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 Turmkammer

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Der Erzähler
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BeitragThema: Turmkammer   So Aug 24, 2014 8:17 pm

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BeitragThema: Re: Turmkammer   Mo Sep 22, 2014 10:58 pm

Leise sirrten die unterschiedlichsten Apparate und Gerätschaften in der Turmkammer. Leise sprühten Funken und Bögen aus Licht zwischen verschiedenen Kristallen und zeigten Aiko somit was in Aurea vor sich ging. So war es ihm auch möglich mit den verschiedenen Ministern seines Landes in Kontakt zu treten und dafür sorge zu tragen, dass Aurea nicht ohne Führung war. Er schlief nicht viel in der letzten Zeit. Nicht nachdem er aus Fyonara zurück gekehrt war und dort hatte sehen müssen wie mächtig dieses Land unter der harten Hand Aurelius de Gaweias war. Ihm war es gelungen einige architektonischen Zeichnungen auf dem Markt zu kaufen und ihre besten Architekten saßen bereits daran um die Bauweisen zu analysieren und über verschiedene Adaptionen nachzudenken. Die Suche nach dem Verräter in ihren eigenen Reihen jedoch war bisher frustrierend und ohne Ergebnisse verlaufen. Noah Ronan war fort und Aiko hatte den Jungen noch mehr als jemals zuvor im Verdacht. Dennoch würde er fortan genauer aufpassen müssen wem er etwas anvertraute. Wenn Noah nicht die undichte Stelle war, wäre es ein Disaster die Vorsicht nun fallen zu lassen.
Die Zeiten in denen er nicht schlief oder arbeitete verbrachte er mit Ileana, froh darüber das seine Königin langsam wieder zu kräften kam. Ihre Ehe hatte nie unter einem guten Stern gestanden - sie hatten bis heute mit Anfeindungen und Gerüchten zu kämpfen. Aber dennoch, er empfand eine tiefe Liebe und Zuneigung für die Königin und er war sicher, dass sie bis an ihr Ende zusammen bleiben würden. Wenn er ehrlich war, so hoffte er auf eine Liebe wie sie Alvias und Coreen teilten. Aber darüber konnte er später nachdenken. Aiko schüttelte den Kopf um seinen Geist klar zu bekommen - Alvias. Er hatte den älteren voller Wut losgesandt um den Solandri die Leviten zu lesen - immerhin war es Alvias gewesen, welcher dieses wilde Volk überhaupt erst angeschleppt hatte. Und Hisoka? Nun sein Bruder würde demnächst wieder in die Heimat abreisen - dort war Mimi und seine Schwester stellte für den hitzköpfigen Bruder nicht solch ein rotes Tuch dar wie er selbst es tat. Er wollte ihm noch eine Chance geben. Die Unterminister brachen ihren Unmut darüber zur Sprache, dass Hisoka bisher noch immer nicht regiert - numehr sogar gänzlich aus dem Land verschwunden war. Aiko würde den Jüngeren zurücksenden sobald er wieder gehen konnte. Sollte dieser sich jedoch binnen eines Jahres nicht bessern, so würde er ihn in ein Kloster verweisen. Noch immer hatte er Mimis Stimme als junges Mädchen im Kopf, die behauptet hatte auch ihr Brüder würde all dies sehen was sie sehen konnte. Vielleicht war dies auch die Ursache für seine Alkoholprobleme - wenn er sich also nicht am Riemen reißen konnte... so würde ihm das Kloster vielleicht die Möglichkeit geben ein neues, erfülltes Leben zu führen.
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BeitragThema: Re: Turmkammer   Fr Okt 03, 2014 6:31 pm

