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 Gästezimmer

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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Mo Sep 15, 2014 11:31 pm

Als er schließlich die Augen öffnete, war es nichts angenehmes, keine Offenbarung des glücklichen Lebens das er nach wie vor führen dürfte. Das einzige was er spürte, war Schmerz. Einen verdammt starken Schmerz der ihm vor Arsch bis zum Hirn alles vernebelte, was er spüren konnte. Jede Bewegung kostete eine ungemeine Anstrengung, was jedoch vor allem an den starken Narkotika lag die man ihm verabreicht hatte. Mit ein paar trägen Bewegungen, die zuerst nach links, dann nach rechts gingen, konnte er schließlich den Ort ausmachen, in dem er sich momentan befand. Sein Zimmer. Doch wie war er hierher gelangt? Die Erinnerung daran glich mehr einem Fiebertraum und die einzig klare, letzte Erinnerung war wie man einen harten Schlag auf einer seiner Rippen gelandet hatte. Und eben diese meldete sich nun zu Wort, als er den Oberkörper hob und diese ein stechen von sich gab. Seine Hand war geschient, umwickelt von mehreren Lagen Leinentuch und einer seltsam riechenden Salbe.
Am meisten beunruhigte ihn jedoch sein Bein, das unter einer Decke lag und von dem aus kein einziges Empfinden ging. Er konnte sich jedoch nicht aufrichten um selbst zu prüfen in welcher Verfassung sich sein Knöchel befand, sodass er schließlich zurück in das Bett sank und einen Kelch widerfand, der an einem nahegelegenen Tisch stand. Leider befand sich jedoch weder Wein, noch Wasser in diesem, sondern nur eine milchige Flüssigkeit die dem Geschmack von Galle erstaunlich nah kam. „Adriana.“ Er konnte sich schwach daran erinnern, dass sie die Banditen verscheucht hatte oder gar getötet hatte? Er wusste es nicht mehr und es gab kein einziges Indiz in diesem Raum darauf, dass es ihr gut ging.
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Di Sep 16, 2014 9:36 pm

Alvias war, kaum dass er von den Vorfällen gehört hatte unverzüglich Richtung Gästezimmer gerannt, nachdem Hisokas schlimmste verletzungen hatten geheilt werden können. Noch immer wusste er nicht ganz genau was letztlich geschehen war. Er hatte nur Bruchstückhaft mitbekommen, dass Adriana und Hisoka von Banditen überfallen und nur denk der magischen Kräfte der Zauberin hatten entkommen können.
Die Tür schwang auf, als Alvias herein marschiert kam und den wütenden Blick einer Schwester mit einer kurzen, knappen Handbewegung bei Seite wischte. "Hisoka" er wollte nicht fragen wie es dem anderen ging,war dies doch offensichtlich. "Bei Meliteles Hinterbacken" fluchte er, als ihn Hisoka über die Verbände hinweg anblinzelte. "Was bei allen guten Göttern ist denn geschehen? Du siehst aus als wäre ein Drache auf dich draufgetreten!"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Di Sep 16, 2014 9:46 pm

Auf die Aussage hin konnte Hiskao nur seicht Lächeln, auch wenn der Soldatenkönig damit im Grunde goldrichtig lag. Er konnte sich nicht erheben um ihn gebührend zu grüßen, als neigte er nur kurz den Kopf. "Hat Adriana euch nicht berichtet was vorgefallen ist?" Die plötzliche Überlegung das Adriana gar nicht die Möglichkeit gefunden hatte etwas derartiges tun zu können, löste einen plötzlichen Schrecken in ihm aus. Doch sie war es gewesen, die die Banditen in die Flucht geschlagen hatte und ebenso war sie es gewesen, die ihn hierher zurückgebracht hatte. Zumindest soweit er die Bruchstücke seiner Erinnerung richtig zusammensetzte. "Bitte, setzt euch doch. Es war ... nunja, ein Überfall, wobei ich mir sicher bin das es niemand aus diesen Landen war. Die Männer waren ungewöhnlich groß´und breitschultrig, riefen etwas in einer fremden Sprache und hatten bemalte Oberkörper. Sie schlugen mit Knüppel auf mich ein, zuvor scheute mein Pferd und mein Knöchel fiel dem Gewicht von eben diesem zum Opfer. Nun das Resultat aus alledem seht ihr vor euch." Sein Lächeln wurde bitter. "Ich versuchte an mein Schwert zu gelangen, jedoch vergebens. Adriana war letztlich die, die mich gerettet hat. Doch wo wir bei ihr sind, ist sie hier am Hof?"
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Alvias Xeldaric

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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Di Sep 16, 2014 9:55 pm

"Nein, also das heißt ja - Adriana ist bei Hof aber nein sie hat mir nichts persönlich berichtet. Ein Diener kam zu mir und auch dem hat sie nur das nötigste erzählt. Sie versucht momentan noch Aiko zu kontaktieren, was schwer ist in einem Land in dem Magie eigentlich verboten ist. " erklärte er dem anderen, funkelte Hisoka jedoch nunmehr wütend an nachdem er sich versichert hatte, dass keine der Verletzungen lebensgefährlich waren. "Was hast du dir eigentlich dabei gedacht, du auricher Hornochse? Ich habe dir keine zwei Stunden zuvor gesagt, dass sich Banditen rund um Therinsford bis in die Nähe der Hauptstadt aufhalten und was tust du? Ziehst ohne Wachen los um einen kleinen Ausritt zu machen! Wie blöd kann man eigentlich sein? Weißt du was dir hätte passieren können? Wie viel Vorwürfe sich deine Geschwister gemacht hätten? Du hättest da draußen sterben können und Adriana noch gleich mit!"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Di Sep 16, 2014 11:52 pm

