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 Innenhof

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BeitragThema: Innenhof   Do Aug 07, 2014 11:49 pm

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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 10, 2014 9:06 pm

Eleonores Blick wanderte noch immer von einer Ecke des großen Innenhofs zur anderen, vorbei an den Säulen auf denen die Bildnisse großer Männer und Frauen standen und die von grünen Pflanzen umringt waren. Die Luft hier in diesem fernen, fremden Land war eine andere als in ihrer Heimat - sie war nicht verbraucht und wann immer sie den Blick hinauf zu dem blauen Himmel lenkte, der sich durch die große freie Fläche über ihr erhob, bestaunte sie die Vögel, die vorüber zogen und die so anders wirkten als es in ihrer Heimat war. Die Arena, die Schreie der Menschen und das Jubeln war auch ihr durch Mark und Bein gegangen, hatte sie schaudern und hoffen lassen, dass sie einfach übersehen werden würde, während sie still den Tod ihres Bruders betrauert hatte, der dort unten in der Arena gefallen war und der ausgerechnet von dem einstigen Leibwächter ihres Vaters hingerichtet worden war. Sie hatte nicht vergessen, dass sie noch immer eine Sklavin war - dass es immer Wachen gab, die auf sie achteten und dass sie dieses Anwesen nicht verlassen durfte, solange man sie nicht selbst fortbrachte, aber immerhin hatte man ihr nicht weh getan und wenn sie ehrlich war, dann fand sie diesen Ort hier beeindruckend. Die Architektur und die Menschen, die so ganz anders aussahen als es in Fyham oder Alagäsia und Ryanti der Fall gewesen war - so sehr sie auch den Feind verwünschte, der ihr ihren Vater und Bruder genommen hatte.
Traurig ließ sie sich nahe eines kleinen künstlich angelegten Teichs auf eine der Bänke sinken und ließ ihren Blick hinab zu ihren Händen wandern. Man hatte ihr die Fesseln abgenommen, weil man glaubte, dass sie nicht mehr fortlaufen würde, doch auch jetzt noch spürte sie die Glieder der Ketten, die sie gehalten hatten während in dem klaren Wasser vor ihr immer wieder Ethelreds Gesicht vor ihr auftauchte, wie er sie angesehen hatte als Redwald ihm den Tod gebracht hatte. Sie verstand nicht, warum sie leben durfte während er hatte sterben müssen - wieso diese Männer ohne ein weiteres Gespräch sein Urteil gefällt hatten, aber sie war zu furchtsam um diese Frage an einen der anderen zu stellen, weil sie Angst davor hatte, ebenso zugerichtet zu werden, wie ihre Cousine.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 10, 2014 9:22 pm

Castor hatte den Brustharnisch wieder an den angestammten Platz gelegt, in der Kammer die eigens für Waffen und Rüstungen vorgesehen war und in der, neben all den prunkvollen Harnischen für feierliche Anlässe auch sein eigener Plattenpanzer, wie auch der seines Vaters und der seines Bruder zu sehen war. Er hatte sich einen Augenblick lang die ehemalige Rüstung seines Vaters angesehen und die Scharten in dieser gespürt, als er mit der Hand darüber gestrichen hatte. Die Schmiede hatten stets getan was sie konnten um sie auszubessern, doch selbst der beste Handwerker vermochte nicht alles entfernen zu können. Auch hatte er einen Augenblick lang das alte Schwert seines Vaters, das Skarabäus in den Händen gehalten und mit einer kurzen Probe am Finger festgestellt, dass es noch immer scharf war. Die Sklaven schliffen es regelmäßig, ebenso wie sie sich um den Rest der Ausrüstung kümmerten. Sein Bruder hatte noch, wie jeder der Rekruten ein Holzschwert, das mit verschiedenen Metallen letztlich schwerer gemacht wurde als die eigentliche Waffe um die letztliche Waffe einfacher in der Hand führen zu können, was ihn selbst mit einen Schmunzeln an die letzten Jahre hatte zurückblicken lassen.
Nachdem war er sich schließlich in den Innenhof geschlendert, wo er die neue Sklavin auf einer der Bänke erblickt hatte. Ihr blick war bitterer als der jedes einzelnen Mitgliedes der „Narzisten“ Gruppe, eine Ansammlung von Philosophen die sich gemeinhin mit allem schlechten und Üblen im Leben auseinander setzten und … nun, und darüber philosophierten.
„Wein.“ Bat er einen der Sklaven mit der gewohnt neutralen Stimme, ehe er sich neben das junge Mädchen setzte. In ihr floss königliches Blut, so zumindest hatte es ihm Marius erklärt, was sie wichtiger machte als andere, gewöhnliche Sklaven. „Trink einen Schluck Wein, danach fühlt man sich in der Regel ein wenig besser.“
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 10, 2014 9:40 pm

