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 Thronsaal

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Der Erzähler
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BeitragThema: Thronsaal   So Nov 09, 2014 6:18 pm

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Noreag

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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 6:35 pm

Der Thronsaal war in ein diffuses, rötliches Licht getaucht. Rot-orangene Flammen leckten an ihren Feuerschalen und die Wärme, welche von all jenen Feuer abging trieb die Temperatur im Thronsaal in unangenehme Höhen. Das kleine Mädchen, welches wie immer in einem weißen Kleid aus Leinen neben dem Thron stand schwitzte und die Soldaten wachten starr und stramm wie Puppen, wenngleich ihnen in ihren Rüstungen bei den hiesigen Temperaturen noch heißer sein musste als der vierjährigen, welche stumm da stand und ihren Blick auf die große Flügeltür gerichtet hielt.
Noreag saß auf dem Thron und der Drachenschädel, der ihn umgab wirkte beinahe lebendig. Die weißen Diamanten, welche man ihm in die Augenhöhlen gesetzt hatte funkelten und spiegelten das Licht wieder, welches sich als langer Strahl von der Decke ergoss und wie der Finger Gottes direkt auf Noreag schien.
Nun schließt sich der Kreis der menschlichen Existenz im vollen Rund. Aus dem Staub der Erde hat sie sich erhoben, um lange Zeiten zu überdauern. Im Licht der Sonne wandelte sie sich, Zivilisationen wuchsen und versanken wieder in Vergessenheit. Im Licht der Sterne erblühte das Wissen, um wieder zu verblassen, während sich das Rad weiter drehte. Nun gerät das große Rad der menschlichen Existenz erneut in Bewegung. Der Kreis ist fast geschlossen, und es nähert sich der Zeit des Untergangs und der Wiedergeburt derer, die keine Menschen sind.
"Führt sie hinein" befahl Noreag schließlich und die riesigen Flügeltüren wurden geöffnet, ehe die beiden Neuankömmlinge, welche von einer seiner Patroullien aufgegriffen worden war in den Thronsaal geführt wurden. Die goldene Rüstung, welche man ihm geschmiedet hatte glänzte und spiegelte im Schein der Sonne, die durch das runde Solar der Decke fiel so stark, dass man ihn kaum ansehen konnte und offenbarte Szenen aus dem Glaubensbekenntnis der Ryanti."Man hat euch in den Grenzen meines Reiches aufgegriffen" erklärte er und seine Stimme hallte wie die eines Gottes von der Decke wider, ehe sie auf die Ohren der Angeklagten traf. "Erklärt euch"
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 6:47 pm


Ein beinahe weiches Lächeln stand auf den roten Lippen der schwarzhaarigen Elfe, die an der Seite zweier Wachen, die sie flankiert hielten um zu verhindern, dass sie floh, seelenruhig Schritt um Schritt nach vorn setzte. Immer wieder wanderten die dunklen, beinahe schwarzen Augen durch den Thronsaal und schienen sich jede noch so kleine Feinheit hier einzuprägen und erst als die Stimme erklang, runzelte sie die Stirn. Sie kannte den Grundtenor, der darin mitschwang und sie kannte die Befehle, die die Stimme des in Gold gerüsteten Mannes ausgesprochen hatte aus einer längst vergessenen Zeit, an die ihre eigenen Erinnerungen sie immer wieder im Wahn trieben, wenn Gegenwart mit Vergangenheit durcheinander gewirbelt wurde und sich zu einem undefinierbaren Brei aus Zeit verband, die sie nicht länger benennen konnte. Einstmals war sie etwas anderes gewesen - einstmals war dieser Körper der einer unglückseligen jungen Elfe gewesen, die sich zu weit aus dem Wald gewagt hatte, einstmals hatte dieser Körper anders ausgesehen, aber mit fortschreitender Zeit hatte sie sich selbst nicht mehr in den Spiegelungen der Seen ansehen können, hatte sich ihr altes Bildnis gewünscht und jenes mit Magie wieder zurück gebracht, ehe eine leise flüsternde Stimme sie nach Ryanti getrieben hatte - nach Hedarth, zu einer Stadt, von der sie selbst im Grunde gar nichts wusste und die ihr doch so vertraut war wie nichts anderes. Sahir, der gemeinsam mit ihr aufgegriffen wurde und der sie seit Surda begleitete, war leicht zu manipulieren gewesen - ein wenig Macht, ein wenig Freiheitsversprechen und schon hatte er sich ihr mit Haut und Haar verschrieben.
Langsam trat sie Schritt um Schritt nach vorn während ihr Lächeln sich sanfter weiter auf ihrem Gesicht ausbreitete und gehorsam senkte sie die Augenlider ein Stück weit, ließ ihre dichten schwarzen Wimpern den Blick in die ebenso dunklen Augen verbergen, in denen sich Trauer ebenso wie Belustigung miteinander vermengte ehe sie ihre eigene Stimme erhob, die weich und einlullend durch den Raum drang. "... wie es scheint, sammeln sich dieser Tage Relikte alter Zeit in den Reichen ..." Es war nur eine einzige kleine Bemerkung, nicht viel mehr - sie erwähnte keinen Namen, keine gemeinsame Erinnerung, die sie gemeinsam mit dem Mann dort vorn verband, zumindest so lang bis sie das leise Atmen registrierte und den Blick wieder empor richtete. "... Seid mir gegrüßt, alter Freund und Meister."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 6:56 pm

