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 Tribünen

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Der Erzähler
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BeitragThema: Tribünen   Fr Aug 08, 2014 12:15 am

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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Tribünen   Sa Aug 09, 2014 10:38 pm

"Noch ein Wort und deine Cousine wird das Schicksal erleiden, dass du dir so sehnlichst wünscht" zischte Gaius ihr zu und funkelte sie an, ehe er ihre Hand griff und dort zudrückte. Er war diese Frau langsam satt. Er hatte stets versucht ihr die Umstellung so angenehm wie möglich zu machen, sie mehr zur Frau als zur Sklavin zu machen. Doch wie hatte sie ihm all dies vergolten? Mit Hohn, Spott und Tücke und nicht wenigen Flüchen. "Also halte deine Zunge im Zaum oder aber ich lasse sie dir heraus schneiden, denn die brauchst du nicht" er schnaubte.
Er hatte mittlerweile keine Lust mehr auf dieses Mädchen zu achten, denn egal ob er ihr Freundlichkeit oder Härte entgegen kommen ließ - sie änderte ihr Verhalten niemals. Eine Tatsache, die ihn persönlich langsam anfing zu reizen.
"Verfluchtes Gör und jetzt schweig - Aurelius de Gaweia spricht nun!"
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Tribünen   Sa Aug 09, 2014 11:12 pm


Eleonore schauderte immer wieder, während ihr Blick unverwandt auf den Kampfplatz gerichtet war, der sich weit vor ihr erstreckte und auf dem sie dennoch die Gestalt ihres Bruders erkennen konnte. Er war gekleidet in den teuren Stoffen ihrer beider Vater, trug sein Schwert in de Hand und die tapferen Männer Fyhams, die an seiner Seite standen, waren nun nicht mehr als arme Sklaven, die noch nie eine Waffe getragen hatten. Die Prinzessin hatte begriffen, dass es hierbei darum ging, die Schlacht um Fyham nachzuspielen und sie empfand Mitleid mit den armen Seelen, die dort unten standen und wohl ihren Tod hier finden würden - sie würden keine Chance haben, wenn die Männer Fyonaras auftreten würden, das wusste sie und mit Tränen in den Augen und dem stummen Schmerz über das Leid ihrer eigenen Landsleute, ihres Volkes, ließ Eleonore den Kopf sinken, verbarg ihren eigenen Kummer, weil sie wusste, dass es ihr nicht helfen würde. Man hatte sie im Gegensatz zu ihrer Cousine nicht angerührt, hatte ihr nichts angetan und sie nicht schlecht behandelt und ein Jahr in der Obhut dieser Männer hatte dafür gesorgt, dass sie zwar noch immer um ihr Land trauerte, sich aber längst damit abgefunden hatte, nicht mehr gerettet zu werden. Man hatte ihr die Sprache dieses Reiches beigebracht, hatte sich darum bemüht eine Dame aus ihr zu machen, selbst wenn Eleonore niemals vergessen hatte, dass sie noch immer eine Sklavin war, und wenngleich sie auch noch immer Mühe damit hatte, so verstand sie dennoch alle Worte des Mannes, der aufgestanden war und zu dem Volk sprach.
Leise rasselte die feingliedrige Kette als Eleonore schließlich ihre Hand ausstreckte und sie behutsam auf Gaius' Arm legte, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. "... darf ich mich von ihm verabschieden?", fragte sie leise, den Kopf gesenkt haltend, weil sie bereits befürchtete, dass man ihr diesen Wunsch verweigern würde. "... ich würde ihm gern Lebwohl sagen, bevor es zu spät ist ... er ist immerhin mein Bruder ...", führte sie leise zur Erklärung fort, zum einen in der Hoffnung, sein Herz zu erweichen und zum anderen, weil sie glaubte, sie könne ihn damit von Juliana ablenken, mit der sie bislang kaum hatte sprechen können.
"Seht seinen Widersacher!", hallte plötzlich die dröhnende Stimme eines Herolds durch die Arena und Eleonore zuckte zusammen, hob erneut den Blick hinab auf den Kampfplatz. "Der tapfere Gaius Titus, der kam und den König Fyhams tötete, um unser schönes Land zu befreien!"
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 4:42 pm