Eleonore zuckte angesichts der fremden Stimme zusammen und beeilte sich damit wieder zurück auf die Füße zu kommen, weil sie nicht wusste, ob sie hier überhaupt sitzen durfte oder ob es lediglich den hohen Herren vorbehalten waren, denen sie nun gehörte. Als die Schritte ihr näher kamen, senkte sie den Kopf ein Stück weit, wagte es kaum den Blick zu heben und brachte schließlich ein leises "... es tut mir leid ... Herr ... ich wollte niemanden stören oder mit meinem Blick beleidigen" über ihre zitternden Lippen während sie die Hände im Schoß zusammen gefasst hielt. Es war noch immer so seltsam, so sprechen zu müssen, nachdem sie all die Jahre hinweg anderen Bediensteten die Befehle erteilt hatte und niemals vor jemandem hatte knien müssen und alles in ihr sträubte sich, sich so unterwürfig verhalten zu müssen, aber sie hatte Angst davor, dass der Soldat wiederkehrte, der sie berührt und geschlagen hatte. Eleonore kannte die Stimme, die sie angesprochen hatte, kannte das Gesicht des jungen Mannes, hatte sie ihn doch bereits vor einigen Stunden in der Arena gesehen als ihr Bruder gestorben war - er war der Sohn ihres neuen Herren, ein Soldat wie scheinbar jeder andere hier und jemand, der vermutlich ebenso wenig zögern würde, ihr weh zu tun, wenn sie nur eine falsche Bewegung machte.
"Ich ... will euch nicht weiter belästigen ...", setzte sie schließlich fort, so fremd auch die Sprache dieses Landes sich über ihre Lippen drängte und immer wieder schauderte sie über sich selbst. Sie war so fern der Heimat und im Grunde genommen wollte sie nichts anderes als wieder zurück - zurück zu den Menschen, die sie kannte und die sie nicht behandelten, als wäre sie nur ein Mensch zweiter Klasse - dort war sie eine Prinzessin, eine Adlige und hier ... hier war sie nicht mehr als ein Pferd, das man überall vorführte.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 10, 2014 9:49 pm

„Nicht.“ Meinte er im ruhigen Ton als er sah, dass sie erneut auf den Boden starrte und wieder die Melancholie in ihre Augen zurückkehrte, die er zuvor gesehen hatte. Er konnte sich nicht wirklich vorstellen was das Mädchen empfinden musste, denn schließlich hatte sie ihren Bruder erst vor wenigen Stunden in der Arena sterben sehen, wobei sich dieser alles andere als wirklich ruhmreich verhalten hatte. Stattdessen hatte er nur mit dem absurd langen Schwert herumgefuchtelt und wurde schließlich beim ersten, richtigen Feindkontakt zur Streckte gebracht. „Solange du nichts Unrechtes tust wird man dich nicht schlecht behandeln Eleonore.“ Der Name und dessen Aussprache klangen noch immer seltsam auf seiner Zunge. „Du magst unser Sklave sein, aber das bedeutet nicht dass du geschlagen wirst, nur weil du dich setzt. Trink.“ Ein weiterer Sklave reichte ihnen beiden ein Tablett mit zwei Tonkrügen, sowie einer Karaffe. Er schenkte vor den beiden etwas in die zwei Krüge ein, dann entfernte er sich mit einer leichten Verbeugung wieder. Am Sklavendasein war nur wenig schönes das war wahr, doch betrachtete er es mehr als einen Zustand des Dienens, nichts weiter. Vieles wurde in ihrer Welt durch Sklaven vereinfacht, weshalb, das hatte sein Vater bereits mehrfach betont, es nur wenig Sinn mache das man sie so schlecht behandle. Zum einen waren es Menschen und zum anderen eine nicht zu unterschätzende Instanz in der Wirtschaft.
„Trink, bitte.“ Er nippte selbst kurz daran um ihr zu verdeutlichen, das nicht schlechtes oder gar schädliches darin war.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 10, 2014 10:00 pm

Behutsam streckte sie die Hand aus, nachdem er sie abermals darum gebeten hatte und schloss die Hände, um den Tonkrug, den er ihr reichte ehe sie sich langsam wieder zurück auf die Bank sinken ließ und den Blick hinab auf den Tonkrug in ihrer Hand richtete. Verstand er denn nicht, dass man sie aus ihrer Heimat entführt hatte, wo sie eine Adlige gewesen war, die anderen Befehle erteilt hatte? Begriff er denn gar nicht, dass man ihre Familie vor ihren Augen ermordet hatte und sie nun gefangen hielt während ihre Cousine von einem anderen geschlagen und vergewaltigt wurde? Eleonore schluckte erneut schwer und hob schließlich den Krug ein kleines Stück weit um einen Schluck daraus zu nehmen. Der Alkohol brannte in ihrer Kehle und schmeckte furchtbar säuerlich, doch sie hielt sich damit zurück, ihr Gesicht zu verziehen - das Husten, ob des starken ungewohnten Alkohols konnte sie sich jedoch nicht verkneifen und so schnappte Eleonore einen kurzen Moment nach Luft. Ihr Vater hatte ihr immer verboten unverdünnten Wein zu trinken, hatte ihr, weil sie noch so jung gewesen war, Säfte dazu gemischt oder feine Gewürze, die es ihr angenehmer gemacht hatten, doch auch darauf schien sie hier verzichten zu müssen.
"... danke ...", wisperte sie schließlich trotzdem, weil sie glaubte, er würde genau das hören wollen ehe sie es wagte den Blick zu heben und den anderen zum ersten Mal wirklich anzusehen, der hier neben ihr saß. Er wirkte älter als er es sein mochte, aber sie erkannte den Soldaten in ihm, in jeder einzelnen seiner Bewegungen und der Härte, die in seinen Augen stand und die sie von den Männern aus ihrer Heimat kannte, die ihren Vater in entlegenere Gegenden begleitet hatten, um ihn zu schützen.
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BeitragThema: Re: Innenhof   So Aug 10, 2014 10:10 pm