Nach der mehr oder minder erfolgreichen Unterredung mit seinem Bruder hatte Aiko Coreen noch gebeten ihn ein Stück zu begleiten und die beiden waren in die Turmkammer gegangen, welche mehr als ausreichend vor allzu neugierigen Ohren abgesichert war und somit ein idealer Ort um mit der Freundin das mehr als Delikate Problem zu besprechen welches ihm nun doch auf der Seele brannte.
"Coreen" fing er schließlich an nachdem er die Tür geschlossen hatte und fuhr sich über den fein gestutzten Bart. "Ich glaube... meine Ehe geht langsam zu Bruch und ich weiß nicht wie ich es aufhalten kann... ich meine. Es fing schon bei der Hochzeit an - sie wirkte so unglücklich, ich dachte wir würden das alles irgendwie schaffen aber... das ganze Jahr hinweg - die Anfeindung all dieser Adliger, dann der Verlust unseres Kindes. Ich... ich weiß nicht mehr was ich machen soll" erklärte er schließlich und schüttelte den Kopf. "Ich habe verdammt viel Falsch gemacht Coreen"
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BeitragThema: Re: Turmkammer   Fr Okt 03, 2014 6:43 pm

Coreen war Aiko langsam und Schritt um Schritt gefolgt bis sie letztlich die Turmkammer erreicht hatten - jener Ort, welchen sie noch aus früherer Zeit kannte und den sie nun durchmaß, an den zahlreichen magischen Apparaturen vorüber schritt, die Aiko hier errichtet hatte bis hin zu einem der hohen Fenster, die ihr den Blick hinaus auf den Innenhof des großen Schlosses ermöglichten. Es war seltsam - in diesem einen Moment, indem sie nun hier stand und hinunter blicken konnte, fühlte sie sich beinahe so als wäre all dieser Schrecken niemals geschehen und als habe sich die Uhr nicht weiter gedreht - als wäre sie noch immer in ihrem eigenen Körper, lebendig während ihr kleiner Sohn bei ihr war. Es waren unsinnige Vorstellungen, unsinnige Gedanken, in denen sie sich hier verlor und die ihr bei diesem Gespräch ganz und gar nicht brachten, das Aiko hier begann und so seufzte Coreen lediglich schwer ehe sie sich zu ihm herum drehte und sein Gesicht noch einmal musterte.
"Und das trägst du ihr noch immer nach", schlussfolgerte sie schließlich vollkommen nüchtern und lächelte für sich selbst, als sie seine Entrüstung erkannte. "Du trägst es ihr nach, dass sie nicht glücklich gewirkt hat. Du trägst ihr die Distanz nach, die sie eingenommen hat, nachdem sie ihr Kind verloren hat - es ist nicht richtig, aber bis zu einem gewissen Punkt kann ich dich sogar verstehen. Ileana ist nicht stark, Aiko - das ist der Unterschied zwischen euch beiden. Sie hat ihren besten Freund verloren, weil der eifersüchtig auf dich war, sie hat einen weiteren Freund aus denselben Gründen verloren, sie hat ihr Kind über den Streit verloren und ihr beide wart der Meinung, ihr geht beide allein mit der Trauer um und der jeweils andere könnte euch nicht helfen. Das ist der Grund, weshalb eure Ehe den Bach runter geht."
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BeitragThema: Re: Turmkammer   Fr Okt 03, 2014 6:59 pm

"Du meinst also, weil ich..." Aiko verstummte und dachte erst einmal eine Weile über die Worte nach welche Coreen mit ihm gewechselt hatte. Und natürlich machte es Sinn - Aiko hatte nie viel Kontakt mit Frauen gehabt. Natürlich hatte er mit einigen geschlafen aber es waren kurze liebschafte gewesen, niemals hatte er so viel für sie empfunden, als das er sich ein Leben mit ihnen vorstellen konnte und spätestens als er Kaiser geworden war, hatte er sich die Eskapaden der Jugend gänzlich verboten. Ileana mochte nicht seine erste Frau gewesen sein, doch war sie die Erste mit der er das Bett länger als eine Woche geteilt und die ihm so wichtig geworden war, dass über Probleme nachzudenken schmerzte. Er hatte ihr nicht ihre Ruhe oder gar Zeit gelassen, nein. Das waren nur Worte gewesen welche er sich selbst gesagt hatte in der Hoffnung, dass es dies besser machen würde. "Ich habe sie im Stich gelassen" erkannte er schließlich leise. "Ich muss ihr wieder zeigen, dass sie nicht allein ist" er verzog das Gesicht. Und wie sollte er das tun? Wenn er sich mehr Zeit nahm, dann würde er seine Pflichten vernachlässigne und anderen anvertrauen müssen - das würde wieder für Gerede sorgen. Egal was er tat, er machte es falsch.
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BeitragThema: Re: Turmkammer   Fr Okt 03, 2014 7:07 pm

