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BeitragThema: Hafen   Fr Aug 22, 2014 9:41 pm

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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 9:54 pm

Lucan ging mit langsamen Schritten über den großen Hafen und wischte sich dabei den Schweiß aus der Stirn. Die Sonne brannte unaufhörlich und er war dieses Wetter nach dem langen Jahr in Fyham nicht mehr gewöhnt. Das Land dieser Wilden, welche einst ihre Herren gewesen waren, war so unwirtlich und kalt gewesen wie die Herzen der Menschen die dort lebten und geherrscht hatten. Das Gewicht der Münzen in seinem Beutel beruhigte ihn und stellte auch das Gewissen ruhig, dass ihn ab und an Nachts geplagt hatte. Er selbst war als Sklave geboren worden - seine Eltern waren zwei Sklaven in dem Haus eines hohen Herren aus den Norden gewesen und hatten sich dort verliebt. Und der Sohn zweier Sklaven... nun, der Sohn gehörte dem Herren ebenso wie es die Eltern taten. Doch sein Herr war gerecht gewesen und hatte es dem Jungen erlaubt zum Militär zu gehen um dort seine Dienstzeit abzuarbeiten und ein Bürger Fyonarers zu werden. Und so war es das Stück Pergament, welches in einer Rolle an seinem Gürtel baumelte, dass sein Herz wahrhaft vor Freude springen ließ. Er war nun vierunddreißig - und hatte somit zwanzig Jahre im Dienst der Militärs verbracht. Es wurde Zeit, dass sein Leben ihm gehörte. Von dem Geld wollte er einen kleinen Laden eröffnen, vielleicht eine Frau finden - Kinder kriegen. Die ganze Welt stand ihm nun offen und dieser Gedanke ließ ihn die Welt um sich herum vergessen. "Scheiße!" er hörte den gellenden Schrei, das Sirren eines Seils, das durch den Flaschenzug rauschte und hob den Blick um noch zu sehen wie eine große Steinladung auf einer Palette von Oben auf ihn zukam. Das Seil des Flaschenzugs mit dem sie die Waren vom Schiff aufs Festland beförderten musste gerissen sein - das waren Lucans letzte Gedanken als er die Arme instinktiv über den Kopf hob und darauf wartete, dass der Schmerz ihn wie ein Hammerschlag treffen würde. Er spürte eine Erschütterung und Holz sowie Steinsplitter schossen durch die Gegend, staub regnete auf ihn herab und als er die Augen öffnete sah er noch das violette Leuchten, dass seine Hände umgab. Mit einem Mal war er sehr still im Hafen geworden und alle Augen auf ihn gerichtet, während er selbst noch immer seine Hände und das zerstörte Gestein ansah. "Nein...." flüsterte er leise, schüttelte den Kopf. "Nein nein nein nein nein!" er wandte sich um und rannte - seine Füße trugen ihn schon ehe sein Geist überhaupt verstanden hatte, was das für ihn bedeutete.
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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 10:17 pm