Gaius hatte seine liebe Mühe die aufgebrachte Juliana zu beruhigen, war diese doch beinahe aufgesprungen als der riesige Gladiator Ethelred ein kurzes, aber schmerzloses Ende bereitet hatte. Scheinbar hatte Redwald, der unter dem goldenen Helm steckte dem Publikum keine große Schau geben wollen - eine Handlung, die Gaius nachvollziehen konnte. Doch entgegen seinem Willen hatte der Fyhamer so den Geschehnissen entsprochen. Auch der Kampf gegen den König war mehr ein Schlachtfest als eine Schlacht gewesen. "Bleib sitzen!" fauchte er schließlich und zog fest an der Kette, so dass sie in den Sitz zurück gezogen wurde und griff ihre Hand fest und umschloss sie.
Während sie noch zeterte, jedoch von ihm recht schnell zum Schweigen gebracht wurde kamen einige Sklaven und schleiften die Toten und verletzten aus der Arena. Dann, mit einem Fanfarenstoß wurden die Gitter erneut geöffnet und die Senatoren traten nackt und welk in den blutigen Staub der Arena und blieben alle miteinander vor der Tribüne stehen von wo aus jeder ihre verbrauchten und bleichen Körper sehen konnte, die vor allem im Vergleich zu den muskulösen und sonnengebräunten Gladiatoren, die man sonst in der Arena sah auffielen. "Na das wird interessant"
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 5:07 pm

Es war ein seltsames Schauspiel das sich ihm dort bot. Die Männer mit denen er noch vor ein paar Tagen gezwungener Weise zusammen gearbeitet hatte, standen nun inmitten der Arena und die Hitze, gemischt mit der staubigen Luft durch den aufgewirbelten Sand schien ihnen bereits nach ein paar Minuten zuzusetzen. Ein Sprecher verkündete Laut die Vergehen die man ihnen vorwarf, die Korruption, das widerrechtliche Handeln der Verfassung auf die sie damals allesamt eingeschworen wurden, sowie der Verrat und Versuchte Mord an dem ehemaligen Protecor des Reiches Aurelius de Gaweia. Einige der Männer versuchten mit lauten Rufen immer wieder zu intervenieren, doch wurden sie entweder durch die, noch lauter werdende Stimme des Sprechers, oder den Schlag einer der Gladiatoren unterbrochen. Dies war keine Diskussion, kein Dialog darüber ob diese Schuld bestand, es war lediglich ein festlegen darüber, wie hart die Strafe ausfallen würde.
Allein dafür war er Aurelius noch immer dankbar, denn ein weiteres Jahr mit diesen Schlangen hätte ihn vermutlich dazu gebracht, sich vor die nächstbeste Horde von Stieren zu werfen, oder aber von der nächsten Klippe. Die Demokratie war ein wunderbarer Gedanke und trotz dieses Missbrauches glaubte er noch immer daran, dass das Volk die beste Instanz war, um Herrscher zu bestimmen und zu wählen. Doch das dieser Senat versagt hatte, daran bestand kein Zweifel daran und so war er einer der ersten, der aus der Loge neben Aurelius aufstand, mit dem Daumen nach unten zeigte und lauthals rief. „Tod!“
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 5:19 pm

