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 Schlafzimmer des Königspaares

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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Sep 12, 2014 12:03 am

"Ich werde dich nicht verbannen - selbst, wenn ich wollte, würde ich es nicht können, weil es Fragen aufwirft, die ich nicht beantworten kann, ohne mir selbst ein Bein zu stellen", antwortete Ileana im ersten Moment und schüttelte erneut den Kopf, als wolle sie sich davon abhalten weiter zu sprechen. Es brachte nichts, wenn sie ihm irgendetwas erklärte, es brachte nichts, wenn sie sich jetzt nur weiter einlullen ließ und doch wieder Vertrauen fassen würde, das er letztlich doch nur wieder missbrauchen würde - man hatte ihr einst gesagt, sie gehöre dem Staat. Sie gehöre dem Volk - ihre Seele, ihr Körper und all ihr Interesse durfte nur diesem gelten und dass sie sich Freunde nicht würde leisten können. Einstmals hatte sie darüber gelacht, hatte es abgewiegelt und sich weiter so benommen, wie sie gewesen war - heute saß sie hier, vor ihrem einstigen besten Freund und empfand ihm gegenüber nichts mehr als Trauer und die tiefe Enttäuschung, die sie von innen heraus aufzufressen schien. War das wirklich das Schicksal, das ihr in die Wiege gelegt worden war? Sich selbst zurück nehmen zu müssen, wann immer es ging, um einem höheren Wohl zu dienen?
"Nein, Noah. Ich werde mich nicht bei dir beklagen oder darüber sprechen, wie man mir helfen könnte. Ich will nicht riskieren, dass du mir erneut vorwirfst, du seist nur ein Nutztier für mich und es würde mich nicht kümmern, was mit dir ist, auch wenn du mir nun wieder vorwerfen wirst, dass du von mir nur Zurückweisung erfährst. Ich werde keine Ansprüche oder Bitten mehr an dich richten - ich habe gelernt, was daraus wird. Ich will deine Hilfe nicht, Noah. Nicht, wenn du sie mir nur so gibst, weil du etwas von mir erwartest", setzte sie ihm dann noch hinterher und schlug die Augen nieder, dieses Mal bewusst jene Geste wählend, weil sie den Blick seiner Augen auf ihrer selbst nicht mehr ertrug und ihre Lippen zitterten als sie die nächsten Worte formte.
"Geh, Noah."
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Ser Gawain Drei Blumen

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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Sep 19, 2014 7:27 pm

Gawain stand mit durchgedrücktem Rücken vor dem Schlafzimmer des Königspaares wache. Zwar hatte die letzten Stunden einer der anderen Leibgardisten ihrer Majestät diese Aufgabe übernommen, doch als der König zurück gekehrt und umgehend zu seiner Gemahlin geeilt war hatte man ihn gerufen, auf das er die Aufgabe für den Schutz seiner Herren zu Sorgen übernehmen konnte. Gawain stand mit einer Hand auf dem Schwertgriff da und starrte die andere Seite der Wand an, seine Aufmerksamkeit bis zum zerreißen gespannt um nicht einmal eine Maus durchzulassen. Er fuhr sich kurz über den Bart, welcher mittlerweile wieder etwas voller war als früher. Wenn man stundenlang nur an einem Fleck stand und nichts weiter zu tun hatte als seine Aufmerksamkeit auf alles und jeden zu richten, spaltete sich irgendwann ein Teil des eigenen Bewußtseins ab und ging auf Wanderschaft. Gawain kannte diese Wanderungen bereits und der Pfad seiner Gedanken, welcher im laufe der Jahre ein ausgetretener Weg geworden war, war ihm derart bekannt wie es sein eigenes Leben war. Doch statt einem der bekannten Pfade zu Folgen glitten seine Gedanken ab und fanden schließlich an Noah einen Punkt um den sie sich drehen und Vorwürfe wie ein Netz spinnen konnten. Er hatte den Jungen aufgenommen, nachdem die Königin der Elfen selbst - jene wundersame Frau - dem Jüngeren eine glorreiche Zukunuft prophezeiht hatte. Zuerst war es reines Pflichtgefühl gewesen den ungestümen und zuweilen unbegabten Jungen unter seine Fittiche zu nehmen. Sie hatten Stunden miteinander verbracht und er hatte den jungen Mann zuweilen öfter gesehen als seine eigene Tochter - vor allem zu Anfang. Doch nach und nach hatte er in dem Jungen ein verborgenes Potential gesehen, die Fähigkeit das Richtige zu tun. Er hatte schnell gelernt und wenngleich er auch immer wieder hatte durchscheinen lassen von welch niederer Geburt er war... hatte Gawain ihn geliebt. Er hatte in Noah den Sohn gesehen, den er niemals gehabt hatte - hatte ihn vor anderen Adligen verteidigt - ja seine Ehre sogar in einem Zweikampf gerettet, in welchem sein Gegner der Lord Rodney von Hertford zwei Finger verloren hatte. Noah hatte dies nie erfahren und ihn nur gefragt, wieso der Lord am nächsten Tag so früh abgereist war.
Gawain hatte sein Herz an den Jungen verloren, hatte ihn zu einem Drei Blumen machen wollen, doch dann. Noah war niemals darüber hinweg gekommen, dass Ileana und er nicht zusammen kommen konnten. Er hatte seine Pflicht verletzt, Ileana ihres Kindes beraubt und den König selbst angegriffen. Doch wenngleich es auch schwer gewesen war - Gawain hatte ihn nicht aufgeben wollen. Hatte gewusst, dass in Noah mehr steckte als das. Doch dann war er vor zwei Wochen verschwunden - ohne ein Wort. Ohne eine Nachricht. Seit diesem Tag machte sich Gawain Vorwürfe - er hatte den Jungen nicht gut genug ausgebildet. Seine Lehren waren nicht einprägsam gewesen und es war ihm nicht gelungen in Noah jenen Funken zu erwecken, den er in ihm erkannt zu haben glaubte. Er schluckte schwer gegen die Tränen an, die seine Sicht verschleierten und die er nun nicht gebrauchen konnte. Sein Griff um die Waffe wurde fester. Melitele, große Heilige ich bitte dich. Halte Fürsprache für Noah und wache über ihn, sei ihm ein Licht wo immer er auch sein mag
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 9:43 pm

