie in den Überresten von Jonathans Schmiede einen Plan ausgearbeitet hatten um die Königin zu retten war diese in der Tür erschienen und hatte sie zur Eile angetrieben. Sie hatten ein gutes Stück des Weges zurück gelegt und nun war es nicht mehr weit. Noch durch das Dorf, dann durch einen großen Wald ehe sie das Meer erreichten. Warum man sie noch nicht gefunden hatte wusste er nicht, aber es war ihm auch egal.
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Guinevere de Enyalíe

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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   Fr Dez 19, 2014 11:47 pm

Sie verstand all diese Aufregung nicht mehr, wusste weder, wem sie noch vertrauen konnte, noch wer wirklich ihre Feinde waren und das waren Umstände, die ihr weder die Flucht leicht gemacht hatten, noch dazu beigetragen hatten, dass sie sich in ihrer eigenen Haut wohler fühlte. Sie war zurück zum Schloss gebracht worden und man hatte ihr die Zeit eingeräumt, die sie gebraucht hatte, um ihre eigenen Eltern zu betrauern bis schließlich Feredir derjenige gewesen war, der sie aus dem Schloss und zu den anderen gebracht hatte. Seitdem war sie stiller geworden und in sich selbst mehr zurück gesunken, hatte an Gesprächen nur noch teilweise teilgenommen, weil sie bemerkt hatte, dass es im Grunde nicht einmal mehr zählte, was immer sie selbst wollte und sich schweigend gefügt. Die Menschen, mit denen sie nun hier war, mochten ihr früher einmal bekannt gewesen sein, doch jetzt waren sie nicht mehr als andere Stimmen, die ihr weitere Vorschriften machten, sie in Kleider zwängten, die sie nicht tragen durfte und sie an Orte brachten, an denen sie nicht sein wollte. Menschen, die sie immer wieder von einer Ecke zur anderen trieben, an ihr zerrten ohne sie zu fragen und Menschen, denen sie im Grunde gar nichts bedeutete.
"Es ist doch vollkommen bedeutungslos, was ich denke oder woran ich glaube, Markgraf. Schert Euch also um Eure Angelegenheiten, statt Euch nach meinen Ansichten zu erkundigen", antwortete sie schließlich lakonisch und schüttelte den Kopf, zog sich den dünnen, dunklen Mantel enger um ihre Schulter, in der Hoffnung, sie könne damit ihr eigenes Zittern unterdrücken, das angesichts der eisigen Nässe in ihr aufgestiegen war. Ihre Gewänder waren inzwischen dreckig, ihre Haut fleckig und sie hatte schon lang aufgehört, sich in ihrer eigenen Haut wohl zu fühlen, während sie langsam und Schritt um Schritt den beiden Männern folgte, die ihr den Weg vorgaben. Sie wollte nach Hause ... wo immer auch ihr Zuhause nun sein mochte.
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   Sa Dez 20, 2014 12:01 am

Jonathans Mantel hatte, wie auch der von Wilfried inzwischen einige Verschleiß und Gebrauchsspuren, doch diente er dem Zweck des warmhaltens nichts desto trotz vortrefflich. „Es ist vollkommen egal wer an all dem Schuld ist Wilfried, zumindest für den Augenblick. Unser Augenmerk sollte darauf liegen durch das Land zu kommen und irgendwo Unterschlupf zu finden, damit wir nicht wie Vagabunden von Stadt zu Stadt reisen müssen.“ Die kleine Prinzessin, die jeden Tag ein wenig mehr in Melancholie versank hatte sein tiefes Mitgefühl, denn erneut hatte man sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen. Und so gefährlich es auch dort gewesen sein musste, es war keineswegs so entwürdigend wie das, was sie gerade jetzt unternahmen.
Sie war Jemand aus dem Königshause, eine Person die für das herrschen erzogen worden war und so hoch ihre Stellung auch gewesen sein mochte, sie tief musste der Fall und der damit einhergehende Schmerz gewesen sein. Denn er kannte ein solches Leben, oder zumindest große Teile davon, sie hingegen …
Er hatte solche Menschen verachtet, Adel der sich für besser situiert hielt und sich nicht mit dem gemeinen Volk abgab, doch bei dem Anblick von Guineverre die den Mantel nur noch enger um den zitternden Leib schlug, schauderte es ihn und das nicht wegen der Kälte. „Gott sei Dank bin ich nicht reich, mächtig und verpönt wie die. Denn wer nicht ist wie alle, dem wird die Zeit vergällt.“
„Meine Prinzessin.“ Es war ein Titel den er in den letzten Tagen öfter benutzte, in der Hoffnung es würde ihre Stimmung aufheitern, doch leider war dies nur von mäßigem Erfolg gekrönt. „Was haltet ihr davon wenn wir uns ein warmes Gasthaus suchen? Wir können es so machen wie bereits bei denen davor, mein Gesicht kennt man nicht. Ich miete uns ein Zimmer und ihr kommt nach, denn diese Kälte wird früher oder später unser Tod sein.“
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   Sa Dez 20, 2014 12:09 am