Es war noch immer ein dumpfes Gefühl in der Magengegend, ein ungutes Gefühl, das sich seiner bemächtigte während er den Männern zusah, die inmitten die Arena gestoßen worden waren und gegen die sich nun das Volk selbst auflehnte. Die Männer dort unten waren einst die Pfeiler ihrer Republik gewesen und wenngleich er auch wusste, dass die Korruption, die Mordanschläge und die Machtergreifung nicht weiter gehen durften, so fühlte er sich noch immer als habe er seine eigene Republik verraten - sein Land und das Volk, das ihn erst groß gemacht hatte. Die Meute schrie noch immer, rief nach Tod und verlangte nach dem Blut der Senatoren und als sich schließlich auch Marius erhob, lenkte Aurelius seinen Blick hinab zu den Gladiatoren, die zu der Empore aufblickten, in welcher er vor Stunden Platz genommen hatte. Es war nicht viel mehr als ein knappes Nicken, welches er den Männern zeigte - nur eine einzige kurze Geste der Zustimmung und die Schwerter der Gladiatoren glitten empor - die helle Sonne spiegelte sich auf dem blanken Stahl wieder ehe sie in die Rücken der Senatoren stachen. Hinterrücks - so wie sie es verdient hatten, ehrlos und bloß gestellt.
Aurelius hatte gehofft, er würde sich nach dem Tod der Senatoren besser fühlen, aber es blieb nichts außer einem bitteren Beigeschmack in seinem Mund übrig, der ihn schlucken ließ während sich unweigerlich eine einzige Frage in ihm auftat. Eine einzige Frage, die ihn auch noch begleitete, als er sich von seinem Platz erhob und einen Schritt nach vorn trat ehe er die Stimme erhob, um jene Frage laut an das Volk zu richten, das den Tod der Senatoren feierte.
"Was nun? Ihr verlangtet nach dem Tod der Senatoren und eben dieser wurde jedem von euch gegeben, doch mit dem Tod dieser Männer ist unser Land führungslos und verwundbar! Es ist nun an euch ebenso eine Nachfolge dieser Männer zu finden - eine Nachfolge dieser Männer, die euer Vertrauen verdient!"
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 5:35 pm

Gaius hatte zischend die Luft eingezogen, hatte er sich doch geradezu vorstellen können, wie die Schwerter Haut und Fleisch durchtrennten und in die Lungen stachen, diese mit Blut füllten ehe die Senatoren an ihrer eigenen, giftigen Galle und ihrem verdorbenem Blut erstickten.
Noch immer hallte Aurelius kurze Rede in seinen Ohren nach und er zeigte ein schmales, kurzes Lächeln zierte seine Lippen. Er bleckte die Zähne und sah dann zu dem Volk, welches für einige kurze Sekunden ruhig blieb, ehe ein großes gemurmel sich erhob und man sah wie einer mit dem anderen tuschelte, ehe das ganze Umschwang. Ein lautes Stampfen in Rythmus eines ganz speziellen Jambus - ein Name, der ihm nur all zu vertraut war und kurz stockte er, erwartete mehrere Namen doch es kam keiner. Es war nur ein Name. Immer und immer wieder im Jambus dieses einen, bekannten Namens.
"Aurelius! Aurelius! Aurelius!"
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 5:47 pm

Die Menge fand immer und immer mehr Begeisterung für den Namen den Sie gerade riefen und als die ersten paar damit anfingen, folgten schließlich auch alle andren Bürger ihrem Beispiel, standen auf und schwenkten die rechte Hand in Richtung des ehemaligen Protectors. Marius beobachtete all dies mit einem Schmunzeln. Vermutlich war der andere mehr peinlich berührt als erfreut, wobei die Peinlichkeit in diesem Fall nicht einmal genau stimmte. Viel mehr musste es vermutlich das überwältigende Gefühl sein, das sich all diese Menschen auf einen einzigen Namen einigten, seinen. Natürlich würde es noch eine offizielle Zählung aller Stimmen im Land geben was ohne Zweifel ein paar Wochen in Anspruch nehmen würde, doch nachdem zehntausende Menschen bezeugen konnten was hier gerade vor sich ging, war ihm der Titel als erster Alleinherrscher seit der Zeit nach den großen Kriegen gewiss.
Es war ein historischer Augenblick und Marius fühlte sich geehrt dass er so nah dabei sein dürfte, denn in diesem Moment wurde ohne Zweifel Geschichte geschrieben. Ein geschichtliches Ereignis, über das man noch in hunderten von Jahren reden würde. „Die Volkswahl auf Aurelius de Gaweia, den Mann des Volkes.“ Murmelte er leise, auch wenn das Murmeln wohl eher der normale Wortton war, doch hätte er ihn ansonsten über das laute Tosen nicht verstanden. „Steh auf.“ Ermahnte er ihn mit einem Schmunzeln und klopfte ihm schließlich auf die Schulter, ehe er selbst aufstand und es den Bürgern gleichtat. „Aurelius! Aurelius! Aurelius!“
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 6:02 pm

