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 Legomenon

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BeitragThema: Re: Legomenon   Mo Sep 29, 2014 8:27 pm

Einen kurzen Augenblick lang schien Castor anhand der wenigen Informationen abschätzen zu wollen, was genau das für ein Mann war. Er wusste das sein Vater Warnungen nicht leichtfertigt aussprach, weswegen Castor den Namen Chamberlain in Erinnerung behalten würde, vor allem jedoch den von Frau Fiorenza. Zwar vertraute er seinem Vater und seiner Einschätzungsgabe voll und ganz, doch änderte dies nichts an der Tatsache, dass er Magiern und Magierinnen gegenüber misstrauisch war. Seine Mutter hatte ihm bereit im frühen Alter Schreckgeschichten über die Macht erzählt, die in ihnen wohnte und mit der sie so verschwenderisch, so impulsiv und zerstörerisch umgehen und die Tatsache das er bereits seit über einem Jahr im Militär diente, verstärkte diese kritische Haltung nur.
„Wenn du es erlaubst Vater, so würde ich gern, sofern vorhanden, ein paar der Dokumente über diesen Chamberlain mit auf die Reise nehmen, nur damit ich und Gaius wissen, wer genau dieser Mann ist. Der Rest allerdings ist mir soweit begreiflich und ich bin der festen Überzeugung, dass ich und Legat Titus erfolgreich zurückkehren werden Vater.“
Auf seinem Gesicht war ein enthusiastisches Lächeln zu erkennen, dass in der Form nur von einem jungen Mann kommen konnte, gepaart mit der Aussicht darauf, etwas zu erreichen, was seinem Land auf lange Sicht gesehen helfen würde.
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BeitragThema: Re: Legomenon   Fr Okt 03, 2014 9:51 pm

Javier betrat das prunkvolle Legomenon des Kaisers, dass er inzwischen schon oft genug besucht hatte. Er trat auf den Tisch zu, an welchem Aurelius schon auf ihn wartete, oder wie er den Kaiser inzwischen kennen gelernt hatte, noch arbeitete. Er machte eine tiefe Verbeugung vor seinem Gastgeber. "Ave Kaiser. Ich bin froh, dass wir uns wieder sehen.", grüßte Javier, mit einem freundlichen Lächeln. Eigentlich war ihm aufgrund der gesamten Situation und der andauernden Verhandlung jedes Lachen vergangen, doch heute war ein Bote gekommen, ein Bote mit ausgesprochen guten Nachrichten, die seine Verhandlungen nun wohl endlich zum Abschluss bringen könnten. Er war heute in schlichte Gewänder gekleidet und er hielt die Hände hinter dem Rücken verschränkt, ehe ihm auffiel wie falsch das interpretiert werden könnte. Er setzte sich als Aurelius es ihm bedeutete und faltete die Hände nun vor sich auf dem Tisch. "Ich hoffe dass wir heute zu einem Ende der Verhandlungen gelangen können. Es würde mich wirklich unendlich freuen, denn ich strapaziere eure Gastfreundschaft nun schon viel zu lange.", erklärte Javier und neigte erneut leicht das Haupt. "Also, ich denke der Vorschlag könnte auf eure Zustimmung treffen. Ein Bündnis zwischen unseren Ländern, würde ein Handelsabkommen beinhalten, mit dem unsere Länder größere Gewinne erzielen könnten, wobei wir dies nur bedingt auf eure Provinzen beziehen würden. Ein Verteidigungspakt, würde unsere Länder verpflichten sich gegenseitig, vor Angriffen anderer Länder zu schützen und das auf jede erdenkliche Weise, sei es durch die Weitergabe von Informationen, oder das entsenden von Verstärkung. Dann würden wir natürlich einen Angriffspakt unterzeichnen, der besagen würde, dass wir euch und ihr uns bei Schlägen gegen andere Länder unterstützen würden, es sei denn es ist ein Land mit dem Valencia oder Fyonara verbündet ist. Zu guter letzt würden wir euch einen unserer Gefangenen überstellen, an dem ihr scheinbar Interesse habt.", erklärte Javier seine Vorstellungen eines Bündnisses und fügte einen kurze Pause an, in der er sich etwas zurücklehnte und die Hände auf die Lehnen des Stuhls legte. "Elijah Chamberlain."
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Legomenon   Fr Okt 03, 2014 10:05 pm