Langsam glitt die Tür auf und ließ ein wenig frische Luft in das Schlafzimmer hinein als Aiko eintrat. Alvias sah noch hoch, nickte dem König zu und legte Ileana sacht die Hand auf die Schulter, ehe er sich erhob und aus dem Raum Schritt. "Ileana" flüsterte er leise und sah der anderen in die Augen.
Kümmer dich um Ileana - Ileana ist nicht stark, Aiko - das ist der Unterschied zwischen euch beiden. Sie hat ihren besten Freund verloren, weil der eifersüchtig auf dich war, sie hat einen weiteren Freund aus denselben Gründen verloren, sie hat ihr Kind über den Streit verloren und ihr beide wart der Meinung, ihr geht beide allein mit der Trauer um und der jeweils andere könnte euch nicht helfen. Geisterten Coreens Worte durch seinen Geist und so blieb er schließlich wenige Meter vor Ileana stehen. "Ich hätte niemals fortgehen dürfen" erklärte er leise. "Es tut mir so leid was passiert ist. Ich wünsche ich wäre hier gewesen... ich wünschte ich wäre die ganzen letzten Monate an deiner Seite gewesen anstatt irgendwo auf einem Spießrutenlauf zwischen Adligen und Arbeit und..." er verstummte. "Was ich damit sagen will ist - ich bereue es bis an den Grund meiner Seele dir nicht zur Seite gestanden zu haben und ich bedauere, was dir auch noch heute widerfahren ist. Und ich war schon wieder nicht da... aber nun bin ich da und ich will versuchen es irgendwie wieder gut zu machen" er kniete sich hin, so dass er mit der sitzenden Ileana auf Augenhöhe war und legte ihr sanft einen Arm um den Rücken bot ihr eine Umarmung an. Es war nicht viel das er jetzt tun konnte aber.... Nähe zeigne, keine Ausflüchte finden und ihr auf eine einfache, körperliche Weise zeigen das er ihr Nahe war. Das war das Mindeste.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 9:55 pm

Sie hatte nicht mehr wirklich wahrgenommen, dass man sie in ihre Gemächer gebracht hatte, hatte selbst Alvias Anwesenheit kaum wahrgenommen, geschweige denn, dass sie auch nur ein einziges Wort über ihre blassen Lippen gebracht hätte, mit dem sie sich verständlich hätte machen können. Da war zu viel in ihr, dass sie nicht in Worte fassen können - zu viel Schrecken über das, was zuvor geschehen war, Brandon, sein Angriff auf Elijah und sein Sprung aus dem Fenster - all die Dinge, die Elijah über Brandon gesagt hatte, dass er sie nur hatte besitzen wollen, ihre Angst, dass er sie mit in den Tod hätte reißen können. So waren die letzten Stunden gefüllt mit Schweigen gewesen, in denen sie lediglich auf einem der Stühle gesessen hatte, die blicklosen Augen auf die im Schoß gefalteten Hände gerichtet und auch als sich nun erneut die Tür öffnete, hob sie nicht den Blick, selbst als sie jene Stimme weit in ihrem Geist vernahm, die sie bereits seit einer viel zu langen Zeit nicht mehr gehört hatte.
Er war nicht hier, ein Teil von ihr wusste das, selbst wenn ein anderer sich verzweifelt nach eben dieser Nähe sehnte - sobald sie den Mund öffnete, würde er wieder gehen und ihr kleiner Traum hier würde einfach zerplatzen, als bestünde er aus nichts anderem als aus einer Seifenblase. Nur eine einzige Berührung würde genügen, um alles wieder in die Realität zu verwandeln - jene Realität, in der Brandon grausam geworden war und in der sie nun einmal allein war, niemanden mehr hatte, an den sie sich hätte wenden können. "... das kannst du nicht ...", flüsterte sie schließlich lediglich heiser, ohne ihn anzublicken, geschweige denn sich auch nur ein Stück weit in seine Richtung zu bewegen. Ein Teil von ihr war wütend, hätte ihn am Liebsten geschlagen, ihm all die unzähligen hässlichen Dinge an den Kopf geworfen, die ihr im Geiste umher gingen, ein Teil von ihr wollte sich ihm weinend an den Hals werfen und endlich einmal wieder Nähe erfahren und ein weiterer Teil von ihr empfand hier und jetzt gar nichts mehr. Nichts mehr außer der dumpfen Taubheit, die ihre Glieder schwer und ihre Gedanken müde machte.
"Es ist schon gut. Ich komme zurecht. Du musst dich nicht zwingen hier zu sein."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 10:08 pm

"Ich bin nicht hier weil ich mich dazu zwinge. Ehrlich gesagt habe ich mich in letzter Zeit zu nichts weniger gezwungen" erklärte er ihr leise und begegnete ihrem Blick. Und eben jener Blick traf ihn wie ein Schlag in die Magengrube. Sie stand unter Schock, das hatte er bereits geahnt - aber da in ihrem Blick war noch so viel mehr. Ein Schmerz der die Welt zuschnürte und einem das Herz klamm machen konnte. Langsam hob er die Hand und berühte sacht und sanft ihre Wange - nur für einen kurzen Augenblick ehe er die Hand langsam wieder zurück zog. Wie bei einem Schmetterling, welchem man die Flügel nicht zerstören wollte. "Niemand würde mit dem zurecht kommen was du aushalten musst. Niemand. Weder König noch Magier" er setzte sich neben sie auf einen kleinen Sessel. Sie musste ihn hassen wurde ihm bewusst. Alles was er ihr angetan hatte, die Zeit in der sie alleine war und nun war ihr letzter Freund auf Erden in den Tod gesprungen und schwebte auf der Schwelle, während sie zur untätigkeit verdammt blieb. "Ich gehe nicht fort" meinte er schließlich nicht mehr setzte er in Gedanken hinzu. Ehe ein beinahe verzweifeltes, ein Schuldbewusstes und von einem Silberstreifen durchzogenes "Ich liebe dich" folgte.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 10:16 pm