Aurelius war für einen Moment lang starr gewesen, war in seinen Stuhl hinab gesunken und hatte sich erst wieder erhoben, als Marius ihn dazu aufgefordert hatte. Sie riefen seinen Namen - die Männer und Frauen hier riefen seinen Namen, das Volk verlangte nicht länger nach einem Senat, bestehend aus den großen Männern dieser Republik sondern nach etwas, womit er nicht gerechnet hatte - einem Alleinherrscher. Ein Alleinherrscher, wie es in anderen Reichen der Fall war, und wenngleich Aurelius sich auch darum bemühte, Widerspruch einzulegen und ihnen ins Gewissen zu reden - sie hörten ihn nicht, stattdessen war es einzig und allein immer wieder sein Name, den sie schrien und der ihm selbst flau werden ließ. Das war es also, was er getan hatte - er hatte das Volk auf seine Seite gebracht und damit eine Position erschaffen, die er selbst niemals hatte haben wollen und gegen die er nun doch nicht vorgehen konnte. Er war ein Soldat, der Heerführer der Truppen - ein einfacher Mann, der sich von unten hinauf gearbeitet hatte und ehrgeizig immer versucht hatte, seine Ideale und Ziele zu erreichen - aber diese hatten nie darin bestanden, eines Tages Herrscher zu werden. Er hatte keine Wahl als es zu akzeptieren, sie würden niemand anderen dulden, wurde ihm in diesem Moment bewusst und leise in sich hinein seufzend setzte er einen Schritt nach vorn, trat näher an den Balkon heran und stützte seine Arme darauf während sein Blick über die hohen Tribünen wanderte.
Die Sonne schien auf den Kampfplatz hinab, erhellte die Gesichter der Bürger Nicaeas und ließ ihre Kleider in den verschiedensten Farben leuchten, während sie die Fäuste empor stießen. Ihre Stimmen, die Rufe dröhnten in seinen Ohren und ließen ihn Mal um Mal wieder schaudern ehe er sich darüber bewusst wurde, welche Ehre ihm hier gerade zu teil wurde. Die Stimmen drangen ihm durch jeden einzelnen Knochen im Leib und als er sich für einen kurzen Moment umwandte, um Marius anzusehen, erkannte er in dem Gesicht seines alten Freundes das feine Lächeln, das ihn zum Kopfschütteln brachte. Alles, was er nun noch konnte, war dieser Ehre gerecht zu werden.
"Bürger Fyonaras!", erhob er schließlich die Stimme und richtete sich zu voller Größe auf, die Arme ein Stück ausbreitend, um sich Gehör zu verschaffen während sein Herz schmerzhaft heftig gegen die Rippen schlug. Die Masse, vor der er stand, ließ selbst den gestandenen Soldaten in ihm, erschaudern und sich seltsam klein vorkommen. "Es ist eure Entscheidung! Eure Stimme und ich danke jedem einzelnen von euch für euer Vertrauen und euren Fürspruch!", begann er zu sprechen und atmete noch einmal tief durch. Die Republik war so tief in ihren Herzen verwurzelt - so sehr mit ihrer Kultur verwoben, dass er es nicht wagte, sich nun über alles hinweg zu setzen. "Aber dieses Land ist eine Republik - dieses Land wird von dem Volk bestimmt, um deren Wohl es mir am meisten geht, aber auch ich bin nicht ohne Fehler und ich fürchte ebenso wie jeder andere von euch auch darum, eines Tages fehlgeleitet zu werden. Aus eben diesem Grund - um für euer Wohl zu sorgen - muss es ein Gesetz geben, das mich eines Tages, sollte ich euch schaden, ebenso in diese Arena zu bringen vermag - für das Wohl unseres Landes und unseres Volkes! Für Fyonara!"
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 6:16 pm

