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 Schlafzimmer des Königspaares

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 12:03 am

"Das ist es was ich will. Eine Chance für uns beide" antwortete Aiko, welcher gar nicht wirklich registrierte, dass sie seine Sachen auf dem Boden geworfen hatte. "Ich will Zeit mit dir verbringen. Erfahren was dich bewegt, dich kennen lernen. Ich will all die Zeit nachholen, welche wir verloren haben. Alles was ich will ist dir eine Stütze sein zu können. Ich will... einfach noch einmal von vorne anfangen. Ein guter Ehemann, ein guter König und ein guter Freund sein" erklärte er und schüttelte den Kopf während er versuchte auszuloten, was er am besten tun konnte.
"Die Frage ist ob du das noch willst" erklärte er und bitterkeit trat in seinen Ausdruck. Er konnte es ihr noch nicht einmal übel nehmen, wenn sie dies nicht mehr wollte.
Wenn er im Krieg starb, würde er fort sein - aus ihrem Leben gerissen und erneut würde ihr nichts anderes bleiben als Schmerz. Ein Schmerz den sie nicht verdiente, und den er ihr ersparen wollte.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 12:13 am

"Weißt du, es gab eine Zeit, da habe ich jeden Abend auf dich gewartet. Da hätte ich meine eigene Seele dafür verkauft, nur um für fünf Augenblicke dich nur lächeln zu sehen, wenn du mich ansiehst - ich hätte mich selbst bereitwillig dafür verdammt, auch nur ein liebes Wort, eine einzige liebe Geste von dir zu bekommen. Aber du bist nie gekommen. Ich bin so oft eingeschlafen, weil ich müde wurde mit nichts an meiner Seite außer den leeren Kissen und wann immer ich aufgewacht bin, warst du bereits fort. Nicht einmal ein einziges Essen gemeinsam, nicht ein einziges Gespräch - ich dachte, ich sei dir gleichgültig. Ich habe viel geweint - heute weiß ich, wie naiv ich war zu glauben, ich würde anders sein als all die anderen Frauen ...", lautete Ileanas Antwort auf seine Worte, die erneut von einem bitteren Lächeln begleitet wurden, das ihre Augen nicht mehr erreichen wollte und erneut den Spott hochkochen ließ, der sich in ihr eingeschlichen hatte und der ihr geschundenes Herz seit dieser Tristesse vor weiterem Kummer beschützt hatte. Es war leichter, es so zu ertragen - leichter für sich selbst zu sein als mit anderen über sich zu sprechen. Es war einfacher wütend als traurig zu sein.
"Und was wird in drei Wochen sein? Meinetwegen in zwei Monaten? Wirst du dich dann erneut abwenden, weil ich dir zu langweilig geworden bin? Woher diese plötzliche Sinneswandel? Wer hat dir ins Gewissen geredet - es hat dich vorher keinen Deut gekümmert, was mit mir war. Wie lange werde ich dich dann bei mir haben bis du auf andere Dinge deinen Fokus legst, bis etwas mit Aurea ist, mit Alagäsia oder allem anderen, dass deine Aufmerksamkeit wohl weit mehr fordern wird als ich es könnte. Ich bin es inzwischen gewohnt allein zu schlafen."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 12:21 am

"Ileana... ich will mir nicht vorstellen wie schrecklich all das für dich gewesen sein muss, aber was soll ich dir noch sagen, außer das es mir leid tut? Ich kann die Vergangenheit nun einmal nicht mehr ändern" meinte er leise, wenngleich auch mittlerweile die Wut in ihm hochkroch.
Er öffnete ihr sei Herz, versuchte für sie da zu sein, versuchte etwas zu ändern und doch hatte sie für ihn nur Spott übrig. Er war stets derjenige gewesen, der auf andere zuging, der ihnen die hand erneut reichte. Aurelius hatte für ihn trotz der Gutmütigkeit nur Spott übrig gehabt. Auch Caladhiel spottete über ihn, führte ihn vor und nun schien es als würde auch Ileana ihn abweisen.
Wenngleich er auch auf die eine Art verstehen konnte wieso sie das tat, wenngleich er auch verstand wieso sie enttäuscht war, so schmerzte es doch und eine leise Wut biss sich in ihm fest.
"Ich kann dir nicht versprechen, dass es perfekt wird. Ich kann dir nicht versprechen das ich jeden Abend bei dir bin. Aber es wird nicht mehr so wie es vorher war. Ich werde bei dir sein wann immer ich es kann. Wann immer ich Zeit habe werde ich bei dir sein. Für dich da sein. Das ist mein Versprechen"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 12:31 am

"Du hast Recht. Du kannst die Vergangenheit nicht mehr ändern", war die einzige Entgegnung, die Ileana ihm zukommen ließ und die abermals begleitet wurde von einem abwehrenden Kopfschütteln ehe ihre Schritte sie erneut an ihm vorüber führten bis hin zu jenen Truhen, in denen sich ihre Kleider befanden. Vielleicht würde es besser werden, wenn sie einfach ging - vielleicht würde all das hier morgen anders aussehen, aber andererseits ... wohin sollte sie denn gehen? Es gab niemanden mehr, zu dem sie sich flüchten konnte und bei dem sie um diese Uhrzeit noch erwünscht war. Adriana würde bei Elijah oder ihrem Bruder sein, was ihre Ahnen anging so würden wohl auch sie inzwischen schlafen und sie wollte nicht stören und genau dort hörte die Liste auch bereits wieder auf. Mehr Menschen gab es nicht, denen sie wichtig war und die sie bislang noch nicht im Stich gelassen hatten und so war alles, was ihr übrig blieb dieses verfluchte Gespräch, das sich immer wieder um Versprechen drehte, von denen sie nicht sicher war, ob er sie überhaupt halten würde, geschweige denn, ob es Wert war auf seine Versprechen noch einmal zu vertrauen.
"Du hattest mir bei unserer Hochzeit auch versprochen, dass du niemals der Anlass dafür sein wolltest, dass ich bedrückt wirke. Dass du dir immer Gedanken um mich machen wirst. Ich weiß, was deine Versprechen wert sind. Versprich mir nichts, wovon du nicht weißt, ob du es auch einhalten wirst - ich bin es leid, Halbgares zu hören und auf etwas zu hoffen, was ich nicht bekommen kann."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 12:39 am

