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 Kerker

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BeitragThema: Kerker   So Nov 09, 2014 6:11 pm

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Noreag

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BeitragThema: Re: Kerker   Do Jan 08, 2015 12:46 am

"Aufwachen Jonathan" hallte Noreags dunkle Stimme durch den benebelten Geist des ehemaligen Schmieds und erweckte dessen Lebensgeister wieder und holte ihn langsam in die schmerzhafte Realität zurück. Noreag sah auf den auf einem Tisch liegenden Jungen hinab und wischte seine blutigen Hände an einem weißen Leinentuch sauber. "Ich habe dich ganz schön Übel zugerichtet" erläuterte er gelassen und besah sich den Jungen noch einmal, ehe er lächelte. "Aber ich denke, das hat dich nur noch stärker gemacht. Es war einiges an Kraft nötig - die Kraft, welche nur ein Gott wie ich aufbringen kann. Möglicherweise findest du dein neues Äußere abschreckend, aber glaube mir - es war notwendig, wenn du als mein Avatar in die Schlacht reiten sollst" er half dem noch immer vewirrt blickendne Jungen auf und nahm dann ein Tuch von einem Mannshohen Spiegel.
Staub und Asche wirbelte auf, verschleierten zuerst das Bild, ehe es sich kristallklar abzeichnete.
Dort, im Spiegelbild erkannte Jonathan sich nur noch mit großer Mühe wieder. Die Wunden im Gesicht waren ohne Narben zu hinterlassen geheilt. Er selbst stand nur mit einer Bruche bekleidet dar. Doch zwei Dinge erregten seine Aufmerksamkeit. Ein großer, roter Kristall glänzte auf seiner Brust - eingelassen in einer goldenen Schutzfassung, welche mit zahlreichen Runen verziert war. Der Eldunari glomm schwach und rot im Schein der Fackeln und spiegelte das Licht in roten Nuancen wider. Doch weitaus auffällig war das, was einst sein rechter Arm gewesen war. Von seiner Schulter an zogen sich rote Schuppen hinüber zu einem Arm, welcher seltsam prickelte, sich jedoch normal bewegen ließ. Die Muskeln waren wesentlich größer, als die seines linken Arms. Die schuppige, rote Haut glühte beinahe. Seine Finger wirkten ungelenk, schienen seltsam gebrochen zu und wieder zusammen gesetzt worden zu sein.
"Deine Tat hat gewisse Reste übrig gelassen und ich dachte mir, dass wir sie gut nutzen könnten" es war tatsächlich einiges an Arbeit gewesen den Eldunari zu extrahieren und die schutzfassung anzufertigen, wie sie auch damals von Kharas für Ethra gefertigt worden war, bevor diese ihre Wirkung verlor. Noch schwieriger war es gewesen die rechte Vorderkralle des roten Drachens mit Magie und Gewalt, sowie den überresten von Jonathans Hand und Knochen zu einer nutzbaren Gliedmaße umzugestalten.
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BeitragThema: Re: Kerker   Do Jan 08, 2015 1:04 am

Seine Zunge fühlte sich pelzig an, trocken und als er die Augen aufschlug, spürte er einen heftigen Kopfschmerz, welcher durch die lauten Worte von Norag nur verstärkt wurde. Es zeigten sich leichte Zeichen einer Dehydrierung, Schwindel, Übelkeit - nein, einen Augenblick darauf erinnerte er sich an das was war. Was passiert war, als er zum letzten Mal bei Bewusstsein war. Seine Hand hob sich, die Worte des Gott Imperators ausblendend. Was er jedoch sehr wohl wahrnahm war, dass der andere ihm einen Spiegel freilegte, in dem er sich betrachten konnte.
»Was ist DAS?« Schrie er durch die zusammengepressten Zähne und er verstand vollends dass es kein Wassermangel war, sondern der Blutverlust der ihm so zusetzte. Sein Arm, sein gesamter Arm war mit einem einzigen Ruck abgetrennt worden. Und das, was er dort nun an der gleichen Stelle fühlte und das sich erschreckender Weise sogar seinen Befehlen fügte, fühlte sich wie ein Fremdkörper an.
Doch nicht nur das, auch eine feine Einbuchtung, einem kleinen Einsatz in einem großen Gemäuer gleich, war auf seinem Körper, in der Brust zu erkennen. Er verstand nicht was es war, denn zweifelsohne war es etwas, das lebte. Kein Kristall der Welt verströmte so ein Licht, zumindest keinen den er kannte und als er die Hand daran legte, wurde sein Geist von Bildern durchfluchtet, die er nicht kannte, die er nicht verstand. Ein langer Schmerz, doch war es nicht der Verlust seines Arms. Eine Frau die schrie, ein Schluchzen, die Angst etwas zu verlieren. Das Gefühl des schieren Wahnsinns, in welchem einem der Tod wie eine Erlösung vorkam. Und dann, nichts.
»Was habt ihr mit mir getan, ich...« Er legte erneut die Hand an den Edelstein in seiner Brust, der eine Vibration durch seinen Körper sandte, wie er sie noch nie gespürt hatte. Und mit einem Mal verstand er. Nicht alles, bei weitem nicht alles. Doch er wusste, was er an sich trug. Wen er an sich, in sich trug.
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Noreag