"FÜR FYONARA!" schrie nun auch Gaius, welcher aufgesprungen war und er spürte wie der Schrei seine Kehle selbst angriff, diese rau und kratzig werden ließ, während sein Herz schneller als während jeder Schlacht in seiner Brust schlug. Ihm war schwindlig von der Euphorie und der Begeisterung des Volkes, während er sich langsam einen Weg zu Aurelius bahnte und vor diesem auf die Knie fiel, was erneut einen Jubelsturm des Volkes auslöste. Gaius zog sein Gladius aus der Scheide, welche an seinem Gürtel hing und zeigte kniend mit der Spitze auf seinen Heerführer. "Ich Gaius aus dem Hause Titus schwöre bei Mars, dass ich euer Leben beschützen werde so ihr denn unser Land zu Ruhm und Ehre führt. So schwöre ich auch beim Volk selbst, dass es dieses Schwert sein wird dass euch richtet, so ihr denn Fyonara in die Irre und in sein verderben leitet!" rief er und funkelte Aurelius voller Ehrerbietung an.
Andere Länder schworen auf ihren König, schworen auf einen Herrscher oder einen einzigen Gott. Doch Fyonara war anders. Es ging nie um einen Menschen, oder eine übernatürliche Kreatur. Der einzige und wahre Gott war Fyonara selbst - das Land, ihre Kultur und die Menschen die hier lebten. Es war das großartigste Land das auf dieser Erde existierte und Gaius würde es und seinen Anführer mit allen Mitteln schützen.
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 6:32 pm

Das, was er vor sich sah, war Fyonara - der Stolz des Volkes, die Stärke, die sich in jeder einzelnen kräftigen Stimme wiederspiegelte und das Feuer in den Augen der Menschen, die zu schützen er einst geschworen hatte. Dies war das Land, das jeden einzelnen von ihnen geboren hatte und dem sie sich verpflichtet hatten und dies hier war alles, was jemals wirklich wichtig gewesen war. Ihre Heimat, ihre Hoffnung und ihr Wille. Die Treue der Soldaten untereinander, das Vertrauen des Volkes in seine Führung und das Lachen, das durch die Straßen der einzelnen Städte hallte und immer wieder die lauten Jubelrufe des Volkes, die noch immer an Aurelius' Ohren drangen und die nicht abzuebben schienen, während er sich zu Gaius hinab beugte, um ihn an den Armen zu greifen und wieder empor zu ziehen. "Ich weiß und ich danke dir dafür. Ich werde dich an diesen Schwur erinnern, wenn es an der Zeit ist", sagte er lediglich, gerade laut genug um es den anderen über den tosenden Lärm der Arena noch hören zu lassen ehe er ihm noch einmal bestätigend zunickte und ihm mit einem letzten "Bruder" umarmte. Es war das, was die Männer der Legionen waren - sie waren Brüder im Geiste, Brüder auf dem Schlachtfeld und Brüder im Leben, wie auch im Tod. Jeder von ihnen stand Seite an Seite, jeder von ihnen war bereit für einen anderen in den Tod zu gehen und jeder war bereit, seinen Bruder aus den Reihen der Feinde zu befreien - sie waren Familie, aneinander gebunden im Geiste und Körper.
Langsam löste er sich wieder von Gaius, nickte ihm noch einmal bekräftigend zu, wusste er doch um das Vertrauen, das der Legionär in ihn setzte und wusste eben jenes zu schätzen ehe er sich seinen Söhnen zuwandte, die gemeinsam mit ihm hierher gekommen waren und die er nun zu sich rief, einen Arm um Castors und Tiberius' Schulter legend, um sie an dem Triumph teilhaben zu lassen, welcher längst nicht nur ihm allein galt.
"Merkt euch das hier gut - das ist es, was Fyonara ausmacht und das ist es, was ihr eines Tages schützen werdet. Diese Menschen sind es, die euch Zuhause willkommen heißen oder euch verdammen. Sie sind alles, was in diesem Reich wirklich zählt."
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 6:57 pm