"Wir haben keine Zeit" widersprach Wilfried, dem auch nach einem warmen Bett und einer richtigen Mahlzeit war. Aber er war nicht so dumm zu glauben, dass diese Annehmlichkeiten ihm oder einem der anderen wirklich gegönnt war. Die Sterne funkelten nunmehr über ihnen, während sie wie gemeine Verbrecher durch das Dorf schlichen. Sie hatten nichts falsches getan, ganz und garnichts falsches und dennoch wurden sie gejagt wie wilde Tiere.
"Wer weiß wie lange sie brauchen werden bis sie uns wieder gefunden haben. Ich will so viel des Weges hinter mich bringen. Wenn wir uns beeilen sind wir in fünf Minuten im Wald. Wenn wir dort eine Lichtung finden... einige der Decken im Rucksack sind noch trocken und dick. Wir dürfen kein Feuer riskieren - nicht nur, dass man uns sehen könnte..." er brach ab. Jeder wusste, was die andere Möglichkeit war.
"Bitte Prinzessin, nur noch ein kleines Stück. Wenn wir erst einmal von hier weg sind... in Alagaésia soll ein guter und gerechter König Herrschen. Alvias Xeldaric, so steht es in den Büchern. Vielleicht kann er euch helfen euer Geburtsrecht einzufordern oder euch zumindest Schutz gewähren" er zog die Kapuze tiefer ins Gesicht. "Beeilen wir uns, ich sehe schon den Waldrand"
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   Sa Dez 20, 2014 12:21 am

Er hielt nur wenig von dem Plan erneut im Wald zu schlafen, denn so groß die Zahl an Pilgern und Obdachlosen auch war, die wenigstens davon zogen sich in den Wald zurück. Denn dieser Tage, so sagte zumindest einige gingen seltsame Dinge in eben diesen vor. Menschen die am heiligten Tag verschwanden und nie wieder gesehen wurden, undefinierbare Schreie die mit einem Mal aus der Ferne kamen und dann, wenn man sich ihnen näherte plötzlich erstarben. Zwar hielt er dies nur für Gerüchte der Stadtverwaltung um die Bevölkerung in der Stadt zu halten, denn die Wilderei hatte dieser Tage stark zugenommen, doch für klug hielt er es dennoch nicht. Doch Jonathan wusste auch dass im Zweifelsfall er einsichtig sein musste, denn Wilfried würde sich seinem Vorschlag sicher nicht ergeben.
„Wie ihr meint, aber lasst uns zumindest eine kleine Feuerstelle zum Glühen bringen, wir brauchen ohnehin ein wenig Hitze um die Kleider zu trocknen. Wir spannen sie über die Glut und schon haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   Sa Jan 17, 2015 1:48 am