"Kannst du mal einen Moment die Luft anhalten?" fragte Aiko und stand auf. "Alles was ich von dir höre sind vorwürfe - ist ja nicht so, als hättest nicht du auf mich zukommen können. Ich habe auch alles aufgegeben. Ich habe meine Familie aufgegeben - ich habe mein Land seit über einem Jahr nicht mehr gesehen. Auch ich leide unter unserem Streit. Ich liebe dich und versuche dir das zu beweisne aber alles was du kennst ist beißender Spott." er schüttelte den Kopf und durchschnitt mit den Armen die Luft.
"Ich bin es, der die Anfeindung der Adligen hat ertragen müssen, als du dich zurück gezogen hast. Ich war es, der die politischen Gespräche führen musste als du untätig warst. Ich war es, der am Hof nichts als Anfeindung bekommt. Ständig muss ich mich rechtfertigen. Du hast deine Ahnen, deine Hofmagierin - mir stütz niemand den Rücken. Ich versuche ein guter Ehemann zu sein, ein guter König, ein guter Kaiser. Ich bin aber nur ein Mann - keine Drei. Aber wage es nicht mein Wort in den Dreck zu ziehen, denn das ist scheinbar das Einzige, das ich noch habe!"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 12:47 am

"Sonst was? Willst du mich in Blümchen ersticken oder mich durch die Luft schweben lassen? Willst du mich zu Tode reden, denn zu viel mehr bist du doch gar nicht im Stande! Während der ganzen letzten Tage, während unserer Gespräche dort unten führe ich das Wort und nicht du! Du machst dich selbst vor den anderen lächerlich mit deinem ständigen Lächeln, deinen geschwollenen Worten hinter denen gar nichts steckt und du machst unser Reich lächerlich. Was denkst du wohl, was andere von uns halten? Soll ich es dir sagen? Dass wir nichts können außer ihnen in den sprichwörtlichen Arsch zu kriechen! Dass du dich nicht durchsetzen kannst! Du hast dir das alles selbst eingebrockt, Aiko! Es tut mir furchtbar leid, dass dir niemand mehr alles hinterher trägt, wie es in Aurea war und dass du nicht mehr von allen geliebt und geachtet wirst, weil du ein paar Zaubertricks beherrscht! In Alagäsia verdient man sich die Unterstützung und bekommt sie nicht nachgeworfen! Geh doch nach Aurea! Es ist ja nicht so, als ob jemand sagen würde, dass du es nicht darfst!", fuhr auch Ileana auf, die Stimme dieses Mal lauter und energischer, wenngleich sie auch in den ersten Momenten noch erschrocken über die plötzliche Wut in Aikos Stimme zusammen gezuckt war, hatte sie mit eben jener doch ganz und gar nicht gerechnet. Er war niemals wütend gewesen, war niemals laut geworden, geschweige denn, dass er jemals einem anderen Menschen gedroht hatte - er hatte sich ohrfeigen lassen, hatte über sich bestimmen lassen und sich selbst vorführen lassen, ohne etwas dagegen zu unternehmen.
"Weißt du was? Vielleicht sollten wir ja tauschen!", setzte sie nach, noch bevor er überhaupt zu einer Antwort kommen konnte und schlug den Deckel ihrer Kleidertruhen nach oben, nur um wenig später eines ihrer Gewänder hervor zu kramen und es ihm hin zu werfen. "Das würde dir mit Sicherheit viel besser stehen. Momentan scheine ja wohl ich eher der König zu sein als du!"
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 12:54 am

Sie machte sich über ihn lächerlich. "Es ist Teil meiner Kultur..." fluchte er leise und ballte die Hände zu Fäusten. Er wollte nicht, dass Tränen in seine Augen stiegen und ihre Worte somit bekräftigen würden. Hier stand seine Frau und sie machte sich über ihn lächerlich, schickte ihn zurück in seine Heimat. Eine alles umfassende Wut stieg in ihm auf, welche noch weiter angestachelt wurde von ihren folgenden Worten, welche lodernd brannte als sie ihm ihr Kleid vorwarf.
"Ich sagte halt den Mund" fluchte er und der Zorn schoss wie heißes Wasser durch seine Glieder, ehe er Ileana an den Schultern packte und sie aufs Bett stieß, wo sie zwischen den Kissen landete, ehe er sich neben sie kniete. "Ich bin also die Königin?" fauchte er und griff unter ihr Kleid. "Ich kann also immer nur reden" keuchte er, als er das Kleid aufriss.
Wut und Lust vermengten sich, während er gröber als gewöhnlich in ihren Hals biss. Er wusste nicht einmal genau was ihn hier ritt, doch längst war er einem automatismus verfallen während er weiter sprach. "Ist es dir also lieber wenn ich einer der groben Kerle bin, wie sie alle anderen aldigen Frauen haben?" es biss ihr kurz in die Brust, ehe sein Atem keuchend und feucht über ihre blasse Haut glitt.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 1:07 am

