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 Kerker

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Der Erzähler
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BeitragThema: Kerker   Fr Okt 24, 2014 7:31 pm

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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 7:48 pm

Ein, zweifelsohne Damenschuh drückte ihm eine kurze Zeit lang auf die Kehle, ehe eben dieser ihm einen scharfen Tritt in die Magengegend verpasste, wobei dieser erstaunlich genau seine Milz traf und sich eben diese kurz darauf anfühlte, als würde sie in seinem Innern platzen wie ein Granatapfel und andere Organe durch den Druck noch mitbeschädigen.
Als sich seine Augen schließlich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte er eine Kontur sehen, die seine Annahme nur bestätigte. Eine unweigerlich weibliche Kontur, mit unweigerlich weiblicher Mode als Schatten und unweigerlich femininen Brüsten. Doch konnte er diese Erkenntnis nur ein paar Augenblicke lang im Kopf behalten, denn eine, nun wiederum unweigerlich männliche Stimme war von der anderen Seite zu hören. Der Mann dem eben diese jedoch gehört, tat nichts dergleichen, schlug nicht, trat nicht, er murmelte nur ein paar Augenblicke lang etwas vor sich hin.
Ketten – Begriff er mit einem Mal als er etwas kaltes an seiner Hand spürte und als der unweigerlich weibliche Schatten näher zu ihm trat, huschte er nach hinten, bis er an eine Wand stieß, an dessen oberen Ende eine Fackel war. Sie spendete eine angenehme Wärme, zumal der Estrich unter ihm nass von Tauwasser und allerlei anderen Ausscheidungen war und die Tatsache dass er sich unter Tage befand, verstärkte die Kälte nur.
„Hexe..“ War sein erstes Wort das er von sich gab, ehe er die Augen wieder zusammenkniff und die Hände gegen die Schläfe drückte. Er konnte den Impuls normalerweise beherrschen, ihn sogar für sich nutzen, doch in diesem Augenblick war er zu schwach um auch nur seine Beine richtig zu koordinieren. „Hexe … verdammtes Miststück … elende Höllenhure ..“ Der Schmerz in seinem Kopf wurde mit jeder Sekunde schlimmer und egal wie sehr er es versuchte, er fand nicht die Konzentration und die Selbstkontrolle, um das Gefühl zu regulieren.
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 7:54 pm

Ein unweigerlich männlicher, zweifelsohne gepanzerter Stiefel traf dem Jäger direkt im Gesicht auf Höhe des Mundes und lockert ein paar Zähne. "Halt die Schnauze oder ich zieh dir die restlichen Zähne noch gleich mit" antwortete Alvias und ließ sich schließlich von einem der Soldaten eine Bergwerkslampe geben, mit welcher er dem Jäger direkt in die Augen leuchtete.
"Du bist hier gefangen und sogar dein Boss, welcher da oben gerade Friedensverhandlungen führt ist von dir mächtig angepisst. Also benutz deinen Mund lieber um uns zu sagen was du vor hattest und wer dich hergeschickt hat oder aber - und das schwöre ich bei Ser Gawains Melitele - ich werde dich so übel zurichten bis du wieder nach deine Mutter weinst" erklärte er und seine Stimme war hart und unnachgiebig.
"Also, Rede!"
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 8:06 pm

„Ich …“ Sein Kiefer fühlte sich unnatürlich schwer an, als hätten sich ein paar der Knochen so verkantet, dass ihm jedes einzelne Wort noch zusätzlich erschwert wurde. Sein Boss? Wen konnte er meinen? In seinem, noch immer von Schmerz gepeinigtem Geist konnte er kaum eins und eins zusammen zählen, sodass eine Adaption von Alvias Worten, hin zu seinem derzeitigen Standpunkt und seinen bisherigen Vorgesetzten reichlich schwer war.
„Ich kam her, um meinen Beruf auszuüben. Ich töte … Magier.“ Er spuckte aus und vor sich war durch den Schein der Bergwerkslampe alsbald ein dünner Haufen aus Blut, Speichel und einem Backenzahn zu erkennen. „Hergeschickt hat … nein, ich bin durch eine Jagd in euer verdammtes Land gekommen. Eine Jagd, ein einzelner verdammter Magier hat mich hierhin gebracht, könnt ihr euch das vorstellen?“ Er lachte und das in einem reichlich absurden Tonfall, ehe ihm die Kopfschmerzen erneut jegliches Lächeln nahmen. „Und dieser Magier ist … und das ist das dünnste, mir entkommen. Mir. Also dachte ich mir, ohne Beute zurück in die Heimat zu kehren, das wäre dumm. Und ihr, ihr habt hier derart viele dieser Monster auf einem Fleck das man sich fühlt wie der Wolf in dem Hühnerstall. Alles um einen herum gackert und man selbst braucht sich nur zu bedienen. Aber der Hahn scheint davon nicht erfreut zu sein, was?“
Er riss das Bein hoch, mobilisierte seine letzte noch verbliebene Kraft und zielte mit erstaunlicher Präzision auf das Knie des Mannes vor ihm. Und ein knackendes, brechendes Geräusch war zu hören, das wohl einem normalen Menschen die Nackenhaare aufgestellt hätte. Er schrie, wenn auch nur gedämpft und legte dann keuchend den Kopf zurück. Die Kettenglieder waren zu kurz, sodass der Jäger sich letztlich, durch das plötzliche Stoppen der Kette, seinen eigenen Knöchel gebrochen hatte.
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 8:17 pm