Wie viele Vorwürfe seine Geschwister wohl von sich gegeben hätten konnte er sich gut vorstellen, zumindest Mimi sah er bereits vor seinem Inneren Auge wie sie tobte, obwohl sie doch ein eigentlicher so ruhiger Charakter war. "Mir war nicht bewusst das die Lage um die Stadt herum derart heikel ist. Wir waren kaum eine halbe Wegstunde von Ceunon entfernt und ich war der festen Überzeugung das in diesem Abstand zur Hauptstadt etwas derartiges nicht passieren kann." Dass er mit dieser Vermutung gänzlich falsch gelegen hatte, hatte er am eigenen Leib erfahrenen müssen. "Aiko." Als er diesen Namen hörte murmelte er etwas unverständliches in seiner Landessprache. Sein Bruder der gerade auf großer Mission war um das Land zu bereichern, während er auf einem einfachen Ausritt bereits fast zu Tode gekommen wäre. Er konnte sich lebhaft vorstellen was er sagen würde, das er ein Narr sei und das er nicht einmal einmal die einfache Aufgabe unverletzt zu bleiben bewältigen konnte.
Im Rückblick betrachtete musste er selbst gestehen das es reichlich dumm war ohne Wachen loszuziehen, doch konnte er einen solchen Fehler in nächster Zeit, allein schon aufgrund der Verletzungen nicht mehr begehen. "Bitte verzeiht mir Alvias, es wird nicht wieder vorkommen."
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 10:09 pm

Ein Flimmern lag in der Luft, gleich dem Luftsirren über dunklen Steinen an einem heißen Sommertag. Der Geruch von Kirschen und Oliven lag in der Luft, gemischt mit einer sanften Meeresbrise. Als würde die Saite einer Laute reißen wurde aus den entfernt wirkenden Sinneseindrücken eine Welle an Erlebnissen welche über Alvias und Hisoka hinweg schwappte, ehe Aiko wie aus dem Nichts dastand. Sein Haar wirkte ordentlich, aber an seinen Schuhsohlen und dem Kragen seines Hemdes war eine leichte Salzverkrustung zu sehen und er hatte ein wenig mehr Farbe im Gesicht als sonst.
Aiko hatte noch während seines Aufenthalts in Fyonara von Hisokas Unglück erfahren und nachdem er schließlich eine mehr als befriedigende EInigung mit Aurelius erzielt hatte - eine Einigung, die Alagaésia-Aurea als Freund, Lieferant und temporären Verbündeten statt einem sich ergebenen Hund zeigte - war er noch vom Deck des Schiffes aufgebrochen, kaum dass sie neutrale Gewässer erreicht hatten. "Hisoka" stieß er erleichtert aus, wobei die Luft aus seinen Lungen gepresst wurde, als überbleibsel der Reise. "Mein Gott.... wie geht es dir?"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 10:19 pm

"Türen waren dir schon immer zuwider, nicht wahr Bruder?" Das plötzliche auftauchen seines Bruders hatte ihn, auch wenn ihn dies selbst erstaunte, beruhigt und sogar glücklich gestimmt. Doch im nächsten Moment schallte er sich bereits für diesen, viel zu voreilig gefassten Gedanken. Er wusste nicht ob sein Bruder nur hier war um ihn, wie der Soldatenkönig bereits vor ihm klar zu machen, wie dumm er nach wie vor war, dass er einen derartigen Ausritt allein unternahm und das dies nur dafür die gerechte Strafe war, oder ob er wirklich einzig und allein aus dem Beweggrund der Sorge hier aufgetaucht war.
"Schön das du gekommen bist." Meinte er, trotz der Unschlüssigkeit, wusste er doch das gewisse Dinge von ihm erwartet wurden, erst Recht wenn Fremde sich im Raum befanden. Von Estrich bis zur Decke ging noch immer der eigensinnige Blumenduft, den Aiko so sehr an sich trug wie einen Fischer ständig der Geruch der salzigen See und des frischen Fisches begleitete. "Mir geht es erstaunlich gut, die Medikamente die mir die Ärzte zusammengemischt haben töten den größten Teil des Schmerzes, mein größtes Problem besteht also momentan darin, das mir bisher niemand etwas über die Verfassung meines Fußes gesagt hat." Eben dieser lag noch immer verheißungsvoll unter der Decke und Hisoka wurde die Alptraumfantasie nicht los, das sich darunter nur ein Wulst an gebrochenen Knochen befand und der Schmerz gar kein realer Schmerz war, sondern nur ein phantomartiger.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 10:25 pm