Langsam schüttelte sie den Kopf während ein bitteres, zittriges Lächeln über ihre blassen Lippen huschte, nur um sich wenig später wieder zu verlieren. Liebe ... sie wusste nicht, was dieses Gefühl bedeutete, wenngleich sie auch all die Zeit geglaubt hatte, sie hätte es kennen gelernt. Sie hatte geglaubt, väterliche Liebe kennen zu lernen, als sie bei Stephan gewesen war, bevor der sie verraten hatte, sie hatte geglaubt behütende Liebe kennen zu lernen als sie bei Graham gewesen war, bevor er sie einfach verkauft hatte. Sie hatte geglaubt freundschaftliche Liebe kennen zu lernen als sie bei Noah gewesen war, bevor auch der sie vergessen und zu hassen gelernt hatte, hatte geglaubt aufopfernde Liebe kennen gelernt zu haben, als sie Brandon kennen gelernt hatte bevor dieser sich in den Tod gestürzt hatte und sie hatte geglaubt, eine erste wahre Liebe kennen gelernt zu haben als ihr Aiko begegnet war, bevor auch dieser sie in der Finsternis allein gelassen hatte. Ihr Leben hatte sich in eine Hölle verwandelt, in der sie jeden Tag aufs Neue erwachte und aus der sie nicht mehr entfliehen konnte, weil die Mauern dieses Ortes zu dick waren und man sie zu einer Person gemacht hatte, die sie gar nicht hatte sein wollen.
"Tust du das?", war ihre leise Frage und langsam schloss sie die brennenden Augen. Sie wollte nicht weinen, sie wollte nicht schon wieder weinen und allen zeigen, wie sehr es ihr weh tat, denn ihre Tränen hatten nie jemanden gekümmert - weder Noah, noch Brandon, geschweige denn Aiko. Es war ihnen immer egal gewesen und so lenkte sie den verschleierten Blick hinüber zu ihm, jenem Mann von dem sie geglaubt hatte, er würde ihr Licht werden und der so rasch erloschen war. "Warum warst du dann nicht da ...?"
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 10:25 pm

Ja Aiko - wieso warst du nicht da? echote die Stimme des Selbstvorwurfs in ihm und Aiko schluckte, versuchte sich aufrecht zu halten, sackte jedoch ein wenig zusammen als habe ihn ein Pfeil durchbohrt. "Ich trauerte um unser Kind - und ich glaubte ich könne dir nicht helfen und das ich dir mehr helfen würde, wenn ich dir Zeit ließe. Das ich dir Arbeit abnehmen müsse um dich zu schonen." wie bitter diese Worte klangen, wie hohl und kantig wenn er nun darüber strich. "Ich ließ mir zu viel Zeit und als ich spürte, dass etwas in unserer Ehe nicht stimmte... da habe ich mich in die Arbeit vertieft weil ich es nicht sehen wollte. Den Gedanken dich zu verlieren nicht ertragen konnte und versuchte ihn zu verbannen, ihn unter Arbeit zu vergraben" er schüttelte den Kopf. "Ich habe dich im Stich gelassen weil ich nicht wusste wie ich dich halten sollte und weil mir dies Angst machte. Ich hatte Angst dich zu verlieren und das hat dich nur noch weiter von mir entfernt. Es war meine Schuld - alles. Ich hatte solch eine Angst dich zu verlieren, dass ich dich letztlich verlor. Und mich gleich mit. Es gibt keine Worte die es entschuldigen. Keinen Zauber der es rückgängig macht" antwortete er ihr leise. "Ich habe mich jedoch dieser Angst gestellt und nun? Nun kann ich nicht mehr machen als hier zu sein. Für dich. Wann immer du mich brauchst und dafür zu beten, dass ein Funken der Liebe die wir teilten noch in uns steckt und sich vielleicht wieder entfachen lässt. Ich habe nie aufgehört dich zu lieben Ileana. Ich habe nur... aufgehört etwas dafür zu tun. Weil ich selbstsüchtig und dumm war"
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 10:40 pm

"Das trifft es im Grunde genommen ziemlich gut. Das, was du bislang nämlich nicht mitbekommen hast, ist, dass Brandon versucht hat, sie und sich in den Tod zu treiben und es ihm wahrscheinlich sogar noch gelungen wäre, wenn Elijah nicht dazwischen gegangen wäre. Dass er ihr wohl eindeutig zu nahe getreten ist und du gerade nichts besseres zu tun hast als Reden zu schwingen", drang eine scharfe, vorwurfsvolle Stimme von der Tür her in den Raum, wo Adriana ihren Platz bezogen hatte und die bernsteinfarbenen Augen nun vorwurfsvoll auf Aiko gerichtet hielt, der hier neben einem zitternden Häufchen Elend saß, dass dieses Schicksal nun wirklich nicht verdient hatte. Die Zauberin schüttelte missbilligend den Kopf und hob die Hand als der andere ihr ins Wort fallen wollte ehe sie sich in Bewegung setzte und auf Ileana zutrat, sich auf die Lehne des Sessels sinken ließ und ihre Arme um die Jüngere legte, sie behutsam zu sich heran zog und lediglich wortlos festhielt, ihr sanft über den Rücken und die zitternden Schultern streichelte.
"Ist schon gut. Es wird wieder werden", flüsterte sie lediglich leise und schickte ein nachsichtiges, beinahe mitleidiges Lächeln hinterher, von dem sie wusste, dass Ileana es nicht sehen würde, die an ihr kauerte und deren verkrampfte Haltung sich nur langsam lösen wollte. "Ich bin wieder hier und ich lass dich nicht mehr so schnell allein", schickte sie ebenso leise hinterher ehe ihre Aufmerksamkeit wieder hinüber zu Aiko wandte, der noch immer dort saß und wie angewurzelt schien. Wie gern hätte sie ihm die Meinung gesagt ... wie gern hätte sie ihm gesagt, was sie davon hielt, was vorgefallen war und was er über die ganze Zeit getan haben musste.
"Sie ist am Ende mit ihren Kräften, Aiko. Freund um Freund ist verschwunden und statt jetzt da zu sein, sie festzuhalten und ihr zu zeigen, dass du wirklich da bist, sitzt du nur hier und schwingst große Reden. Das ist deine Frau und wenn sie dir nur halb so viel bedeutet, wie du sagst, dann sei da. Nicht nur mit Worten. Sei ein einziges Mal wirklich stark, wenigstens für sie."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 10:49 pm

Aiko sog scharf die Luft ein, als könne er somit eines der Löcher stopfen welche sich in ihm aufgetan hatten und nickte schließlich nur knapp. Er war gerade im Begriff etwas zu sagen, hatte den Mund bereits geöffnet, schloss diesen dann jedoch wohlweislich wieder und nickte langsam während er sich den steifen Hemdskragen öffnete, welcher wohl die Blutzufuhr zum Gehirn blockiert haben musste. Ja das hatte er stets gut gekonnt, reden schwingen. Er hatte stets gut reden können und mochte dies in der Politik von Vorteil sein. Adriana hatte recht - vor ihm saß seine Frau und kein Politiker der überzeugt werden musste. Die Menschen brauchen Eure Stärke schon wieder eine Frauenstimme in seinem geist - wie kam es, dass alle starke Frauen in seinem Leben ihm den gleichen Rat gaben und er sich nie daran hielt? Selbst Mimi hatte ihm gesagt, dass er hier stark sein musste. Aiko stand schließlich auf und nachdem Adriana sich von ihr gelöst hatte umarmte er Ileana, so das ihm beinahe die Luft zum atmen fehlte. "Ich bin da" war schließlich das EInzige was er sagte.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 11:07 pm