Die, vom dem dünnen Seidentuch sehr wohl geschützte, aber dennoch raue Haut gab das ikonische Geräusch von sich, dass man hörte, wenn man hörte, wenn man mit der flachen Hand über Sandpapier strich. „Gott Imperator.“ Sprach Sahir mit einer so fremden Zunge, dass man ihn wohl in jedem Land ohne weiteres als Fremden erkennen konnte. „Seid mir gegrüßt.“ Es war eine übliche Geste den Segen des Gottes auszusprechen wenn man vor einer höheren Persönlichkeit stand, doch waren es zweierlei Dinge, die ihm eben dies strikt untersagten. Zum ersten hatte er sich selbst vor einigen Jahren von seiner eigenen Religion abgewandt und sich dem einzigen verschrieben, an dass er seit seinem Kerkeraufenthalt von über fünf Jahren glaubte, an die Unabwendbarkeit des Schicksal und die Vorherbestimmung für jedes einzelne Wesen. Der zweite und momentan weitaus gewichtigere Punkt war jedoch, dass der Mann, der in all der Fülle seiner Arroganz dort auf dem Thron saß, sich selbst als Gott ausgerufen hatte und das nennen eines anderen Gottes somit eine beleidigende Blasphemie darstellen musste.
Was ihm also blieb war die ehrenvolle Geste des Verbeugens, gepaart mit dem Zweige und Ringfinger, die an die Stirn wanderten. Dass die Frau, die sich bisher nicht einmal mit einem Namen vorgestellt hatte, scheinbar einen derartigen Meister hatte, verwunderte zwar, passte jedoch, wenn man sich die diabolische Ader des Meisters und die undurchschaubare Miene der Schülerin ansah.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 7:05 pm

Der Boden bebte für einen Augenblick und ein tiefes Grollen durchfuhr den Thronsaal, wurde in dem Brustkorb der Anwesenden zu einem vibrieren, dass das Zwerchfell zittern ließ und die Luft aus den Lungen presste. Die kleine Vierjährige wankte kurz, ehe sich aus dem Maul des Drachens langsam eine Feuersbrunst auszubreiten schien, als flüssiger Stein durch die Zahnreihen der Bestie floss, sich in Schalen neben dem Thron sammelte und von dort aus seinen Weg durch den Thronsaal bahnte.
Noreags Augen blitzten in der Dunkelheit in der sein Gesicht lag auf wie zwei Diamanten während er sich weiterhin in seinem Thron zurück lehnte und seine ehemalige Schülerin musterte.
"Nur in deinem tiefsten Inneren ruht die Wahrheit über das, was du sein kannst, und ohne Zweifel, diese Wahrheit ist schwer zu ertragen, nicht wahr Ryl´afay?" drang nun schließlich doch die basslastige Stimme aus seinem Brustkorb. "Und so begegnen wir uns hier, am Ende der Welt und am Ende der Zeit. Die Eine unsterblich, der andere ein Gott. Du verlorst deinen Drachen. Du verlorst deinen Verstand. Du verlorst dein Leben. Nun wo es nichts mehr gib was du verlieren kannst. Was hoffst du hier zu finden?"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 7:25 pm

Ryl'afay blieb ruhig in dem Raum stehen, zuckte weder über das Grollen, noch über jene dumpfe Vibration hinweg zusammen, die sich durch den Saal bahnte und ihr erneut ein weiches Lächeln auf die Züge zauberte und eben jene erhellte. Er erinnerte sich also an sie und dass seine Begrüßung nicht in einem Angriff geendet war, überzeugte sie davon, dass jener Mann, der er einst gewesen war noch lange nicht endgültig gestorben war, ebenso wenig wie seine Erinnerung und sie und ihrer beider gemeinsame Zeit. "Dich", lautete schließlich ihre erste Antwort, die von einem süffisanten Lächeln begleitet wurde, während sie ein paar Schritte durch den großen Saal machte und die Männer in den Rüstungen musterte, die hier Spalier standen und die förmlich in ihren eigenen Rüstungen gebraten wurden, während an der Seite ihres einstigen Meisters ein vierjähriges Mädchen stand, das ohne Zweifel weit mehr war als es vorgab zu sein. "... weißt du, ich hatte lediglich Sehnsucht", fügte sie schulterzuckend hinzu und hielt dann schließlich doch noch inne, nur um ihre Augen wieder hinauf zu dem Thron zu richten, auf dem er saß.
"Einst gab es nur uns beide und die grausame Welt dort draußen ... all die Menschen, die gierig und verdorben waren und die wir beide reinigen wollten ... sie zurück auf den richtigen Weg führen wollten, bevor all die anderen kamen. Erinnerst du dich noch?", fragte sie dann vollkommen unvermittelt und strich sich ein paar der dunklen Strähnen aus dem schmalen Gesicht, die ihr von dem heißen Wind hinein geweht worden waren und an ihren Lippen hängen geblieben waren. "An uns beide und die Träume? Du hast unseren Traum ohne mich umgesetzt ...", führte sie fort und seufzte beinahe enttäuscht ehe sie sich wieder herumdrehte um zurück zu den Wachen zu treten, die sie hier hinein geführt hatten und bei denen noch immer ihr Begleiter stand.
"Sendest du mich wieder fort?"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 7:31 pm

"Ein Regen aus Blut. Wüsten wurden zu Sümpfen, Wälder zu Marschen, Straßen zu Kanälen. Und das war nur der Anfang. Unser Traum war nichts anderes als eine Vision mit deren Erfüllung ich noch lange nicht am Ende bin" erklärte er und besah sich die junge Frau vor sich, welche zwar so viel von Ryl´afay an sich hatte ohne es zu sein. Sie hatte keinen Drachen mehr. Es war nicht mehr ihr Körper und auch das Wesen vor ihm nur noch ein Schatten aus Erinnerung der den Zeitstrahl seiner Existenz nicht in Reihenfolge halten konnte. Sie war langweilig geworden.
"Aber nein, ich werde dich nicht fortschicken. Weder dich, noch deinen Sklaven. Jeder Diener hat seinen Platz, egal wie niedrig oder unbedeutend. Dieses Wissen ist sein größter Trost, seine Aufgabe zu erfüllen die größte Erquickung, und die Zufriedenheit seines Meisters sein größter Lohn." erklärte er ihr. "Du hast es in Surda gefunden?"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 7:46 pm

