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 Innenhof

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BeitragThema: Re: Innenhof   Mi Sep 10, 2014 9:33 pm

„Nun die Nordküste eben. Wie man sagt, die Männer dort sind nicht so redsam wie hier im Herzen des Landes, der Wein ein wenig fad und die Wolken ziehen öfter über den Himmel als gewöhnlich. Aber es verlief erstaunlich gut, ich glaube ich habe meine Sache dort gut gemacht, wer weiß, vielleicht habe ich ja das Glück darauf irgendwann noch einen weiteren Rang aufzusteigen?“ Doch immer nächsten Moment schallte er sich bereits für eine derartige Äußerung. Sein Vater hatte ihn mehrmals davor gewarnt aufgrund dieser Geste die er ihm gewährt hatte, überschwänglich zu werden und so erneut eine derartige Schande anzurichten, wie es ihm bereits einmal gelungen war. Wenn er zu etwas höherem bereit wäre, so würde er dies von anderen Stellen hören und Marius war nicht müde geworden dies immer und immer wieder zu wiederholen, bis es Quintus schließlich, einem Mantra gleich im Schlaf eben diese Worte ebenfalls wiederholte. „Ich habe dort auch ein Mädchen gefunden. Was schaust du da so? Keines für eine Nacht nein, ich habe sie auf dem Markt kennen gelernt. Sie ist mit mir wieder zurückgekommen, sie geht jetzt hier ihrem Handwerk nach aber … ach komm sei ehrlich, das willst du doch gar nicht hören oder?“
Er schlug seinem Freund grob gegen die Schulter. „Wie verläuft es in deiner Karriere? Hat dich Aurelius schon zum nächsten Herrscher erklärt oder kommt dies erst nächstes Jahr? Und wie steht es mit deinem rothaarigem Teufel?“
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 10:17 pm

"Das geht nie im Leben gut..." Gaius wusste schon nicht mehr, wie oft er sich diesen Gedankengang hingegeben hatte. Noch immer schlug ihm das Herz bis zum Hals - noch immer glaubte er, sich gleich übergeben zu müssen.
Seit Stunden hatte er kein Gefühl mehr in den Händen, keine Wärme mehr in den Beinen und mit jeder Minute, die verstrich schien es nur noch schlimmer zu werden. Hinter ihm stimmten die Akteure bereits ihre Instrumente und die ersten Platten mit Essen wurden zu den Liegen getragen, welche unter einem roten Baldachin standen, während der warme Sommerwind durch den Innenhof strich. Als er schließlich die Schritte vernahm, nahm Gaius seinen gesamten Mut zusammen und richtete sich noch einmal auf.
"Ave Aurelius" meinte er mit fester Stimme. "Ich bin froh, dass du dir die Zeit genommen hast, ich habe bereits auftischen lassen"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 10:36 pm

Aufgetischt hatte er ihm am heutigen Tag bereits einiges, ein paar Details der Ereignisse im Reich der Drei Sonnen, ein paar Details, die er von seiner Schwester hatte erfahren dürfen, nachdem er sie darum gebeten hatte, reinen Tisch zu machen, damit er wenigstens mit der Wahrheit arbeiten konnte und nicht stetig ein neues Detail zu hören bekam, das seine Arbeit erneut erschweren würde. Zu Gaius hatte er sie nicht gefragt, aber sie hatte bereitwillig darüber erzählt, augenscheinlich in der Hoffnung, er würde dem anderen dadurch nicht den Kopf abreißen - er hatte sie gebeten im Palast zu bleiben, in Obhut der Gardisten und Septim während er sich auf den Weg zu Gaius gemacht hatte, um sich von diesem die Ereignisse noch einmal erläutern zu lassen. Dies und um eine weitere Angelegenheit mit dem Legaten zu besprechen, die keinerlei Aufschub mehr duldete, nachdem er es bereits seit geraumer Zeit vor sich hergeschoben hatte.
"Gaius", begrüßte er ihn und nickte dem Legaten lediglich knapp zu ehe sein Blick über die Ansammlung an Essen und Künstlern wanderte, für die der andere hier gesorgt hatte. Er hatte nicht erwartet, dass er sich so viel Mühe in seinem Bestreben geben würde, nicht erwartet, dass er etwas für diesen Abend vorbereiten würde und als Aurelius' Blick zurück zu Gaius wanderte, bemerkte er einmal mehr dessen Nervosität und seine Unsicherheit, die er hinter einer festen Stimme und einer stolzen Haltung zu verbergen versuchte - ein Umstand, der ihm ein schmales Lächeln entlockte und ihn beinahe dazu brachte, den Kopf zu schütteln. "Ich danke dir für die Einladung", erhob er schließlich noch einmal die Stimme und schlug einen versöhnlichen Tonfall an. "Es trifft sich, dass du um dieses Gespräch gebeten hast. Es gibt eine weitere Angelegenheit, die ich mit dir besprechen möchte und die ich gern vor deine Erklärung schieben möchte. Sie könnte mich sonst umstimmen."
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 10:44 pm

