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 Kampfplatz

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Der Erzähler
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BeitragThema: Kampfplatz   Fr Aug 08, 2014 12:13 am

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BeitragThema: Re: Kampfplatz   Sa Aug 09, 2014 9:55 pm

Das Tosen abertausender Leute die auf den Tribünen saßen und erwartungsvoll auf das Schlachtfeld vor sich sahen, hallte hinunter bis in die Katakomben des Kolosseums, aus welchen Ethelred mit unsicheren Schritten kam. Man hatte ihm eine Detailgetreue Kopie der Rüstung seines Vaters angelegt, eine Schmach gegenüber sich selbst und dem Andenken an ihn. Auch hing ein Schwert an seiner Seite, kein kurzes, primitives wie den Männer hier sie stets an ihren Gürteln führten nein, es war ein vollkommen ausgewogenes Langschwert das gut in der Hand lag und sich einfach von rechts nach links manövrieren ließ. Man hatte ihm erst am vorherigen Abend erzählt was mit ihm passieren würde. Sie würden zu ehren dieses verkommenen Landes die Schlacht nachspielen, in der man sie so vernichtend geschlagen hatte und die ihn noch immer jede Nacht verfolgte. Er selbst würde die Ehre haben die Rolle einzunehmen, die der damalige König eingenommen hatte. Doch wenn dieses Schauspiel wirklich geschichtlich ablaufen sollte, so würde er auch das Schicksal seines Vaters teilen.
Sein Tod war gewiss, auch wenn der junge Mann sich dies in seinem tiefsten Inneren noch nicht eingestehen wollte. Er sprach immer wieder zu sich und den Göttern, davon dass er seinen Frieden damit gefunden hatte und dass sein einziges Bestreben im Kampf darin liegen würde, Fyonara zu demütigen indem er diesen Kampf gewann, gleich was sie danach mit ihm tun würde. Doch vermutlich wollte er sich nur nicht einfach dem Tod hingeben.
Als er schließlich durch einen langen Tunnel schritt und das Fallgitter, das bereits leichten Flugrost ansetzte sich mit einem lauten Ächzen hob und ein lautes Rufen zu hören war, fand er sich zum ersten Mal auf dem großen Kampflatz wieder, umgeben von zahlreichen Männern in Fyhamischer Uniform, die ebenso desillusioniert wirkten und teilweise ihre Hände hoben, um die Augen vor der Sonne zu schützen.
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Kampfplatz   Sa Aug 09, 2014 10:22 pm

Die Arena war wie immer atemberaubend. Das Gefühl einer Schlacht ließ sich nur in diesen Mauern beinahe so greifbar wie im Krieg hervor rufen. Das Schreien tausende Zuschauer, deren Euphorie durch die Luft selbst zu übertragen werden schien. Die Freudenschreie, die Anfeuerungsrufe und nicht zuletzt die erstaunlichen Mechanismen, welche das Kolosseum zu bieten hatten.
Gaius war mit der genauen Konstruktion nicht vertraut, wusste nur das es möglich war auf dem Kampfplatz selbst die waghalsigsten Schlachten und Gegebenheiten nachzustellen. Doch was ihm nun zu gute kam war der feine Sprühnebel aus Wasser und Dufstoffen, während Rosenblüter aus kleinen Öffnungen in der Decke rieselten und sie erfrischten. Wenngleich er auch nicht glaubte, dass dieses Zeichen des Fortschritts und der Macht der Grund war wieso das junge Mädchen neben ihm fröstelte. Er sah zu ihr, wie sie neben ihm auf der Empore saß in welcher auch Aurelius platz gefunden hatte. Es war ungewöhnlich, dass sich Frauen hier aufhielten, allerdings war es nötig sie bei sich zu behalten, sollte sie unruhig werden. Er sah ihren Blick, als sie ihren Cousin dort unten auf dem Sand sah. "Beruhigt euch. Ihr könnt nichts für ihn tun. Das Volk will das Blut eurer Familie. Es heißt er oder ihr. Es ist besser so!"
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BeitragThema: Re: Kampfplatz   Sa Aug 09, 2014 10:32 pm

Juliana reckte stolz den Kopf ein Stück weit in die Höhe, wenngleich ihr Blick auch noch immer finster auf dem Soldaten ruhte, der zwischen ihr und ihrer armen Cousine saß, während ihr Cousin dort unten in die Arena geschoben worden war, wo er in der Rüstung seines Vaters stand und nicht zu wissen schien, was nun auf ihn zukommen würde. Ethelred war stets schwierig gewesen, aber dieses Schicksal hatte er definitiv nicht verdient und erneut flammte Julianas Hass auf dieses fremde Land in ihr auf, in das man sie verschleppt hatte und in dem man sie hielt als wäre sie nicht weiter als ein wertvolles Haustier, das man überall zur Schau stellen musste. Man hatte sie in die Kleider der Frauen dieses Landes gesteckt, hatte ihr die roten Haare gelockt und in eine ordentliche Frisur gezwungen, die sie am liebsten in jeder einzelnen Sekunde wieder vernichtet hätte, nur um zu beweisen, dass sie keine von ihnen war - dass sie nicht zu den Besetzern und Invasoren gehörte.
"Wenn mich die Ketten nicht halten würden, würde ich lieber freiwillig dort hinunter springen und mich in das Schwert eines Kämpfers stürzen als noch länger deine Hure zu sein!", fauchte sie schließlich und verengte die Augen ehe sie ihm kurzerhand mitten ins Gesicht spuckte, weil ihr sonst nichts anderes übrig blieb, womit sie ihrer Wut Ausdruck verleihen konnte. Sie hasste dieses Land - sie hasste die Menschen hier und sie hasste es, dass sie sich daran ergötzten, wie arme Menschen starben während sie sich selbst als Helden feiern ließen.
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BeitragThema: Re: Kampfplatz   Sa Aug 09, 2014 11:24 pm