Als er das leise Husten hörte, klopfte er ihr mit einem leisen Lachen auf den Rücken und bat den Sklaven der ihnen bereits den Wein gebracht hatte, mit einem Handwink um ein Glas Wasser. „Verzeih, ich dachte du hast bereits ein paar Mal etwas Wein zu dir genommen.“ Wenn man die Tatsache mit in Betracht zog das sie in der herrschenden Familie gelebt hatte, war dies nur noch verwirrender. Sklave brachte ihnen schließlich eine weitere Karaffe, jedoch diesmal mit Wasser gefüllt und ohne Aufforderung griff er nach dem Krug der jungen Frau und vermengte den Wein der sich darin befand mit Wasser. „Nun, leider kenne bisher weder euch, noch euer Land. Nur ein paar Geschichten. Ihr hingegen kennt bereits ein Teil meines Landes. Wärt ihr dazu bereit mir ein wenig davon zu erzählen?“
Marius hatte ihm eingebläut das das Mädchen wichtig war, erinnerte er sich erneut und sich deswegen zu einem erneuten Lächeln. In gewisser Weise tat sie ihm Leid, doch endete dieses Mitleid stets mit dem Punkt, an dem er sich daran erinnerte was Fyham einst seinem Reich angetan hatte.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Aug 11, 2014 10:48 pm

Eleonore blinzelte für einen kurzen Moment, schien nicht recht zu wissen, ob er diese Frage wirklich ernst meinte, nickte dann aber schließlich gehorsam und versuchte sich ihre Heimat noch einmal über das Plätschern des Wassers im Brunnen vor Augen zu rufen. Sie sah vor ihren inneren Augen die hohen Mauern Ryhars, die in der Sonne glänzenden Rüstungen der Soldaten ihres Vaters und sie roch die frische Luft, die der Wind über die Ebenen wehen ließ, hörte die leisen Stimmen ihrer Zofen in ihren Ohren und sah ihre lieben Gesichter vor sich, wie sie sich stets um sie gekümmert hatten und ihr jeden noch so kleinen Wunsch von den Augen abgelesen hatten. Sie war so oft ausreiten gewesen, hatte die Tage oftmals draußen verbracht während Ethelred sich in der Politik und dem Kampf geübt hatte und war erst kurz vor der Dämmerung zurück ins Schloss gekehrt. "Es ist ganz anders als hier ...", begann sie dann leise zu erklären, weil sie nicht wusste, wie sie es ihm wirklich begreiflich machen sollte und schluckte dann noch einmal, weil die Gedanken daran zurückkehrten, was nun mit den Menschen sein würde, die sie einst gekannt hatte. Vermutlich waren sie tot oder ebenso verkauft, wie sie es war.
"Meine Heimat ... ist das Gegenteil von alledem, was Ihr kennt. Es gab einen König und das Volk hat auf ihn gehört und ihm gehorcht - es gab Städte mit hohen Mauern und die Menschen waren glücklich damit. Wir waren früher einmal größer aber dass wir gegen Alagäsia verloren haben, hat bedeutet, dass ich meinen Vater öfter sehen durfte und keine Angst haben musste ...", führte sie zur Erklärung an und lächelte für sich selbst für einen kurzen Augenblick versonnen ehe auch dieses Lächeln wieder verschwand und sie ein leises ... "bis ihr gekommen seid ..."
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Aug 11, 2014 11:00 pm

„Bis wir gekommen sind.“ Stimme er Eleonore mit einem ernsten Nicken zu und nahm dann selbst einen Schluck aus seinem Tonkrug. „Und zuvor wart Ihr es, die unsere Heimat besetzten und alles nach eurem bilde änderten.“ Er hatte diese Geschichte schon so oft gehört, dass er sie inzwischen hoch und runter beten konnte, sie im Schlaf zitieren und selbst in der misslichsten Lage wohl noch genau wiedergeben konnte. „Die Menschen damals müssen sich gefühlt haben, wie du heute.“ Bemerkte er nüchtern, war über diese Tatsache jedoch beinahe erstaunt. All dies war bereits so lange her da man meist keinen wirklichen Vergleich dazu hatte, nichts reelles, doch hier und jetzt saß eine Sklavin neben ihm, deren Lage mit der damaligen Geschichte durchaus vergleichbar war. „Wie könnt ihr einer einzigen Familie folgen? Ich meine mein Vater selbst wurde als Herrscher ausgerufen, doch gebührt diese ehre ihm allein, nicht mehr oder meinen Geschwister, auch wenn jeder von uns Stolz ist einen solchen Mann unseren Vater nennen zu dürfen. Doch wenn man mir alles bereits in das Kindbett legen würde, so würde man doch träge und faul werden, nicht wahr? Man würde sich auf dem ausruhen, was einst kommen würde und der eigentliche Sinn im Dasein, das Streben nach dem immer Besseren wäre damit hinfällig.“
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Aug 11, 2014 11:08 pm

"Wir haben eure Menschen niemals gefangen genommen und als Sklaven gehalten, haben sie niemals als einfache Gegenstände gesehen, die wir angebunden und gebraucht haben, wann immer wir es für nötig erachtet haben", setzte Eleonore ihm lediglich kopfschüttelnd entgegen, weil sie sich nicht auf dieselbe Stufe mit diesen Menschen setzen lassen wollte, die ihr die Heimat und ihre Familie genommen hatten, die ihren Bruder so kaltblütig in der Arena hatten ermorden lassen und einen Leibwächter zwangen gegen einen Kronprinzen anzukämpfen, während seine Schwester hatte zusehen müssen. All die Schönheit, die sie hier sah und die sie im ersten Moment beinahe gänzlich benebelt hatte, war letztendlich doch nur der schöne Schein, der nicht von Dauer war und der eben hier - in eben diesem einen Augenblick - von den Menschen hier abbröckelte, wie der brüchige Putz eines Gebäudes. Der junge Mann ihr gegenüber begriff nichts von der Welt um ihn herum, kannte nichts außer seinem eigenen Land und der Wille danach immer besser zu werden würde eines Tages auch die Vernichtung dieses Landes sein.
"Ihr seid grausame, kalte Menschen. Ihr richtet Menschen, Unschuldige, vor den Augen Tausender hin und sie bejubeln euch dafür - ihr sonnt euch in dem Ruhm, den ihr durch Mord erreicht habt und ihr badet in dem Blut eurer Opfer. An Euer Stelle würde ich mich schämen und nicht stolz auf so eine Herkunft sein", setzte sie schließlich noch hinzu und biss die Zähne aufeinander, weil sie nicht wusste, ob die Trauer oder die Wut in ihr selbst überwiegen sollte.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Aug 11, 2014 11:18 pm