Der Beschluss der vor zwanzig Jahren durch die verschiedenen Städte gegangen war, machte diese gesamte Situation erst möglich, die sich in diesem Augenblick abspielte. Es hatte vor einigen Jahrzehnten mehrere, unvorhergesehene Angriffe von Magiern gegeben, bei welchen gute zwei Dutzend Menschen gestorben waren. Dies hatte den damaligen Konsul schließlich dazu gebracht, die Jäger von der Jagd für die sie beauftragt wurden, auch in die einzelnen Kasernen der Städte zu schicken. Es gab in jeder größeren Stadt mindestens vier Jäger, wobei zwei stets bereit standen einzugreifen, sollte es eine derartige Meldung geben. Diese Tradition hatte sich über die Jahre hinweg gehalten, auch wenn sich die Meldung weiterer Angriffe fast auf null minimiert hatte. Doch nur aus diesem Grund, durch die Tode von knapp 24 Menschen vor ein paar Jahrzehnten, stand Annaeus vor Lucan. Es waren die verschreckten Rufe, die ihn innerhalb weniger Augenblicke hierher geleitet hatten und ihn zur Vorsicht ermahnt hatten. „Teufel“ „Dämon“ oder „Missgeburt“ waren wohl die am häufigst verwendeten Schimpfwörter.
Annaeus blieb nicht viel Zeit, sodass er den Beutel mit den Magiehemmenden Drogen bereits durch einen kurzen Ruck an der Schnur, der das Bündel zusammen hielt gelöst hatte und in der anderen Hand seine Waffe hielt, welche mit starkem Gift versehen war, das eine beinahe narkotische Wirkung hervorrufen konnte. Jedoch war dieses Gebräu ebenso teuer wie es einzigartig war, sodass nicht die ganze Klinge, sondern nur Teile davon im hellen Schein der Sonne blitzten. Der Jäger schlug einen schnellen Haken als er die, vor ihn fliehende Gestalt in eine Seitengasse abbiegen sah. Glücklicherweise endete diese jedoch in einer Sackgasse, sodass er der Starre Blick des Mannes auf ihn gerichtet war und der Beutel mit den, in Pulverform gelösten Droge direkt vor ihm auf den Boden ging und mit einem lauten „Puff“ in die Luft strömte.
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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 10:32 pm

Lucans Augen weiteten sich vor Angst während er den Mann vor sich sah - er kannte seinen Namen nicht, hatte sein Gesicht niemals gesehen aber die Sicherheit mit der er geradezu durch die Gasse stolzierte und dessen kalte Augen direkt auf ihn gerichtet waren. Er spürte wie seine zitternde Hand zu seiner Hüfte glitt wo er sein Schwert vermutete - doch natürlich war es nicht dort. Was hatte er sich auch gedacht? Er war Zivilist - er hatte kein Anrecht darauf eine Waffe zu tragen. Sein Herz raste während er sich panisch in der Gasse umblickte und nach irgendetwas suchte, dass ihm als Verteidigung dienen konnte. Dies fand er schließlich in Form einer langen eisernen Stange, mit welcher die Hausfrauen wohl sonst Wäsche von den Leinen angelten, welche quer über die Gasse gespannt waren.
"Hört mir bitte zu! Das hier ist ein Missverständniss! Ich bin ein Veteran! Ein Bürger Fyonarers! Glaubt mir! Ich habe Papiere und all das - ich... ich habe nur Glück gehabt!" flüsterte er leise
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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 10:43 pm

Seine Waffe glitt langsam, vollkommen ruhig, als wäre sie ein Teil des Arms hin und her, während der Mann gemäßigt und bedacht nach vorne Schritte. Der stechende Schmerz an seinen Schläfen, der damals, als er sich in dem Turm der Magie befunden hatte zum Höhepunkt getrieben worden war, stach durch seinen Kopf und eben dieser ließ die Lider seine Augen wild zucken. „Ihr seid eines der Geschöpfe, die unser Land vernichten werden, wenn wir euch nicht einsperren und vor der Welt verschlossen halten. Bei der Mutter der Götter, ergebt euch! Zeigt euch wenigstens jetzt, in dem Moment der Offenbarung eurer räudigen Schande wie ein wahrer Bürger Fyonaras und stellt euch, damit man euch von den anderen, normalen Menschen fortschaffen kann.“
Er atmete tief ein und aus, legte nun auch die andere Hand, die zuvor nur herab gehangen hatte an den Griff seines Schwertes, welches noch immer hin und her tanzte. Das Pulver, das sich inzwischen in dem hinteren Teil der Gasse in dem sie standen verteilt hatte, brachte einen bitteren, ja beinahe säuerlichen Geschmack auf der Zunge ein. Einen Geschmack den er kannte und der ihm in diesem Moment des Kampfes, in dem Moment, in dem er eines der Monster stellte, Trost spendete.
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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 10:51 pm

