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 Innenhof

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BeitragThema: Re: Innenhof   Mi Aug 27, 2014 11:43 pm

"Wie mir scheint, hat wenigstens noch einer der jungen Ritter hier ein Gespür dafür, was genau ein Mann zu sagen hat und worüber er besser den Mund halten sollte", erklang mit einem Mal eine feste Stimme, in der ein deutlicher Vorwurf an Noah gerichtet mitschwang als die hochgewachsene Gestalt einer Frau aus einem der Seitengänge den beiden Männern näherte und einen wie auch den anderen mit prüfendem Blick begutachtete. "Was du nicht gerade von dir selbst behaupten kannst, Noah Ronan, und ich werde dich nicht noch einmal darauf hinweisen - vergiss deinen Stand nicht. Du bist bei Weitem nicht in der Position um über die Königin so zu urteilen, nur weil du verschmäht wurdest und dein Interesse nun auf eine andere gelenkt hast, die nicht weniger unerreichbar für dich ist", führte sie seelenruhig weiter fort, die dunklen Augen unverwandt auf den jungen Knappen gerichtet, der während ihrer Worte immer weiter in sich hinein zu schrumpfen schien und nicht zum ersten Mal scherte es sie in diesem Augenblick bedeutend wenig, wie es dem jungen Knappen ging. Er war unhöflich gewesen, hatte eine Beschreibung abgegeben, die mehr aus verletztem Stolz heraus gefolgert war, denn es wahrlich den Tatsachen entsprach und es mochte das Glück des Knappen sein, dass hier derart viele Menschen unterwegs waren, denn sie waren es, die ihn in diesem Augenblick vor einer Ohrfeige beschützten. Mit seinem Lehrmeister würde sie zu späterer Stunde ebenso noch einmal darüber sprechen müssen. 
"Verzeiht, Ser, aber Euer junger neuer Freund besitzt wenig Sinn für Takt und Wahrheit", wandte sie sich schließlich an den Gesprächspartner des Jungen und ließ ihren Blick über ihn wandern, unterzog ihn noch einmal einer genaueren Musterung. Er wirkte abgehalftert und seine Rüstung hatte sicherlich schon einmal bessere Tage gesehen, wenngleich sie auch nicht mehr wusste, wo sie die Farben und Prunkzeichen zum letzten Mal gesehen hatte, die eben jene Rüstung zierten.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Aug 28, 2014 12:11 am

Den Unmut darüber als er mit einem Mal bemerkte, dass man ihm bei dem Gespräch belauscht hatte, war kaum zu beschreiben. Er bemerkte erst jetzt wirklich dass das was er gerade gesagt hatte, durchaus aus Hochverrat ausgelegt werden konnte. „Verzeiht mir Frau Xeldaric ich …“ Er wollte all seine bisherigen Aussagen mit einem Mal revidieren, doch kannte er Coreen inzwischen gut genug um zu wissen, dass sie nur wenige Dinge noch mehr verabscheute als Menschen, die hinter ihrem Rücken über ihre Familie sprachen, und das waren Lügner und Heuchler und beides wäre er, würde er jetzt behaupten das in seinen Worten nicht eine gewisse Wahrhaft lag. „Verzeiht mir ich …“ Er suchte nach Worten, doch wollten ihm keine passenden Einfallen. Angst überkam ihn, Angst davor dass man ihn dafür schlagen, verbannen oder noch schlimmeres antun würde. Er erkannte nicht einmal einen Hauch von dem sonst so warmen Blick in den Augen der Zauberin, die er einst aus dem Verließ befreit hatte. „Bitte, ich sagte all dies ja, doch stehe ich nichts desto trotz treu zum Königshaus, ich würde nie irgendetwas gegen sie tun. Es ist nur …“ Es war ein Fehler das er nach dem letzten Satz nicht gestoppt hatte, denn auf die nun angefangene Aussage würde Coreen eine weitere erwarten, das wusste er. „.. wir verstehen uns in letzter Zeit nicht sonderlich gut. Verzeiht mir Herrin, bitte.“
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Elijah Chamberlain

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Aug 28, 2014 12:18 am

Elijah wollte gerade zu einer höflichen Antwort ansetzen, als er zuerst den Nachnamen der Frau vernahm die hier vor ihm stand. Er wollte bereits zu einer tiefen Verbeugung ansetzen als Noah sich selbst in stammelnden Entschuldigungen und flehenden Betteleien ergab.
Elijah, welcher die ganze Situation höchst interessant fand spielte weiterhin den verdutzten Ritter aus der tiefsten Provinz und in Ermangelung einer anderen, besseren Lösung ging er einige Schritte nach hinten und versuchte sich somit geschickt und unauffällig aus der Situation zu ziehen, die ihn in keinster Weise etwas anging. Er intonierte nicht einmal eine Verabschiedung sondern versuchte sich galant, jedoch nicht verstohlen aus der Affaire zu ziehen. Es würde nicht gut kommen, wenn er bereits so kurz nach seiner Ankunft damit begann die dreckige Wäsche der Königin zu waschen, wenngleich auch sein Blick den er aufsetzte Bände sprach. Noahs letzter Satz legte nahe, dass sie vorher einen Streit hatten - und nach der Betonung und dem Alter des Knappen... war es möglich, dass der Junge der verbotene Liebhaber der Königin war? Elijah war sich zwar sicher, dass Adriana davon gewusst und ihn davon informiert hätte, aber diese Vermutung unausgesprochene im Raum stehen zu lassen und nur mit einem kurzen, beiläufigne und ausweichenden Blick zu Coreen geltend zu machen konnte möglicherweise auch einen Stein ins rollen bringen
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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Aug 28, 2014 9:07 am

