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 Thronsaal

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Nyaralin
Königin der Elfen
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Nov 07, 2014 10:02 pm

Es waren gute Wünsche, die der junge König hier an sie heran trug, Wünsche, die dem jungen Volk der Nachkommenden Sicherheit brachten und Wünsche, die vielleicht dafür sorgen würden, dass das Volk der Sterne den Fluch aufheben könnte, der einst über dem Thron ausgesprochen worden war und dennoch blieb Nyarálin für eine ganze Weile lang still. Sie wollte wissen, ob der König, der hier vor ihr stand, noch immer mit dergleichen Entschlossenheit agierte, wenn die Stille eingekehrt war, die ihn auch auf dem Schlachtfeld begrüßen würde, wenn der Kampf beendet worden war und er seine Männer vor sich am Boden liegen sah. Doch aus jenem zaghaften, demütigen Mann, der noch vor so wenigen Augenblicken den Thronsaal betreten hatte und vor ihr selbst zu Boden gekrochen war, war jener junge Menschensohn geworden, der hier nun aufgerichtet und stolz stand und dem sie nun die Führung dieses Reiches auch zuzutrauen wagte. Eines Tages würde auch er fallen, eines Tages würde auch er den Lebenshauch verlieren, doch bis zu jenem Tag trug er die Hoffnung auf ein besseres Morgen und ein friedvolles Reich, wie es seit 122 Jahren nicht mehr Bestand gehalten hatte. "Der Wunsch, Majestät, ist der erste Schritt der Genesung. Zu der Eures Reiches und der Eurer selbst. Lasst Euren Wunsch Gedanke werden", antwortete sie dann mit einem milden Lächeln auf den Lippen und schlug sanft die Augen ein Stück weit nieder.
"Ihr tragt Hoffnung im Herzen. Lasst nicht zu, dass die Bosheit Euch ebenfalls für sich gewinnt, die sich wie ein düsterer Schatten über dieses Reich zieht und stetig aufs Neue ihre Klauen nach den Nachkommenden ausstreckt", setzte sie nach und lächelte erneut, als sie den Blick ihres jungen Gesprächspartners sah. Er würde stark sein, solange es jemanden gab, der ihn aufrichtete und ihn hielt, wenn alle anderen ihn stürzen ließen. Vielleicht würde er es wert sein, wieder aufs Neue hoffen zu dürfen.
"Lasst das Volk der Sterne Euer Licht in den dunklen Stunden sein, die uns alle erwarten werden."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Nov 07, 2014 10:18 pm

Lasst das Volk der Sterne Euer Licht in den dunklen Stunden sein, die uns alle erwarten werden.
Noch immer klangen die Worte in seinem Geist nach während er seine dunklen, beinahe schwarzen Augen auf sie richtete. "Danke" erwiderte er schließlich und begegnete ihrem Blick. "Ich habe euer Volk im Stich gelassen. Ich habe mich in den Problemen dieses Reiches und meinen privaten Fehden und Sorgen verloren. Ich war bei den Reiter und den zwergen, ich war in anderen Ländern und habe Politik gespielt. Doch bei den Elfen, meinen Nachbarn und jenem Volk da so viel in diesem Land bewegt hat war ich nicht. Es ehrt euch und beschämt mich, dass ihr trotz allem zu mir gekommen, trotz allem für mich eingetreten seid. Und ich verspreche euch, solange mein Geschlecht auf dem Thron der Menschen sitzt, so lange wird Freundschaft und Vertrauen zwischen Menschen und Elfen herrschen. Solange Alagaésia-Aurea besteht, solange werden wir in Harmonie leben und uns helfen"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 05, 2014 6:32 pm

Das Geräusch von schwerem Metall das gegen hartes Holz schlug kam ihm entgegen, mehrere Male, woraus Robert schloss, dass es mehrere der schweren, mit Gold und Stahl verzierten Holztüren gab, in die feine Ornamente geschnitzt worden waren. Zwar wirkten diese noch recht frisch und zeugten zweifelsohne davon, dass der Krone noch immer reichlich Geld zur Verfügung stand, doch die eigensinnige Eigenschaftes des Holzes schnell Verfärbungen aufzuweisen, machte sich auch dort bemerkbar, sodass einige der feinen, hellen Konturen und Linien nun fast zwischen dem tristen dunkelbraun des Fichtenholzes untergingen. Doch all dies interessierte Robert reichlich wenig, denn er war nicht an den Hof gekommen um die Werkstoffe der Türen zu inspizieren oder gar deren handwerkliche Verarbeitung, nein, sein Anliegen war ein gänzlich anderes.
Phillipa hatte, wie man dazu erwähnen musste die Idee zu alledem gehabt und Robert erst eine ganze Zeit lang zureden müssen, bis er sich schließlich darauf eingelassen hatte bei diesem, wahrlich riskanten Manöver mitzuwirken oder besser gesagt sogar eine der Hauptrollen darin zu spielen. Doch die Vorteile die ihm dadurch zuteil kommen würden, waren auch ihm während der Reise nach Ceunon bewusst geworden, für die sie ihr gesamtes restliches Geld ausgegeben hatten. Dafür, und für die Ausstattung der beiden Besucher, damit diese nicht etwa wie Bettler, sondern wie stattliche Bürger des Reiches wirkten. „Einen ersten Eindruck kann man nicht beeinflussen.“ Hatte Phillipa ihm immer und immer wieder eingeflößt und so versuchte Robert eben diesen so gut wie möglich ausfallen zu lassen, begrüßte die Königin, die ihm in ihrer Gnade eine Audienz gewährt hatte, oder besser gesagt Phillipa, und verneigte sich tief und hielt, der Etikette gemäß, einen Augenblick lang inne, ehe er wieder den Kopf hob.
Er war gespannt ob der Plan wirklich Früchte tragen würde, oder ob allein die Ausführung, die bei weitem kein leichtes war, schon scheitern würde. Doch von dieser Aufregung ließ er sich nichts anmerken, er stand Kerzengerade da, mit einem ehrwürdigen Lächeln das seine Freude über die Ehre einer Audienz bei der Königin ausdrücke, doch in seinem Inneren brodelte es förmlich.
Würde das alte Kaufschwert, ein Spitzname den er nur benutzt wenn er und Phillipa allein waren, alles so schaffen wie es geplant war? Sie hatten ihm einige Mittel zur Verfügung gestellt, besser gesagt Phillipa, denn diese hatte ihm das nötige Kleingeld beschafft. Wie genau wusste Robert nicht, doch über die Jahre hatte er gelernt seiner Lehrmeisterin keine unnötigen Fragen zu stellen, auf die er ohnehin keine Antwort bekommen würde.
Er zweifelte nicht an der Loyalität des Kaufschwertes, auch wenn das für einen Mann seiner Art schwer zu sagen war, doch zweifelte Robert wiederum daran ob er fähig war, einen passenden Mann für dieses Unterfangen zu finden und noch viel wichtiger, ob dieser den Auftrag auch zu vollster Zufriedenheit ausführen könnte. Zuletzt jedoch stellte sich noch eine andere Frage. Wenn alles so ablaufen würde wie es geplant war, würde er dann bereit sein seinen Teil zu übernehmen? Er fühlte sich bereit, daran bestand kein Zweifel, doch war die Frage ob er schnell genug reagieren, die Zeichen richtig deuten und den richtigen Grad zwischen Heldentum und Ernsthaftigkeit finden würde.
Das reden indes überließ er Phillipa …
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Ser Gawain Drei Blumen