Castor hatte Mühe bei all dem lauten Stimmengewirr und all der Hektik die um sie herum aufkam die Ruhe zu bewahren. Ihm fehlte das gewohnte Gesicht des Schnallenpanzers den er sonst trug, denn in den letzten Monaten hatte er darin die meiste Zeit des Tages verbracht. Viele der Männer waren abgezogen worden um in Fyham zu kämpfen und dementsprechend hatte man ihn und den Rest der Einheit dorthin geschickt, wo sich aktuell die wenigstens Männer befanden. Zumeist hatte er jedoch keine wirklichen Kämpfe erlebt, vielmehr was er der stupide Alltag einer Wache, nur das er zusammen mit seinen Kameraden in der Rüstung eines Soldaten umher lief. Die Handvoll Auseinandersetzungen die er erlebt hatte, hatten sich auf Rangeleien beschränkt oder Männer die mit Messern aufeinander losgingen und die man voneinander trennen musste. Natürlich war auch dies Arbeit die ausgeführt werden musste. Sein Vater hatte ihm stets gelehrt dass es keine Abscheu vor ehrlicher Arbeit geben dürfe, solange sie dem Reich diene. Doch dennoch hatte er jeden Tag den Drang empfunden sich ebenso beweisen zu können, wie Er es einst getan hatte. Feinde zurückzuschlagen und als gefeiert Held zurückzukehren. Der Krieg gegen Fyham wäre dazu die Gelegenheit gewesen, doch hatte man ihn als gerade erst fertig ausgebildeten Soldaten im Heimatland gelassen.
Jetzt trug er einen, mit Bronze und Silber verzierten Brustharnisch der durch seine Bauart den idealen Körperbau eines Mannes darstelle. Einen eben solche trug auch sein Bruder, wenn auch in einer deutlich kleineren Ausführung. „Ja Vater, das werde ich.“ Gab er schließlich zur Antwort und nickte steif, noch immer unter der Anspannung der zahlreichen Blicke. Er war stolz auf das was sein Vater in diesem Augenblick erreicht hatte, das er vermutlich einer der Namen sein würde, die man nie vergessen würde und das er sein Sohn sein dürfte, empfand er in diesem Augenblick, stärker als jemals zuvor als Geschenk der Götter.
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 7:06 pm

Tiberius sah mit leuchtenden Augen zu seinem Vater, während das Toben und Tosen der Menge seinen eigenen Leib erschütterte. Seine Augen waren groß während er den Blick über diese gewaltige Masse an Menschen wandern ließ. Er war ein Mann - der Sohn seines Vaters und obwohl es sich nicht geziemte spürte er, wie Tränen in seine Augen stiegen, welche er jedoch sofort fort blinzelte. Er zupfte noch einmal an seiner Toga, während er sich versuchte die Worte seines Vaters in Erinnerung zu rufen, welche noch immer in seinem Geist widerhallten und sich dort einbrannten. Er war so froh, dass sein Vater wieder hier war, hatte er ihn doch während der Zeit seiner Abwesenheit so furchtbar vermisst. Doch dieses Ereigniss erschütterte seine junge Seele bis ins Mark. "Soll das heißen, dass du nun über ganz Fyonara herrschen wirst wie die Könige der alten Zeit?" fragte er ehrfürchtig.
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 7:23 pm