"Sahir Uwais, Onkel des verstorbenen Kalifen und baldiger Revolutionär." Er neigte erneut den Kopf, wiederholte die knappe Geste mit der Hand und sah dann zu seiner Begleitung, die mit einem Gesichtsausdruck vor dem Gott Imperator stand, den man keineswegs missverstehen konnte. „Und, lasst mich euch in eurem göttlichen Wissen eines Besseren belehren Meister Noreag. Die junge Dame ist meine Gefährtin, Kameradin, Wegbegleiterin ja wenn ihr es wollt eine mir zugelaufene Person. Da mein Volk jedoch einen essentiellen Bestandteil dessen bildet, was eure heutige Kultur als Sklaverei betitelt, will ich euch eben diese genau definieren. Ein Sklave wird durch welchen Umstand auch immer, an seinen Herren gebunden. Ihr zum Beispiel Herr Gott Imperator scheint ein Sklave der Hitze, des Feuers zu sein. Ein Sklave dessen Stand ihm zweifellos zusagt, doch nichts desto trotz ein Sklave. An meine Begleitung allerdings bindet mich nichts, außer meinem eigenen Interesse. Nennen wir es also eine Kooperation im gegenseitigen Eigennutz.“
Er faltete die Hände in aller Ruhe vor sich zusammen, besah sich Noreag mit einem kritischen Blick und zog dann die Augenbrauen zusammen. Er könnte ihn in jedem Augenblick töten, vermutlich könnte er es mit jedem einzelnen, lebenden Wesen aufnehmen, denn, auch wenn Sahir keineswegs die Magie beherrschte, so konnte er doch die, fast in der Luft flimmerte Kraft spüren. Allerdings war eines der größten Probleme bei großen Potenzialen, dass sie meist den falschen Personen zugeschrieben wurde, sodass letztlich nicht mehr heraus kam als heiße Luft. Wie ebenso solche, die, fast zum Schneiden dünn, auch in dem Thronsaal vorherrschte.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 7:53 pm

"Es spricht zu mir" stellte Noreag mit einer ruhigen, monotonen Stimme fest. Die Worte des Surdaners, der sich so viel auf sein Wissen einbildete belustigten Noreag. Als ob irgend eine von Menschen gefasste Definition seinem eigenen Wesen gerecht werden würde. Welch eine Blasphemie. Noch immer standen die Soldaten stramm und unbeweglich wie tödliche Marionetten in ihren Rüstungen, während die flimmernde Hitze allen Anwesenden außer ihm und Ryl zu schaffen machen schien. Ein Sklave des Feuers? Mitnichten. Er war der Herrscher des Feuers und umgab sich mit diesem wie sich die Kalifen mit ihrem Harem umgeben mochten.
"Ryl, bring ihn zum schweigen. Ich schätze es nicht unterbrochen zu werden, wenn ich mit einer alten Freundin spreche. Er ist euer.... Partner" in das letzte Wort legte er so viel Verachtung und Spott wie es ihm möglich war. "Danach können wir gerne über das weitere Vorgehen debattieren"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 8:02 pm

Ryl'afay blieb still und rührte sich keinen Meter, selbst wenn sie wusste, wie es hier aussah und an wessen Machtverhältnisse sie sich gebunden hielt, solange sie hier in dem Reich ihres einstigen Meisters war und es an seinem Gutdünken lag, ob sie hier wieder lebend wegkamen. Doch der Tod war das Letzte, wovor Ryl sich nun noch fürchtete und so schüttelte sie lediglich den Kopf ehe sie erneut begann an den Reihen der Wachen vorüber zu streifen, die sich hier aufgebaut hatten und von denen sie in jeder einzelnen Sekunde erwartete, dass sie auf sie oder ihren Begleiter losgingen. "Nein ...", lautete schließlich ihre einzige Antwort bevor ihr Blick hinüber zu Sahir wanderte, welcher zum ersten Mal seit sie hier angekommen waren das Wort ergriffen hatte und damit wohl gleichzeitig für den Unbill ihres einstigen Meisters gesorgt hatte, der noch immer in seiner golden schimmernden Rüstung über ihnen beiden auf seinem Thron aus Drachenknochen saß und sich selbst allmächtig fühlte. "Ich bin dir nicht mehr verpflichtet, alter Freund ... das lässt du mich spüren. Ich bin nicht mehr ich selbst und nichts mehr für dich wert und so befolge ich auch keinen deiner Befehle mehr, solange sie mir nicht gefallen ...", fügte sie erklärend hinzu und streckte ihre Hand aus, striff mit den schlanken Fingern über die goldenen Rüstungen der Palastwachen und spürte darunter das schnell schlagende Herz der Männer, die darin steckten.
"Ich will wieder ich sein. Diejenige, die ich einst war ... ich will mich selbst wieder zurück", folgte es dann ehe sie sich zu den großen Thronsaaltüren zuwandte und die ersten Schritte dorthin machte, wissend, dass es sie aufhalten würde, wenn er sie wirklich nicht vergessen hatte. Wenn nicht, würde es der Beweis sein, dass sie ihm gleichgültig geworden war und damit hier nichts mehr finden konnte. "Solange du mir das nicht geben kannst, werde ich dich nicht unterstützen den Orden zu bekommen ... solange du mir das nicht geben kannst, habe ich keinen Grund hier zu bleiben."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 8:11 pm