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 06, 2014 12:38 am

Die Rüstung schimmerte während sich der Feuerschein in den Schuppen des Panzers widerspiegelte und seltsame Punkte auf den Boden der Halle warf. Gawain stand neben der jungen Königin - eine Hand auf dem Schwertknauf, die andere Hand lag auf dem Schild, welcher zu seinen Füßen stand und stolz die drei Blumen seines Hauses zeigte. Die Frau, welche nun vorsprach war offensichtlich Magierin. Zumindest hatte sie dies von sich selbst behauptet. Ileana hörte ihr höflich zu, Adriana jedoch.... Gawain war der Zauberin gegenüber stets skeptisch eingestellt, aber wenn sogar sie diese Fremde begutachtete wie ein Luchs, dann schien tatsächlich etwas im Busch zu sein.
Auch der Junge schien ein wenig Nervös, jetzt da er vor die Königin treten durfte und wandte immer wieder den Blick von ihr ab, so als würde er es nicht wagen sie längerfristig anzusehen.
Er ließ noch einmal ein wenig die Schultern kreisen, hörte das gewohnte klappern von Eisenschuppen, die wieder richtig ineinander rutschten. Irgendetwas stimmte nicht. Das spürte er in seinen alten Knochen und auf einmal ging alles extrem schnell. Der Junge schrie etwas und stürzte nach vorne auf Ileana zu. Gawain griff in einer geübten Bewegung nach dem Schild und stieß es dem Jungen gegen die Brust. In dem Moment hörte er eine Explosion hinter sich, wirbelte herum und sah noch wie ein dürrer Mann durch die Luft geschleudert wurde und auf dem Boden aufschlug - begleitet von einem lauten knacken. Ein Dolch fiel aus der Hand des Mannes und landete klappernd auf dem Boden. Gawain warf Adriana einen Blick zu, welche voller Hass den Toten begutachtete, sah zu Philippa welche sichtlich erschrocken wirkte und dann zu Robert, welche auf eine der Stufen in die Knie gegangen war und sich den Brustkorb hielt, der morgen wohl blau sein würde.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 06, 2014 1:18 am

Der harte Schlag hatte ihn mit einer nicht zu verachtenden Wucht auf den Boden der Tatsachen befördert, von welchem er nun aus beobachten konnte, wie die Hofzauberin seine Rolle übernahm und die Lebensretterin spielte und Robert musste alle Beherrschung aufbringen die ihm noch zur Verfügung stand, um nicht einfach aufzuspringen und einfach lauthals zu fluchen. „Verdammter Mist.“ Es war ein Pech das man derart pünktlich und derart konzentriert nur selten fand, nicht einmal in Geschichten und denen der Bösewicht durch eben besagtes Pech überraschend zur Strecke gebracht wurde. Er brauchte nicht nur einen guten Plan, sondern auch ein gutes Lügengesicht wenn er nicht mit einem Mal eingesperrt werden wollte.
Wobei, wenn man ihm irgendetwas wirklich schlecht auslegen wollte, so würde er so oder so im Kerker landen. Er war, zeitgleich mit einem Meuchelmörder in Richtung der Königin gestürmt und wie das aussehen mochte, nun das kann man sich wohl vorstellen.
Er richtete sich schließlich wieder auf, sah schockiert zu dem Mann der Tod auf den Boden lag und dann zu dessen Mörderin, die mit nicht viel mehr als einem grimmigen Gesichtsausdruck antwortete. „Seid ihr wohlauf Hoheit?“ Es war wohl das Beste was er noch tun konnte, denn jetzt einfach zurück zu treten, würde ihn nur noch verdächtiger machen.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 06, 2014 10:47 pm

