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 Ahnenraum

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Der Erzähler
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BeitragThema: Ahnenraum   Do Aug 07, 2014 11:52 pm

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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Ahnenraum   Di Aug 12, 2014 10:10 pm

"Wenn Sie dich hier erwischen, dann wird selbst Jupiter dich nicht mehr retten können" Gaius Stimme hallte durch den Ahnenraum in welchen sich das Mädchen geflüchtet hatte. "Bei den Göttern, was ist denn mit deiner Lippe geschehen?" Gaius machte einige Schritte auf das junge Mädchen zu und streckte seine Hand nach ihr aus, scheute jedoch davor zurück einen letzten Schritt nach vorne zu gehen und blieb stehen. Sie schien schon aufgekratzt genug und hier riet ihm der Instinkt des Jägers sie nicht weiter zu verschrecken, ehe sie wie ein junges Reh die Flucht ergriff.
Sie blutete aus einer aufgeplatzten Lippe, und stumme Tränen vermischten sich an ihrem Kinn mit dem halb getrockneten Blut. Alles in allem machte sie einen bemitleidenswerten Eindruck.
"Was hast du denn gemacht?" fragte er schließlich und stellte den kleinen Korb bei Seite den er mitgebracht hatte. Er war hierher gekommen um Aurelius Ahnen dafür zu danken, dass sie ihren Erben derart viel Segen mit auf den Weg gegeben und ihn zu dem Mann gemacht hatten der sie alle zu Ruhm und Ehre geführt hatte
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Ahnenraum   Di Aug 12, 2014 10:18 pm

Eleonore blinzelte als die vertraute Stimme erklang und wandte sich dann hastig herum, befürchtete beinahe, dass die Frau wieder aufgetaucht wäre, die sie zuvor schon geschlagen hatte, doch statt dem grotesken Bild der Abscheu entdeckte sie nur die Verwirrung eines Soldaten, der sie bereits im Kerker ihres eigenen Heimatlandes gerettet hatte. Er hatte noch immer so viel Wärme im Gesicht, selbst wenn sie sich auch jetzt noch unter der harten Miene des Soldaten verbarg, die er stets trug und die ihm nur allzu gut zu Gesicht stand, aber Eleonore vermochte es hinter die Fassade zu blicken. Als er die Hand nach ihr ausstreckte, war sie zuerst zurück gewichen, hatte einen halben Schritt nach hinten gemacht, weil sie nicht wollte, dass er sie berührte, doch jetzt - in dem Moment, in dem sie die Ehrlichkeit hinter seinen Worten erkennen konnte, trat sie langsamer wieder nach vorn und überwand dann schließlich kurzerhand die Distanz zwischen ihnen, nur um dem einzigen Vertrauten hier entgegen zu sinken und sich an ihm fest zu halten. Gaius hatte sie gerettet - er war schon damals für sie da gewesen und er hatte gesagt, er wäre immer da, wenn es ihr schlecht ging. Er war jetzt auch hier.
"... nichts ...", sagte sie leise und schüttelte den Kopf, weil sie Angst hatte, dass Viola sie noch schlimmer zurichten lassen würde, wenn sie irgendjemandem die Wahrheit über das sagte, was vorgefallen war. Vielleicht würde sie sie auspeitschen lassen, wie es dem Soldaten im Heerlager passiert war, vielleicht würde sie ihr Essen und Trinken verweigern oder sie erneut schlagen. Bei der Vorstellung daran schauderte sie und schüttelte abermals den Kopf. "... es ist nichts ... nichts Wichtiges ..."
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Ahnenraum   Di Aug 12, 2014 10:28 pm

Gaius blinzelte überrascht, als die Kleine auf ihn zugestürmt kam und ihn umarmte. Langsam schloss er die Arme um sie und strich ihr sanft über den Kopf. "Nana" flüsterte er leise und ein besorgtes Ausdruck fand auf seinem Gesicht platz. Sie war keine Feindin Fyonaras und wenngleich sie auch zu solch einer werden konnte wusste Gaius das sie keine Gefahr darstellte - und es nun an ihnen lag ob sie zu einer wurde, oder ob sie zu einer treuen Gefolgsfrau ihres Landes werden würde.
"Wer hat dich geschlagen?" fragte er leise und fuhr langsam über ihren Haarschopf.
"Das war nicht Aurelius, das würde er nicht tun" meinte er leise und mehr zu sich selbst als zu der Kleinen. "Wer hat dir das angetan? Du bist ein Gast, ein wichtiges Geschenk für unser Land und Aurelius weiß das" er schüttelte den Kopf. "Was für Barbaren waren das?"
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Ahnenraum   Di Aug 12, 2014 10:41 pm