Aurelius Augen glitten langsam über den Botschafter, den Valencia ihm gesandt hatte und in dessen Augen er durchaus die Selbstgefälligkeit lesen konnte, von der Javier sich nicht einmal die Mühe machte, sie verbergen zu wollen. Bereits seit ein paar Wochen war der Botschafter nun der Gast Fyonaras während sich eine kleine Eskorte auf den Weg nach Valencia gemacht hatte, von der Aurelius bislang noch nichts hatte hören können - ein Umstand, von dem er befürchtete, dass es auch Valencia zu schulden war, zumindest wenn er das Gesicht Javiers richtig deuten konnte. Langsam lehnte er sich ein Stück zurück und scheuchte mit nur einer einzigen Handbewegung die letzten verbliebenen Diener aus dem großen Saal hinaus, bis der Herzog und er allein dort blieben und Stille eingetreten war, die Aurelius in den ersten paar Sekunden nicht zu unterbrechen gedachte. Der Vorschlag Valencias klang anders als jener Vorschlag, den er zuvor von ihnen gehört hatte und der einen zweihundertjährigen Frieden beinhaltet hatte - dieser hier war vorsichtiger und er implizierte weit genauere Forderungen und Abgaben als es zuvor der Fall war.
"Wie komme ich zu der Ehre, dass Valencia nun zu einem genaueren Bündnisgespräch bereit ist, Herzog?", fragte er schließlich, die Stimme gänzlich ruhig und fest. Wenn er Chamberlain erwähnte, war etwas in Valencia schief gelaufen, aber der Zorn, der im ersten Moment in ihm aufgestiegen war, würde ihn hier nicht weiter bringen, geschweige denn, dass es seinen Sohn oder Gaius retten würde, geschweige denn dass er Elijah und Adriana half. Hier galt es nun die Beherrschung zu bewahren und sich auf einer weit sächlicheren Ebene mit dem Herzog zu unterhalten, wenn er damit nicht Fyonara dem Untergang weihen wollte. "Dazu beginne ich mich zu fragen, aus welchem Grund Ihr in dem Glauben seid, dieser Mann, den Ihr erwähntet, würde mein Interesse haben? Fyonara neigt weit seltener zu solcherlei Verbindungen als es Valencia tut, aber ersparen wir uns derlei Geplänkel. Ich nehme an, Ihr habt Nachricht aus Eurer Heimat erhalten. Ich hoffe, Eure Familie dort ist wohlauf."
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BeitragThema: Re: Legomenon   Fr Okt 03, 2014 10:43 pm

Das Lächeln verging Javier für einen Moment, als Aurelius seine ziemlich versteckte Beleidigung aussprach, doch er konnte sich zusammen reißen und damit leben. "Wir sind zu so einem Gespräch bereit, weil wir inzwischen gemerkt haben, was Fyonara eher liegt und darauf stellen wir uns natürlich ein. Schließlich wollen wir auch vorran kommen.", erklärte Javier höflich und neigte das Haupt vor dem Kaiser. Er merkte ihm seine Wut an, so sehr er auch versuchte sie zu verbergen, dafür war er davon einfach zu erfüllt, darum fasste der Herzog den Entschluss es nach Möglichkeit nicht weiter zu treiben. "Meiner Familie geht es gut, danke der Nachfrage. Mein Sohn, ähnlich dem eurer, macht sich gut in seiner Karriere. Wie glücklich können wir uns schätzen, Väter so großartiger Söhne zu sein?", erwiderte Javier auf Aurelius frage und lächelte ihm freundlich, geradezu aufmunternd zu. Er würde nicht wissen wollen, wie er sich fühlte, wenn er das nächste von einem ausländischen Gesandten gesagt bekäme. "Was ich sonst aus Valencia erfuhr ist... Nun eure Gesandten suchten ein Gasthaus auf, in dem sich der besagte Elijah aufhielt, sie verließen das Gasthaus mit ihm und verließen relativ zielstrebig die Stadt. Sie lagerten des Nachts im Wald und dort wurden Banditen von ihrem Feuer angelockt. Sie wurden entführt und nur durch großes Glück, ich vermute es war ohnehin eine Patroullie in diesem Wald unterwegs, wurden sie gefunden und befreit... Zumindest eure Gesandten. Chamberlain fand man erst einen Tag später und das ziemlich übel zugerichtet. Da es eure Gesandten waren, die ihn aufgesucht und mit in den Wald genommen haben, dachten wir, ihr hättet Interesse an einer Überstellung dieses Mannes.", erklärte Javier und atmete tief ein. Er bereitete sich eigentlich schon darauf vor, aufzuspringen, um Aurelius zu entkommen, damit dieser ihn nicht erwürgte. "Eurem Sohn und dem Legaten geht es übrigens gut. Sie befinden sich noch in meinem Palacio in Vierra und erholen sich von den Strapazen."
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BeitragThema: Re: Legomenon   Fr Okt 03, 2014 10:53 pm

Eine Weile lang schwieg Aurelius und blieb still, ließ den Gesandten nicht an seinen Gedanken teilhaben. Gewiss hatte Valencia sie lediglich aus den Händen von Banditen gerettet, insbesondere nachdem ein ausgebildeter Legat, ein Zeptos und eine Jägerin dort war, die allesamt auf alles vorbereitet waren - es war unwahrscheinlich, dass es einfachen Banditen gelungen wäre, diese kleine Gruppe so sehr zu verletzen, dass sie sich nun wahrhaft von ihren Verletzungen und den Strapazen erholen mussten, aber er konnte dem Herzog nicht das Gegenteil beweisen und so war es für ihn im Augenblick klüger den Mund zu halten. Valencia hatte nun also Chamberlain, Gaius und vor allem seinen Sohn und bot sie ihm gerade wie Ware an, aber wenn er wollte, dass sie alle hierher kamen, dann würde er diesem Spiel zustimmen müssen, ohne sich anmerken zu lassen, was er im Grunde gerade am Liebsten getan hätte. Stattdessen führte er eine Hand hinüber zu einem Stück Pergament und schob es dem Herzog, gemeinsam mit Tinte und Feder hinüber ehe er ihm ein knappes Lächeln zeigte.
"Ich bin bereit auf Euer Angebot einzugehen und da Eure Worte weit glaubhafter für Eure Landsmänner sind als es meine sein mögen, werdet Ihr nun jenes Bündnis schriftlich fixieren, das wir hier nun eingehen werden. Fyonara wird Valencia in einem Kriegsfall unterstützen, Euer Heim verteidigen und an Euren Eroberungen teilhaben, sowie mit Euch Handel pflegen, auf dass unser beider Länder davon profitieren werden und zu neuer Größe erstarken. Dafür sendet Valencia sowohl meinen Legaten, wie auch meinen Sohn und die Jägerin zurück nach Fyonara. Unversehrt und am Leben und sie werden begleitet werden von Elijah Chamberlain und Adriana Fiorenza - ebenfalls am Leben und unversehrt", lautete seine Antwort und legte seine Hände auf den Armlehnen des Stuhls ab, den Blick nicht von der Miene des Herzogs abwendend. "Gewiss werdet Ihr derjenige sein, der diese Forderungen überbringt und ich werde es als Einverständnis Eures jungen Königs betrachten, wenn ich meine Leute wieder bei mir habe."
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BeitragThema: Re: Legomenon   Do Okt 09, 2014 10:11 pm