Adriana hatte bisweilen das Gespräch mit den beiden Neuankömmlingen skeptisch beäugt und ab und an die Augenbrauen ein Stück weiter in die Höhe gehoben, es jedoch Ileana überlassen, sich dazu zu äußern, nachdem sie mit ihr bereits im Vorfeld einige der Dinge durchgegangen war. Sie brauchten für die Akademie dringend neue Magier, die im Stande waren, auch die Jüngeren auszubilden, selbst wenn das bedeutete, dass sie damit auch gleichzeitig deren Schützling akzeptieren musste, welcher stumm wie ein Fisch im Saal stand und nicht zu wissen schien, wie er sich zu verhalten hatte. Die Kleider, die er am Leib trug, passten nicht zu ihm, weder zu seiner Erscheinung, noch passten sie seinem Körper und vermittelten ihr damit mehr als gut, woher die Magierin und ihr Anhängsel herkamen - ein weiterer Grund, weshalb Adriana Gawain zur Vorsicht gemahnt hatte, während ihre eigenen bernsteinfarbenen Augen stets auf jeder noch so kleinen Geste der Bittsteller ruhte.
Dann allerdings stürzte einer der Diener mit einer Waffe auf Ileana zu, die Mordlust in den Augen, bevor er sich der Zauberin gewahr wurde, welche neben der jungen Königin stand. Es war ein einziger Blick von Adriana gewesen, der den anderen gestoppt und auf den Boden geworfen hatte, wo er von unsichtbaren Händen gehalten wurde, während sein Körper zu dampfen begann als die Zauberin langsam auf ihn zuschritt. "Ihr sagt mir besser gleich, was ich hören möchte, bevor ich dazu gezwungen bin, Euch ein weit unrühmlicheres Ende zu verschaffen", hauchte Adriana leise und glitt neben dem unglückseligen Attentäter zu Boden, nachdem sich Gawain erneut dem Schutz Ileanas verschrieben hatte. Der Mann, der vor ihr auf dem Boden lag, war nichts weiter als ein Bettler, mit kaum mehr Verstand als Geld in den Taschen und angewidert rümpfte Adriana die Nase, schob sich mit einer Hand die langen, dunklen Locken aus dem Gesicht ehe ihre vollen Lippen ein leises Seufzen verlauten ließen, als der Attentäter den Kopf schüttelte.
Die Lider der Zauberin senkten sich für einen kurzen Moment, die dichten, schwarzen Wimpern schimmerten beinahe trügerisch ehe sie sie nur wenig später wieder öffnete. Der Attentäter begann sich in Schmerzen zu winden, Brandblasen erschienen auf seiner Haut als selbige zu kochen begann und letztlich Flammen aus seinem Körper empor stiegen bevor dieser sich in Rauch und Asche auflöste. Ruhig stand Adriana wieder auf und strich sich die Aschereste vom Kleid ehe sie auf die kleine Gruppierung vor ihr zutrat und sich ihre roten Lippen zu einem sanften, beinahe weich wirkenden Lächeln verzogen. "Ihr habt sehr schnell reagiert."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 06, 2014 11:00 pm

„So schnell wie es sich für einen Bürger des Landes gehört, der um seine Königin besorgt war Mylady.“ Erwiderte Robert, neigte den Kopf und machte daraufhin ein paar Schritte zurück, behielt die Blickrichtung jedoch aufrecht, denn dieser Frau den Rücken zuwenden wollte er keinesfalls. Er wusste nicht wie er jetzt handeln sollte. Jetzt, da seine Karten derart schlecht aussahen und er, aller Wahrscheinlichkeit nach nur irgendein Narr am Hofe sein würde. Und davon gab es sicherlich reichlich. Zwar schien man ihm keine Mittäterschaft anzukreiden, zumindest hatte er dies nicht aus dem Tonfall der Hofzauberin mit heraus gehört, doch was war die Alternative? Er würde an den Hof gehen und zusammen mit anderen hunderten närrischen Adligen zusammenleben, wobei er offiziell nicht einmal einen Adelstitel besaß. Die Chance darauf die Königin besser kennen zu lernen? Nun er war was die Ansicht seiner Chancen anging realistisch. Er würde keinesfalls der einzige sein der während der Abwesenheit des Königs nach Ileanas Hand Ausschau hielt und wenn es bisher keinen gegeben hatte der dieses Ziel erreichen konnte … und wie er selbst wusste gab es einige hohe Lords hier am Hof. Sicherlich würden andere das Mädchen so gut wie sie nur konnten unter Verschluss halten.
Worauf sollte er also spekulieren, dass er, ein vollkommen Fremder mit einem Mal die Königin treffen würde und diese daraufhin so viel Sympathie zeigen würde, dass sie Zeit mit ihm verbrachte? Spaziergänge, Abende zu Tisch in trauter Zweisamkeit, es hätte einige Möglichkeiten gegeben das Interesse der Frau zu wecken, hätte er vorher ihres geweckt, doch war er durch den vereitelten Plan nur der Mann, der durch den Schlag eines alten Mannes auf seinem Arsch gelandet war. „Und natürlich werden die edlen Damen schon bei dem Gedanken an solche Männer feuchter als ein Moor zwischen den Beinen.“
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 06, 2014 11:26 pm

"Merkwürdig ... es wirkt beinahe so, als wüsstet Ihr es bereits ...", ließ Adriana lediglich leise verlauten, der das Unwohlsein des jungen Mannes ihr gegenüber durchaus aufgefallen war. Er war jünger als sie selbst und im Grunde genommen wirkte er ziemlich harmlos, die hektischen Blicke, die immer wieder durch den Raum glitten und sein rotes Gesicht, in welchem sich vor Nervosität das Blut staute. Adriana kannte einige Sorten von Männern - jene, die unschuldig schienen und dennoch zu den finstersten Taten bereit waren und all jene, die niederträchtig wirkten und im tiefsten Herzen dennoch freundlich waren - jene, die dazwischen lagen und jene, die nicht weiter erwähnenswert waren. Es galt nun heraus zu finden, zu welcher dieser Sorten Robert gehören würde, wenn er länger am Hofe blieb und sie ihm die Chance gab, sich eine Position zu sichern, die es ihm erlauben würde, den nächsten Winter nicht zu erfrieren, in den luftigen Barracken, welche er bisweilen wohl bewohnt zu haben schien. Nein, nicht Robert war hier die treibende Kraft, dessen wurde sie sich bewusst als sie den Blick des Jüngeren auffing.
Erneut lächelte Adriana und neigte ein Stück weit den Kopf ehe sie ihren eigenen Geist aussandte, um jenen ihres Gegenübers zu streifen. 'Wenn Ihr ihr weh tun werdet, dann wird das Schicksal des Attentäters noch mild im Vergleich mit dem sein, welches ich Euch zukommen lassen werde', teilte sie ihm lediglich stumm mit ehe sie sich schulterzuckend wieder abwandte. "Aber gut, dass dies natürlich nicht der Fall war, nicht wahr?", sprach sie weiter und schien sich dieses Mal an niemanden bestimmten zu richten während sie die Hände hinter dem Rücken verschränkte und zurück zu ihrem Platz neben Ileana trat, nur um der Jüngeren sanft eine Hand auf die Schulter zu legen.
"Wir sollten dem aufrechten Versuch Euch vor dem Tod zu bewahren würdigen, oder? Der junge Mann hier scheint immerhin einer loyalsten Bürger zu sein, selbst wenn er bislang wohl nur sehr wenig vom Hof mitbekommen hat. Ein Umstand, welchen ich durchaus bedauere angesichts einer solchen Seltenheit wie einem vollkommen aufrechten Mann.", bemerkte sie lediglich und erntete dafür ein leises Lachen von Ileanas Seite ehe diese mit einem knappen Nicken dem Vorschlag ihrer Hofzauberin folgte.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 06, 2014 11:41 pm

