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 Gästezimmer

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Der Erzähler
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BeitragThema: Gästezimmer   So Aug 24, 2014 8:15 pm

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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Aug 28, 2014 11:01 pm

Das schlechte Gewissen das ihn die gesamte Zeit über geplagt hatte, hatte auch vor der Türschwelle noch nicht abgelassen und fast musste er Lächeln wenn er daran dachte, wie oft er sich bereits in dieser Situation befunden hatte. Wie oft er mit zittrigen Knie vor Gawains Tür gestanden hatte, weil er ihm etwas beichten musste und jedes Mal hatte ihm der alte Ritter erneut eine Chance gegeben, sich beweisen zu können. Das letzte Jahr war ohne weitere Zwischenfälle verlaufen, doch wenn er an das dachte was er vor einigen Minuten von sich gegeben hatte, so musste er selbst den Kopf über die Dummheit dieser Worte schütteln. Langsam wurde ihm gewahr, was er eigentlich damit gesagt hatte und das das meiste davon nicht einmal wahr, sondern nur aus seinem eigenen Frust heraus gebildet worden war. Doch verbesserte dies die Lage nicht, im Gegenteil, sie verschlimmerte Sie, denn nun würden die Leute auf Ideen kommen, sollte es sich herum sprechen und aus einem Gerücht würde etwas werden, was viele Leute glauben würden.
Als er sich dessen bewusst würde, schüttelte er noch einmal den Kopf. Vielleicht wäre es das sinnvollste, wenn er darum bitten würde das er vor dem gesamten Hofstaat sprechen dürfte, um so seinen Fehler offen zugeben zu können. Dies würde für ihn vermutlich ein hartes Urteil der Menge bedeuten, doch vielleicht würde dies beweisen das das Gerücht das umging nur von einem dummen Knappen verbreitet worden war. Oder aber man würde sagen, dass man sich einen Sündenbock für all dies gesucht hat. „Ser Gawain? Ser Gawain?“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Do Aug 28, 2014 11:15 pm

Gawain sah von seinem Schwert auf, welches er gerade polierte, warf seiner Frau einen kurzen Blick zu und nickte dann zur Tür des Gästezimmers. So fest wie Noah gegen die Tür hämmerte hatte er etwas ausgefressen und es war bereits Nachmittag. Wenn er also noch ruhig schlafen wollte, war es besser so früh wie möglich davon zu erfahren.
Seine Angetraute öffnete schließlich die Tür und ließ Noah in die Stube, wo er den Knappen ansah. "Setz dich, atme tief durch. Frau - bring dem Jungen etwas von dem warmen Wein. Er sieht ziemlich erfroren aus und allgemein ist es mir lieber, wenn er etwas hat weshalb er die Geschichte die ich mir nun antun muss ab und zu unterbricht." erklärte er, und wenngleich es auch Aufforderung war, so klang sie doch so liebevoll wir irgend möglich.
"Also..." er schien kurz zu überlegen was er sagen wollte, ehe er... "was für scheiße hast du jetzt wieder angestellt?"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 10:22 am

„Nun…“ Er wusste nicht wie er anfangen sollte. Würde er mit der Aussage beginnen, das er, egal was Gawain auch hören würde, dem Königshaus treu zu Seite stehe und niemals etwas gegen sie tun würde, würde er vermutlich direkt von derart schlimmen Dingen ausgehen, dass er kaum die Möglichkeit hatte die Situation ein wenig zu dämpfen. Doch vielleicht stellte er sich all dies auch einfach ein wenig zu einfach vor? Er hatte inzwischen begriffen das seine, viel zu schnell gewählten Worte Folgen haben konnten, in welchem Rahmen genau, das vermochte er jedoch nicht abzuschätzen. „Ich sprach, ohne zu überlegen.“ Begann er schließlich und hätte beinahe ein raues Lachen von seinem Herren erwartet, zusammen mit der Aussage dass dies so gut wie immer der Fall sei. „Ein Ritter, Ser Johann kam im Schloss an und ich sollte ihm das Schloss zeigen. Ich kam mit ihm ins Gespräch, redete ein wenig mit ihm und er ehrte mich damit das er mich bereits Ser nannte, das ich schon in aller Munde sei, da ich der Knappe eines so großen Ritters bin. Nun er fragte mich, wem er wohl den Lehnseid leisten sollte und mir fiel in diesem Augenblick nur meine eigene Lehnsherrin ein, Ileana. Ich sagte ihm also dass er sich am besten an die Königin wenden sollte, doch als er mich fragte wie er mit ihr umgehen sollte, beginn ich einen Fehler. Einen schweren Fehler. Ich sagte ihm das er weder die Velaryons, noch ihr Alter erwähnen solle und alle Anfragen an den König stellen solle.“ Die nun darauf folgende Stille war etwas, das fast noch schneidender, noch drückender als die Worte von Coreen war. „Ich … ich stritt mich eine Weile zuvor mit ihr, was seither in Zorn über Sie aber eine solche Beschreibung hat sie nicht … Ser Gawain es tut mir leid, ich versuchte es zu bereinigen, doch scheinbar mit kaum spürbarem Erfolg.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 9:29 pm