Sie hatte aufgeschrien als er sie plötzlich an den Schultern gepackt und nach hinten gestoßen hatte, hatte sich bereits zur Seite drehen wollen, nur um wenig später doch wieder gepackt und fest gehalten zu werden und ganz gleich, wie sehr sie sich zu wehren versuchte - es brachte ihr nichts. Sie brachte nicht die körperliche Stärke auf, um ihm etwas entgegen zu setzen und als nur wenig später das Reißen des Stoffes ihrer eigenen Kleider erklang, erstarrte sie zuerst vor Furcht vor alledem, was nun auf sie zukam. Er war ihr Ehemann und sie wusste, ganz gleich, was sie tun würde - es würde ihr niemand in dieser Situation zu Hilfe kommen, niemand würde es als falsch oder schändlich ansehen, denn letzten Endes war genau das ihre Pflicht und nachdem sie ihm bislang noch keinen Erben hatte gebären können, war letzten Endes er in der besseren Situation. "Lass mich los!", fauchte sie finster und griff erneut nach seinen Händen, versuchte sie von ihrem Körper zu entfernen, weil sie ihn dort nicht haben wollte, weil sie sich ihm nicht an diesem Abend in dieser Form hatte nähern wollen, insbesondere nicht nach dem Streit, den sie gehabt hatten. Sie wollte diesen Kampf nicht aufgeben, wollte sich nicht wieder in die Unterwürfigkeit drängen lassen, nachdem sie gerade erst ihre eigene Stärke wieder entdeckt hatte und so blieb ihr nichts anderes übrig als ihre Arme vor sich zu bringen, um ihn erneut fort zu stoßen.
"Ich entscheide, wann! Nicht du!", bemühte sie sich ihm klar zu machen, doch als auch das auf taube Ohren stieß, holte sie schließlich aus, um ihn zu ohrfeigen. Der Knall hallte lauter durch den Raum, als sie es erwartet hatte, doch ihre Gegenwehr wollte sie trotzdem nicht aufgeben. "Schoßhunde sollten vor dem Kamin schlafen.", presste sie schließlich noch unter zusammen gebissenen Zähnen hervor, darum bemüht ihre Stimme unter ihrem schnellen Atmen nicht brüchig und schwach klingen zu lassen.
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Sa Nov 08, 2014 1:16 am

Die Ohrfeige schien ihn für einen kurzen Moment wieder in die Wirklichkeit zurück zu bringen und ein wenig klarheit in seinen Verstand zu prügeln. "Ich bin kein Schoßhund" knurrte Aiko, hielt sie noch immer fest wenngleich er auch keine weiteren Annährungsversuche mehr machte.
"Das ist dir also auch nicht recht, was? Du willst nicht das ich zu weich bin, aber du willst auch nicht das ich die Führung übernehme. Du willst das ich bei dir bin, aber wenn ich es bin willst du es nicht. Merkst du überhaupt noch was?" fauchte er und schüttelte den Kopf.
Noch immer spürte er den Puls in seinen Lenden pulsieren, noch immer hielt er sie fest wenngleich er sie auch noch nicht weiter bedrängte.
Schließlich rollte er sich von ihr ab und ließ seine Hand nach unten wandern, wo er von warmer Feuchte empfangen wurde. Er hielt ihre Arme sanft über ihrem Kopf fest, ehe er begann seine Finger unten über den Scharm fahren zu lassen. Er wusste nicht warum, er hielt ihre Hände noch nicht einmal so stark fest, als dass sie nicht mit ein wenig Kraftanstrengung entkommen oder ihn aufhalten konnte. Aber aufgeben und seine Schwäche erneut eingestehen wollte er auch nicht. Und wenngleich er ihre Hand auch grob hielt, so war er doch sanft an ihrer Scham.
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 12:53 am

Leise klopfte Charles an den Türrahmen der großen Tür, welche halb offen stand und aus dessen Inneren er leises rascheln und fluchen vernehmen konnte. Seit der Begegnung mit Robert waren beinahe zwei Tage vergangen, in denen Charles angefangen hatte seiner Arbeit nachzugehen. "Eure Hoheit?" fragte er leise und wagte es einen Schritt in den Raum zu gehen, welchen Ileana ohne Zweifel durchsucht hatte. Sie hatte kein Wort mehr mit ihm gesprochen seit dem Vorfall, was zuweilen auch daran liegen mochte, dass sie kaum Zeit gefunden hatten einander zu sehen. Es war seine Aufgabe als Kämmerer zu großen Teilen unsichtbar zu sein und nur alles zu kontrollieren und zu organisieren.
"Darf ich euch stören? Ihr... sucht etwas?" fragte er leise und nahm ein kleines Päckchen aus seiner Tasche, welche er über seine Schulter hängen hatte. "Ich... ich glaube ich weiß was ihr sucht" erklärte er leise und legte das Paket auf das Bett, schien peinlich berührt. "Verzeiht, dass ihr es gesucht habt. Ich nahm es ohne euch davon zu berichten, da ich dachte ihr würdet euch über diese kleine Überraschung freuen. Ich habe euch erst gegen Abend zurück erwartet." erwiderte er Wahrheitsgemäß. "Ich... habe dies hier beim Anrichten eures Gemachs gefunden und es zu einem guten Schneider gebracht. Ich dachte, wenn ihr es aufhebt, dann... wird es euch wichtig gewesen sein. Verzeiht, wenn ich euch erzürnt habe oder meine Grenzen überschritt"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 1:03 am