Skeptisch hatte Adriana die Augenbrauen ein Stück weit in die Höhe gezogen und im Stillen gewusst, dass es das nicht helfen würde, wenn er das jetzt weitermachen würde, was er nun begonnen hatte. Aiko hatte keinerlei Ahnung davon, wie man wirklich mit Menschen umging, wusste nichts darüber, wie er einem anderen Menschen außer sich selbst helfen würde und einmal mehr fielen ihr Hisokas Worte ein, die er betreffend seines Bruders gesprochen hatte, darüber dass Aiko viel sagte aber meist nur sehr wenig dahinter steckte. Genau das war es, was sie nun auch wieder vor sich sah und es schmerzte tief in ihrem eigenen Herzen zu wissen, dass das junge Mädchen, das er festhielt und das sich kaum zu rühren wagte, Hoffnungen aufzubauen begann, die er letztlich doch wieder enttäuschen würde, aber ihr blieb nichts anderes übrig als in eben diesen Augenblicken zur Stelle zu sein und Ileana bei ihrem Fall aufzufangen, um das Mädchen nicht ganz allein zu lassen.
Behutsam streckte sie noch einmal die Hand aus und berührte Ileana sacht an der Schulter. "Soll ich gehen und euch beide ein wenig allein lassen, damit ihr euch aussprechen könnt?", fragte sie leise und als Ileana gleichmütig mit den Schultern zuckte, lächelte die Zauberin lediglich leise und strich ihr noch einmal sacht über das braune Haar. "Ich bin nicht weit weg, ja? Wenn etwas ist, dann ruf nach mir und ich bin da. Red mit Aiko, versprich mir das, er mag ein riesiger Narr und wirklich schlecht in so etwas sein, aber um deinetwillen mach ihm Vorwürfe und schrei ihn an. Das hat er verdient und ich möchte dich gern wieder lächeln sehen", führte sie noch leise fort und beugte sich ein Stück weit nach vorn, hauchte der Jüngeren einen sanften Kuss auf den Schopf ehe sie sich von ihrem Platz erhob und Aiko noch einen knappen, warnenden Blick zukommen ließ.
'Wenn du ihr noch einmal weh tust, dann werde ich dir weh tun, lass dir das gesagt sein, und dann wird es mich nicht kümmern, ob du Kaiser oder König bist. Ich habe dich um ihretwillen gerettet, weil ich sie nicht länger leiden sehen will', ließ sie noch finster in Gedanken folgen ehe sie die Tür hinter sich schloss und die beiden damit erneut allein ließ, im Stillen beschließend, sich wirklich in Hörweite aufzuhalten, falls Ileana Hilfe benötigen würde.
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 11:23 pm

Adrianas im Geiste gesprochene Worte brannten nach - nicht etwa ob ihrer Schärfe, sondern vielmehr ob des Nachdrucks und der reinen Energie welche hinter diesem Satz gesteckt hatte. Es fühlte sich an, als habe sie eine Rasierklinge über seinen Hirnstamm geschabt und Aiko hatte kurz zusammengezuckt, ehe er schließlich Ileana losließ, nachdem sie den Griff gelockert hatte. Er fuhr ihr sanft über die Schulter, kam an ihrem Hals vorbei und trennte sich schließlich gänzlich von ihr, während sein Blick dem ihren Begegnete.
"Wir sollten uns wirklich aussprechen" brach er schließlich das Schweigen. "Wir haben zu lange nicht mehr miteinander geredet. WIr haben ab und an Worte gewechselt aber..." er brach ab und schüttelte den Kopf. "Wie..." er lächelte ob seiner Dummeheit. Er selbst hatte bereits genug gesagt, hatte sie zugetextet. Nun sollte ihre Chance sein. Ihre Seele endlich von dem Balast zu befreien und wenn es nur durch reden war "Adriana hat recht ich bin wirklich nicht gut, was? Es muss furchtbar für die gewesen sein?"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 11:33 pm

Sie wusste, dass da noch irgendetwas gewesen war, das man vor ihr hatte geheim halten wollen und wenn sie auch sonst darauf gepocht hätte, dass man es ihr sagte, so war dieses Verlangen inzwischen gänzlich geschwunden und sie hatte es stillschweigend akzeptiert. Kaum, dass Adriana den Raum verlassen hatte, hatte er sich wieder von ihr distanziert, war erneut auf Abstand gegangen und als sie nun hinauf in sein Gesicht blickte, war da nichts mehr als ein Lächeln. Ein Lächeln, nach dem ihr nicht zu mute war und ein Lächeln, das neben der Frage, die er gestellt hatte, wie ein Schlag in ihre eigene Magengrube war und in ihr einmal mehr den Wunsch aufkeimen ließ, sich einfach hier drin zurück zu ziehen und zu weinen - für sich selbst und für all das, was sie nicht mehr in Worte fassen konnte. Es interessierte ihn gar nicht, er war in Gedanken bei allem anderen aber nicht hier und nicht bei ihr. Adriana hatte ihm gesagt, was Brandon beinahe getan hätte, dass er ihr zu nahe gekommen war, aber sie hatte nicht ein einziges Wort darüber gehört außer jene Frage nach dem, dass es furchtbar für sie gewesen sein musste - es war, als habe er überhaupt nicht zugehört, als habe er all das einfach fortgeschoben und tat nun so, als würde ihn das gar nichts angehen.
"Es ... wird schon werden ...", sagte sie schließlich leise, weil sie wusste, dass ihre Worte kein Gehör mehr finden würden und fuhr sich mit den zitternden Händen noch einmal übers Gesicht ehe sie zurück auf ihren Platz rutschte und sich zurück lehnte. Jener Moment war vorbei ... der kurze Augenblick, indem sie vielleicht etwas hätte sagen können, war vorüber gezogen und im Nichts verschwunden. "... du hast genauso Schlimmes durchgestanden ..."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 11:42 pm