"Musst du", stimmte Coreen lediglich mit einem knappen Nicken zu und verschränkte die Arme vor der Brust während sie Aiko noch einmal musterte. Sie hatte ihm nicht helfen wollen, hatte ihn nicht bei Problemen unterstützen wollen, die er sich selbst eingebrockt hatte, aber andererseits ... hatte sie nicht einst dasselbe erfahren? Jene furchtbare Einsamkeit, die keinen Anfang und kein Ende zu haben schien und die sie selbst nicht hatte durchbrechen können, weil sie nicht gewusst hatte, wie - jene Einsamkeit, in welcher es Hemióne gewesen war, die sie davon abgehalten hatte, gänzlich dem Wahnsinn anheim zu fallen und die ihr eine teure Freundin geworden war. Die Freundin, die sie jetzt stets aufs Neue vermisste, wenn sie durch alte Räume wanderte, die einstmals noch von ihrer beider Lachen geflutet waren - der große Garten, indem sie beide gesessen hatten, gelacht und gescherzt hatten, bevor die Elfe dem Schatten anheim gefallen war und für sie endgültig verloren war.
"Dieses Land wird nicht zerbrechen, wenn du dir ein wenig Zeit nimmst, Aiko. Die Adligen finden ohnehin kein gutes Haar an dir, sie werden ihre Ansicht nicht ändern - egal, ob du da bist oder nicht. Kümmer dich um Ileana und denn verflucht noch einmal, beweise diesen adligen Deppen ein einziges Mal, dass dir nicht nur an Blümchen oder Tänzen gelegen ist. Verurteile sie und bestrafe sie. Das ist der einzige Weg, wie du sie dazu bringst, dir endlich Gehör und Gehorsam zu schenken."
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BeitragThema: Re: Turmkammer   Mo Okt 06, 2014 11:07 pm

Er hatte erwartet, dass ihm die Treppen schwer fallen würden, dass sie eine schier unüberwindbare Hürde würden, doch es wurde nicht schwerer, es war nicht anderes als die vielen andere Male, als er einen Turm hinauf gestiegen war. Brandon fühlte sich dadurch in seinem Plan bestärkt, doch glücklicher machte ihn das nicht, es machte den Gedanken nicht schöner, die Trennung nicht leichter. Doch was hatte er hier noch? Was konnte er hier noch finden? Seine einzige Liebe hatte ihn zurück gewiesen, erwiderte seine Gefühle nicht, die Adligen hatten sich erst vor seiner Familie gefürchtet, sie dann verachtet und nun sahen sie auf sie herab, und seine eigene Familie schien ihn weder zu lieben, noch zu bemerken. Eine Verlobung hatte seine Mutter dazu getrieben ihn zu verlassen, ihren einzigen Sohn! Wie stark konnte da das Band sein? Adam war ewig weg gewesen und spielte sich nun als das Familienoberhaupt auf, versuchte bloß aus seinem Neffen Gewinn zu schlagen und Ryan hatte ja schon lange nur noch sporadisches und oberflächliches Interesse an ihm gezeigt. Er verlor hier nichts, denn selbst seine Zukunft wirkte nicht sonderlich verlockend.
Mit jedem Schritt kam er dem Ende näher, mit jedem Schritt wurden seine Gedanken zugleich wütend, traurig und vollkommen gleichgültig. Dann kam er oben an, betrat die Turmkammer, in der die kalte Nachtluft heulte. Er trat auf eines der Fenster zu und blickte hinaus, hinaus auf Ceunon, seine Stadt, seine Heimat. Hier war er geboren, hier war er aufgewachsen, hatte gelebt und gelernt, welchen besseren Ort für seinen Tod gab es? Wo wenn nicht hier, mit der Stadt zu seinen Füßen und einem letzten Blick auf den Ort seiner Geburt? Er stieg auf den Fenstersims und hielt sich an den Seiten fest. Diese Stadt war ihm so vertraut; er kannte die Geheimgänge des Schlosses, die versteckten Gassen der Stadt, ja vermutlich jede Blume im Garten und jeden Fisch im See. Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen und er schloss die Augen. Er atmete tief ein und wieder aus, dann lies er los. Der Wind sauste um seine Ohren, die Lichter der strahlten ihm entgegen, der Boden kam auf ihn zu und sein Kopf war ohne einen letzten Gedanken...
Und dann war es vorbei, für immer....
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Mauricio Kemen