"Dass du nichts gegen das Königshaus unternehmen würdest, ist mir durchaus bewusst, wenngleich man es dir durchaus so auslegen könnte bei den hässlichen Worten, die du soeben benutzt hast, Noah Ronan. Du tust gut daran selbst zu Ser Gawain zu gehen und ihm davon zu berichten, bevor ich mich an ihn wenden muss und du wirst ebenso zu dem Königspaar gehen und mit ihnen im Stillen darüber sprechen, haben wir uns verstanden?", wies Coreen an und schlug dabei einen Tonfall an, der keinerlei Widerspruch duldete. Sie selbst war lange genug in der Position ihrer jungen Ahnin gewesen und wusste um die hässlichen Worte, die einstige Freunde wechselten, sobald man keine Zeit mehr für sie aufbrachte und Noah war einer eben dieser Menschen - hinzu kam, dass der Junge noch immer kein Mann war, sich nicht zu benehmen wusste und von Ser Gawain in dieser Hinsicht an der zu langen Leine laufen gelassen wurde. Die Zauberin verschränkte die Arme vor der Brust und schüttelte noch einmal den Kopf, den Blick des zweiten Ritters, mit dem Noah sich zuvor unterhalten hatte, genau bemerkend, wenngleich sie sich auch darum bemühte, dessen Deutung einstweilen zur Seite zu schieben und zu ignorieren. "Ihr werdet dort stehen bleiben, wo Ihr bereits steht, Ser", wandte sie sich an den anderen und hob die Hand, als der andere den Mund zu öffnen schien, um etwas zu sagen. Sie wollte es nicht hören, wollte seine Worte und Entschuldigungen ebenso wenig hören, wie sie Noahs Flehen hören wollte - das, was er getan hatte, hatte er getan und wenngleich er sich jetzt auch versuchte dafür zu entschuldigen, die Worte waren gefallen und sie war unlängst nicht mehr die Närrin, die sie eint gewesen sein mochte. 
"Worüber habt ihr euch gestritten, Noah? Ist das der Grund, weshalb du ihren Ruf aufs Spiel setzt? Wie lange kennst du den jungen Mann dort bereits? Eine halbe Stunde? Sein Wappen ist bislang nicht bekannt und mag er noch so freundlich sein - ich dachte, man habe dir Verstand eingebläut. Du bist am Hof und nicht mehr in einer kleinen Werkstatt, Vertrauen will hier sehr kostbar eingesetzt sein und wie es aussieht war das Vertrauen Ileanas in dich gänzlich vergeudet."
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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Aug 28, 2014 9:42 am

„Nein, das Vertrauen ist bei mir in guten Händen. Was ich gerade sagte war ein … nun, ein dummer Fehler. Ich habe nicht darüber nachgedacht was ich sagte ich, ich vertraute dem Mann neben mir. Er nannte mich Ser obwohl ich diesen Titel noch gar nicht verdiene und, und es fühlte sich gut an am diesem Hof für einen Augenblick lang nicht das letzte Glied der Rangfolge zu sein, selbst wenn dies nur eine Illusion war. Und in Folge dessen erzählte ich, was mir durch den Kopf ging. Der Streit nun wiederum …“ Er wollte seinen Blick immer wieder nach unten wenden, erinnerte sich aber immer wieder daran was ihn sein Herr gelehrt hatte und hörte förmlich die mahnende Stimme in seinem Kopf die ihm sagte, er solle bei einem Gespräch stets den Blickkontakt halten, gleich wie unangenehm es sei. Anderes sei weder akzeptabel, noch schicklich und es gäbe keine Situation, in der man für sein Handeln keine Rechenschaft mehr geben konnte.
„Es war nur eine dumme Streitigkeit, ein Zwist betreffend Kleinigkeiten, nicht mehr. Wir redeten, an einem der wenigen Abende an denen wir uns noch sahen, über ihre derzeitige Position und ihr Verhalten. Wie es sich im Vergleich zu früheren Zeiten verändert hatte und wir anders wir miteinander umgehen. Ich versuchte Verständnis zu zeigen und zu äußern, doch es Misslang mir anscheinend, denn meine Kritik war ganz ähnlich wie die, die ich gerade eben geäußert habe. Wir … sind Freunde, bekommen uns jedoch so gut wie nicht mehr zu Gesicht.“ Er zuckte unwissend mit den Schultern.
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Elijah Chamberlain

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Aug 28, 2014 9:43 pm

Elijah beobachtete diese Szene mit wachsendem Interesse, doch Johann konnte dies unmöglich tun. So seufzte Elijah innerlich, straffte noch einmal die Schultern ehe er als Johann einen Schritt nach vorne trat und seinem Gesicht den wissenden Ausdruck eines Mannes verlieh, der sich darüber bewusst war gerade einen dummen, aber ungleich notwendigen Fehler zu begehen.
"Mylady" flüsterte er mit heiserer, gebrochener Stimme - räusperte sich dann jedoch um dieser einen festeren, gewichtigeren Klang zu verleihen. "Verzeiht, dass ich euch unterbreche. Ich bin mir sicher, dass der junge Mann einen schrecklichen Fehler begangenhat, aber ich komme nicht um das Gefühl, dass ich daran eine Teilschuld trage derer ich mich nicht erwehren kann. Ich kann euch versichern, dass ich nie ein schlechtes Wort über die Königin aus dem Mund dieses Mannes gehört habe. Ich bin neu an Hofe, und habe noch nicht das geringste etwas über das Königspaar in Erfahrung bringen können. Das ich den Jungen Ser genannt habe war vielmehr als eine Höflichkeit - wenn nicht gar Entschuldigung meinerseits gedacht nachdem ich mich zuvor unflätig ihm gegenüber benommen hatte. Er ist ein junger Mann und wir junge Männer sind alle Narren wenn es um Frauen geht"
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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Aug 28, 2014 9:59 pm

Gerade eben noch in Begriff Noah eine entsprechende Antwort auf seine Worte zu geben, mischte sich nun der andere junge Ritter an und zog damit Coreens Aufmerksamkeit gänzlich auf sich, die nun die dunklen Augen finster funkelnd auf den jungen Ritter richtete  und ihn noch einmal einer genaueren Musterung unterzog. Das Veilchen um sein Auge zeugte davon, dass auch er keine Auseinandersetzung scheute und sie mochte sich nicht vorstellen, wo es enden würde, wenn sie die beiden sich für eine längere Zeit unterhalten ließ, gerade nachdem es bereits innerhalb der ersten halben Stunde soweit gekommen war, dass Noah sich um Kopf und Kragen redete. Der Blick des fremden Ritters hallte noch immer in ihren Gedanken nach und für einen kurzen Moment lang verengte sie missgünstig die Augen, ahnend, dass der andere ihnen noch einige Probleme bereiten konnte, aber andererseits ... es hätte jeder andere sein können, dem Noah, naiv wie er nun einmal war, solche Dinge um die Ohren gepfeffert hatte. 
"Bemüht Euch nicht, Ser, ich habe sehr genau gehört, was der Junge soeben sagte und ich habe es ebenso gut verstanden wie Ihr, auch wenn es durchaus nobel von Euch ist, einen Teil der Schuld auf Euch laden zu wollen. Doch seid Euch sicher - wenn Ihr eine feste Stellung an diesem Hof in Erwägung zieht, solltet Ihr Euch von Unruhestiftern wie Noah fern halten und Euch an ehrbarere Männer wenden", beendete sie ihre Worte und nickte den beiden noch einmal knapp zu ehe sie sich mit einem schlichten "Guten Tag" wieder abwandte, die Hände unter den langen Ärmeln ihres Kleides zu Fäusten geballt.