"Alvias, lasst mich bitte mit meinem Bruder allein" meinte er zu dem sogenannten Soldatenkönig und Alvias, welcher nurz kurz die Augenbrauen hochzog zuckte mit der Schulter und stand dann schließlich auf um den Raum zu verlassen, schloss die Tür hinter sich. Aiko indess ging zu einer kleinen Schale, welche neben Hisokas Bett stand und tausche die Räuchermischung aus, welche nunmehr die fernen Düfte Fyonaras heran trugen. Dann lüftete Aiko kurz die Decke, sah sich Hisokas Fuß darunter an ohne das es der andere sehen konnte und schüttelte den Kopf.
"Ich glaube der muss amputiert werden" meinte er mit ernster Miene und ließ sich schließlich auf den Stuhl nieder, welchen zuvor Alvias für sich beansprucht hatte. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippe und strafte seine vorherigen Worte lügen. "Das wird schon wieder kleiner Bruder" erklärte er und lächelte, ehe er sich zurück lehnte. "Was ist passiert? Mehr als das du von Solandri überfallen wurdest hat man mir nicht mitgeteilt. War es schlimm? War jemand bei dir?"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 10:35 pm

Er nickte dem Soldatenkönig zum Abschied zu, vielmehr vermochte er gar nicht zu tun, bevor dieser den Raum verließ und Hisoka mit seinem Bruder allein war. Er hielt es noch immer für einen Trick, diese gespielte Freundlichkeit, doch hatte er sogar für einen kurzen Augenblick auflachen müssen, als er andere diesen, reichlich unpassenden, aber dennoch amüsanten Spaß gemacht hatte. "Du bist kein Arzt Aiko und wenn ich an unsere Kindheit zurück denke konntest du, als ich mir den Kopf aufgeschlagen hatte nicht viel mehr für mich tun, als laut um Hilfe zu schreien und mir immer ins Gesicht zu schlagen, damit ich wach bleibe." Diese Erinnerung, so alt und absurd sie auch war, brachte ein erneutes Lächeln auf seine Lippen.
Was dieses seltsame Kräutergemisch war, das Aiko in die Schale getan hatte konnte er nicht sagen, denn weder Geruch, noch die eigensinnige Farbe der Brühe war ihm bekannt, sodass er sich schließlich resigniert von dieser abwandte. "Ich war nicht allein, Adriana war mit mir. Wir machten zusammen einen kurzen Ausritt, ich hielt es für eine gute Idee, einen netten Einfall um uns beiden ein wenig die Sorgen zu nehmen die dieser verdammte Hofstaat mit sich bringt, doch letztlich hat es sich als Fehler heraus gestellt. Den ganzen Rest scheinst du ja schon zu kennen. Bemalte Männer sind mit einem Mal aus den Büschen gestürmt, doch kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen ob es Solandri waren oder nicht, dafür fehlt mir das Vergleichsmaterial. Adriana konnte mich durch ihre Zauber retten und rechtzeitig zurück bringen, ohne sie würde ich jetzt vermutlich tot auf der Straße liegen ... einmal mehr habe ich dieser Frau etwas zu verdanken."
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 10:43 pm

"Haben wir alle" stimmte Aiko Hisoka zu. Adriana - wie es schien war sie... wie sagte man in diesen Landen? Der schützende Engel? "Manchmal scheint mir, die Ahnen haben uns in Lady Fiorenza einen Schutzgeist gesandt." erklärte er und fuhr sich durch die geglätteten, schwarzen Haare. "Ich bin nur froh, dass sie da war und du noch am Leben bist" erklärte er leise und schenkte sich sowie Hisoka aus einer Glaskarrafe ein wenig Wasser in zwei Kelche, reichte dem anderen eines und dann saßen sie eine Weile schweigend nebeneinander.
"Es tut mir Leid, dass dir das passiert ist" meinte er schließlich leise und schloss die Augen. Die Zeit in Fyonara hatte ihn nachdenklich gestimmt. "Die Solandri sind unsere Bündnispartner und wenn diese meinen eigenen Bruder angreifen... ich hätte das sehen müssen es... weißt du Hisoka, es gibt soviel worauf ich achten muss - zwei Reiche und so viele Menschen die auf mich zählen und ich bin nicht einmal in der Lage meinen eigenen bruder zu beschützen - nein, er wird von Verbündeten angefallen" er schnaubte.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 11:01 pm

"Du sagtest es gerade eben selbst, ich werde mit der Zeit wieder gesund werden, also keinen Grund mit einem Mal so sentimental zu werden." Dennoch nahm er den Kelch der mit dem frischen Quellwasser gefüllt war dankend und und nahm zwei große Schlucke, sodass, als er ihn auf einen Seitenschrank stellte, nur noch eine erbärmlich kleine Pfütze in diesem hin und her schwappte. "Es ist in Ordnung Bruder. Ich hätte auf mich selbst acht geben müssen, du musst keineswegs auf mich achten als wäre ich ein kleines Kind. Alvias erwähnte bereits zuvor das es unüberlegt und dumm war und dessen bin ich mir auch durchaus bewusst." Doch der Ton, der mit einem Mal wieder so scharf wie ein Rasiermesser geworden war, erschreckte ihn selbst, sodass er einen Augenblick lang inne hielt und erst versuchte sein Gemüt zu mäßigen. Mochte Aiko ihn vor anderen auch noch so oft verhöhnen oder verspotten indem er ihn als den erfolglosen Bruder darstellte, er hatte in diesem Moment nichts gegen ihn unternommen. "Verzeih bitte, es ist nur ... nun vermutlich liegt mir dieser Überfall doch ein wenig schwerer in den Knochen als ich angenommen habe, wirklich vorbei geht das an keinem, was?" Ein, nunmehr bitteres Lächeln tauchte auf seinem Gesicht auf und er griff erneut nach seinem Kelch und leerte somit dessen kläglichen Inhalt gänzlich.
"Doch wo wir bei Adriana sind, Bruder..." Er wusste nicht ob es eine gute Idee war, doch waren derartige Gefühle Neuland für ihn und bis auf seinen Bruder gab es kaum Jemanden, mit dem er über solche Dinge reden konnte. Oder mit dem er generell reden konnte. "Nun ich würde gerne nach deiner Meinung Fragen, denn ich bin, nun .. ich bin nicht aus reinem Zufall mit Adriana ausgeritten. Ich habe versucht mich mit ihr zu unterhalten, ihr ein wenig näher zu kommen. Sie näher kennen zu lernen..." Erneut kam die, beinahe jugendliche Scham in ihm hoch. "Nun ich finde sie faszinierend, atemberaubend. Allein der Blick ihrer Augen kann einem schon den Atem rauben und ihre Lippen. Doch viel wichtiger sie scheint wirkliches Interesse zu haben, redet mit mir wie mit einem Vertrauten und sie, sie ist ein so gütiger Mensch, klüger als jeder Prophet und kühner als die meisten Krieger. Sie ist..." Erst jetzt, nachdem er bereits etliche Wortfetzen von sich gegeben hatte stellte er fest, wie unglaublich zusammenhanglos, plötzlich und auch peinlich diese Äußerungen waren.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 11:13 pm