Feuer.
Lodernde Flammen leckten an der Wassermühle, fraßen sich durch das feine Muster des Holzes und verbrannten es zu Asche. Innerhalb weniger Minuten war das Feuer auch auf das Dach übergegangen und fand dort zahlreiches Futter - sprang von einem Gebälk zum anderen und innerhalb weniger Minuten stand das ganze Dorf in Flammen. Eine Frau, welche versuchte aus dem brennenden Haus zu entkommen wurde mit einem einzigen Bolzen an einen der Stützbalken über der Eingangstür gepinnt. Der Schuss hatte gezielt die Schulter getroffen - eine schmerzhafte, aber nicht tödliche Wunde. Das Feuer würde ihren Leib erfassen und bis auf die Knochen verbrennen. "Für den Imperator!" schrie einer der Männer, welche in einfache Brigantinen gewandet waren. Sie raubten und Brandschatzten, mordeten - Vergewaltigten jedoch nicht. Ein jeder von ihnen wusste was geschah, wenn sie eine Frau anfassten. Selbst im Krieg galten die Gebote des Gottes. "Sieg und Tod sind die beiden Zwillingssöhne des Krieges." meinte der große, kahlköpfige Mann, welcher neben Jonathan auf der Anhöhe stand und das Spektakel genoss. Seine purpurne Rüstung war poliert, genauso wie sein Schädel, wenngleich auch Brandwunden und Narben diesen entstellten. "Ihr seid unser Heerführer. Aber ihr seid Jung und unerfahren - lasst mich euch sagen, ich war einst in einer Schlacht - und dort begegneten uns Elefanten. Als wir den Hügel überquerten, hörte ich eine Explosion zu meiner Rechten. Der Elefant hinter uns hatte eine magische Falle gestreift. Es legte sich ein paar Sekunden lang auf die Seite und kippte dann vollständig auf den Rücken. Die einfachen Leute werfen uns vor, kein Mitleid zu empfinden, aber das ist nicht wahr. Es gab nichts, was wir hätten tun können. Wären wir ihnen zur Hilfe geeilt, wären zwanzig weitere gefallen. Der Krieg erzwingt eine völlig neue, andere Moralvorstellung.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 5:41 pm

Magie war stets etwas Eigenartiges gewesen und hatte es sie einst noch in Alagäsia und allen anderen Ländern durchdrungen, als wäre sie nicht mehr als das Blut, das ihr Körper zum Leben benötigte, schien sich in diesem fremden Land alles gegen sie zu wehren. Die Elemente waren außer Kontrolle geraten, gebunden an einen fremden Körper und eingeengt in einem zu kleinen Geist, der sich in alle Himmelsrichtungen zerstreut hatte und sich stetig aufs Neue wieder zusammen setzte bis sie wieder aus dem Gefängnis befreit worden waren. Als sie nun auf eine kleine Anhöhe trat und die Augen schloss, fühlte sie die Fremdartigkeit des Windes, das Verstummen jener leiser, geisterhafter Stimmen darin und das Feuer in einiger Entfernung in einem der umliegenden Dörfer brannte, wuchs nicht länger wild und unkontrolliert, die Flammen waren klein, verschlungen und schienen sich in eine einzige Richtung zu bewegen - fort von den gerüsteten Truppen, die dort am Rande des Dorfes lagerten und nur auf jene Zivilisten zu warten, die versuchten, aus der Feuerhölle zu verschwinden.
Langsam schloss sie die bernsteinfarbenen Augen, die dieser Szenerie eine ganze Weile lang gefolgt waren, und die roten Lippen der Zauberin verzogen sich zu einem schmalen Lächeln, ehe sie die Finger von den Kanten ihres dunklen Mantels sinken ließ, den sie um die schlanken Schultern gezogen hatte. Sie kannte die Truppen dort vorn, die Männer, die dort lagerten und als sie dem Wind zu lauschen begann, trug er die grobe Stimme eines kahlköpfigen Mannes an ihre Ohren, die ihr ebenso bekannt war. Einer der Männer, denen sie einst begegnet war, als sie gemeinsam mit Lucrezia in dem Land des Feuers angelegt hatten - er war derjenige gewesen, der sie einst verdammt hatte, sie auf den Scheiterhaufen gezerrt hatte und die Fackel gegriffen hatte, die den trockenen Reisig entzündet hatte.
Das lange Kleid, das sie trug, wallte in dem Wind, der über das Land fegte, schob ihre dunklen Locken aus ihrem Gesicht und ließ sie seichtes Flüstern hören, eine einzige ferne Stimme, die ihr gewogen war und die sie ihre Augen wieder öffnen ließ, unter den dichten, schwarzen Wimpern einen kurzen Moment lang blinzelnd ehe sie jene Worte zu rezitieren begann, die ihr der Geist zuflüsterte. Worte voller Magie, die dem Feuer, das auf den Strohdächern des Dorfes brannte, den Nährboden nahmen, es als einzige glühende Säule in den Himmel empor fahren ließ ehe sich selbige auf die Männer fokussierte, die dort plünderten und brandschatzten. Schreie, unnatürlich und angsterfüllt drangen an ihre Ohren als sich das Element des fernen Landes sich gegen sie wandte, Angst wurde von dem Wind an ihre Ohren getragen und sie spürte, wie ihre Augen vor Anstrengung zu tränen begannen, als sich das Feuer versucht hatte, ihr zu trotzen.
Es waren dünne, silbrige Fäden gewesen, die es gebunden hatten, gewoben aus jener Energie, die auch in diesem Reich alles durchdrang und über die sie noch immer verfügte, nachdem sie dem Geist einen Platz in ihr selbst gegeben hatte, um sich selbst vor den Flammen zu retten, die in Ryanti auf sie gewartet hatten. Nichts von alledem hatte sie vergessen - die Gebete der Priester nicht und auch nicht das Gesicht hinter der goldenen Rüstung, die sie geblendet hatte. Die kalten, blauen Augen dahinter und das Lächeln voller Grausamkeit, das sie in der tiefen, dröhnenden Stimme vernommen hatte.
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 7:11 pm