„Ganz zu eurem Diensten Mylady, ich werde euch und eurer Hoheit so gut zur Seite stehen wie mir möglich ist.“ Er verneigte sich erneut, darauf hoffend, das Unterwürfigkeit in diesem Moment das Beste war was er von sich zeigen konnte. Er wagte es jedoch nicht zu Phillipa zu sehen, denn hätte er diese mit einem stummen Blick um Rat gefragt, so hätte es sicherlich gewirkt, als hätte er keinerlei eigenen Willen, als müsse er sich bei jeder Entscheidung die er traf vorher durch ihren Willen absichern. Und, so hart es auch klang, in den meisten Situationen war dies bisher auch so gewesen. Doch wenn er auch nur noch einen Funken Hoffnung an seinen Plan aufrecht erhalten wollte, so dürfte er nicht auch noch das Muttersöhnen sein, das auf dem Arsch gelandet war, noch dazu von dem Schlag eines alten Ritters.
Das man den Versuch der Rettung würdigen würde, nun eigentlich hätte er froh darüber sein müssen, denn vielleicht würde ihm so wenigstens ein kurzes Gespräch mit Ileana vergönnt sein, doch durch sein bisheriges Pech glaubte er nicht wirklich daran, dass es jetzt besser werden würde.
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Dez 18, 2014 11:47 pm

"Steht bequem Soldat" hallte Alvias Stimme durch den großen Thronsaal, während der alte und neue König langsam über die marmornen Platten schritt. Varus hatte mit dem Rücken zu ihm gestanden, gerade wie eine Holzlatte und den Blick starr auf den großen Thron gerichtet, welcher mit seinem rötlichem Samt wie eine kleine Nachbildung der Sonne im Schein der Selben glänzte.
Alvias hatte seine goldene Rüstung angelegt, welche man noch immer in der Waffenkammer aufbewahrt hatte - verschlossen hinter einem riesigen Käfig. Es war die Rüstung, welche ihm die Reiter nach der Schlacht gegen Fyham geschenkt hatten. Als Zeichen der Freundschaft und des Friedens zwischen den Reitern und dem Haus Xeldaric. Sie nun, nach all der langen Zeit wieder zu tragen fühlte sich ungewohnt und befreiend an.
Die Rüstung schepperte während er die wenigen Stufen zum Thron erklomm und dort das Banner Aureas aus der Verankerung riss, dieses einem der Diener übergab und sich auf den Thron sinken ließ. "Seid gegrüßt Ser - wenn auch unter bedauerlichen Umständen" erklärte Alvias leise und lehnte sich zurück. "Nur noch einmal für das Protokoll unter dem momentanen Truchsess - warum wurdet ihr hergeschickt?" einer der Höflinge saß an einem kleinen Tisch zu Fuße des Throns und tauchte seine Feder in Tinte.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 12:00 am

„Ich grüße euch, Truchess.“ Er verneigte sich, jedoch nicht so lang wie er es bei der Königin getan hatte, denn der Titel war ihm nicht einmal bekannt, doch allein durch den symbolischen Akt, bei welchem sich Alvias mit voller Rüstung auf den Thron geworfen hatte, was recht schmerzhaft geklungen hatte, wies Varus darauf hin dass dieser Mann scheinbar eine höhere Position hatte. „Und ich bekunde euch, wie schon der Königin mein Mitgefühl. Doch der Titel Ser steht mir nicht zu, weder bin ich Teil euer Kultur, noch dem daraus herausgehenden Stigma der Gesellschaft.“ Er neigte den Kopf und der Schreiber kratze mit seiner Feder über das Papier. An seinen Händen war überall Tinte zu sehen und im Allgemeinen wirkte der junge Mann nicht gerade, als wäre er die erste Wahl für den Posten gewesen, denn immer wieder wurden Worte durchgestrichen oder er kratze über das Blatt, obwohl in der Feder schon keinerlei Tinte mehr übrig war.
„Der Grund meines Auftauchens beläuft sich auf die militärische Assimilierung dieses Landes gegenüber dem momentanen Weltgeschehen. Mein Herr de Gaweia und somit ganz Fyonara sind daran interessiert, die Stellung dieses Landes in der Weltwirtschaft zu stärken. Doch um stark zu wirken, muss der Arm des Landes, das Militär, gegen alles gewappnet sein. Deswegen wurden mehrere Dutzend Offiziere und Ausbilder, zu denen auch ich zähle hierher beordert, um euren Offizieren dabei zu helfen, taktisch, strategisch und organisatorisch einen Vorteil zu verschaffen, der die Stellung dieses Landes nachhaltig festigen wird.“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 12:09 am