Aiko verschluckte sich an seinem Wasser, spürte wie dieses mit einem Mal wie durch hohen Druck in seine Lungen geriet, hustete und spürte wie sich seine Lungen verkrampften, als sie das Wasser unter enormen Druck wieder nach oben beförderten. Er rang kurz nach Luft, ein stechender Schmerz durchfuhr seine Brust und Tränen schossen in seine Augen während er weiter nach Luft rang und diese gierig einsog.
"Adriana?" fragte er noch einmal leise, gerade so als wolle er sichergehen den Namen seiner Beinahemörderin richtig gehört zu haben. "Ist dir bewusst...." er stockte kurz und tupfte sich schließlich die Tränen aus den Augenwinkeln, ehe er seine gesamte Aufmerksamkeit wieder auf Hisoka lenken konnte. "Du hast dich in Adriana verliebt?" fragte er schließlich und behielt sich sämtliche Vorwürfe oder Gegenargumentationen erst einmal vor. "Nur zu, erzähl ruhig weiter ich war grade nur... tut mir Leid. Ich dachte nicht, dass du dich so schnell an etwas festes Binden - ich meine das letzte Mal hast du mich für den Vorschlag grün und blau geschlagen"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 11:22 pm

Auf das Verschlucken hin hatte er Aiko Anfangs nur grimmig angesehen, hielt er dies doch für einen schlechten Spaß den sich sein Bruder machte und selbst nach der kurzen Entschuldigung und dem versichern, dass all dies nur der plötzlichen Überraschung zuzuschreiben war, wartete Hisoka einen Augenblick bis er weiter sprach. "Nun, ich kann es dir wenn ich ehrlich bin nicht einmal wirklich sagen. Ich denke pausenlos an diese Frau und wenn ich sie treffe, dann scheint es als würden die meisten meiner Sorgen sich mit einem Mal in Luft auflösen. Man vergisst die ganze restliche Welt um sich herum, all so ein Zeug, ach verdammter Mist.." Er verwünschte den Umstand das er keinen Alkohol in der Nähe hatte und das, aufgrund seiner Verletzungen, auch wohl niemand bereit war ihm ein Glas Wein oder etwas dergleichen anzubieten. Er wollte nicht so liebestoll wirken. Er war kein kleiner Junge, er war Herrscher einer Provinz und noch viel wichtiger, er wollte sich so nicht seinem Bruder zeigen. Doch warum hatte er dann dieses Thema überhaupt angesprochen? "Nun vermutlich bedeutet es dies letztlich, ja. Adriana ist ... einmalig, anders als alle Frauen die ich bisher getroffen habe. Aber wenn ich ehrlich bin, ich weiß nicht wie ich verfahren soll. Vielleicht war dieser Überfall sogar gut für mich, denn nach den Geschenken die ich ihr gemacht habe, hätte ich nicht gewusst was ich noch tun soll. Ich meine, schlichtes reden scheint mir nicht genug. Sie ist eine Magierin vom höchsten Grad und leitet eine Akademie, folglich hat sie eine Bildung inne die ich wohl nur erahnen kann und alle Gespräche mit mir müssen wirken, als hätte sie einen ihrer Schüler vor sich."
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 11:30 pm

"Du wirst schon das richtige tun - mach einfach was dein Herz dir sagt. In der Regel ist das das richtige" beruhigte Aiko seinen Bruder, welcher wahrlich von solcherlei nichts verstand. Doch irgendwo tief in seinem Verstand regte sich der Verdacht, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Wieso sollte Adriana, die Hofmagierin und Vertraute der Königin sich mit Hisoka abgeben? Es gab tausend Männer in diesem Land, die ihr mehr bieten konnten, die liebevoller waren und so sehr er seinen Bruder auch liebte die Frauenwelt hatte dieser niemals gut behandelt.
Hatte Adriana ihm Trost spenden wollen? Dem jungen Mann da helfen wollen, wo Aiko dies nicht mehr hatte tun können. Wenn dies der Wahrheit entsprach würde es Hisokas Welt zerstören wenn sie es beendete, vor allem wenn er sich immer mehr in diese Vorstellung verrannte. Er würde Adriana nochmal auf den Zahn fühlen müssen um zu verstehen was dort genau geschah bevor einer gebrochen aus der Sache heraus ging. "Und dann kamen zu allem Überfluss die Solandri..." murmelte Aiko um sich aus den eigenen, düsternen Gedanken zu befreien. "Ich werde mich daurm kümmern! Das bleibt nicht unbeachtet Hisoka"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 11:44 pm