"Was ist das für eine verfluchte Teufelei?" brüllte der bullige Hauptmann, als er mit ansehen musste, wie seine Leute von einem Strudel aus Feuer, Rauch und Hitze verschlungen wurden. Unmenschliche Schrei der Verzweiflung, der Hilfslosigkeit - ja sogar der Furcht drang zu ihm auf den Hügel und er kniff die Augen zusammen. Hier war Magie im Spiel, irgend eine Umkehrung aller natürlich Elemente, doch dort unten starben Menschen und schrien - schrien nach dem Gott, der sie verlassen hatte, nach dem Element das nun ihr aller Untergang besiegelte. "Diebe des Feuers! Verbrecher gegen die Ordnung der roten Gottes! Ketzer! Der rote Gott ist noch immer in eurem Herzen! Der Schmerz des Feuers reinigt euch ihr Maden! Was kann ein größeres Glück sein, als seinem Herrn mit aller Kraft zu dienen?" schrie er und tatsächlich, jene die nicht sofort zu Asche und Gebein verbrannt worden waren rappelten sich wieder auf. Brandwunden überzogen die Körper, Augen waren teilweise verbrannte oder in der Hitze geronnen. Und doch standen sie. Fanatisten und wahnsinnige. Der Hauptmann packte Jonathan an der Schulter, als ihm eien Gestalt in der Ferne auffiel.
"Siehst du sie? Sie hat das hier zu verantworten! Töte sie, oder sie tötet deine Männer und dein Plan, deine Hoffnung scheitert!"
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 8:14 pm

Töte sie. Bei diesen beiden Worten musste er unweigerlich schmunzeln. Wobei es eben dieser Gesichtsausdruck keineswegs von Freude zeugte, vielmehr war es eine gewisse Resignation. Getötet hatte er bereits, er hatte eine junge Mutter und ihr Kind getötet, damit er diese Männer hier bekam. Und mit eben diesen Männern wollte er nun das Land von den Großmeistern befreien, auf dass er Guinevere wieder ihr Reich zurückgeben konnte, wie er es einst versprochen hatte. „Ich werde mich ihrer annehmen. Haltet die restlichen Männer zurück.“ Er war das Befehlen, trotz all der Instruktionen die er bekommen hatte noch immer nicht gewohnt. Und so klang es mehr wie eine Bitte als ein Befehl, doch nichts desto trotz nickte der Mann kühl und Jonathan atmete auf.
Dann, einen Moment später schloss er die Augen, fokussierte seine Kraft und sammelte seine Konzentration. Man hatte ihm die Grundzüge der Magie beigebracht und auch wenn er diese noch nicht wirklich meisterlich einsetzen konnte, so glich doch die Kraft die ihm zur Verfügung stand einiges aus. Und eben deshalb befand er sich, nachdem er von der Anhöhe verschwunden war, hinter Adriana, die Hände am Schwertgriff. „Ihr tötetet dort unten Männer.“ Meinte er kühl, zog die Waffe aus der Schwertscheide. „Meine Männer. Warum?“
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 9:01 pm