Vollkommen irritiert hatte sich Ileana zu dem jungen Kämmerer herum gewandt und skeptisch beäugt, wie er ein kleines Päckchen aus seiner Tasche hervor brachte und es fein säuberlich auf dem Bett platzierte. Seit der letzten Unterhaltung waren ein paar Tage vergangen, in welchen sie sich darum bemüht hatte, ihre eigene schlechte Stimmung wieder zu vertreiben, aber gebracht hatte es ihr kaum etwas - erst recht nicht, nachdem Adriana ihr bewusst gemacht hatte, dass es wohl eher Roberts Unwissenheit über die Gebräuche am Hofe gewesen war, die ihn dazu verleitet hatte, statt wahrhaft böswilliger Absicht und dass es der neue Kämmerer war, den der alte Geier geschickt hatte, welcher das Gespräch geschickt in die entsprechende Richtung gelenkt hatte. Ob die Freundin jene Worte nur sagte, weil sie Graham so sehr verabscheute oder es wahrlich ernst meinte, vermochte Ileana nicht gänzlich klar zu stellen, aber es sorgte dafür, dass sie nicht mehr den innigen Wunsch hegte, Robert sofort vom Hof zu verbannen.
Langsam trat sie schließlich auf das kleine Paket hin und streckte ihre Hände danach aus, beschließend einstweilen nichts davon zu äußern, was in ihrem Geist umher ging als sie mit spitzen Fingern die dünnen Schnüre darum löste und der weiße Stoff nur wenig später beinahe durch ihre Finger glitt. Es war genau jenes Stück, das sie bislang aufgehoben hatte, weil sie sich nicht davon hatte trennen können und nun zu sehen, dass das Stück wieder in Ordnung gebracht worden war, dass die Nähte wieder schlossen, die Risse geschlossen und versäumt worden waren, trieb ihr ein weiches Lächeln auf die Züge. "Vielen Dank, Ser Charles", erhob sie leise die Stimme. "Ihr wisst gar nicht, was mir das bedeutet ..." Es war beinahe so, als habe er damit ein Stück von ihr selbst wieder zusammenflicken lassen, dass sie in jener Nacht verloren zu haben geglaubt hatte. "Es war ein Geschenk von einer sehr guten Freundin. Ich hatte nicht erwartet, dass es noch zu retten wäre."
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 1:09 am

"Ich habe es nicht wieder genäht Mylady. Ich habe nur meine Fähigkeit die richtigen Leute zu kennen genutzt" erklärte er ihr leise und zeigte ein Lächeln. "Ich dachte mir schon, dass es euch etwas bedeutet" erklärte er schließlich und fuhr sich über die Wange, spürte das er sich bald wieder rasieren musste. "Es ist ein hübsches Stück - ich bin mir sicher, dass ihr darin noch schöner aussieht als sowieso schon" erklärte er. "Wenn ihr mir diese Aussage erlaubt" fügte er anbei, wenngleich auch mehr proforma.
"Ich habe die Kleidung eures Mannes geordnet und in eine andere Schublade getan Mylady. Ich dachte es würde euch eine Last von der Seele nehmen, nicht ständig an den Krieg und seine Abwesenheit erinnert zu werden. Nur falls ihr euch gefragt habt wo seine Sachen sind. Wenn ihr es wünscht, werde ich jedoch umgehend dafür sorgen das alles so hergerichtet wird wie es vorher war. Ich dachte nur... ein wenig veränderung und frischer Wind würden euch ebenfalls gut tun eure Hoheit. Ihr saht in letzter Zeit ein wenig blass aus. Kann ich sonst noch etwas für euch tun?"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 1:15 am

Sie war es nicht gewohnt mit jemandem zu sprechen, der selbst ein wenig dachte, statt erst Hunderte von Dingen mit ihr durchzusprechen und ihr doch die Entscheidung zu überlassen, umso überraschter war sie nun davon, dass Charles scheinbar ganz selbstverständlich agiert hatte und ihr damit einen weit größeren Gefallen getan hatte, als er im Augenblick glaubte. Sein Kompliment nahm sie schweigend hin während sie den dünnen Seidenstoff wieder ordentlich zusammen legte und noch einmal mit den Fingern darüber glitt ehe sie über seine Frage nachdachte. Ob er sonst noch etwas für sie tun konnte ... "Nein, vielen Dank, Ser", antwortete sie schließlich kopfschüttelnd und als der andere an der Tür war, schüttelte sie den Kopf. Ein wenig Veränderung und frischer Wind ... vielleicht hatte er gar nicht so Unrecht und es wurde Zeit, dass sie sich endlich wirklich aus den Schatten heraus begab, während die anderen schon einen Krieg in Valencia ausfochten - es wurde Zeit, dass sie sich ihren eigenen Dämonen stellte oder zumindest dafür sorgte, dass sie verbannt wurden.
"Wartet einen Augenblick", hielt sie ihn noch einmal inne und straffte ihre eigene Haltung noch einmal. Wenn Graham ihn wahrlich geschickt hatte, dann ahnte sie bereits wie die Meinung des alten Geiers aussehen würde und so war es wohl bei Weitem nicht schlimm, dass sie jene Bitte äußerte, die nun über ihre Lippen drang. "Tut mir den Gefallen und lasst die Sachen meines Mannes aus den Gemächern schaffen. Bringt sie in irgendein Gästezimmer und haltet dieses frei. Sorgt dafür, dass niemand es bis zu seiner Rückkehr betritt. Ihr habt Recht - ein wenig Veränderung und frischer Wind wird diesem Hof gut tun."
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 1:24 am