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BeitragThema: Re: Turmkammer   So Jan 04, 2015 10:00 pm

Das Turmzimmer. Kein anderer Raum des Schlosses schien derart viel hinter sich gehabt zu haben. Es hießt, dass von hier aus Kharas Pentragon mit Magie die Tore der Stadt geöffnet hatte. Hier war Runa Palancar als letztes gesehen worden. Erol Xeldaric hatte hier seine letzten Stunden im Delirium seiner Goldvergiftung verbracht. Hier hatte der tote König Aiko seine magischen Gerätschaften aufbewahrt, sich Brandon Velaryon aus dem Fenster gestürzt. Beinahe glaubte Mauricio die Energien all dieser Personen spüren zu können, als er in den nunmehr hübsch ausgestatteten Raum trat, welcher seit einigen Wochen als Besprechungsraum für vertrauliche Missionen fungierte - weit fort von neugierigen Ohren.
"Der Baron hat knapp zwanzig Prozent seines Vorrats verschwinden lassen. Entgegen seiner Angaben, es wären Bauern gewesen hat er die Säcke mit Sägespänen füllen lassen um das Gewicht zu simulieren. Desweiteren fand Fürst Drake heraus, dass Baron Kimbolt einen Gast hatte. Seinen Schwager wie er sagt, jener "Schwager" brach jedoch laut der Dienerschaft wenige Stunden vor unserem eintreffen auf und verschwand. Wir haben versucht seiner Spur zu folgen aber.... die Witterung hat es uns beinahe unmöglich gemacht. Was bleibt sind verschwundene Lebensmittel, ein geheimnisvoller Fremder und ein Volk, das kurz vor dem Aufstand steht. Jemand bringt königsfeindliche Parolen in die Gassen"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Turmkammer   So Jan 04, 2015 10:08 pm

"Höchstwahrscheinlich derselbe Mann, der behauptet, mit mir verwandt zu sein und damit versucht, sich eine Legitimation meinerseits zu erschleichen. Es wurde ein Mann festgenommen, der zumindest ähnliches behauptet und zu einem jungen Mann gehörte, der seltsamerweise rasch und ohne Spur vom Hof verschwand, kurz bevor diese Verleumdungen begannen. Robert - seinen wahren Nachnamen kenne ich nicht, seine Mutter jedoch ist eine Zauberin in der Akademie", überlegte Ileana gerade laut genug, als dass die beiden anderen sie hören konnten, während ihre eigenen Schritte sie immer wieder durch das große Turmzimmer trugen. Sie wollte sich nicht setzen, sie wollte nicht zur Ruhe kommen, während dort draußen ihr Volk noch immer Hunger litt und fror, während es andere Aufständische gab, die aufgewiegelt worden waren und all das nur noch zu mehr Toten führen würde, als sie jemals in ihrem Leben hatte sehen wollen. Während all dieser Ereignisse konnte sie gar nichts tun, sie konnte nur in dem Schloss sitzen und auf Berichte warten, während dort draußen ihr eigenes Volk litt. Es war die Hilflosigkeit, die sie in ihren Bann zog und sie die Hände zu Fäusten ballen ließ, während sie aus dem Fenster blickte und sich gleichermaßen wünschte, sie selbst könne sich in den Sattel schwingen und alledem auf den Grund gehen, die Menschen davon überzeugen, dass all diese Anschuldigungen nicht wahr waren.
"Sprecht frei heraus. Was denkt ihr beide über diese Anschuldigungen?", fragte sie dann schließlich leise und senkte die Lider, ohne sich zu ihren beiden Begleitern umzuwenden. "Ihr habt all das gehört, was dem Adel und auch mir vorgeworfen wird. Ihr habt die Begründungen dieser Männer und Frauen gehört. Eurer Einheit schenke ich mein volles Vertrauen und all meinen Glauben an euch und eure Männer. Ich kann nicht darauf vertrauen, dass mir ein anderer die Wahrheit sagen würde und so bitte ich euch darum."
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Hector Dario