Noch immer tat ihm beinahe alles weh. Nicht das man ihn in Valencia körperlich misshandelt hatte, allgemein war es ihm dort recht gut gegangen wenn man von seiner regelrecht luxuriösen Gefangennahme und dem eher ungenießbarem Essen in Form von Schnecken, Wachteln und Froschschenkeln absah. Was ihm schmerzte war die Schmach welche er in diesem Land erlitten hatte - die Unfähigkeit Castor und Lyall vor dem zu schützen was auf sie zugekommen war. Zwar hatten sie es schließlich geschafft aus dem Land zu fliehen und mithilfe des kleinen Bootes auch die etwas abseits gelegene Flotte Fyonaras erreicht - doch was er dort erfahren hatte. Nun musste er Aurelius nicht nur mitteilen, dass er sich hatte gefangen nehmen lassen. Auch Elijah Chamberlain und Adriana waren ihm durch die Lappen gegangen und das schlimmste: Er musste Septims Tod vermelden - niemand hatte ihn mehr gesehen nachdem das Schiff im Hafen versenkt worden war und so hatte man ihn offiziell für tot erklärt.
"Ave Kaiser" meinte er schließlich als er das Legomenon betrat
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 4:32 pm

"Aetius, zieh die Achte zusammen und sorge dafür, dass die Soldaten ausgerüstet sind. Seneca, deine Männer beginnen damit die Schiffe zu beladen und abreisefertig zu machen. Was ist mit den restlichen Legionen? Sind die Männer bereit?" Befehlsgewohnt hallte Aurelius Stimme durch den großen Saal, in welchem er bereits einige seiner Generäle versammelt hatte, die vor einer großen Karte der umliegenden Reiche standen, auf denen mit zahlreichen bunten Fahnen und Figuren die Stellungen für die Truppen gekennzeichnet waren. Die Männer, die hier standen, waren alt gediente Soldaten, jeder von ihnen hatte in zahlreichen Schlachten gestanden, sie hatten Seite an Seite gekämpft und ihrem Land, sowie der Legion, die sie befehligten, Ruhm und Ehre gebracht und auch jetzt, als sie hier in ihrer Rüstung standen, zauderte nicht ein einziger dieser Männer. "Was ist mit Luminoth und den Wilden?", hallte schließlich die Frage eines Generals durch den Raum und sorgte dafür, dass Aurelius für einen kurzen Moment lang inne hielt ehe er sich umwandte. Der Streit um Solandra und Luminoth ... neben seinem Ärgernis über Valencia, dem Zustand, in dem seine Männer wieder zurück gekehrt waren, hatte er dieses Problem beinahe vergessen.
"Alagäsia-Aurea wird sich mit uns diesbezüglich noch einmal unterhalten. Erst einmal ist es genug, dass sie sich gegenseitig ermorden, statt unsere Männer für etwas hinzurichten, das ein paar zänkische Weiber brauchen. Wir kümmern uns erst um Valencia", lautete schließlich seine Antwort ehe seine Schritte ihn hinüber zu der Karte führten. "Einen direkten Angriff auf Vierra können wir uns solange nicht erlauben, wie nicht all unsere Truppen dort an Land gegangen sind. Zu Wasser sind wir zu leichte Beute. Wir marschieren bis in die Nähe ihrer Hauptstadt - es gibt dort drei Wasseradern, die Vierra mit Süßwasser versorgen. Wir werden die blockieren." Es waren die Menschen, die darunter litten - einfache Zivilisten während sich die hohen Adligen in ihren Festungen ihren rauschenden Festen weiter hingaben - es war das Volk, das stets in seinen eigenen Exkrementen zu ersticken drohte, aber die einzige Chance, die sie hatten, war das Volk gegen seine Adligen aufzubringen und damit dafür zu sorgen, dass sie freien Einzug in die Stadt erhielten, wenn sie nicht von den Verteidigungsmechanismen der Valencia auseinander gerissen werden wollten und vielleicht ... würde sich für eine Rache an Valencia sogar Chamberlain erwärmen können.
Als sich die Tür öffnete, wandte sich Aurelius herum und nickte Gaius knapp zu ehe er mit einer einzigen Handbewegung dafür sorgte, dass sich die Soldaten nach seinem letzten "Ich will, dass die Truppen in zwei Tagen bereit sind" aus dem Legomenon entfernten. "Gaius, es ist gut zu sehen, dass es dir besser geht."
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 4:49 pm