Leise schluchzend barg Eleonore den Kopf an Gaius' Schulter und schloss die brennenden Augen ein Stück weit während sie den dumpfen Schmerz an ihrer Wange spürte, den der raue Stoff seines Oberteils daran hinterließ und immer wieder schaudernd verstärkte sie den Griff ihrer schmalen Finger darin, als könne er sie von allem Unheil dieser Welt beschützen. Sie wollte nichts sagen, wollte nichts darüber verlauten lassen, was passiert war, aber er fragte immer wieder nach und es war unfair nach allem, was er getan hatte, wenn sie ihn einfach weiter anlog. Zitternd schob sie sich näher zu ihm heran und wandte den Blick halb über ihre eigene Schulter zurück, als könne sie damit abschätzen, ob die Frau ihr hierher gefolgt war, um sie noch einmal anzugreifen und zu schlagen - womöglich jetzt, weil der Fremde sie geschlagen hatte und weil sie bei Gaius weinte, vielleicht sogar, weil sie einfach nur in diesen Raum hinein gegangen war.
"... ich weiß nicht ...", flüsterte sie schließlich, die Stimme immer wieder von leisem Schluchzen unterbrochen. "... ich glaube, sie ist die Herrin dieses Hauses ... sie hat gesagt, ich wäre nichts anderes als eine fyhamische Hure und hätte es nicht anders verdient und dass ich mir merken soll, dass man hier Sklaven als Gegenstände betrachtet und ein Mord deswegen nicht bestraft wird ... ich hab Angst, dass sie mich umbringt, nur weil ich ihr gesagt hab, dass ich ... wenn ich doch Gast bin ... wieder zurück in meine Heimat will ...", setzte sie die leise Erklärung hinterher und schüttelte noch einmal den Kopf. "... dann hat ein anderer sie deswegen geschlagen und jetzt will sie mir vermutlich nur noch mehr weh tun. Ich bin hierher gelaufen ... bevor sie mir nochmal weh tun kann ..."
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Ahnenraum   Di Aug 12, 2014 10:52 pm

"Ganz ruhig, niemand wird dich noch einmal schlagen" versuchte Gaius sie zu beruhigen und strich ihr sanft über das Haupt während sich sein großer Brustkorb aufblähte und absenkte nun da er ruhig atmete und versuchte selbst einen Knotenpunkt in dieser Geschichte zu finden. "Du bist weder eine Hure noch eine Sklavin" stellte er schließlich fest Wobei man ersteres nicht unbedingt von der guten Frau de Gaweia behaupten kann. Es war ein allgemein bekanntes Gerücht, dass sich Viola de Gaweia nicht nur mit Püderchen gegen das Alter zu wehren wusste sondern sich auch das Gift des Wakra-Frosches in die Haut einrieb, damit diese sich wenig bewegte und so keine Falten warf. Ihr Bestreben ewig Jung zu bleiben lag auch an der Kunst: Berühmte Stauen, zeigten bevorzugt muskulöse Leiber junger Soldaten oder knospende Brüste schöner Göttinnen. Alles aus glattem Marmor, fältchenfrei für immer - ein Umstand, den sich Viola nur herbei sehnen konnte. "Deine Heimat so wie du sie kanntest gibt es nicht mehr Täubchen" erklärte er ihr langsam. "Aber wenn du lernst hier in diesem Land zu leben und uns kennen lernst, unsere Bräuche verstehst. Dann wirst du vielleicht wieder zurück kehren und den Neuaufbau deines Landes miterleben können. Besser als es zuvor war"
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BeitragThema: Re: Ahnenraum   Di Aug 12, 2014 11:01 pm

Vehement schüttelte Eleonore den Kopf, zuckte angesichts der Worte des anderen zurück und blickte ihn aus großen Augen noch einmal an. Es sollte ihre Heimat nicht mehr geben? Es würde niemals mehr so werden wie zu der Zeit, in der sie dort gelebt hatte und sie würden dieses Land neu aufbauen? Sie wollte nicht, dass Fyham neu aufgebaut werden würde - dass sie es verändern würden und ihm damit endgültig die Seele nehmen würden und mit einem Mal wurde Eleonore bewusst, weshalb sie jeder hier eigentlich nur für einen Gast hielt und sie so zuvorkommend behandelte. "Nein!", platzte es dann schließlich aus ihr heraus, lautet als sie es eigentlich beabsichtigt hatte und schob die Arme vor sich als Gaius einen Schritt auf sie zumachen wollte.
"Was bin ich hier?", fragte sie und als der andere nicht antwortete wurde ihre Stimme lauter. "Was bin ich?! Nur eure Marionette? Ihr wollt mich nur, damit mein Land nicht rebelliert und ihr alles durchsetzen könnt! Ihr nehmt Fyham die Seele - meinen Leuten die Hoffnung! Ich werde niemals eine von euren Damen!", fuhr sie schließlich auf, ihr Geist aufgekratzt von den Schlägen der fremden Frau und den dunklen Befürchtungen, die Gaius gerade in ihr geweckt hatte. Sie war enttäuscht, fühlte sich von ihm verraten und vor allem schämte sie sich, weil sie wirklich gedacht hatte, sie könnte dem anderen vertrauen und sich an ihn wenden, wenn es ihr schlecht ging - sie schämte sich, so naiv gewesen zu sein und zu glauben, er wäre anders als alle anderen dieses Landes. Ihn interessierte ihr Wohl ebenso wenig wie jeden anderen hier, solange sie nur eines Tages einen Mann dieses Landes heiraten würde und dann zurück nach Fyham kehren würde, damit er dort regieren konnte während sie den Mund hielt und weiterhin Sklavin blieb.
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BeitragThema: Re: Ahnenraum   Di Aug 12, 2014 11:17 pm