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BeitragThema: Re: Kerker   Do Jan 08, 2015 1:10 am

"Ich habe dich zu etwas besserem gemacht" antwortete Noreag leise und schüttelte nur den Kopf ob der dummen Undankbarkeit des Jungen. Andere hätten ihn um solch ein Geschenk angebettelt, wären ihm zu Füßen gekrochen um auch nur Ansatzweise die Hoffnung haben zu können, einer ähnlichen Ehre teilhaben zu dürfen.
"Mach dir indess keine Gedanken um die Bilder, die dich momentan durchfahren. Es wird bald aufhören, wenn das, was diese Kreatur Seele nannte gänzlich unter der Macht der Schutzfassung verblasst ist. Es wird deine Persönlichkeit, deinen Willen und dein Vorhaben nicht weiter stören. Dennoch wird es dieses Geschenk sein, was dir die Möglichkeit gibt es mit den Großmeistern aufzunehmen. Also sei gefälligst dankbar. Ich hätte dich wie einen Wurm zertreten können, habe jedoch entschieden dir nicht nur ein Leben zu ermöglichen, sondern dich zu der Waffe zu machen, die du sein musst"
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BeitragThema: Re: Kerker   Do Jan 08, 2015 8:36 pm

Er hatte zuerst intervenieren wollen, hatte sagen wollen, dass er keine Waffe war, dass er keine Waffe sein wollte. Sein einziger Wunsch war, Ekyne von den Großmeistern zu befreien, sie zustürzen, denn eben sie waren es gewesen die Guineveres Eltern getötet hatten und sich daraufhin an die Spitze des Reiches gesetzt hatten. Ohne das sie jemanden Rechenschaft ablegen mussten, denn die Einwohner würden, wenn nicht friedlich, dann eben durch eine strenge Hand hören. Denn wo der einfache Bürger eine Chance sehen konnte, wo er Aufstände üben konnte wenn ihm die Politik des Königs oder der Königin nicht gefiel, gab es bei den Großmeistern nur Unterdrückung und Ausweglosigkeit. Jeder Aufstand könnte mir ihrer geeinten Kraft binnen kürzester Zeit niedergeschlagen werden, sodass das Schicksal des Landes unausweichlich in ihren Händen lag und durch sie bestimmt wurde.
»Danke.« Stammelte er leise, doch es fiel ihm schwer wirkliche, ehrliche Dankbarkeit für die Absonderlichkeit zu zeigen, die jetzt seinen Körper zierte.
Dann zuckte erneut ein Gedanke, einem Blitz gleich durch seinen Kopf, ließ ihn aufschrecken, seine Hände an die Schläfe fahren, ehe er erschöpft zurück sank. »Ihr sagtet, es würde bald aufhören?« Es war immer wieder ein einziger, lauter Schmerzensschrei. So unmenschlich, so unwirklich das er nicht einmal von dieser Welt kommen konnte. Und vermutlich hätte das Wesen, dessen Gefäß er nun in seiner Brust trug, einen solchen Laut wirklich nicht selbst ausstoßen können. Doch in dem menschlichen Verstand waren Dinge möglich, die sonst unmöglich waren.
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BeitragThema: Re: Kerker   Do Jan 08, 2015 9:11 pm

"Ich vermute es. Es gibt nur wenig Aufzeichnungen über solch einen Fall. Der letzte beschriebene Träger eines solchen Artefakts... sagen wir, es ist nicht gut gelaufen und bleiben wir dabei." Noreag schüttelte den Kopf, während er begann all jene unzähligen Gerätschaften, sowie magischen Hilfsmittel wieder einzupacken, welche er in den letzten Stunden benötigt hatte. "Allerdings gab es bei keinem der vorherigen Versuche jemanden, mit einer Macht die mit der Meinen vergleichbar gewesen wäre - allein mein Wille reicht aus um Berge dem Erdboden gleich zu machen. Von daher, ja - ja ich gehe davon aus, dass es bald aufhören wird. In einem oder zwei Tagen dürfte davon nicht mehr viel Übrig sein. Das Wesen, welches in diesem Kristall eingeschlossen ist, ist wahnsinnig und wird sich in seinem Wahn bald auflösen - zu nichts mehr als einem gebündelten Haufen Emotionen. Hass, Gewalt und Gier. Du wirst diese Gefühle nutzen können. Sie werden dich stark machen. Du kannst die Großmeister bekämpfen, hast eine Chance. War es nicht das, was du wolltest?"
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BeitragThema: Re: Kerker   Do Jan 08, 2015 9:42 pm

