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 Innenhof

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Jérôme von Belatona

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BeitragThema: Re: Innenhof   Mi Dez 10, 2014 1:43 am

Jérôme hatte glücklich seinen Platz neben der Königin eingenommen. Er hatte seine besten Gewänder angelegt und auf seiner linken Brust prangte das Wappen seiner Familie; Ein goldenes Schwert, das von einer goldenen Feder gekreuzt wurde, auf blauem Grund. Er hatte sich die letzten Tage auf diesen Abend gefreut, gerade weil seine Treffen mit Ileana sich in dieser Zeit auf ein Minimum reduziert hatten. Er hatte die Königin, sowie Adriana und letztlich auch Charles mit allem gebührenden Respekt begrüßt und sich dann auf seinen Platzt gesetzt um dem Schauspiel zu folgen. Es war wie er es erwartet hatte: fade. Es lag nicht daran, dass Charles irgendetwas falsch gemacht hatte, nur lagen ihm die Komödien einfach nicht. Was jedoch zu seiner Erheiterung beitrug, war Roberts Auftritt. Jérôme musste zugeben, dass er sich nicht getraut hätte, bei diesem Stück auf die Bühne zu treten und sich für den Hofstaat zum Affen zu machen. Es war fraglich, ob man dies Robert zu Gute halten konnte.
Nach dem Stück, hatte er applaudiert, ehe Adriana sich entschuldigt hatte und kurz nach ihr auch Charles verschwunden war, um Getränke zu holen. "Das Stück war ganz amüsant. Das Ende brachte mich jedoch erst wirklich zum Lachen.", gestand Jérôme mit einem seichten Lächeln. "Ich hoffe doch euer Gnaden haben Gefallen an diesem Stück gefunden?", fragte Jérôme dann höflich und erkannte schon vor ihrer Antwort, an dem ehrlichen Lächeln und dem Funkeln in ihren Augen, dass es sie fröhlich gestimmt hatte. Es war seltsam, denn trotz ihrer Jugend und der damit im Adel so oft einhergehenden Unbeschwertheit, hatte sie in den Tagen vor ihrem Ausritt, bei jeder Gelegenheit zu der er sie zu Gesicht bekommen hatte, sehr bedrückt und in sich gekehrt gewirkt. Er war froh, dass diese Gefühle sie nicht immer dominierten, und sie auch Lachen konnte. Gerade als sie zu einer Antwort ansetzten wollte, kam Charles mit einem Tablett herbei und ohne Vorwarnung, stolperte er ihn ihre Richtung. In seinem verzweifelten Versuch, mit einem Ausfallschritt das Gleichgewicht zu behalten und nicht zu fallen, brachte er das Tablett dazu sich zu neigen. Auf seinem Weg zum Boden entleerte der Krug seinen Inhalt auf Ileana und Jérôme und einer der Becher landete auf Ileanas Schoss.
Erschrocken holte Jérôme Luft und blickte auf das vom Rotwein ruinierte Kleid. "Euer Majestet Kleid. Oh Nein, welch ein Unglück!", fluchte Jérôme und erhob sich schnell von seinem Stuhl. Er reichte Ileana seinen Mantel und wandte sich zu einem der Diener um. "Eilt sofort in die Gemächer der Königin und legt dort ein paar ihrer Kleider zurecht!", befahl er ihm mit einer Stimme, die daran gewohnt wirkte, während er Charles auf die Beine half, dessen Ausfallschritt nichts genützt hatte. Dann wandte er sich wieder Ileana zu. "Kommt euer Gnaden, ich bringe euch zu euren Gemächern, ehe ihr euch noch erkältet.". Jérôme bot ihr seine Hand an.
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Dez 12, 2014 12:15 am

Die ersten Töne des Liedes wehten zu ihnen herüber. Charles beeilte sich zusammen mit den anderen um wieder auf die Tribüne zu kommen, ehe jemand ihr Verschwinden wahrlich bemerken konnte. Eine Trommel schlug in einem dunklen, durchdringenden Ton welcher noch im Brustkorb vibrierte und das Herz zu zwingen schien im gleichen Takt zu schlagen. »Das Lied ist  nicht sonderlich alt« erklärte der Kämmerer Ileana und flüsterte um die aufbrausende Musik nicht zu stören. »Es ist ein Soldatenlied, in den Grenzlanden gesungem. Ich dachte, es würde euch neue Einblicke gewähren«. Kaum hatte er seine Worte beendet, trat ein in die Jahre gekommener Mann mit grauem Bart nach vorne und begann mit volltönigem Brustton zu singen:

»Ryanti in Not!
In Ryanti reitet der Tod!
In Ryanti reite der Tod!

Der Imperator reitet auf einem kohlschwarz Rappen, er hat ein undurchsichtig Kappen!
Wenn Ryantier in das Feld maschieren läßt er sein Roß daneben galoppieren!

Ryanti in Not!
In Ryanti reitet der Tod!
In Ryanti reite der Tod!

Noreag reitet auf einem lichten Schimmel, schön wie ein Alveranier vom Himmel. Wenn Mädchen ihren Reigen schreiten will er mit ihnen im Tanze gleiten!

Ryanti in Not!
In Ryanti reitet der Tod!
In Ryanti reite der Tod!

Noreag kann auch die Trommel rühren, man kann den Wirbel im Herzen spüren! Er trommelt hell, er trommelt laut, er schlägt auf einer Totenhaut!

Ryanti in Not!
In Ryanti reitet der Tod!
In Ryanti reite der Tod!

Als er den ersten Wirbel hat geschlagen, da hats das Blut vom Herzen getragen! Als er den zweiten Wirbel schlug den Reiter man zu Grabe trug!