"Stigma?" wiederholte Alvias leise und hob die Augenbrauen während der Blick der hellen Augen über den anderen striffen. "Ein Ehrentitel, welchen ich euch zukommen lasse bezeichnet ihr als Stigma?" langsam stand Alvias auf. "Hört mir zu, Soldat das bedauernswerte Verscheiden unseres geliebten Königs hat einige Änderungen mit sich gebracht. Eure Kultur, welche wir alle schätzen ist hervor gegangen aus einem Sieg, den dieses Land gebracht hat. Eure Freiheit, euer Leben ohne Knechtschaft habt ihr dem Mut und dem Opfer tausender Männer zu verdanken die für euch gestorben sind. Männer, die Sers waren. Männer die Bauern waren. Männer aus Alagaésia - die es geschafft haben auch ohne eure überlegene Taktiken einen Feind zu zerschlagen, der euer Reich über dreihundert Jahre lang unterjocht hat!" seine Stimme war ruhig, aber bestimmt. "Ich selbst war es, der im Kampf gegen Valencia den Sieg für euer Reich erstritt. Ich habe mein Blut gegeben - kein fyonarisches Blut ist an diesem Tag geflossen oder irre ich mich, Soldat?" Alvias schüttelte den Kopf. "Also werdet ihr, solange sich eure fyonarischen Füße auf dem Boden meiner geliebten Königin befinden euch in diese Gesellschaft eingliedern und unsere Kultur anerkennen."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 12:22 am

„Ganz wie ihr meint, Truchsess. Und eure Kultur erkenne ich, bei den Göttern die mir heilig sind im höchstens Maße an, ansonsten wäre ich keiner der Männer gewesen, die sich für dieses Unterfangen freiwillig meldeten.“ Er sah Alvias mit ruhiger, kühler Miene an. Der Mann dort auf dem Thron hatte etwas Herrschaftlicheres als der König, dem er zuvor begegnet war und dessen Ableben bereits wenige Stunde nach seiner Ankunft in Kraft getreten war. Die Rüstung war zweifelsohne prunkvoll, geschickt geschmiedet und mit Ornamenten versehen, die sich gut und gern das Handwerk eines Meisters nennen konnten. Der Schreiber hingegen wirkte, auch nach einigen Minuten keineswegs wie ein Meister seines Könnens, stotterte immer wieder kurz vor sich hin, schrieb einige Dinge neu und schien für die kurze Pause recht dankbar zu sein.
„Ich will euch nicht in der Trauer um euren König stören, werter Truchsess.“ Der Schreiber murmelte ein paar Worte, die böse Zungen vielleicht als Flüche auslegen konnten, doch schien es keinen der beiden Männer sonderlich zu stören. „Mir wurde von einer der Damen die bei der Königin war aufgetragen, mich hier zu melden. Und da ich die Regeln die an eurem Hofe und in eurer Stadt herrschen achte, folgte ihm diesem Anliegen. Nun, wünscht ihr etwas genaues zu erfahren? Ich kann euch über mögliche Pläne informieren, falls ihr sie gegebenenfalls abändern wollt. Modelle von Möglichen Weiterbildungen und Hilfen für Offiziere, sogar für ganze Stäbe davon.“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 12:33 am

"Das, was ich in erster Linie erfahren möchte, betrifft den Umstand, was von alledem Ihr bislang gehört und gesehen habt und wie genau Ihr zu der Ansicht kamt, Ihr könntet Euch ohne unsere Erlaubnis frei in diesem Schloss bewegen", mischte sich eine Stimme von den großen Flügeltüren ein, wo inzwischen Coreen stand und die nun mit langsamen Schritten weiter nach vorn trat, Varus noch einmal ein knappes Nicken sehen lassend ehe sie an ihm vorüber trat und sich halb hinter ihren Mann stellte. Sanft legte sie ihm eine Hand auf die Schulter, streichelte kurz darüber, selbst wenn sie wusste, dass er es durch die Rüstung nicht spüren würde, aber er sollte wenigstens wissen, dass sie hier war und ihn nicht in alledem allein ließ, was er bereits vor über 100 Jahren verachtet hatte - er hatte nie König sein wollen und vermutlich war es genau das, was ihn perfekt für diese Position gemacht hatte und was letztlich dem ganzen Reich einen Aufschwung gegeben hatte, den sie heute wieder verloren hatten.
"Versteht mich nicht falsch. Wir sind Euch und Eurem Land durchaus dankbar für die Hilfe, die Ihr uns zukommen lasst, insbesondere in diesen durchaus gefährlichen Zeiten. Aber eben weil wir in besonders gefährlichen Zeiten leben und man Euch noch nicht vorgestellt hat, sind wir auch was Euch anbelangt nur vorsichtig. Ihr könntet uns dieses Misstrauen nehmen, indem Ihr Euch vorstellt", erhob sie erneut das Wort, als ihr Mann keinen Versuch machte, noch etwas anderes sagen zu wollen und mit der freien Hand fuhr sich die Magierin noch einmal durch das dunkle Haar. Da waren sie also wieder - nach 120 Jahren auf genau derselben Position wie auf eben der, die sie einst verlassen hatten und für die sie ermordet worden waren. Diese Welt sollte so nicht sein, sie sollten nicht hier sein, aber es ging nicht anders und nach alledem, was sie gesehen hatte, war es besser jetzt die Kontrolle zu übernehmen und Ileana ein stabiles Reich zu übergeben, als den Haufen Scherben, den Aiko ihr hinterlassen hatte.
"Erklärt Euch."
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 12:43 am