"Hab ich nicht" widersprach Aiko und schüttelte den Kopf, ungläubig darüber was Ileana ihm hier gerade um die Ohren pfefferte. Es würde schon werden - sie entzog sich ihm erneut und es schien ihm, als könne er tun was er wollte. Als wäre es egal wie sehr er sich bemühte, es gelang ihm einfach nicht zu dieser Frau, zu seiner großen Liebe vorzudringen. Er hätte sich am liebsten in der Mitte zerrissen. Wie konnte es denn nur sein, dass er versuchte für sie da zu sein - das er sich anstrengte und es ihm niemand glauben wollte?
"Brandon wollte dich mit in den Tod reißen - er hat sich dir genährt und dich bedrängt und es wird schon werden? Dein bester Freund ist einfach verschwunden, unser Ungeborenes Kind ist tot und es wird schon werden?" fragte er leise. "Ich will dir helfen Ileana wirklich - ich liebe dich und ich versuche hier zu sein. Ich liebe dich und ich wünschte ich könnte es dir ermöglichen mir zu sagen was dich bedrückt. Ich will es wissen Ileana - ich will wissen wie es dir geht, was geschehen ist und wie all das auf dich wirkt. Ich will an deinem Leben teilhaben und für dich da sein aber alles was du sagst ist: Es wird schon werden. Rede doch bitte mit mir... verdammt nochmal" erklärte er, wusste nicht ob er zornig, traurig, erschüttert oder deprimiert sein sollte. Es versuchte es wahrhaftig aber es schien ihm nicht zu gelingen und dabei erkannte er noch nicht einmal warum.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Mi Okt 08, 2014 11:57 pm

Es gab selten Momente, in denen sie sich mehr wünschte, jemand anderes zu sein - den Mut zu finden, das auszudrücken, was auf ihrer Seele lastete und es gab selten Momente, in denen sie sich mehr gewünscht hätte, einfach laut lachen zu können über das, was er da soeben gesagt hatte. Er wolle an ihrem Leben teilhaben ... für sie da sein ... sie solle mit ihm reden - all das waren doch nur Lügen, all das waren nur Phrasen, an die er sich nicht halten würde und die bereits morgen wieder vergessen waren. Was würde geschehen, wenn sie jetzt etwas sagte? Dann würde er es wissen und egal, was sie dann tat - ihre Ehe war ohnehin furchtbar geworden, seit sie nicht mehr miteinander sprachen. Sie war doch so oder so allein in dieser ganzen Geschichte, egal, was sie nun sagte - sie konnte nicht noch mehr Menschen verlieren als sie es ohnehin schon getan hatte und Aiko war doch ohnehin schon lange von ihr fortgegangen, selbst wenn er hier noch vor ihr saß. Sie hatte doch im Grunde ohnehin nichts mehr zu verlieren als das, was sie bereits weggegeben hatte.
"Du hörst mir doch ohnehin nicht zu. Es hat dich doch nicht interessiert, was Brandon getan hat. Du nimmst schon lange nicht mehr an meinem Leben teil ... ein Leben von dem ich gedacht hab, es wär unseres ...", brachte sie schließlich leise über die Lippen und spürte, wie ihre Kehle sich erneut zuschnürte, wie ihr erneut die Tränen in die Augen stiegen und ihren Blick verschwimmen ließen. Es war so viel, das die Zeit nicht würde heilen können - so viel, dass sie nicht mehr schultern konnte und das er einfach nicht verstehen wollte. Gleichgütig, wie oft sie sich versucht hatte, einzureden, er wäre schon so lange fort von ihr, es schmerzte - jede Minute, jede Sekunde hier tat weh, weil sie wusste, es war nicht von Dauer. "Brandon hat dich nur interessiert, damit du einen Grund hast, ihn endlich hängen zu lassen. Noah ist ohnehin fort - ich hab also außer Adriana niemanden mehr und selbst die hast du weggeschickt. Es wird schon werden ... das ist das Einzige, was mir noch bleibt, nachdem du doch schon lang fort bist."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Do Okt 09, 2014 12:09 am

Was soll ich tun? hatte Aiko fragen wollen, während ihm die Worte wie Schwerthiebe in die Seele schnitten. Sie vertraute ihm nicht, glaubte nicht das er für sie da war und er konnte ihr diese Gedanken noch nicht einmal verübeln, nach allem was er getan hatte. Zugleich jedoch wollte er auch für sie da sein und so blieb er still, hörte den Worten zu die brannten und schmerzten die jedoch zeitgleich so befreiend waren. Es war seit Wochen das meiste was Ileana mit ihm gesprochen hatte. "Du hast mich. Oder zumindest versuch ich das wieder herzustellen. Und es ist unser Leben wir haben uns nur aus den Augen verloren. Ich will wieder öfter da sein und das werde ich unter beweis stellen. Es hat mich immer interessiert was mit dir ist - ich war nur nie gut darin das zu zeigen" er brach ab. Wieso war es so schwierig für ihn ihr nur zuzuhören? Wie merkte man, wann man genug gesagt hatte und es Zeit war den anderen reden zu lassen? Wieso konnte er ihr nicht helfen?
"Ich will diese Ehe retten - weil ich dich liebe. Und ich wünschte das hätte ich früher schon versucht. Und weißt du wieso ich Brandon vom Hof verbannt hatte? Weil ich befürchtete, dass er genau das versuchen würde. Weil ich dich schützen wollte. Und es tut mir so leid, dass ich nicht zur Stelle war" fügte er hinzu. "Ich hätte mich niemals zurückziehen dürfen, nachdem wir unser Kind verloren hatten. Ich will dir wieder zuhören. Es wieder besser machen aber dafür musst du mit mir reden. Uns eine Chance geben"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Do Okt 09, 2014 12:24 am