"Bleib stehen" antwortete Noreag schließlich während seine Augen weiterhin auf Ryl gerichtet blieben, wenngleich diese ihm momentan auch den Rücken zugewandt hatte. "Ich bin in der Lage dir dein altes Wesen, deinen Verstand und letztlich auch einen Drachen zu geben" antwortete Noreag leise. "Das Gebet mag die Seele läutern, doch nur Schmerz läutert den Körper. Was du verlangst ist nicht mit einem einfachen Wort meinerseits getan. Wir müssen in die Gefüge der Welt eingreifen und deine Existenz selbst ändern" erklärte er leise.
"Ich werde die Verderbtheit aus dir ausbrennen müssen. Ich werde deine Seele in kleine Fetzen zerreißen um sie wieder zusammen zu fügen. Ich kenne das Wesen das dich einst bewohnte. Ich werde niemals vergessen, was ich in dem Obsidian Palast gesehen habe. Die Knochen von fünftausend tapferen Männern lagen verstreut in den gewundenen Korridoren des Palastes. Ihr Blut war an die Wände und auf den Boden der Schlafsäle geschmiert. Ihre Innerein hingen von den Kronleuchtern, wie die grotesken Dekorationen eines Festes des Wahnsinns. Und doch wurde nicht ein einziger Schädel gefunden - alle waren sie durch diese verachtenswerte Angreiferin als Trophäen entwendet worden." er schüttelte den Kopf.
"Wenn du wieder zu dem Wesen werden willst, dass du einst warst. Musst du mir absoluten gehorsam schwören"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 8:31 pm

Sie blieb stehen, nur noch ein paar Schritte von den Türen entfernt und wandte sich über die Schulter zurück zu ihm, musterte noch einmal seine Rüstung, die sein Gesicht verborgen hielt, das ihr noch so gut in Erinnerung war und das sie über eine so lange Zeit hinweg begleitet hatte. Einst hatte sie über seinen Verlust getrauert, sie hatte seinen Abschied eine lange Zeit beweint und sich seither nie wieder wirklich in dem Orden selbst heimisch gefühlt, daran erinnerte sie sich noch - ebenso wie sie sich daran erinnerte, dass sie zwischen unzähligen Leichen halb unter ihrem toten Drachen begraben lag und um Hilfe schrie bis ihre Stimme nicht mehr gewollt hatte. Dann war alles in Schwärze verlaufen bis zu jenem Augenblick, an dem man ihre Seele freigegeben hatte und sie einen Wirt gefunden hatte, der sie tragen konnte ohne unter ihrer eigenen Last zu zerbrechen - die Seele jener jungen Elfe war es, die sie nach und nach verzehrt hatte und die inzwischen gänzlich zerbrochen und geschwunden war.
"Schwöre es mir", forderte sie. "Ich will dein Wort in der alten Sprache unseres Volkes. Dass du mich zu der machst, die ich einst war, bevor du gingst. Ich bin keine dumme Schülerin mehr, die ich einst war und ich weiß sehr wohl über deine Finten und süßen Worte, mit denen du mir die Rettung versprichst, nur um mich in die Dunkelheit zu stoßen. Versprichst du mir, mich selbst, werde ich dir die Unterstützung schwören", setzte sie nach und deutete auf die Türen vor sich. "Gehe ich durch diese Tür, wirst du mich nie wiedersehen und ich werde dich und unseren Traum vergessen."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Nov 09, 2014 8:45 pm

"Ich werde dir dein eigenes Ich wiedergeben und dich von dem Fluch der auf dir lastet befreien. Du wirst unendliche qualen durchleiden müssen, doch wenn du mir die Treue schwörst so werde ich dir die Reinheit deiner eigenen Seele wiedergeben" wiederholte er in der alten Sprache und behielt seine ehemalige Schülerin im Auge. Doch auch der Blick des Mannes, der einst gern Kalif werden würde entging ihm nicht. "Auch bin ich dazu in der Lage den Wunsch deines Partners zu erfüllen, so er mir zusichert das dies nicht zu meinem Schaden geschehen soll" erklärte er schließlich. Revolutionär hatte er gesagt - eine Revolution gegen ein Surda, welches von Fyonara aus gelenkt wurde mochte schwierig werden, wenn auch nicht unmöglich. Man konnte alles erreichen, wenn man genügend Macht und Einfluss besaß.
"Und ich werde dir erneut einen Drachen schenken, so wie ich es einst tat"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Mi Nov 26, 2014 9:10 pm

Die Luft war heiß und stickig und brannte sogar dem Gott Imperator in den Lungen, während dieser durch den Thronsaal schritt. Sein langer, goldener Mantel schliff wie der widerspenstige Schwanz eine Drachens hinter ihm her und verursachte ein leises Rascheln auf dem steinernen Boden, über welchem bereits die Hitze flimmerte und schattenhafte Schemen tanzen ließ.
Noreag war sicher gegangen, dass ihm niemand gefolgt war als er den Thronsaal betreten hatte und ging nun mit immer schneller werdenden Schritten auf den Drachenthron zu, welcher ihn aus den Edelsteinaugen anfunkelte.
Mit einem einzigen Wort unterwarf der Imperator das Gerippe seinem Willen, welches mit einem Lauten Krachen das Maul noch weiter öffnete. Der Thron schwenkte mit lautem Krachen zur Seite und offenbarte eine kleine Einbuchtung, welche in die Wand gemeißelt worden war.
Langsam nahm Noreag die steinerne Platte in die Hand welche dort auf einem Kissen aus rotem Samt gelegen hatte.
Es wird eine Zeit kommen in der sich Beute und Jäger vereinen und die weiße Flamme die Ketten der Verachtung schmilzt. Der Kopf des Drachen wird gen Osten fliehen der Geist wird in Feuer ersterben, und wird mitsamt einer neuen Sonne wiedergeboren werden.
Wahrlich der Geist eines Gottes wird auferstehen und in einen neuen Körper fahren wenn die Sterne im Zeichen des Bithul´avad – des Drachenmondes stehen. Der Körper, geboren aus den Seelen der Drachen wird das Gefäß eines neuen Gottes sein und ich sage euch – die Welt wird im Feuer erstarren. Niedergerissen werden eure Städte und entvölkert und unter dem Gott der Flammen neu entstehen.