„Natürlich.“ Er verneigte sich erneut als er Coreen sah, hielt einen Augenblick inne und wartete, bis die kratzende Feder aufhörte über das Blatt zu schaben. „Varus, Diener des Kaisers Aurelius de Gaweia, Ausbilder der Schützendivision Vierras und dessen Umfeld. Der König nahm das Angebot unserer Unterstützung dankend an und sicherte uns seinen ergebensten Dank zu. Doch da Majestät nun verschieden ist und hoffentlich in dem Himmel weilt, an den er glaubte – waren ich und meine Kameraden unschlüssig wie die Situation weiter verlaufen wird. Eine Tatsache der ich durch ein Gespräch Abhilfe tun wollte, allerdings bin ich zuerst einigen Wachen begegnet, die den Leichnam des Königs trugen. Ein Vertrauensbruch, werte Dame lag nicht in meiner Absicht und falls ihr euch wegen eben diesen gekränkt fühlt, so will ich mich für meine Unwissenheit entschuldigen. Uns führt eine friedliche Geste der Freundschaft über das Meer und an dieser halte ich fest.“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 12:55 am

"Auch uns steht der Sinn nicht nach weiteren Auseinandersetzungen, von denen hatte Fyonara in letzter Zeit gewiss mehr als genug" erklärte Alvias leise und zeigte kurz den Anflug eines Lächelns, wenngleich dieser auch sogleich wieder verschwand. "Und ich bin mir sicher, dass seine Hoheit de Gaweia mit seiner Hilfe nur das Beste im Sinn hat" er besah sich den Neuankömmling von Oben bis unten, schien diesen abzuschätzen.
"Aber ja, ja ich Gedenke die Pläne die ihr für uns ausgearbeitet habt zu ändern. Ich weiß, dass euer Land eine blühende Kultur besitzt, welche hervorragend assimilierend wirkt. Allerdings haben wir aus unserer Vergangenheit mit Aurea gelernt wie oft es zu Komplikationen zwischen zwei Kulturen kommen kann, wenn sich diese sehr nahe kommen. Ihr werdet daher verstehen, dass wir euch einige unserer Leute zur Seite stellen, damit ihr unsere Kultur verstehen könnt. Dies sollte jedwede mögliche Problematik oder Veständigungsproblem beseitigen noch ehe es auftritt"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 9:14 pm

Einen Augenblick lang herrschte Stille und der kritische Blick des Truchsess lag nach wie vor auf Varus. Er hatte nicht damit gerechnet dass sie Männer aus Alagäsia an ihrer Seite haben würden und bei den Gesprächen die mit Aiko geführt wurden, war von etwas derartigem nie die Rede gewesen. Doch der König war Tod, und der nächste ließ sich scheinbar schon auf seinem angestammten Platz nieder. Obwohl, wenn man es recht betrachtete, so gab es mehr als nur ein Anzeichen dafür, dass er sich nicht derart wohl fühlte wie es schien. Er besaß Beispielsweise nicht den eigensinnigen, arroganten und gleichzeitig selbstverliebten Tonfall, wie der vorherige König, des Leichnam noch nicht einmal erkaltet war es hatte. Auch schien zu Wissen wie man sich gegenüber Abgesandten und militärischen Fußvolk verhalten musste. Respektvoll, doch stets mit dem Wissen, dass sie durchaus spüren sollten, wo ihr stand war.
„Es ist euer Hof und somit eure Entscheidung werter Herr, ich füge mich eurem Wunsch. Meine Pflicht ist es dem Dienst der Ausbildung nachzukommen, wenn ihr diesen in anderer Ausführung wünscht, so ist dies auch mein Wunsch.“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 19, 2014 9:35 pm

"Ich habe von einem Mann eures Formats auch nichts anderes erwartet" lautete Alvias Antwort, ehe sich der König auf dem Absatz umdrehte und gemessenen Schrittes den kurzen Weg zum Thron hinter sich brachte; An seiner Seite Coreen. Noch einmal warf Alvias einen Blick hinüber zu der Frau, welche ihn bereits seit Jahrzehnten begleitete. Sie war ein Älter geworden - die Falten um ihre Augen ein wenig tiefer, ihr Haar von dem ein oder anderen grauen Haar durchzogen, welches jedoch in dem Meer aus schwarzen, seidigen Haaren beinahe unterging. Noch nie was sie so schön gewesen. So erfüllt von innerem Licht und innerer Wärme, welche ihn daran erinnerte wofür er stritt. Wofür er nach Hause zurück kehrte.
"Man wird euch ein Zimmer zuweisen Varus - einige Räumlichkeiten im Flügel über den Kasernen. Ihr werdet von dort aus jeden Morgen ohne große Probleme und schnellen Schrittes zu den Rekruten kommen. Ihr werdet anwesend sein, wenn unsere Hauptmänner ihre Jungs trainieren und ihr werdet nicht eingreifen um ihre Autorität nicht zu gefährden. Sämtliche Hinweise und das Training der Offiziere werden Abends abgehalten werden - diskret wenn ich bitten darf"
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Emhir Pars