"Es freut mich zu hören, dass ich besser aussehe allerdings muss ich euch widersprechen Herr - es geht mir nicht im geringsten Besser. Überhaupt nicht um genau zu sein. Ich habe euch in Valencia enttäuscht und habe mich von diesen hinterfotzigen Arschkriechern übers Ohr hauen lassen. Ich komme mit Nachrichten Herr - schlechten und das von der ersten bis zur letzten. Das wir entkamen haben wir einzig und allein der Gunst der Götter zu verdanken. Wenigstens sie scheinen noch auf unserer Seite zu sein und haben uns die Flucht ermöglicht - und die Valenci bestraft" erklärte er und stand stramm, nachdem er seinen Helm abgenommen hatte und diesen nun im Arm hielt. Wahrlich, es stand alles nicht zum Guten und Gaius Magen drehte sich in seinen Gedärmen, wenn er darüber nachdachte was er alles beichten musste. Er würde dafür gerade stehen - sich verteidigen wenn es angemessen und seine Schuld eingestehen wenn es notwendig war. Doch vor allem musste er Aurelius etwas persönliches mitteilen. "Habt ihr bereits von dem Verhalten eures Sohnes Gehört Kaiser?" fragte er leise und behutsam. "Ich fürchte die Gefangenschaft der Valenci hat das Monster, das jeder Mann in sich trägt besser genährt als ich befürchtet habe. Auf unserer Flucht ermordete er einen Mann bestialisch und richtete die Leiche auch nach dessen Tod wie im Wahn weiterhin zu. Desweiteren... schlachtete er eine Familie samt Kindern ab indem er sie dem Ertrinkungstod überantwortete und das nur, weil sie ebenso wie wir auf dem selben Boot fliehen wollten"
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 5:02 pm

Die Nachricht, die Gaius ihm hier gerade zukommen ließ, sorgte dafür, dass jedweder Kampfeswille, jede Entschlossenheit, die zuvor in ihm Bestand gehalten hatte, schneller schwand, als es ihm lieb war. Castor hatte seit seiner Rückkehr vor ein paar Stunden kein Wort mehr gesprochen und Aurelius hatte seinen Sohn gewähren lassen, weil er geglaubt hatte, er bräuchte Zeit sich erst einmal wieder zu sammeln, doch was Gaius ihm jetzt von Castor berichtete, zog ihm den Boden unter den Füßen fort und ließ ihn ein paar langsame Schritte hinüber zu einem der Stühle machen, auf welchen er sich sinken ließ. In diesem Augenblick fühlte er sich nicht mehr wie jemand, der etwas erreicht hatte - in diesem Augenblick fühlte er sich, als habe er dort versagt, wo er niemals hatte scheitern wollen, bei seinen eigenen Kindern.
Castor war früher ein aufgewecktes Kind gewesen, das stets und ständig bei allem hatte dabei sein wollen, der alle Geheimnisse erfahren wollte und mit dem er in jeder freien Minute Zeit verbracht hatte. Sie beide hatten oftmals zusammen geübt, selbst wenn er ihn immer hatte gewinnen lassen - Castor hatte damals breit lächelnd vor ihm gestanden und ihm verkündet, dass er eines Tages einmal so werden wollte wie er. Er hatte ihn mitgenommen bei den Ausritten, zu den Übungen seiner Männer und jetzt zu hören, dass sein Sohn, den er über alles liebte, zu einem wahnsinnigen Mörder geworden war, traf etwas in ihm, von dem er nicht einmal gewusst hatte, dass es existierte. So oft hatte er ihm versucht beizubringen, dass das Töten der letzte Ausweg sein sollte - dass er es stets erst mit dem Wort versuchen musste. 'Eines Tages werde ich genauso wie du!', hallte Castors Kinderstimme durch seinen Geist und ließ ihn den Kopf schütteln. War er wirklich so wie er? Hatte er all die Zeit selbst nicht gesehen, was aus ihm geworden war?
Das Gespräch mit Castor - die Unterredung darüber, dass er nur noch im Militär seinen Sinn sah und sich nun darum bemühte, einen anderen Weg zu suchen. Sein Wunsch, dass Castor nach Valencia ging - er hatte geglaubt, Castor würde dort etwas anderes kennen lernen, aber stattdessen war es seine eigene Fehlentscheidung gewesen, wegen dem sein Ältester zu solchen Taten gegriffen hatte. "... danke, Gaius ...", war schließlich das Einzige, was er in diesem Moment wirklich über die Lippen brachte während sich sein eigener Vorwurf tief in seine Gedanken fraß. Er hatte sein eigenes Kind nicht vor dem Schrecken bewahren können, er hatte Castor nicht vor der Angst bewahren können, hatte nicht ein einziges Versprechen halten können, das er ihm einst gegeben hatte und jetzt war er gezwungen zu handeln. War dazu gezwungen, ihn aus dem Militär zu nehmen und ihm damit das zu nehmen, was er so sehr gewollt hatte, seinen Traum zu vernichten. Gleichgültig, wie er sich entschied, es würde falsch sein.
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 5:26 pm