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BeitragThema: Re: Turmkammer   So Jan 04, 2015 10:19 pm

„Frei heraus gesagt bin ich der Meinung, dass all dies eher an der Unwissenheit eurer Untergebenen liegt. Ihr tut was ihr könnt Herrin, um euer Volk glücklich zu stimmen. Oder viel mehr, um es am Leben zu halten und ihr Leben zu verbessern. Wir haben seit über einem Jahrhundert wieder eine Akademie für Magier und somit eine wirkliche Instanz die sich um Kinder und auch um Herangewachsene kümmert, welche eine Macht besitzen, die für ihre Umwelt gefährlich werden kann. Dort können sie nicht nur lernen damit umzugehen, sondern sie im richtigen Zweck zu nutzen. Essen für die Armen, Chancen für diejenigen die sich bewähren – ich spreche aus meiner persönlichen Sicht heraus wenn ich sage, dass jeder der bereit ist es zu sehen, auch all das positive finden wird das ihr den Menschen gebt. Nur ist es einfacher, sich Parolen hinzugeben und nicht sich selbst, sondern Jemand anderem die Schuld zu geben. Und ihr seid die größte Person im Reich Majestät. Darüber hinaus …“
Er strich sich über sein Kinn, dass einen leichten Bartschatten aufwies und von dem aus das leise, kratzende Geräusch ausging das Bartstoppeln verursachten, wenn man mit der nackten Hand darüber glitt. „ … gibt es viele denen die sich durch den Wechsel haltlos fühlen, die glauben das ihr allein, eine Frau, nicht dazu fähig seiet ein Land zu führen. Ein zusätzlicher Brennstoff für den Hass den eigentlich nur die schüren dürften, die wirklich leiden. Doch ist er inzwischen auf die übergegangen, denen es im Grunde an nichts mangelt.“
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Mauricio Kemen

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BeitragThema: Re: Turmkammer   So Jan 04, 2015 10:27 pm

"Was Hector damit sagen will: Ihr regiert ein riesiges Reich. Dieses Reich besteht aus extrem vielen Menschen. Die meisten schlafen neben ihren Kühen, können weder lesen noch schreiben und haben noch drei Zähne im Mund. Solche Menschen haben vor allem eines: Zorn. Sie sind zornig auf sich selbst, auf alles anderen und wer immer es schafft ihren Zorn auf ein Ziel zu lenken, den verehren sie. Es gibt viele, die eine Frau nicht gerne auf dem Thron sehen. Es gibt einige, die noch immer Aurea hassen. Solche, die nur ihren eigenen Vorteil sehen. Solche, die nichts lieber tun würden als selbst die Macht zu ergreifen. Solche, die nichts anderes können als sich eine Welt zu zimmern, in denen ihre Vorurteile passend sind" er nahm einen Schluck des warmen Weins, setzte den Kelch ab und drehte seinen Hut in Händen.
"Aber es gibt eine riesige, schweigende Mehrheit. Männer und Frauen die euch lieben. Menschen, die einfach nur ihr Leben leben wollen und hoffen nicht in den Blickpunkt der anderen, der Zornigen zu geraten. Das es diese Zornigen gibt ist nicht eure Schuld. Es gab sie vor euch und es wird sie nach euch geben. Ihr tut euer Bestes. Ihr seid aufrecht, ihr seid ehrlich. Ihr seid nicht die beste Königin die es geben kann. Ihr könnt niemals so werden wie es alle verlangen. Nicht, ohne das ihr eure leibliche Hülle abstreift und zur Heiligen werdet. Aber ihr seid das Beste, was diesem Land seit hundertzwanzig Jahren geschehen ist. Mehr kann niemand verlangen. Wir werden diesen Robert finden und dann werden die Zornigen sich wieder damit beschäftigen können ihren Nachbarn zu hassen"
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Turmkammer   So Jan 04, 2015 10:38 pm