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Jan 22, 2015 11:22 pm

Inkompetenz, Hochmut, Überschätzung. All diese Eigenschaften erkannte man in dem Herold, der erst ein paar Minuten lang getattert hatte, ehe es Emhir schließlich zu bunt geworden und er schlussendlich einfach selbst eingetreten war, seine Goldtrophäe dicht hinter sich. „Es tritt ein, Sohn den Sultans Emhir Pars.“ Tönte die laute Stimme des Mannes, der kurz nach ihm herein kam, dass Gesicht so rot angelaufen, dass es jeder Tomate Konkurrenz machte. „Parsolason.“ Korrigierte er den anderen, sah ihn noch einmal kurz an und stellte zufrieden fest, dass der andere stotterte wie er nur konnte, jedoch keine Möglichkeit fand, seinem Ärger Luft zu machen. Die Zunge in diesem Land war seltsam, derart starr und streikt, dass sie einem kaum Möglichkeiten zu einer glaubhaften, nein, zu einer vernünftigen Artikulation bot. „Ser Alvais Xeldaric.“ Begrüßte er den anderen schließlich mit seiner fremdländisch klingenden Stimme und sein schwarzes Haar fiel ihm ein Stück weit nach vorn als er nach verbeugte.
„Ritter der sonderbarerweise von den Toten wieder auferstand und der derzeit seiner Nachfahrin als treuer und guter Berater dient. Mir scheint, ihr habt eine ähnliche Stellung inne, wie ich sie von meinem Onkel kenne.“ Als er anfing zu lächeln, verzog sich sein Bart auf absonderliche Art und Weise. Kurz darauf machte er einen Schritt zur Seite, fuhr seiner Begleitung über die Taille. „Leandra Farro. Sie ist ein gelehriges Kind, kennt mehrere Sprachen. Unter anderem auch eure.“ Sein Lächeln verblasste, als er bemerkte dass die Wachen um ihn herum scheinbar eine steifere Haltung annahmen. „Nun ich wurde bereits vorgestellt, allerdings denke ich, dass ich es dennoch selbst erneut tun sollte. Parsolsaon, dies ist der Name den meine Familie und auch mein Vater, der Sultan des Reiches der drei Monde trägt. Und ich bin in seinem Auftrag zu euch gekommen, um euch ein großzügiges Geschenk zu machen. Auf das ihr uns als gütige Nation in Erinnerung behaltet.“ Er ließ seine Begleiterin abrupt los, klatschte in die Hände und während der Herold erneut aus dem Stottern nicht heraus kam, wurde ein, von vier Dienern getragenes Podest herein geschafft, auf welchem die Statue eines goldenen Löwen thronte. Sie bildete das Tier, das zweifelsohne lebensgroß nachgebaut war in einer aufrechten Position dar, die beiden vorderen Pranken gereckt und das Maul weit geöffnet. Emhir lächelte erneut, verschränkte die Arme und kratzte sich am Kinn. „Ist es richtig, dass ihr solcherlei Tiere nicht einmal in einer eigenen Fauna besitzt Ser Xeldaric?“
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Jan 22, 2015 11:35 pm

"Wir haben Drachen" antwortete Alvias mit einem Lächeln und lehnte sich auf dem Thron zurück. Er mochte den Mann nicht, der ihn zu sehr an die Surdaner erinnerte. Er mochte sein Großspuriges Auftreten nicht und er mochte es nicht, wie er mit der Frau umging die höchst wahrscheinlich nicht freiwillig bei dem Anderen war. "Sie sind die natürlichen Fressfeinde der Löwen, ich befürchte deswegen findet man keine mehr bei uns in freier Wildbahn. Nur noch die kultivierten und wahrhaft mächtigen Löwen herrschen nun noch durch unser Blut und unser Wappen über das größte, zusammenhängende Reich der bekannten Welt" erwiderte Alvias im Brustton der Überzeugung. "Und ich - Alvias Xeldaric, der Ritter der den Tod im Duell bezwang heiße euch willkommen, Emhir Pars, Sohn eines fremden und mächtigen Mannes" erklärte Alvias leise und hob kurz die Hand. "Und ich danke euch für das großzügige Geschenk" erklärte er mit einem knappen, beißenden Lächeln welches Zähne zeigte.
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Emhir Pars

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Jan 22, 2015 11:46 pm

Emhir nickte, ein schelmisches Lächeln auf den Lippen. „Drachen, nun das ist wahrhaftig etwas Einzigartiges werter Ser Alvias, der, der den Tod im Duell besiegte. Doch wenn ihr denn einen schönen Tages die Motivation besitzt, eurer Wappentier, das Repräsentant und das Aushängeschild eures Hauses in leibhaftiger Gestalt zu sehen, so lade ich euch gern zu einem Besuch der Hauptstadt meines Heimatlandes ein. Und ihr könnt euch die Löwen, sicher hinter dicken Gittern so lange anschauen, wie es euch bleibt, Ser.“ Die Diener setzten das das große Podest ab und auf einen weiteren Handschlag Emhirs hin entfernten sich eben diese. „Doch es freut mich, dass euch das Geschenk so gut gefällt. Wisst ihr, die das schwere in der Metallbearbeitung, speziell bei Gold ist es, Authentizität zu schaffen. Natürlich kann man das Gold erst schmelzen lassen und es dann in eine Form gießen, sodass es keine einzige Kerbe hat. Doch meiner Meinung nach ist nur ein Narr der Meinung, dass etwas Makelloses wunderschön ist. Nehmen wir stattdessen einen Bildhauer, der bei weitem länger braucht und nie eine so wunderschöne Oberfläche schaffen wird, so wird er uns doch etwas geben, was man kein zweites Mal herstellen kann. Ein Unikat, ja. Meine goldene Begleitung sagte es bereits, dieser Löwe ist einzigartig, genau wie ihr, Ser Alvias. Mit Kerben übersäht, doch dadurch mit Charakter geprägt. Keine reine, glatte, in Form gegossene Oberfläche.“
Er schnalzte mit der Zunge, besah sich einen Augenblick lang seine Umgebung, vor allem die zahlreichen Wachen.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Jan 22, 2015 11:54 pm

"Kein Löwe sollte in Gefangenschaft leben" erklärte Alvias leise. "Ein Löwe gehört in die freie Natur und kein Gitter sollte ihn davon abhalten - lieber ist er tot, als der Sklave von Wesen, die ihm nicht überlegen sind" erwiderte Alvias nur und verspürte mit jeder Sekunde mehr den Wunsch einfach die Treppen hinunter zu gehen und dieser aufgblasenen und aufgedonnerten Schwuchtel eins mitten in die Fresse zu geben, doch er beherrschte sich und nicht einmal ein Zucken verriet seinen innigsten Herzenswunsch.
"Aber ich bin mir sicher, ihr seid nicht gekommen um mit mir über die Kunst des Goldschmieds zu debattieren oder mich für meine in großen Kriegen erworbene Narben zu bewundern" erklärte er leise. "Also sprecht, was will euer Vater für den ihr Bote spielt?" fragte er frei heraus und machte somit klar, das er keinerlei Interesse an den Versuchen des Anderen hatte ihn zu Beleidigen. Alvias hatte die Velaryon überlebt, er hatte seinen Bruder überlebt und sich genug gequirrlten Mist anhören müssen, als das ihn Emhirs kleine Sticheleien in gebrochener Zunge aufregen würden.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 23, 2015 12:06 am