tbc: weg
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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Aug 28, 2014 10:21 pm

Die Worte trafen ihn härte als die Schläge des Übungsschwertes und ließen ihn schließlich nur irritiert in die Richtung des angeblichen Ritters blicken, voller Angst was nun passieren würde. Er war niemand der seine Lehnsherrin mit einem Mal hinterging, er würde, wenn er die Möglichkeit hätte, ohne zu zögern sein Leben für sie geben. Doch hatte er damit wohl etwas gänzlich anderes bewiesen und es wäre schandhaft etwas als Lüge zu verkaufen, was keine war, denn es lag nun einmal eine gewisse Wahrheit in diesen Worten, zumindest für ihn. Sie war trotz allem noch immer seine Freundin und gleichzeitig auch seine Königin, alles was er hatte sagen wollen war, dass er sich die alte Zeit herbei sehnte, es als schade empfand das Ileana sich derart verändert hatte und zeitweise hatte er es empfunden, als wäre sie sich einfach zu Schade um sich mit einem lausigen Knappen wie ihm abzugeben. Das diese Meinung nicht nur falsch, sondern, würde er sie aussprechen, auch verletzend war, sah er nicht, in der nun entstandenen Panik durch Coreens Worten, versuchte er ihr hinterher zu laufen, doch musste er, nachdem er ein paar Schritte gemacht hatte feststellen, dass sie inzwischen nicht mehr in seinem Sichtfeld war. „Verdammt … es, Ser, es tut mir leid, ich muss mich um das kümmern was ich gesagt, was ich angerichtet habe. Bitte berichtet keinem anderen von meinen Worten und … am besten ihr fragt einen der Bediensteten hier der euch weiter herum führen kann, in der Schlosshalle direkt am besten.“
Mit einem letzten, entschuldigenden Nicken machte er sich auf die Magierin zu finden, während sein Herz mit jeder Minute schneller pochte. Durch sie war er einst vom Hof geschickt worden, weil er sie befreit hatte und nun wurde sie vermutlich durch ihn erneut weggeschickt. Nein, nicht durch Sie, sie konnte nichts dafür dass sie zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort war und sie nun ihrer Pflicht nachging. Und die Aussicht dass er nach einer derartigen Äußerung nur fortgeschickt werden würde, war vermutlich noch viel zu harmlos.
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Elijah Chamberlain

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Aug 28, 2014 10:33 pm

Elijah war kein Mitglied des Hofes, er kannte weder Coreen noch Noah wirklich gut aber das brauchte er auch gar nicht. Es war absolut eindeutig, dass Coreen - wenn Noah sie auch nur falsch ansah - den anderen in der Luft zerreißen würde und Elijah hatte keinen Zweifel daran, dass ihr dies mit ihrem Nachnamen, auch gelingen würde. "Halt" Elijah war losgestürmt und klapperte sehr unritterlich wie alte Bleche, ehe er Noah nach wenigen Schritten aufhielt. "Halt junger Herr - verzeiht das ich mich erneut einmische, aber ich glaube nicht das gerade Weisheit aus euch spricht. Wirklich nicht..." er raufte sich mit dem Kettenhandschuhe die Haare und unterdrückte einen Aufschrei, als sich einige daovn in den Kettengliedern verfingen.
"Autsch... Hundescheiße... Nun, was ich sagen wollte - die Dame zürnt euch nun und wenn ich eines gelernt habe, dann sich nicht mit erzürnten Damen, wütenden Bären oder zornigen Drachen einzulassen nichts davon ist klug oder ratsam!" erklärte er dem anderen. "Hört mich an - ich denke, es ist das klügste wenn ihr zu eurem Ritter geht. Ich.. nun, ich bin an der ganzen Misere Schuld und werde sehen was ich tuen kann. Vielleicht hat der Name meines Vaters noch hier und dort gewicht - ich sorge dafür, dass eure Strafe milde ausfällt sowahr ich hier stehe! Aber ich beschwöre euch, lauft ihr nicht hinterher - geht zu eurem Ritter und beichtet in einigen Stunden der Königin, bis dahin dürfte ich eine Lösung für euer Problem gefunden haben!"
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 1:58 pm

"Stehen bleiben" Aikos Stimme hallte nicht durch den Hof. Er rief nicht, er war nicht einmal besonders laut. Aber die Intensivität in seiner Stimme sorgte dafür, dass sämtliche Wachen augenblicklich Haltung annahmen. Der Innenhof war zum Glück leer, da gerade in den großen Hallen und den einzelnen Zimmern das Essen serviert wurde und so waren nur Noah und er im Innenhof, unbeobachtet von anderen Augen und Ohren.
"Du.." Aikos Stimme zitterte beinahe vor unterdrückter Anspannung, während sich rote Zornesflecken auf seiner Wange gebildet hatten. Über seinen Streit mit Noah hatte er kaum auf Ileana geachtet und erst als Ileanas Schrei durch das Zimmer gegellt war, war er wieder zur Besinnung gekommen und hatte voller Bestürzung Ileana aufgehoben und Coreen kommen lassen, welche ihn hatte beruhigen können. Nachdem ihm gedämmert hatte, was geschehen war hatte er sich sofort auf den Weg gemacht. Momentan konnte er nichts für Ileana tun, alles nun folgende war eine Frauensache und es brachte nur unglück wenn ein Mann zugegen war.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 2:10 pm