Ryanti in Not!
In Ryanti reitet der Tod!
In Ryanti reite der Tod!

Der dritte Wirbel ist so lang gegangen, bis der Gegner des Herrn Segen hat empfangen, der dritte Wirbel ist sanft und lind, als wiege eine Mutter in den Schlafe ihr Kind.

Ryanti in Not!
In Ryanti reitet der Tod!
In Ryanti reite der Tod!

Noreag kann Rappen und Schimmel reiten, Noreag kann lächelnd im Tanze schreiten. Er trommelt laut, er trommelt fein. Gestorben, Gestorben, Gestorben muß sein!«
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Dez 12, 2014 12:34 am

Trübsinn war in ihrer Miene zu erkennen als sie dem Lied lauschte, das der alte Mann dort sang und langsam schlug sie die Lider ein Stück weit nieder, weil ihr bewusst wurde, was dort vorn vor sich ging. Es waren Soldatenlieder, hatte Charles ihr mitgeteilt und eben dies war jene unangenehme Wahrheit, die bislang stetig vor ihr zurückgehalten wurde und mit der sich offensichtlich niemand gewachsen gefühlt hatte. Wenn Ryanti wahrhaft eine solch dringende Gefahr war, wieso führten sie dann einen Krieg gegen Valencia, wo doch die Gefahr so viel näher war? Ileana begriff es nicht, verstand die Entscheidungen der Kriegsherren nicht mehr, die sich mit einem solchen Feuereifer für den Krieg begeistert hatten und in ihrem Inneren keimte der Zorn darüber auf. Sie hatte es bislang niemals in Frage gestellt und missmutig verzog sie für einen kurzen Augenblick lang das Gesicht während sie ihre Hände in ihrem Schoß zusammen ballte. Es würde sich in jedem Fall etwas ändern müssen und es war ihr gänzlich gleichgültig, was Aiko davon halten würde, gesetz dem Fall er kehrte überhaupt zurück nach Alagäsia.
"Vielen Dank für dieses Lied, Ser Charles", erhob sie die Stimme und lehnte sich zurück, während sie in Gedanken bereits wieder bei einigen anderen Entscheidungen war, welche noch getroffen werden mussten. Die Grenzen mussten befestigt werden, es mussten mehr Männer dort abgestellt werden, um für die Sicherheit dort zu sorgen und vielleicht würde eine starke Mauer dort dafür sorgen, dass die Menschen der Grenzlande sich sicherer fühlten und von jenem grausamem Tod beschützt werden würden. Sollte Aurea doch ausgesperrt bleiben - bislang hatte sich das Reich der Magier auch niemals vorher beschwert, geschweige denn sie in irgendetwas anderem als Härte und Grausamkeit unterstützt.
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Jérôme von Belatona

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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Dez 12, 2014 12:55 am

Jérôme hatte dem Lied gebannt gelauscht, welches Charles so leicht hin als Soldatenlied abgefertigt hatte. Es war seiner Meinung nach viel mehr, es drückte die Lage der Menschen sehr viel stärker aus, als es die Komödien getan hätten, von denen sich Robert und Charles so viel erhofft hatten. Seitdem Adam Velaryon mit den fremden Soldaten in dieses Land marschiert war, hatte sich das Volk sorgen gemacht. Die Kultur und die Religion der Ryantier war völlig anders als die der Alagaesier. Sie verehrten die Magier und gingen offen auf andere Völker zu, während man in Rynati Magier und andere Kulturen verabscheute, verachtete und abschlachtete. Die Katastrophe in Teirm hatte ihnen das offenbart und ihnen gezeigt, dass sie mit ihren Befürchtungen nicht falsch gelegen hatten. Seitdem lebte man in Angst vor diesem grausamen Reich am anderen Ende des Kontinents und dennoch hatte keiner etwas unternommen. Er hatte seinen Vater darauf gedrängt bei Hofe zu intervenieren, darauf zu drängen etwas gegen Ryanti zu unternehmen. Doch erst war ein unfähiger Truchsess an der Macht gewesen, dann ein junge Königin, dessen Kompetenz er hatte nicht untergraben wollen und letzten Endes ein fremdländischer König, dem er nichts vorschreiben wollte, stets im Versuch seinem Eid zur Treue gerecht zu werden. Nun waren die Truppen in Valencia, führten einen Krieg der nicht zu ihnen passte, gegen Menschen die Magier beinahe so sehr verehrten wie sie und zwar um vor einem Reich zu buckeln, dass Magier jagte und mehrmals Lady Adriana in Gefahr gebracht hatte.
Jérôme war sich sicher, dass sein Vater einen Fehler begangen hatte, doch er war nun einmal sein Vater. Nun hier seine Meinung über die Fehleinschätzung des Königs zu reden, könnte ihn den Kopf kosten, darum entschied er sich für eine diplomatischere Wortwahl. "Dieses Lied ist sehr gut gewählt. Ich bin mir sicher, in Valencia werden es die Soldaten oft am Feuer in Gedanken an ihre Familien gesungen haben.", erklärte Jérôme ruhig und blickte von Ser Charles zu Ileana. Sie wirkte nicht mehr so fröhlich, er sah ihr an dass sie etwas bedrückte. "Ist euch nicht wohl, euer Gnaden?", fragte Jérôme vorsichtig.
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Ileana Xeldaric
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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Dez 12, 2014 1:03 am