Weder zuckte die Zauberin zusammen, noch wandte sie sich über die Schulter zurück zu dem Mann, der soeben aus dem Nichts gekommen zu sein schien und sie ansprach und ruhig waren ihre Augen weiterhin auf das Bildnis der brennenden Männer gerichtet, die vor den Grenzen des Dorfes um ihr Leben in den Flammen kämpften. Sie blinzelte nicht, prägte sich jedes einzelne Detail dieser Szenerie ein während ein kühles Lächeln ihre Lippen umspielte und ein beinahe fröhliches Funkeln in den bernsteinfarbenen Augen auftauchen ließ - sie würden einst alle in ihren eigenen Flammen brennen, einst würde der Zorn ihres eigenen Gottes über sie herein brechen, verursacht von niemandem, der sich selbst als Gott bezeichnete.
"Wusstet Ihr, dass es nur sehr kurz andauernd bis der Qualm der verbrannten Kleider und Haare Eure Männer ersticken lässt? Dass nur die wenigsten wahrhaft an ihren Verbrennungen sterben werden? Ein großer Teil von ihnen wird ersticken während Ihr hier steht und Euch mit mir darüber unterhaltet, aber wie mir scheint, bedeutet Euch das Leben Eurer Männer nicht allzu viel", sagte sie dann und ließ eine Weile lang Stille zwischen ihnen beiden herrschen. Eine Stille, die einzig und allein davon unterbrochen wurde, dass ein Stück von ihnen entfernt noch immer Männer in den Flammen schrien und sich in dem trockenen, schwelenden Gras wälzten.
Langsam wandte sich Adriana zu ihrem Gesprächspartner herum und als die Erde zu beben begann, sich Risse bis hinüber ins Dorf zogen und die ersten Soldaten in die Bodenspalte fielen, wo sie in der endlosen Schwärze verschluckt wurden, lächelte die Zauberin während das Schwert an der Seite des Mannes zu glimmen begann ehe sich der Stahl verflüssigte und dampfend auf den Boden tropfte. "Ihr wollt wissen, warum ich es tue?", fragte sie und hob das Kinn stolz empor. "Weil ich es kann."
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 9:29 pm

Allein die Tonlage, in der die junge Frau mit ihm sprach, irritierte ihn. Brachte ihn dazu den Kopf zu schütteln. Doch noch ehe er mit dem Schwert das er in der Hand hielt zuschlagen konnte, wurde dieses durch eine enorme Hitze brüchig. Und kurze Zeit später zerbrach es, genau in dem Augenblick, als die Klinge über seinem Kopf schwebte. Und so rieselten kurz darauf mehrere tausend kleine Bruchstücke auf seine nackte, bleiche Haut und hinterließen dort gerötete Stellen. Fluchend sprang er daraufhin zurück, schüttelte an seiner Rüstung bis jedes der Schwertstücke schließlich aus seiner Rüstung heraus gefallen war. „Hexe!“ Rief er lautstark. „Verteufelte Schlampe! Ihr tötet Menschen nur zum Spaß? Nur weil euch der Sinn danach steht? Weil ihr die Möglichkeit habt, es zu tun?“
Er formte in Gedanken einen Zauber. Einen starken Flammenstoß, der jedes normale, Lebende wesen direkt getötet hätte. Doch dies vor ihm war kein normales, lebendes Wesen, dass erkannte man allein an ihrer absonderlichen Ruhe. Und so schöpfte er Kraft aus dem Drachenherz das in seiner Brust schlug, ehe der Feuerschwall auf Adriana niederging.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 9:41 pm