Überrascht von den zahlreichen Worten, die diese sonst so schweigsamen Männer zustande brachten, wandte sich Ileana herum und ließ eben jene Meinung noch einmal durch ihren Geist gleiten. Vielleicht war es wirklich so - sie hatte Fehler gemacht, die sie nicht bestreiten konnte, Fehler, Aiko oder Stephan gewähren zu lassen, während sie ihr eigenes Volk drangsaliert hatten und nichts dagegen unternommen zu haben. Die Menschen ließen ihr nicht einmal eine Trauerzeit von einem einzigen Jahr, weil sie einen König an ihrer Seite sehen wollten, doch einmal mehr wurde ihr bewusst, dass sie diesen Mann an ihrer Seite nicht brauchte, um dieses Reich zu leiten. Um die Menschen, ihr eigenes Volk, für die sie verantwortlich war, zu unterstützen. Kein Mann dieser Welt würde es noch einmal wagen, sie unter seine Kontrolle zu zwingen und sie gefügig zu machen, nicht eine einzige Lüge würde sie mehr hinnehmen - es wurde Zeit, dass sie damit begann, dieses Reich zu regieren, statt sich selbst stetig weiter zurück zu nehmen, weil sie nicht mehr wusste, wohin mit sich. Es wurde Zeit, dass sie begann erwachsen zu werden, so wie es jeder von ihr forderte und nun endlich fühlte sie sich auch bereit dazu, wissend, dass Männer wie Mauricio und Hector hinter ihr standen - nicht, weil sie es mussten, sondern weil sie es wollten. Weil sie an sie glaubten.
"Ich danke euch. Euch beiden für eure Ehrlichkeit und für euren Glauben an mich und dieses Reich, erhob sie dann schließlich die Stimme und lächelte warmherzig, weil sie bereits ahnte, dass die beiden Soldaten vor ihr befürchteten, sie könne ihnen ob ihrer ehrlichen Worte zürnen. Sobald der Frühling anbrach, würde sie Baumeister engagieren, die Schulen bauten - Schulen für das einfache Volk, in denen sie frei lesen und schreiben lernen konnten und sie würde den Straßenbau vorantreiben. Die Zeit der Lethargie war vorüber. Es würde einen neuen Aufschwung geben. "Ich schwöre euch, ich werde euren Glauben nicht enttäuschen und sollte ich es doch tun, so erwarte ich von euch nichts anderes außer der Wahrheit und das, was euch euer Gewissen diktiert."
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Hector Dario

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BeitragThema: Re: Turmkammer   So Jan 04, 2015 10:50 pm

„Zu euren Diensten Majestät. Und da so lange es mir dir Zeit erlaubt.“ Er hatte erwartet, dass die derart klaren und ehrlichen Worte, auch wenn sie Ileana teilweise durchaus zugesprochen hatten, doch einen gewissen Groll erzeugt hätten, doch zu seiner Verwunderung musste er sehen, dass die Königin stattdessen lächelte. Sie lächelte ihr ganz eigenes, junges Lächeln, das jedoch trotz allem nur einer Royalen gehören konnte. Er sah noch einmal zu Mauricio, der seinerseits weniger erstaunt wirkte, was sicherlich auf seine weitaus längere Dienstzeit zurück zu führen war. „Nun, ich nehme an das unser nächstes Anliegen also die Verfolgung des Aufrührers sein wird? Das Aufspüren von dem, vom Hof entflohenen Robert und das wenden des kleinadligens Denkens, in dem sich momentan allerlei falsches Gedankengut sammelt?“
Er schon eine Traube in seinen Mund, genoss den herzhaften Geschmack, der einen angenehme Abwechslung zu dem geschmacklosen Hirsebrei und dem harten Brot bildete, dass sie über die meiste Zeit ihrer Reise zu sich nahmen.
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Ser Gawain Drei Blumen

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BeitragThema: Re: Turmkammer   Mo Jan 05, 2015 8:13 pm