Stille herrschte. Eine solch, eisige, bedrückende Stille das selbst das Feuer im Kamin keine Wärme zu spenden schien. Gawain seufzte lange und steckte das Schwert in die Scheide und legte dieses auf einen Tisch neben sich, ehe er anfing sich das Nasenbein zu massieren.
"Noah..." meinte er leise, wenngleich seine Stimme auch nur mit Mühe beherrscht wurde. "Zu aller erst, ist Ileana nicht deine Lehnsherrin. Du bist kein Ritter, dich bindet kein Eid und nur ein Adliger kann einen Lehnsherren haben. Ileana ist deine Königin - mehr nicht." er schluckte schwer, fuhr sich über das vernarbte Gesicht, ehe sich der Blick seiner dunklen Augen auf Noah fixierte.
"Du hast also vor einem fremden Ritter, den du nicht kanntest Lügen und Verleumdungen über die Königin gesprochen?" fasste er schließlich die Sache zusammen. "Und das, weil er danach fragte welchen Lehnsherren er annehmen soll?" er verzog das Gesicht, "Ist dir bewusst, dass man dich dafür hängen und mich all meiner Titel entziehen und des Hofes verweisen kann? Ist dir klar, dass dies Hochverrat ist und in den Zeiten Palancars mein Kopf bereits neben dem deinen die Zinnen schmücken würde?"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 9:45 pm

„Ich habe selbst bereits damit gerechnet mit dem Leben zahlen zu müssen.“ Gestand er schließlich, auch wenn ihm die Vorstellung mit jeder Minute mehr Angst bereitete. Er würde ein Ritter sein, nun nach diesem Ereignis vermutlich nicht mehr, doch hatte er dieses Ziel eine lange Zeit lang angestrebt und sich somit bereits abermals mit dem Gedanken auseinandergesetzt wie es sein musste zu sterben, im Kampf verwundet zu Boden zu sinken, doch jedes Mal hatte sich sein Geist, vermutlich aus einem Schutzreflex heraus auf etwas anderes, etwas nobles aus dem Ritterturm konzentriert. „Ser Gawain ich wollte euch nicht schaden und … es tut mir Leid das ich euch in Gefahr gebracht habe. Was ich getan habe, war eine Dummheit die unwiderruflich ist und egal wie oft ich mit dem jungen Ser reden werde dem ich dies gesagt habe, ich weiß, das sich diese Dummheit am Hof verbreiten wird. Ich will nicht das euch und eurem Ruf etwas zustößt Ser ich …“
Noch immer beschlich ihn die Angst, bald vollkommen allein in einer Situation dazustehen, mit der er nicht umgehen konnte. Gleichzeitig musste er jedoch damit anfangen, die volle Verantwortung für das zu übernehmen, was er getan hatte. „Wenn es die Verantwortung gänzlich auf mich wirft und euch somit ausnimmt Ser, so bitte ich darum das ich mich als Knappen entlasst. Es ist früh genug um euch aus der Urteilszone zu befreien und ich werde der Gnade der Königin ausgeliefert und mit ein wenig Glück… nun ja, vielleicht verliere ich nur meine Zunge.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 9:51 pm

"Schweig!" schnauzte Gawain den anderen mit solch einer Wucht an, dass sie beinahe greifbar war. "Wie kannst du es dir rausnehmen, mir Ratschläge erteilen zu wollen? Denkst du wirklich ich bin auf deine Gutmütigkeit angewiesen, damit mir nichts geschieht? Denkst du ich muss dir dankbar sein, dass du die Schuld auf dich nimmst?" fragte er und schüttelte den Kopf.
"Du verdammter Idiot - hälst du so wenig von mir? Glaubst du, dass das Königspaar mir - dem Anführer der Leibgarde auch nur ein Haar krümmt? Denkst du, dass meine Reputation hier am Hofe von deinen Handlungen abhängt?" fragte er und schüttelte den Kopf und schnaubte. "Wage es nie wieder in diesem Ton mit mir zu sprechen - ich bin nicht auf dein Gutdünken angewiesne, hast du das verstanden? Und die Entscheidung ob ich dich aus meinem Dienst entlasse liegt gänzlich und allein bei mir!" erklärte er schnaubend, währen rote Zornesflecken auf seinem Gesicht auftraten. "Seit ich dich als Knappe genommen habe, hast du keine Gelegenheit ausgelassen dich in Schwierigkeiten zu bringen! Was ist denn los mit dir? Ist das dein Bauernblut, dass in dir dagegen ankämpft gegen höfische Reglen zu verstoßen?"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 10:10 pm

Noah scheute förmlich zurück, seine Augenlider zuckten und seine ganze Haltung spannte sich an, während Gawain scheinbar immer und immer mehr an Größe gewann und seine Stimme mit jeder Silbe lauter wurde. Ihm zu widersprechen wäre wohl das dümmste, das er in dieser Situation hätte tun können, also schwieg er und wurde sich langsam darüber bewusst, welchen Ton er nun auch bei seinem Herrn angeschlagen hatte. Nicht nur über die Königin hatte er falsch gesprochen, nein nun auch über Ser Gawain und folglich stieg ihm die Schamesröte ins Gesicht. Als Gawain ihn fragte wie all dies zustande kommen konnte, warum ihm derlei Dinge immer und immer wieder in den Sinn kamen und warum er stets und ständig etwas Neues fand um zu beweisen, das er das höfische Leben noch immer nicht verstand, versuchte er schließlich den Blick abzuwenden, wagte es jedoch letztlich nicht. So hielt er, selbst reichlich zittrig, dem Blickkontakt stand und presste lediglich die Lippen ein Stück weit aufeinander. „Ich weiß es nicht Herr ich, ich weiß es nicht. Verzeiht ich wollte, ich wollte nicht falsch mit euch sprechen.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 10:28 pm