Dieser plötzliche Wechsel der Gedanken, die die gesamte Thematik des Gespräches ad Absurdung führte brachte Hisoka im ersten Moment nur dazu, die Brauen zusammen zu ziehen und seinen Bruder mit kritischen Augen zu betrachten. Er hatte es bereits vermutet, doch war diese Vermutung einen Augenblick lang verschwunden und er hatte versucht, sich auf einer brüderlichen Basis mit dem anderen zu unterhalten. Das dieser jedoch, so derart abrupt, das Thema wechselte, berichtete ihm, besser als jede Erklärung der Welt was Aiko darüber dachte. "Ich danke dir dafür das du dem nachgehst Bruder." Er neigte den Kopf und schwieg daraufhin, betrachtete eine lange Zeit lang nur den leeren Kelch in seinen Händen, während das dumpfe Pochen von dem Fuß, aus der Region der Rippen, des Beckens und der Hand langsam wieder an Intensität gewann. Er wusste nicht warum sein Bruder diese Idee derart verachtete, vielleicht wollte er Adriana nur als Vertraute, als Beraterin behalten und hielt sie, wenn sie sich mit Jemandem wie Hisoka einließ als nicht ausreichend vernünftig, um derartige Positionen zu bekleiden. Er konnte nur mutmaßen, doch jede dieser Spekulationen endete damit, das er seinen Bruder als ungeeignet für sie hielt. Eine Tatsache, die er eigentlich hätte kommen sehen müssen und er schallte sich innerlich dafür, so leichtgläubig gewesen zu sein und ihm all dies mitgeteilt zu haben, würde er doch nun vermutlich Adriana aufsuchen und ihr jedweden Kontakt untersagen, oder ihr zumindest nahe legen, das es ratsam war alle Kontaktversuche Hisokas abzuwürgen.
"Nun, ich bin mir sicher du hast noch vieles nach deiner Reise zu tun und die Ärzte werden sicherlich gleich auftauchen, die Mittel verlieren langsam an Wirkung."
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Sep 18, 2014 11:58 pm

Aiko schwieg für einen kurzen Moment, sah seinen Bruder an in dessen Augen schon wieder die allgegenwärtige Abneigung funkelte. Er hatte gehofft dem Anderen eine Freude zu machen, indem er hierher kam aber dies war offensichtlich eine Fehleinschätzung gewesen. Eine große Fehleinschätzung und langsam aber sicher begann Aiko sich ob des Ausdrucks, welcher in den Augen seines Bruders lag zu fürchten. Konnte es sein das? Fyonara hatte so viel über sie gewusst, so viel Privates...
AIko schüttelte den Kopf und schob den gedanken von sich. Nein, soweit würde er nie im Leben gehen. Niemals...
Aber eines war sicher - Hisoka hatte längst mit ihm gebrochen und das Schmerzte ihn. Es wurde Zeit, dass er an Mimi einen weiteren Brief schrieb. Wenngleich er auch im letzten Monat nicht dazu gekommen war, so schreiben sie doch regelmäßig und sie hatte sich bereits darüber bekalgt, dass Hisoka ihr nicht schrieb. Aiko stand auf, lächelte knapp und nickte. "Tatsächlich gibt es noch viel zu erledigen. Ich wünsche dir eine gute Besserung" erklärte er noch, ehe er ging.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 4:29 pm

Aurea schien der einzige Teil seines Lebens zu sein, welchen er noch unter Kontrolle halten konnte. Die Führung seines Teils des Landes schien ihm mit Bravour zu gelingen, während die Adligen - vor allem die Barone und Lords dieses Landes sich noch immer schwer taten auf seine Befehle zu hören. Ileana war seit dem Tod ihres Kindes ein wenig auf Abstand gegangen und wenn Aiko auch zuerst nur vorgehabt hatte ihr ein wenig Zeit zu gönnen so war ihm nun bereits vor einigen Tagen - in einer jener Nächte in denen er ruhlos durch die Gänge gegeistert war, da er nicht hatte schlafen können - aufgefallen, dass er ihr nicht einfach nur Luft ließ - sondern sich regelrecht von ihr distanzierte. Ebenso wie er sich auch von Hisoka distanziert hatte - wie er sich stets von allem distanziert hatte was seine... seine Arbeit zu gefährden schien. Nie war Aiko bewusst geworden wie sehr er für die Arbeit lebte wie in den letzten Tagen und nun, wo er Nacht um Nacht in Alpträume um ein zerstörtes Reich gesunken war hatte sich ihm die Wahrheit offenbart. Er führte dieses Land beinahe in den Ruin. Sie waren ein verletztes Reh in einem dunklen Wald voller Wölfe und über all dies hatte er seine Frau vergessen, sie von sich geschoben und das unausgesprochene zu ihrem Gelübde gemacht. Er musste nun endlich etwas tun, endlich etwas unternehmen wenn er nicht alles verlieren, alles zerstören wollte was er hatte. Es war ein Bußgang - zumindest fühlte es sich so an - der Weg zu Hisokas Zimmer, welches er seit beinahe dreieinhalb Wochen nicht mehr aufgesucht hatte, erschien ihm unendlich lang. Schließlich hob er die Hand, klopfte und trat ein. Ein kurzer Blick in den Spiegel bestätigte ihn noch einmal. Er war übernächtigt, seine sonst so adrette Kleidung wies tiefe Falten auf und Aiko hatte sämtliche Amtsketten, welche sonst so eng um seinen hals hingen gelockert, die Ärmel zurück geschlagen. Er nahm sich einen Stuhl , stellte diesen Hisoka gegenüber und stützte sich auf die Lehne. "Ich habe dir unrecht getan Hisoka" stellte er schließlich fest, wusste nicht wie er besser anfangen sollte, er wollte noch etwas anderes kluges sagen aber... ihm fiel einfach nichts ein und so blieb diese Wahrheit zwischen ihnen schweben.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 4:42 pm