"Sachbeschädigung, Entwendung von Millitärseigentum, Körperverletzung, Bewaffnung eines Strafgefangenen ohne vorherige Rücksprache mit dem zuständigen... also mit mir" las Gawain die lange Liste vor, welche man ihm vor wenigen Stunden gemeinsam mit den wichtigsten Informationen in die Hand gedrückt hatte. Nun saßen die vier Männer vor ihm, einer wieder in Ketten gelegt und starrten von dem gemütlichen Sofa zu ihm hinauf.
"Mauricio, Hector, Garrett, Treyes - was habt ihr euch eigentlich dabei gedacht?" brauste er und hob beide Augenbrauen, die wir dicke, haarige Raupen aneinander stießen. "Ser, ich war nicht mal dabei, ich" - "Dann wärst du besser mal dabei gewesen anstatt dich in dem Hurenhaus zu vergnügen, aus dem ich dich heute morgen habe Schleifen müssen! Ist deine Hose mittlerweile wenigstens wieder aufgetaucht?" - "Nein..." kam es kleinlaut von Mauricio.
"Bei Melitele.... wie soll ich das der Königin erklären?" - "Ich denke die Hose findet sich schon wieder, ihr müsst ihre Majestät nicht damit" - "SCHNAUZE MAURICIO!"
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Garrett Harlan

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BeitragThema: Re: Turmkammer   Mo Jan 05, 2015 8:23 pm

"Es war meine Verantwortung, Ser Gawain. Ich habe ohne Rücksprache mit Hector und Mauricio Treyes aus dem Gefängnis befreit, weil ich fälschlicherweise dachte, er könne uns dabei helfen, den Jungen zu finden. Ich habe ihn in die Magierakademie gebracht und zugelassen, dass dort dieser Aufruhr geschah, ohne selbst etwas dagegen zu unternehmen. Ich war fehl geleitet von meinen eigenen persönlichen Empfindungen meinem Onkel gegenüber und werde ebenso der Königin Rede und Antwort stehen. Ich bin bereit dafür, meine Strafe zu erhalten und nehme sie an, nur bestraft weder Hector, noch Mauricio dafür. Mauricio war nicht bei uns und hatte kein Wissen über mein Handeln und Hector folgte lediglich meiner Weisung", erhob Garrett schließlich die Stimme, welcher bislang schweigend neben seinen Freunden gesessen hatte und den Blick gesenkt hatte. Er war der Erste gewesen, der an diesem Morgen bei Gawain gewesen war und ihm von alledem erzählt hatte, was geschehen war - danach hatte Gawain nach Hector, Treyes und Mauricio rufen lassen und bis zu diesem Augenblick geschwiegen, in dem er die Liste von einer der Wachen erhalten hatte.
Die Nacht selbst war für ihn kurz gewesen und durchzogen von düsteren Alpträumen, die einen Teil seiner Vergangenheit zurück gerufen hatten, die er einst vergessen zu haben geglaubt hatte. Dinge, die ihn immer wieder hatten hochschrecken lassen und die letztlich dazu beigetragen hatten, dass er die Nacht noch einmal über den Hof gegangen war, nicht einmal wissend, ob dies nicht vielleicht das letzte Mal sein würde, den er diesen sehen würde. Es war ein Fehler gewesen - sein eigener Fehler und die Enttäuschung über Treyes Verhalten vom Abend hatte sich letztlich in beißende Schuldgefühle umgewandelt. Er hatte hier alles gehabt und hatte es so leichtfertig aufs Spiel gesetzt.
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BeitragThema: Re: Turmkammer   Mo Jan 05, 2015 8:33 pm

„Es war ebenso mein Verschulden…“ Mischte sich Hector mit ein, der bis dato nur ruhig daneben gesessen hatte. „Und auch Mauricio bekennt sich seinerseits seiner Schuld. Letztlich ist jeder von uns für das Handeln des anderen zuständig. Ich hätte die Möglichkeit gehabt Treyes zu stoppen, ob ich nun dabei auf Garrett gehört habe oder nicht, ist vollkommen irrelevant. Es war meine Einschätzung ihn gewähren zu lassen.“ Denn anderen Blicken zum Trotz blickte er nur zu dem alten Ser Gawain, der seinerseits bereits an seinem zweiten Tag in dieser Einheit eine Kollektiv Strafe angesetzt hatte. Und vielleicht war genau das der Grund, warum er sich mit der Zeit immer mehr mit seinen Kameraden verbunden gefühlt hatte.
Bereits die halbe Nacht hatte er darüber gebrütet was er tun konnte, um Garrett aus der Misere zu helfen, doch dass er Treyes bei all jenen Überlegungen vollkommen außer Acht gelassen hatte, fiel ihm erst jetzt auf. „Doch das Resultat, so unschön es auch erreicht wurde, ist gegeben. Wäre alles langsamer geschehen, so wäre Phillipa vermutlich geflohen. Da sie sich nun jedoch im Kerker befindet haben wir die Möglichkeit, sie zu verhören, herauszufinden wo dieser verschwundene Palancar steckt und den Aufständen ein für alle Mal den Gar auszumachen.“
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Ser Gawain Drei Blumen