"Und doch tust du es" erwiderte Gawain und schüttelte den Kopf, wirkte mit einem Mal um Jahre gealtert. "Mir scheint, dass ich mit meinen Lehrmethoden in keinster Weise bei dir weiterkomme. Ich scheine wohl zu alt dafür zu sein um noch einen Knappen auszubilden, da ich kaum zu dir durchdringen kann. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass du niemanden brüskieren willst, es aber immer und voller Elan tust. Scheinbar gelingt es mir nicht dir die Spielregeln beizubringen"
Er seufzte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, während auf seinen eingefallenen Wangen die Schatten, welche das Feuer warf tanzten. Er leckte sich über die Lippen und schloss für einen kurzen Moment die Augen. "Noah, dein Drang danach höher zu streben als du bist und deinen Stand zu vergessen scheint mir noch dein Untergang zu werden" er schüttelte den Kopf.
"Ich weiß nicht mehr, was ich mit dir machen soll"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 10:46 pm

„Ich werde vor die Königin treten.“ Antwortete er nach einer halben Ewigkeit, in der er nicht den Mut gefunden hatte auch nur ein einziges Wort zu sagen. Er musste schlussendlich etwas finden, mit dem er wenigsten versuchen konnte ein paar der Dinge zu bereinigen und er wusste das, egal was auch geschehen war, Ileana noch immer eine ehrbare Frau war und Ehrlichkeit zu schätzen wusste, auch wenn er eben diese Ehrlichkeit kurz zuvor gebrochen hatte. „Und Ser Gawain, wenn es mir gestattet ist zu sagen, soweit es mir möglich ist zu beurteilen, habt ihr keinen Fehler gemacht. Ihr habt mich so viel gelehrt wie ihr nur konntet und ich glaube kaum dass ich einen besseren Lehrmeister finden könnte als euch. Mein Problem liegt wohl vielmehr in … nun ich weiß nicht recht, vielleicht darin das gelernte anzuwenden oder an der Tatsache, dass ich diese Welt noch immer als zu harmlos ansehe.“ Er neigte demütigt den Kopf, ehe er sein Schwert abschnallte und es auf den Tisch neben sich legte. Gawain hatte ihm früher stets das Schwert, das er einst von den Elfen bekommen hatte weggenommen, was für den Jungen meist ebenso schlimm und hart gewesen war wie der Verlust eines Körperteils. Jetzt, in diesem Moment hielt er es einfach nur für angebracht.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 10:53 pm

"Nimm das Schwert zurück Junge" wies Gawain ihn an, ehe er zu einem kleinen Schrank in der Ecke des Zimmers ging und diesen mit drei verschiedenen Schlüsseln aufsperrte. Dann nahm er einen polierten Brustpanzer heraus, hob ihn noch einmal hoch und nickte wie für sich selbst.
"Du hast all dies also getan, weil dich jemand Ser genannt hat?" fragte er noch einmal, brachte dann den polierten Brustpanzer zu Noah und legte diesen vor ihm auf den Tisch. Auf der Brust war in dunklen Braun- und einigen, helleren Beigetönen das Schreinerwappen aufgetragen. Ein Holzscheit, ein Zirkel und ein Hobel."Dann kannst du vor Ileana auch als Ritter treten. Es wird Zeit, dass du verantwortung übernimmst. Du wirst zu ihr gehen und dich ihrem Urteil stellen. Dann wirst du zurück kehren und mir die Rüstung wiedergeben. Gott weiß, dass du sie möglicherweise zum ersten und letzten Mal trägst"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Aug 29, 2014 11:13 pm

Dals er die Rüstung erblickte, das schon gebrauchte, aber für ihn trotz alledem majestätische Metall betrachtete glaubte er sich für einen Augenblick lang in einem Traum zu befinden. Es war nur ein einfaches Rüstungsteil, nichts das ihm mehr Macht einverleiben oder stärker machen würde, es würde ihn nicht einmal zum Ritter machen, doch blendete Noah all dies im ersten Moment aus. Er blickte einen zögerlichen Augenblick zu Gawain, als wolle er fragen ob er diesen Gegenstand überhaupt berühren dürfte, ehe seine Hände über das Wappen fuhren. Es stellte ihn dar, niemanden sonst und wenn er in dieser Rüstung über den Hof laufen würde, so wäre er, gleich wie oft diese Rüstung schon benutzt wurde, ritterlich anzusehen. „Ich danke euch.“ Er schluckte schwer, hielt den Blick nunmehr gesenkt und umfasste die einzelnen Schließen des Burstharnisch, welche offenkundig erneuert worden waren. Mochte er im höfischen Benehmen kein allzu guter Knappe sein, so hatte er doch alles was die Ausrüstung anging in sich aufgesogen und es stellte für ihn keine Herausforderung mehr dar, seinen Herren in kürzester sein in die komplette Rüstung zu bringen.
„Für alles, Herr. Wenn es mir gestattet sein sollte weiter an diesem Hof zu leben, die Königin mir verzeiht und ihr mich weiterhin als Knappen wünscht, so schwöre ich das mir einer derartige Tat nicht mehr unterkommen wird.“

tbc. Thronsaal
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   So Aug 31, 2014 4:02 pm

