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 Treppen

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Der Erzähler
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BeitragThema: Treppen    So Nov 09, 2014 6:03 pm

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Gast
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BeitragThema: Re: Treppen    Mi Jan 07, 2015 11:15 pm

Im Gegensatz zu den anderen Fackeln, die die Gänge und die großen Hallen säumten, hatte es in diesem Raum nur kleine, niedrige Flammen auf den Halterungen gegeben. Wie genau dort, ohne jeden Brennstoff überhaupt Feuer entstehen konnte, war Jonathan schleierhaft, doch war es bei weitem nicht das Befremdlichste, was er innerhalb der letzten Monate gesehen hatte.
Die Magie, wie vermutlich alles andere in an diesem Ort, hatte es möglich gemacht. Doch hatte sie ihm nicht bei seiner Aufgabe geholfen, denn weder kannte er die Anwendung eben dieser, noch ob überhaupt das Potenzial dafür in ihm schlummerte.

Das Haar in seiner Hand wippte hin und her. Den Ekel den er am Anfang noch darüber verspürt hatte, verblasste langsam und seine Nerven beruhigten sich wieder, ebenso wie sein vorher noch so rascher Herzschlag. Es lag nichts als Ruhe in seinen Bewegungen, zumindest auf den ersten Schein. Denn ein geübtes Auge konnte, wenn man denn darauf achtete, ein Zittern der Hände ausmachen. Just jene Hände, auf die er zuvor Fassungslos gestarrt hatte.
Allein hätte er sich der Elfe nicht stellen können. Vermutlich hätte sie ihn in der Luft zerissen, sich vorher noch mit seinem Leiden vergnügt, hätte sie es denn nur gewollt. Doch hatte sie stattdessen nur in Lethargie aus dem Fenster gestarrt, das Kind indes hatte direkt neben der Tür in einer kleinen Krippe gelegen. Schlafend, ruhig.
Was er sich eingeredet hatte, und auch jetzt noch weiterhin einredete, beruhigte zwar sein Gewissen, milderte jedoch nicht die Bilder der Gewalt, die er in seinem Kopf hatte. Ein Messer hatte sich schnell finden lassen und ein Kinderkörper war so klein, dass er binnen weniger Sekunden vollkommen durchstochen war. Einen Moment lang hatte es so gewirkt, als läge das kleine Wesen nur friedlich in seinem Schlafplatz, doch die rote Blutlache hatte von etwas gänzlich anderem gekündet.

Die Mutter, krank vor Sorge hatte jeden Hass, jede Scheu und jede Distanz augenblicklich überwinden, war zu ihrem Kind gestürmt. Und genau das war der Moment gewesen, in dem Jonathan ein zweites Mal zugestochen hatte.
»Die Mutter, und das Kind.«
Er hatte Ryl afay auf den Treppen gefunden, während sie fragend in die Ferne blickte. Die Soldaten hatten kein einziges Wort gesagt, als er seinen Beweis für seinen Willen mit sich getragen hatte, woraus er schloss, dass dies hier entweder Gang und Gebe war, oder dass man sie bereits informiert hatte.
Die Beiden Köpfe lagen vor ihren Füße, nur knapp vor der letzten Stufe. Sie rollten einen Augenblick aufgrund ihrer Form hin und her, dann lagen sie still. Und ohne ein Wort zu sagen, setzte er sich neben sie.
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Noreag

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BeitragThema: Re: Treppen    Mi Jan 07, 2015 11:41 pm