Selbst zu dieser Uhrzeit, an der die Sonne am höchstens Stand und eben deren Strahlen den gesamten Hof bedeckten, war eine starke Kälte zu spüren, die jeden, der keinen Mantel um sich geschlungen hatte, frösteln ließ. Er hatte Ser Gawain gebeichtet was passiert war, ihm jedoch auch erklärt, das er dieses Mal nicht lange bleiben konnte, so sehr er eine Standpauke oder alle Strafen der Welt auch verdient hätte. Er würde ihn in der Akademie besuchen in der Adriana ihn fürs erste aufnahm, das zumindest hatte er, wenn auch mehr murmelnd bestätigt. Dann war es an der Zeit gewesen, das Noah seine Sachen zusammen packte. Sein Schwert hing nicht an seiner Seite, es war eingewickelt in mehrere Lagen schweren Leinentuches das an einigen Stellen ein paar Flecken aufwies, sich zum Polieren und nun auch zum Transportieren jedoch nach wie vor gut eignete. Seine anderen Wertsachen, ein paar Bücher die er sich auf den Märkten erworben hatte, sowie seine Kleidung und sein paar Ersatzstiefel, lagen nun in dem Leinensack, der eine bräunlich, gräuliche Färbung hatte. Vielleicht war es wirklich besser so, er gehörte an viele Plätze, doch an den Hof? Selbst jetzt als er den Hof verließ, wirkte er wie ein Eindringling, eine Art Landstreicher der hier nur einen längeren Aufenthalt genossen hatte.
Doch die strengen, wenn auch leisen Worte des Königs aus den fernen Landen, ließen ihn schließlich stehen bleiben. Er zögerte einen Augenblick, hoffte doch dass man nicht ihn gemeint hatte, doch die sich hinter ihm nähernden Schritte ließen keinen Platz für Zweifel daran. „Eure Hoheit.“ Murmelte er leise.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 2:19 pm

Ein Schlag.
Aikos Faust traf Noahs Gesicht mit voller Wucht - Knöchel trafen auf Wangenknochen. Aiko hatte noch nie jemanden geschlagen. In seinem ganzen Leben noch nicht und umso härter traf ihn nun die Erkenntnis, dass jemanden zu schlagen höllisch weh tat. Er fluchte und biss die Zähne zusammen während seine Hand schmerzhaft pochte. Sein eigentlicher Zorn bekam nur noch weiteren Zunder ob der stechenden Schmerzen die nun durch seinen Arm schossen. "Du mieser Kleiner..." fauchte er, unterbrach sich aber. Auch in einem Schleier aus Zorn und Verachtung war ihm klar, dass dies keine Angelegenheit war, die man mitten auf dem Innenhof besprach. Er blieb still, sah sich mit umherhuschenden Augen auf dem Innenhof nach irgend einer Tür, einer Kammer um in welche er den Jungen schleppen konnte um sich diesen zur Brust zu nehmen und achtete garnicht auf Noah.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 2:32 pm

Es war nicht der erste Schlag den Noah spürte, doch nie hatte ihn Jemand so direkt und mit der geballten Faust ins Gesicht geschlagen, sodass er nach hinten fiel und durch das Auge, das ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde, nur noch milchige Schemen erkennen konnte. Der Schmerz fraß sich durch seinen gesamten Körper, erreichte seinen Höhepunkt jedoch erst, als er sich versuchte aufzurichten und währenddessen auch die Gesichtsmuskeln beanspruchte. Es war als würde sein gesamtes Gesicht in Einzelteile zerspringen und jeden Augenblick glaubte er, nun würde einer der Knochen brechen. Doch es hielt nur der Schmerz an, welcher ihn schließlich, erneut in Rage gepackt, dazu brachte sich auf den anderen zu stürzen, die Hände fest an dem Doublet geklammert. Er riss den König auf den harten Boden, auf dem auch er kurz zuvor gelandet war, durch den Schwung jedoch den er mit seinem eigenen Gewicht mitnahm, schlug Aikos Kopf mit als erstes auf den harten Stein auf und hinterließ ein Geräusch, so dumpf und doch derart einprägsam, das man es kaum vergessen konnte. „Ich bin Mensch! Kein Sklave oder Nutztier das man züchtigen muss!“
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 2:38 pm

Schmerz. Ein alles umfassender, nervenzerfressender Schmerz.
Aikos Kopf fühlte sich an, als würde er in tausend Teile zerspringen und Blut schoss ihm ins Gesicht und ins Auge, als sich der Druck erhöhte. Die Sicht seines rechten Auges verfärbte sich gänzlich rot als Blut durch die Tränendrüse gedrückt wurde und sich über seiner Sicht verteilte.
Aiko war schlecht und gleichzeitig erfüllte ein starker Adrenalinschub seinen ganzen Körper. All seine aufgestaute Wut, all die Zeit in der er hier unter den Lästereien der Adligen hatte Leiden müssen, die Sorge um Ileana und die Wut auf Noah steigerten sich in einer Kaskade reiner Energie als er seine flache Hand gegen Noah stieß und dieser erst knapp zwei Meter in die Luft geschleudert wurde, ehe er in einem Rosenbusch landete, zuckend und von Krämpfen geschüttelt. Aiko raffte sich auf, wankte kurz und der Blick seines gesunden Auges fiel auf das Blut welches auf dem Pflaster der Steine klebte. "Wachen" rief er, wenngleich diese schon längst zur Stelle waren. "In den Kerker mit ihm..."
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 2:45 pm