Er hätte nicht gedacht dass er den klagenden Blick von Ser Gawain nach den vorherigen zwei Stunden nun erneut sehen würde, zumindest nicht so schnell. Er hatte kein Wort mehr gesagt, war für einen kurzen Augenblick verschwunden und schließlich mit einem voll befülltem Kelch wiedergekehrt. Noah konnte nicht genau erkennen was die Flüssigkeit in diesem war, doch glaubte er den süßlichen Geruch von Wein in der Nase zu spüren. Er hatte ein paar Mal versucht sich erneut zu entschuldigen, sich zu rechtfertigen warum er all dies getan hatte, doch jedes einzelne Mal wurden die Einwände von Gawain mit einer kurzen Geste abgewunken. Die Aufregung hatte sich bereits gelegt, als Adriana zwischen sie beide gegangen war und ihn schließlich zu seinem Herren geschickt hatte. Nun fühlte er sich nur noch erschöpft und schuldig für all das, was er getan hatte.
Er wusste nicht ob er darauf hoffen sollte nun auch aus der Stadt verbannt zu werden, er hatte sein Leben, trotz all der Dinge über die er sich brüskiert hatte gemocht, doch nachdem was in den letzten Stunden passiert war, zweifelte er daran das er hier noch ein Leben führen konnte. Er hatte die Königin beleidigt und den König geschlagen, ein viel größeres Verbrechen gab es, bis auf den Mord an eben diesen beiden nicht einmal.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   So Aug 31, 2014 4:16 pm

Sie machte sich nicht die Mühe, zu klopfen oder sich anders anzukündigen, stattdessen ließ sie die Tür sich öffnen, noch während sie die beiden Wachen vor den Türen des Ritters zurück auf ihren Posten schickte und ihnen ebenso die Erinnerung daran nahm, weshalb sie überhaupt hier gewesen waren. Die Gemächer des Kommandanten der Garde hatte sie bislang noch nie betreten gehabt und der Blick der Zauberin glitt über die Inneneinrichtung ebenso wie über die Anwesenden, die sich hier versammelt hatten - Gawain, der mit einem großen Weinkelch am Tisch saß und so aussah, als könne er sich sicher sein, dass dieser für den heutigen Tag nicht ausreichen würde, Noah an der anderen Seite des Tisches mit dem Kopf zwischen den eingezogenen Schultern und schuldbewusster, bleicher Miene. "Du hast ganz schön für Aufsehen gesorgt, Noah", begrüßte sie den Jüngeren, schickte jedoch ein schmales Lächeln hinterher als sie ihn passierte und strich ihm behutsam über den Arm ehe sie sich Gawain zuwandte und sacht den Kopf neigte. 
"Verzeiht, Ser, dass ich Euch nun auch noch belangen muss, aber es gibt einige Dinge, die dringend geklärt werden müssen und in die Euer Knappe unweigerlich involviert ist. Gleichwohl muss ich Euch darum bitten, beide, absolutes Stillschweigen über die letzten Ereignisse zu halten und zu niemandem auch nur ein einziges Wort darüber zu wechseln, nicht einmal zu Eurer Frau und Tochter, Ser Gawain", begann sie dann und ließ sich dann ungefragt auf einen der Stühle sinken, sich ein Stück weit zurücklehnend und darauf wartend, dass einer, wie auch der andere gehorsam nickte. Dann erst schloss Adriana die bernsteinfarbenen Augen für einen kurzen Moment ehe sie die Schultern sinken ließ. "Dass der junge Noah sich mit dem Königspaar gestritten hat, dürfte Euch bekannt sein, Ser Gawain. Ebenso wie die Ereignisse der letzten paar Minuten, wenn ich den Blick Eures Knappen richtig deuten kann - der König reagierte ohne Zweifel ebenso wenig Recht, Noah, das ist mir durchaus bewusst -  aber in Anbetracht der Tatsache, dass die Königin ihr Kind aufgrund des Streites und der Aufregungen der letzten Tage und Wochen verlor, ist der Zustand des Königs wohl weit nachvollziehbarer", offenbarte sie die Nachricht und ließ ihren Blick noch einmal über die beiden Männer wandern, dieses Mal eindringlicher und weit schärfer als es noch zu Beginn der Fall gewesen war. 
"Deswegen ist es unabdingbar, dass niemand etwas davon erfährt. Weder von dem Streit, noch von der Schlägerei - es wird keine offiziellen Strafen für Noah geben, ebenso wenig wie für Euch, Ser Gawain. Aber es darf nie wieder geschehen - ich kann Noah nicht noch einmal beschützen, geschweige denn verhindern, dass die Geier der Adligen sich auf das Königspaar stürzen. Sie brauchen momentan dringende Ruhe."
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   So Aug 31, 2014 4:32 pm