Er will dich umbringen. Oder schlimmer - dich nach Solandra schicken, damit du die Kolonien dort ausbaust schoss es Gaius durch den Kopf, während sein Herz ihm bis in die Kniekehlen rutschte. Sein Magen schien sich nun gänzlich umzudrehen und sämtliche Wärme aus seinen Gliedern zu verschwinden. Er wusste nicht was Adriana ihm gesagt hatte, wusste nicht was er von den Erkenntnissen halten würde und sein Herz trommelte wie ein wilder Vogel in seiner Brust. Gaius benötigte all seine Entschlossenheit und all seine Kraft um weiter auf den Füßen zu bleiben. Er schluckte, bewies Stolz und sah dann Aurelius fest in die Augen.
"Sprich frei heraus Herr. Ich bin für jedwede Aufgabe gewappnet - jedwede Angelegenheit die Fyonara zu Ruhm und Ehre gereicht ist sicher auf meinen Schultern. Egal wie schwer die Aufgabe auch sein mag"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 11:03 pm

Aurelius lachte im ersten Moment leise auf die Worte seines Legaten, der voller Stolz vor ihm stand und glaubte, er könne damit wieder Boden bei ihm gut machen, den er allein aufgrund der Ereignisse im Reich der Drei Sonnen verloren hatte. Es war beinahe belustigend zu erkennen, wie sehr er sich darum bemühte, wieder in seiner Achtung zu steigen und Aurelius war nicht dumm genug, um zu glauben, er würde es seiner selbst willen tun - er tat es für Gracia, für die Erlaubnis bei ihr sein zu dürfen und dies auch weiterhin gestattet zu bekommen. Jeder ist nur soviel wert wie das Ziel seines Strebens, hatte er einst einmal gehört und für einen einzigen kurzen Moment lang gestattete er sich über jene Worte noch einmal nachzusinnen. Wenn das Streben, dem Gaius hier nachging, einzig und allein mit ihr zusammenhing, dann würde er es vielleicht wert sein - vielleicht hatte er dann trotz der mahnenden Stimmen eine gute und richtige Entscheidung gefällt.
"Du wirst dir überlegen, ob du diese Worte zu mir gesagt hättest, wenn ich dir davon berichte, was für dich vorgesehen wurde, Gaius", lautete schließlich seine Antwort, welcher nur ein kurzes Kopfschütteln folgte ehe er nach vorn trat und dem anderen eine Hand auf die Schulter legte, nur um ihn hinüber zu einem der Sofa zu schieben. Es würde besser sein, wenn er saß, wenn er ihm eröffnete, worum es ging und welche Verpflichtungen er eines Tages würde eingehen müssen. Still in sich selbst seufzend verschränkte Aurelius die Arme vor der Brust und ließ seine Beine ihn ein paar unruhige Schritte durch den großen Innenhof machen.
"Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen - das waren Worte, die einst mein Vater mir auf den Weg gab, bevor er starb. Auch ich werde nicht ewig sein, Gaius, und es wird eines Tages jemanden geben müssen, der diesen Posten ausfüllen muss, um das Reich zu halten und weiterhin zu vergrößern", begann er schließlich vollkommen unvermittelt ehe er sich selbst einen Platz auf einer der Liegen suchte und sich darauf sinken ließ. "Fyonara wird niemals wieder eine Republik werden, dessen musste auch ich mir bewusst werden. Das, was ich für meine Heimat tat, hat diese Konsequenz nach sich gezogen und alles, was ich noch vermag, ist es einen Nachfolger zu finden, der nach bestem Wissen und Gewissen für unsere Heimat entscheidet und handelt. Es sind während deiner Abwesenheit bereits Dokumente aufgesetzt worden, die dich dafür legitimieren."
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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 11:09 pm

