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 Arbeitszimmer

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Der Erzähler
Spielleitung
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BeitragThema: Arbeitszimmer   Do Aug 07, 2014 11:25 pm

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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Di Aug 12, 2014 11:04 pm

Nach der Anhörung hatte das Volk vor den Eingängen des Kolosseums gewartet, hatte doch jeder die Chance nutzen wollen mit dem baldigen Herrscher noch ein paar Worte zu wechseln, bevor er offiziell in das Amt gehoben wurde. Natürlich würde es auch Stimmen der Kritiker geben, denn eben solche gab es schon immer und würde es auch in Zukunft immer geben. Doch nicht wenige Philosophen dieser und bereits vergangener Zeit sprachen davon das die Treffpunkte des einfachen Volkes, gleichwohl die wichtigste und stärkste Meinung über einen Herrscher äußern konnten, und dies binnen Sekunden. Das Kolosseum wiederum war ein eben solcher Treffpunkt, ein Ort an dem Gold und Brot verteilt wurde, oft sogar noch andere Lebensmittel und verschiedene Spiele dargestellt wurden. Von dramatischen Einzelkämpfen die nicht selten von mehreren Musikern unterlegt wurden, bis hin zu der Darstellung historischer Schlachten wurde dem Volk dort alles geboten was es an Unterhaltung der kämpferischen Tätigkeit gab. Und eben dieses Publikum hatte sich einstimmig für Aurelius entschieden, als den Mann, der sie fortan, führen würde und der das Zeitalter des Senats ablösen würde.
Wäre es ein anderer Mann gewesen, so wäre Marius mehr als skeptisch gewesen, denn nur allzu leicht konnte eine solche Macht einen Mann derart verderben, dass von seinen einstmals noblen Charakterzügen nur noch den Schatten sah. Doch Aurelius, nun er hatte bereits ein gutes Jahr lang als Protector gedient, als Mann der für das Volk entschieden hatte, selbst als er gegen den Senat vorgegangen war und wenn Jemand diesen Posten verdient hatte und ihn gleichwohl ausfüllen konnte, so war er es. Nichts desto trotz würde er mehr Feinde denn je ernten, sollten diese Wahlen erst einmal abgeschlossen sein und genau vor diesem politischen Spiel aus manipulierten Informationen und gekauften Meinungen fürchtete er sich jetzt schon. Doch er würde, gleich all der Abneigung gegen solcherlei Politik ein Schild für seinen alten Freund sein, brauchte er einen solchen doch in diesen Zeiten mehr als zuvor. „Das Ausland hat dir scheinbar gut bekommen, lass mich mutmaßen, es war die Ruhe auf dem Schlachtfeld gegenüber dem familiären Heim die dir die Erholung verschafft hat, nicht wahr?“ Er lachte lauthals auf und umarmte seinen Freund daraufhin, zum ersten Mal seit dem Zeitpunkt an dem er gegangen war, wirklich wahrhaft und innig.
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 1:25 pm

Die Schritte waren ihm nur allzu bekannt, die Worte von einer Stimme geformt, die ihn bereits schon seit jüngsten Jahren begleitete und die Wärme in den Augen jene Emotion, die ihn noch immer ermutigt hatte, weiter zu machen, selbst wenn er zweifelte. Marius war seit jeher bei ihm gewesen, hatte ihn immer wieder unterstützt und ihm neue Hoffnung auf ein Morgen gegeben, das Vertrauen in ihn gesetzt, das viele andere nicht zustande gebracht hatten und mit Fug und Recht wagte er nun zu sagen, dass es letztlich Marius, wie auch sein eigener Ehrgeiz waren, die ihn in diese Position gehoben hatten. Dem er für Viola und damit auch gleichbedeutend für drei wundervolle Kinder zu danken hatte, die für ihn das Wichtigste im Leben waren und um deren Wohl er sich auch jetzt noch sorgte, wo er wieder in der Heimat war.
Langsam erhob sich Aurelius von seinem Platz und trat auf den alten Freund zu, erwiderte das freudige Lächeln, das der andere ihm entgegen brachte und die Umarmung, mit der er ihn willkommen hieß. "Dir scheint die Heimat gut getan zu haben", antwortete er auf die sanfte Spöttelei des alten Freundes als er sich wieder von ihm löste und seinen Blick über ihn wandern ließ. "1000 Tote bei der Übernahme Fyhams gegen 40.000 Opfer auf der gegnerischen Seite - wenn ich so etwas schon meinem Familienleben vorziehe, dann sollte ich ernsthaft darüber nachdenken, etwas zu ändern", folgte es nur wenig später während er den alten Freund hinüber zu einem der Stühle begleitete und mit einer knappen Handbewegung einen der Diener rief, um ihnen beiden Wein zu bringen. Die Rückkehr in die Heimat war anders gewesen, als er sich es vorgestellt hatte, hatte er doch geglaubt, sein Amt ablegen zu können, um danach wieder der einfache Soldat sein zu können, der er einst gewesen war - nun jedoch saß er hier und ihm blieb nichts anderes übrig, als auf das Unvermeidliche zu warten, mit dem Fyonara all seine bekannte Struktur verlieren und eine neue annehmen würde. Es war befremdlich, dass es ausgerechnet seine Taten waren, die dazu geführt hatten.
"Wie ist es dir ergangen?"
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 2:49 pm