"Amüsant ... Eure Männer haben dasselbe getan."
Adriana hob lediglich die Hand und ließ jene Flammen, die der andere beschworen hatte, über eine silbrige Kuppel, die sich vor ihr gebildet hatte, hinweg branden, ohne der Zauberin dabei auch nur einen einzigen Kratzer zuzufügen. Hexe ... wie oft hatte sie diese Bezeichnung schon in ihrem Leben gehört, wie oft schon hatte man ihr vorgeworfen, sie würde Menschen einzig und allein zum Spaß töten, wie oft hatte man sie eine Mörderin genannt, wie oft ihr die Schuld an all dem Elend gegeben, das in einem Land existierte. Jonathan erzählte ihr nichts Neues und die Furcht hatte sie bereits seit Langem überwunden, das Feuer rührte nichts mehr in ihr, das sie zusammen kauern ließ - jetzt war es ihr Freund, ihr Verbündeter und die leise Stimme in ihrem Ohr, die es ihr gebracht hatte. Jene zerstörerische Kraft, die ihr die Magie gebracht hatte, die in ihren Adern pulsierte und sie am Leben hielt, ihr Herz schlagen ließ und ihre Bewegungen lenkte, als habe sie niemals etwas anderes getan.
Sie spürte die Seele in seiner Brust, die Kraft, die darin loderte und das Wesen, das leise zu ihr flüsterte, war ihr durchaus bekannt. Einst hatte sie den großen, roten Drachen kennen gelernt, sein stürmisches, wildes Temperament - seine Seele in diesem Menschen konnte nur eines bedeuten. Dass dieser Mensch für seinen Tod verantwortlich war und Adriana verengte die Augen ehe sie nach vorn trat, langsam, Schritt um Schritt und die Kuppel sich auflösen ließ, als auch die Flammen schwanden. "Fearchar ...", flüsterte sie als ihre Fingerspitzen seine Brust berührten und die gequälten Gedanken des Drachen an ihren Geist drangen, der Schmerz über den Tod, der ihm nicht vergönnt war und das Leid über den Tod seiner Reiterin. "Diese Seele gehört Euch nicht", schickte sie nach ehe ein kleiner Dolch zwischen ihre Finger geriet und sich zwischen die Schutzfassung und den großen Stein in seiner Brust bohrte.
Dunkles Blut sickerte auf den Boden, fing sich in dem Inneren des Dolches ein, wo es zwischen dem Stahl und dem Edelstein eingeschlossen wurde und ihr eine andere Kraft mitteilte, mit der sich Jonathans Blut vermengt hatte. Energie, die sie bislang noch nicht gekannt hatte und die ihr nun einmal mehr den Ursprung all der Energie erklärte, die der andere in sich verborgen hielt. "Dieses Mal wirst du brennen, Reiter", raunte sie finster als sie den Hauptmann auf den Boden zwang und ihn von Wurzeln daran verankern ließ ehe sie sich durch seine Gedanken wühlte, Verbindungen heraussuchte und Zorn sich über ihren Geist legte.
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 10:01 pm

"Ak-aps aakul" durchströmte eine düstere Stimme Jonathans Geist, schnitt in diesen Tiefer als der Dolch in die Brust und zerriss ihm für jenen Moment die Gedanken, das Denken und trieb ihn halb in den Wahnsinn. "Aandartûrz brûf. Burgûl dag - dorzôg dush" Feuer und Flammen zischten aus Jonathans Brustplatte, dort wo das Messer zwischen dem Drachenherz und der Schutzfassung saß. Weiße Flammen - heißer als ihre roten Brüder, loderten und erhitzten den Dolch bis dieser zu schmelzen begann und das geschmolzene Metall die Lücke zwischen Drachenherz und Schutzfassung schloss. Adrianas Vorgehen war nicht unbemerkt geblieben und ein anderer, uralter Geist regte sich - durchdrang die mahlenden Mühlen von Raum und Zeit um sich ihr hier und jetzt entgegen zu stellen. Hitze wallte aus dem Inneren von Jonathans Körper und Rüstung, während das Metall dem Jungen Mann die Haut verbrannte und auch Adriana zwang sich von ihm zu lösen, während das metall selbst glühend rot wurde. In der Spiegelung des roten Kristalls blitzte ein weißes, echsenartiges Auge auf, dann ein Gesicht das zu menschlich für dieses Auge schien. "Foshan" brüllte die Stimme, welche nicht wie zuvor angenommen aus dem Eldunari drang. Es war Jonathan, der diese Worte mit fremder Zunge formte. Noch immer schien der Kopf des Jungen zu platzen und bildete hier das Spiegelbild seines Herren, der in rasender Wut jene magischen Entladungne durch seinen Sklaven sandte, der Adriana dazu zwang zurück zu weichen, wenn sie nicht durch die reine Konzentration an Magie zerplatzen wollte wie einer überreife Traube. Töte Sie! Sie will Guinevere töten befahl die Stimme, die wie seine eigene wurde und die Rüstung zu seiner rechten fiel von ihm, offenbarte den mit Klauen besetzten Drachenarm.
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 10:20 pm