„Und was tatet ihr mit den Männern die ihr damals gefangen genommen habt? Ihr habt jeden getötet der aufbegehrte, jeden der nicht eurer Meinung entsprach und in eure Diktatur passte. Wir halten Menschen als Sklaven, als Diener und Helfer, ja. Doch bevorzuge ich dies dem grausamen Tod noch immer bei weitem.“ Er spürte wie der Zorn über die Unwissenheit des jungen Mädchens langsam in ihm aufkam. Sie war hier in dem Land seiner Landsleute, als Gefangene und Sklavin, doch noch immer sprach sie schlecht über sie. Das zeugte zu gleichen Teilen wie von Arroganz und Vernarrtheit, wie auch von einem hohen Maß an Mut. „Ich will euch kein Leid zufügen Eleonore, es ist nicht der Wunsch meines Vaters und auch nicht der meine. Eure Väter und deren Väter mögen meinen Ahnen schändliches Leid angetan haben, doch sagten mir viele Lehrer dass der, der sich zu lange in der Vergangenheit befindet die Wirklichkeit verpasst und in der Zukunft ertrinken wird.“
Er hatte sichtliche Mühe damit einen netteren Ton anzuschlagen, doch versucht er es dennoch. „Nun, richtet ihr denn keine Menschen in eurem Land? Habt ihr keine Diener oder Kriegsgefangene?“
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Aug 11, 2014 11:36 pm

Viola trat um die Ecke und blickte in den geräumigen Innenhof mit seinen Säulen, Statuen und Vogelbecken. Hier und dort waren Blumenbeete angelegt worden, deren Pflanzen nun in voller Blüte standen und in den leuchtensten Farben erstrahlten. In der Zeit in der Aurelius weg war, hatte sie selbst einige von ihnen gepflegt. Und auf einer der Bänke in den Arkaden saß ihr Sohn Castor... zusammen mit Eleonore, was Viola ziemlich überraschte. Den beiden schien es sichtlich schwer zu fallen, die Ruhe zu bewahren, woraus Viola schloss dass sie in eine Diskussion geraten waren, über ein Thema das sie vielleicht lieber nicht hätten anschneiden sollen. Das gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie wollte keine Streitereien unter ihrem Dach, zwischen ihren Kindern und ihren Gästen, schon gar nicht wenn es sich um einen Gast wie die zukünftige Königin Fyhams handelte. Sie machte sich auf den Weg um zu intervenieren.
Mit eleganten Schritten und perfekter Haltung schritt sie auf die beiden zu, ein warmes Lächeln auf den Lippen. "Castor, hier bist du ja. Wie ich sehe unterhälst du unseren Gast.", erklärte Viola und setzte sich auf einen Stuhl ihnen gegenüber. Bisher hatte sie sich Eleonore nie wirklich angesehen, doch nun fiel ihr auf, dass sie ein wirklich schönes Mädchen war. Die Verabschiedung ihres Bruders im Kolosseum hatte sie schon beeindruckt, keine Frage, denn sie war sich sicher dass nicht viele so gehandelt hätten, in Anbetracht des vielen Blutes und der Menschen Massen die auf sie starrten. "Ich hoffe doch mein Sohn behandelt dich gut? Ich habe ihm immer beigebracht sich unseren Gästen gegenüber bestens zu benehmen.", fragte Viola an Eleonore gewandt, als ihr die flüchtige Befürchtung durch den Kopf schoss, man könnte noch sehen dass sie geweint hatte.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Aug 11, 2014 11:44 pm

Überrascht wandte Eleonore ihren Blick zu der fremden Frau hinüber, die sie bislang nur auf der Tribüne einmal gesehen hatte und die sie bereits nach einem einzigen Blick nicht mochte. Sie wirkte, als würde sie sehr viel Wert darauf legen, wer sie war und wer ihre Familie war, dass sie die Herrin dieses Hauses war und jeder andere ihr Gehorsam schuldete - ob dies nur ihre Kinder zu sein schienen oder auch die Sklaven schien für sie keinen Unterschied zu machen und Eleonore begann sich im Stillen zu fragen, wieso der Mann, dem sie nun gehörte, so eine Frau hatte. Beunruhigt fuhr der Blick des Mädchens noch einmal über das schmale Gesicht der Frau, begutachtete die hohen Wangenknochen und den stechenden Blick, der ihr einen eisigen Schauder über den Rücken jagte und sie bereits davor warnte, hier und jetzt nichts Falsches zu sagen und wenngleich sie auch den rötlichen Schimmer unter den Augen erkennen konnte, so wagte sie es dennoch nicht etwas dazu zu bemerken.
"Wie es einer Sklavin eben gebührt", war schließlich ihre einzige Antwort, die sie der anderen gab ehe sie den Tonkrug zur Seite stellte und die Hände erneut in den Schoß legte. Sie wollte zurück nach Hause, zurück zu Menschen, die vor ihr knien mussten und die sich nicht durch die Erziehung von Aggressoren und Mördern profilieren mussten, aber mit jeder Stunde, die sie hier weiter verbrachte, schien ihr Wunsch in weitere Ferne zu rücken.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mo Aug 11, 2014 11:53 pm