"Mieser Drecksack!", fauchte Coreen dunkel neben Alvias und verengte die dunklen Augen noch einmal ehe sie kurzerhand die Rechte zur Faust ballte und damit dem Jäger mitten auf die Nase zielte, welche ebenso wenig später der Wucht des Schlages der Zauberin nachgab und leise knackte, als der Knochen darin brach. Sie verabscheute diese Männer, wie den, der hier gerade vor ihnen am Boden saß und verwünschte ihn für das, was er in diesem Reich getan hatte, in das er doch überhaupt nicht gehörte. Er war nichts anderes als ein Ärgernis und nun zu erfahren, dass sie noch nicht einmal jemanden dafür belangen konnten, dass er hier war, weil ihn wirklich niemand hierher gesandt hatte, verärgerte sie nur noch mehr - es wäre so einfach gewesen, Konsequenzen zu ziehen und damit Zugeständnisse zu erhalten, die es Alagäsia-Aurea ermöglichen würden, weiter nach vorn zu gelangen, doch so blieb ihnen nichts anderes übrig als dieses Häufchen Elend, das vor ihr am Boden hockte und noch immer einen Spruch nach dem anderen von sich gab, endlich seiner gerechten Strafe zuzuführen.
Unsanft griff sie nach dem Kinn des anderen und musterte sein hartes Gesicht noch einmal, die Narben, die sie im Schein des spärlichen Lichts erkennen konnte und die ihr davon berichteten, dass dies hier wohl offensichtlich nicht seine erste Jagd gewesen war, die er durchgeführt hatte. Wohl aber die Erste, an der er gescheitert war. "Du weißt, dass wir deinen Kopf dafür fordern werden, nicht wahr?", fragte sie schließlich und hob eine Hand, um mit Hilfe ihrer eigenen Magie für ausreichend Licht in dem Raum zu sorgen, in dem sie zuvor selbst kaum etwas hatte erkennen können. "Tut es sehr weh? Ich hoffe, du hast richtig schöne Kopfschmerzen für den Mist, den du Adriana und Elijah angetan hast", schickte sie nur wenig später hinterher und erhob sich langsam wieder, die Hand, mit welcher sie den anderen festgehalten hatte, an ihrem eigenen Kleid abwischend. Ein einziger Magier hatte ihn hierher gebracht ... das hieß, es gab noch mehr Flüchtige aus Fyonara, die hier Schutz suchten und die ihr Seelenheil hier zu finden glaubten, weil sie in ihrer Heimat gejagt wurden. Sie würden reagieren müssen - würden den Mann oder die Frau finden müssen, bevor noch mehr der Jäger hier auftauchten, weil sie sie suchten.
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 8:26 pm

"Seid wann bist du in diesem Land? Woher wusstest du in welchem Zimmer sich die Hofmagierin aufhält? Wieso sie? Wie kamst du hier herein? Was ist in dem Pulver welches wir bei dir gefunden haben?" schoss Alvias die Fragen heraus und kniete sich schließlich auf den gebrochenen Knöchel des anderen während er einen kleinen Edelsteinsplitter aus der Tasche nahm und damit herum spielte. Einst hatte er zu seinem Gürtel gehört, in welchem magische Energie gespeichert wurde ehe er wohl im Laufe der Zeit verloren gegangen war. Dieser Splitter war alles gewesen was in Ceunon noch in einem kleinen Schrein aufbewahrt worden war. Auf einmal und mit ziemlicher genauigkeit rammte Alvias dem fluchenden Jäger eben jenen Splitter ins linke Auge - nicht tief, doch fest und ohne zu zögern. "Sprich oder meine Begleitung hier wird diesen Splitter nach und nach mit Energie aufladen. Was glaubst du, was dann mit deinem Schädel passiert?"
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 8:38 pm

Starr vor Angst und gleichermaßen vor Entsetzten bewegte der Jäger weder Kopf noch Auge. „Nimm das raus, nimm das verdammte Ding aus meinem Auge raus!“ Schrie er in einer erstaunlich hohen Tonlage, krallte die Finger in die dreckigen Rillen des Kerkers. Der noch immer hämmernde Schmerz in seinem Kopf und die Tatsache das gerade Jemand etwas durch sein Auge gestochen hatte, vielleicht auch die allgemeine Notlage ließen den Mann, der vorher nie in seinem Leben wahrer Angst begegnet war, mit einem mal zittern.
„Es ist magiehemmendes Pulver, zumindest wird uns das mitgeteilt. Aber das klingt viel zu kompliziert wenn man die eigentliche Rezeptur bedenkt. Es sind nur ein paar wenige Pflanzen die sogar in euren Gefilden wachsen.“ Als sich der Diamant ein Stück bewegte, wimmerte er leise. „Berensflug, Haarnswurzel, dazu gewöhnliche Seerosen und ein paar Fliegenpilze. Scheiße was denkt ihr denn wie wir an so viel von dem Zeug kommen? Auf Reisen stellen wir es selbst her! Und eure verdammte Schnepfe war einfacher zu finden als eine feuchte Frau im Bordell. Der halbe Hof hat über sie geredet und eure Wachen sind ebenso redselig wie ein paar Waschweiber, vor allem wenn man sich als junge Ritter zu erkennen gibt. Und jetzt nimm das verdammte Ding aus meinem Auge! Es war reiner Zufall. Sie war magisches Gesocks und ich töte solches Kroppzeug eben, Ende der Geschichte!“
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 8:48 pm