"Schluss damit!", fuhr eine weitere herrische Stimme auf, die mit einem Mal in dem Innenhof erschien und lediglich einen einzigen knappen Blick in Noahs Richtung gleiten ließ - viel mehr war nicht notwendig, um den Zauber von dem jungen Knappen zu nehmen und Aiko am Arm zu greifen, um ihn ein Stück außerhalb der Hörweite der Wachen zu bringen. Wenn sie sie jetzt aufhalten würde, würde es lediglich damit enden, dass Aiko auch noch ihr zürnen würde und nach allem, was ihm geschehen sein mochte, dass er jetzt auch noch auf Noah losging, wollte sie genau das nicht unbedingt herausfordern. "Bist du jetzt stolz auf dich, Aiko? Du hast einen Jungen geschlagen", raunte sie ihm leise genug zu und schüttelte den Kopf, den Drang unterdrückend, sich durch die langen Haare zu fahren. Was war denn hier im Moment los? Noah hatte nur ein einziges Mal mit Elijah gesprochen, stritt sich daraufhin mit Ileana, wurde von Aiko aus deren Räumen geworfen und nun schlugen sich die beiden Männer auch noch wegen eines lächerlichen Streitgesprächs, das frühe oder später sowieso so gekommen wäre. 
"Bringt Noah zu Ser Gawain und achtet darauf, dass er dort auch bleibt. Er steht einstweilen unter Arrest", wandte sie sich noch einmal an die Wachen und erst als die außerhalb der Hör- und Sichtweite waren, schüttelte sie noch einmal den Kopf ehe sie eine Hand ausstreckte, um auch Aikos Wunden zu heilen. "Meinetwegen wirf mich gleich ebenso in den Kerker, aber erst lass mich deine Wunde heilen und mir anhören, was passiert ist, dass du so vollkommen die Beherrschung verlierst. Danach nehme ich jede Strafe an, die du für richtig hältst. Wenn du damit leben kannst."
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 3:16 pm

Aiko zitterte noch immer. Ob vor unterdrückter Wut, Scham oder da ihm noch immer gänzlich schlecht von den Schlägen gegen den harten, steinernen Boden war. Er wankte noch kurz, ehe er den Blick auf die Wachen fixierte. "Wir... ich..." er schluckte gegen die ankommende Übelkeit und ließ sich schließlich von Adriana zu einer Bank geleiten. "Unser Kind" flüsterte Aiko so leise, dass nur Adriana es hören konnte. "Er hat es umgebracht... und nun scheint er auch noch gegen mich vorgehen zu wollen" flüsterte er leise, erschrocken darüber das sich die ganze Welt um ihn herum drehte. Mehr denn je war er froh darüber, dass außer ihnen niemand im Innenhof zugegen war, während er den Blick seiner dunklen Augen auf Adriana liegen ließ.
"Ich habe ihm vertraut" flüsterte er leise und schüttelte den Kopf. "Wohl ein weiterer Fehler auf meiner schier endlosen Liste an Dummheiten die ich in diesem Land begehe"
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 3:25 pm

Die Nachricht traf sie im ersten Moment wie ein Hammerschlag und ließ sie für einen kurzen Moment lang blinzeln ehe die bittere Erkenntnis, was genau dieser Streit hervor gerufen hatte, dafür sorgte, dass sie die Augen betroffen niederschlug und sacht eine Hand ausstreckte, um sie Aiko auf die Schulter zu legen. "Es tut mir leid", sagte sie leise und mit einem schweren Seufzen, wenngleich sie sich auch nicht vorzustellen vermochte, wie es Ileana in diesem Augenblick ging. Sie würde nicht allein sein, das wusste die Zauberin inzwischen und nun war es wohl an ihr, hier für Ordnung zu sorgen, bevor sich alle wieder gegenseitig an den Hals sprangen und dort zubissen, nur um ihre eigene Macht zu mehren. Die Ansammlung der Gestalten hier war ein widerwärtiger Haufen von egoistischen Bastarden, die nicht weiter als von zwölf bis Mittag dachten, aber jener Haufen war es, der ihr eigenes Leben mehr als nur einmal geschützt hatte und so war Adriana ihnen gegenüber verpflichtet. 
"Aber Aiko ... das ist nicht allein Noahs Schuld. Ich bin weder große Medizinerin, geschweige denn, dass ich mich damit viel auskenne, aber ich weiß, dass mehr dabei mitspielt als ein Streit zwischen alten Freunden. Der Junge ist grün hinter den Ohren und denkt nicht weiter darüber nach, was er tut oder sagt und er hat ohne Zweifel übertrieben, als er auf dich losgegangen ist", setzte sie dann erneut an und schenkte dem anderen ein sachtes Lächeln, das ihre Augen nicht vollkommen erreichen wollte. "Aber du tust ihm Unrecht. Du bist auf ihn losgegangen, hast vor Wachen einen Knappen geschlagen und vollkommen die Beherrschung verloren. Ich verstehe, dass du wütend und aufgewühlt bist, aber du bist der König dieses Landes. Du musst die Beherrschung wahren, wenn du alles hier beisammen halten willst", führte sie fort und seufzte leise. "Geh zu Ileana, nimm dir ein paar Tage, damit ihr beide darüber hinweg kommen könnt und ich kümmere mich um den Rest hier, gemeinsam mit Coreen und Alvias. Wenn du schon mir nicht den Gefallen tun willst, dann tu es für deine junge Frau - Ileana braucht dich jetzt."
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 3:42 pm

"Ich weiß..." erwiderte Aiko leise und zum ersten Mal seitdem er die niederschmetternde Nachricht bekommen hatte regierte nicht Hass oder Wut seinen Geist, sondern tiefe und markerschütternde Trauer. Mit einem Mal war ihm Noah herzlich egal. Alles hier war ihm mit einem Mal ganz und gar egal.
"Ich.. weiß... ich sollte zu Ileana" flüsterte er leise und atmete mehrmals tief ein und aus. Blut und Tränen standen ihm in den Augen und er unterdrückte schließlich ein Schluchzen. Er war der König und er würde mit Sicherheit nicht Weinen. Nur einige Tränen erlaubt er sich um das Blut aus den Augen zu spülen und wischte sich das Gesicht dann mit dem Handrücken ab, ehe er mit wackeligen Beinen aufstand, sich noch einmal zu Adriana umwandte. "Danke" flüsterte er leise. "Wir stehen tief in deiner Schuld für alles, was du für uns tust. Du weißt, dass du eine Freundin und nicht einfach nur ein Mitglied des Hofstaates bist, nicht wahr? Wann immer ich etwas für dich tuen kann, lass es mich wissen"
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 31, 2014 3:53 pm