"Dieses Lied hat mir lediglich wieder in Erinnerung gerufen, wo die dringlicheren Gefahren ruhen und dass wir eben jene nicht weit über dem Meer finden werden", lautete Ileanas Antwort, deren gute und ausgelassene Stimmung mit jenem Lied ein abruptes Ende gefunden hatte und wieder von der Ernsthaftigkeit und der bitteren Realität eingeholt wurde, die sich hier in jenem Lied offenbarte. Sie hatte Jeromes Seitenhieb durchaus verstanden, hatte begriffen, was es hieß, dass die Männer in Valencia dieses Lied sangen in Gedenken an ihre Familien, die von Ryanti noch immer tyrannisiert wurden während sie in einen Krieg gezwungen worden waren, den sie niemals gewollt hatten. In diesem Reich lief noch so viel falsch, dass ihr die Galle dabei hoch kam, wenn sie darüber nachdachte, wie sehr sie all das in die falschen Hände gelegt hatte und sich darauf verlassen hatte, dass alles wieder gut werden würde, wenn nur genügend Zeit verging. Es waren bittere Lügen gewesen, die zahllosen Versprechen nicht mehr als Heuchelei, die Schwüre nichts mehr als Vertröstungen und langsam schüttelte Ileana den Kopf.
Diese Menschen dort draußen in den Städten verließen sich auf sie, sie hatten an sie geglaubt als sie zu ihnen gesprochen hatte und sie hatte sie im Stich gelassen, jene Menschen, zu denen auch sie einst gehört hatte und für die sie einstehen sollte. Wärmend rieb sie sich über die Arme, ergriffen von einer plötzlichen Kälte, von der sie wusste, dass sie nicht durch den kühlen Wind verursacht wurde, welcher über die im Freien gelegene Bühne fuhr. Langsam erhob sie sich von ihrem Platz und nickte den beiden Adligen noch einmal knapp zu. "Genießt den Abend, meine Herren. Eine geruhsame Nacht wünsche ich", erhob sie die Stimme und hob eine Hand als der erste der beiden sich ebenfalls erheben wollte, nur um deutlich zu machen, dass sie nicht begleitet werden wollte als sie sich auf den Weg zurück ins Innere des Schlosses machte. Sie brauchte Luft, um zu denken - Luft, um Entscheidungen zu treffen.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Dez 12, 2014 1:14 am

Zwar hatte man ihm Kleidung von Charles gegeben, doch hoffte Robert inständig, dass man sie nicht als eben solche erkennen würde. Die Auswirkung dessen mochte er sich nicht einmal vorstellen und im ersten Moment hatte er Adriana dafür verflucht, dann jedoch hatte er nach und nach begriffen dass sie ihm dadurch überhaupt die Möglichkeit gewährt hatte, wieder zu dem Fest zurück zu kehren. Denn die Unterhaltung in dem Zwergenkostüm hätte ihm die letzten Tropfen des Ansehens gekostet, dass er noch am Hofe hatte. Nun zumindest hoffte er inständig, dass es diese Tropfen noch gab.
Doch auf dem Weg zurück zu dem Theaterplatz, an welchem sich alles versammelt hatte was zum Hofstaat gehörte, erblickte er Ileana, welche reichlich aufgebraucht und leicht desillusioniert zu ihren Gemächern ging, in einigem Abstand begleitet von ihrer Garde, welche die Hände an die Schwerter legte als sie sahen, wie sich Robert ihr näherte. „Euer Hoheit, kann ich…“ Doch sie ging einfach weiter, als wäre er nicht mehr als Luft die einen in jeder Sekunde umgab und die man nicht einmal beschreiben konnte. Er wollte noch um Verzeihung bitten, doch selbst dafür war es zu spät, denn alsbald war die junge Frau verschwunden und Robert stand, reichlich konsterniert da, blinzelte ein paar Mal, ehe er den Entschluss fasste dennoch zum Theater zurück zu gehen, einfach um sich auch in normaler Kleidung zu zeigen, was den finalen Eindruck der restlichen Adligen vielleicht ein wenig verändern würde.

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Jérôme von Belatona

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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Dez 12, 2014 1:29 am

Jérôme fühlte sich schlecht und schuldig; An der Art wie die Königin reagiert hatte, bevor sie verschwunden war, meinte er ablesen zu können, dass er schuld an ihrem Zustand war. Er ging davon aus, dass es sein Seitenhieb war, dass sie sich der gefährlichen Lage ihre Landes, als Nachbar Ryantis durchaus bewusst gewesen war, aber ihr womöglich einfach die Hände gebunden waren. Vielleicht lief die Ehe des Köngispaares ganz anders ab, als er vermutet hatte, nicht im Einklang miteinander, sondern mit Aiko am Steuer, als Herrscher mit eiserner Faust. Doch all das waren nur Vermutungen, in die er sich nicht weiter hinein steigern wollte. Heraus kam, dass er scheinbar die Schuld am sehr aufgewühlten Gemütszustand der Königin trug und das schmeckte ihm überhaupt nicht, nachdem er so viel gefallen an ihrer heiteren Art und ihrem vor Glück strahlenden Gesicht gefunden hatte. Er wollte sich so bald wie möglich bei ihr entschuldigen, doch nicht mehr an diesem Abend. Sie würde Zeit für sich benötigen und es war nicht sein Recht, sie ihr zu nehmen.
Jérôme sah, wie Robert, nun gut gekleidet und ohne Kostüm, an Ileana vor rüber schritt, die ihn offensichtlich vollkommen ignorierte, und sich an seinen Platz neben seiner Mutter setzte. Er konnte beim besten Willen keine Ähnlichkeiten zwischen den beiden feststellen, doch dieser Anblick erinnerte ihn an etwas, dass er schon seit dem Ausritt hatte in Angriff nehmen wollen. Er suchte die Menge ab. "Bitte entschuldigt auch mich, Ser Charles.", erklärte Jérôme und erhob sich. Zielstrebig schritt er auf die Person zu die er entdeckt hatte und berührte sie sehr sacht am Arm, ehe er sagte: "Mylady Fiorenza, ich hoffe ihr habt einen schönen Abend. Aber sagt... gebe es die Möglichkeit euch kurz zu sprechen... unter vier Augen?"
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Dez 12, 2014 1:44 am