"Bitte nicht" flüsterte er leise und schüttelte den Kopf. Er hatte doch so lange für all dies gearbeitet - er war kein Magier. Ja, er verstand doch nicht einmal selbst was dort unten am Hafen mit ihm Geschehen war. Es musste ein Unfall gewesen sein, ein Versehen oder etwas dergleichen. "Ich werde es nie wieder tun - das schwöre ich euch, Herr. Bitte... ich habe in Fyham gekämpft! Ich bin ein treuer Untergebener von Aurelius de Gaweia und habe in seiner Legion gekämpft! Ich flehe euch an. Ich bin kein Dämonenanbeter - ich habe nichts unrechtes getan. Es liegt doch nur ein Irrtum vor!" erklärte er und hob die Eisentange schützend vor sich. Der seltsame Geschmack ließ ihm schlecht werden und er taumelte einige weitere Schritte zurück und schloss die Augen. Wie hatte es zu alle dem kommen können. Er hatte heute morgen das Bürgeramt verlassen mit dem Gefühl nun ein neues Leben beginnen zu können und nicht das seine zu verlieren.
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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 11:04 pm

Mit einer einzigen, schnellen Bewegung ging er nach vorn, jedoch wurde das Schwert durch die Metallstange abgehalten, sodass ein hoher, schriller Ton entstand, der einen Augenblick lang schmerzhaft in den Ohren nachhallte. „Schweigt! Ihr verdient es nicht unsere Sprache zu wählen, verkommener Unrat!“ Er stieß den Fuß nach vorn, jedoch nicht direkt gegen das Bein des anderen, sondern gegen den Boden, sodass der Staub und Sand der auf diesem lag, nach oben geschleudert wurde. Dreck und Sand machten sich nun in dem Geschmack auf der Zunge mit breit, doch nahm er dies nicht einmal wirklich war.
Ein Schlag folgte, direkt mit der rechten Hand gegen die Wange des Mannes, welche sich in dem Schwung der auf den Tritt gefolgt hatte von dem Griff gelöst hatte. Eine rote Spur, einem Handabdruck nur entfernt ähnlich machte sich auf dem Gesicht des Feindes breit, während Annaeus nun seinerseits zum ersten, schweren Hieb ausholte und versuchte den Mann seitlich in die Rippen zu treffen.
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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 11:11 pm

Lucan schrie auf als ihm die Stange aus der Hand fiel und das Schwert über seinen Brustkorb strich. Riemen lösten sich und Leder riss als die Rüstung welche der ehemalige Soldate als gutes Omen angezogen hatte ihren ursprünglichen Dienst wahrnahm und ihn vor der tödlichen Verletzung bewahrte, dabei jedoch gänzlich aus dem Leim ging.
Lucan kam auf wackeligen Beinen zum stehen, stolperte und versuchte an Annaeus vorbei zu kommen während sein eigenes Blut den Sand rot färbte. Lucan musste an die Gladiatorenkämpfe denken, die er immer so gern besucht hatte und Blut floss ihm aus dem Mund während er an Annaeus vorbei stolperte und schließlich einige Kisten gegen den Jäger warf. Diese sprangen auf und Wassermelonen kamen dem Hasserfüllten entgegen während Lucan sich gegen eine kleine Tür warf. Das Glück war ihm dieses Mal hold, denn die Tür sprang sofort mit einem Klacken auf und er stürmte die lange Treppe hinauf - er musste die Dachluke erreichen...
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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 11:30 pm

Als die Früchte vor seine Füße fielen und ihm eben diese beinahe den Halt nahmen, fluchte er lauthals auf, lies das Schwert schließlich einfach fallen, belästigte es ihn doch in diesem Augenblick der vor allem anderen davon geprägt war, die Balance zu halten und ebenfalls durch die Tür zu gelangen. Ein hektischer Sprung verschaffte ihm schließlich das gewünschte Ergebnis und er fand sich in dem Haus wieder, in das der Fremde geflüchtet war. Es war ein typisches Fischerhaus, es roch muffig und allzu deutlich nahm man die Nässe wahr, die in den Wänden, in dem ganzen Gefilde des Hauses hockte und die Luft bitter schmecken ließ. Eine Frau schrie in irgendeinem entfernten Zimmer auf, hielt, mit wimmernder Stimme beide Hände gegen die Tür hinter der sie saß und die hinter der wohl eine Art Kammer für Vorräte oder ähnliches lag.
Doch war all dies vollkommen gleichgültig, sein Weg führte ihn weiter, hinauf auf das Dach, welches über eine dünne Treppe erreichbar war.
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BeitragThema: Re: Hafen   Fr Aug 22, 2014 11:37 pm