Er wollte direkt widersprechen und Adriana sagen, dass er etwas Derartiges nicht versprechen konnte. Er hatte bereits viel zu oft solche Versprechungen gemacht und sie dann letztlich nicht halten können und es beschämte ihn selbst jedes Mal aufs Neue, wenn er sich daran erinnerte das er seinen Schwur erneut gebrochen hatte. Gleichzeitig jedoch wusste er jedoch, dass wenn er diese einfache Bitte verneinen würde und das der Frau gegenüber, die ihn vermutlich gerade vor dem Kerker gerettet hatte, er endgültig wie ein trotziger Junge wirken musste der in dieser Welt einfach nur falsch aufgehoben war. Also nickte er sacht. „Ich schwöre es Adriana. All dies tut mir unglaublich Leid und niemand wird davon etwas erfahren. Es war alles…“ Erst als er sich die Worte noch einmal durch den Kopf gehen ließ, bemerkte er etwas, mit dem er nicht gerechnet hatte. Und eben diese Erkenntnis rammte ihn nun einen Schmerz in die Magengegend, der einem Dolch mit Widerhaken gleichkam. Übelkeit mischte sich mit dem einzigartigen Gefühl des Selbsthasses und der Trauer und schließlich sank er nur schwach zurück, unfähig auch nur eine klare Silbe von sich zu geben. Er schüttelte immer wieder den Kopf, besah sich seine Hände, ehe er diese gegen sein Gesicht legte und begriff nun in voller Gänze, was er getan hatte. Er hatte aus Neid und unerfüllter Liebe seine Freundin verraten, beleidigt und somit auch schließlich ihr Kind getötet, ebenso wie er ihren Gatten verleumdet und angegriffen hatte. Einzelne, bruchstückhafte Silben wie : Schuld, Dumm, falsch und undankbar waren zu hören, doch es waren keine klaren Sätze.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   So Aug 31, 2014 5:03 pm

Gawain nahm noch einen kleinen Schluck, fuhr sich dann mit der befeuchteten Zunge über die Lippen, seufzte schwer und tief. Noah hatte ihm bereits von seinem Schlagabtausch mit dem König erzählt und hatte Gawain geglaubt, dass es kaum noch viel schlimmer kommen konnte, so offenbarte sich ihm nun mit Adrianas Worten eine ganz neue Stufe des Schreckens. Alle Farbe wich aus seinem Gesicht, während er langsam und mit zitternden Händern den Kelch abstellte. "Die Königin war schwanger?" fragte er schließlich und die Kälte kroch in seine Glieder. Das war nicht gut, das war ganz und gar nicht gut. Er hatte geschworen die Königin und ihren Gatten zu beschützen und nun war es sein eigener Knappe, der für ihn beinahe so etwas wie sein eigen Fleisch und Blut gewesen war, der an dieser Misere die Schuld trug. Noch einmal warf er Noah einen langen, durchdringenden Blick zu ehe er die Schultern hängen ließ und in sich zusammen zu fallen schien.
"Möge Melitele in dieser schweren Zeit bei ihnen sein..."
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   So Aug 31, 2014 5:15 pm

"War ... ja. Sie werden es überstehen und sie werden noch unzählige andere Gelegenheiten haben, Ser. Betet zu Euren Göttern dafür, dass sie sich schnell erholen wird, aber ich bitte Euch - es sollte einstweilen niemand zu ihnen gehen und das Mitleid wird dem Paar nicht weiter helfen, ebenso wenig wie es Vorwürfe bringen, die Ihr nur Euch selbst vorweißt. Sie geben Euch keine Schuld, Ser Gawain, und ich möchte Euch bitten, von kurzfristigen Handlungen und Entscheidung abzusehen - dieses Reich und der Hof braucht Euch gerade jetzt mehr denn jemals zuvor. Sie verlassen sich auch auf Euch", führte sie noch nach, nachdem auch Gawains leise Worte an ihre Ohren gedrungen waren und leise seufzte Adriana ehe sie sich zurück lehnte und die Arme vor der Brust verschränkte. Noahs Reaktion zu sehen, bedeutete zumindest, dass er sich sorgte oder vielleicht auch nur seine eigenen Taten bereute, aber in jedem Fall erkannte sie jetzt weit mehr als die blinde Wut und den Hass auf die Herrscher in seinen verklärten Augen, wenngleich sie es auch nicht dabei bewenden lassen wollte. Ihm musste klar werden, was es beinahe bedeutet hätte - ihm musste klar werden, was hätte geschehen können, wenn sie nicht eingegriffen hätte. 
"Noah, ist dir bewusst, was das bedeutet? Wärst du jemand anders und Aiko und Ileana wären andere, hätte das deinen sicheren Tod bedeutet. Sie hätten dich hängen oder vierteilen können, aber sie tun es nicht, weil du ihr Freund bist und weil du ihnen nach wie vor wichtig bist. Dieser Streit und das, was Ileana geschehen ist, hätte sie beinahe umgebracht, ist dir das klar? Und die letzten Worte, die du dann gesagt hättest, wären die, dass sie verzogen und arrogant ist und sich einen Dreck um dich schert", wandte sie sich nun an den jungen Knappen und schüttelte noch einmal den Kopf. "Du wirst hier bleiben und du wirst Wiedergutmachung leisten, bei jedem. Du wirst Ser Gawain fortan keine Schande mehr machen, der sich von Anfang an immer für dich aufgeopfert hast und dessen Anstrengungen du bislang nur mit Füßen getreten hast. Du wirst Aiko akzeptieren und Ileana unterstützen, du wirst den Treueschwur einhalten, den du geleistet hast - du wirst fortan ein anständiger Knappe sein und ihr nicht mehr hinterher laufen oder aber ich verzaubere dich so, dass du fortan dein Leben als Schwein fristest bis du bei den Velaryon geschlachtet wirst. Haben wir uns verstanden?"
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   So Aug 31, 2014 5:33 pm