Charles zeigte keinerlei Gemütsregung, wenngleich er auch niemals erwartet hatte, dass die Bedingung die er laut Graham erfüllen sollte derart schnell eingetreten waren. Würde er Graham über diese Veränderung berichten? Bestimmt nicht. Der alte Geier hatte bestimmt Informanten an diesem Hof, aber er würde sich nicht zu einer dressierten Ratte machen lassen. Er würde sowieso davon erfahren. "Ich werde es in einen der ungenutzten Flügel bringen und die Tür versperren lassen. Solltet ihr den Schlüssel brauchen stehe ich euch jederzeit zur Verfügung" erklärte er und trat zu einem der Fenster, welches er öffnete und frischen Wind in das Zimmer ließ. Begleitet von einem roten Laubblatt, das der Wind mit sich getragen hatte und das er aus der Luft klaubte.
"Wenn ich offen sprechen darf: Ich glaube, dass ihr das richtige tut. Für euch. Und das Beste für euch ist das beste für euer Volk. Zumindest wenn ihr meine Meinung hören wollt"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 1:30 am

Der frische Wind, der ihr um die Nase strich, brachte sie zurück in die Realität, so grausam sie auch für sie sein mochte und wenn sie darüber nachdachte, dass bereits die ersten Boten aus Valencia gekommen waren, die von einem Sieg berichteten, dann wurde ihr schlecht. Es war kein einziger Mann gefallen, was gleichzeitig implizierte, dass es nicht mehr lange dauern würde bis auch die Soldaten heim kehren würden und so sehr sie sich auch auf Alvias und die anderen freute, so verunsichert sah sie Aikos Heimkehr entgegen. Es war absurd, wenn sie darüber nachdachte, dass sie noch vor knappen zwei Jahren geglaubt hatte, sie könne einmal glücklich an seiner Seite werden, so fremd sie einander auch gewesen waren, doch die Missgunst und die Ablehnung, die er hier erfahren hatte, von den Adligen und seinem eigenen Bruder, hatte aus dem sanften Wesen, das er einmal besessen hatte, einen grausamen Menschen gemacht, der nur noch vor wenig zurück schreckte.
"Wie kommt Ihr darauf, dass es das Beste sei?", hinterfragte sie schließlich und ließ sich auf einen der Stühle sinken, sich soweit zurücklehnend bis sie das Holz der Lehne in ihrem Rücken spürte und wieder daran erinnert wurde, dass nur noch eine aufrechte Haltung möglich war, solange sie keine Druckstellen auf ihrer eigenen Haut riskieren wollte. "Sprecht offen, Ser Charles. Ihr scheint ein Mann zu sein, welcher durchaus im Stande ist, seinen Verstand weise zu nutzen und ich bin interessiert an Eurer Argumentation."
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 1:41 am

"Wenn ihr es wünscht" erklärte Charles, welcher die große Tür schloss und die Hände für einen kurzen Moment darauf verweilen ließ, das warme Holz spürte das ob der kalten Luft langsam kühler wurde. Er atmete noch einmal tief ein und wandte sich dann um. "Ihr kennt seine Durchlaucht Ser Graham und daher könnt ihr euch denken, was ich mir anhören durfte. Seine durchlaucht ist ein ehrenwerter Mann, der - da bin ich mir sicher - mit seinen Methoden nur das Beste für das Reich will. Nun, dieser Mann ist nicht begeistert von der Entwicklung. Aber abseits dessen habe ich natürlich mehr gehört. Ich weiß nicht was nur Gerüchte und was die Wahrheit sind und an diesem Punkt wage ich nicht mir darüber ein Urteil zu erlauben. Aber was auch immer wahr sein mag - so scheint ihr doch zu leiden. Ihr habt seine Sachen nicht angefasst, das habe ich gleich gesehen. Ich glaube, dass seine Majestät Aiko ein Mann ist, der.... der aus einem Land kommt das anders ist als das unsere. Ich glaube, dass Aurea sich... schwer tut sich einzugliedern. Das viele Adlige blind sind und sich nur auf das Alte beziehen. Und was die Adligen wollen, das setzen sie bis zum Bauern durch. Mein Vater sagte einst, dass wenngleich auch Schneemann und Feuer sich lieben sie nicht zusammen kommen können, ohne das sie beiden leiden" er schüttelte den Kopf. "Verzeiht, der Vergleich war unangebracht. Was ich sagen möchte ist. Ich glaube Abstand tut euch gut. Ihr seid eine stärkere Herrscherin als ihr glaubt. Ich war damals in Ilirea als ihr eure erste Ansprache an das Volk gehalten habt. Damals beim Turnier. Das einfache Volk hat euch geliebt. Und ihr solltet wieder zu dieser stärke zurück finden. Mit Menschen an eurer Seite die euch unterstützen. Vielleicht solltet ihr eurem Ehemann Grenzen aufzeigen..." er verstummte.
"Verzeiht, ich habe zu viel gesagt. Ihr wolltet meine Einschätzung, aber ich merke wie meine Argumentation in Beeinflussung zu münden droht. Lasst euch nicht beeinflussen. Von niemanden, erst recht nicht von mir. Ihr werdet die richtige Entscheidungen treffen, da bin ich mir sicher"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 9:33 pm