Mit dem Ruf öffneten sich die hohen Gittertore und ließen einen ganzen Schwall an Gladiatoren in die Arena, welche abgetragene, fyonarische Rüstungen trugen. Auf den ersten Blick war zu erkennen, dass es sich bei ihnen um erfahrene Gladiatoren handelte. Sie griffen in Formation an, rissen die Feinde auseinander, ehe Stahl auf Holz traf und die Schwerter der angeblichen, fyhamischen Soldaten zerschmettert wurden, ehe man ihre toten Leiber neben diese in den Staub warf. Blut und Gedärme klatschten auf den Wüstenboden während die gellenden Schreie der Gefallenen über das Schlachtfeld hallten und nur von dem Jubel der Fyonarer übertönt wurde, die das barbarische Schlachten feierten und immer wieder den Namen von Aurelius riefen um die angeblichen Soldaten anzufeuern.
Als letztes blieb nur der junge König übrig, um ihn herum ein Meer aus Leichen, während ein Ring aus Soldaten sich um ihn gebildetet hatte - die Schilde nach vorne. In diesem Augenblick teilte sich der Kreis und ließ einen Riesen von einem Mann herein, etwas über zwei Meter mit Schultern wie ein Auerochse, das Gesicht unter einem goldenen Helm verborgen. Er trug nur Beinschienen, ließ den muskulösen Oberkörper jedoch frei. Er deutete mit dem kurzen Gladius auf Ethelred, ehe er einen Blick zur Tribüne warf. Dort wurde eine Hand gehoben und Eleonore erlaubt noch einige letzte Worte zu sprechen.
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BeitragThema: Re: Kampfplatz   Sa Aug 09, 2014 11:37 pm

Sie hatte darum gebeten, selbst dort hinab gehen zu dürfen, hatte darum gebeten, ihren Bruder noch ein letztes Mal in die Arme schließen zu können und wenngleich sie auch befürchtet hatte, man würde es ihr verweigern, so waren ihr dennoch die Fesseln gelöst worden, bevor ein paar Soldaten sie begleiteten. Als die Tore nun erneut hinab glitten, waren es zuerst Soldaten Fyonaras - große Männer mit Schilden und Speeren, die hinaus liefen und eine Formation einnahmen, dann erst begann sich ihre eigene Leibgarde zu bewegen und langsam folgte Eleonore diesen Männern. Grelles Sonnenlicht drang ihr in die Augen, kühler Wind wehte durch ihr braunes Haar und Sand wirbelte bei jedem ihrer Schritte auf als sie langsam zu Ethelred hinüber trat, den Blick auf ihren Bruder gerichtet, an dessen Körper sie Blut, Schweiß und Dreck erkennen konnte. Es tat ihr leid, dass es so enden musste - dass sie dort oben saß, während er hier unten kämpfen musste - dass sie gekleidet war wie eine Dame Fyonaras während er in der Gewandung ihres Vaters vor ihr stehen musste.
"Es tut mir so leid ...", flüsterte sie leise und senkte den tränenverschleierten Blick. Sie konnte nichts unternehmen, konnte nicht eingreifen und um sein Leben bitten - es würde hier und jetzt ein Ende haben und leise weinend trat sie einen Schritt nach vorn, um ihren Bruder ein letzes Mal zu umarmen und ihre Arme um ihn zu schlingen, begleitet von den Schreien des Volkes der Hauptstadt. "Es tut mir leid ... ich wünschte, du könntest einfach bei mir bleiben und wir wären zusammen ... aber das lassen sie nicht zu ... sie werden dich, selbst wenn du überleben solltest, niemals zu mir lassen", flüsterte sie leise in sein Ohr und drückte den Älteren an sich. "Ich hab dich lieb ... und ich danke dir für alles, was du getan hast. Ich verspreche dir, wir sehen uns wieder ... irgendwann ...", beendete sie ihre Worte leise ehe die Soldaten sie wieder daran erinnerten, dass ihre Zeit knapp bemessen war und sie sich wieder langsam von ihm löste und zurück in die Formation trat, in welcher die Soldaten sie schützten und zurück auf die Tribüne brachten, von der sie den Kampf beobachten sollte während Tränen der Trauer und des Schmerzes über ihre Wangen rannen.
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BeitragThema: Re: Kampfplatz   So Aug 10, 2014 12:10 am