Lucan hörte noch immer wie sein Herz gegen die Brust hämmerte und glaubte es würde gleich heraus springen. Das Licht drang nur diffus durch die verrußten und schmierigen Fenstern und tauchte den Raum in ein seltsames, gräuliches Licht. Der Geruch von altem Fisch lag in der Luft und dominierte die Sinneswahrnehmungen so dermaßen, dass ihm davon beinahe schwindlig wurde. Vielleicht lag dies aber auch an dem Blutverlust, durch die Wunde an seinem Oberkörper.
Er schloss für einen kurzen Moment die Augen, hörte wie der Jäger schweren Schrittes die Treppe hinauf trampelte und erst als das Geräusch der Schritte verklang erlaubte Lucan sich durchzuatmen. Er wandte seinen Blick der zuvor starr auf der Tür gelegen hatte auf die Person die ihn hier herein gezogen hatte. Sein Retter trug verschlissene Fischerkleider und sein Gesicht war halb verbunden, während die andere Hälfte von Pusteln und aufgekratzten Beulen überzogen war.
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BeitragThema: Re: Hafen   Sa Aug 23, 2014 1:40 pm

Anneus wandte seinen hektischen Blick von links nach rechts, denn Griff immer wieder gespannt, verfluchte er sich doch dafür in diesem Augenblick sein Schwert fallen gelassen zu haben, spendete das Gewicht der Klinge ihm doch Trost, ebenso wie es ihm Sicherheit und Ruhe gab. Sie, was ihn und alle Jäger die zeitgleich mit ihm ausgebildet wurden inbegriff, hatten über die Jahre hinweg gelernt, die Spuren von Menschen nachverfolgen zu können, Bewegungen beinahe im Nachhinein rekonstruieren zu können, auf dass man die Fährte des Opfers, selbst wenn es keine Fußspuren gab, noch immer nachkonstruieren konnte. Doch auf all diese Kenntnisse hatte er in diesem Moment der Rage nicht zugegriffen, stattdessen hatte das wilde, unbändige Verlangen danach, seine Pflicht zu erfüllen ihn auf das Dach getrieben, hatte er doch stark angenommen das dieser von dort aus auf ein anderes springen und so die Flucht antreten wollte. Doch als er sich auf dem betonierten Dach wieder fand, welches von dem Dreck scheinbar endlos gefüllter Möwen bedeckt war, sah er um sich herum nichts, das in Reichweite eines Menschen war. Das nächste Gebäude lag gut neun Meter entfernt und war so niedrig gebaut, das man sich, selbst wenn man dieses Dach erreicht hätte, mindestens eines der Beine oder etwas dergleichen gebrochen hatte.
Ein lauter Schrei entbrannte seine Kehle, ehe er die Treppen wieder hinunter hechtete. Er konnte es nicht glauben, wollte es nicht wahrhaben. Keiner der Menschen hier konnte ein solches Wesen versteckt haben. Nein, nicht wenn er, ein Jäger des Reiches ihm auf den Spuren war. Jeder wusste was das zu bedeuten hatte und niemand, nein wirklich niemand wäre vermessen genug gewesen sich ihm in den Weg zu stellen. Also riss er, ohne die kreischenden Zivilisten weiter zu beachten Schränke auf, warf Betten um und hoffte jedes Mal aufs Neue, das Versteck des Magiers zu finden.
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BeitragThema: Re: Hafen   Sa Aug 23, 2014 1:46 pm