"Ist schon gut, Aiko. Ich kümmere mich jetzt um den Knappen und seinen Herren, sowie die Wachen und sehe danach noch einmal nach euch beiden. Lass es mich wissen, wenn ihr irgendwas braucht", ließ sie Aiko noch wissen und erhob sich dann ebenfalls von ihrem Platz neben dem anderen ehe sie noch einmal die Hand ausstreckte und ihm sacht über die Schulter strich. Sie verstand seine Trauer, begriff, dass er im Augenblick so vollkommen neben sich stand, wenngleich diese Aktion auch dazu beigetragen hatte, dass damit beinahe der letzte Rest an Stabilität aus dem Reich heraus genommen wurde, das sie sich bislang aufgebaut hatten. Aiko und Ileana waren lediglich einfache Menschen wie jeder andere von ihnen auch und mochte Aiko auch noch so ein mächtiger Magier sein, im Augenblick war er nur ein, um sein Ungeborenes trauernder Ehemann, der nicht so recht wusste, wohin mit sich und die Situation nicht recht einzuschätzen wusste, die sich hier abspielte. "Ihr seid stark, Aiko. Beide gemeinsam, wenn ihr einander Kraft gebt und ich bin mir sicher, ihr werdet das beide gemeinsam bewältigen können. Ihr seid jung und es wird noch unzählige Möglichkeiten geben, die ihr habt. Lasst euch nicht die Hoffnung nehmen, nur weil es dieses Mal nicht geklappt hat, versprich mir das", setzte sie noch hinzu ehe der andere sich gänzlich zum Gehen gewendet hatte. "Ich bin mir sicher, irgendwann werde ich eure Kinder hüten müssen und darauf achten müssen, dass sie sich nicht mit anderen prügeln", schickte sie noch mit einem seichten, aufmunternden Lächeln hinterher ehe sie Aiko endgültig entließ, wenngleich sie ihm auch noch wachsam nachblickte, als wolle sie sicher gehen, dass er nicht bereits im nächsten Moment einfach umfiel. 
Dann erst drehte sich die Zauberin herum und seufzte noch einmal vernehmlich ehe ihre Schritte sie hinüber zu den Wachen führten, die zuvor Noah aufgegriffen hatten. Sie durfte sich in keinem Fall an das erinnern, was hier vorgefallen war und welche Worte geflossen waren, wenn Aiko und Ileana ihr Gesicht wahren und sie Noah vor dem Galgen beschützen wollte und so sandte Adriana ihren Geist aus, um jenen leichten Geist der Wachen zu durchsuchen und jene Erinnerungen der letzten paar Minuten auszulöschen ehe sie sich auf den Weg zu Gawains Gemächern machte. 

tbc: Gawain & Noah
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Sep 07, 2014 8:55 pm

Ein lautes Lachen war zu hören, ein Lachen mit der Verachtung, von der er nie geglaubt hätte, das sie ihm einmal zu Teil werden würde. Viele der Menschen um ihn herum zeigten mit dem Finger auf ihn, bewarfen ihn mit kleineren Steinen, bis die Wachen sie zurück trieben, oder aber warfen mit allerlei anderen Dingen wie fauligem Obst oder Gemüse. Doch machte dies kaum einen Unterschied, denn während des langen Bußegangs durch die Stadt welchen er nackt angetreten hatte, waren seine Füße bereits von der harten Straße wund und sein Körper von den Gegenständen die man auf ihn geworfen hatte vollkommen demoliert geworden, sodass die wenigen Steine sowie das Obst keinen wirklichen Schmerz mehr darstellten. Wir konnten all diese Menschen nur derart grausam sein? Begriffen sie denn nicht das dieser fremde Glauben im Begriff war sie alle zu konvertieren und somit zu Sündern zu machen? Doch keiner von ihnen schien sich darum zu scheren, alles was er hörte, waren obszöne Beleidigungen.
"Ihr werdet in der Hölle schmoren! Ich beschimpft und betraft einen Diener des Herren, der als einer der wenigen auserkoren ist für ihn zu sprechen! Ihr..." Zu mehr kam er in seiner, nun recht kurzen Ansprache nicht, denn die, in einen Handschuh der aus Wildleder bestand, gehüllte Hand legte sich um seinen Mund und so verweigerten die Stimmbänder alsbald ihren Dienst. Ein Gurgeln und Keuchen ging von ihm aus, er warf sich hin und her, doch konnte der schwache, fette Körper der heiligem dem Soldaten nur wenig entgegen stellen. Ein zweiter kam um sicher zu gehen, das sich der Mann sich nicht weiter bewegen konnte und sein Kiefer wurde mit aller Gewalt nach unten gerissen. Was sich nun in den wenigen AUgenblicken zwischen Tod und dem Zeitpunkt, in dem man ihm das flüssige Eisen in den Rachen goss, war pures Entsetzten. Sein Körper war so gnädig und gewährte ihm schnell die Ohnmacht, was angesichts der Schmerzen jedoch auch kein Wunder warf. Doch dennoch waren die Tränen aus seinen Augen nur so geflossen und seine Zunge hatte er fast komplett zerbissen. Es war ein Gefühl, als würde man seinen gesamten Hals mit einem Mal schälen. Schälen, wie man es auch mit einer Frucht tut, nur das es hier nicht eine einzige Stelle war an der er Schmerz empfand wie bei dem menschlichen Häuten. Nein, dieser Schmerz teilte sich sofort aus und das gezwungene Schlucken seines Körpers, verschlimmerte diesen Effekt nur noch, sodass er in den wenigen hellen Momenten seines Bewusstsein glaubte, er könne spüren wie seine inneren Organe zersetzt wurden.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Sep 14, 2014 10:50 pm