Langsam wandte sich Adriana dem jungen Adligen zu, welcher geradewegs auf sie zugetreten war und hatte in gespielter Überraschung die fein geschwungenen Augenbrauen ein Stück weit in die Höhe gezogen. Ein feines Lächeln umspielte die Lippen der Zauberin als sie ihren Blick über Belatona wandern ließ und das Unwohlsein in dem Gesicht des jungen Adligen registrierte, doch angesichts Ileanas Abgangs entschied sie jenen Zustand noch eine Weile lang beizubehalten ehe sie ihren Blick an ihrem Arm hinab wandern ließ, wo die Hand des jungen Adligen eine kurze Sekunde lang gelegen hatte. "Ser Jérôme", begrüßte sie ihn wenig später und neigte den Kopf vor ihm, war er doch noch immer ein Adliger, der offiziell über ihr selbst stand und dem sie Respekt zu zollen hatte, wenn sie dieses Spiel weiterhin zu spielen gedachte. Belatona war inzwischen bereits der Zweite, der zu ihr gekommen war und sie zweifelte in keiner Sekunde daran, dass auch Charles früher oder später zu ihr kommen würde, wenn er sich selbst keinen Rat mehr wusste. Sie hatte mitangehört, wie das leise Gespräch verlaufen war und selbst das Stück, welches Grahams Protege auserkoren hatte, hatte sie nur mit Missfallen mitangehört, weil sie genau gewusst hatte, worin es enden würde.
"Zuweilen scheine ich während der letzten Tage eine sehr beliebte Gesprächspartnerin geworden zu sein. Ein Umstand, welcher mich selbst stets aufs Neue ein wenig verwirrt", setzte sie ihre Worte leise fort während ein Funken von Belustigung in ihren hellen Augen aufflammte, die inzwischen wieder auf dem Gesicht ihres jüngeren Gegenübers ruhten und diesen noch einmal prüfend musterten. "Allerdings seid Ihr ein Mann von hohem Rang und Ehre und wer bin ich schließlich, um Euch diese Bitte abzuschlagen?", schickte sie nur wenig später hinterher und raffte mit einer Hand das lange Kleid, nur um hinüber zu den Stufen zu treten, die von der Tribüne hinunter führten und den Weg in die Gärten einzuschlagen. Er wollte ein Gespräch unter vier Augen, ebenso wie es Robert gewollt hatte und so wie es auch Charles noch von ihr fordern würde. Sie würde sehen, welcher von allen Dreien derjenige war, der am Besten geeignet war, um der Tyrannei ein Ende zu setzen.
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Charles Bennain

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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Dez 12, 2014 1:47 am

Charles hatte nur gelächelt, dem anderen zugenickt und sich schließlich ebenfalls von der Bühne entfernt. Jérôme war einen Schritt zu weit gegangen, hatte sich zu viel herausgenommen. Der junge Ritter schien seinen Platz zu vergessen und einen Triumph auf dem Rücken eines Pferdes mit einem wahren Sieg verwechselt zu haben.
Er selbst hatte die Königin auf die tatsächlichen Bedrohungen hingewiesen, abseits dessen was der König gerne sehen würde. Es gab mehr dort draußen als Fyonara, vor dem alle buckelten oder Valencia, welches einen hübschen Strohmann abgegeben hatte. Weitaus Zahlreichere - was sie brauchten waren Innovationen, tiefgreifende und allumfassende Reformen. Sie mussten von Neuem mit den Reitern sprechen und zu mehr werden ihren Schutzbefohlenen. Sie mussten alte Verträge wieder aufleben lassen. Jene Übereinkünfte, welche er während seiner Zeit in Grahams Obhut studiert hatte.
Es wurde Zeit für Änderungen - doch zuerst musste er Jérôme und Robert loswerden. Diese beiden Zecken hatten ihm bereits zu lange das Blut aus den Adern gesogen. Sie wollten die Königin, um ihre eigene Macht zu festigen, ohne einen genaueren Plan zu verfolgen. Charles war sich gewiss, dass weder Robert noch Jérôme den Begriff Königstreue überhaupt kannten. Sie würden versuchen Aiko auszuradieren um ihren Weg an die Spitze zu ebnen. Sollten sie es nur gustieren - er würde sich ihnen nicht in den Weg stellen. Er war nur der Kämmerer, die Figur am Rand. Er würde nicht zulassen, dass sie Ileana beeinflussten.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 9:34 pm