Er errötete Schlagartig als er seine Mutter mit einem Mal sah, die sich ihnen Beständig nährte und sich schließlich einfach einen Stuhl nahm, ohne vorher die Bitte zu äußern sich dazu setzen zu dürfen. Doch seine war seit jeher eine Recht eigene Person gewesen die stets den eigenen Kopf durchgesetzt hatte, so banal die Angelegenheit auch sein mochte. Er konnte nur schlecht mutmaßen woran genau dies lag, doch gefiel er vermutlich der stetige Kampf um die Macht, oder aber nur das darstellen ihrer eigener. „Mutter!“ Meinte Castor mit einem scharfen Ton und presste die Lippen aufeinander, schüttelte den Kopf und sah dann zu Eleonore. „Verzieh mir dass sie sich noch nicht vorgestellt hat, auch einer Sklavin gebührt eine solche Ehre. Eleonere, das ist Viola de Gaweia, Ehefrau des Aurelius de Gaweia und die Mutter von mir und meinen Geschwistern.“ Über ihren Unmut hatte er leise gelacht, was die Röte schließlich vertrieben hatte, worum er mehr als dankbar war und ein Stück weit gelassener langte er erneut nach der Karaffe, um sich weiter nachzuschenken.
„Mutter, das ist Eleonore vom Geschlecht des Mirau, Tochter des ehemals amtierenden Herrschers.“ Als Eleonore seine Mutter erneut mit einem kritsichen Blick beäugte, hatte er Mühe ein zweites Lachen zurück zu halten.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 12:14 am

"Castor!", entgegnete Viola ihrem Sohn auf seinen ersten Ausruf. Sie verstand nicht was sie nun wieder falsch gemacht haben sollte, schließlich hatte sie sich nur hinzu gesetzt um eine Konversation mit ihrem Sohn und ihrem Gast zu führen. Natürlich kam noch hinzu, dass sie die angespannte Stimmung wieder ein wenig lösen wollte, doch selbstverständlich sah ihr Sohn wieder nur was er sehen wollte. Sie hatte das Gefühl, in seinen Augen würde sie ihm immer nur schlechtes wollen, obwohl doch das komplette Gegenteil der Fall war. Sie wollte nur sein bestes, sie wollte nur das Beste für ihre Familie und ein wenig Anerkennung dafür, war in ihren Augen alles andere als zu viel verlangt. Doch das war wohl das Los der Eltern; Sie mussten von ihren Kindern missverstanden werden, die sie mit höhrem Alter begannen von sich zu drängen, wie die Wellen den Strand.
Die weiteren Worte ihres Sohnes zeichneten nur ein Grinsen auf das Gesicht seiner Mutter. "Castor, wir wurden uns bereits vorgestellt und so lange die liebe Eleonore nicht vor kurzem einen schweren Schlag auf den Kopf erlitten hatte, wird sie sich wohl noch an mich erinnern können.", erklärte Viola und nippte an ihrem Wein. Es stieß ihr mehr als sauer auf, dass Castor die Prinzessin nicht nur als Sklavin bezeichnete, sondern sie sich auch noch selbst. Sie war sich sicher, dass es für den Fortlauf der geschichtlichen Ereignisse nicht im Sinne Fyonaras war, wenn Eleonora hier eine schlechte Zeit verleben würde und sich selbst als Sklavin ansehen musste. "Und hör auf Eleonore als Sklavin zu bezeichnen! Sie ist unser Gast und als eben den wirst du sie auch behandeln.", maßregelte sie ihren Sohn und funkelte ihn kurz böse an. Dann wandte sie sich wieder Eleonore zu. "Auch möchte ich nicht, dass du dich als Sklavin bezeichnest und nur sagst was wir hören wollen. Verstehe mich nicht falsch, deine Manieren solltest du nicht vergessen, doch du bist unser Gast, das kann ich nicht oft genug betonen und es ist egal ob jemand etwas anderes sagt.", erklärte sie ihr und schenkte ihr ein sanftes Lächeln.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 12:19 am

"Wenn ich Euer Gast wäre, dann könnt Ihr mich hier und jetzt gehen lassen und ich kehre sofort zurück in meine Heimat", lautete die spitze Antwort, die Eleonore zum Besten gab, die inzwischen unlängst wieder den Kopf gehoben hatte und die andere anfunkelte, beinahe darüber gelacht hätte, was sie soeben von sich gegeben hatte. "Wenn ich ein Gast wäre, dann wäre ich nicht in Ketten hierher geführt worden und wäre in der Arena nicht angebunden worden, während ihr meinen Bruder vor meinen Augen von einem unserer Leibwächter ermordet wird und wenn ich ein Gast wäre, hätte sicherlich keiner der Soldat versucht mir zu nahe zu kommen. Die Freundlichkeit ist also nicht notwendig - ich weiß sehr genau, als was ich hier bin und Ihr braucht Euch keine Mühe mit mir zu geben. Fyonara ist nur ein temporäres Problem - auch eure Herrscher können sterben", setzte sie noch stolz nach und streckte den Rücken durch, den Blick unverwandt auf dem Gesicht der Älteren haltend, weil sie nicht vor eben jener buckeln wollte. Wenn sie hier nun bereits als Gast bezeichnet wurde, dann würde sie sich auch wie eben jene Prinzessin benehmen, die sie nun einmal war und als die sie wieder zurück in die Heimat kehren würde. Fyham würde sich niemals den Invasoren ergeben, es war ihr Volk, diejenigen, mit denen sie ihre Kindheit verlebt hatte und die sie kannte seit sie denken konnte - sie würden sie niemals für eine Fremde halten.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 12:41 am