Eines musste sie sich eingestehen, sie hatte nicht damit gerechnet, dass er wirklich so ehrlich zu ihr sein würde und umso erstaunter war sie nun von sich selbst, dass sie vollkommen überfahren von den Worten erst einmal einige Augenblicke des Schweigens verhallen ließ. Nur dunkel erinnerte sie sich noch an die damaligen Zeiten, in welchen sie noch geglaubt hatte, sie könne wirklich etwas bewirken und verändern, lange bevor man sie in die Arme eines Fremden getrieben hatte, die sie sich zu Beginn noch schön geredet hatte und die sich inzwischen in grausame Klauen verwandelt hatten, die sie nie wieder loslassen wollten. Der junge Mann dort vorn hatte ihr genau das wieder bewusst gemacht und unruhig striffen Ileanas Finger noch einmal ihre Gewänder, als suchten sie dort nach Ruhe, um ihren aufgepeitschten Geist wieder zurück zu drängen. Sie wusste nicht, was Graham mit Charles' Auftauchen hier am Hof bezweckte und sie wusste nicht, ob er nicht vielleicht der Spion für eine andere Partei war und so zwang sie sich selbst zur Zurückhaltung - was sie jedoch nicht unterbinden konnte, waren jene Worte des Nachdenkens, die er in ihr geschürt hatte.
"Vielleicht habt Ihr sogar Recht mit dem, was Ihr äußert. Vielleicht habe ich mich wahrhaft zu lange zurückdrängen lassen", sagte sie und erhob sich von ihrem Platz, nur um zu dem großen Fenster hinüber zu treten, das er zuvor geöffnet hatte. Die Augen der jungen Königin blickten hinab auf die belebte Hauptstadt, auf die Menschen, die dort unten ihrem Tagewerk nachgingen - sie waren ihr Volk, nicht Aikos. Dies hier war ihr eigenes Erbe, das ihrer Familie und nicht das eines Ausländers, der sie nicht zu führen vermochte. Sie hätte diesen Krieg niemals billigen dürfen, hätte niemals zulassen dürfen, dass sie vor anderen Reichen buckelten - sie hatte ihr Volk im Stich gelassen. "Ihr wisst, dass ... wenn ich jemand anders wäre, Ihr für diese Ehrlichkeit den Kopf verloren hättet, nicht wahr, Ser Charles?", fragte sie schließlich leise ehe sie sich über die Schulter zu ihm zurück drehte und ein ehrliches Lächeln auf ihre Züge brachte.
"Danke für Eure Ehrlichkeit. Ich denke, das habe ich gebraucht."
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mo Dez 08, 2014 9:42 pm

"Ich weiß" erwiderte er nach einem kurzen Augenblick der Stille und neigte den Kopf. Er blickte sie für einen kurzen Augenblick an, ehe er ein Lächeln zeigte. "Aber ich sagte es euch bereits, eure Majestät - es ist meine Aufgabe euch einzuschätzen. Ich bin der Meinung, dass ihr eher jemanden braucht der euch die Mühsamkeit des Alltags abnimmt, anstatt sie nur vor euch herzuschieben. Ich musste mir ein Bild von euch machen. Was ihr gerne esst, ob ihr bei geöffnetem oder geschlossenen Fenster schlaft. Es sind Kleinigkeiten, gewiss aber... sie sorgen dafür das ihr eine Sorgenfalte weniger habt wenn ihr Abends ins Bett geht. Und das ist alles was ich will" er richtete sich auf und streckte sich kurz. "Und ihr seid keine andere eure Hoheit. Und das ist gut so. Aber ich habe zu viel Vertrautheit für einen Tag mit euch ausgetauscht eure Majestät. Ich verspreche euch jedoch, stets ehrlich zu euch zu sein und nichts als die Wahrheit zu sagen. Nun, wenn es euch beliebt würde ich einen Ausritt für morgen vorbereiten. Etwas frische Luft und ein Tapetenwechsel könnte euch gut tun"
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Do Dez 11, 2014 10:48 pm

Charles fuhr sich mit einer verzweifelten Geste durchs Haar. Das konnte alles nicht wahr sein. Er hatte ein unangenehmes Gefühl im Magen, wenn er an das Geschehene zurückdachte. Er hatte es vermieden Ileana mit Entschuldigungen zu überhäufen, sondern schnell und überlegt gehandelt, um den Schaden zu minimieren. Er hatte die Schauspieler angewiesen das Stück zu spielen. Die Zuschauer sahen gebannt auf die Bühne und wurden nicht großartig auf die Ungeschicktheit aufmerksam zu machen. Der Eine oder Andere mochte es mit Sicherheit gesehen haben, es würde jedoch keine ausgewachsene Krise auslösen.
Noch immer stand Charles neben dem Wandschirm, hinter dem sich Ileana umzog und betrachtete die Decke. Jérôme wartete draußen - ungeduldig. »Verzeiht mir eure Hoheit. Wenn ich... ich weiß nicht, wie ich derart tölpelhaft agieren konnte. Euer Kleid - es ist unverzeihlich.« er schwieg, schien zu überlegen. »Wenn wir uns beeilen, so bin ich mir sicher, werden wir nicht viel von der Feierlichkeit verpassen. Wenngleich es ratsam wäre mich heute keinerlei Getränke mehr ausschenken zu lassen. Es war Rotwein nicht wahr? Ich werde mich persönlich um die Reinigung bemühen«
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Do Dez 11, 2014 11:08 pm

Alles war zu schnell gegangen, als dass sie wirklich hatte begreifen können, was vorgefallen war - das Endresultat jedoch hatte sie durchaus registriert, nämlich ein ruiniertes Kleid und ein flammend rotes Gesicht, welches sie ihr Eigen genannt hatte, welcher dieser Zwischenfall wohl ebenso peinlich war wie auch Charles, welcher Jerome und ihr gefolgt war, nachdem sich der junge Adlige dazu bereit erklärt hatte, sie in ihre Gemächer zu bringen. Ihre Hofdamen hatten sie mit schnellen Schritten begleitet, um ihr beim umkleiden zu helfen und inzwischen schwirrte eine nach der anderen um sie herum, während sie sich unentwegt darüber brüskierten, wie peinlich der ganze Vorfall doch war und wie es sein konnte, dass solch ein Tollpatsch in den Stand eines Kämmerers erhoben wurde. Jene Beschreibungen waren solche, die in weit anderen gipfelten, bei denen Ileana immer wieder interveniert und sie zum Schweigen gebracht hatte und als nun auch die letzten Verschlüsse des neuen Kleides geschlossen wurde, schloss Ileana für einen kurzen Moment die Augen ehe sie ihre Haltung wieder straffte.
Noch einmal strich sie sich eine der Strähnen aus dem Gesicht und brachte ein Lächeln zurück auf ihre Züge, wissend, dass es ohnehin nichts brachte, jetzt wütend darüber zu sein, was geschehen war. Es war nichts weiter als ein Missgeschick gewesen, er war gestolpert und sicherlich hätte das auch jedem anderen passieren können. "Es ist in Ordnung, Ser Charles", antwortete sie schließlich als sie hinter dem Wandschirm hervor trat. "Ihr seid gestolpert, das ist nichts, wofür ich Euch belangen müsste, wenngleich ich auch hoffe, dass Euch das nicht noch einmal geschieht. Ich würde nur ungern noch einmal hierher müssen, um mich umzuziehen und dadurch noch mehr Eures Theaters zu verpassen."
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Do Dez 11, 2014 11:23 pm