Die Dinge die man stets als selbstverständlich verstand werden später, wenn sie denn verstrichen und vergangen sind die Dinge sein, die wir man meisten vermissen werden. Was war das für eine abgedroschene und zum Erbrechen oft genutzte Redewendung. Er hatte sie in diesem Land gehört und bereits in seinem Heimatland, war er mit vielen Dingen doch stets verschwenderisch umgegangen und man hatte ihm genau mit diesen Worten Genügsamkeit einprägen wollen. Zwar bei weitem nicht nur damit, doch weder diese Weisheit, noch andere oder etwaige Erzieherische Maßnahmen hatten dazu geführt, dass er seine Ansicht geändert hatte. Er hatte in den Tag gelebt und alles um sich herum als derart selbstverständlich betrachtet, dass er nun darüber den Kopf schütteln musste. Einige der Verletzungen waren, vor allem durch Hilfe von Coreen wieder so weit geheilt, dass er sich vor die Tür wagen konnte, doch nur mit einem Gehstock, denn dieser würde ihm, so wie Coreen gesagt hatte, fortan für den Rest seines Lebens begleiten. Er hatte noch Glück gehabt, es könnte weitaus schlimmer sein, dass er den Fuß gar nicht mehr belasten könne Beispielsweise, so war jedoch nur so, dass er einen Teil des Gewichtes auf den Stock verlagern musste.
Eines indes jedoch hatte sich nicht verändert, die Ansicht seinem Bruder gegenüber, der in diesem Moment, in welchem er gerade ein weiteres Buch gelesen hatte, in sein Zimmer trat. Er konnte sich noch lebhaft an die beleidigenden, verhöhnenden Worte erinnern als er ihm von Adriana erzählt hatte und allein durch diese Erinnerung konnte er sich denken, weswegen er nun erneut in sein Zimmer trat. „Du … du verhöhnst mich Aiko, erneut. Ist es nicht genug dass du über die Wahl meiner Geliebten gelacht hast? Das du stets und ständig über mich lachst?“ Er griff nach seinem Gehstock, welcher einen mit Metall beschlagenen Griff hatte und einen aufsteigenden Adler darstellte und hielt eben diesen dazu bereit, seinen Bruder zu verscheuchen, sollte er nicht auf ihn hören. „Verschwinde.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 4:50 pm

"Kannst du ein mal die Luft anhalten Hisoka?" fragte Aiko nur und zum ersten Mal seit langer Zeit brandete Zorn in seiner Stimme auf. Doch eben jener Zorn verrrauchte so schnell wieder wie er gekommen war. "Ja du hast recht - ich habe deiner Verbindung mit Adriana nicht gerade wohlwollend entgegen geblickt und das tut mir leid - es tut mir wirklich und wahrhaftig Leid Hisoka. Es war falsch von mir und es war bei weitem nicht der erste Fehler den ich gemacht habe" erklärte er, wenngleich es ihm auch schwer fiel diese Schuld auszusprechen und sie sich einzugestehen, so als treibe man ihm kalte Dolche in die Brust. "Aber ich werde nicht verschwinden. Du befindest dich in meinem Schloss. Und du bist mein Bruder - einen anderen haben wir beide nun einmal nicht. Und vielleicht wäre es einmal an der Zeit, dass wir füreinander da sind anstatt das du mir neidest, während ich alles tue um dich zu übertreffen. Vielleicht wird es endlich Zeit, dass wir beide Erwachsen werden anstatt uns anzugiften wie die Kinder, die wir einst waren." erklärte er dem anderen. "Du bist meine Familie Hisoka und ich brauche dich - auch wenn ich wünschte ich hätte das früher erkannt."
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 4:59 pm