Violas Miene verfinsterte sich, ob der letzten Worte ihrer neusten Sklavin. Alles womit sie begeonnen hätte war für sie vollkommen verständlich. Sie wollte gar nicht wissen wie sie sich in einem fremden Land als Gefangen gefühlt und verhalten hätte. Doch die letzten Worte, diese halbe Drohung die sie aus ihnen heraus zuhören meinte, war ein direkter Angriff gegen ihren geliebten und wundervollen Gemahlen, der ein großartiges Land noch besser machen würde und dieses Gör in seinem Haus aufgenommen hatte. Mit diesen Worten hatte Eleonore jeden von Violas guten Vorsätzen verwehen lassen, wie Blüten im Wind und so die Tore der Unterwelt geöffnet und grauen herauf beschworen, über die selbst Viola sich noch nicht im Klaren war.
Sie wusste nicht wie es kam, sie hatte sich einfach in Raserei gebracht und so kam es, dass sie mit einem Mal ausholte und Eleonore mit der Rückhand ins Gesicht schlug. Sie war sich nicht sicher, ob sie es wirklich hatte tun wollen, doch es war einfach geschehen und mit ihren Kindern hätte sie bei einer solchen Aussage nicht anderes verhalten. Sie fühlte sich danach besser. "Wage es nicht noch einmal, solche Worte in den Mund zunehmen, Sklavin!", fauchte sie das das Mädchen an und erhob sich. "Wenn du nicht unser Gast sein willst, dann sei eine Sklavin! Nichts anderes hat eine Fyhamische Hure wie du verdient! Doch vergiss eines nicht: In unserem Land werden Sklaven als Gegenstände angesehen und für einen Mord an einem von ihnen wird man nicht belangt.", drohte sie dem Mädchen und bewegte sich mit festen Schritten in Richtung Tür. Sie verabscheute dieses Mädchen und das würde sie ihr von nun an, bei jeder Gelegenheit zeigen.

tbc: weg
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 12:54 am

"Nicht so schnell Domina" Viola war gerade um eine Ecke gebogen und dabei beinahe in Septim gerannt, welcher in einfacher Reisekleidung dort stand und dessen eiserner Helm, jene Dämonenmaske die seine Züge verschleierte ihm tief ins Gesicht gezogen war. Seine dunklen Augen glommen und sein Blick enthielt keine Freundlichkeit. Er hatte gesehen was geschehen war, hatte die giftigen Worte der Frau gehört die auch ihn Jahrelang wie ein Stück Dreck behandelt hatte. Für Viola waren Sklaven nur Gegenstände gewesne, während ihr Mann jedem Sklaven die Menschenwürde zugestanden hatte. Mehr als einmal hatte Viola ihn auspeitschen lassen - in den Anfangsjahren, als er gegen sie aufbegehrt hatte. Zu späterer Zeit, wenn er ihren Kindern etwas beigebracht hatte das ihr Missfallen erregte. Doch stets hatte er gelächelt und sich für seine Schläge bedankt. Doch nun da er wieder dieses Haus betreten hatte, war er ein Bürger Fyonaras ein freier Mann - ein Mann der über einer einfachen Frau stand und wenngleich sie auch die Frau seines ehemaligen Herren war. So war ihm jede Strafe recht - würde sie doch nun nicht mehr mit dem Tod enden.
Der Schlag traf sie hart, als die flache Hand ihre scharfen Wangenknochen streifte und die wettergegeberte, schwielige Haut von Septim über die weiche, von Ölne verwöhnte von Viola schrammte und sie zum straucheln brachte. "Das Mädchen ist Gast des großen Aurelius de Gaweia. Und wäre sie eine Sklavin, so wäre sie sein Eigentum an das ihr kein Hand zu legen habt, Weib." seine Stimme war unnachgiebig und der Zorn der Jahre sprach daraus. "Solange ich dem Herrn Aurelius Treue gegenüber verspüre, so lange werde ich seine Gäste und seine Sklaven mit meinem Leben verteidigen und nun sucht euren Gemahlen und berichtet ihm von meiner Heimkehr!"
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 6:09 pm

Castor war erschreckt aufgesprungen als er den, in einen Helm gehüllten Mann auf seine Mutter zu stapfen gesehen hatte. Erst wenige Augenblicke bevor er selbst zum Schlag ausgeholt hatte, hatte er festgestellt wer der andere war. „Septimus.“ Der Sklave der ihm und seinen Bruder vermutlich das meiste beigebracht hatte und der sie, neben ihrem Vater wohl am meisten und stärksten geprägt hatte. Septim hatte, wie er oft erzählt hatte keine Schande für seine Stellung empfunden, diente er doch einem so großen Mann, das man allein schon stolz darauf sein konnte, seine Bekanntschaft gemacht zu haben. Er hatte ihnen den Kampf mit Schwert und Schild beigebracht, sowie den Wurf der Speere und das Ringen und kämpfen in voller Rüstung. Er hatte ihnen so viele Dinge erklärt die Castor in seiner letztendlichen Ausbildung schließlich allesamt zum Vorteil gereicht hatten.
Doch die schöne Erinnerungen an die Zeiten in denen Sie zusammen geübt hatten verblassten schnell als er seine Mutter sah, die sich die rote Wange hielt und scheinbar ebenso mit den Tränen wie auch mit der Fassungslosigkeit rang. Niemand dürfte seine Familie berühren oder schändlich behandeln, das hatte er sich geschworen als er zum Soldaten ernannt worden war, doch jetzt wusste er nicht, ob er diesen Schwur halten könnte. Seine Mutter hatte sich ebenso wie eine Furie verhalten, wie Eleonores Worte dumm gewesen waren. Beide hatten letztlich einen Fehler gemacht, doch kannte die junge Sklavin ihre Gebräuche nicht, seine Mutter hingegen hatte bereits mehrere Diener aus dem Ausland gehabt um zu wissen, dass solche wie sie sich zu aller erst von der Fülle ihrer Kultur erschlagen fühlten und somit um sich bissen, wie ein Tier das man in die Ecke getrieben hatte. „Meine Mutter wählte ihre Worte im Zorn und ohne jeglichen Bedacht. Bitte verzeiht ihr verhalten Septim.“ Er machte schließlich einen Schritt auf den Mann zu, woraufhin beide den Unterarm des Anderen packten und ein kurzes Nicken austauschten.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 8:55 pm