»Ihr seid wie immer zu kordial« erwiderte Charles leichthin. »Dürfte ich anmerken, dass euch dieses Gewand wunderbar kleidet?« fragte er leise, betrachtete die Königin von oben bis unten. Wahrlich, Ileana sah in dem nunmehr weinroten Kleid aus wie eine wahre Königin. Diamantene Sterne waren in das Haarnetz eingeflochten. Ihre Haare in Form gehalten - bis auf eine Strähne, welche widerspenstig und gelockt in ihr Gesicht hing. Eine leichte Anwandlung von Imposanz, einer Magierin würdig?
»Wir dürften einen kurzen Schwank verpasst haben, nichts all zu Gehobenes. Eine Idee des werten Robert. Sofern wir uns beeilen, dürften wir ein eher düsteres Liederwerk mitbekommen, ehe eine Theatervorstellung folgt« erklärte Charles den weiteren Ablauf . Der junge Kämmerer war sichtlich erleichtert, dass seine Ungeschicktheit keine weiteren Konsequenzen nach sich ziehen würde.
Es wäre unverzeihlich, wenn er jetzt die Gunst seiner Königin verspielen würde. Doch noch immer lag ihm der Vorfall im Magen - er war sich sicher nicht gestolpert zu sein. Und Charles wusste, welche Erklärung dieser Tatsache entsprießen musste.
Er öffnete die Tür und nickte Jérôme zu, ehe Ileana in den Gang trat.
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Jérôme von Belatona

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Do Dez 11, 2014 11:51 pm

Jérôme hatte Ileana bis zu ihrem Zimmer begleitet, in dem sie dann mit Charles und ihren Hofdamen verschwunden war. Er war von dort aus in sein Zimmer verschwunden um sich seiner eigenen verunstalteten Kleider zu entledigen und hatte stattdessen ein nachtblaues Gambeson über einem schwarzen Hemd angelegt, ehe er wieder zur Königin aufgebrochen war. Dort hatte er vor geschlossener Tür gewartet, was nicht weiter verwunderlich war, schließlich dauerte es seine Zeit eine Frau aus ihrem Kleid und wieder in ein neues Kleid zu schnüren, wie er nur zu gut von seinem Zusammenleben mit zwei Schwestern und einer Mutter wusste. Er hatte wieder über Charles seltsamen Kommentar nachdenken müssen, von ihrem Ausritt, dass sich doch zu viele Herren um die Gunst der Königin bemühten. Irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, etwas offensichtliches in der eigentlichen Botschaft zu übersehen. Es war doch eigentlich klar, dass die Höflinge sich um die Gunst der Königin, der mächtigsten Frau im Land bemühten, schließlich erhofften sie sich alle so Vorzüge. Doch Charles schien etwas anderes gemeint zu haben.
Die Tür öffnete sich und Jérôme verscheuchte die Gedanken aus seinem Kopf. Mit einem leichten Lächeln erwiderte er das Nicken des Kämmerers, ehe er die Königin mit einem breiteren und ehrlicheren Lächeln erblickte. "Euer Gnaden, ihr seht wirklich bezaubernd aus. Rot steht euch wahrlich gut zu Gesicht.", erklärte Jérôme und verneigte sich leicht vor seiner Königin, ehe er ihr den Arm reichte. Ihm entgingen nicht, mit welch unterschiedlichen Blicken die Hofdamen ihn und Charles ansahen. "Wollen wir zurück zu den Festlichkeiten? Ich bin mir sicher, wir haben noch nicht viel verpasst."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Di Dez 16, 2014 12:12 am

"Ileana" Aikos Stimme hallte durch den großen Raum, während die dunklen Augen des Auri langsam durch den Raum glitten. Einige seiner Sachen fehlten, in dem halb offen stehenden Schrank war keine Spur seiner Kleider mehr zu sehen. Seine Seite des Betts war gemacht und nicht angerührt worden. Seine magischen Utensilien aus dem Raum geräumt. Sein Schlüssel hatte nicht mehr gepasst, so das er den Raum magisch geöffnet hatte, indem er den steckenden Schlüssel manipulierte, ehe er die Tür wieder verschloss und den Schlüssel abzog.
"Du warst nicht draußen um mich zu begrüßen und..." das Fenster stand offen, die Banner seines Landes über dem Bett waren abgehängt und durch den Löwen von Xeldaric ersetzt worden. Die Krone, welche auf einem roten Samtkissen ruhen sollte war verschwunden.
"Was.. hat das hier zu bedeuten?" fragte er leise und er sah sie mit einem Blick voller Verwirrung an.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Di Dez 16, 2014 12:20 am