Er hatte diese Prophezeihung vor Jahren gestohlen. Damals als er auf der Suche nach Antworten die ganze Welt durchquert hatte. Er hatte sie aus den heiligen Hallen Alaleas gestohlen ehe er durch den Schleier geflohen war. Es hätte funktionieren müssen - er hatte geglaubt in Anaiah seine Seelengefährtin gefunden zu haben. Doch es hatte nicht funktioniert.
Ich fürchte den Tod nicht. Weder meinen eigenen, noch den eines anderen. Deine Taten und diese Welt hat mich das gelehrt. Hebe ruhig dein Schwert gegen mich und vernichte mich, Eragon, aber damit vernichtest du das einzige Wesen, das die Wahrheit über dich und dein Wesen kennt und versteht
Sie.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 1:23 am

Das Haar des alten Urgals war weiß wie Schnee und fiel in langen Wellen über seine Ohren. Noch immer waren diese in Ansätzen spitz. Verknorpelt, voller Narben und Geschwülste die sich über die Ohrmuschel zogen wie Korallen über ein Riff, aber wer die Wahrheit kannte. Wer ihre Historie kannte, der wusste dieses letzte Zeichen sehr wohl zu deuten. Nur langsam konnte der Schamane über die steilen Klippen wandern um dort wie jede Nacht die Sterne zu begutachten. Sein Volk las noch immer aus den Sternen, doch waren diese ihnen gegenüber mittlerweile beinahe gänzlich verstummt und sprachen nicht mehr zu ihnen, wie sie es mit den Elfen taten.
Ulrog der Zauberer kannte die Geschichte - kannte die Prophezeihungen. Seine Vorfahren hatten zu jenen Elfen gehört, die nach mehr Macht gestrebt hatten als alle anderen. Sie waren darnieder geschmettert worden von den Mächten. Verbannt und vertrieben, ins dunkle gesperrt. Sie besaßen nicht mehr ihre Schönheit, welche sie nunmehr verachtete. Geboten nicht mehr ihre Anmut oder ihre magischen Kräfte. Ulrog war einer der wenigen Schamen seines Volkes, der Älteste von ihnen und genoss hohes Ansehen. Er würde sein Volk wieder ins Licht zurück ziehen - er benötigte nur noch mehr Anweisungen. Sie brauchten das Blut der Elfen, das wusste er.
Mit wackeligen Beinen stand er nun mehr auf der Klippe, umgeben von steilen Wänden, welche noch einige Dutzend Meter in die Höhe ragten. Ulrog spreizte die Arme und rief die Sterne in seiner Sprache an, beschwor das Meer und den Sturm ihm Antworten zu geben. Er endete seinen Singsang abrupt, als einer der Sterne heller zu leuchten schien. Der Alte blinzelte, stütze sich auf seinen Rute und wagte es einen Schritt näher an den Abgrund zu treten.
Ein loderndes Feuer schien im Himmel aufgetaucht zu sein, flackerte und drehte sich um sich selbst in weißen Flammen die auf ihn zuschossen. Ulrog riss seinen Stab nach oben. Den knochigen, hölzernen Stab in welchen die alten Runen geritzt waren und der mit einer Schnur aus Elfenhaar umwickelt war. Das Feuer floss um ihm herum, über ihn hinweg als säße er hinter einem Felsen. Doch es hörte nicht auf. Wurde mehr und immer mehr. Er konnte es nicht aufhalten und der Stab zerbrach.
Ulrog wurde erfasst und gegen die neben stehenden Wände geschleudert das ihm die Knochen brachen. Er spürte, wie er den Boden verlor, nach oben wirbelte. Der Urgal sah, wie die Klippe auf der er zuvor noch gestandne hatte bröckelte und gigantische Felsbrocken ins Meer stürzten.
Er keuchte, wurde gegen die Wand gedrückt und aus dem Feuer schälte sich eine massige Gestalt. Wurde umschlungen von dem weiß, dass seine eigene Gestalt sich nur schwach und schwarz von den bleichen Feuerzungen absetzte. »Wer bist du?« keuchte der Urgal und spürte wie Blut aus seinem Mund lief. Blut, das zu kochen angefangen hatte. »Ich bin Noreag. Hüter der weißen Flamme und des fahlen Sterns von Cil-Edlon. Geh zu deinem Volk und berichte ihnen, das die Sterne zu dir sprachen. Sie sollen sich rüsten - für den Krieg. Einen Krieg an deren Ende sie den Platz zugeteilt bekommen, den sie verdienen«

Noreag zog seine Hand aus dem Kohlebecken, dessen weiße Flammen nur all zu bald wieder in einen rötliches Flackern wechselten. Seine eigene Hand wies Brandmale auf. Sie würden bald vergehen, aber Noreag spürte das dieser Zauber selbst ihm zugesetzt hatte. Er hatte sich nahe an den Nebel gewagt, doch würden die Alalea Elfen es nicht bemerkt haben. Niemand kümmerte sich um das, was die Urgals auf dem Stück Land das man ihnen gelassen hatte trieben. Niemand außer ihm.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Jan 01, 2015 11:33 pm