"Herr" meinte Gaius leise, welcher glaubte in den Augen des Kaisers geradezu zusehen zu können wie sein Wille brach. "Wenn es mir erlaubt ist offen zu sprechen..." er leckte sich langsam über die Lippen. "Castor... euer Sohn - es war nicht seine Schuld. Er ist nicht in seinem innersten verdorben. Valencia hat nur die schlechtesten Seiten in ihm hervor gebracht - so wie es der Krieg bei jedem von uns tut. Wir alle haben Dinge getan auf die wir nicht stolz sind. Castor hat nicht aus Bosheit, sondern aus Überlebenswille gehandelt. Er wollte euch in Valencia Ehre bereiten - er war einfach nur zu Jung. Wenn ihr meine Meinung hören wollt" fing er an, als er jedoch nicht unterbrochen wurde wagte er es weiter zu sprechen: "Ich habe keine Kinder Herr, aber ich habe schon Jungen wie Castor ausgebildet. Gebt ihm etwas Ruhe - lasst ihn am Leben in der Hauptstadt teilhaben und mit einigen, alten Veteranen reden. Ich sehe in seinen Augen die Schuld die ihn befallen hat und so bitte diese nun auch schmecken mag - so lange er Schuld und Reue spürt ist er noch immer nicht verloren" er verstummte und mit einem Mal wurde ihm bewusst was er gerade zu wem gesagt hatte - und dann noch dieser ruhige, einfühlsame beinahe vertraute Tonfall. "Verzeiht Herr ich - ich habe mich vergessen und zu viel Gesagt"
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 5:35 pm

"Es ist schon gut, Gaius. Es gibt nichts, wofür du dich entschuldigen musst", wehrte Aurelius ab, welchen Gaius' Stimme aus seinen eigenen tristen Gedanken gerissen hatte und der sich nun dazu zwang, seine Aufmerksamkeit nicht wieder abschweifen zu lassen. Valencia würde für das bluten, was sie Castor angetan hatten - dass sie seinem Sohn das genommen hatten, was ihn ausgezeichnet hatte, ihn beinahe hatten wahnsinnig werden lassen und ihn dazu gezwungen hatten, so grausam und brutal zu werden. Dieser verdammte König würde für das bluten, was er aus seinem Land gemacht hatte und nachdem er selbst in Alagäsia-Aurea gewesen war, würde er selbst die Rüstung wieder anlegen, die er bereits viel zu lange Zeit nicht mehr angerührt hatte. Valencia würde nicht noch einmal dafür sorgen, dass Kinder zu Monstern wurden, ihnen die Unschuld entrissen wurde, die sie so lange Zeit behütet hatten. "Ich werde ihn trotzdem seines Posten entheben müssen ... nach allem, was geschehen ist, kann ich nicht zulassen, dass er weiter im Militär dient ... und ich glaube, es ist besser für ihn, wenn er dem Krieg und den Schlachten den Rücken kehrt."
Gaius hatte Recht, ohne Zweifel - Castor brauchte Zeit, ein wenig Gelegenheit in der Heimat wieder Sicherheit zu finden, die er in Valencia verloren hatte, selbst wenn ihm vor dem Gespräch graute, das er mit seinem Sohn würde führen müssen. Er würde es nicht verstehen, er würde seine Sorge nicht begreifen, nicht die Angst verstehen, die er davor hatte, was aus Castor werden konnte, wenn er jetzt alles so beibehalten würde, wie es war. Castor war sein Sohn, sein eigen Fleisch und Blut und solange, wie er noch atmete, würde er nicht damit aufhören, um die Seele seines Sohnes zu kämpfen, gleichgültig welche Feinde es in diesem Kampf auch geben mochte.
"Danke für deine Ehrlichkeit, Gaius."
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 5:48 pm

"Nicht dafür Herr - es ist die Aufgabe eines Soldaten - die Aufgabe eines Legaten für sein Reich einzustehen. Und dazu gehört auch seinem Kaiser die Wahrheit zu offenbaren, so schmerzhaft sie auch sein mag. Es steht mir nicht zu zu behaupten, ich könne euren Schmerz mitfühlen oder gar verstehen. Nein, bei weitem nicht. Aber ihr könnt euch auf mich verlassen Aurelius." sein Blick fiel schließlich auf die Karte von Valencia und ein grimmiges Lächeln trat auf sein Gesicht.
"Herr, darf ich untertänigst darum bitten mit in den Krieg zu ziehen? Ich hege den Wunsch nach Valencia zurück zu kehren. Ich sagte dem Prinzen welcher mich empfing ich sei der Sohn einer Hure. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Ich mag aus einer Hure gekrochen sein aber aufgezogen - mir zu Essen gegeben und mich all meine Werte gelehrt hat Fyonara. Ich bin in diesen Straßen aufgewachsen. Und Valencia hat Fyonara ins Gesicht gespuckt. Und niemand beleidigt ungestraft meine Mutter"
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 6:07 pm