"Und wen habt ihr für solch einen Posten vorgesehen?" fragte Gaius und war darauf gefasst einen Namen wie Marius oder einen von Aurelius Söhnen zu hören, zu hören wie Aurelius ihm das Versprechen abnahm, auch auf diesen neuen Kaiser zu achten.
Doch als nun Aurelius jene vehrängnisvollen Worte sprach, wurde ihm der Boden unter den Füßen fort gerissen und Gaius glaubte einen Schlag in den Magne zu verspüren, durch welchen eisige Kälte in all seine Glieder strömte. "Was?" glaubte er gesagt zu haben, wenngleich er in Wahrheit nicht mehr als ein Krächzen hervor brachte. Der Hüne schwanke und griff nach der Lehne der Liege, ehe er sich eher unelegant darauf sinken, beinahe fallen ließ.
"Nein..." flüsterte er leise und schüttelte den Kopf. "Herr nein - ich... ich kann nicht. Ich will nicht einmal. Ich habe ecuh damals gesagt, dass ich zu euch halte - doch ich habe euch auch gesagt, dass ich eure Entscheidung die Republik wie einen Krug auf den Boden zu schmettern für falsch halte. Ich habe daraus nie einen Hehl gemacht. ich....
Das könnt ihr nicht - ich bin denkbar ungeeignet, ich"
er schüttelte den Kopf, griff nach der Karaffe mit Wein und nahm einen großen Schluck. "Bei allen Göttern..."
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 11:24 pm

"Aus eben diesen Gründen bist du es nicht", lautete Aurelius lakonische Antwort auf den Ausbruch seines Gegenübers, den er während den letzten paar Minuten nicht mehr aus den Augen gelassen hatte, in der Befürchtung, er würde sich doch in einem der nahe gelegenen, künstlich angelegten Wasserbecken ertränken, die die Luft befeuchteten. "Ein guter Mensch ist zuverlässiger als eine steinerne Brücke, Gaius, und du musst dieser gute Mensch für das Reich sein. Fyonara braucht niemanden, der sich hinter Stempeln, schönen Worten oder dem Wahnsinn verbirgt und im rechten Augenblick zaudert. Diese Menschen haben sich selbst entschieden, jeder Einzelne von ihnen dort in der Arena, in der wir waren und in dem Augenblick, in dem die Senatoren starben. Ich habe lange bereut und mich lange gefragt, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, aber was brächte nun diese Frage noch? Es ändert nichts mehr an den Gegebenheiten. Es kümmert mich nicht, ob ich verachtet werde - ich will nur kein Mensch sein, der die Verachtung verdient", fügte er zur Erklärung hinzu und schüttelte erneut den Kopf, für einen Moment lang schweigend, um sich noch einmal Gedanken darüber zu machen, wie er es Gaius am Besten deutlich machen konnte, was auf ihn zukommen würde.
Er hatte den anderen nicht umsonst in die fernen Reiche gesandt, hatte ihn die Reise nach Alagäsia begleiten lassen und ihm derart viele Freiheiten eingeräumt, trotz seiner Pflichten und Gaius hatte sich bisweilen keine Schande gemacht, stets deutlich gemacht, dass sein Augenmerk auf dem Reich lag und er bereit war, den Mund zu öffnen, wenn er musste.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 11:35 pm

"Trink. Wenn du schon redest wie ein Trunkener" meinte Gaius, noch immer um Fassung ringend. Er spürte, dass er zitterte und musste sich anstrengen den Wein nicht zu verschütten, während ihm Aurelius Worte nicht aus dem Sinn gingen. "Das bist du nicht. Ein Mensch, der Verachtung verdient meine ich" erklärte er leise und stierte auf den dunklen Wein. "Ich werde alles aufbringen müssen um auch nur annährend in deine Fußstapfen zu treten, ich hoffe dir ist das klar?" fragte er den anderen leise und stellte nach kurzem Zögern den Wein bei Seite. Dieser würde nicht helfen - bei keinem seiner Vorhaben.
"Ich... habe sowieso keine Wahl. Und da ich direkte Befehle nicht ausschlagen kann" er schüttelte den Kopf.
"Nun, da du mit sowas gekommen bist" er sah noch einmal zu den Spielleuten, deren Musik er kaum wahrgenommen hatte. Er hatte warten wollen, bis sie ei wenig was getrunken hatten. Hatte taktieren wollen - aber an sowas war nahc Aurelius Ankündigung nicht zu denken - wer wusste, worauf der Kaiser noch kommen würde, wenn er zu viel Zeit verstreichen ließ.
"All das hier" erklärte er leise. "Habe ich eigentlich nur aus einem Grund arrangiert. Ich wollte dich um deinen Segen bitten um die Hand deiner Schwester anhalten zu dürfen. Diese Frau ha tmich auf so vielen Ebenen berührt und verändert. Und ich will ihr eine Heimat geben. Hier"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 11:46 pm