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BeitragThema: Re: Turmkammer   Mo Jan 05, 2015 8:40 pm

"Alle für Einen oder wie darf ich das verstehen?" fragte Gawain und hob die Augenbrauen, während er die Liste noch einmal konsultierte. "Du vertraust diesem Mann Garrett?" fragte er dann schließlich den Dienstältesten und deutete auf Treyes, welcher bisher alles stumm über sich hatte ergehen lassen. "Und ihr habt möglicherweise neue Informationen?" erneute Zustimmung. Gawain schwieg eine Zeit lang, ehe er die Liste zerriss, die Hälften übereinander legte und auf diese in Stücke riss.
"Na, dann heißt es wohl auch Einer für Alle..." er schüttelte den Kopf. Ich kann nicht glauben, dass ich das Gerade mache "Ihr befragt Philippa und kümmert euch weiterhin um den Verräter Robert Palancar. Ich will nicht, dass irgendwer sonst von seiner Abstammung erfährt. Ich werde mich bei der Königin melden, mich bei ihr Entschuldigen und sagen, dass Treyes mit meinem Einverständnis aus dem Kerker geholt wurde und euer Eingreifen, so brutal es auch wurde, nur Philippas Flucht zuvor kam und das ich euch bereits bestraft habe. Womit wir zur Strafe kommen: Bis ihr den Kerl gefangen habt, werdet ihr keinen Tag, keine Stunde und keine Minute frei haben. Haben wir uns verstanden?"
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BeitragThema: Re: Turmkammer   Mo Jan 05, 2015 8:50 pm

Garrett blinzelte für einen kurzen Moment lang, brauchte bis er begriff, dass sie soeben frei gesprochen worden waren mit einer einzigen Richtlinie, die ihnen auferlegt worden war - keine Freizeit bis sie Robert in den Händen hatten. Damit konnte er leben, mehr als gut sogar. Sie hatten eine weitere Chance erhalten, er hatte eine weitere Chance bekommen, sich hier zu beweisen und Garrett biss die Zähne aufeinander, ließ seine eigenen Gedanken noch einmal in seinem Geist umher wandern und alle Hinweise zusammen fassen, die sie bisher zusammen gesammelt hatten. Er würde diesen Palancar-Jungen finden und nach Ceunon vor die Königin schleifen, wenn es sein musste, dann würde er selbst das Richtbeil führen, das sein Leben beendete, solange es nur dafür sorgte, dass diese Gefahr gebannt wurde.
Dieses Reich hatte ihm so viel gegeben, Gawain hatte ihm eine neue Chance gegeben, die ihm jeder andere versagt hätte und er würde den Hauptmann nicht noch einmal mit seinen Entscheidungen und seinem Handeln enttäuschen. Komme, was da wolle. "Verstanden, Ser Gawain", bestätigte er schließlich mit einem kurzen Nicken ehe er sich von seinem Platz auf dem Sofa erhob und sich ein letztes Mal vor dem anderen verneigte. Sie würden mit der Befragung beginnen und dann Kimbolt noch einmal auf den Zahn fühlen, bevor sie die Spur an dem aufnahmen, was Treyes über die Reise des Jungen berichten konnte - wenn es jemanden gab, mit dem er in engerem Kontakt stand, würden sie vielleicht noch mehr Verräter zu fassen bekommen.
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BeitragThema: Re: Turmkammer   

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Turmkammer
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