Er nahm seine Schwester ein letztes Mal in die Arme und strich ihr über ihr feines Haar das selbst hier, in dieser Einöde von Tod und Verzweiflung noch nach Heimat roch. „Es gibt nichts dass du bedauern musst. Du bist am Leben, allein damit hast du mir bereits einen Gefallen erwiesen, den ich niemals wiedergut machen kann. Es war meine Aufgabe unser Volk zu schützen nachdem Vater gestorben ist, nicht deine. Und es war meine Aufgabe auf dich zu achten.“
Zu mehr kam er nicht, denn sie wurde von zwei schwer gerüsteten Männern von ihr gezogen und so fand er sich allzu schnell wieder allein auf dem Feld vor, umringt von Feinden. Der Schweiß perlte ihm langsam, aber stetig von der Stirn und lief ihn in den Nacken hinein, unter die schwere Rüstung die inzwischen fast einem Backofen gleich kam. Er erhob sein Schwert auf halbe Länge und funkelte die Männer düster an, wandte die Waffe schließlich gegen den, guter eineinhalb Köpfe größeren Mann der langsam auf ihn zu stapfte. Er versuchte sich an die paar Stunden zu erinnern in denen er mit dem Schwert geübt hatte, doch lagen diese bereits so lange zurück, dass er sich vermutlich besser an die Gesichter seiner verschiedenen Ammen als an die Übungen erinnern konnte. In seiner Not wedelte er also wild mit dem Schwert herum und versuchte schließlich einen harten Treffer zu landen indem er das Schwert über den Kopf hob und es dann auf den Feind sausen ließ.
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BeitragThema: Re: Kampfplatz   So Aug 10, 2014 12:21 am

Der Riese machte einen Schritt zur Seite um dem Schwert auszuweichen, welches der Kleine wild umher wirbelte. Er schnaubte. Normalerweise würde er nun die Taktik des Gegners analysieren, würde versuchen eine Schwäche in den Bewegungen zu finden und somit den Kampf für sich zu entscheiden. Normalerweise würde an dieser Stelle die Beschreibung einer geübten Technik folgen, doch wenn man ehrlich war so war Ethelred eine einzige große Schwäche mit zwei Beinen.
Der Hüne riss einen gepanzerten Arm nach oben und verkeilte das Schwert dort zwischen einigen Haken und riss dem Jungen die Waffe aus der Hand, welche im weiten Bogen fort flog. Dann griff er mit einer Hand nach dem Schild des Jungen und riss ihm dieses aus der Hand, ließ es dann auf den Boden fallen.
Dann trat er näher an den nunmehr unbewaffneten Jungen und griff mit einer schweren Hand nach der Schulter. Er würde Aurelius hier keine große Aufführung bieten. "Ich habe euch gesagt wir sollten nach Surda gehen anstatt zu rasten mein Prinz" erklärte er in dem schweren Fyhamischen Singsang. Dann rammte er das kurze Schwert direkt in das Herz des Jungen und drückte mit einem Ruck gegen den Rücken den Stahl noch tiefer in den Leib, hielt den Jungen jedoch aufrecht. Er sollte im Stehen sterben wie ein König.
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BeitragThema: Re: Kampfplatz   So Aug 10, 2014 12:35 am

Als er die Stimme erkannte taumelte er fast instinktiv zurück, war er doch ebenso erschrocken wie verwundert über das was er gerade gehört hatte und vor allem, von Wem er eben dies gehört hatte. Der Klang der Stimme war ihm nur allzu bekannt und einen Augenblick lang hatte sich Hoffnung in ihm breit gemacht, die Hoffnung darauf dass der ehemalige Leibwächter nach wie vor einen großen Plan hatte wie er ihn und seine Schwester hier heraus schaffte. Doch diese verblasste wieder, als er erneut die Rufe der tobenden Menschen um ihn herum wahrnahm und die Soldaten sah, die einen Kreis um sie herum gebildet hatte.
Es passierte zu schnell als das er sich wirklich davor fürchten konnte, Die feste Hand packte seine Schulter und das Schwert durchbohrte seine Brust. Ein kurzer, stechender Schmerz folgte dem, doch nicht so stark wie er befürchtet hatte, denn zu schnell machte sich das dumpfe Taubheitsgefühl in ihm breit und ein Quall von Blut sammelte sich in seinem Mund, welcher aus den Winkeln hinaus lief. „Ihr hattet Recht.“ Murmelte er leise, hielt sich noch einen Augenblick auf denen Beinen, was er jedoch mehr der starken Hand als seiner Willenskraft zu verdanken hatte, ehe ihm die Füße gänzlich den Dienst versagten und er den harten Boden unter sich spürte, auf welchem eine dünne Schicht Sand lag. Er schmeckte ihn, schmeckte das Blut das sich darin vermischt hatte, doch die Hand die ausgestreckt war und sich bereits zur Faust zusammen geballt hatte, spürte er bereits nicht mehr.
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