"Danke" meinte Alvias leise und lächelte matt. Magisches Kroppzeug, sie töteten es einfach. Der Mann sprach über diese Tätigkeit so, als würde er einen tollwütigen Hund töten. Nein, noch schlimmer - einem tollwütigen Hund brachte man noch Mitgefühl entgegen. Er sprach, als würde er Unkraut ausreißen. Alvias schüttelte den Kopf während sein Blick dem des anderen begegnete. Wie oft hatte er solche Wahnsinnigen hören müssen? Ramirez der wahnsinnige Dispot, selbst sein eigener Bruder hatte ihm die wenigen magischen Kräfte die in ihm schlummerten geneidet. Immer waren es Magier gewesen, die Progrome hatten erdulden müssen. Von Männern wir diesem und auch jetzt wo das Zeitalter der Magie in ihrem Land angebrochen zu sein schien spürte Alvias, dass doch ein misstrauen gegen Magier in den Herzen der Menschen mitschwang. Etwas gegen das Aiko nichts tat. Wenn sie zuließen, dass solche Menschen ungehindert und ungestraft ihre Arbeit vollbringen konnten...
Alvias nahm den Kopf des Jägers in eine Hand, ehe er mit hilfe seines Daumens den Splitter weiter hinein drückte und das einzige Wort in der alten Sprache sagte, dass er gänzlich beherrschte."Brisingr" Es war keine Feuerbrunst, oder etwas ähnlich spektakuläres. Der Kristall lud sich mit der magischen Energie des Feuers auf. "Dieser Splitter wird auf ewig in eurem Augen verbleiben - die Magie die ihr so sehr hasst soll ein Teil von euch sein, Jäger"
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 8:58 pm

"Alvias ...", murmelte Coreen lediglich und griff nach der Hand ihres Mannes, nachdem sie zuvor mit unwohlem Gefühl beobachtet hatte, was er mit dem Mann vor ihr am Boden angestellt hatte und Kopfschütteln war nun ihre eigene Reaktion auf eben diese Folterungen. "Wir sind nicht wie sie. Wir sind nicht so grausam - ich weiß, dass du sie hasst - ebenso wie ich auch, aber das ist nicht unser Mittel. Er soll noch vor ein Gericht gestellt werden und das bei Möglichkeit am Leben und so dass er antworten kann", führte sie hinzu und schob ihn ein Stück weit zurück, ihren Blick noch auf seinen Augen ruhen lassend, in welchen sie durchaus den Zorn und den Hass auf die Einstellung des Jägers erkennen konnte. Sie teilte eben jene Emotionen und wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte sie am Liebsten jeden einzelnen Teil dieses Jägers einzeln abgeschält und ihm dann zum Essen gegeben, aber diese Grausamkeit brachte niemandem etwas und vor allem würde es nicht dazu beitragen, dass es Elijah oder Adriana besser ging, die sich noch immer in einem der Zimmer von den Folterungen des Jägers erholten. "Geh, bitte. Ich kümmere mich noch um ihn und halte ihn weitestgehend am Leben, bevor ich nachkomme. Geh zu Aiko und den anderen und sag ihnen, was wir erfahren haben, bevor sie einander an den Hals gehen - ich geh, wenn ich hier fertig bin, hoch zu Elijah und Adriana und kümmer mich um die beiden. Bitte", versuchte sie es noch einmal und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen, welchem ein entwaffnendes Lächeln folgte, von dem sie hoffte, es würde seinen Zweck nicht verfehlen und allen Widerstand in ihrem Mann brechen.
Erst als die Tür hinter ihm zufiel, wandte sich Coreen wieder dem Jäger zu und glitt neben ihm in die Hocke. "Eigentlich hättest du die Schmerzen wirklich verdient, aber dann bringst du uns nichts mehr", raunte sie dem Gefangenen lediglich zu ehe sie nach seinem Gesicht griff und selbiges eisern mit den Fingern umschlossen hielt während sie ihre eigene Energie auf den dünnen Kristallsplitter konzentrierte, den Alvias ihm ins Auge getrieben hatte und den sie nun mittels Magie wieder Stück um Stück hervor zog bis das kleine Stück auf dem Boden aufkam und sie sich wieder erhob. "Wahrscheinlich will dein Anführer später auch noch mit dir sprechen. Wir haben also keine Wahl als dich so am Leben zu lassen."
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 9:09 pm

„Mein Anführer, mein Anführer, ich weiß nicht einmal vom wem ihr sprecht.“ Tönte er leise, während er nach und nach in ein leichtes Delirium des Schmerzes verfiel und dem Kopf, nachdem der Splitter aus seinem Auge entfernt war, erleichtert zurückwarf. Er spürte das entstandene Loch durch die Augenlider, wagte jedoch nicht allzu oft zu blinzeln um dieses Gefühl immer wieder neu zu spüren. Stattdessen schloss er nur die Augen, öffnete jedoch, als er schließlich spürte dass die Zauberin nach wie vor neben ihm saß, das noch verbliebene Auge. „Ihr werdet mich hinrichten, nicht wahr?“ Er wartete nicht auf eine Antwort, wandte sich jedoch auch nicht ab als die Frau seine anderen Wunden begutachtete.
„Vielleicht ist es das günstigste. Ich bin bei meiner Arbeit gestorben, es gibt kaum ein Ende das einen mehr erfüllt, nicht wahr?“ Er zog immer wieder probehalber an den Ketten, doch gab keines jener Glieder auch nur im Geringsten nach, sodass er diese Bemühung alsbald sein ließ.
„Ich war gut Hexe, wahrlich. Man lobte mich jedes Mal wenn ich nach Hause kam, auch nach meiner ersten Jagd. Oh und ich genoss es. Nein, nicht das Töten eurer Art, die Anerkennung. Das worauf man Jahrelang hinarbeitete, ein einfaches, schlichtes Lächeln des Herrn Vorsteher. Ein Lob war in diesem Moment mehr wert als jedes Anwesen, jede Summe Geld. Es war ehrlich, glaubte ich zumindest.“
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 9:17 pm