"Komm raus, komm raus - wo immer du auch bist", flüsterte Adriana lediglich, die sich weder von der Stimme, noch von der Magie beeinflussen ließ, nach der ein Teil von ihr die Finger ausgestreckt hatte, um sie in sich aufzunehmen. Die Intervalle schossen durch ihren Körper als bestünden sie aus der Energie des Gerätes, das Elijah einst gebaut hatte und füllten ihre eigenen Reserven wieder auf, ließen sie für einen Moment lang schwindeln ehe sich die überschüssige Energie in dem Diamanten verlor, den sie noch immer bei sich trug und in dem sie bereits die Energie unzähliger Studenten gespeichert hatte. Die Energie ließ sie wieder atmen, nahm ihr die Erschöpfung und ließ sie wieder Stärke und Kraft in jeder einzelnen ihrer Zellen spüren, die sich nach der Magie zu sehnen begannen, die unsichtbaren Finger nach der Macht ausstreckten und sie in sich aufnahmen. Ein Lächeln erschien auf Adrianas Zügen als sie die Augen hinüber zu dem Klauen besetzten Arm lenkte und jene Magie nutzte, mit der er sie zuvor versucht hatte, außer Gefecht zu setzen, um aus eben jener einen Schutz für sich selbst zu formen.
"Dachtest du, du würdest damit gegen mich siegen, Welpe? Dachtest du, ich wäre dieses Mal ebenso unvorbereitet wie bei unserem letzten Aufeinandertreffen. Auch ich habe gelernt, Eragon. Hüter der weißen Flamme und des fahlen Sterns von Cil-Edlon", flüsterte sie an dem Ohr des Menschen, der dort auf dem Boden lag und der in diesem Augenblick nicht mehr war als das Sprachrohr eines alten Feindes, dessen wahre Identität sie erst jetzt erkannt hatte während ihre schlanken Finger um die Kehle des Hauptmannes glitten und die Magie aus jener Verbindung zerrten, sie in sich aufnahmen, nur um sie dafür zu nutzen, dem Herren des Menschen die Luft zum Atmen zu nehmen - ihn zu ersticken wie das Feuer, als dessen Herr er sich selbst sah.
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 10:54 pm

Ein markerschütternder Schrei drang aus dem Stein, erhob sich zu einer keuchenden Kakaphonie des Grauens, ehe der Ton in bodenlose Tiefen stürzte. Der Stein selbst schien zu pulsieren, während die Magie des Drachens zur Kanalisierung der Macht genutzt wurde und sich auch Fearchar selbst mit letzter Macht gegen das Innere des Eldunari zu werfen schien. Hitze umwallte Jonathan nun noch stärker als Zuvor, während Eragon tief im Inneren Ryantis auf seinem knöchernen Thron saß und gegen den Erstickungstod ankämpfte.
Er durfte nicht verlieren, nicht gegen sie - durfte nicht sterben aber trotz allem war es so furchtbar schwer, so anstrengend wahre Magie durch einen derart schlechten Leiter wie Jonathan zu transportieren. Vemrutlich war das wenige Blut, das noch immer im Anderen zirkulierte der Grund, weshalb dieses Vorhaben überhaupt gelang. Noch einmal erhob er seine Kräfte und ließ alte, dunkle Magie durch Jonathan Fließen. Dieser begann mittlerweile aus den Augen zu Bluten und jenes Blut geronn zu schwarzem Schleim, welcher sich über Jonathan ausbreitete, ihn umrahmte wie ein Exoskelett, ehe es in sich zusammen fiel, abblätterte wie alte Farbe von einer Tür. Eine schattenhafte Gestalt erschien dort, wo das Licht in diesem Moment nicht hinfiel und ein gewaltiger, schwarzer Blitz zuckte auf Adriana zu.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 11:04 pm