„Nun gut getan ist wohl übertrieben, wenn man sich allein Dutzenden von Senatoren gegenüber sieht die allesamt fürchten, dass dein Freund bald ihre Herrschaft untergräbt.“ Er hatte jeden Tag die spitzen, unfreundlichen Blicke in seinem Nacken gespürt und irgendwann fest damit gerechnet man würde ihn umbringen, da er in den Sitzungen stets Aurelius und seinen Feldzug in Schutz genommen hatte. Sie hatten an jeder Ecke seines Handelns versucht etwas zu finden, was ihn schlecht aussehen ließ und das ihm vor dem Volk demütigen würde, während die eigentlichen Belange der Menschen irgendwann immer und immer mehr in den Hintergrund gerückt waren. „Zumeist wollten die verdammten Senatoren nur noch darüber debattieren ob und wie man die entlassen sollte, dass der Rang eines Protectors damals in Eile ausgesprochen und nicht gut überdacht wurde. Ich konnte zumindest erreichen, dass sie nur teilweise Ohren für Ihre aufmüpfigen Worte fanden, denn als nach und nach das Wort der einfachen Leute immer und immer weniger Bedeutung hatte und sich um deren Belange kaum noch geschert wurde, ließ ich einige der Männer aus den Reihen der Bevölkerung für sich selbst sprechen. Oft war es nicht notwendig, nur ein paar Mal ehe sie begriffen, dass sie ihre Stellung nur noch schneller verlieren würden, sollten sie so weiter verfahren. Dass du nun zum Herrscher ausgerufen wurdest und mit Sicherheit auch offiziell bald als solcher gewählt wirst beruhigt mich. In den Händen eines andere würde ich vermuten das der demokratische Gedanke verblassen könnte, doch dafür liebst du dieses Land selbst viel zu viel. Auch wenn dies für mich vermutlich noch mehr Nächte an dem Schreibtisch über scheinbar unendlichen Rollen von Pergament gebeugt bedeutet.“
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 3:07 pm

Das war es also, was er Fyonara gebracht hatte - sein Aufstieg und der Befreiungsschlag gegen Fyham, den er geführt hatte, hatte beinahe dafür gesorgt, dass seine eigene Heimat den Wölfen unter ihnen zum Opfer gefallen war. Aurelius spürte Betroffenheit tief in sich, war dies doch niemals das gewesen, was er sich selbst für seine Heimat und seine eigene Familie gewünscht hatte und abermals begann er sich zu fragen, ob der Wille des Volkes letztlich auch das sein würde, was für dieses Reich am Besten war oder ob nicht auch er eines Tages den Weg aus den Augen verlieren würde, wenn ihn erst die Schlangen geblendet hatten. "Das Letzte, was ich jemals wollte, war ein Ende dieser Republik, Marius, aber es war wichtig, dass das Volk wusste, was es von seinem Senat zu erwarten hatte - selbst, wenn ich gehofft hatte, sie würden danach einfach einen Neuen wählen und mich aus dieser Sache heraus halten. Ich bin nicht mehr als ein einfacher Soldat und habe nie viel Geschick in der Politik bewiesen", lautete schließlich Aurelius' Antwort, die an die Ohren des alten Freundes drang und die von einem schwerfälligen Seufzen begleitet wurde, das ihn älter wirken ließ als er es eigentlich war.
"Ich bin noch nicht am Ende, Marius. Fyonara ist kein Land, das sich mit so wenig zufrieden gibt und nach all der Zeit, die wir in Knechtschaft gelebt haben, verdient unser Volk es, noch größer und mächtiger zu werden", führte er fort und wandte sich dann noch einmal zu Marius herum. "Aber das, was wir jetzt brauchen, ist Struktur und Stabilität. Fyham muss eingegliedert werden und es wird Zeit brauchen - Zeit, die wir nutzen müssen, um Soldaten auszubilden und die Bevölkerung zu stabilisieren ..."
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 3:33 pm