"Wir werden Euch nicht hinrichten, Jäger. Das wird wahrscheinlich Euer Kaiser tun, so wie wahrscheinlich mit Eurer gesamten Art, weil wir es fordern und sich selbst Fyonara keinen Drei-Fronten-Krieg leisten kann. Ich beglückwünsche Euch, Jäger - Ihr erhaltet nun die Anerkennung Eure gesamte Sippschaft, jeden einzelnen Jäger Eures Landes, auf dem Gewissen zu haben, weil Ihr Euch nicht an das Verbot halten konntet, hierher zu kommen. Ich hoffe für Euch, dass es das wert war", lautete Coreens einzige ungerührte Antwort, die sich mit verschränkten Armen dem Jäger gegenüber an eine der Zellenwände lehnte und ihren Blick noch einmal über ihn wandern ließ. Eigentlich war er wirklich erbärmlich wie er hier vor ihr saß und unfähig war, sich noch zu bewegen - eigentlich gab es gar nichts, was sie an ihm fürchten musste und im Grunde genommen war er doch eigentlich auch nur ein einfacher Mann, der auf das Töten von Magiern ausgebildet worden war, ebenso wie sie nun einmal Soldaten für den Krieg oder die Wache ausbildeten. Die ganze Furcht, die sie einst noch vor dem Reich und seinen Magierjägern empfunden hatte, schwand in jenem Moment, in dem sie dem Jäger in die Augen blickte und darin eben solche Angst erkannte, wie sie sie bei Adriana gesehen hatte, als die am Ende ihrer Kräfte und vollkommen panisch vor ihrem Zimmer gestanden hatte und um Hilfe gerufen hatte.
"Vielleicht könntet Ihr noch auf einen schnellen Tod oder sogar auf Euer Überleben hoffen, wenn Ihr nett zu uns seid und uns sagt, was wir hören wollen. Vielleicht könnt Ihr Eurem Land und dem Frieden noch einmal helfen, wenn Ihr Euch kooperativ zeigt und dafür sorgt, dass die Bündnisse zwischen Eurem Fyonara und unserem Alagäsia-Aurea nicht brechen. Welches Land fällt Euch ganz spontan ein, das Ihr schon einmal besucht habt? Ihr behauptet, Fyonara hat nichts damit zu tun und wir finden gemeinsam mit Eurer Heimat einen neuen gemeinsamen Feind, den wir ohnehin loswerden wollen. Was haltet Ihr davon?"
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 9:32 pm

„So zu tun als würde ich von einem anderen Land, oder anders gesagt, in dessen Auftrag kommen?“ Er schien eine ganze Weile lang darüber nachzudenken, wobei eben diese Zeit auch einer kurzen Ohnmacht gutschreiben konnte. Doch nach ein paar Minuten hob er den Kopf, spuckte erneut aus und bewegte die Füße in den Kettengliedern, wobei der gebrochene Knöchel ein ungesundes Knirschen von sich gab. „Mich interessiert weder große Moral noch anderes, politische Plänkeleien erst recht nicht.“ Er kniff das gesunde Auge zusammen, zwang sich, trotz des Schmerzes dann jedoch zu der Zauberin hinüber zu schauen.
„Ich will mit euch einen Pakt schließen. Ihr behauptet ihr seid ein normaler Mensch? Nun ich glaube es nicht, aber wenn ihr euch für einen haltet, dann werdet ihr sicherlich auch ein solches Ehrgefühl, oder zumindest etwas dass dem gleichkommt haben. Ich werde vor versammelter Mannschaft alles sagen was ihr hören wollt, im Gegenzug verlange ich nur dass ihr mich freilasst. Keine Übergabe. Sagt ich wäre geflohen und bestraft von mir aus eine Wache dafür. Ich werde meiner Wege ziehen und dieses verdammte Land verlassen.“
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BeitragThema: Re: Kerker   Fr Okt 24, 2014 9:40 pm

Eine ganze Weile lang musterte Coreen den Jäger noch einmal und schien über dessen Angebot nachzudenken. Es würde sie weiter nach vorn bringen, wenn er ihnen das sagte, was sie hören wollten und es würde endlose politische Gespräche zu einem Ende bringen, wenn er jetzt einfach genau das sagte, was sie brauchten, selbst wenn es einen Krieg mit einem anderen Reich vom Zaun brechen würde, in dem Alagäsia-Aurea ohne Zweifel selbst tätig werden müsse. Im Stillen verwünschte sie die momentane Außenpolitik, weil sie wusste, dass ein Krieg gemeinsam mit Fyonara darauf hinauslaufen würde, dass die Magier im Land verweilen müssten während die Soldaten in die Schlacht zögen und sie ganz genau wusste, dass sie damit auch gleichzeitig ihren eigenen Mann wieder in eine Schlacht gehen lassen müsste, von der sie nicht wusste, ob er sie gewinnen würde. Es ging nicht anders - sie brauchten Stabilität und mächtige Verbündete, damit andere Thronräuber wussten, was ihnen blühte, wenn sie gegen Aiko und Ileana vorgingen und so seufzte die Zauberin schließlich schwer und resigniert.
"Gut", stimmte sie dem Jäger mit einem knappen Nicken zu und schnaubte noch einmal. "Aber glaubt mir, wenn Ihr noch einen einzigen Magier jagt, dann schwöre ich Euch, ich werde Euch finden und dann wird kein Gott Eurer Heimat, kein magiehemmendes Pulver und keine Waffe dieser Welt Euch vor mir bewahren, lasst Euch das gesagt sein. Ich werde Euch bis zum Ende dieser Welt jagen und ich werde Euch jedes kleine Stück Haut vom Leib schälen und es magisch aufladen bevor Ihr es wieder zurück erhaltet und glaubt mir, ich habe bislang alle Versprechen gehalten, die ich jemals gegeben habe.", setzte sie noch warnend hinterher. Was würden nur die anderen denken? Sie würden sie verwünschen, wenn sie jemals die Wahrheit dahinter erfuhren, aber es ging nicht anders - nicht, wenn sie im Wohl des Landes und seines Volkes dachte und sich endlich von den Reglementierungen löste, die die Kirche und Aikos harmoniebedürftiger Führungsstil aufgestellt hatte und die das Land beinahe zu Grunde gerichtet hatten.
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Kerker   So Okt 26, 2014 9:41 pm