Über ein Jahr lang war er fort gewesen und dennoch kannte er jeden einzelnen Gedanken, der sich hinter der hohen Stirn seines Ältesten verbarg und der ihm nur allzu bekannt war. Castor war ihm in vielen Dingen so ähnlich, dass es ihm selbst ab und an so vorkam, als würde er sein eigenes Spiegelbild ansehen und als er nun das Schaudern seines Ältesten wahrnahm, verstärkte Aurelius sacht seinen Griff um ihn. "Dein Tag wird kommen, Castor. Eines Tages wird das Volk vor dir stehen und dich feiern und es wird deine Aufgabe sein, auf jeden einzelnen von ihnen zu achten und sie zu beschützen", sagte er mit einem warmen Lächeln auf dem Gesicht. "Und ich weiß, dass ich stolz auf dich sein werde - so wie ich es immer bin", führte er fort und strich Castor noch einmal sacht über die Schulter ehe die leise Frage Tiberius' an seine Ohren drang und er leise zu lachen begann. Sie waren so groß geworden in der Zeit, in der er in Fyham gewesen war und Schlachten ausgefochten hatte und wann immer dort in diesem verfluchten Land eine neue Sonne am Horizont empor gekrochen war, hatte er sich aufs Neue gefragt, wie es seinen Kindern wohl gehen mochte - wie groß sie geworden waren und ob sie in der Heimat stolz auf ihren Vater waren. Jeden Tag aufs Neue hatte er sie schmerzlich vermisst und als er jetzt die Ehrfurcht in den Augen seines Sohnes erkannte, wurde ihm aufs Neue bewusst, wofür er in der Ferne gekämpft hatte.
"Ich glaube ja - zumindest solange bis das Volk mich nicht mehr will oder ich einen Fehler mache, der uns Schaden zufügt, das ist der Unterschied zwischen den alten Königen und mir. Wir sind zur Gemeinschaft geschaffen, wie Füße, wie Hände, wie die untere und die obere Zahnreihe und jeder dieser Menschen, die du hier siehst, ist ein Teil davon, deswegen darf ich niemals glauben, ich wäre besser als sie. Ohne Füße kannst du nicht gehen, ohne Hände nicht greifen und ohne Zähne nicht kauen, ohne Kopf nicht denken."
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 7:31 pm

Er nickte, verstand er doch was sein Vater ihm erklären wollte. "Ich weiß Vater. Die Senatoren sollten im Namen des Volkes entscheiden, doch sie haben es nicht getan. Sie haben geglaubt, sie wüssen welcher Teil am wichtigsten ist, anstatt zu erkennen das man alles braucht. Deswegen haben die Menschen dich gewählt - wie sie ihre Hoffnung in dich setzen. Sie wissen, dass du weißt, dass ein jeder von ihnen gebraucht wird. Und du wirst sie nicht enttäuschen" fügte er anbei und sah zu seinem Vater hoch, der noch immer beinahe einen Kopf größer war als er und der für ihn all das darstellte, woran er schon als Kind immer geglaubt hatte.
Sein Vater war sein Gott gewesen - ein großer Mann, der ebenso fürsorglich und liebevoll als auch Grausam sein konnte. Ein gerechter König, der über die Familie herrschte und ein unnachgiebiger Gegner, der die Feinde ihres Reiches zerschmetterte. Wenn sein Vater nur da war - das wusste Tiberius - dann würde ihm niemals ein Leid geschehen. Das würde sein Vater. Sein Held nicht zulassen. Niemals. "Ich hab dich lieb" flüsterte er leise
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 8:12 pm