Jonathan musste eine lange und beschwerlich Reise hinter sich gehabt haben. Der Reisemantel, welche der Junge um seine breiten Schultern trug war zerschlissen, dreckig von Morast und Staubig von Sand und Asche. Sein Haar klebte ihm nass am Kopf und er stank nach Rauch, Schweiß und Angst. Der Weg des Jungen musste ihn über steinige Landwege, über das Meer und durch die Ödnis Ryantis geführt haben, vorbei an den gigantischen Bauten seines Reichs, welches einzig und allein dank des Vulkangesteins möglich waren. Sehr früh hatte Norega herausgefunden, das der porös wirkende Stein nicht nur außergewöhnliche Härte bewies, sondern auch leicht und gut zu bearbeiten war - die Tatsache, dass man mit ihm riesige Bauwerke errichten konnte war in ganz Ryanti sichtbar.
Die goldenen Strahlen der letzten Sonnenstunden fielen durch die hohen Fenster des Thronsaals und striffen wie goldene Finger den Imperator, welcher auf dem goldenen Thron inmitten eines Drachenschädels saß. Das Gesicht wie immer im Dunklen verborgen, während die goldene Rüstung es ob der Reflexionen beinahe unmöglich machten ihn länger als einige Sekunden anzusehen. Neben ihm stand eine Frau, gekleidet in ein offenherziges, rotes Kleid. Ihre langen, schwarzen Haare umrahmten ihr Gesicht aus dem ein blutroter Mund schief lächelte.
»Jonathan Hadley« dröhnte Noreags Stimme sowohl im Geist des Jungen als auch in dessen Brustkorb, wurde in der großen Halle widergeworfen und dank der Architektur über die Kuppel transportiert, als spräche jemand mit gewaltiger Stimme vom Himmel.
»Du trittst vor den Gott-Imperator Noreag. Hüter der weißen Flamme und des fahlen Sterns von Cil-Edlon. Was ist dein Begehr?«
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Jan 01, 2015 11:51 pm

Über Stock und Stein, Berge und Täler – an zahlreichen seltsamen Städten und Personen vorbei hatte ihn seine Reise geführt. In den ersten Tagen hatte er noch darauf gehofft das Wilfried wider aller Erwartungen doch noch auftauchen würde, sagen würde dass er Jonathan diese Reise nicht allein antreten ließ und noch jetzt wusste er nicht ob er nicht einen Fehler gemacht hatte, als er allein losgezogen war. Doch nach genau einer Woche, mitten im Land von Alagäisa, die Küste gerade hinter sich gelassen, hatte er schließlich damit abgeschlossen. Letztlich hatte er zu viele Differenzen mit ihm gehabt und so oder so war es zu spät zum Umkehren gewesen. Und vor ihm und seinen Augen, den Kopf unter einer großen Linde, lag die Welt in all ihrer Größe.
Mehr als einmal hatte er sich gesagt, „jetzt höre ich auf“ oder „was soll ich als einzelner bewirken?“ Er hatte mehrere Städte gesehen die einen guten Handwerker gebraucht hätten, die ihn gern bei sich aufgenommen hätten und von Zeit zu Zeit hatte er sich über ein oder zwei Tage mit einer Aushilfsstelle ein wenig Kleingeld verdient. Und die Arbeit, so hart sie auch sein mochte, hatte ihn glücklich gestimmt. Hatte ihn an alte Zeiten erinnert und sogar kurz das Gefühl von Heimat aufkommen lassen. Doch da war noch etwas anderes, das Pflichtgefühl und das, was das Schicksal für vorherbestimmt hatte. Informationen von Ekyne hatte er keine einzige erhalten, selbst bei regem Nachfragen nicht und so kam es, dass er über mehrere Wochen und Monate hinweg zu keiner einzigen Nachricht über sein Heimatland oder Guinevere geriert.
Zweifel darüber, ob die Elfen überhaupt noch lebten kam in ihm auf und wäre er bei den Reitern geblieben, so hätte er dies alles sicherlich schon gewusst. Denn zweifelsohne wäre der weißhaarige Bote inzwischen zurückgekehrt, und er hätte kein derart lästiges Gefühl der Ungewissheit im Magen, wie er es auch jetzt, in den großen Hallen des Gott Imperators noch hatte.
Doch nicht nur die Halle, nein das ganze Land war furchteinflößend und das Gefühl nur ein Eindringling zu sein, ein Mensch der auf der Erde wandelte, die eigentlich nur für Echsen und dergleichen bestimmt war, war bereits an der Landesgrenze aufgekommen. Doch tatsächlich lebten hier Menschen, auch wenn jeder vernünftige Verstand eigentlich dagegen sprechen musste. Die Einheimischen waren nicht sonderlich einladend, halfen jedoch bereitwillig als es darum ging, zu ihrem Herrn, den großen Zauberer zu gelangen – der, wie er nach dem ersten Dorf festgestellt hatte, Gott und Herrscher gleichermaßen war.
„Gott Imperator Noreag.“ Jonathan senkte sein Haupt, ging auf die Knie und wagte es nicht aufzublicken, denn bei dem tiefen Grollen das durch seinen Verstand und durch seinen Körper ging, bekam er eine starke Gänsehaut. „Ich bin den weiten Weg gereist, um euch in eurer Weisheit um Unterstützung und Rat zu erbitten, so ihr mir diesen denn gewähren wollt.“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 02, 2015 12:03 am

Noreags Lippen umspielte ein knappes, selbstzufriedenes Lächeln während er auf den Jüngeren zu seinen Füßen blickte, welcher in der kolossalen Halle auf die Knie gegangen war.
Es erfüllte ihn immer mit einem erhabenen Gefühl der Allmacht, wenn solch niederen Wesen wie es Jonathan war zu ihm kamen und mit dem gehörigen Respekt um seine Aufmerksamkeit bettelten, wie die Schranzen, die sie auch waren. »Ihr habt tatsächlich einen weiten Weg hinter euch gebracht. Geflohen aus dem Wald der Elfen - ihr seid übers Meer gewandelt, nur um in das Reich weiterer Sternenkinder zu gelangen. Ihr habt Berge und Flüsse passiert, ehe ihr zu den Herren der Drachen kamt, nur um auch dort nicht das zu finden, was ihr euch erhofft habt. Und nun seid ihr durchs Feuer gegangen um euch am Ende der Welt, in den Hallen eines lebenden Gottes auf die Probe zu stellen. Die letzte Probe, wo doch all eure Hoffnung die ihr sonst hattet in weite Ferne gerückt ist«. Er schwieg einen Moment, ließ die Worte in der riesigen Halle verklingen, ehe er weitersprach. »So sprecht.«
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 02, 2015 12:15 am