Es war ihm alles andere als ungelegen gekommen, dass Castor mittels eines Beruhigungsmittels ruhig gestellt worden war und es ihm damit ermöglicht wurde, eine Sache nach der anderen abzuarbeiten. Septim war bei Adriana und wachte über sie, Castor schlief noch immer, ebenso wie Elijah und Gaius war bei Askari und sorgte dafür, dass dieser nicht Reißaus nahm und zu seinen Landsleuten zurückkehrte, um dort eine Verteidigung zu errichten, die ihm selbst nichts weiter außer die nächsten Scherereien bringen würde und das, was ihm nun noch zu tun blieb, war sich um jenen widerspenstigen Jäger zu kümmern, der in den Kerker geworfen worden war und von dem er bislang noch kein weiteres Wort gehört hatte. Es interessierte ihn durchaus, wie der andere auf den Gedanken gekommen war, nach Alagäsia-Aurea aufzubrechen, weshalb er die Befehle ausgeschlagen hatte, die ihm und allen anderen seiner Einheit gegeben worden waren.
Der Gang, durch den er nun schritt, war dunkel und nur vereinzelt erhellt von den Pechfackeln, die an den Wänden hingen und die regelmäßig von den Wachen gewechselt wurden, die hier ihre Schichten hatten und von denen ihn nun auch zwei bis zu der Zelle des Jägers geleiteten. Ihre Blicke waren es aus, die ihn davon abhielten, seine Schritte zu beschleunigen und die Hände zu Fäusten zu ballen - sie waren es, die ihn dazu zwangen, seine Selbstbeherrschung aufrecht zu erhalten und als sich nach einer schieren Ewigkeit die Tür zu jener Zelle öffnete, in der sein eigener Jäger untergebracht worden war, schlug ihm der widerwärtige Geruch von Schweiß und Exkrementen entgegen, der ihn kurz das Gesicht verziehen ließ.
Es waren nur ein paar wenige Worte, die er den Wachen zukommen ließ und die sie dazu brachten, vor der Tür zu warten, ihm dieses Gespräch gänzlich allein zu überlassen und Aurelius verschränkte die Arme vor der Brust während seine Augen das Häufchen Elend von einem Jäger ins Auge fasste. "Du hast dich den Befehlen widersetzt, die ich gegeben habe", führte er mit fester, harter Stimme an, sich weder die Zeit für eine Begrüßung nehmend, noch ein anderes freundliches Wort findend. "Ich würde gern wissen, aus welchen Gründen."
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BeitragThema: Re: Kerker   So Okt 26, 2014 9:56 pm

Der Schmerz zog sich bereits so lange hin, dass er ihn inzwischen nur noch dumpf spürte, ja sich sogar schon beinahe daran gewöhnt hatte. Das Auge in den der fremde Mann den Diamanten getrieben hatte, war umhüllt von beiden Augenlidern, denn das ständige Tränen eben dieses war irgendwann so lästig geworden, dass er es sich alle zwei Minuten gerieben hatte. Er hatte schließlich sogar ein paar Stunden Schlaf gefunden, doch wurde dieser von dem abrupten, lauten quietschen der Scharniere unterbrochen und als der Jäger aufsah, sah er einen Mann, den er bisher nur ein einziges Mal in seinem Leben gesehen hatte und dessen Gesicht er dennoch besser kannte als das seiner eigenen Mutter.
„Kaiser de Gaweia.“ Er neigte den Kopf, ging auf die Knie und legte die Hände auf eben diese, die traditionelle Geste wenn er Jemanden vor sich hatte, der im Rang weit über ihm stand. Doch was wollte eben diese große Persönlichkeit hier von ihm? Und in just jenem Moment vielen ihm die Worte der Hexe ein.
„Herr … ihr.“ Seine Stimme war nicht viel mehr als ein wilder Schwall an Geräuschen, aus denen man nur schwer folgen konnte. „Ich verfolgte einen entflohenen Magier aus unserem Land hierher, verlor letztlich jedoch seine Spur. Ich … ich wollte nicht mit einer solchen Schande in die Heimat zurückkehren, daher dachte ich, das stellen der allseits gesuchten Hexe Adriana würde dies wieder ausgleichen.“
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BeitragThema: Re: Kerker   So Okt 26, 2014 10:04 pm

Es war immerhin ein positiver Aspekt, dass der Jäger vor ihm noch immer zu wissen schien, wer letztlich die Entscheidungen darüber traf, was sein Leben oder seinen Tod anbelangte - jener einzige positive Aspekt, welcher Aurelius davon abhielt, jetzt nicht zuzuschlagen. Er war noch nie ein Freund von übermäßiger Gewalt gewesen, hatte sich stets im Griff gehabt und alles auf eine andere Art und Weise lösen können, doch allmählich begannen die aktuellen Ereignisse auch an seinen Nerven zu zerren und seinen Geduldsfaden weit dünner zu machen, als es sonst der Fall war. Der Mann vor ihm hatte seine Arbeit gemacht und unter anderen Umständen, in einer anderen Zeit und mit einer anderen Vergangenheit hätte er ihn wohl beglückwünscht oder ihn für sein Versagen bestraft, doch hier, als derjenige, der er nun einmal war, empfand er nicht viel mehr als Wut über die Befehlsverweigerung und noch viel mehr Zorn darüber, dass der andere beinahe seine kleine Schwester wieder zurück gebracht hatte und dabei auch noch ihren Geliebten beinahe umgebracht hatte.
"Deine Einheit hatte strikte Befehle, dieses Land nicht zu betreten und keinerlei Angriffe durchzuführen, insbesondere nicht auf Adriana Fiorenza, damit wir hier keinen Krieg riskieren. Das ist dir bewusst. Du hast willentlich und wissentlich diese Befehle ignoriert, um dich selbst zu bereichern und Ruhm in der Heimat zu ernten", führte Aurelius schließlich mit erstaunlich ruhiger Stimme an und schüttelte den Kopf, während sich sichtliche Enttäuschung in seinem Gesicht wiederspiegelte als das spärliche Licht der Fackeln dieses erhellte. "Alagäsia-Aurea verlangt deinen Kopf für den Angriff auf ihre Hofmagierin und ich bin geneigt, diesem Wunsch nachzukommen. Nenn mir einen Grund, aus dem ich ablehnen sollte und dich zurück in die Heimat kehren lassen sollte."
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BeitragThema: Re: Kerker   So Okt 26, 2014 10:17 pm