Er hatte vieles gesehen, drei Länder bereits an der Zahl, auch wenn er sich an eines davon kaum noch erinnern konnte. Er hatte unsagbares Leid und unendliche Freude gesehen, doch so etwas wie in diesem Land hatte er noch nicht gesehen. Es war weder eine brach liegende Walachei, in der sich die Menschen nur von zwei Dingen, nämlich von Ziegen und deren Milch ernähren konnten, noch war es eine blühende Reinkultur wie sie es in Fyonara gab. Auch war es kein Wust aller bekannten und unbekannten Kulturen, die sich in einem Kollektiv erstaunlicherweise zusammenschlossen, zumindest wenn die Stadtwachen ihre Arbeit taten.
Es war Weideland. Großes, ungenutztes Weideland auf dem am immer wieder vereinzelt Bauernhöfe sehen konnte. Einige davon wurden durch grimmig aussehende Männer, scheinbar Mietschwerter beschützt, andere nicht. Einige davon schienen zu florieren und eine reiche Ernte erwarten zu dürfen, andere hatten brach liegende Felder und abgebrannte Hütten. Erwähnenswert hierbei war, dass fast ausschließlich die Bauer mit den Mietschwertern wirklichen Gewinn vorzuweisen hatten. „Der König lässt sein Land in seinem eigenen Sud kochen. Er schert sich weder um die einfache Bevölkerung die letztlich für seine Versorgung zuständig ist, noch um das Außenbild das er damit preisgibt.“
Er hatte bereits von einigen Gelehrten die dieses Land auf ihren Pilgerreisen durchwandert hatten gehört. Die Leute hier hatten einen angeborenen Hass vor Fremden und allem was Neu war und eine Kultur, die, um es höflich zu formulieren, sehr einfach war. Sie glaubten an einen einzigen, großen Gott, nicht etwa auf mehrere Göttliche wie in Fyonara aufgeteilt. Doch war dieser Glaube kein Unterstützung, kein Mittel zum Zweck um die Bevölkerung anzutreiben und dem wachem und auch dem trüben Geist etwas zu geben, das ihn verband, nein. Im Namen dieses einen Gottes zogen Grafen die ein paar Kilometer weit auseinander lebten gegeneinander in die Schlacht, nur um dann über eine Ansammlung an zugehauenen Steinen zu herrschen, die ihnen ein paar Jahre später durch den nächsten Grafen oder gar Fürsten streitig gemacht wurde.
Und der König, der ritt neben ihm und erzählte voller Stolz die Geschichte dieses Landes. Varus hatte sich, zusammen mit einem Ausbilder der Infanterie von den Gesprächen abgewandt und übrig waren nur ein paar Männer der Kavallerie geblieben, die den Erzählungen des Königs lauschten. Er sprach immer wieder von seinem großen Land, doch war dies wirklich ein Land? Es war eine Ansammlung von Fürstentümern in denen alle paar Monate, vielleicht auch Jahre ein Mann ein paar Worte sprach und ein paar Entscheidungen fällte. Entscheidungen die in den ländlichen Regionen kaum ankommen würden. Wie denn auch? Im Umkreis von hundert Meilen gab es keine Staatsmänner, und was war ein Staat, ein Land ohne dessen Vertreter? Ein Trugbild, ein Schein, ein freies Stück Erde das sich jeder nehmen konnte, der Manns genug war es zu zivilisieren.
Ceunon und vor allem das Schloss der Stadt hatte ihm eine angenehme Abwechslung zu dem bisher gesehen geboten und weckte in ihm die Hoffnung, dass das Unterweisen der Offiziere vielleicht doch keine Hoffnungslose Aufgabe werden würde. Mit Schwung schob er sich aus dem Sattel, woraufhin die leichte Rüstung die er über die Reise stets angelegt hatte leise klirrte und noch eine er eine Hand heben konnte, eilte ein Junge, mit dem Gesichtsausdruck eines gebrandmarkten Tieres herbei und nahm ihm die Zügel ab. „Wenn der Herr es denn erlaube.“ Varus hatte genickt, verunsichert über eine solche Verzweiflung, wo er doch an einem Ort war, der herrschaftlich wirken sollte.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 10:01 pm

Er war bereits mit dem ersten Schiff aufgebrochen, nachdem Valencia in Fyonaras Hände gefallen war um rechtzeitig vor dem Winter wieder in heimischen Gefilden zu sein. Er hatte gehofft, dass dieses wilde, kriegerische Volk nun da er einen Krieg für sie geführt und gewonnen hatte ihn endlich anerkennen würden. Er hatte große Paraden und Siegeszüge erwartet, hatte erwartet das die Leute auf der Straße ihm Blumen aus den Fenster zuwerfen würden, so wie es einige Soldaten Fyonaras über Aurelius Siegeszug erzählt hatten. Aiko kannte die Geschichten von Alvias siegen, kannte die Freude und Ausgelassenheit der Alagaésianer aus Geschichten.
Doch was immer er erwartet hatte, er wurde enttäuscht. Es gab niemanden auf den Straßen, bis auf vereinzelte Leute die auf den Markt gingen und sich nur ab und an tief verbeugten, als er mitsamt einer kleinen Schar Soldaten durch die Straßen ritt. Kein Jubel, keine Feier - nichts. Auch als er den Innenhof betrat war die einzige Aufmerksamkeit die ihm zu Teil wurde die des Stallburschen.
Mit einem kräftigen Schwung setzte sich Aiko vom Pferd ab und sah sich mit zusammen gebissenen Kiefern um. Nichts. Er hatte sein Leben aufs Spiel gesetzt, hatte diesen dämlichen Krieg mitgemacht und tausende verschwendet - für nichts.
"Wo ist die Königin?" knurrte er einen der Diener leise an.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 10:16 pm