Es erfüllte ihn mit Schrecken und gleichermaßen mit Faszination als er erkannte, dass der Mann vor ihm, sollte es denn wirklich ein irdisches Geschöpf sein, binnen weniger Augenblicke seine komplette Reise aus seinem Geist gelesen hatte. Denn eine andere Erklärung dafür fand er nicht, auch dann nicht, als er noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt über das Gespräch nachdachte. Denn woher und von wem hätte er all dies wissen sollen? Und selbst wenn, wie hätte er gewusst, dass Jonathan auf dem Weg in seinen Thronsaal war, denn ohne Zweifel war dies, wenn es wirkliche Recherche gewesen wäre, kein Werk von fünf Minuten.
„Ich danke euch.“ Er nickte leicht, seine Augen wanderten sprunghaft von einer Ecke des Bodens die in seinem Sichtfeld lag, zur anderen. Die gekachelten Platten glänzten leicht, auch wenn er nicht wusste was dies für ein Stoff sein musste, dass sie derartig reflektierten, denn etwas derartiges oder vergleichbares hatte er noch nie gesehen. Und die Wärme schien nicht nur in dem Raum, sondern auch in eben diesen Platten zu liegen, denn auch seine Knie waren von einer ständigen Hitze erfüllt.
„Meine Bitte, die ihr mir gestattet vorzutragen ist die folgende. Das Schicksal brachte eine junge Frau, die Königin meines Landes zu mir. Ihre Eltern wurden von großen Magiern, den Großmeistern meines Landes getötet und nun herrschen über alle Ländereien. Wir fanden uns letztlich bei den Elfen meines Landes wieder, doch von eben diese wurde ich verstoßen. Doch auch wenn ich fliehen musste und inzwischen durch mehrere Länder gewandert bin, blieb mein Ziel das gleiche, dass ich auch am ersten Tag meiner Flucht hatte. Ich will der Frau, die, wie ich glaube nicht durch Zufall sondern durch eine höhere Macht zu mir geführt wurde, helfen den Platz wiederzuerlangen, der ihn zusteht. Und ebenso will ich mich an den Großmeistern, an den sechs Magiern rächen, die mir meine Identität, meinen Ruf, mein Heim und letztlich auch meine ganze Heimat nahmen.“
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Noreag

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 02, 2015 12:22 am

»Du hast mich falsch verstanden« erwiderte der Gott-Imperator und seine Stimme wurde schneidend und kalt. »Ich kenne die Hintergründe deiner Reise, ebenso wie deine Reise selbst. Ich bin in der Lage dir jedes Gespräch zu erläutern, dass du in deinem ganzen Leben geführt hast. Ich habe die Fähigkeit deine toten Eltern besser zu beschreiben als du es jemals könntest. Ich will nicht wissen was dir widerfahren ist.« er schüttelte den Kopf. Wieso empfing er diesen Jungen überhaupt? Wieso gab er sich mit solchen Kleinigkeiten ab, wo doch sein großer, sein endgültiger Plan noch so viel Aurmerksamkeit erforderte. Doch irgendetwas war an diesem Jungen anders, der hier auf Händen und Füßen vor ihm kroch und ihm genauso wie bereits vielen anderen seine tragische Lebensgeschichte erzählte. »Deine tragische Vergangenheit hat den Elfenfürsten ebenso wenig dazu gebracht dir zu helfen, wie irgend einen anderen. Ich will nicht wissen was geschah. Ich will wissen, warum ich ausgerechnet dir helfen soll? Was hätte ich davon?«
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Ryl'afay

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 02, 2015 12:31 am

Sanft streckte Ryl'afay ihre Hände aus und ließ ihre Finger spielerisch über die gold glänzende Rüstung gleiten bis sie schließlich darunter griffen und die weiche Haut auf der Brust des anderen ertasten konnten, während sich ein feines, beinahe als süffisant zu bezeichnendes Lächeln auf ihren Lippen wieder fand. Sie beugte sich nach vorn, ließ zu, dass ein paar der glatten, schwarzen Strähnen ihr über die Schulter nach vorn fielen und den wohl einzigen Kontrast auf Noreags gold glänzender Rüstung bildeten, deren Schimmer sich auch in ihren mandelförmigen, dunklen Augen wiederfand, die sich inzwischen auf sein Gesicht gerichtet hatten. "Ist das nicht gleichgültig?", fragte sie leise und neigte den Kopf ein Stück, um ihre Lippen näher an sein Ohr zu bringen, selbst, wenn sie das im Grunde noch nicht einmal hätte tun müssen, um sich Gehör zu verschaffen. "Wir wissen beide, was ihm geschehen ist und womit wir es zu tun haben ... wir wissen beide, dass der Fürst der Elfen aus Alalea kommt und die Großmeister sein Wissen haben. Wissen, das uns gehören sollte und dieser kleine Mensch dort vorn könnte es uns geben", vollendete sie ihre leise Erklärung ehe sie ihm einen kurzen  Kuss in die Halsbeuge hauchte ehe sie sich von ihm löste und sich jenem jungen Menschen zuwandte, der noch immer am Boden vor den Treppenstufen kniete.
Mit langsamen Schritten trat sie Stufe für Stufe hinunter, ließ das rote Kleid jeden ihrer Schritte umkränzen und die Schleppe ihr folgen während Ryl'afays dunkle Augen über Jonathans Gestalt wanderten, als sie ihn genauer in Augenschein nahm. Sie spürte dasselbe von ihm ausgehen, was auch Noreag zu spüren vermochte und gemäßigten Schrittes trat sie auf ihn zu, umlief seine kniende Gestalt ehe sie den Kopf noch einmal neigte und dann schließlich lächelte. "Bist du sicher, dass du unsere Hilfe willst?", fragte sie ihn schließlich als sie wieder vor ihm stand, die dunklen Augen unmittelbar auf die seinen gerichtet.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 02, 2015 12:41 am