Lucans Herz pochte während er hörte wie direkt über seinem Kopf die schweren Schritte des Jägers auf den hölzernen Boden stapften und die Latten durchbogen. Staub rieselte in den Zwischenboden und der ehemalige Soldat musste sich zusammenreißen um nicht zu niesen, als Staub und Sägemehl auf sein Gesicht niederregneten. Noch immer hatte der Mann, der ihn versteckte kein einziges Wort gesagt sondern sah den Jäger, der nun seine Wohnung durchsuchte nur unnachgiebig mit dunklen Augen an und beobachtete diesen dabei wie er Schränke umwarf und dabei Mal um Mal über den Dielenboden schritt, welchen er nur wenige Momente zuvor aufgehebelt hatte um den Magier darunter zu verstecken. Der alte Stütze sich auf seinen Stock, stand hinter einige Säcken Getreide und wartete geduldig, bis der Jäger genug davon hatte sein ganzes Habe zu zerstören.
Lucan indes sah nichts außer den schwachen Schatten der Stiefel und versuchte flach und leise zu atmen, während die Dielen knarzten.
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BeitragThema: Re: Hafen   Sa Aug 23, 2014 1:58 pm

Ein Schütteln durchfuhr Anneus, zusammen mit der plötzlichen Panik das er den Mann den er suchte nicht mehr finden konnte. Er stürmte durch mehrere Wohnungen, während ein Großteil der Einwohner inzwischen die Flucht ergriffen hatte. Was für Narren sie doch warne, Narren ihm nicht bei seiner Arbeit zu helfen und nur noch mit Mühe erinnerte er sich an die Zeiten, wo ein Jäger mit das höchste war, was es in den Gesellschaftlichen Etiketten gab. Auch heute musste man ihnen noch immer Tür und Tore öffnen, doch tat man dies bei weitem nicht mehr so offenherzig und gern. Es hatte eine Zeit gegeben, da jeder Mann, jede Frau und jedes Kind in Ehrfurcht erstarrt waren wenn sie das Wort Magie gehört hatten, doch heute war es nicht vielmehr als eine alte Erinnerung. Die Leute waren selbstgefällig und verließen sich viel zu sehr auf die Auslese, die bei jedem Kleinkind vorgenommen wurde. Doch beweis dieser Fall hier, das es noch immer Ausnahmen geben konnte. Und eine einzige Ausnahme konnte, wenn man sie nicht tötete, wenn er in diesem Moment nicht richtig agierte, hunderte von Menschenleben kosten.
Er hatte inzwischen so gut wie alle Räume durchkämmt und war schließlich resigniert von dem einem zum anderen Raum gestapft, hatte in seiner Rage schließlich angefangen alles was zuvor gestanden hatte, umzuwerfen. Unglücklicherweise jedoch wurde einer der Schränke, den er mit beiden Händen gepackt und auf den Boden geworfen hatte, direkt in Richtung der Dielen gekippt, unter denen sich der Flüchtige verbarg. Und so drehte Anneus zuerst irritiert den Kopf als er das Ächzen des Holzes hörte, ehe er mit einem festen, entschlossenen Blick auf den Hohlraum zuging, der sich vor ihm aufgetan hatte.
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BeitragThema: Re: Hafen   Sa Aug 23, 2014 2:16 pm