„Wenn es derart einfach wäre.“ Murmelte Marius und rieb sich die Augen. „Das schlimmste wird vermutlich die unterschiedliche Kultur. Wenn man sich die Schreiben unserer bisherigen Chronisten ansieht, vor allem aus der Zeit in der wir noch einzelne Stämme waren. Nicht wenige Schriften handeln davon dass beinahe ganze Kriege losgetreten wurden, nur weil sich die Religion oder die Regierung leicht unterschied. Die Menschen sind in der Regel dumm Aurelius, so unglaublich dumm das man ihnen nicht nur die Richtung zeigen muss in die Sie gehen sondern ihnen auch bei den ersten Schritten helfen muss. Und diese Richtung die wir geben müssen ist das Zusammenleben dieser zwei Kulturen, auch wenn ich mir noch nicht bewusst darüber bin, wie wir das anstellen.“ Ein müdes Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Doch ist es eigentlich nur gerecht, du hast den Krieg auf dem Felde gewonnen, nun muss ich den Krieg mit all den Reglementierungen und Erlässen gewinnen. Wenn ich ebenso siegreich sein sollte wie du werde ich mir irgendwo ein Stück Land kaufen, ein Haus darauf bauen lassen und mir die Ruhe gönnen, die mir in all der Zeit verweigert wurde.“
Doch der allzu schöne Gedanke war nur eine Utopie, das war ihm mehr als bewusst und wenn er nicht ebenso wachsam sein würde wie es Aurelius bisher war, würden die daraus resultierenden Schäden ihr Land um mehrere Jahre zurück werfen. „Du gibst diesem Land mehr als du von ihm nimmst, hast ihm einen gesamten neuen Kontinent geschenkt. Egal wie die weitere Geschichte auch verlaufen wird, du wirst als Held und Pionier in die Bücher eingehen.“
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 3:41 pm

"Fyham zu besiegen war der einzige Weg uns endlich und endgültig zu befreien. Marius, unsere Großväter und Urgroßväter sind in den Schlachten mit Fyham gefallen und wir haben sie nie endgültig besiegen können - jetzt, wo wir geeint sind, konnten wir ihnen und dem Volk zeigen, dass wir mächtiger sind als sie. Wir konnten unserem Volk beweisen, dass es sich lohnt für die Freiheit zu kämpfen und ich halte es für wichtig - weniger um einen neuen Kontinent, sondern mehr um die Seele unseres Volkes, dass wir die alten Unterdrücker nun endgültig besiegt haben", antwortete Aurelius lediglich und ließ Marius letzte Worte damit schlichtweg unter den Teppich fallen, weil er nicht mehr wusste, was er darauf antworten sollte. Er hatte es so oft gehört, aus so vielen Mündern, dass er inzwischen müde geworden war, noch weiter darüber zu debattieren - er selbst hätte es nicht gebraucht, ein ganzes Land umzuwerfen und in den Krieg zu ziehen, aber um den Ruhm Fyonaras zu mehren und dem Volk zu helfen, war es notwendig gewesen und er war sich sicher, dass es jeder andere an seiner statt ebenso getan hätte. Daran war nichts, wofür man ihn erheben oder ihm danken musste, aber Marius würde das ebenso wenig hören wollen, wie jeder andere, mit dem er darüber gesprochen hatte.
"Fyham wird ein hartes Stück Arbeit und ich werde dich auch innerpolitisch nicht allein mit all deinen Aufgaben stehen lassen, Marius. Wir haben Seite an Seite in Kriegen gekämpft und wir werden auch hier und jetzt Seite an Seite stehen, selbst wenn dieses Mal nur das Wort die Waffe unseres Feindes sein mag. Es geht um unsere Heimat und das Wohl aller und es geht mich ebenso an, wie dich."
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 3:56 pm

„Deine Worte in allen Ehren, auch wenn es mich freut zu hören, dass wir künftig wieder Seite an Seite stehen werden.“ Er hatte seinen Kameraden über die Zeit hinweg immer und immer mehr vermisst, nicht selten Briefe geschrieben um zu wissen wie es um ihn stand, auch wenn er wusste das die Nachricht, wäre er gefallen, sich vermutlich wie ein Lauffeuer ausgebreitet hätte. „Doch Erobern ist leichter als das letztliche regieren, das hab ich in diesem Jahr bereits feststellen dürfen und das wirst du vermutlich in nächster Zeit auch feststellen. Jeder will irgendetwas und egal was du tust du trittst gerade so vielen Leute auf die Füße, das du dich stets um deine Kehle sorgen musst wenn du dich hinlegst. Und das verwalten eines gesamten, neuen Kontinents wird vermutlich eine Aufgabe die man nie gänzlich meistern kann, zumindest nicht in den nächsten paar Jahren. Aber was rede ich, vermutlich spricht aus mir nur die Verdrossenheit des letzten Jahres. In jedem Fall freut es mich, dich wieder bei mir zu Wissen alter Freund.“ Er erhob seinen Krug in dem Wein hin und her schwappte und genoss das wohlige Gefühl der Wärme, nachdem er eben diesen wieder auf dem Tisch abstellte.
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 4:07 pm