Wie lange mochten sie einander kennen? Drei - vielleicht vier Monate und nun saß Gaius vor ihm und eröffnete sein eigenes Anliegen auf diese Art und Weise und gab ihm das Gefühl, er habe soeben einen Schlag mitten in den Magen bekommen. Vor ihm saß ein Mann, der für seine unzähligen Affären bekannt war und der kein Bett verschmäht hatte, vor ihm saß ein Soldat, der jederzeit auf einem Schlachtfeld würde sterben können und eben dieser Mann bat ihn darum, seine Schwester ehelichen zu dürfen. Jenes junge Mädchen, das er einst vor so vielen Jahren verloren hatte und das er wieder zurück gebracht hatte, damit sie hier eine Heimat finden konnte - dort, wo sie hingehörte. Sie hatten lange darüber gesprochen, lange darüber, wie es ihnen möglich sein würde, sie wieder in die Gesellschaft zu etablieren und letztlich hatten sie dem Reich der Drei Sonnen die Schuld daran gegeben - dass Gaius nun mit einer solchen Bitte kam, rief eine seltsame Mischung aus Unverständnis, Wut und Resignation in ihm hervor. Gracia war alt genug, sie würde sich selbst entscheiden und wenngleich der Gedanke auch lächerlich sein mochte, gänzlich unbedeutend und falsch, so fühlte es sich für den Bruchteil einer Sekunde so an, als würde er versuchen, sie fortzureißen wie es einst die Jäger getan hatten. Noch heute glaubte er ab und an ihr leises Weinen zu hören, jene leiderfüllte Kinderstimme, die während der Nacht seinen Geist gemartert hatte.
"Wie lange kennt ihr euch, Gaius?", fragte er, um die Stille endlich zu durchbrechen, die sich zwischen sie beide geschoben hatte und die er selbst mit einigen Schluck aus dem Rotweinbecher gefüllt hatte, in der Hoffnung, es würde den schalen Geschmack lindern. "Und nun willst du sie heiraten? Hältst du das nicht für ein wenig kurz gedacht? Ich werde eine Möglichkeit finden, ihr eine Heimat hier zu ermöglichen, aber du bist zu überstürzt sie nun bereits heiraten zu wollen, wo du sie kaum kennst."
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BeitragThema: Re: Innenhof   Do Feb 05, 2015 11:57 pm

"Bei allem Respekt Aurelius - wie lange kanntest du Viola bevor ihr geheiratet habt? Drei, vier WOchen? Es war eine Heirat aus Pflicht - das hat mir Quintus mal erzählt" er schüttelte den Kopf. "Ich verstehe deine Bedenken und halte sie für Gerechtfertigt. Aber wie viele Ehen sind unglücklich obwohl sie sich Jahre kannten? Wie viele glückliche Ehen gibt es, die nur aufgrund von Pflicht geschlossen wurden?"
Er schüttelte den Kopf. "Wir reden hier von Liebe Aurelius - und die kennt keine Grenzen. Was auch immer ich auch tun muss um dir meine Liebe und Treue zu beweisen, ich werde es tun. Und wenn ich die ganze Welt unterwerfen muss. Wenn ich selbst jeden Jäger in diesem Land im Schlaf erwürgen müsste. Was auch immer nötig ist." er lächelte ein ehrliches Lächeln.
"Du vertraust mir ein Reich an, aber nicht deine Schwester. Herr?"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Feb 06, 2015 12:11 am