Varus sah, zusammen mit einigen anderen Männern des Hofstaates die dazu geeilt waren um ihren Herren zu begrüßen zu, wie dieser immer und immer wieder nach seiner Königin rief. Doch die Königin kam nicht, ließ kein einziges Lebenszeichen von sich verlauten und keiner der hier anwesenden wagte darüber zu sprechen. Die Zugereisten, Varus und einige andere der fyonarischen Offiziere und Ausbilder, sahen sich nur gegenseitig an. Er schloss sich dem Lachen, dass jedoch wohl versteckt ablief nicht an, doch hatte die Szenerie zweifelsohne etwas absurdes, denn der Mann der sich selbst als Herrscher betitelt hatte und das öfter als dass es ein Kind beim Spiel tat, wurde mit jeder Minute in der er warten musste wütender. Ob es dabei lediglich um die Königin ging blieb abzuwarten, vorläufig jedoch schien es nur dies zu sein, was ihn derartig erzürnte.
„Sicherlich ist sie nur verhindert um euch gebührend zu empfangen, euer Majestät.“ Er sagte es mit einem Grundrespekt, den er jedem Menschen zukommen ließ, doch die Erwiderung des Hofstaates war ein leises Kichern. Das wahrlich seltsame, wenn nicht sogar unheimliche daran war, dass niemand genau ausmachen konnte wer damit angefangen hatte oder woher es überhaupt kam, denn jeder der im Sichtfeld stand, zumindest in Varus Sichtfeld, hielt nur den Kopf ehrerbietungsvoll geneigt. Das Getöse hielt noch eine Weile an, von der Königin fehlte jedoch nach wie vor jede Spur. Eine wahre Schande dachte sich Varus, denn über die Frau die an Aikos Seite regierte kursierten in aller Herren Länder bereits mannigfaltige Gerüchte. Von einem herrischen Weib das seinen Mann beschnitten hatte, da Schwanz und Eier ihr besser standen als ihm, bis zu einer reinblütigen Königin, hübscher und sanfter als jegliches Gemälde es darstellen konnte. Varus glaubte an keines der beides Extreme, doch die Mitte, die vermutlich die Wahrheit bilden würde, interessierte ihn durchaus.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 10:32 pm

"Wer hat hier gelacht?" fragte Aiko mit einem mal, nachdem jeder Versuch nach Ileana zu Fragen fruchtlos geblieben war. Er war aus dem Krieg zurück gekehrt und die verdammten Diener lachten ihn aus? Die verdammten Fyonarer grinsten wie dämliche Esel während jeder ihn behandelte als wäre er ein Irrer, der sich aufführte wie der König und nur aus dem Zuchthaus ausgebrochen war. Wie konnten sie was wagen? Hatte er nicht alles getan was sie gewollt hatten? Hatte er nicht Härte bewiesen, hatte er nicht Stärke bewiesen? Er hatte den Krieg geführt, den dieses Land gewollt hatte und nun? Nun war er Hohn und Spott und dem verzerrten Grimassen niederer Menschen ausgesetzt.
"Wer wagt es über seinen König zu lachen? Wer von euch?" zischte er leise und trat auf einen der Stallburschen zu, der sich nur schwer ein Lachen verkneifen konnte. "Ich... nicht, Majestät" meinte er und schüttelte den Kopf. Hinter ihm erneut ein Lachen - er wirbelte herum und sah eine der Wachen, der zu langsam war um sein Lachen zu verstecken. "Zieh den Helm aus, ich will dein Gesicht sehen" befahl Aiko in düsterem Ton und der Mann gehorchte. Er war jung, vielleicht mitte zwanzig und in der Blüte seines Lebens.
"Du nimmst dein Messer" meinte Aiko leise und ein seltsamer Unterton lag in seiner Stimme während der Mann mit zitternden Händen folge leistete. "Und streckst die Zunge heraus" erneut gehorchte der Andere, während seine Augen von einem zum anderen huschten. "Und dann schneidest du.... dir deine Zunge mit dem Messer ab"  es ging alles zu schnell, der Mann schrie, gurgelte als das Blut in seinen Rachen lief und die Zunge auf den Boden fiel. "Findet das hier noch irgend jemand lustig?" fragte er leise und drohend.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 10:48 pm

"Ein wahrlich bezeichnender Auftritt für den König zweier so großer Ländereien, er reicht beinahe an alte Traditionen zurück", erhob sich eine weibliche Stimme von den Treppenstufen, die hinauf zum Haupthaus führten. Bernsteinfarbene Augen waren auf die kleine Delegation gerichtet, die sich dort unten aufhielt während der kalte Wind durch lange, dunkelbraune Locken fuhr, sie in ein schmales Gesicht hinein wehte, auf dem kein einziges Lächeln stand, welches die Zauberin sonst zeigte und langsam tat sie Schritt um Schritt nach vorn, die Treppen hinunter während ein paar der Wachen ihr in einigem Abstand folgten. Die Rückkehr des Königs war rasch verbreitet worden und Adriana hatte dafür Sorge getragen, dass wenigstens der Hof ihn gebührend begrüßen würde, hatte Ileana in ihre Gemächer geschickt, damit sie sich umziehen konnte während sie selbst die Begrüßung übernommen hatte. Dass dies eine fragwürdige Ehre war, hatte sie spätestens dann festgestellt, als die junge Wache sich mit ihrem eigenen Messer die Zunge heraus geschnitten hatte und gurgelnd zu Boden gesunken war.
Unverständnis und Zorn lag in ihren Augen als sie vor Aiko trat und eine knappe Verbeugung sehen ließ. "Es ist schön Euch wieder zu sehen, Majestät", sagte sie lediglich, weil sie es in jenem Augenblick für nicht angemessen hielt, ihm die Dummheit, die er begangen hatte, noch deutlicher zu zeigen. Nicht in Anbetracht der fyonarischen Soldaten, die ihn begleiteten und die ohnehin wissen würden, was er soeben mit Magie getan hatte - sie würden ohnehin nichts davon halten und einen Bericht zurück an ihren Bruder senden, er würde Maßnahmen ergreifen, dessen war sie sich sicher. Ohne dem König noch einen einzigen Blick zukommen zu lassen, trat sie hinüber zu der Wache, die er soeben malträtiert hatte und neigte sich zu der Wache hinab, ließ ihn nach vorn beugen, damit er das ganze Blut nicht weiter verschluckte und vielleicht doch daran ersticken würde. Es dauerte vielleicht ein paar Sekunden noch bis sie schnelle Schritte wahrnahm, die sich ihr näherten und Adriana lächelte sacht als sie Coreens besorgten Blick wahrnahm, welchem ein leises "Er ist wahnsinnig geworden" folgte, das nur für die Ohren der anderen Zauberin bestimmt war und das Adriana nur mit einem ebenso leisem "Ich weiß" beantwortete.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 11:02 pm