"Ich liebe dich auch.", flüsterte Viola ihrem Mann ins Ohr und strich über seine kräftige Schulter. Er würde nun Kaiser dieses großartigen Landes werden, Kaiser über die größte Nation die diese Welt je gesehen hatte. Und sie war seine Gemahlin, die Frau des mächtigsten Mannes ihre Landes. Sie würden im Ansehen aller hoch im Kurs stehen, ihre gesamte Familie würde bewundert aber auch beobachtet werden. Von nun an konnte sich keiner von ihnen mehr einen Fehltritt leisten, denn das Augenmerk aller lag auf ihnen. Sie legte die freie Hand auf die Schulter ihres Sohnes Tiberius, der vor ihr stand, und lächelte sacht zu Castor hinüber. Sie konnte sich glücklich schätzen ohnehin schon so wunderbare und geradezu perfekte Kinder zu haben. Sie würden ihr keine Schande machen.
"Du wirst dieses Land noch besser machen.", flüsterte Viola ihrem Mann weiter zu. Doch es würde auch viele Menschen geben, die ihnen ihren Erfolg missgönnten, Familien die auf Rache für ihre Verwandten im Senat sinnten und Familien die etwas von diesem Kuchen zu ergattern versuchen würden. Sie brauchten mächtige Freunde und müssten aufpassen wem sie vertrauten. Doch Viola versuchte in diesem Moment nicht weiter daran zu denken und verdrängte diese Gedanken. Sie blickte auf das Volk dass ihnen zujubelte und ihren Gemahl liebte und sonnte sich in diesem Ruhm. Für diesen Moment, war alles in bester Ordnung.
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 8:22 pm

Als die leise Stimme seiner Frau an seine Ohren drang, wandte Aurelius sich zur Seite hin um und betrachtete die Frau, die ihn nun schon seit so langen Jahren begleitete und die noch immer ebenso schön war, wie damals als er sie kennen gelernt hatte. Sie war über all die Zeit an seiner Seite gewesen, hatte ihm drei wundervolle Kinder geschenkt, auf die er nicht hätte stolzer sein können und seine Familie war es gewesen, die ihm immer wieder einen Grund dazu gegeben hatte, nach Hause zurückkehren zu wollen - den Willen aufzubringen, niemals aufzugeben, weil es in der Heimat jemanden gab, der auf ihn wartete und für den sich jeder Kampf aufs Neue gelohnt hatte. Jeder getötete Feind hatte ihn näher zu seiner Familie gebracht und Aurelius dankte den Göttern jeden Tag aufs Neue für seine Familie. Ein warmes Lächeln erschien auf den Zügen des einstigen Heerführers und zeichnete sie weicher und freundlicher als sie es zuvor noch gewesen waren ehe er sich zu seiner Frau hinüber beugte und sie sacht küsste.
"Wir werden dieses Land noch besser machen, Viola", lauteten schließlich seine leisen Worte. "Es gibt kein ich - nur ein wir." Niemals hatte er über all die Zeit an anderen Orten und fremden Ländern eine einzige Sekunde lang darüber nachgedacht, mit einer anderen das Bett zu teilen, niemals war er schwach geworden, so sehr sie es auch versucht hatten - seine Frau war stets in seinen Gedanken gewesen, stets die Einzige gewesen, die einen Platz in seinem Herzen gehabt hatte
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BeitragThema: Re: Tribünen   So Aug 10, 2014 8:43 pm

Marius hatte lächelnd das familiäre Gespräch mit angesehen, das Aurelius mit seinen beiden Söhnen geführt hatte. Die kleine Tochter indes spielte vermutlich mit seinen eigenen Kindern auf seinem Hof, während seine Frau dass alles mit einem Lächeln besah und ihrer alltäglichen Arbeit nachging. Zwar hatte sie es nicht notwendig, doch gab sie sich noch immer unglaublich gern dem einfachen Handwerk der Frau hin. Dem stricken und häkeln, dem Flechten verschiedener Körbe und nicht zuletzt auch das sticken zur Verzierung. Auch für das Schneidern hatte sie sich inzwischen begeistert und selbst die Tunika die er momentan unter der Rüstung trug war von ihr selbst zusammengestellt worden. Er hatte nichts dagegen sagen wollen, doch war er glücklich über den Umstand das er über diese Kleidung noch einen Brustharnisch trug, der die eher mäßigen Künste seiner Frau größtenteils verbarg.
Die Menge indes hatte sich größtenteils wieder beruhigt, man rief noch immer seiner Namen, doch inzwischen leiser. Die Senatoren wurden nacheinander aus der Arena gezogen, nachdem jeder einzelner seinen eigenen Todeskampf ausgefochten hatte.
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