Es klang viel zu einfach, viel zu einfach als das es funktionieren konnte, doch wagte er es nicht auch nur ein einziges Wort der widerrede zu geben. Stattdessen dachte er über das eben gesamte nach und hoffte, ihm selbst würde eine Art der Widergutmachung einfallen die alles klären würde, die ihm eine derartige Dankbarkeit einbringen könnte, das mit einem Mal alles vergessen war, dann jedoch stellte er fest wie sinnlos dieser Gedanke eigentlich war. All das was er getan hatte war nichts gewesen, das man nach ein paar Tagen wieder vergessen konnte und ebenso wie die Worte der Streitgespräche bei ihm Wunden geschlagen hatten, musste sie auch Wunden bei dem Königspaar geschlagen haben, nur das sie noch dazu ein Kind verloren hatten. Ein Kind das, wie Adriana sagte vor allem durch den Stress der letzten Wochen gestorben war, doch hätte er sich an diesem Tag nicht dazu entschieden schlecht über sie zu reden, oder hätte er wenigstens Ruhe bewahrt als er mit ihr gesprochen hatte, so wäre vermutlich alles anders gekommen. Ob es nun einen anderen Auslöser zu späterer Zeit gegeben hätte spielte im Grunde keine Rolle, er war der Hauptverantwortliche dafür und trotz all der Dinge die er zu Ileana gesagt hatte und die er als wahr empfunden hatte, trauerte er in diesem Moment. Um das ungeborene Kind das durch ihn nie das Licht der Welt erblicken konnte und ebenso über die, vielleicht zerstörte Freundschaft zu einer alten Freundin, die ihm, auch wenn er es nicht zugegeben und vielleicht nie gesagt hatte, ebenso oft geholfen hatte, wenn nicht sogar öfter.
„Ich war undankbar und kurzsichtig.“ Fing er schließlich mit leiser, gebrochener Stimme an. „Und das was ich getan habe war.. ist unbeschschreibbar aber, so sehr ich auch den Drang verspürte zu fliehen, ihr habt Recht und ich will tun was ich kann um Abbitte zu leisten und vielleicht irgendwann wieder etwas zu tun, was dem Königspaar hilft statt ihnen zu schaden. Und Ser Gawain, ich will nicht schwören das ich nie wieder etwas dummes tun werde, doch ich schwöre, das ich den Schwur den ich einst geäußert habe so bindet sein wird wie mein Leben und das ich alles daran setzten werde, um all den Schaden, den ich auch eurem Namen zugefügt habe, wieder zu bereinigen.“ Und wieder waren es nur Worte die er äußern konnte und genau das war es, was ihn schließlich wieder ruhig werden ließ. Zu oft hatte er Versprechungen gemacht und zu oft hatte er falsche Entscheidungen getroffen, als das man ihm noch vertrauen konnte, doch war er nur ein einzelner Mann, nein, ein einzelner Junge der als Knappe bisher gescheitert war.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   So Aug 31, 2014 5:44 pm

Mit einem dunklen Brummen erhob sich Gawain und trat langsam zu Noah hin, welcher noch immer in dem weichen und gemütlichen Sessel saß und dessen königliches Veilchen langsam zu voller Blüte erstrahlte. "Noah" meinte er leise und ein abgehalftertes Lächeln zeichnete sich auf sein Gesicht. "Ich weiß, dass du das nie wieder tun wirst" erklärte er dem anderen voller Mitgefühl, ehe er in einer plötzlichen Bewegung seinen Kopf gegen Noahs Nase rammte. Ein stechender Schmerz durchfuhr den Kopf des Jungen und Gawain sah den anderen wieder an, patschte ihm freundschaftlich gegen die Wange und reichte dem blutüberströmten Jungen den großen Weinkelch. "Trink, dann hört der Schmerz auf" erklärte er dem Jungen, und sah dann zur verdattert dreinblickenden Adriana. "Das Veilchen hätte für Fragen gesorgt - nun, sagen wir er hat mal wieder eine Übung versaut und ich habe ihm dafür eine Kopfnuss gegeben. Gab kleine Einblutungen in den umliegenden Gesichtsbereich" erklärte er.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Fr Sep 05, 2014 11:53 pm

Der Tanz zog sich eine endlose lange Zeit hin, vor allem wenn man die Tatsache in Betracht zog, das er nur eine Handvoll Standardtänze kannte und anhand dieser nun versuchte, auf die komplizierten Schrittfolgen der anderen Tänzer einzugehen. Glücklicherweise änderte sich der Takt nicht allzu schnell, sodass er immer wieder Zeit hatte sich an die Bewegungen, die er anfangs stets ungeschickt vollführte und sich somit einige abschätzige Blicke einbrachte, zu gewöhnen und sie letztlich fast ebenso gut auszuführen, wie der Rest der Gäste. Der Rest des Abends war mit den Worten : Schauspiel, Maskerade und Alkohol gut zu beschreiben, denn aus vielmehr hatte es nach dem spektakulärem Schauspiel einiger Artisten die man nach dem Tanz auf eine kleine Bühne gebeten hatte gegeben und nach und nach wandte sich jeder, ob nun wegen der Müdigkeit, dem Alkohol oder einem geprellten Ego, von der Feier ab und ging in seine privaten Quartiere.
Doyle selbst hatte eine Weile gebraucht bis er verstanden hatte, dass das unnachgiebige ziehen seiner Begleiterin, die noch immer an seinem Arm hing, nicht etwa nur ein kurzes Necken war, sondern sie etwas andeuten wollte, dass er erst begriff, als er schließlich in ihren Gemächern stand und sich umsah und selbst zu diesem Zeitpunkt war er sich nicht sicher, wie er diese Geste deuten sollte. „Nun … die Königin scheint großzügig zu sein, so viel Gold habe ich bisher selten in einer Einrichtung gesehen.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Sa Sep 06, 2014 12:17 am