Lucan hatte aufgeschrien als der große, schwere Schrank auf den Boden gekracht und diesen hatte zersplittern lassen. Das Möbelstück war durch die Diele, welche nicht viel widerstand hatte bieten können durchgeschlagen wie ein Rammbock durch ein morsches Tor und wenngleich er auch noch versucht hatte etwas zurück zu weichen krachte der Schrank auf seinen linken Fuß und er spürte wie dieser brach.
Er biss sich auf die Lippe und spürte wie diese aufplatzte, schmeckte den metallischen Geschmack von Blut und versuchte erneut sich nach hinten zu ziehen, doch der Schrank klemmte noch immer sein Bein ein und ein unnachgiebiger Schmerz durchschoss seinen Oberschenkel bis hinauf ins Rückmark. Sein Fuß selbst war schon ganz taub als Anneus ihn schließlich erreichte und ihn mit Wahn in den Augen anblickte, dass es Lucan heiß und kalt wurde. Er schloss die Augen, schickte ein Stoßgebet an alle bekannte und ihm unbekannte Götter und wartete auf den unabwendbaren Moment als ein ekelhaftes Geräusch ertönte. Ein lautes Krachen, gefolgt von einem widerlichen Schmatzen und Anneus fiel, die Augen verdrehend auf den harten Boden, schlug dort auf - aus einer Wunde am Hinterkopf blutend. Hinter ihm stand der Mann, der Lucan versteckt hatte und nun erkannte er, dass sein Retter garnicht alt und gebrechlich war. Er stand aufrecht - eine metallene Stange in der Hand und bei genauerem Hinsehen waren auch die Pocken nichts anderes als aufgetragenes und mit Schminke verdecktes Wachs. Mit einiger Kraftanstrengung hob der Mann schließlich den Schrank hoch, befreite Lucan und gab diesem seinen Stock, damit er sich darauf stützen sollte. "Kommt" flüsterte sein Retter mit dunkler Stimme und führte ihn aus dem Haus, fort von dem niedergeschlagenen Jäger.
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BeitragThema: Re: Hafen   Sa Aug 23, 2014 2:30 pm

Er hatte sich bereits als Sieger gewähnt, als der Jäger der nach mehreren Jahren in denen es keinen Vorfall gegeben hatte der erste war, der einen Magier fasste, ohne weitere Zwischenfälle und ohne einen einzigen Toten. Man hätte ihn gefeiert, daran zweifelte er nicht und in seiner Arroganz hatte er einen Augenblick lang den Mann, der für ihn in diesem Moment keinerlei Bedrohung darstellte, nur angestarrt, wusste er doch das die Drogen noch einige Stunden wirken würden. Dann jedoch wurde ihm mit einem Mal schwarz vor Augen. Es war ein einziges, lautes, hämmerndes Geräusch das durch seinen Kopf ging und einen Augenblick lang spürte er, wie sein Kopf in Schmerzen förmlich explodierte. Dann jedoch gab sein Geist in einem Anflug von Barmherzigkeit nach und ließ den Körper in Ohnmacht fallen.
Als er wieder aufwachte, schmeckte er den Dreck in seinem Mund und spürte ihn an den Händen. Als aller erstes, noch vor der genauen Lokalisierung seines Aufenthaltes, überlegte er ob es etwas geträumt hatte, ob es irgendetwas in dem ungewollten Schlaf gegeben hatte, doch da war nichts, nichts greifbares, nichts an das er sich erinnern konnte. Die Schmerzen die mit jeder Sekunde in der er an Bewusstsein gewonnen hatte schlimmer geworden waren, machten es ihm schwer auch nur einen einzigen, klaren Gedanken zu fassen. Seine, vom Dreck besudelte Hand ging schließlich zum Ursprung des Schmerzes, an welcher er Blut ertasten konnte. „Magier…“ Murmelte er leise. Der Schrank vor ihm war es schließlich der ihn erinnern ließ, der ihn daran erinnerte was passiert war. „Nein…“ Er war entkommen, aus den Fängen des Mannes entkommen, der sein Lebtag für die Jagd nach eben solchem Gesocks ausgebildet worden war. Ein unbändiger Hass, dem Feind und sich selbst gegenüber durchströmte ihn und gipfelte schließlich darin, dass er sich, trotz der Übelkeit die sich in seinem Magen breit machte, erhob und mit Mühe aus dem Loch kletterte, das er selbst geschaffen hatte. Er würde ihn finden, das wusste er, nein, er wusste es nicht nur, er konnte es bereits vor seinen Augen sehen. Es war seine Bestimmung und würde er zugeben das er versagt hatte, so wäre nicht nur sein Leben, sondern vielmehr seine Ehre verletzt. „Und wenn es das letzte sein soll was ich auf dieser Erde unternehme. Ich werde dich finden.“
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