"Ich tat alles, was mich nach vorn brachte für sie, Gaius. Um eine Möglichkeit zu finden, genug Macht zu erhalten, damit sie eines Tages zurückkehren kann - dorthin, wohin sie gehört. In ihre Heimat, um hier glücklich zu werden. Meine Schwester ist mir weit mehr wert als du es dir vorstellen kannst", lautete Aurelius' ruhige Antwort, der nach Gaius' Worten erneut eine ganze Weile lang geschwiegen hatte. Es war unfair, was der andere sagte, aber er nahm ihm seine Worte nicht übel - im Grunde genommen hatte er sie selbst zu verantworten, denn Unrecht hatte er in keinem Fall. Die Ehe mit Viola war eine Verbindung aus Pflicht gewesen, eine Notwendigkeit, die ihr eine gute Reputation und ihm Verbindungen zu ihrem Vater gebracht hatte, welcher damals noch einen Senatsposten bekleidet hatte. Er hatte geschworen, ihr niemals Schande zu bereiten und so hatte er nicht einen einzigen Gedanken daran verschwendet, sich einer anderen hinzugeben, war stets zurück zu seiner Familie gekehrt - zu seinen Kindern, die er über alles liebte, und zu Viola. Sie hatten einander niemals wirklich verstanden - Viola hatte sich in seinem Ruhm gesonnt und sich in der Vorstellung einer glücklichen Ehe verrannt und er ... er hatte zu Beginn alles für Gracia getan, bis Castor zur Welt kam und der kleine Junge die Hände nach ihm ausgestreckt hatte. Dann hatte er es für Gracia und seine Kinder getan.
"Was weißt du über die Liebe, Gaius? Wie kannst du sie von Verlangen unterscheiden? Ich vertraue deinen Entscheidungen und ich vertraue deiner Loyalität, aber worauf ich nicht vertraue ist deine Rechtschaffenheit bei einer einzigen Frau zu bleiben und diese glücklich machen zu können. Es gehört mehr dazu als das blinde Verlangen, das du jetzt empfindest."
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Feb 06, 2015 12:23 am

"Was ich über Liebe weiß? Nichts" antwortete Gaius und schüttelte den Kopf.
"Aber wer weiß schon wirklich etwas von Liebe Aurelius? Ich bin ein Soldat. Und ich komme ganz von unten. Ich kenne das Schwert. Ich kenne den Krieg. Aber Liebe kannte ich nicht" erklärte er und zeigte ein schüchternes Lächeln.
"Doch ich weiß was ich fühle. Ich kenne pures Verlangen und wilde Leidenschaft" er leckte sich über die Lippen. "Und ich weiß, dass ich sie nicht verdiene Aurelius. Ich weiß es. Glaube mir" er schüttelte den Kopf. "Wie denn auch? Ich bin ein Mörder. Ein Mann, der Ehen zerstört hat. Aber bei den Göttern sie liebt mich. Und ich liebe sie. Mehr als ich jemals etwas andere geliebt habe. Sie ist es, bei der ich Nachts die Gesichter der Vergangenheit vergessen kann Aurelius. Ob wir nun heiraten dürfen oder nicht - ich werde nicht von ihrer Seite weichen. Egal welcher Sturm noch kommen mag" er schlug die Augen nieder.
"Was ich also von der Liebe weiß? Ich weiß, was sie mich gelehrt hat"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Innenhof   Fr Feb 06, 2015 12:36 am

Er begriff nicht, worum es hier ging, denn alles, was er wollte, war diese Einwilligung, um die er bettelte, als hinge sein eigenes Leben davon ab. Als gäbe es für ihn nichts anderes mehr auf dieser Welt und so ehrbar er auch klingen mochte, er wusste es besser - ahnte, wie eingeengt sich Gaius bald fühlen würde, wenn er die Einwilligung erhielt und wie das Lächeln seiner kleinen Schwester in diesem Fall immer weiter abnehmen würde. Die Worte, die der andere formulierte, das, worum es darum ging, war nichts, freigiebiges, kein Wort, in dem es nicht um ihn selbst ging - darum, was er war und was er bei ihr vergessen konnte, das, was sie ihn gelehrt hatte und dass er von unten kam und nun nach oben wollte. Letztlich jedoch hatte Aurelius keine andere Wahl, wenn er sie nicht erneut verlieren wollte, weil er sich zwischen Gaius und sie stellte und so war es nur ein einziges schweres, resigniertes Seufzen ehe er sich wieder von seinem Platz erhob. Die Worte waren ihm niemals schwerer gefallen, niemals hatten sie einen drückenderes Gefühl in seinem Inneren hinterlassen, denn wenngleich er auch wusste, dass er wütend sein sollte, war in diesem Moment nicht viel mehr als Enttäuschung über den Widerwillen seiner eigenen Entscheidung.
"Wie mir scheint, habe ich keine Wahl als dem zuzustimmen. Du hättest dies hier nicht veranstalten müssen, wenn du bereits ohnehin deine Entscheidung getroffen hast und meiner Zustimmung in dieser Hinsicht nicht bedarfst", waren schließlich die einzigen Worte, die er ihm entgegen setzte während er den Becher fortstellte und sich von seinem Platz erhob.
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