„Ich kann ihn euch nennen.“ Gab der Jäger, schneller als er es selbst erwartet hätte von sich. Er wusste nicht ob die Hexe damit einverstanden sein würde, doch ihren Pakt, den er mit ihr geschlossen hatte, würde dies in keiner Art und Weise behindern. „Ich kann, wenn ihr es denn wünscht, die Aussage vor allen anderen Politikern und Herrschern treffen, dass ich nicht in eurem, sondern im Namen von Jemand anderem gehandelt habe. Dieses Angebot wurde mir bereits unterbreitet, meine Aussage gegen mein Leben. Ich bitte nicht einmal nach Fyonara zurückzukehren, mir genügt ein Leben abseits dieser Stadt. Ich habe meine Ehre verwirkt, als ich eurem Befehl widersprach Kaiser und stattdessen versuchte mich persönlich zu bereichern. Allein dies ist eine Todsünde, etwas, dass keiner meiner Brüder, wenn er es erfahren würde, akzeptieren könnte.“
Seine Auge zuckte immer wieder nervös unter den Lidern, pochte wild und trieb den Schmerz weiter an, doch wagte er es nicht auch nur eine einzige Miene angesichts eben dessen zu verziehen.
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Kerker   So Okt 26, 2014 10:28 pm

"Dieses Angebot wurde bereits unterbreitet", wiederholte Aurelius lediglich die Worte des Jägers, der vor ihm auf dem Boden saß und ließ seine Augenbrauen ein Stück weit in die Höhe wandern. Es gab bislang nur sehr wenige Menschen, die hierher gekommen waren und die Gelegenheit erhielten mit dem Jäger zu sprechen und einmal mehr beschloss er ein weiteres Wort mit Aiko über das zu sprechen, was Alagäsia-Aurea sich hier herausnahm, wenn sie einen Handel eingingen, ohne selbigen mit ihm abzusprechen. "Und welches Land soll dich gesandt haben? Es sind entweder Bündnispartner oder Vasallenstaaten. Dieser Handel wird dir nichts bringen und ich trage durchaus die Konsequenzen über das Fehlverhalten meiner Jäger. Wir sind nicht Valencia, indem wir unsere Schuld abstreiten müssen", setzte er ihm noch entgegen und schüttelte erneut den Kopf. Seine Einheit würde sicherlich nicht akzeptieren, was er getan hatte, ebenso wenig wie es das Volk tun würde und er würde das auch nicht tun. Im Militär gab es Kollektivstrafen - bei Versagen war es eine gesamte Einheit, die für den Fehler eines einzelnen Soldaten bestraft wurden und auch bei den Jägern waren eben diese Strafen an der Tagesordnung - er sollte von seiner eigenen Einheit bestraft werden.
"Wenn - und noch steht meine Meinung darüber noch nicht eindeutig fest - ich mich entscheiden sollte, dein Leben zu verschonen, wird es deine eigene Einheit sein, die dich bestraft. Jeder der Jäger wird einen Schlag frei haben, jeder der einhundert Mann, die es in unserer Heimat gibt. Du wirst unehrenhaft aus deiner Einheit entlassen und wirst den Bürgerstatus Fyonaras verlieren. Du wirst diesem Land den Rücken kehren und nie wieder zurückkehren."
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Garrett Harlan

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BeitragThema: Re: Kerker   So Jan 04, 2015 11:19 pm

Mit festen Schritten folgte Garrett den Wachen die langen, dunklen Gänge der Kerkergewölbe entlang, die Hand noch immer auf dem Knauf seines Schwertes während seine Augen immer wieder die Wände und Kerkertüren abschätzten, die sie passierten. Zu oft schon hatte er Aufstände erlebt, zu oft bereits selbst Fluchtversuche vereitelt, als dass er sich der trügerischen Sicherheit einer einfachen Tür hingeben würde, die einen Verbrecher weggesperrt halten sollte und nach allem, was er von dem Mann gehört hatte, zu dem er jetzt auf dem Weg war, würde auch dieser sich nicht aufgrund einer Tür zurück halten. Die Wachen in der Kaserne hatten sich darüber unterhalten, dass ein Mann eingesperrt worden war, der einst einem Fremden gedient hatte, bevor sein Schwert zu dem jungen Belatona übergegangen war - jenem Belatona, der bereits seit Wochen der Königin hinterher lief, wie ein räudiger Köter der nächsten läufigen Hündin. Belatona, die einst das Reich verraten hatten, als sie gemeinsam mit LaFleur Dras-Leona angegriffen hatten und die sich mit der Hure Bonadeo scheinbar prächtig verstanden hatten bis sie ihnen nicht mehr lukrativ genug erschienen war. Garrett hatte den Jungen stets mit Argusaugen gemustert, jeden seiner Schritte überwachen lassen und wie es schien zahlte sich eben jene Vorsicht nun aus.
Das Pech der Fackeln zischte als Garrett nach dieser griff und sie aus der Halterung nahm ehe er sich an den Wachen vorüber schob. Mit nur einem einzigen Nicken die Männer der Garde wieder fortschickend und die dunkle Zelle mit einem kurzen Fackelschwenk erhellend bis er die zusammen gesunkene Gestalt des wohl einstmals kräftigen Soldaten erkannte, der hier eingesperrt worden war. "Sie sagten, Ihr kommt nicht aus Alagäsia, als ich sie nach Euch gefragt habe", bemerkte Garrett lediglich als er die Fackel in die Halterung nahe der Tür schob und die Arme vor der Brust verschränkte ehe er sich gegen die geschlossene Zellentür lehnte. "Und Ihr seid wohl der einzige Gefangene, der nicht versucht hat, seinem Schicksal durch eine Flucht oder einen Selbstmord zu entgehen."
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Treyes Thornwald