Der Blitz brachte sie für einen kurzen Moment lang aus der Konzentration, ließ ihre Verbindung sich trennen und gab ihr die Gelegenheit selbst nach Luft zu schnappen ehe sie die Augen schloss. Sie durfte hier nicht aufgeben, durfte all das nicht aufgeben, was sie bereits begonnen hatte und dessen Sieg so kurz vor ihr lag - er würde unterliegen, sie hatte die Magie gespürt, das Zittern in seiner eigenen Struktur und während ihr eigener Körper mit der Magie zu kämpfen hatte, die er noch immer gegen sie schickte, streckte sich ihr Geist nach einer anderen Seele aus und berührte eben jene. "Fearchar ... du erinnerst dich an mich. Ich habe deiner Reiterin und dir geholfen - ich weiß, was er dir angetan hat. Du wusstest, dass er böse ist, dass er euch töten würde. Kämpfe gegen ihn, wehr dich und werde wieder frei, damit du wieder bei Anaiah sein kannst. Kämpfe, Fearchar! Ich bringe dich zurück zu den Drachen aber lass dich nicht von ihm unterjochen, dafür bist du zu mächtig, zu stolz. Lass ihn für das büßen, was er dir und ihr angetan hat", begannen ihre Worte, zuerst leise, dann mit wachsender Stärke und Intensität. Sie durfte nicht aufgeben, wenn sie verhindern wollte, dass noch andere unter Noreags Kontrolle schwanden, dass andere gute Geister von ihm gebrochen wurden, wie es einst beinahe mit ihr geschehen war - wie es mit jenem Drachen geschehen war, dessen Geist Jonathan in der Brust trug.
"Lass mich dir helfen. Lass mich die Fassung zerstören und dir wieder Macht für deine Rache geben."
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BeitragThema: Re: Umliegende Dörfer   So Jan 18, 2015 11:16 pm

Noreag spürte noch eine zweite Macht, die sich nun gegen ihn stellte - unmittelbarer, näher. Er spürte den Atem eines riesigen Drachens unmittelbar in seinem Nacken. Spürte wie der Wille eines anderen, alten Wesens sich gegen ihn auflehnte und zusammen mit Adriana gegen seinen Geist anrannte. Er spürte den Schmerz des Drachens, spürte den Schmerz des Todes und spürte selbst noch einmal jenen Moment nach - spürte die Furcht und die Angst, den Schmerz und die Verzweiflung Anaiahs, deren Tod er nun selbst nachempfand. Er musste sich konzentrieren, während er spürte wie die Schutzfassung unter Adrianas Macht begann ihre Wirkung zu verlieren. Wenn das Geschah - wenn all dies geschah, dann würde er verlieren - Macht, Ansehen, Respekt. Er würde Jonathan verlieren und vielleicht sogar seinen Verstand. "Nein" keuchte er, während der Drache Klauen und Zähne in seinen Verstand schlug. Er spürte wie seine Kräfte schwanden und richtete sich in seinem eigenen Thron auf, warf dabei seinen Becher mit Wein um, welcher klirrend auf den Boden fiel. Dunkle Worte in einer dunklen Sprache verließen Noreags Lippen, während er mit einem Dolch seine eigene Hand durchbohrte. Blut floss in schwarzen Strömen über die Hand, auf den Boden, schien zu verdampfen - in einem innigen Reigen nach oben zu steigen.
Fearchar ließ ihn los - Jonathan stolperte zurück und der Eldunari begann Risse zu ziehen, erst einen, dann zwei - ein dutzend, hundert - und mit dem letzten Schrei eines sterbenden Drachens zersprang der Eldunari und die Verbindung riss.
Noreag stolperte und fiel auf den harten Steinboden.
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