"Denkst du wirklich, du bist der Einzige, der darunter gelitten hat?", lautete ihre einzige Frage, die ohne einen Blick in seine Richtung von ihr kam, nachdem sie an die großen Fenster heran getreten war und hinaus blickte, selbst wenn ihre Augen nichts von alledem wirklich wahrnahmen. Es war ihr Kind gewesen, sie hatte es unter dem Herzen getragen und sie hatte es verloren. "Du hast keine Ahnung von den Schmerzen. Du hast keine Ahnung von den Vorwürfen, die ich mir gemacht habe - ich habe dieses Kind unterm Herzen getragen, nicht du. Ich hab mich gefragt, ob ich zu schwach bin, nicht dazu in der Lage und du warst weg - du hast jeden abkommandiert, der bei mir war für deine Arbeit. Für deine Position und ich war allein. Du hast mich dafür verdammt, dass ich dieses Kind verloren habe ... Du hast mir jeden weggenommen, der mir etwas bedeutet hat. Du hast Noah fort getrieben, du hast Adriana weggeschickt ... Brandon hat mich beinahe in den Tod gerissen und es interessiert dich nicht. Du stehst hier und fragst mich, ob es denn so furchtbar war. JA!"
Das letzte Wort war lauter geworden, geformt von der verzweifelten, tränenerstickten Stimme, die wohl das Einzige war, was sie jetzt wirklich zu Stande brachte und das sie bereits jetzt wieder bereute. "Ja, es war furchtbar. Ja ich hatte Angst, aber auch die scheint dich nicht zu interessieren. Ich weiß nicht, wie oft ich geweint habe - wie oft ich mir gewünscht habe, du wärst da. Als Brandon mir nahe gekommen ist, hab ich mir gewünscht, jemand würde es sehen, damit du vielleicht auch nur irgendeine Regung zeigst, aber selbst nachdem Adriana etwas gesagt hat, kam von dir nichts. Jetzt sitzt du hier und sagst mir, du bleibst hier und willst, dass ich rede - dass du da wärst und es hört sich für mich nach hohlen Phrasen an, die man von dir erwartet ..."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Do Okt 09, 2014 12:32 am

"Du hast Recht, es hört sich nur nach hohlen Phrasen an" stimmte er ihr schließlich zu, nachdem er zuerst wie vom Donner gerührt dagesessen hatte während ihr Wutausbruch ihn traf und mit einer Wucht erwischte, wie er sie nie gekannt hatte. "Aber das liegt daran, dass ich nicht einmal Ansatzweise in Worte fassen kann was ich für dich empfinde" erklärte er leise und stand auf. Sie hatte gewollt, dass man Brandon und sie erwischte, weil sie sich nach seiner Aufmerksamkeit sehnte. Er hatte um Regieren zu können Andere gebraucht und dabei nicht bedacht, was er ihr dabei zeitgleich angetan hatte. Man hatte ihm beigebracht, dass man als Herrscher Reden können musste. Doch was nutzte ihm Reden, wenn die Worte dazu fehlten?
Er stand nunmehr hinter Ileana, umarmte sie sanft und schwieg. Er wusste nicht mehr was er sagen sollte. Es gab nichts womit er sich rechtfertigen konnte, nichts was er noch sagen oder auszudrücken vermochte. Sie musste der Verlust des Kindes soviel härter getroffen haben als es ihn jemals hätte treffen können. Er hatte sich selbst Abstand gegönnt ohne darüber nachzudenken und sich dabei nur um sich gekümmert. Seine ganze Welt drehte sich immer nur um ihn - auch Hisoka kam ihm nun ins Gedächtnis und er festigte den Griff und schwieg. Es gab nichts zu sagen. Er hatte keine Worte mehr - keine Worte wie sehr er sich ändern wollte. Er wollte es aber aussprechen? Er spürte ihren atem und betete darum, dass sie ihn nicht von sich stoßen würde.
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Nov 07, 2014 10:40 pm

Ein langer Tag neigte sich seinem wohlverdienten Ende und so war es an der Zeit, dass Aiko wieder in sein Schlafzimmer zurückkehrte. Das Gespräch mit Nyaralin hatte ihm neuen Mut gegeben und er hoffte mit dieser Tat Ileana beweisen zu können, dass er mehr konnte als zu buckeln und vor anderen zu kriechen. Die Auseinandersetzung am heutigen morgen steckte noch immer in seinen Gliedern und während die Gäste zu Bett gingen um am morgigen tag aufzubrechen wollte er sich mit seiner Frau versöhnen. Aurelius hatte ihm bereits mitgeteilt, dass auch Aiko in Valencia erwartet wurde und er wollte Ileana nicht im Streit verlassen.
Er nickte noch einmal Talern und Gawain zu, welche Wache standen und betrat schließlich das Schlafzimmer, schloss die Tür und lockerte die obersten Knöpfe seines Kragens, welcher ihn im Laufe des Tages beinahe umgebracht hätte, ehe er sein Oberteil abstreifte und über einen Stuhl legte. Darunter trug er ein weißes Hemd aus dünner Baumwolle. "Hey Ileana" meinte er leise und setzte sich aufs Bett und zog sich die Schuhe aus. "Ich würde gerne nochmal über heute reden"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Nov 07, 2014 10:50 pm

Ileana hatte sich bereits vor einigen Stunden zurückgezogen, hatten sie doch die Gespräche mit Taler und jenen anderen militärischen Beratern mehr ermüdet als sie es selbst von sich gedacht hätte. Es war schwierig gewesen, einen Mittelweg zwischen Unerfahrenheit und Wissen zu schauspielern, wenn sich die Männer darüber unterhielten, aber eines musste sie ihnen lassen - sie hatten ihr einiges vermittelt, das ihr bislang nicht klar gewesen war und wenn sie jetzt die Augen schloss, dann konnte sie noch immer die Truppenbewegungen in Form von kleinen Figuren auf einer riesigen Karte vor ihrem inneren Auge sehen. Nicht zuletzt aufgrund eben jener Tatsache hatte sie sich von einer der Zofen eines der Bücher über vergangene Schlachten aus der Bibliothek bringen lassen, über dem sie nun ebenfalls schon seit einer Weile lang brütete, während die Kerzen, die den Raum erhellt hatten, immer kleiner geworden waren. Das diffuse Licht hatte ihr irgendwann Kopfschmerzen bereit, aber es war die Disziplin, die Graham sie gelehrt hatte, die sie davon überzeugt hatte, hier jetzt nicht einfach aufzugeben, wenn sie am morgigen Tag erneut an den Gesprächen teilnehmen und zu Wort kommen wollte, während Aiko sich abermals aus der Sache heraushielt und damit abermals dafür gesorgt hatte, dass die ein oder andere Spitze ihm gegenüber gefallen war, die sie jedoch meist geflissentlich überhört hatte.
Als sich nun die Tür öffnete und Aiko erkannte, hob sie lediglich für einen kurzen Moment den Blick und legte das Buch erst zur Seite, als er sich auf die Bettkante sinken ließ und begann seine Obergewänder auszuziehen. "Worüber willst du sprechen?", lautete ihre schlichte Gegenfrage, die sie ihm stellte ehe sie die Arme vor der Brust verschränkte und die Augenbrauen ein Stück erwartungsvoll ein Stück weit hob. "Darüber, dass wir demnächst doch noch ein Vasallenstaat Fyonaras werden, wenn du weitermachst oder dass sich deine Frau inzwischen wohl weit besser in der militärischen Truppenführung auskennt als du? Ich dachte, ich hätte alles bereits gesagt", fügte sie nur wenig später hinzu und schüttelte den Kopf. Sie hatte ihren Ärger vom Vormittag keineswegs vergessen, noch war er über die Scherze der Taktiker verraucht, denen auch sie zum Opfer gefallen war und die sie unter vermeidlichen Komplimenten durchaus erkannt hatte.
"Falls du mit mir über die Elfen sprechen möchtest, die heute das Schloss erreicht haben. Ich habe nach ihnen mit der Bitte um Unterstützung gesandt. Ebenso wie ich Nachricht zu den Zwergen und den Drachenreitern gesandt habe."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Nov 07, 2014 10:59 pm