Noreag war in Gedanken seine weiteren Möglichkeiten durchgegangen, nachdem er aus dem Einflussbereich der Reiter verschwunden war. Er hatte erst noch einige Vorbereitungen treffen müssen, damit auch seine Teleportation zurück nach Ryanti ohne Zwischenfälle gelang.
Es hatte ihn Kraft gekostet, doch als er sich wieder im Treppenhaus materalisierte bot sich ihm ein Bild, das er nicht erwartet hatte. Die Interferenzen, welche ob der Magie rund um Doru Areaba seine Verbindung zu Ryl gestört hatten, hatten auch dafür gesorgt, dass er von ihrem Racheakt an Anaiah nichts erfahren hatte.
Noreag war ein Mann des Krieges, durch dessen Adern Feuer floss. Er hatte Hunderte Leben auf dem Gewissen, doch nichts was er jemals getan hatte, hätte ihn auf das hier vorbereiten können. Nur wenige Meter von ihm entfernt lagen zwei Köpfe auf der Treppe. Der eine Kopf, war der einer rothaarigen Elfe, deren blasse Schönheit selbst jetzt noch eine seltsame Trauer in seiner Seele hervor rief. Doch was ihn wirklich traf, war nicht der Leichnam einer verflossenen, halb vergessenen Frau.
Dort, aus leeren, blauen Augen, die den seinen so ähnlich waren starrte ihn der körperlose Kopf seines erstgeborenen Sohnes an.
Noreag hob den Blick und begegnete dabei den vor erstaunen geweiteten Augen Jonathans, er roch Blut und Angstschweiß an dem Schmied und Wut, gewaltiger als der Ozean legte sich über Noreags Gemüt.
Er wusste nicht mehr wie er zu dem Jungen gekommen war, welcher ihn noch immer nur ansah. Seine Hand stieß nach vorne, packte den Jungen an dessen Haaren.
Er spürte selbst noch in seinem eigenen Arm, wie der Schädel auf die Stufen der Treppe knallte. Einmal, zweimal, dreimal. Er spürte wie die Haut riss, roch wie Blut aus der Wunde trat und hörte, wie sich die ersten Risse durch die Schädeldecke zogen. Mit einer gewaltigen Kraft schleuderte er den Jungen die Treppe hinunter, wo dieser hart auf dem Boden aufkam. Das ganze Gesicht war verschwollen und überall war Blut, so viel Blut.
»Du hast mir meinen Sohn genommen« polterte Noreag und die ersten Diener gingen kreischend in Flammen auf. Die Kandelaber zischten Stichflammen, Vorhänge fingen Feuer. »Gib ihn mir wieder!« ein Fußtritt schleuderte Jonathan einen halben Meter in die Luft, ehe er etwas entfernt wieder auf dem Boden Aufschlug. Noreag kam ihm nach, sorge mit reinem Willen dafür, dass der Junge nicht das Bewusstsein verlor. »Wieso?« schrie er, und kniete sich auf den Jungen, griff nach dessem rechtem Armund legte seinen spitzen, scharfkantigen Beinschuzt auf die Schulter. »WIESO?«
Noreag zog - er zog mit aller Kraft und spürte wie die ersten Sehnen rissen, hörte wie Muskeln abrissen, die Knochen unter ächzem auseinander drifteten und Blut den Zwischenraum füllte. Er zog und verlagerte sein Gewicht, ehe er ein ekelhaftes, unangenehmes Geräusch vernahm. Ein Reißen, ein flatschen von Haut und Fleisch, das aufeinander traf, nur noch überdeckt von Jonathans Schrei, als Noreag den Arm von der Schulter trennte. Er hatte seine Antwort erhalten.
Noreag stand auf sah noch zu Jonathan, dessen Wunden aufhörten zu Bluten ohne zu verheilen und der nur noch durch Noreags Zauber, durch Noreags Blut am Leben gehalten wurde.
Noreag indess glitt die Treppe hinauf zu Ryl, die bisher ruhig und still dort gesessen hatte. »Du...« fauchte Noreag leise. Sie war es gewesen. Es war ihr Befehl, ihre Schuld. »Zieh dich aus und geh in unser Bett«
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Ryl'afay

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BeitragThema: Re: Treppen    Mi Jan 07, 2015 11:53 pm

Ryl'afay lehnte sich ein weiteres Stück zurück und stützte ihre Arme auf der Treppenstufe hinter ihr ab, während sie gelangweilt hinauf blickte und den Kopf schief legte. Sie hatte gewusst, dass er darüber wütend sein würde, was sie Jonathan befohlen hatte und als er auf ihn losgegangen war, hatte sie nichts getan, um ihm zu helfen, lediglich dem kleinen Schauspiel am Fuße der Treppe zugesehen, wobei ihr Blick immer wieder zu den beiden Köpfen gewandert war, die Jonathan ihr gebracht hatte. Es war Erleichterung in erster Hinsicht, die sie hier empfand, als ihr bewusst wurde, dass sie nun endlich tot waren und dass es damit niemanden mehr geben würde, der sich zwischen ihn und sie stellen würde - niemand, für den er mehr etwas bedeutenderes empfand außer ihr selbst. Als Jonathans Arm schließlich aus der Schulter gerissen wurde, verzog sie nur für einen kurzen Moment angewidert das Gesicht und rümpfte die Nase ehe sie die Augenbrauen hob, als Noreag auf sie zukam.
"Nein", lautete schließlich ihre einzige Antwort, während sie demonstrativ an Ort und Stelle sitzen blieb und schließlich die Beine übereinander schlug, zu ihm hinauf blickend und nicht eine einzige Sekunde blinzelnd. Er würde sich nur selbst verletzen, wenn er sie jetzt anging und es hatte ihr bereits genügt, dass er sich in der Drachenreiter-Festung beinahe hatte erwürgen lassen - sie würde nicht dieselbe willenlose Puppe werden, die er aus Anaiah gemacht hatte, nachdem er ihr Temperament gebrochen hatte als er sie über Monate in einem einzigen Raum isolierte. "Du brauchtest sie nicht. Für deine weiteren Pläne waren sie bedeutungslos und ich konnte das Weinen nicht mehr hören."
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Noreag