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BeitragThema: Re: Kerker   So Jan 04, 2015 11:37 pm

"Seinem Schicksal kann niemand entkommen" erwiderte Treyes und seine eingefallenen Augen sahen zu dem Mann, welcher sich vor ihm aufgebaut hatte. Er hatte längst mit allem abgeschlossen, hatte sich und jeden anderen auch aufgegeben. Zuvor hatte er noch gekämpft, hatte dem Jungen sein Schwert schulden wollen. Doch kaum hatten sie das Schloss betreten hatte man ihn in Ketten legen lassen. Robert war verschwunden, das wusste er mittlerweile und Philippa kümmerte sich einen Dreck um all das hier, hielt sich bedeckt und hoffte vermutlich, dass man ihn still und heimlich hinrichten würde.
"Wenn es uns nicht in diesem Leben trifft, dann danach - und was dort geschieht ist für die Ewigkeit. Ich kenne meinen Platz auf Erden. Ich habe lange genug versucht weg zu rennen" er schüttelte den Kopf. "Warum seid ihr hier? Wollt ihr erfahren zu welchen Göttern ich bete, damit man mir den passenden Priester schicken kann um mir die letzte Beichte abzunehmen? Ich verzichte dankend. Alles wichtige, habe ich mit den Göttern bereits selbst abgemacht"
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Garrett Harlan

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BeitragThema: Re: Kerker   So Jan 04, 2015 11:44 pm

"Die Götter dieses oder eines anderen Landes können mir gestohlen bleiben. Ich habe zu viele Glauben in den Augen von zu vielen Wahnsinnigen gesehen", lautete Garretts erste Antwort ehe er sich von der Tür abstieß und ein paar Schritte in den Raum hinein machte, in dem der andere saß und seltsam gebrochen wirkte. Es waren immer jene Blinden, die glaubten, sie würden das Richtige tun und dafür verurteilt wurden, was andere entschieden hatten und während sein Gönner dort draußen noch immer Chaos und Unruhe stiftete, würde der Mann hier vor ihm im Dreck verrotten ehe die Ratten an seinen Überresten nagen würden, wenn sein Todesurteil unterzeichnet worden war. "Aber um Euch eine ehrliche Antwort zu geben. Nein, ich war lediglich neugierig darauf, welche tragische Geschichte hinter dem gebrochenen Gesicht steckt, das mir hier entgegen blickt und das sich scheinbar mit seinem Schicksal abgefunden hat", fügte Garrett schließlich zur Antwort hinzu als er sich auf die kleine Pritsche sinken ließ, die man bei Errichtung des Gefängnisses in den Stein gemauert hatte und die nicht weniger unbequem schien als der Rest dieser gesamten Zelle.
"Ihr hättet eine Chance, eine reelle und ehrliche, wenn Ihr Euch bereit erklärt uns zu helfen. Wir verfolgen den jungen Mann, den Ihr offensichtlich gut kennt und der bislang damit beschäftigt ist, Adlige gegen die Krone aufzustacheln. Es wird Bürgeraufstände in diesem Reich geben, die niemandem etwas bringen. Der Junge hat Euch im Stich gelassen und lässt Euch zum Sterben hier", folgte es noch nach ehe Garrett die Augenbrauen zusammen zog als er den Blick seines Gegenübers streifte.
"Wollt Ihr das? Hier in einem fremden Land einfach sterben?"
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Treyes Thornwald

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BeitragThema: Re: Kerker   So Jan 04, 2015 11:53 pm

"Ó, egyél meg" fluchte Treyes und schüttelte den Kopf, während er mit der Hand über den staubigen Boden glitt, dort Rattenkötel und Sand fortwischte. "Es geht hier doch nur darum von mir was über den Jungen zu erfahren, ehe ihr mich aufknüpft" er spuckte aus, doch seine Spucke war nur noch zähflüssig und rötlich vom Zahnfleischbluten, da er keine ausgewogene Nahrung erhielt, so dass sie in seinem Bart versickerte und er sie mit dem flickigen, durchlöcherten Ärmel abwischte.
"Weißt du was? Na gut, ist mir mittlerwiele sowieso egal. Ich habe meine eigentlichen Absicht ja sowieso schon längst aus den Augen verloren. Hör mal, ich bin mir sicher, dass du nicht viel Zeit hast also mach ichs kurz. Die Mutter von dem Jungen? Phillipa - hat sich scheinbar ne lange Zeit in den dunkleren Seitengassen umher getrieben, bis sie einen Nachkommen Palancars gefunden hat, für den sie die Beine breit machen konnte. Danach hat sie den Jungen geboren und groß gezogne um ihn auf den Thron zu setzen. Gewgater Plan, aber lief ganz gut. Ich war ihr Schlagetot. Ihr "Mietschwert". Stellte nie viele Fragen, brachte dem Jungen das Kämpfen bei, jedoch nur so gut, dass ich ihn selbst zu jedem Zeitpunkt töten könnte. Danach... nun, schien ich nicht weiter von Belang zu sein. Kurze Geschichte nicht wahr? Tja. In meinem Kopf war sie immer irgendwie viel länger... aber das ist es wohl was bleibt von meinem Leben. Eine Randnotiz, drei Sätze im großen Buch der Geschichte"
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Garrett Harlan