"Ich habe mit den Elfen verhandelt und sie sichern uns ihre Unterstützung zu" erklärte er um wenigstens ein paar wenige Argumente auf seiner Seite zu haben. "Und sie unterstützen unsere Ehe und den Verbund von Alagaésia-Aurea, was uns ein wenig Rückendeckung geben sollte" führte er an und begegnete schließlich ihrem durchdringenden Blick.
"Hör mal - ja ich weiß, dass ich nicht der perfekte Ehemann war. Ich weiß, das ich Fehler begangen habe nachdem wir unser Kind verloren haben. Ich kenne die Gerüchte, die man sich am Hof erzählt und sie sind nicht wahr. Du hast recht, ich habe mich falsch verhalten. Dein Land war fremd für mich und ich habe einen Fehler nach dem anderen begangen. Aber ich fange an mich zurecht zu finden und endlich mal Entscheidungen zu fällen. Fyonara wird uns nicht unterwerfen, das werde ich zu verhindern wissen. Ich habe mitbekommen, das du dich um die Truppen gekümmert hast und glaub mir, ich bin unheimlich stolz auf dich und rechne dir das hoch an. Das einzige was ich dir sagen will ist, dass ich deine Untersützung gebrauchen könnte. Nicht als Herrscherin - ich weiß, dass du dies so oder so tust. Nein, ich brauche deine Unterstützung als meine Frau. Ich habe viel falsch gemacht aber wir müssen Einigkeit beweisen wenn wir all das überstehen wollen und ich glaube noch an uns. Glaube daran, das... wenn ich nun so handel wie ich handeln muss wir ein starkes Königreich und eine genauso starke Ehe aufbauen können"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Nov 07, 2014 11:10 pm

"Meine Unterstützung als Frau?", echote sie und erneut hoben sich die fein geschwungenen Augenbrauen ein Stück weit während ein bitteres, beinahe spöttisch wirkendes Lächeln sich um ihre Lippen rankte und ihre Züge verzerrte, sie härter schliffen als sie es im Grunde genommen waren. "Vor oder nachdem du von deinen Huren gekommen bist? Was soll ich tun, Aiko? In den wenigen Momenten, in denen wir Zeit verbringen glücklich lächeln, um diesem Land eine wunderbare Welt vorzuspielen, bevor du erneut gehst und mich im Stich lässt? Mit allen anderen Menschen an diesem Hof mehr Zeit verbringst, als mit mir? Vor oder nachdem ich mir von den militärischen Taktikern, die du eingeladen hast, anhören muss, dass sie es doch so ungewöhnlich aber auch bewundernswert finden, dass eine sechzehnjährige Frau in der Lage ist mit ihnen über Truppen zu sprechen, während ihr Ehemann Zeit dafür findet, in Blumen zu wirbeln und über den Boden zu schweben?", lautete ihre harsche Antwort, die von einem Kopfschütteln begleitet wurde ehe sie die Decke zurückschlug und ihre eigenen Beine aus dem Bett schob. Das alles hier war falsch - es sollte nicht so sein, sie hatte niemals in dieser Lage sein wollen, in der sie sich an einen anderen Ort wünschte und in der sie sich zu fragen begann, wann ihre mädchenhaften Träume von einem strahlenden Helden und Ritter, jemand, der sie liebte und schätzte um ihrer selbst willen, so hart in der Realität angelangt waren.
"Du hast Recht. Ich kenne dieses Reich und all diese Dinge lediglich, weil ich während der letzten Monate sehr viel Zeit dazu gefunden habe, zu lesen und mich mit den Menschen am Hofe zu unterhalten. Von den Bediensteten habe ich ebenfalls eine Menge über deine Aktivitäten erfahren, an denen du mich bereits seit einiger Zeit nicht mehr teilhaben lässt. Es war Grahams Idee, nun wieder aktiv zu werden und mir Gehör zu verschaffen. Ein Ratschlag für den ich ihm sehr dankbar bin und der ausschlaggebend war auch ihn nach Ceunon zu laden. Ich werde deine Politik der Zurückhaltung und des Zaudern nicht weiter unterstützen."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Nov 07, 2014 11:17 pm

"Ich führe meine Politik des Zauderns auch nicht mehr fort" erwiderte Aiko und stand ebenfalls auf. "Aber ich werde auch keine aggressive Politik betreiben, die sich unser Land nicht leisten kann. Ein Krieg - und dann war es das. Aber ich weiß nicht wer auch immer dir einflüstert, dass ich irgendwelche Huren besuche - das tue ich nicht. Ich weiß nicht ob irgendjemand daran denkt - aber ich muss auch noch Aurea führen. Denn auch diesem Land bin ich noch immer verpflichtet. Ich versuche so viele Menschen wie möglich zufrieden zu stellen. Ja ich habe dich im Stich gelassen und es tut mir leid. Verstehst du das? Ich liebe dich Ileana" fügte er anbei, wurde jedoch immer lauter, verzweifelter.
"Was willst du denn noch? Wie oft muss ich noch vor so vielen Leuten zugeben, dass ich fehler gemacht habe? Wir haben ein riesiges Reich Ileana, wir müssen beide unseren Teil dazu beitragen. Dass es so geschehen ist, zerreißt mir das Herz - das du dich allein fühlst lastet mir schwerer auf der Seele als du dir vorstellen kannst. Ich will bei dir sein, ich will für dich da sein - aber tausend andere Sachen reißen mich auseinander. Wir müssen zusammen stehen. Verstehst du das denn nicht? Ich liebe dich verdammt. Und wer auch immer behauptet, dass ich mit anderen das Bett teile, den solltest du weit von dir verbannen denn er flüstert dir nichts weiter als Lügen und verderben ein"
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Nov 07, 2014 11:26 pm