"Fiorenza, Xeldaric" erwiderte Aiko und nickte den beiden Freundinnen kurz zu. "Ich bin erfreut euch wieder zu sehen. Dieser Diener vergaß sich. Ich habe ihm die Rollenverteilung bei Hofe noch einmal näher gebracht" erklärte er leichthin, während er sich den Staub der Reise von dem seidenen Mantel klopfte. Endlich war Ruhe eingekehrt - niemand lachte mehr über ihn, und alle hielten die Köpfe gesenkt. War dies etwa wirklich die einzige Möglichkeit diese Menschen unter Kontrolle zu halten? Er schüttelte den Kopf - das war jetzt unwichtig. Während der gesamten Heimreise hatte er sich überlegt was er zu Ileana sagen sollte. Er wusste, dass er sie damals vor seiner Abreise verletzt hatte, doch er würde es wieder gut machen. Jetzt wo er für sie ein Land unterjocht hatte, würde sie erkennen müssen was für ein Glück sie mit ihm hatte. Sie würde erkennen, dass die Gerüchte der Adligen nichts weiter als Gerücht wahren. Noch immer schmerzte sein Kopf von der langen Reise zu Pferd. "Wo ist meine Gemahlin? Ich will sie sprechen"
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 11:17 pm

Nun der wahnsinnige König hatte sein Ziel erreicht, niemand in der unmittelbaren Umgebung lachte, doch auch sonst war kein einziges Geräusch zu hören. Es war als würden selbst die Tiere inne halten, als wüssten sie, dass ihnen bei falschen Geräuschen der langsame Tod auf dem Schlachtbeil drohen würde. Vielleicht würde er sie sogar selbst töten, denn scheinbar schien Aiko eine gewisse Lust darin zu verspüren hilflose Wesen zu töten. Seien es nun Untertanen, oder Tiere. Auch sein Hosenbund zeugte davon dass der Herrscher Alagäsia Aureas einen recht Offensichtlichen Hang zur Gewalt hatte und das das Lächeln, dass er noch immer auf dem Gesicht trug, nicht von ungefähr kam. Jedoch war Varus klug genug nichts zu sagen und da seine Kameraden noch immer konsterniert auf das Opfer blickten, um das sich inzwischen gekümmert wurde, übernahm er die Aufgabe sich im Namen seines Volkes zu verneigen, als Coreen zu ihm blickte.
Er kniete nicht, alles was er tat war, die Hand an den Bauch zu legen, und bei eben dieser Bewegung gab die dünne Rüstung ein leises Rascheln von sich. Dann neigte er sich nach vorn, senkte den Blick für einen Augenblick und richtete sich wieder auf. Er hatte viel über diese Frau gehört und ihre Pflanzenalmanache, von denen er selbst einige gelesen hatte, waren erstaunlich fortschrittlich, gut illustriert, was man bei den Gemälden dieses Landes gar nicht vermuten mochte, doch vor allem Stichhaltig mit Fakten gefüllt, keineswegs schwammig umschrieben um nur mit dem Volumen an Worten zu beeindrucken, was dieser Tage ein durchaus gängiges Mittel war um das eigene Werk als fachlich korrekt zu bezeichnen. Adriana hingegen grüßte er nur mit einem Kopfnicken, lächelte daraufhin jedoch kurz.
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Adriana Fiorenza
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 11:34 pm

"Hoffentlich weit genug weg von dir Irren", raunte Coreen leise und erhielt ein schmales Lächeln von Adrianas Seite her, die lediglich mit einem ebenso leisen "oder mit den besten Waffen ausgerüstet" antwortete und den jungen Wachmann in den kundigen Händen der anderen ließ und sich selbst von ihrem Platz erhob. Was war nur aus Aiko geworden während der Zeit des Krieges? Sie hatte an ihm gezweifelt, nachdem er begonnen hatte, Ileana weh zu tun, hatte aber geglaubt, dass ein wenig Abstand ihm gut tun würde - ihn jetzt zurückkommen zu sehen und zu spüren, dass er sich kaum mehr von dem Wahnsinnigen in Ryanti unterschied, ließ sie erneut schaudern. Vielleicht war es keine gute Idee gewesen, hier bleiben zu wollen - vielleicht war Fyonara doch eine gute Idee, vielleicht sollte sie ihren Bruder doch um eine Bleibe für Elijah und sie bitten. "Sie ist beschäftigt, Majestät. Nachdem wir erfuhren, dass Ihr zurückkehrt, bereiteten wir alles für Eure Rückkehr vor, angesichts des nahenden Winters war es uns jedoch unmöglich für Euren glorreichen Sieg Blumen regnen zu lassen", führte Adriana weiter fort und schritt nach vorn, vorbei an Aiko und neben ihm noch einmal kurz verharrend. "Ich habe einen Namen, Aiko. Vergiss dich selbst nicht", grollte sie noch leise und schüttelte noch einmal den Kopf ehe sie durch die Soldaten hinüber zu einer anderen Gestalt trat, die bei ihnen war.
Ihre Züge hellten sich auf, ihr Lächeln kehrte weitaus ehrlicher wieder zurück und die Anspannung schwand aus ihrem Körper als ihre Augen auf Elijahs Gestalt fielen, der sich unter den Soldaten befand. Sie hatte gewusst, dass er wieder lebend zu ihr zurückkehren würde und dennoch - ihn nun zu sehen und zu wissen, dass er nicht mehr so bald von ihr fortgerissen würde, erleichterte sie weit mehr als sie selbst geglaubt hatte und sie beschleunigte ihre Schritte, vergaß all die Augen, die auf ihr lagen ehe sie die Arme um den Körper des anderen schlang. "Ich wusste, du würdest zu mir zurück kommen", flüsterte sie leise und streckte sich zu ihm nach oben, um ihn zu küssen.
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Elijah Chamberlain