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BeitragThema: Re: Kerker   Mo Jan 05, 2015 12:01 am

"Komolyan? Bassza!", fluchte Garrett lediglich und hieb wütend eine Hand gegen den Stein der Kerkerwand. Es durfte nicht wahr sein - da sicherten sie alles ab und was geschah? Ausgerechnet ein Erbe Palancars schlich sich an den königlichen Hof und sorgte dafür, dass das Volk sich erhob. Natürlich - jetzt begann alles einen Sinn zu machen, der Grund für die Getreiderückstände, die angegeben worden waren, der flüchtende Junge, der bei dem Adligen gewesen war um diesen aufzustacheln. Er plante das Volk gegen die Königin aufzuwiegeln, damit er selbst als starker Herrscher eines alten Geschlechts an die Macht kommen konnte und was seine Mutter anging, sie war hier geblieben, damit sie über alles die Kontrolle behalten konnte. Sie musste den Jungen gewarnt haben, als der Befehl rausging, dass Drake und die Einheit nach dem fehlenden Korn suchen und dem Adligen auf die Finger schauen sollten.
"Kannst du dein Selbstmitleid für eine einzige Sekunde für dich behalten und dein Leben später weiter betrauern?", fragte Garrett schließlich und glitt vor dem anderen in die Hocke, nach seinem Hemd greifend, um den anderen ein Stück weiter zu sich zu ziehen. "Hör mir zu. Wir müssen den Jungen finden und stoppen und bisher haben wir keinen einzigen Anhaltspunkt außer ein paar Adliger, die sich gegen die Krone stellen und ihr Getreide zurück halten. Wenn du leben willst, dann sag mir jetzt und hier, dass du uns helfen wirst, den Jungen und seine Mitverschwörer zu finden und sie zu ihrer Hinrichtung hierher zu bringen", sprach er weiter ohne seinen Griff um den Kragen des anderen zu lockern.
"Hilf uns und ich sorge dafür, dass du nicht im Dreck stirbst."
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BeitragThema: Re: Kerker   Mo Jan 05, 2015 12:12 am

"Jössz Fyham ?" fragte er den anderen und seine Augen funkelten für einen kurzen Augenblick. "Und du kämpfst für diese Königin? Für die Königin, die unser Land..." er schwieg für einen kurzen Moment, sah den anderen noch einmal eingehend an. Irgendwoher kannte er diese Augen, diesen Mund, diese Nase. Er leckte sich über die spröden, aufgesprungenen Lippen und versuchte sich das Gesicht ohne Bart vorzustellen. "Wie alt bist du? 33? 34?" fragte er den Jüngeren, welcher kurz nickte. "Garrett..." flüsterte er leise. "Das kann nicht sein. Ich dachte du und deine Mutter, ihr wärt...".
Flammen holten ihn ein. Sie waren warm, unangenehm aber nicht mehr so lodernd heiß wie in jener Nacht vor dreißig Jahren, in der sein Haus abgebgrannt war. Später hatte man zwei Leichen darin gefunden. Er hatte geglaubt, Philippa hatte gesagt seine Schwester und sein Neffe wären in den Flammen umgekommen.
"Besorg mir eine Rüstung und ein Schwert. Und lass mich zu der Hure von Mutter und ich jage ihn bis ans Ende der Welt"
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Garrett Harlan

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BeitragThema: Re: Kerker   Mo Jan 05, 2015 12:27 am

Für einen kurzen Moment blieb ihm nichts anderes übrig als den anderen fragend anzusehen, als Erkennen in dessen Augen getreten war. Dann allerdings sprach er Dinge aus, über die Garrett bislang mit niemandem gesprochen hatte - darüber, was damals geschehen war und weshalb er noch immer das Feuer respektierte und fürchtete. Es waren Männer ins Haus gekommen und seine Mutter hatte ihn in einem der Vorratsschränke versteckt, von wo aus er gesehen hatte, wie sie ermordet worden war - wie eine Frau den Raum betreten hatte und seiner Mutter den Dolch ins Herz gerammt hatte, bevor die bewaffneten Männer das ganze Haus in Brand gesteckt hatten. Garrett war damals die Flucht durch den Keller gelungen und ein paar Händler hatten das dreckige Kind, das er einst war, gefunden und nach Feinster gebracht, damit er dort aufgezogen werden konnte - die Erinnerungen an all das, was geschehen war, hatte er jedoch nie ablegen können, selbst wenn die Fetzen der Erinnerungen verschwommen waren - zumindest bis zu jenem Moment, in dem der andere begonnen hatte davon zu sprechen.
"Treyes?", fragte er schließlich, weil das das Einzige war, was ihm in diesem Moment einfiel und kopfschüttelnd fuhr er sich mit einer Hand über das Gesicht. Das war es also, was aus seiner Familie geworden war - verkohlte Leichen und ein Mietschwert, das sich jetzt für eine gerechte Sache entschied. Mit einer einzigen Bewegung griff Garrett nach der Hand seines Onkels und zog diesen auf die Füße. "Es geht hier nicht nur um Rache. Ja, ich kämpfe für diese Königin und ich werde es tun bis ich sterbe. Fyham ist verloren und ich trauere alledem nicht länger hinterher - hier verhindere ich, dass meine neue Heimat dasselbe Schicksal wie unsere Alte erleidet, verstehst du? Kannst du dich damit anfreunden? Beantworte mir das, bevor ich dich frei lasse und dir dein Schwert und deine Rüstung zurück gebe."
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