Lucrezia hatte sich während des Tanzes, das Lächeln einfach nicht aus dem Gesicht wischen können. Zunächst hatte sie noch gelächelt, aufgrund von Doyles eher bescheidenen Tanzkünsten, doch schon bald war sie einfach nur froh darüber gewesen mit ihm dort zu sein. Doch zu seinem Glücken hatten die Tänzen, zumindest für sie, nicht all zu lange angedauert. Danach hatten die Schausteller ihre Kunststückchen aufgeführt und Lucrezia hatte sich angeregt mit ihm unterhalten. Die Tatsache, dass er ihr Schüler war, hatte sie inzwischen vollkommen ausgeblendet, wobei ihr einige Glas Wein auch geholfen hatten. Aber sie hatten auch dafür gesorgt, dass ihre Hemmschwelle ein wenig gesunken war und so war die Sache, die sie zuvor noch vollkommen ausgeschlossen hatte, sehr viel wahrscheinlicher geworden. Und so waren sie letzten Endes in ihrem Zimmer angelangt, dass sie für die Feier bekommen hatte.
Nach Doyles ersten Worten sah sich Lucrezia verwundert in dem Zimmer um. Für sie war das Gold nie ein besonderes Augenmerk gewesen, abgesehen davon dass sie inzwischen zu lange im Schloss gelebt hatte, als dass es ihr jetzt noch auffiel wie viel Gold in dem Raum verarbeitet worden war. Letzten Endes waren es auch nur ein paar Stühle und das Gestell des Bettes, dass mit Blattgold verziert worden war. Sie legte die Maske auf einen der Tische und löste das Netz aus ihren Haaren. Das leicht gelockte, helle Haar fiel ihr wieder über die Schultern, als sie sich zu Doyle umwandte. Sie machte ein paar Schritte auf ihn zu. "Ist es wirklich die Einrichtung, die dich hier interessiert?", fragte Lucrezia mit gedämpfter Stimme.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Sa Sep 06, 2014 12:24 am

„Das … ich. Ähm.“ Stotterte der junge Mann, machte aber dennoch einen Schritt auf Lucrezia zu und umschloss ihre Hüfte, die in ein fein besticktes Korsett geschnürt waren und dessen Enden mit edler Spitze verziert waren, wobei diese vor allem über dem Busen ausgeprägt war. Er näherte ihr sich soweit, dass kaum noch ein Haar zwischen ihnen beiden Platz gefunden hätte, versenkte seinen Lippen an ihrem so offen liegenden Hals. Seine Hand tastete indes an der Schnürung des Korsetts, doch gab er alsbald die Hoffnung auf das er dieses ohne ihre Hilfe lösen konnte. Doch so sehr er auch verlangend nach ihr Griff, so begierig seine Hand auch zu ihrem Busen oder unter ihren Rock glitt, es fehlte etwas. Etwas, das er vielleicht in dieser Situation sagen sollte, bevor es noch unangenehmer wurde. Doch ebenso wenig wollte er die Magie des Augenblickes verbannen, in der sie, einander küssend um Raum standen und sich seine Nackenhaare bereits steil aufgestellt hatten.
„Lucrezia.“ Murmelte er zwischen zwei Küssen, wandte seinen Kopf dann nach hinten um einen kurzen Moment der Ruhe zu finden und strich ihr dann über das Gesicht. „Wenn ihr … wenn ihr das Bett wirklich mit mir teilen wollt, so bitte ich euch, mit vorher einen Gefallen zu erweisen.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Sa Sep 06, 2014 12:37 am

Lucrezia schloss die Augen, ob Doyles Liebkosungen ihre Halses, lehnte den Kopf leicht in die entgegengesetzte Richtung. Sie genoss seine weichen Lippen an ihrem Hals, verspürte dieses Kribbeln ihn ihrer Magengegend, gab sich dem Prickeln ihrer Haut hin und bemerkte die leichte Gänsehaut, die sich über ihre Arme legte. Sie spürte wie sich Doyle an ihrem Korsett zu schaffen machte, an den Bändern fummelte und war selbst um diese Berührung froh, während sie ihre Arme um seinen vorgebeugten Rücken legte. Ihre Atmung ging schneller, ein leises Keuchen entrang sich ihrer Kehle, als Doyle sich wieder von ihr löste. Im ersten Moment dachte sie noch, sie hätte etwas falsch gemacht, bis ihr klar wurde, dass sie noch nicht viel getan hatte. Dann fiel ihr wieder ein, dass er womöglich vor ihrem Korsett resigniert hatte. Sie legte also selbst ihre Finger an den Rücken. Doch da öffnete er den Mund.
Sie war überrascht, gerade in diesem Moment so etwas zu hören. "Was... Was für einen Gefallen?", fragte Lucrezia, in einem Moment misstrauisch und aus der Situation gerissen.
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Sa Sep 06, 2014 12:46 am