"Du liebst mich? Du kennst mich doch gar nicht, Aiko! Was weißt du von mir? Wie ich aussehe, dass ich dabei versagt habe, einen Erben zu zeugen und mir momentan nichts anderes übrig bleibt, als alles selbst zu leiten? Verstehst du es denn nicht? Es geht nicht um dieses Reich oder um Aurea - ich vermag es sehr wohl Alagäsia zu leiten, wenn du dich um Aurea kümmern möchtest. Ich will keine vorgefertigten Reden von dir hören, die du dir lange überlegt hast, um mich milde zu stimmen, damit du eine Sorge weniger auf deiner Liste hast!", führte sie an und fuhr sich mit einer Hand durch die langen dunklen Haare, die ihr offen auf die Schultern fielen ehe sie sich kurzerhand ihren Morgenmantel schnappte und eben jenen über ihre Schultern zog. Sie brauchte irgendetwas zu tun, sie musste sich mit irgendetwas beschäftigen, bevor sie etwas tat, das sie im Nachhinein bereute - sie brauchte irgendetwas, das ihre wilden, wütenden Gedanken im Zaum hielt, irgendetwas, das sie betäubte und sie den stechenden Schmerz nicht spüren ließ, den sie tief in ihrem eigenen Herzen empfand.
"Ich will nicht mehr als Zeit. Ein klein wenig deiner Zeit - nur ein bisschen. Denkst du wirklich, es ging mir anders als man mich in die Situation hinein gestoßen hat und mir das Reich übergeben hat? Denkst du wirklich, nur du hast gelitten und warst überfordert? Du willst mir sagen, du liebst mich und es hat dich keinen Deut interessiert, was mit Brandon geschehen ist, mit Noah oder wie es mir darunter ging. Alles, was für dich gezählt hat, war dein eigenes Leid und wie furchtbar viel du zu tun hast, wie sehr du unter allem zerbrichst. Denkst du wirklich, ich bemitleide dich für all das? Du kannst gut reden, das muss ich dir sagen, fast hätte ich dir sogar geglaubt."
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Nov 07, 2014 11:35 pm

Stille kehrte ein.
Eine unangenehme, drückende Stille welche sich auf sein Gemüt legte und sein Herz schwer werden ließ. Es waren nicht einmal ihre Worte die ihn trafen wie Hammerschläge. Es waren ihre Augen und diese Trauer darin, welche ihn mürbe machte. Und so schwieg er erneut, während sich ihre Blicke begegneten. "Du hast recht" antwortete er schließlich leise. "Unsre Ehe wurde aus politischen Gründen geschlossen und wir hatten gar keine Zeit uns kennen zu lernen. Wie denn auch? Ich habe mich nach unserem verstorbenen Kind nicht um dich gekümmert. Nicht nach Noah, nicht nach Brandon. Ich war zu beschäftigt mit mir selbst" er nickte.
"Aber dennoch liebe ich dich. Zumindest das weiß ich. Wirf mir vor, was immer du für richtig hälst. Aber nenn mich nicht einen Lügner wenn ich über meine Gefühle zu dir spreche" er stand langsam auf und ging an die Tür. "Ich will gerne mit dir zeit verbringen, wenn du mich noch lässt" erklärte er und drehte den Schlüssel im Schloss um, legte diesen auf den Kamin.
"Wir sind momentan zu zweit. Wir haben noch heute Nacht. Es ist gut möglich das ich morgen abreisen muss, und wenn nicht morgen dann nächste Woche. Ich... werde in den Krieg ziehen müssen Ileana. Das einzige was ich will ist..." er glitt zu ihr hinüber und legte sanft eine Hand auf ihren Arm. "Die Chance eine Ehe zu führen. Anstatt einen politschen Pakt. Ich will mich ändern. Glaub mir das bitte"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Schlafzimmer des Königspaares   Fr Nov 07, 2014 11:46 pm

Der beißende, stechende Schmerz, der sich ihrer selbst bemächtigt hatte, war es, der sie einen Schritt zurückmachen und den Blick niederschlagen ließ. Sie wollte ihm glauben, sie wollte glauben, dass es eine Chance für sie beide gab - dass sie vielleicht die Möglichkeit erhalten würde, eines Tages glücklich zu werden und dass sie mit einem Lächeln an die Zeit hier zurückdenken würde und darüber den Kopf schütteln würde, wie kindisch sie beide gewesen waren, doch da war dieses dumpfe Drücken, das Spannen in ihrem Magen und der Kloß in ihrem Hals, der ihr das Sprechen unmöglich machte. Die Angst davor, erneut zu hoffen und abermals enttäuscht zu werden - erneut allein in diesem riesigen Raum zu legen und sich kaum bewegen zu können, nur sich selbst und ihren eigenen Gedanken überlassen. Es war die Angst davor, erneut jemanden an sich heran zu lassen und dann doch wieder verlassen zu werden - wie es Vivianne und Sancha getan hatten, wie es Stephan getan hatte, Graham getan hatte, wie Noah, der ihr so sehr weh getan hatte oder wie Brandon, der sie ebenfalls einfach fort geschoben hatte wie ein altes Spielzeug, das ihn nicht mehr interessierte.
Sie durfte keinen Menschen mehr trauen, sie durfte niemanden an sich heran lassen, wenn sie sich selbst diese Pein erneut ersparen wollte - sie alle waren nur so lange bei ihr, wie sie sie brauchten - danach war sie nicht mehr von Interesse und sie würde wieder allein bleiben. So wie es die letzten Monate stets gewesen war und so wie es wieder sein würde, wenn er erst in den Krieg aufbrach, den sie nicht einmal zu führen brauchten und der nicht einmal von ihnen selbst beschlossen worden war. Ihr ganzes Leben lang schon waren es andere gewesen, die über sie bestimmt hatten - seit sie denken konnte und selbst jetzt, wo sie doch stark sein sollte, selbstbestimmt sein sollte, da waren es erneut andere, die ihr eigenes Reich führten, ihre eigene Heimat.
"Das ist also alles, was du von mir willst?", lautete schließlich ihre einzige Frage ehe sie an ihm vorbei trat und nach seinen Bettsachen griff, sie auf den Boden warf. Wenn sie das hier nur weit genug trieb, vielleicht würden diese Worte aufhören, die sie beinahe weinen ließen und die sie vor sich selbst als schwach erschienen.
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