"Wir werden alle nach Valencia gehen und ihnen beweisen, was es bedeutet, unsere Männer gefangen zu setzen, zu foltern und zu töten, Gaius, aber bevor wir Valencia besuchen und den Adligen beweisen, was es bedeutet, uns zu beleidigen, wir unsere Anwesenheit in Alagäsia-Aurea gefordert. Der König wird uns Unterstützung gegen Solandra übergeben und solange die nicht aus Magiern besteht, bin ich geneigt diese anzunehmen - ich hätte dich gern bei dieser Reise an meiner Seite", lautete Aurelius Antwort, der mit einem kurzen Nicken dem Wunsch seines Legaten zugestimmt hatte und sich langsam ebenfalls wieder von seinem Platz erhob und zu der Karte hinüber trat. Valencia ... dieses Land hatte ihnen so viel Unheil gebracht, hatte ihnen so viele gute Männer genommen und so viel Leid selbst in Fyonara verursacht, für das die Valenci bitter büßen würden. Dieser unfähige kleine König, der es gewagt hatte, seine Finger an seine Schwester zu legen, der kleine Prinz, der Gaius und seinen Sohn gefangen genommen und gequält hatte und diese Gilde von Magiern und Dilettanten, die auch noch Chamberlain enttarnt und gefoltert hatten. Valencia, dessen Männer ihm einen seiner besten Freunde und Familienangehörigen genommen hatten ...
Irgendwo dort war auch noch immer Septim und solange bis er nicht die Leiche des Freundes in den Armen hielt und ihn zurück in seine Heimat bringen konnte, würde er nicht ruhen ihn zu finden. Solange bis er seine Leiche nicht selbst sah, sich selbst davon überzeugen konnte, dass er tot war - solange war er für ihn am Leben und niemand wurde zurückgelassen, nicht nach den Regeln der Fyonarer, nicht nach den Glaubenssätzen der Götter und vor allem nicht nach den Regeln der Brüderlichkeit, die über ihnen allen standen.
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 6:17 pm

"Und ihr werdet auf mich zählen können Herr - das einzige worum ich euch bitten muss sind drei oder vier Stunden Zeit. Ich bin noch immer durchgeschwitzt und weder die See noch das gute Essen der Heimat haben es bisher geschafft den widerlichen Gestank des süßlichen Parfums, welches der Prinz so gerne trug zu vertreiben. Ich brauche ein Bad - ein Besuch in den Thermen und danach ein paar Oliven, sowie mit Knoblauchöl überstrichenes Fladenbrot mit Rosmarin oben drauf. Außerdem brauche ich eine neue Rüstung - die Meeresluft hat ihren Tribut gefordert" er zeigte auf die weißen Ablagerungen, welche die Rüsdtung zum Teil sogar hatten oxidieren lassen.
"Wann wolltet ihr aufbrechen Herr? Sollte es sofort sein, so werde ich mir schon auf dem Weg zum Hafen eine Rüstung besorgen können - und Brot mit noch viel mehr Knoblauch, wenn es nur endlich dieses süßliche, nach fauligen Blumen riechende Parfum überdeckt"
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Okt 12, 2014 6:24 pm

Es war ein leises Lachen, das von Aurelius' Seite her zur Antwort folgte und das sich wie selbstverständlich seinen Weg bahnte, die Miene des alt gedienten Soldaten erhellte, kaum dass Gaius seine Worte beendet hatte und mit einem Kopfschütteln streckte er die Hand aus, um dem anderen auf die Schulter zu klopfen. "Du hast noch bis zum Morgen Zeit. Ich will bei Anbruch des Tages aufbrechen, solange hast du Zeit wieder in der Heimat anzukommen und dir ein wenig Zeit für dich zu nehmen. Nutze sie gut, wer weiß, was uns wirklich in Alagäsia-Aurea erwartet und ob es beim nächsten Mal nicht die Blumen des Königs dort sind, die dich bis in die Heimat begleiten", lautete schließlich seine Antwort, mit der er den Legaten zurück in sein Anwesen schickte während er selbst zurück blieb, um noch einmal über die Ereignisse nachzudenken.
Immer wieder blieben seine Gedanken bei Castor und Septim hängen, den beiden Mitgliedern seiner eigenen Familie, denen Valencia so sehr zugesetzt hatte - einer am Ende seiner Kräfte, der andere an ein ungewisses Schicksal gebunden. Wenn es nach ihm ging, wäre er am Liebsten nach Valencia aufgebrochen, aber sie brauchten Unterstützung für diesen Zweifronten-Krieg, in den sich Fyonara hatte verwickeln lassen und der dafür sorgte, dass sie mit weit mehr Land und Ressourcen vorankommen konnten. Inzwischen fürchteten die anderen Reiche Fyonara - sie waren bekannt, man kroch vor ihnen und ergab sich, wie es die Weiber Luminoths getan hatten, wie es Surda getan hatte - und all jene, die sich nicht beugen oder mit ihnen verbünden wollten, würde das Schicksal Fyhams drohen.
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BeitragThema: Re: Legomenon   So Feb 01, 2015 11:50 pm