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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 11:44 pm

Ihre Lippen waren weich und voll, schmeckten nach reifen Himbeeren und Anis und die Wärme ihrer Umarmung durchströmte seinen ganzen Körper. Er umarmte sie fest, küsste ihre Haarpracht und schob sie ein wenig von sich um sie ganz betrachten zu können. "Natürlich komme ich zurück - immerhin hat Valencia mir nichts entgegen zu setzen. Deinem Bruder gehts übrigens auch hervorragend, außer Ser Alvias ist niemand wichtiges verletzt worden" erklärte er leise und seine Stirn berührte die Ihre. "Ich liebe dich, ich habe dich vermisst - so unglaublich vermisst. Du glaubst garnicht was da drüben passiert ist. Aiko hat versucht sich einen Namen zu machen, er hat wirklich versucht irgendwie militärisch zu werden. Aber niemand hat ihn ernst genommen, ich glaube irgendetwas in ihm... ist kaputt gegangen. Er war die ganze Fahrt über seltsam und... abweisend. Du solltest wirklich" er sah hinter sie, blinzelte. "Wo ist er?"
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Dez 15, 2014 11:58 pm

Schlanke Finger zogen den Vorhang zurück und eröffneten dunklen Augen den Blick in den Innenhof. Eine kühle Briese wehte ins Zimmer und trug die Stimmen an die Ohren der Fremdländerin. Kasumi war gekommen um ihren Bruder wieder zu sehen, um zu hören wie es ihm ergangen war. Sie lebte in Abgeschiedenheit und das wollte in Aurea schon etwas heißen, darum hatte sie nur wenig von den Geschehnissen in diesem Reich gehört. Doch je länger sie an diesem Ort verweilt hatte, umso schauriger waren die Geschichten geworden, die sie gehört hatte, desto weniger hatte sie den Worten glauben schenken wollen, gerade da sie von diesen Leute ausgesprochen worden waren. Sie kannte ihren Bruder, wusste um seine Friedfertigkeit, um seinen Sinn für Gerechtigkeit und seinen Wunsch das Volk glücklich zu machen. Sie konnte diesen Intriganten Stimmen einfach nicht glauben, sie konnte nicht... doch was sie sah, zwang sie dazu... Sie kannte ihren Bruder...
Wie ein Irrer schrie er nach seiner Frau, als sei sie ein Hund, der zu hören hätte, wenn ihr Herrchen sie rief. Alle zeigten sie sich gebeugt und doch lachten sie, lachten über den gehörnten Ehemann. Die Wut die aus seiner Stimme sprach... Das hatte Kasumi noch nie von ihm gehört, hätte nie damit gerechnet, dass sie in ihm lebte. Doch das schlimmste kam ja erst noch, die Brutalität, die Gewalt, die... Grausamkeit, die Aiko offenbarte. Er ließ diesen Mann seine eigene Zunge abschneiden! Was war in ihn gefahren?! Kasumi konnte es kaum glauben, sie konnte sich nicht vorstellen was ihm widerfahren sein musste, dass er sich so veränderte. Sie wollte nicht glauben, was da passierte, doch es war nicht abzustreiten. Sie sah wie die Magierinnen dem Mann zu Hilfe kamen und Kasumi wandte sich von dem Fenster ab, ließ den Vorhang wieder seinen Platz einnehmen. Sie musste mit ihm reden.
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Jérôme von Belatona

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BeitragThema: Re: Innenhof   Sa Feb 07, 2015 12:58 am

Jérome saß bereits im Sattel und wartete mit zwei Wächtern auf die Ankunft Ileanas. Er war zu früh, das wusste er und er war nervös, das merkte sogar Narziss. Es hatte ihn ein wenig Überwindung gekostet, der Königin eine Einladung zu einem Ausritt zukommen zu lassen, doch seine Schwester hatte ihn davon überzeugt, dass es das richtige war. Er war überglücklich nun ein wenig Familie in der Hauptstadt zu haben, seine geliebte Schwester nun sehen zu können, wann er wollte. In einem Gespräch mit ihr, war ihm auch erst wirklich bewusst geworden, wie er zu Ileana stand, was er für sie empfand, ein Umstand für den er sich reichlich dumm vor kam. Ein erwachsener Mann, dem erst durch eine Außenstehende deutlich gemacht werden musste, welche Gefühle er einer Frau entgegen brachte. Mathilde hatte ihm klar gemacht, dass sie durchaus noch Chancen für ihn sah, doch dass er Ileana dafür zeigen musste, was er fühlte.
Während ihm das durch den Kopf ging und er über diese wirre Situation leicht den Kopf schüttelte, erschien Ileana auf ihrem Pferd im Hof. Sie zauberte ihm ein glückliches Lächeln auf die Lippen. "Euer Majestät, ich freue mich dass ihr meiner Einladung gefolgt seid.", erklärte Jérome freudig und verneigte sich so gut es möglich war, im Sattel. "Wir haben einen guten Tag erwischt, die Sonne scheint und es ist nicht all zu kalt."
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