Allein die Bitte brachte Hisoka dazu, die Zahnreihen aufeinander zu pressen und den Puls stieg fast Augenblicklich an. Was wollte Aiko damit bewirken? Hatte er vor ihn seiner Provinz zu entmündigen weil seit langer Zeit seine Minister alle Arbeit taten? Er hatte zumindest über die größten Geschehnisse einen groben Überblick und mit Adriana an seiner Seite, die auf eben diese achten würde, würde sie noch weitaus mehr florieren als vorher schon. Doch nein, es war etwas anderes. Würde er ihm seine Provinz nehmen wollen, so würde er dies einfach tun, er würde nicht zögern und versuchen sich erst mit ihm zu versöhnen, es musste also einen anderen Hintergrund dafür geben, dass er mit so gespaltener Zunge zu ihm sprach.
„Aiko … wie oft habe ich dich gebeten mir zu zeigen wie man ein großer Magier wird? Wie oft habe ich versucht dir nachzueifern und ein derart großer Mann zu werden. Ein Mann zu werden, den Vater achtet? Du hast in seiner Aufmerksamkeit geglänzt und die hast es genossen das ich im Schatten stand, denn was sind große Taten ohne Jemanden, der das absolute Gegenteil dazu darstellt?“ Er hätte am liebsten Ausgespuckt, wusste jedoch, dass ihn die Hauskämmerer allein dafür einen finsteren Blick geschenkt hätten. „Wir beide sind vieles Aiko, Blutverwandt, in dem gleichen Hause, wir haben die gleichen Schwestern, doch Familie? Dieses Band gibt es zwischen uns seit langem nicht mehr. Wenn du Absolution für das suchst was du bisher falsch gemacht hast, so suche sie nicht bei mir, denn mir wird mein Status als schwarzes Schaf in meiner Heimat auch nicht durch bitten und betteln aberkannt. Und wenn du mich nicht in deinem Haus haben willst, so schick mich fort! Wenn es sein muss gehe ich als Pilger zurück nach Aurea, solltest du mir jeden Titeln aberkennen, doch ich werde mich nicht von dir unter Druck setzen lassen.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 5:10 pm

"Und demnächst greifst du nach der Macht, indem du zahlreiche Adlige um dich herum versammelst und deinen großen Bruder zu einem Jagdausflug einlädst von dem er nie zurückkehren wird ...", erklang eine Stimme von der Tür her, in welcher eine eindeutige Bitterkeit mitschwang, jener vage Hauch von düsterer Erinnerung, der sich in den dunklen Augen Coreens wiederspiegelte, die jetzt langsam Schritt um Schritt nach vorn setzte. Während der ganzen letzten Wochen hatte sie stets aufs Neue mit Hisoka in Kontakt gestanden, während sich Aiko nach und nach von jedem Einzelnen hier am Hof distanziert hatte und jenes Heim, das sie einstmals hatten mit Wärme und Licht füllen wollen, in einen dunklen, kalten Ort verwandelt, der in ihr alle Erinnerungen an Erol zurück gerufen hatte. Es waren jene Erfahrungen, die sie wieder und wieder hatten schaudern lassen, die sie nachts hatten hochfahren lassen und die sie hatten unruhig werden lassen, wenn sie ihren Mann nur länger als verabredet entbehrte.
"Hisoka, Aiko ... kennt ihr eigentlich die Geschichte von den letzten zwei Brüdern, die gegeneinander vorgegangen sind? Erol hat damals genau dasselbe gedacht während Alvias sich stets aufs Neue um ihn bemüht hatte, aber es war Erol nie genug. Er hat ihm alles geneidet, was er jemals gehabt hatte und es war nie genug - alles war für Erol nur eine Verhöhnung, nur ein Spott. Es endete damit, dass er ihn zu einem Ausflug einlud und er kam danach nicht wieder. Erol hat mir erzählt, er wäre tot und hat die Macht an sich gerissen - es gab Bürgeraufstände, Hinrichtungen und niemand durfte etwas gegen Erol sagen. Das ist der Grund, weshalb dieses Reich so sehr zerfallen ist ... weshalb die Adligen sich immer wieder gegeneinander aufwiegeln und es immer neue Kämpfe gibt", begann sie zu erklären und schlug die Augen nieder, trieb die Erinnerung fort, die ihr die Tränen in die Augen steigen ließen.
"Wir haben Alvias damals gefunden, mit dunklen Flüchen überdeckt und mit gebrochenen Knochen ... es war furchtbar. Er kehrte wieder zurück an die Macht bis wir schließlich von den Adligen ermordet wurden ... was Erol angeht ... er wurde vergiftet, von denselben Adligen. Ist es wirklich das, was ihr genauso erleiden wollt? Wollt ihr ein ganzes Land dem Untergang weihen, nur weil ihr einander immer wieder aufs Neue zürnt? Weil es dir, Hisoka, nie genug ist, was Aiko dir geben will? Wie lange bis auch du mit diesen Gedanken spielst? Wie lange bis auch Ileana und Adriana unter eurem Streit in Gefahr geraten und die ersten Anschläge auf beide ausgeübt werden, weil ihr schwach seid? Ist es euch wirklich das alles wert?"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 5:20 pm

In Aikos Gesicht spielte sich ein Theater des Entsetzens ab während er Coreens Geschichte lauschte. Er hatte nur Gerüchte gehört, aber es hatte nur wenige Aufzeichnungen gegeben und die Gegenwart hatte ihn genug in Beschlag genommen - zu sehr, als das er sich auch noch um verstaubte Geschichten kümmern konnte. Doch wenn eben jene verstaubte Geschichten ein Gesicht bekamen - eine Seele und Empfindungen, die so frisch schienen das es ihm selbst schmerzte. Natürlich hatte auch er Fehler begangen, dass wusste er aber irgendwann hatte er die Hoffnung aufgegeben, weil er Hisokas Hass natürlich auch gespürt hatte - irgendwo tief in sich drin.
Nun diese Geschehnisse vergangener Tage zu hören, mitzubekommen was geschehen war.... Angst ergriff sein Herz - Angst um Ileana, Angst vor Hisoka. "Vater hat mich gezwungen" meinte Aiko schließlich leise. "Natürlich hat er das - immerhin war ich sein erstgeborener Hisoka. Wasserkuren, Lehrstunden seit frühster Kindheit von Früh bis Spät. Vater war ein guter Mann, aber ein strenger Vater und ein unerbittlicher Lehrmeister. Ich wurde geschlagen Hisoka, ich wurde vorgeführt und dressiert wie ein Pferd. Wenn ich dich in den Schatten gestellt und das was du erreichtest herunter spielte oder es vernichtete, so war es um dich vor dem gleichen Schicksal zu bewahren. Aber ja - es gab einen Punkt ab dem ich es genoss. Als ich merkte was ich erreichen kann - ja ab diesem Moment habe ich von selbst weiter gearbeitet. Ich war dir nicht immer der Bruder der ich hätte sein sollen aber ich wollte stets nur dein Bestes - aber meine Sicht wolltest du ja niemals einnehmen" er schüttelte den Kopf. "Und ich will nicht noch länger gegen dich Kämpfen. Es ist genug. Zwanzig Jahre Hisoka... denkst du nicht, dass es reicht?"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 5:41 pm