"Ihre Worte waren im Zorn gewählt, fühlen sich jedoch schon längst heimisch auf ihren Lippen sooft wie sie derlei Worte in den Mund nimmt" erklärte Septim und drückte noch einmal zu ehe er den jungen Mann, der wie ein kleiner Bruder für ihn gewesen war los lies. "Euer Vater wird über meine Strafe entscheiden, wenn ihm danach ist mich für die Züchtigung seines Weibes zu bestrafen. Ich bin jedoch sicher, er ist sich meines Akt des dienens bewusst. Ich mag kein Sklave mehr sein, doch bin ich ein Diener des großen Aurelius und da er über ein Jahr fort war bin ich mir sicher, dass die Züchtigung seines Haushalts lange ausgbelieben ist" erklärte er ohne dabei Viola direkt anzusehen.
"Wie ist es dir ergangen mein Junge? Du bist so groß geworden während ich fort war. Immer noch in der Armee wie ich sehe. Du hast dir noch keine Schande gemacht?" fragte er mit einem Lächeln auf den Lippen. Er wollte lächeln, lachen, tanzen solange er noch konnte und ehe Aurelius ihn möglicherweise aufknüpfen lies.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 9:08 pm

„Mir war es kaum möglich mir in den Übungen Schande zu machen Septim, habt ihr dafür doch viel zu viel beigebracht.“ Zwar hatte er zumeist blaue Flecken oder gar Prellungen von den Übungskämpfen davon getragen, doch hatte ihm sowohl Septim, wie auch sein Vater stets gesagt das ein künftiger Soldat mit derlei Kleinigkeiten wie ein Mann umgehen musste, denn die scharfen Waffen der Feinde schlugen tiefe Schnittwunden und stießen nicht nur stumpf gegen seinen Ellenbogen oder sein Schienbein. „Einige der Ausbilder in meiner Rekrutenzeit fragten danach in welcher Schule ich unterrichtet worden sei und was mein Vater mir bisher über das Kriegshandwerk beigebracht habe. Natürlich kann es sein das sie sich nur einen besseren Stand bei meinem Vater erhoffen, doch hoffe ich darauf, dass man mich für den nächsten freien Posten eines Zeptos vorschlägt. Meine Kameraden schätzen mich und ich schätze sie und bisher ist in meinen Wachschichten noch kein einziger Mann gestorben.“ Natürlich lag dies nicht nur an seinem schnellen eingreifen, sondern zu großen Teilen auch daran das die Konflikte in die er und seine Kameraden einschritten, nur Bagatellen waren, ausgeführt von Männern, die weder den Schneid, noch die Absicht hatten den anderen wirklich schwer zu schaden.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 9:32 pm

Guter Mann" erwiderte Septim und schlug Castor wohlwollend auf die Schulter. Er kannte den Jüngeren bereits seit dessen Geburt, war damals selbst jedoch gerade einmal sechzehn oder siebzehn gewesen. Wenn er ehrlich war, so wusste er nicht genau wie alt er selbst in Wirklichkeit war wenngleich er jedoch sein Alter mittlerweile mit zwanzig angab. Vor so vielen Jahren war er von Aurelius gekauft worden und wenn er ehrlich war, so hatte sein Leben erst mit diesem Tag begonnen.
Er hatte in dieser Familie gelebt, hatte Aurelius gedient und auch später Viola die den Haushalt und die Sklaven - somit ihn - verwaltete. Er hatte den Kindern lesen und schreiben und verschiedene Sprachen beigebracht stets unter der strengen Hand der Hausherrin und dem Wohlwollen des Hausherren.
"Achte auf die Kleine" flüsterte er schließlich leise zu Castor und deutete mit dem Kinn auf Eleonore. "Ich glaube auf sie kommt noch einiges zu"
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BeitragThema: Re: Innenhof   Di Aug 12, 2014 9:51 pm

Unsanft hatte die Hand sie mitten im Gesicht getroffen und die edelsteinbesetzten Ringe der alten Frau hatten ihre Wange und Lippe aufgerissen, so dass Eleonore nun den bitteren, metallenen Geschmack von Blut in ihrem Mund schmeckte - vermutlich hatte sie sich ob des Schreckes auf die Innenseite der Wange gebissen und inzwischen standen unlängst wieder Tränen in ihren Augen, die ihr nur wenig später in dünnen Linien über die geröteten Wangen rannen. Sie war noch niemals geschlagen worden - niemals hatte es jemals gewagt, die Hand gegen sie zu erheben und nun war ihr damit gedroht worden, dass ihr Leben in der nächsten Zeit die Hölle werden würde - dass sie nichts anderes als eine fyhamische Hure war und sie nichts anderes als eben dies verdient hatte und im Stillen begann sie sich zu fragen, ob die andere nicht mit alledem Recht hatte. Vielleicht hatte sie irgendetwas wirklich Schlimmes getan und das, was ihrem Land und ihr geschah, verdient - vielleicht sollte sie jetzt und hier für die Vergehen ihrer Ahnen büßen.
Leise schluchzend wischte sich Eleonore über die geröteten Wangen und erhob sich dann schließlich von ihrem Platz, nutzte den Moment, in dem die anderen mit dem Fremden beschäftigt waren, um sich selbst zurück zu ziehen, selbst wenn sie gar nicht wusste, wohin sie gehen sollte. Sie kannte diesen Platz nicht, wusste nichts über dieses Anwesen und weder, wo sie schlafen sollte, noch ob es einen Ort gab, an dem sie allein sein konnte, aber hier sitzen zu bleiben während sich Menschen um sie stritten, war ebenso furchtbar. Sie hasste diesen Menschen hier, hasste diese Frau mit all ihren Falten und dem hässlichen Gesicht, das so wirkte, als hätte man sie aus Pergament ausgeschnitten, die kalten Augen und die bösen Worte, die sie zu hören bekommen hatte.
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BeitragThema: Re: Innenhof   Mi Sep 10, 2014 8:48 pm