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BeitragThema: Re: Treppen    Mi Jan 07, 2015 11:59 pm

Noreag blieb eine ganze Weile ruhig, sah auf die Köpfe unter sich hinab und blickte dann wieder zu ihr. Noch immer raste sein Puls und er spürte, wie Feuer und Rauch in seiner Lunge brannten, während das Blut seines Sohnes seinen Stiefel benetzte, welcher auf der gleichen Stufe stand. Noch einmal sah Noreag zu Jonathan, welcher sich dort unten auf dem Teppich den Stumpf hielt und schrie, schluchzte und damit begann ihn zu stören. Derart zu stören, dass er für einen kurzen Moment die Lust verspürte den anderen einfach zu töten.
Noch einmal sah er zu dem kleinen Kopf, der einst einmal sein Sohn gewesen war. Dann blickte er wieder zu Ryl´afay. "Bitte" meinte er schließlich leise und zärtlich, legte ihr eine blutige Hand unters Kinn und hinterließ eine blutige Spur auf der weißen, weichen Haut.
"Ich brauche dich jetzt. Ich will dich. Nur dich lass uns nach oben gehe" meinte er leise und warf noch einen letzten Blick auf die beiden Köpfe, ehe er diese mit einem Tritt die Treppe hinunter stieß. "Ich brauche dich Ryl"
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Ryl'afay

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BeitragThema: Re: Treppen    Do Jan 08, 2015 12:10 am

Langsam erhob sie sich von ihrem Platz, spürend, wie auch sein Puls sich langsam zu beruhigen begann und trat zu ihm hinüber, eine Hand nach der seinen ausstreckend und ihre Finger zwischen die seinen schiebend. Sie spürte den Schmerz in seiner Brust, wusste, wie er sich fühlte, aber ebenso wusste sie, dass dieser Schmerz vergehen würde und dass es ihn befreien würde, diesen alten Ballast los zu sein, der ihn zu einem Wesen gemacht hatte, das er niemals hatte sein wollen - sie hatte es gewusst, als er ihr sein Geheimnis offenbart hatte, hatte es gewusst, als sie das Mal auf ihrer Haut gespürt hatte, aber sie hatte es nicht gewagt, es selbst in die Hand zu nehmen. Jonathan war ein vertretbares Risiko gewesen, nachdem der junge Mann betört von ihr selbst, jeden ihrer Wünsche ausgeführt hatte.
"Der Schmerz wird vergehen", sagte sie leise als sie die freie Hand hinauf zu seinem Gesicht wandern ließ und sanft über seine Wange streichelte, sich an einem warmen Lächeln versuchte. "Ich habe es für uns getan. Damit du frei sein kannst, so wie du es immer wolltest. Keine Verpflichtungen, keine Sorgen - du wirst ein Gott sein", sprach sie leise weiter und streckte sich zu ihm hinauf, nur um ihm einen sanften Kuss auf die Lippen zu hauchen. Sie scherte sich nicht um das Blut in ihrem Gesicht, nicht um die toten Köpfe ein paar Stufen weiter unten oder um Jonathans leises Wimmern.
"Du hast mich doch", versuchte sie ihm klar zu machen und schob sich näher zu ihm hin, ihren Kopf gegen seine Schulter lehnend. "Ich werde dich niemals verlassen. Ich werde immer bei dir sein."
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Noreag

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BeitragThema: Re: Treppen    Do Jan 08, 2015 12:20 am

"Küss mich" flüsterte er leise und verschloss seine Lippen schließlich gänzlich mit den ihren. Er blendete das Feuer um sie herum aus, welches mittlerweile die Halle fest im Griff hielt, sich jedoch von einem glühenden weiß zu einem sanften rot schwand und langsam kleiner wurde. Jonathan lag noch immer keuchend und schreiend auf dem Boden, einige Diener kämpften noch unter Todesqualen um ihr Leben - ohne Erfolg auf Hoffnung.
Das Einzige, was nun jedoch wichtig war, das Einzige was wirklich Bedeutung hatte war sie. Und nur sie allein - ihr schwarzes Haar, die roten Lippen und die dunklen Augen, die ihm Freiheit und Göttlichkeit versprachen. Das Funkeln, das ihn wissen ließ, dass sie ihn verstand - nicht wie Anaiah, welche zum Heimchen mutiert war und die sich nur um ihr Kind gekümmert hatte ohne auf seine Bedürfnisse einzugehen. Ryl und er - sie hatten den gleichen Traum. "Ich werde immer bei dir sein"
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