Hisoka erwiderte die Worte mit einem eben solchen Lächeln, wie er es kurz zuvor auf Adrianas Gesicht gesehen hatte. „Für gewöhnlich bin ich niemand der sich zu lange mit Schriften oder dergleichen befasst. Viel lieber lebe ich, lerne andere Menschen kennen, genieße den Augenblick in seiner vollen Länge. Doch diese Kultur hier hat mich fasziniert. Ebenso wie eure Art zu kämpfen. Euer Fußvolk mag mit Knüppel und Schild aufeinander einhämmern, doch gibt es im direkten Gegenzug dazu auch wahre Meister der Schwertführung und nicht zuletzt darüber war ich wahrlich überrascht.“ Er kannte den Schwertkampf nur auf eine traditionelle Art und Weise, in welcher die, leicht geschwungene Klinge nur am Griff geführt wurde und vor allem schnelle, gezielte und starke Bewegungen vonnöten waren. Hier jedoch befassten sich ganze Bücher damit, die Klinge nicht nur am Griff, sondern auch am Stahl zu packen, die Waffe des Gegners mit der eigenen Schneide nur auszuhebeln oder die Parierstange des Schwertes zur Tötung zu nutzen. Als dies war so fremd, das es seinen Geist zu Anfang fast benebelt hatte und noch immer drehte sich sein Kopf, wenn er einige der Waffenmeister sah oder, inzwischen selbst auf dem Hof stand und einige Übungen absolvierte.
„Ich kam bei unserer letzten Unterredung nicht mehr dazu euch angemessen zu danken. Für die netten Worte, wie auch für das Verständnis das ihr für mich gezeigt habt.“ Zwar dauerte es, nachdem sie beide vor die Tür gekommen und Hisoka einem jungen Stallburschen ein paar Worte zugerufen hatte ein paar Minuten, doch diese stellten sich letztlich als durchaus lohnenswert heraus. Er würde ihr hier weder die Geschmeide, noch die Schmuckstücke überreichen können, war dafür doch weder der passende Ort, noch die passende Zeit, eines seiner Geschenke konnte er ihr jedoch bereits überreichen.
Das Pferd das der Bursche vor sie führte besaß sauberes, weißes Fell das ohne Zweifel erst vor kurzem gestriegelt worden war. Die Mähne war ungemein länger als bei anderen Pferden und im Gegensatz zu den meisten anderen Rassen, besaß es einen imposanten Fellwuchs ein Stück oberhalb der Hufansätze. Das Tier bewegte kurz den Kopf nach oben, beruhigte sich dann jedoch und schwenkte die Ohren ein Stück weit nach vorn, dann wieder zurück und betrachtete Adriana aus dunklen, klugen Augen heraus. „Man sagte mir dass diese Rasse, die nur in den nördlichsten Gegenden des Reiches zu finden ist für seine Treue und seine Schönheit, gleichwohl jedoch auch für seine Ausdauer bekannt ist. Ich hielt es für das passende Geschenk um meine Dankbarkeit auszudrücken.“ Er neigte kurz den Kopf, hob dann Adrianas Hand und küsste diese, ehe er über ihren Oberarm fuhr und sie sacht mit sich zog. Der Sattel war nicht weniger imposant, jedoch nicht wie die der meisten Herrscher derart breit gebaut, dass dort ohne Mühe selbst der fetteste Arsch des Landes Platz gefunden hätte. Er schien auf die schmale Form einer Frau genau angepasst zu sein und die Nähte waren, über die normalen Bestickungen hinaus, mit kleinen Fragmenten aus Lapis Lazuli und Azursteinen verziert.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Sep 14, 2014 11:11 pm

Das Tier, das hier vor sie geführt wurde, war eine weiße Stute, die sie wissend ansah und in deren dunklen Augen sich Adriana für einen ganzen Moment lang zu verlieren schien während sie langsam auf das Tier zutrat und behutsam eine Hand ausstreckte, um über die weiche Haut der rosafarbenen Nüstern zu streicheln. Die Stute schnaubte und stupste sacht gegen ihre Finger, entlockte ihr dabei ein leises, munteres Lächeln während sie ihre Finger hinauf zu dem Nasenrücken des Schimmels wandern ließ und behutsam die weiße Mähne von den dunklen Augen fortstrich. Sie liebte dieses Tier bereits jetzt, wo sie ihr nur einmal in die Augen geblickt hatte und langsam schloss Adriana die Augen, lehnte ihre Stirn gegen den hohen Kopf der Stute und lächelte für sich selbst. 'Ein schönes Paar sind wir hier, die eine ebenso gefangen wie die andere an einem Ort, an dem sie nicht sein will. Eines Tages werden wir beide fliehen und frei sein - eines Tages weit fern von diesen Menschen hier', dachte sie, mehr an sich selbst gerichtet als zu dem Tier mit geistiger Stimme gesprochen und als sie sich nun wieder zu Hisoka umwandte, welcher noch immer neben ihr stand, lächelte sie weich. "Vielen Dank, Hisoka. Sie ist wunderschön", bedankte sie sich schließlich, einen halben Blick zurück zu dem Pferd gerichtet, das noch immer still an Ort und Stelle stand und von dem sie das Gefühl nicht los wurde, dass sie sehr genau verstanden hatte, was Adriana ihr in Gedanken hatte mitteilen wollen.
"Ich denke, ich werde sie Nerva nennen", offenbarte sie ihm dann schließlich mit einem offeneren Blick. "Es bedeutet - die Mächtige - in der Sprache meiner Heimat und das wird sie sein", schickte sie noch, behielt jedoch die folgenden Gedanken für sich. Nerva bedeutete die Mächtige, ebenso wie Elijah der Mächtige bedeutete und sie wollte zumindest einen Teil von ihm auch hier bei sich wissen, wenn er schon sonst so weit von ihr fort war. Dann erst glitt ihr Blick hinüber zu dem Sattel, den er hatte für sie anfertigen lassen und das Gefühl von Überwältigung trat in sie ein, spiegelte sich auf ihrem blass gewordenen Gesicht wieder, das sie nun zurück zu Hisoka wandte.
"Das wäre wirklich nicht notwendig gewesen. Ihr ... das ist ... Hisoka, das verdiene ich alles doch gar nicht."
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Sep 14, 2014 11:25 pm