Selbst Monate nachdem Gaius dieses prachtvolle Anwesen bekommen hatte und Quintus eben dieses fast wöchentlich besucht hatte, konnte er noch immer kaum glauben wie Einnehmens, wie atemberaubend die gesamte Architektur dieses Gemäuers war. Der Marmor war zweifellos bereits einige Jahrzehnte alt, wurde jedoch immer wieder gepflegt und ausgebessert, sodass er aussah, als wäre er maximal ein Jahr alt. Das gleiche galt auch für die roten Steine die sich im Licht der Sonne erwärmten und dem, eigens in ihrem Land hergestellten Beton, den man mit warmen Farben bestrichen hatte. „Gaius, alter Hund.“ Der Freund vor ihm wirkte noch immer wie vor drei Monaten. Er hatte ihn eine Zeit lang verlassen müssen, hatte seine neue Stellung als Binder ihn doch dazu verpflichtet nun des Öfteren zu Reisen, zuletzt an die nördliche Küste. Er hatte dort in Vertretung eines bereits erfahrenen Binders handeln sollen, der jedoch einiger medizinischer Probleme für eine Zeit lang unpässlich war und sich erst wieder erholen musste. Es war eine gute Chance für ihn gewesen sich unter Beweis zu stellen. Er war dort oben zwar bei weitem kein unbeschriebenes Blatt, denn jeder ihm höher gestellte Soldat kannte den Namen seines Vaters und somit auch seinen eigenen Ruf, doch hatte man ihn zumindest nicht vom ersten Tag an verurteilt. Es war größtenteils Dinge der Routine die er zu erledigen hatte. Das Bestrafen von verschiedenen Delikten wie zum Beispiel die Unterschlagung des Soldes oder verschiedener, für das Soldatentum unrühmlicher Dinge, bis hin zu dem Verdacht auf Fremdspionage, wobei dies nur zwei Mal aufgekommen war und beide Male hatte sich schlussendlich das Gegenteil heraus gestellt.
Jedoch wäre es eine reine Bigotterie gewesen, andere Soldaten für unrühmliches Verhalten, das dem Ruf der Armee schadete zu bestrafen, sich selbst jedoch noch immer als herumhurender Sündenbock zu verhalten. Er hatte seine Aktivitäten bei weitem nicht eingestellt, nun zumindest anfangs nicht, doch hatte er darauf geachtet das dies nicht an die Öffentlichkeit trat, sodass die Gerüchte um ihn zwar nicht gänzlich verschwanden, doch zumindest abgeklungen waren. Schließlich hatte er eine Frau gefunden, ausgerechnet an der Nordküste, der Teil seines Landes, der ihm noch am wenigstens zusagte. Er hatte sie schließlich mit zu sich genommen, in sein eigenes kleines Heim das er sich inzwischen nicht gebaut, sondern einfach von dem früheren Besitzer gekauft hatte und ein paar Renovierungsarbeiten vorgenommen hatte. Es war bei weitem kein Palast wie Gaius ihn besaß, doch hatte es dennoch etwas, was einem das Gefühl von Heimat vermittelte. „Mein Freund, ein weiteres Jahr und du lächelst immer noch so selten wie eine Kuh, das gerade das Brandeisen abbekommen hat.“ Er packte den anderen an der Schulter und umarmte ihn schließlich brüderlich. „Die Götter mögen dich an diesem Tag deiner Geburt segnen.“
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Gaius Titus

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BeitragThema: Re: Innenhof   Mi Sep 10, 2014 9:12 pm

"Eine Kuh kann nicht Lächeln du alter Hornochse" erwiderte Gaius nur und klopfte dem anderen auf die Schulter. Es war schön mal wieder ein freundliches Gesicht zu sehen, war das von Juliana ihm doch nicht immer fröhlich zugetan. Noch immer hatte sie sich nicht gänzlich an ihn gewöhnt, ebenso wenig wie er sich an diesen riesigen Palast gewöhnen konnte, den Aurelius ihm vermacht hatte.
Es war eine unglaubliche Ehre gewesen und bis heute konnte Aurelius dem Herrscher nicht genug danken, vor allem da er zusammen mit seinen nunmehr beinahe 400 Goldtalern - er hatte wie zuvor Quintus geraten wohlweislich investiert - ein reicher und gemachter Mann. Das interessante an Geld war, dass es sich umso schneller vermehrte je mehr man besaß. Eine Tatsache, die er noch vor einem Jahr für schier unmöglich gehalten hätte. Doch wenn dies so weiterging, würde er in einem Jahr mit 1500 Gold reinem Gewinn rechnen können. Eine Summe, die beinahe an das Gehalt von Aurelius reichte. "Wie ist es dir ergangen?"
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