Er stockte noch einen Moment lang, als würde er mit der Wahrheit die er soeben aussprechen wollte nun hadern. Er schaute in ihre klaren Augen, küsste sie erneut, drückte sein Becken förmlich gegen ihres, dort erneut resignierte er und biss sich letztlich, als sie sich einander entfernten nur auf die eigene Lippe. „Du bist eine wunderschöne Frau..“ Begann er schließlich, legte seine Hand auf die weiche Haut ihres Nackens und roch erneut ihr einzigartiges Duftwasser, das ihn selbst jetzt noch zum Lächeln brachte, da er so an den Geruch gewöhnt war. „Ich bin verwundert dass ihr bisher keinen Mann in eurem Leben hattet, es wird sicherlich viele gegeben haben. Nun … und wenn ich zu dieser, bisher noch nicht existierenden Liste gehören soll, so müsst ihr einen anderen Mann bitte, euch zuvor zu entjungfern.“ In der nun folgenden Stille konnte man sein Herz förmlich schlagen und hören und erneut verfluchte er sich für seine erste Begegnung mit alle dem und welcher er es immer noch zu Schulden legte, das er seitdem auf keinen normalen Weg eine Frau begatten konnte.
Es war weniger ein einzelnes Treffen mit einer jungen Frau gewesen, sondern eher eine Art Orgie. Die Erinnerungen daran waren nur verschwommen und Bruchstückhaft in seinem Geist, doch an einzelne Bilder konnte er sich noch klar und deutlich erinnern. Daran wie er gesehen hatte, wie eine Frau unter dem wilden Stößen eines fremden Mannes gekeucht hatte, ihren Körper förmlich aufgebäumt hatte. Und eben dies hatte in ihm eine tiefe Faszination, wie auch eine Leidenschaft und eine Begierde ausgelöst. „Es ist das einzige was mich dazu bringen kann euch letztlich…“ Er vollendete den Satz indem er erneut zwischen ihre Beine griff. „Es gibt sicherlich Diener die für ein paar Silberstücke … was sage ich, sie würden sich sicherlich glücklich schätzen euch als erster Mann nehmen zu dürfen. Es muss nicht lange passieren, nur ein paar Augenblicke lang.“
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BeitragThema: Re: Gästezimmer   Sa Sep 06, 2014 1:23 am

Im ersten Moment fühlte Lucrezia sich noch geschmeichelt und erwiderte seinen Kuss noch, wenn auch unsicherer als zuvor, doch sie dachte sich zunächst nichts dabei. Dann trat endlose Verwirrung in ihr Gesicht. Warum wollte er nicht ihr Erster sein? Warum wollte er, dass sie mit einem anderen das Bett teilte, ehe er sich dazu herabließ, er dieser schöne junge Mann, der es schon mit anderen getan hatte? Zunächst verschlug es ihr vollkommen die Sprache und ihr blieb nichts weiter übrig, als weiter zuzuhören. Erst da wurde ihr die Perversion seiner Bitte klar, dieses Gefallen, wie er ihn bezeichnete. Sie sollte sich zu einem anderen ins Bett legen, damit er ihnen zu sehen konnte. Hielt er sie für so bedürftig?! Dachte er, sie wäre eine gewöhnliche Dirne, eine Hure die für ein paar Münzen alles mit sich machen ließ? Wie hatte sie nur auf diesen Jungen hereinfallen können, an dem sie inzwischen selbst seine zuvor so schönen Augen abstießen. Um nichts in der Welt würde sie sich auf ihn einlassen!
Wut funkelte in ihren Augen auf und ein bitterer Zug verzog ihre Lippen, ehe sie seine Hand beiseite schlug und ihm eine Ohrfeige verpasste. "Wie kannst du es wagen!? Wie kannst du mich nach so etwas fragen?! Hälst du mich für ein Flittchen, ein leichtes Mädchen mit dem du umspringen kannst, wie es dir gerade gefällt?! Du... Du bist widerwärtig!", fauchte sie ihn an und stieß ihn von sich fort. Sie war so dumm gewesen, so dumm. Sie hätte auf ihr Gefühl hören sollen. Etwas derartige würde ihr nicht noch einmal geschehen. "Verschwinde...", verließ es ihr Lippen, zunächst nur gedämpft. "Verschwinde, sofort! Und tritt mir ja nicht wieder unter die Augen!", schimpfte sie dann und wies ihm die Tür.
Als die Tür hinter Doyle, der wie ein getretener Hund das Zimmer verlassen hatte, ins Schloss gefallen war, setzte Lucrezia sich auf die Kante ihres Bettes. Sie faltete ihre Hände in ihrem Schoss, von denen sich noch immer die Federn an ihren Armen empor zogen. Was hatte sie getan? Die Tränen rollten ihr über die Wangen und ein Schluchzen kam über ihre bebenden Lippen. Sie hatte alles riskiert für... für das? Für dieses Fiasko? Für ein paar wenige schöne Stunden, die ein so abscheuliches Ende finden sollten? Lucrezia war sich nicht sicher was sie tun sollte. Sie weinte einfach und schlug letztlich die Hände vors Gesicht, während ihr ganzer Körper unter ihren gedämpften Schluchzern erbebte. Es gab nur eine, der sie sich öffnen konnte. Vorsichtig sandte sie ihren Geist aus und versuchte den Adrianas zu ertasten. Sie fand sie letzten Endes, neben einer recht verwirrenden Präsenz, für die Lucrezia jedoch keine Zeit hatte. "Bitte komm. Ich brauche dich. Ich bin auf meinem Zimmer. Bitte.", erklärte Lucrezia ihrer ehemaligen Lehrerin und hoffte, dass sie kommen würde.
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