Einen Augenblick lang fühlte er sich konsterniert, außerstande dazu auch nur auf eine einzige Frage zu antworten. Stattdessen blickte er nur die Augen der fremden Frau, die ihn scheinbar verschlungen hätten, hätte er noch länger hinein gesehen. Und eben deswegen wandte er demütig nach einer Zeit seinen Blick wieder auf den Boden und fand somit auch wieder die Contenance um zu sprechen. „Es ist ganz so wie die Dame sagt, Gott Imperator. Ich halte die Macht die die dortigen Magier, die Großmeister besitzen für zu groß, zu mächtig und früher oder später wird ihnen Ekyne, mein Heimatland, nicht genug sein.“ Und nachdem er die Frage des Herren dieses Landes beantwortet hatte, wandte Jonathan sich Ryl’afays Frage zu, die scheinbar die engste Vertraute war, zumindest hatte es auf den ersten Blick eben jenen Anschein.
„Ich bin durch die Lande gereist, habe Hunger glitten, Kälte und Hitze überstanden um diese Bitte vorzutragen Herrin. Meine Antwort also ist, ja. Ich bin sicher dass ich eure Hilfe auch weiterhin erbitten will.“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 02, 2015 12:53 am

»Ihnen könnte Ekyne irgendwann nicht mehr genug sein? Und ihr glaubt, ein paar Sterbliche, die ihr Ende über alle Maßen hinaus gezögert haben könnten mir gefährlich werden?« fragte er leise und seine Stimme hatte erneut ein bedrohliches Ausmaß angenommen. Was für eine Hybris - zu glauben, dass irgend jemand dieser Magier ihm auch nur im entferntesten gefährlich werden könnte. Doch auch Ryls Aussage blieb in seinem Geist und begann dort erste Triebe zu tragen. Er schwieg für eine gewisse Zeit, ehe er dann doch noch weiter sprach: »Nun denn, ich bin ein großmütiger Gott. Ihr seid durch Land und Stadt, durch Beschwernis und dunkle Pfade geschritten um zu mir zu kommen. Ihr habt euer Leben und eure Seele aufs Spiel gesetzt um der von euch angebeteten zu helfen. So werde ich eure Gebete und bangen Hoffnungen erhören. Doch wollt ihr nicht nur aus der Ferne sehen wie euer Land wieder Früchte trägt, sondern selbst an dieser Schlacht teilnehmen. So sagt mir denn, welche Rolle wollt ihr in besagtem Stück spielen?« er lächelte knapp und hob eine Braue, ehrlich interessiert an der Antwort, welche ihm der Schmied nun geben würde.
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Ryl'afay

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 02, 2015 1:02 am

"Was für eine Frage ...", antwortete erneut wieder Ryl anstelle des Schmiedes, der noch immer artig den Blick zu Boden gesenkt hatte und kaum wagte, Noreag oder sie anzusehen und wenngleich sich auch Noreag in der Demut suhlte und darüber umso faszinierter war, empfand Ryl den Umstand mehr als langweilend, denn wirklich erhebend. Sie hatte niemals viel daran gefunden, sich selbst über andere zu stellen oder von ihnen für etwas bewundert zu werden, das sie nicht war - ein Umstand, welcher zuweilen bereits öfter für Streitigkeiten zwischen ihnen beiden geführt hatte, wenn sie von den endlosen Diskussionen im Thronsaal gelangweilt gewesen war und sich stattdessen anders die Zeit vertrieben hatte - mitunter damit, ihn aus seiner Konzentration zu bringen. Letztlich hatten sie sich darauf geeinigt, dass sie solcherlei Spielchen zumindest dann unterließ, wenn sich wichtige Gesandte ankündigten.
Langsam führte Ryl'afay ihre Finger unter das Kinn des Schmiedes und zwang ihn sacht dazu, sie anzublicken während sie ihn noch einmal musterte und dann schließlich sanft lächelte. "Er will der Held in der Geschichte sein", schlussfolgerte sie und ließ die schlanken Finger für einen kurzen Augenblick über die weiche Haut seiner Wange streichen ehe sie sich wieder von ihm löste und sich zu Noreag zurück drehte. "Und er möchte, dass sein Name niemals in Vergessenheit gerät. Für die Befreiung von der Tyrannei der Großmeister - für die junge Königin, der er verfallen ist und mit der er das Schicksal verbindet ...", beendete sie ihre Ausführungen während sie langsam wieder die Treppe hinauf und damit zurück zu Noreag schritt. "Er will das, was jeder junge Mensch will. Lass ihm die Freude."
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Noreag

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 02, 2015 1:19 am

"Ist dem so?" echote Noreag leise und erhob sich schließlich selbst aus dem Thron, trat einige Schritte nach vorne, so das der goldene Glanz seiner Rüstung nicht mehr sein fein geschliffenes Gesicht verdeckte. Schritt für Schritt trat der Gott-Imperator nach unten und griff dabei in einer Bewegung nach der weißen Klinge, welche nunmehr Ryl in einer Scheide um die schmale Taille trug. Der Sternenstahl offenbarte sich mit einem Sirren, während Noreag schließlich vor dem jungen Mann stehen blieb, welcher ihn weiterhin aus trotzigen, entschlossenen Augen anfunkelte, wenngleich auch Zweifel und Angst tief in ihnen verborgen lagen.
"Du willst also der Held in dieser Geschichte sein? Der von Gott gesegnete, welcher mit einer Armee und Gloria in das eigene Heimatland zurück kehrt?" er lächelte ein unheiliges, raubtierhaftes Lächeln und fuhr sich langsam mit der Klinge über die Innenfläche seiner Hand, bis das rote Blut schimmernd zum Vorschein kam. Er sprach noch einige Worte, ehe ein Kelch in seiner Hand erschien und Noreag das Blut in den Becher tropfen ließ. Dunkle Worte in einer Sprache, die der Schmied nicht verstand folgten und Noreag hielt ihm den Kelch hin. "Trink"
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