Gaius Schultern sackten nach unten und er seufzte während er sich durch das kurze, dunkle Haar fuhr. "Hör mal zu Kleine" erklärte er leise und deutete auf die Statuen die in dem Raum standen und Aurelius Vorfahren darstellten. "Die Vorfahren deines Landes haben unser Land unterjocht und es Jahrhunderte lang ausgebeutet. Sie haben die Entwicklung unserer Kultur beschränkt und... nun die ganze schlimme zeit ist im Gedächtnis unseres Volkes haften geblieben. Es gab viele Stimmen die sagen, dass nun wo wir euer Land besiegt haben wir uns selbst befreit haben" erklärte er leise. "Es gibt dort draußen Leute, die gerne deinen Tod sehen wollen. Andere die euer ganzes Land am liebsten dem Erdboden gleich machen würden. Doch Aurelius würde das nicht zulassen. Das Volk wird beruhigt werden wollen. Ich weiß, du bist jung und das alles hälst du für unglaublich ungerecht. Das ist es vielleicht auch" er nahm schließlich den Korb wieder in die Hände. "Du wirst allerdings nicht von hier fort kommen. Ich kann nur versuchen dir zu helfen und dir wengistens zu erklären wie all das hier läuft. Damit du besser hier zurecht kommst. Ich jedenfalls werde den Ahnen gedenken. Stell Fragen wenn du willst. Komm zu mir wenn du willst aber ich sage es dir wie es ist: Ich mach mir Gedanken um dich ja. Aber ich muss mir noch um viel mehr Gedanken machen...." er stockte, hielt inne. "Ich bin Soldat Mädchen und bekomme Befehle. Ich war bisher ehrlich zu dir. Ich habe dir gesagt das ich deinen Vater getötet habe und ich habe dir nun gesagt was man mit dir vor hat. Gib mir die Schuld wenn du willst aber wirf mir nichts vor, für das ich nichts kann"
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BeitragThema: Re: Ahnenraum   Di Aug 12, 2014 11:28 pm

Eleonore fühlte sich im ersten Moment wie vor den Kopf gestoßen und der Schmerz, den sie jetzt in ihrem Inneren empfand, war vergleichbar mit eben jenem, den sie empfunden hatte als Viola sie geschlagen hatte. Der Mann, dem sie vertraut hatte - ihr strahlender Ritter, der sie aus den Fängen dieses Widerlings befreit hatte - stand nun hier und sagte ihr, dass sie doch im Grunde genommen gar nicht wichtig war und es ihn nur der Pflicht wegen interessierte, was mit ihr war. Für ihn war sie also ebenso nur ein Gegenstand wie für jeden anderen in diesem Reich und einmal mehr zuckte sie zurück, setzte ein paar Schritte nach hinten während sie sich gedanklich nicht zwischen Enttäuschung und Wut entscheiden konnte. War das der Grund, weshalb Juliana so sehr aufbegehrte? Weil sie gewusst hatte, was auf sie zukommen würde und sich darum bemühte, sich nun mit allen Mitteln zur Wehr zu setzen, bevor auch sie sich selbst verlor, wie es beinahe mit Eleonore geschehen war? Sie hatte diesem Mann vertraut, hatte ihm geglaubt und in ihm eine Stütze gesehen, doch nun war ihr auch eben diese fortgerissen worden und noch nie zuvor hatte sie sich so allein gelassen gefühlt, wie in diesem Augenblick.
"Sie hatten Recht damit, was sie getan haben! Ihr sperrt Unschuldige in Arenen und lasst sie vor den Augen ihrer Familien ermorden, damit die Menschen Spaß daran haben! Ihr habt meinen Bruder ermordet! Mein Volk hat nicht eure Kultur beschränkt, sondern euch aufgehalten solche Monster zu werden, wie ich jetzt vor mir sehe!", fauchte sie schließlich und wandte sich halb herum. "Ich hätte in Ryanti bleiben sollen! Der Imperator hat uns wenigstens angeboten, uns vor euch zu beschützen, weil er wusste, was ihr seid!", setzte sie noch nach und wandte sich dann endgültig um, die Arme vor der Brust verschränkend während sie zielstrebigen Schrittes den Raum verließ.
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