"Und du möchtest mir sicherlich genau in diesem Augenblick berichten, was genau du dir dabei gedacht hast, als du die Entscheidungen getroffen hast."
Es war eine Aufforderung, ein Befehl, mit welchem er deutlich machte, dass er nicht dazu aufgelegt war, jetzt auch nur irgendeinen Kommentar zu akzeptieren, welcher nicht unweigerlich mit der absoluten Wahrheit in Verbindung stand und noch einmal glitt Aurelius Blick über Gaius hoch gewachsene Erscheinung, der vor ihm stand und sich sichtlich unwohl in seiner ganzen Situation zu fühlen schien, neben ihm Antonius, dem es nicht viel besser zu gehen schien. Eine Antwort fordernd trommelten seine Finger auf der Steinplatte, auf der die Diener bereits vor einigen Minuten die restlichen Papiere zur Seite geschoben hatten, um ihm Platz zu ermöglichen. Es waren ein paar der Wachen gewesen, die von Gaius' Rückkehr berichtet hatte und war Aurelius zuvor noch erleichtert darüber gewesen, den Legaten lebend wieder zurück in der Heimat wieder zu finden, so war eben jene Erleichterung schlagartig wieder verschwunden, als der Bericht darüber gefolgt war, wen genau er bei sich gehabt hatte. Neben einem verbannten Jäger und der Sklavin des Sultans auch noch seine eigene Schwester, für die es hier in diesem Reich wohl am gefährlichsten war. Der Jäger wurde inzwischen von ein paar der Gardisten bewacht und das Mädchen von einigen Ärzten versorgt - was blieb waren seine Schwester, Antonius und Gaius vor ihm."Ich höre", erhob er noch einmal die Stimme, doch noch bevor Gaius den Mund öffnen konnte, war es Gracia, die nach vorn trat und nach seinem Arm griff.
"Es war meine Entscheidung, das Mädchen und den Jäger hierher zu bringen. Er half mir, sie da raus zu holen. Sie ist Bürgerin Fyonaras, bevor ihr Vater sie verkaufte und ich wollte sie zurück nach Hause bringen - Gaius wusste von alledem nichts bis wir auf dem Schiff waren. Er musste mit meiner eigenen Entscheidung leben", hörte er sie sagen und hob die Augenbrauen ehe er den Kopf schüttelte, die Worte der Jüngeren für einen kurzen Augenblick zur Seite schiebend und sie ein leises und beinahe versöhnliches "Nicht jetzt" zukommen lassend. "Wir reden später darüber."
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BeitragThema: Re: Legomenon   Mo Feb 02, 2015 12:00 am

"Herr, ich muss dieser Ausführung leider widersprechen. Eure Schwester hat ein gutes Herz, aber zu solch einer Entscheidung ihrerseits ist es nie gekommen und auch wenn sie mich nun beschützen will, so habe doch ich die Geschehnisse zu Verantworten, wenn ich sie denn schon nicht verhindern konnte" erklärte er dem anderen, stand gerade und das Kinn leicht nach oben, wie er es vom Drill gewöhnt war.
"Ihr habt mich in das Reich der drei Sonnen geschickt, damit ich die Situation begutachte und Entscheidungen fälle" erklärte er Aurelius, noch immer stoisch. "Unter anderem war auch ein Botschafter eines fremden Landes bei uns, welcher zu späterer zeit auf bestialische Art und Weise von Emhir Pars, welcher den Posten seines Vaters als Sultan eingenommen hat, hingerichtet wurde" führte er weiterhin aus. "Emhir Pars ist ein Tyrann und willkürlicher Herrscher, der wie wir mittlerweile wissen seinen eigenen Vater hat ermorden lassen, wenngleich der Anschlag auch nicht glückte. Das Sklavenmädchen war einst eine Bürgerin Fyonaras und hat ohne Mitschuld ihre Freiheit verloren. Der Jäger hat uns geholfen um seine Reputation wieder herzustellen und ich hielt es für Klüger einen Mann mit seinem Wissen über unsere Kultur und unsere Armee im eigenen Land zu halten als ihn dem Reich der drei Sonnen zu überlassen" er schluckte.
"Ich habe diese Entscheidungen gebilligt und unterstützt, weil sie dem Wohl des Reiches dienten - und nur dem Reich. Auch gelang es mir trotz allem ein für uns positives Handelsbündnis einzugehen." erklärte er.
"Ihr gabt mir den Befehl, so zu handeln wie ich es für nötig erachte, weil ihr meinem Urteil vertrautet. Ich habe gehandelt wie es nötig war, Herr."
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BeitragThema: Re: Legomenon   Mo Feb 02, 2015 12:11 am

Eine ganze Weile lang lag Stille zwischen den beteiligten Parteien - eine Stille, die Aurelius dafür nutzte, um seine eigenen Gedanken noch einmal zu klären und sich darüber bewusst zu werden, was dieses Sklavenmädchen für das Reich bedeuten würde. Wenn Emhir Pars wahrhaft ein solcher Tyrann war, wie Gaius behauptete und er glaubte den Worten seines Legaten, dann würde der Mann wohl kaum seine eigene Sklavin einfach so hergeben, ohne sie wieder zurück fordern zu wollen. "Ich sandte dich in das Reich der Drei Sonnen, um mit dem Sultan Verhandlungen betreffend eines Handelsabkommens zu führen. Weder um einen in Ungnade gefallenen Jäger zurück zu bringen, noch um ein Sklavenmädchen zurück zu bringen. Emhir Pars wird das Kind zurück fordern, das ihr mitgebracht hat, und er wird eine Möglichkeit suchen, um dieses Ziel zu erreichen und uns gleichzeitig zu demütigen. Das Beste wäre nun also sie wieder zurück zu schicken", begann er zu schlussfolgern und hörte neben sich bereits das scharfe Lufteinziehen seiner Schwester, die er mit einer kurzen Handbewegung um Ruhe bat.
"Allerdings wäre dies nicht das Weiseste. Sie wird hier bleiben und von uns versorgt werden. Ich werde mit dem Sultan des Reiches eine Einigung finden, die diese Bürgerin, sowie unsere Interessen schützt." Dieser Tag würde nicht gut werden, das hatte er bereits gewusst, nachdem die erste Nachricht von der Rückkehr gefolgt war, doch spätestens jetzt als er hörte, wie Gaius sich für Gracia und umgekehrt opfern wollte, brachte es ihm nur noch viel mehr Kopfschmerzen als ohnehin schon. Etwas war da noch immer, von dem ihm bislang noch niemand berichtet hatte und Aurelius befürchtete bereits, dass es nicht dazu beitragen würde, dass sich seine Laune bessern würde.
"Ich kenne meine Schwester, Gaius, und ich kenne dich. Du bist nicht leichtfertig genug, um eine solche Entscheidung zu treffen und das Sklavenmädchen auf eigene Faust dort heraus zu bringen. Es ist durchaus nobel von dir für sie zu lügen, allerdings frage ich mich, aus welchem Grund."
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Legomenon   Mo Feb 02, 2015 12:19 am