„Zwanzig Jahre.“ Stimmte er mit seinem Bruder überein, einiges der wenigen Male. Es klang wie eine Zeit die man kaum in Worte fassen konnte und doch war das Verhältnis der beiden Brüder über diese lange Zeitspanne mit ein paar wenigen Worten erklärt. Das Vater ihn dazu gezwungen hatte so zu werden wie er war, war ihm nichts neues, doch gestand er zum ersten Mal, dass er irgendwann daran Gefallen gefunden hatte der bessere von ihnen beiden zu sein. Auch wenn er im ersten Moment glücklich darüber war, dass er mit seiner Meinung scheinbar recht gehabt hatte, so bemerkte er doch nach kurzer Zeit das er nicht einmal ansatzweise das Gefühl verspürte, dass er sich erhofft hatte. Es war keine Freude, nicht einmal das Gefühl des Triumphs, er fühlte sich nicht kurzzeitig als der bessere der beiden Brüder, nein.
„Ich … weiß nicht wie das funktionieren sollte Aiko, andererseits streiten wir uns inzwischen schon so lange, dass es dafür inzwischen fast schon andere Gründe gibt als die damaligen und meist hält mich eher die Erinnerung an den bisherigen Zorn auf Trab, anstatt der wirkliche Hass auf die Vergangenheit. Ich … will dir nichts versprechen, allein schon weil du größtenteils wirklich der bist, für den ich dich immer gehalten habe aber ich … habe es dir auch nicht einfacher gemacht.“ Er wollte nicht das er und Aiko so endeten, wie in Coreens Geschichte, doch lag es ihm ebenso fern, Aiko einfach zu umarmen und sich zu entschuldigen. „Ich werde versuchen was ich kann um … brüderlicher zu sein.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 6:01 pm

"Worüber streiten wir uns denn Hisoka?" fragte Aiko schließlich nur und schüttelte den Kopf. Noch immer war er zornig über Hisokas Verhalten, noch immer konnte er dem Bruder nicht einfach alles verzeihen. Zu tief waren die Narben die all dies geschlagen hatte und in einem hatte Hisoka recht - es war zu viel passiert, als das sie einfach hätten von vorne beginnen können. Zuviel war unausgesprochen geblieben und letztlich blieb Aiko nur noch eine, große Frage übrig die er sich schon seit geraumer Zeit stellte.
"Nein, vergiss es. Es gibt etwas, das wichtiger ist - viel wichtiger sogar. Was willst du eigentlich Hisoka? Ich meine - ich kenne deinen Zorn, welcher zuweilen nicht immer unbegründet war. Aber was verlangst du? Was müsste ich deiner Meinung nach tun? Ich will es wirklich wissen kleiner Bruder. Denn ich weiß es nicht"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Okt 03, 2014 6:14 pm

„Ich werde dir sicherlich nicht sagen was man tun muss um ein guter Bruder zu sein Aiko!“ Gab Hisoka in einem erstaunlich scharfen Tonfall zurück. „Ich bin selbst kein guter Bruder, daher werde ich dir wenig davon sagen können wie sich ein eben solcher Verhält. Das einzige was mich seit jeher von dir weggetrieben hat, war die Vorstellung davon, dass du auf mich herab siehst. Dazu kommt dass du die Frau die ich liebe nicht akzeptierst, nein, dass du dich über meine Werbung um sie lächerlich gemacht hast. Dies und viele andere solcher Taten waren es sicherlich, die letztlich dahin geführt haben, wo wir heute stehen.“
Danach kam ein Augenblick der Stille auf, in dem keinen der beiden etwas sagte. Hisoka wollte im Grunde nichts mehr von sich geben, fühlte sich nicht einmal in der Pflicht seinem Bruder zu sagen was er anders tun musste um einen vernünftigen Bruder abzugeben. Doch letztlich hatte er Ihn so oft kritisiert, dass es schlichtweg falsch wäre ihm jetzt nichts zu sagen.
„Hör auf dich für mich zu schämen, Bruder. Du musst mir keine Aufgaben übertragen für die du mich nicht geeignet hältst. Nein sag nichts, dass ich niemand bin der sich mit Wirtschaft und Politik auskenne wissen wir beide und die Übergabe der Provinz war nur ein tumber Versuch von dir, mich glücklich zu stimmen damit ich den Familiennamen mit einer Fehde gegen dich in den Dreck ziehe. Dachtest du nicht ich merke, wie peinlich berührt du jedes Mal bist wenn wir in der Öffentlichkeit aufeinander treffen?“
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