Überrascht wirbelte Ileana herum als die Stimme hinter ihr erklang und blickte geradewegs in ein Gesicht, von dem sie gehofft hatte, sie würde es nie wiedersehen müssen. Sie hatte die Schreie im Hof durchaus gehört, seine Stimme, die ihr so vollkommen fremd geworden war und die gequälten Schreie des Soldaten, dem er so zugesetzt hatte. Ihr Herz schlug schnell und unregelmäßig gegen ihre Rippen und hatte sie sich zuvor noch vorgenommen, mutig und stark zu sein, so spürte sie jetzt, wie sie genau dieser Mut verließ und sie einen Schritt zurück machte, um Distanz zwischen sie zu bringen.  Die Erinnerung an die grausamen Stunden kehrte wieder mit der Wucht eines Hammerschlags zurück, erinnerte sie daran, wie unberechenbar er geworden war und wie die Realität nun wieder für sie aussehen würde, nachdem sie in den letzten Wochen erst wieder hatte Freude erleben dürfen. Es würde jetzt vorüber sein, dessen war sie sich sehr wohl bewusst. Sie würde jetzt nicht mehr unbeschwert sein dürfen wie es zuvor gewesen war und sie würde nun wieder sehr genau darauf achten müssen, was sie tat und was sie sagte.
Sie wollte nicht vor ihm den Kopf einziehen, wollte ihrer Familie nicht erneut Schande bereiten, indem sie sich ihm einfach unterwarf und sich zurück drängen ließ, insbesondere nicht nach all den Gesprächen, die sie geführt hatte und so nahm sie allen Mut zusammen, den sie noch in sich selbst besaß, selbst wenn sie nur mit Mühe ihr eigenes Zittern verbergen konnte. Was würde geschehen, wenn er wieder die Beherrschung verlor? Was, wenn er sich selbst wieder vergaß und ihr erneut weh tat? "Das, was du siehst", sagte sie schließlich und reckte das Kinn stolz ein Stück empor. "Dies hier ist nicht mehr dein Schlafzimmer. Die Diener haben dir ein Gästezimmer bereit gemacht, indem du dich von der Reise ausruhen und wieder zu Kräften kommen kannst. Der Krieg wird dich sicherlich ermüdet haben."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Di Dez 16, 2014 1:05 am

«Ein Gästezimmer?« echote Aiko leise und schüttelte ungläubig den Kopf. «Ein Gästezimmer?« er konnte er nicht fassen, war nicht in der Lage zu glauben, was er da hörte. Sie verbannte ihn also, verstieß ihn aus seinem eigenen Zimmer? Ächtete ihn aus ihrem Ehebett, nachdem es ihr schon nicht gelungen war ihm einen Erben zu schenken? Sie war seine Frau! Und er hatte sie geliebt. Hatte ihre nahe und ein guter Ehemann sein wollen, sie behüten und beschützen. Alagaésia hatte ihn gebraucht und er war in seiner Selbstlosigkeit hierher gekommen, hatte sich ihrer angenommen. Aber dieses Land war ganz und gar verwildert - zuerst hatten sie ihm diese verlausten Barbaren aus Solandra forgesetzt und er hatte noch immer gelächelt, als dieser Velaryon Junge kam. Ehe die Hochherrschaftlichen kamen und ihm Hass entgegen brachten, ehe Velaryon versuchte ihn zu sabotieren. Selbst Adriana, in der er eine Freundin gesehen hatte hatte ihn nur benutzt. Wie hatte er nur so blind sein können? Und dann war da noch Noah gewesen - der Schreiner, der geglaubt hatte er dürfte sich mit Adligen einlassen. Der Scheißkerl hatte sein Kind ermordet, ehe er geflohen war. Danach hatte auch Ileana ihn gemieden - so als wäre es seine Schuld gewesen. Was für ein riesiger Haufen Abschaum. Und dann auch noch Hisoka, sein eigener Bruder dem er immer nur alles gute gewünscht hatte, ehe auch dieser begann gegen ihn zu spielen und Aiko ihn ins Kloster verbannen musste. «Ich bin dein Ehemann Ileana...« flüsterte er leise, beinahe ungläubig. «Ich bin es, der Fyonara davon abhält in dein Land einzufallen! Ich und meine Armee, meine Macht und meinen Wohlstand! Ich habe sogar eure barbarische Sprache gelernt - und warum? Weil ich dachte es sei Liebe! Ich bin in diesen Krieg gezogen und warum? Weil ich dachte, ich kann dich schützen und deinem Volk endlich meinen Wert beweisen. Oh wie dumm ich doch war - ihr lacht hinter unserem Rücken über uns. Über unsere Güte und unsere Freundlichkeit. Ihr habt euch an unserem Reichtum und unserem Wissen bedient und was habe ich zurück bekommen? Verachtung!« er schüttelte den Kopf und Wut mischte sich mit unsäglicher Enttäuschung, wurde ein Wechselbad der Gefühle in dem es Aiko schwer fiel Oben von Unten zu unterscheiden.
«Warum? Sag es mir.... war das alles von Anfang so geplant? Oder habt ihr euch auf halbem Weg dazu entschieden? Hast du gehofft ich würde nie mehr wieder kommen, damit du meinen Reichtum und mein Land erben kannst? Weißt du, ich hatte mich entschuldigen wollen. Ich.... ich hatte wirklich geglaubt, dass ich einen Fehler gemacht habe. Aber, aber ich - Ich habe nicht den Fehler gemacht. Ich war im Recht, das sehe ich jetzt und das was ich dir angetan habe, hast du mir bereits zuvor tausendfach vergolten« er schüttelte noch immer ungläubig den Kopf und trat einen weiteren Schritt auf sie zu. «Du Heuchlerin...«
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