"Ihr batet mich eure Schwester mit meinem Leben zu beschützen, Herr" antwortete Gaius der jetzt bei diesem Verhör nicht den rechten Augenblick gekommen sah, all dies jetzt offen zu legen. Er spürte die Anwesenheit Septims hinter sich, während er Aurelius Blick nicht auswich. Nicht hier, nicht jetzt. Es sollte romantisch sein hatte Antonius gesagt. Er wollte keinen Antrag machen während er in voller Rüstung vor Gericht stand.
"Ich log um die Konsequenzen an Stelle eurer Schwester zu tragen, denn meine Ehre ist noch weitaus weniger Wert als mein Leben. Ich fühle mich für sie Verantwortlich, nicht nur aufgrund eures Befehls, sondern auch ob der Zeit die ich mit ihr verbracht habe" erklärte er Aurelius. Er durfte nicht lügen, er durfte nichts verschweigen. Aber es zu sagen war auch falsch. Lieber gab er seinen Posten auf, als zu riskieren, dass er es mit ihr verdarb.
"Die Lüge galt daher nicht euch Herr, sondern dem Rest der Welt - nur musste ich euch als Sprachrohr nutzen um diese Lüge der Welt mitzuteilen. Auch eure Reputation wollte ich schützen, denn wenn ihr die Wahrheit nicht kennt, so wird euch keine Lüge zuteil"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Legomenon   Mo Feb 02, 2015 12:30 am

"Ich frage mich, wie lange du gebraucht hast, um dir diese Worte einfallen zu lassen und sie auswendig zu lernen", lautete Aurelius' schlichte Antwort auf die hochtrabenden Worte seines Legaten, der noch immer mit stolz geschwellter Brust vor ihm stand und sich in seiner Sache ebenso wenig sicher fühlte, wie es zuvor der Fall gewesen war. Er hatte durchaus die Worte des anderen gehört und sie berücksichtigt, hatte anhand der Reaktion, die Gaius' zeigte und Gracias erschrockenem Blick den Rest erschlossen und lehnte sich nun ein Stück weit zurück, nicht wissend, ob er sich darüber glücklich schätzen sollte oder nicht. Das, was letztlich blieb, war ein schaler Beigeschmack. Gaius war sowohl in der Hauptstadt, als auch im Umland durchaus für seine Ausschweifungen bekannt gewesen, dafür bekannt, dass er sich niemals binden wollte - nun auf diesem diplomatischem Wege zu erfahren, dass er sich nun auch für seine Schwester interessierte, traf in diesem Moment nicht unbedingt auf Gegenliebe, aber dies war vermutlich ebenso wenig der richtige Zeitpunkt, wie der richtige Ort.
"Du kannst gehen", sagte er schließlich nur noch und sah dem Legaten nach, wie er einige Schritte nach hinten machte, um sich aus der großen Halle zu entfernen und erst als er kurz vor den Türen war, erhob Aurelius noch einmal die Stimme. "Gaius?", fragte er und hob die Augenbrauen ein Stück weit ehe er sich von seinem Platz erhob und ein paar Schritte nach vorn setzte. "Wann wolltest du mir mitteilen, was zwischen Gracia und dir ist?"
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Legomenon   Mo Feb 02, 2015 12:36 am

"Heute Abend" erwiderte Gaius leise. "Wenn ich dich zu mir zum Essen einlade - ich habe uns einen Ochsen schlachten lassen und das Blut den Göttern geopfert" erklärte er dem anderen, während er sich umwandte und Aurelius ansah.
"Es wird ein Abend nur für uns beide - ich habe für Unterhaltung gesorgt und erwarte dich zur neunten Stunde des Abends" erklärte er leise. "Ich habe deinen Lieblingswein besorgt" er schluckte noch einmal, während er spürte, wie sich Verspannungen in seinem Nacken bildeten, die er sich in der Therme heraus massieren lassen musste, bevor er heute Abend zum Gefecht antrat.
"Ich hatte es vor, euch in einem passenderen Augenblick zu sagen" erklärte er weiterhin und nickte knapp.
"Ich hatte gehofft, dass es nicht über das Gespräch heraus kommt, aber das Essen ist gesetzt und du hast es einige Stunden zuvor erfahren. Alles weitere, heute Abend Herr. Ich bin erschöpft und wenn du mich nicht sofort kreuzigen lassen willst, würde ich gerne ein Bad nehmen" erklärte er mit allem Mut und Stolz, den er noch aufbringen konnte
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Legomenon
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