„Eure Freundschaft.“ Erwiderte er ohne Umschweife, verschränkte die Hände vor der Brust und betrachtete Alvias einen Augenblick lang fragend. „Nun, ich schließe aus dem Wissen eures Herolds das ihr bisher kaum etwas über meinen Vater oder sein Land gehört habt, so lasst euch also erklären, denn dann werdet ihr verstehen.“ Die Sprache bereitete ihm, wie man hörte nach wie vor Probleme. Doch war es weniger die Grammatik oder das Wissen bestimmter Wörter, einzig und allein die harte, abgehakte Sprache machte ihm zu schaffen. Kaum eine Silbe ging in die Andere über und egal was man auch sagte, es klang als würde man im nächsten Augenblick auf den anderen losstürmen wollen. „Wir sind ein Land, reich an weisen Männern und fähigen Handelsleuten. In unserer Hauptstadt finden sich die klügsten Köpfe zusammen und dort forschen sie, um die Welt zu verbessern. Sie forschen um Leuten leben zu geben, nun manchmal auch um sie wieder zu nehmen. Um die Landwirtschaft, ja selbst die Besteuerung zu verbessern. Doch all dies wird von einer einzigen Komponente abgetrieben…“
Im Grunde war diese Erklärung vollkommen überflüssig, stellte sie doch kaum etwas dar, was den anderen wirklich interessieren konnte, denn seine Aufmerksamkeit war bereits vor mehreren Minuten vergangen, als er sich in spitzen Erwiderungen versucht hatte. Zweifelsohne verständlich, doch hoffte Emhir darauf das Alvias mit jedem erneuten Zähneknirschen ein wenig unvorsichtiger wurde.
„Gold.“ Emhir deutete auf die große Statue. „Gold, doch nicht nur das. Edelsteine, feine Tücher. Eure Familie war einst selbst Tuchhändler, nicht? Ich fand euren Namen vor Jahren in einer der Handelslisten eines Kleinunternehmers der die Steuer prellte. Nun wie dem auch sei. All der Reichtum bringt nichts, wenn wir niemanden haben mit dem ein Austausch erfolgen kann. Und je größer unser Reich wird, umso größer muss dieser Austausch werden. Kurzum also, Ser Alvias. Mein Vater ersucht den Handel zu eurem Land des Drachen und des Löwen.“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 23, 2015 12:20 am

"Handel wollt ihr also" erwiderte Alvias leise und lehnte sich in dem großen Thron zurück, während er seinen Blick über Emhir wandern ließ. "Den könnt ihr haben, wir sind stets bereit Handel mit neuen Völkern zu treiben" erklärte er dem anderen. "Ihr seht mir so aus, als würdet ihr aus einem Land kommen, dessen größte Bodenschätze Gold und Edelsteine sind. Nun, auch wir haben ein solches Vorkommen - noch viel Reicher sind wir jedoch an fruchtbarem Boden. Lebensmittel und dergleichen können wir euch liefern. Zu den richtigen Preisen und den richtigen Zöllen. Wir haben mit unserem Bündnispartner Fyonara bereits bewiesen, dass wir in der Lage sind großflächige Angebote feil zu bieten" erklärte Alvias und lächelte, während er den anderen ansah, der sich noch immer in einer sicheren und überlegenen Position wähnte. Noch nie hatte sich Alvias gewünscht, dass Graham anwesend wäre, doch nun wünschte er sich den alten Griesgram tatsächlich herbei - denn wenn es um Erbsenzählerei ging, so war niemand derart geschult wie dieser alte Pleitegeier. "Die genaueren Umstände und Abkommen müssen natürlich noch getroffen werden. Doch darf ich euch für die Zwischenzeit ein Zimmer in unserem bescheiden Palast anbieten?"
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Jan 23, 2015 12:31 am

„Natürlich dürft ihr. Und ich nehme dankend an, in Vorfreude auf unsere künftigen Verhandlungen.“ Er neigte den Kopf, verbeugte sich jedoch nicht und musterte den Raum noch einen Augenblick lang. Die Kundschafter seines Vaters hatten bereits eine ganze Zeit lang dieses Reich hier beobachtet, mit einigen Landsleuten von innen heraus abgeschätzt und dessen Wert beurteilt. Viele von ihnen wurden für Surdaner gehalten, ein Wüstenvolk dessen Kultur ihrer wohl nicht unähnlich war, ein Vorteil, der ihnen nur zu Gute kam. Und was Alvias ihm berichtete, stimmte mit dem was man festgestellt hatte überein. Doch gab es noch einen anderen, nicht zu unterschätzenden Fakt. Die Menschen die hier lebten. Jahre der Gottesfurcht und der Demut hatten sie zu Arbeitern gemacht, wie man sie fast nirgends sonst fand. Fyonara war nur noch für den Ankauf zu gebrauchen, nicht für das direkte Beschaffen von Sklaven. Viele andere Länder hatten eine zu geringe Population oder eine Arbeitsmoral, die für den Verkauf nicht gerade förderlich war. Hier allerdings, nun würde man den Leuten ein besseres Leben, ein Dach, Sicherheit und warme Mahlzeiten versprechen, so hätten sie zuweilen mehr als hier. Es war eine ideale Prämisse für künftige … Verschiffungen. Dazu kamen die Gebirge im Süden, die sich Kilometerweit zogen und in denen scheinbar für die nächsten einhundert, vielleicht sogar zweihundert Jahre noch ein reichlicher Schatz an Mineralien und Edelsteinen versteckt lag.
„Ich danke euch für eure Gastfreundschaft. Wenn ihr euch entschließt die Verhandlungen aufzunehmen, so sucht mich einfach aus.“
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