»War es.« Bestätigte Jonathan und nickte dann für sich selbst. Vermutlich wusste der Mann vor ihm noch nicht einmal was die Großmeister überhaupt waren, welche Macht sie hatten, ob nun gottgleich oder nicht. In Ekyne wurden die Großmeister ebenfalls wie Götter angebetet, oder zumindest kamen sie diesem sehr Nahe, denn egal was sie taten, es wurde als richtig und gut betitelt. Doch dann erinnerte er sich daran, dass der Imperator in seinen Geist geblickt hatte und die Informationen somit so erlebt haben musste, wie er selbst sie wahrgenommen hat.
Dass er ihm dennoch zusprach, er würde einen Kampf mit ihnen gewinnen, machte ihm ebenso Mut, wie es ihn auch ängstigte. Vielleicht wollte er ihn nur in den Tod schicken? Doch warum hätte er sich dann eine derartige Mühe machen sollen? Nein, dass konnte es nicht sein, nicht im geringsten. Während die Kakophonie in seinem Kopf noch immer einen regen Schmerz auslöste, an den er sich langsam gewöhnte, versuchte er zu verstehen, sich ein Bild zu darüber zu machen ob es einen Grund gab, aus dem der andere ihn anlügen könnte. Doch war es wirklich so unglaubwürdig? Es war die Seele eines uralten Tieres, nein, nicht uralt, doch unwahrscheinlich mächtig.
Was danach mit ihm werden würde, wie er sich danach mit dieser fragwürdigen Gabe verhalten würde, daran dachte er in keiner Art und Weise. »Die Armee ... wann wird sie bereit sein, meine Heimat zurück zu erobern?«
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BeitragThema: Re: Kerker   Do Jan 08, 2015 9:48 pm

"Wenn ich es wünsche" war die knappe Antwort, welche Noreag dem anderen gab und seine Stimme wurde eisig. Dieser Junge vor ihm war selbst jetzt, wo er seinen Arm verloren hatte noch immer unglaublich ungeduldig und forsch. Man sollte meinen, jemand der erlebt hatte, wie ihm der Arm abgerissen wurde, wäre dem Täter gegenüber voller gesundem Respekt.
Jonathan jedoch schien noch immer das gleichen, ungeduldige und selbstsüchtige Kind zu sein, das er auch bei seiner Ankunft gewesen war.
"In diesem Land richtet sich alles nach meinem Willen, so wird es auch bald die ganze Welt halten. Es wäre also besser, wenn du dich daran gewöhnen würdest Jonathan. Ich bin dein Gott. Dein einziger Gott und ich dulde keine anderen Götter neben mir. Je früher dir das klar wird, desto besser. Du solltest lieber daran arbeiten, wie du die Armee führen kannst. Du willst mich doch nicht enttäuschen"
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BeitragThema: Re: Kerker   Do Jan 08, 2015 10:15 pm

Wie er eine Armee führen sollte, oder wie er es überhaupt bewerkstelligen sollte, darüber hatte sich der ehemalige Schmiedegeselle noch keinerlei Gedanken gemacht. Zwar war diese Thematik schon einmal angesprochen worden, doch über das Auftauchen und vor allem das Auftreten von Ryl'afay, über die Tatsache dass er zudem selbst lernen sollte zu kämpfen und nicht Letzt den Verlust seines Armes hinweg, hatte er einen der wesentlichen Bestandteile ganz vergessen.
Nämlich den, dass nicht der Gott Imperator, sondern er nicht nur an der Spitze dieser Armee stehen würde, sondern sie auch Koordinieren müsse. Er hatte einige Gespräche mit dem örtlichen Verwalter der Wache in der Hauptstadt gewechselt, damals, als seine Schmiede, ebenso wie sein guter Ruf noch bestand hatte. Und allein von den Dingen an die dieser Mann dachten musste, hatte ihm bei der Vorstellung daran von Zeit zu Zeit der Kopf geschwirrt. Doch wagte er nicht einmal zu denken er hätte sich übernommen. Es war sein Wunsch hierher zukommen, denn kein Anderer hatte ihm in seiner Lage helfen, ihn in sein eigenes Land mitnehmen wollen. Doch ohne ihn konnte man doch nicht verstehen. Nein, nicht die Dringlichkeit begreifen, mit der Guinevere wieder an die Macht, auf den Thron musste ..
„Ich verstehe, Herr. Und ich werde tun was in meiner Macht steht, um eure Erwartungen zu übertreffen, nicht nur zu erfüllen.“ Er stand auf, fühlte wie wacklig, wie kraftlos sein Körper doch eigentlich noch war. Doch er zitterte nicht, seine Muskeln schienen vor Kraft nur so zu strotzen. Innerlich fühlte er sich jedoch … nun wie Jemand, dem man den Arm abgetrennt hatte.
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