„Es wäre noch mehr nötig gewesen, doch ist es wohl kaum möglich die alle Geschenke hier am Hof zu machen, zumindest nicht wenn ich dich nicht in Verlegenheit bringen will.“ Er drückte sacht ihre Hand und neigte dann erneut den Kopf, als erneute, stille Zustimmung dafür dass sie dies verdient hatte. Es war kein schwacher Grund wie der reine, körperliche Kontakt der ihn zu dieser Geste geführt hatte. Diesen hatte er bei weitem genug. Vielmehr ging es ihm um die Worte die sie zuvor gewählt hatte, die Sicherheit die er durch sie einen Augenblick lang empfunden hatte und das Gefühl, sich in den Augen einer anderen verlieren zu können. „Nun ich hoffe Nerva wird euch gute Dienste leisten. Sie wurde wie mir mitgeteilt wurde seit ihrer Geburt hier gezüchtet, soll jedoch ein wenig hitzköpfig sein, weswegen es vor allem auf den Reiter ankommt der sie leitet.“
Er legte dem Tier seine Hand auf den Kopf, woraufhin es einen kurzem Augenblick lang ein Schauben von sich gab. Die Mähne bewegte sich durch den aufkommenden Wind tanzend hin und her, doch das Tier schien dies kaum zu stören. Glücklicherweise kam außer dem Wind jedoch keine Einwirkung des Wetters, die den Genuss eines Ausrittes schmälern konnte. Die Sonne wurde unter einer dünnen Schicht fast vollkommen weißer Wolken gedeckt und war, soweit Hisoka es abschätzen konnte, kurz über der Mittagsstunde. „Bitte.“ Er beugte sich herunter und hielt beide Hände zusammen, sodass ein Tritt auf eben diese möglich war. Der Stallbursche hatte sich bereits entfernt, zuvor jedoch an einen naheliegenden Pflock Hisokas Pferd angebunden. Ein weit weniger erstaunliches Pferd, jedoch mit einer ikonischen Braun roten Färbung. An der Seite hing, in eine schwarze Scheide gewickelt ein Schwert, das entgegen der aufkommenden Vermutung nicht auf die Art seines Volkes, sondern auf die des Alagäischen Volkes geschmiedet worden war, auch wenn es um einiges dünner war als die Klingen, mit denen die meisten der Waffenkunden hier übten. Mit einer raschen Geste half er Adriana in den Sattel, wartete einen Augenblick lang bis diese einen festen Halt gefunden hatte, ehe er sich seinem eigenen Reittier zuwandte.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Sep 14, 2014 11:39 pm

Sie hatte sich inzwischen an den Damensattel gewöhnt, den man ihr in diesem Land zur Verfügung gestellt hatte, wenngleich auch jener, den Hisoka ihr geschenkt hatte, weit prunkvoller war als all jene, die sie bislang genutzt hatte, doch auch jetzt noch spürte sie die feinen Muskeln Nervas unter ihr, spürte, wie die Stute sich anspannte als die Zauberin ihre Finger nach den Zügeln ausstreckte und sie behutsam umgriff. Hisoka wusste sich zu benehmen, das musste sie ihm lassen und so fiel es ihr nicht schwer, ihm ein ehrliches Lächeln zukommen zu lassen während sie darauf wartete, dass auch er Platz in dem Sattel seines Pferdes gefunden hatte, selbst wenn ihr Blick für einen kurzen Moment lang irritiert hinüber zu dem Schwert glitt, das an seiner Seite, eingewickelt in schwarze Seide, hing. "Was hast du vor, Hisoka? Ich glaube kaum, dass uns beim Ausritt ein paar Banditen angreifen könnten und selbst, wenn sie es versuchten, sie würden damit nicht allzu viel Glück haben", amüsierte sie sich leise darüber und trieb Nerva sanft an.
Die Stute tänzelte ein paar Schritte zur Seite, schien sie im ersten Moment noch wieder abwerfen zu wollen und abermals glitten Adrianas Hände nach vorn, strichen behutsam über den weißen, langen Hals ihres großen Pferdes ehe sie erneut nach deren Geist tastete. 'Ruhig, ich verspreche dir, ich werde dir niemals etwas Böses tun. Wir werden gemeinsam die Welt sein - nur du und ich', sandte sie und lächelte seicht, als sich die Stute langsam in Bewegung setzte und sich von ihr lenken ließ.
"Ich weiß noch immer nicht, wie ich mich bei dir dafür bedanken soll. Du musst mir meine Sprachlosigkeit verzeihen, ich bin es nicht gewohnt, Geschenke zu erhalten ... ich hoffe, das stört dich nicht."
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Sep 14, 2014 11:52 pm

„Es wäre das letzte was mich stören würde wenn du einfach die bist, die du bist. Kannst du dich noch an diese Worte erinnern? Das gleiche sagtest du mir vor ein paar Tagen. Und gedankt hast du mir bereits, was mehr als genug ist, mit Verlaub. Ich sehe dich Lächeln und mir wird die Ehre zuteil, dich zu begleiten, mehr kann sich ein einfacher Mann wie ich nicht wünschen.“ Er zog an den, erst vor kurzen gegerbten Zügeln des Pferdes, welche eben dadurch kaum Gebrauchsspuren aufwiesen. Das Geschirr des Pferdes klimperte leise, ging jedoch in dem gleichmäßigen Geräusch des Huftrabens unter. Die Wachen am Eingang ließen sie ohne ein Wort der Frage passieren und Hisoka winkte ihnen einen Augenblick lang zu, ehe sie durch das Tor des Schlosses verschwanden, vor sich die Stadt und, in weiter Ferne das schier endlose Land von Palancar, das durch den seichten Schein der Sonne schon beinahe malerisch wirkte. Entfernte Wälder und bestellte Felder wechselten sich auf diesem Bilde immer wieder ab und erneut musste er sich eingestehen, dass er durchaus verstehen konnte warum sich Menschen ausgerechnet hier niedergelassen hatten.
„Das Schwert..“ Begann er schließlich, nachdem sie einen langen Weg, welcher mit Steinen verschiedener Form und Breite Gepflastert war und nur mühsam mit verschiedenen Hacken auf eine Höhe zugestutzt worden war überquerten, von dessen Seite aus man die Mitte der Stadt deutlich erkennen konnte. „Ist, zumindest hoffe ich dies inständig, mehr zur Zierde. Ich selbst lerne erst seit kurzem bei den Meistern dieses Landes, doch sollte ein Mann dennoch stets die Möglichkeit besitzen, die Dame an seiner Seite zu schützen, so es denn notwendig ist. Auch wenn sich diese Dame selbst vermutlich recht gut verteidigen kann.“ Sein Lächeln wurde einen Augenblick lang breiter. „Wie gefällt euch diese Stadt, oder vielmehr dieses Land? Ihr kennt es bei weitem länger als ich und ich denke eure Perspektive ist bei weitem fachkundiger als meine.“

tbc. draußen
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