"Herr" Spetims Stimme glitt durch das Arbeitszimmer während der Sklave langsam eintrat und dabei eine kleine, hölzerne Kiste vor sich hertrug. Die eiserne Maske, welche an die Fratze eines Dämons erinnerte verdeckte sein Gesicht so wie sie es stets getan hatte wenn er außerhalb des Hauses seines Herren unterwegs gewesen war.
Wann immer Septim für Aurelius Botengänge getätigt oder anderweitige Dienste verrichtet hatte, war ihm die Maske ein treuer Freund gewesen. Sie verbarg nicht nur sein Gesicht sondern sorgte auch dafür, dass sein Herr einen rentablen Ruf bekam. Der Diener mit der Dämonenmaske wurde ebenso gefürchtet wie man ihn gerne sah und da niemand genau wusste wer unter Eisen und Stahl sein Gesicht verbarg war es Septim auch möglich gewesen an mehreren Orten gleichzeitig zu sein - wenn er anderen Dienern die Maske überließ.
"Ich bin zurück gekehrt und bringe Nachrichten sowie Worte des Erfolges"
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 4:18 pm

Er hatte Marius die Ruhe gegönnt, die dieser nach all der Zeit, die er nun Fyonara und den Senat in Schach gehalten hatte, benötigte und war letztlich wieder allein in dem Arbeitszimmer geblieben während Tiberius den letzten Rest seiner Schulaufgaben bewältigte, die er allein beenden wollte, bevor sie gemeinsam übten. Für Aurelius hatte die kurzfristige Einsamkeit bedeutet, sich erneut Gedanken darum machen zu können, was nun auf ihn und seine Familie zukommen würde und in dieser Angelegenheit bedauerte er insbesondere seine beiden Söhne, die unlängst nicht mehr nur mit Freunden umgeben sein würden, sondern insbesondere auch mit den Schlangen, die um eine neue Position buhlen würden oder den Feinden, die ihnen nach dem Leben trachteten. Die finsteren Gedanken jedoch wurden nur allzu schnell bei Seite gefegt als sich die Tür erneut öffnete und eine andere vertraute Gestalt eintrat, selbst, wenn die groteske Maske wie üblich sein Gesicht verbarg.
"Septim", begrüßte er den alten Freund und einstigen Sklaven, während Erleichterung darüber in ihm aufglomm, den anderen noch am Leben zu sehen, nachdem er all die Zeit in einem fremden Land gewesen war und ihn über all die Zeit keine Nachricht über seinen Erfolg oder Niederlage erreicht hatte. Ohne die Pergamentbögen auf seinem Schreibtisch noch weiter zu beachten, erhob sich Aurelius von seinem Platz und trat auf den anderen zu, welcher inzwischen die Holzkiste auf einem der Tische abgestellt hatte, nur um ihn wenig später zu umarmen. "Ich bin froh darüber, dich wieder hier willkommen heißen zu können und dich am Leben zu sehen." Einstweilen war es ihm gleichgültig, ob er Erfolg gehabt hatte und der alte Fürst Alagäsias tot war - selbst, wenn nicht, würde es andere Mittel und Wege geben - für den Moment war Septims Rückkehr weit bedeutungsvoller.
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 4:28 pm

"Ich danke euch für die freundlichen Worte Herr" flüsterte Septim leise ohne dem anderen in die Augen zu sehen. "Es gibt einiges was ihr erfahren müsst" fing er schließlich an und nahm langsam die Maske ab, legte diese zusammen mit der schweren, hölzernen Kiste auf den Tisch und wandte sich dann wieder an Aurelius. "Ich habe euer Weib geschlagen Herr" erklärte er nun ohne Umschweife. Knapp und auf den Punkt gebracht. "Sie schlug die junge Prinzessin Fyonaras, da diese ihr widersprach. Eleonore war nur ein trotziges Kind fern der Heimat doch eure Frau schien es für angebracht zu halten sie zu schlagen und sie so laut anzuschreien, dass es jeder Diener des Hauses gehört haben muss" erklärte er Aurelius. "Ich bin mir sicher, dass eure Frau euch bald die Geschehnisse aus ihrer Sicht darlegen und meine Bestrafung fordern wird. Daher habe ich beschlossen von selbst zu euch zu kommen"
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 4:38 pm

Eine ganze Weile lang herrschte Schweigen in dem Raum - ein Schweigen, das Aurelius brauchte, um sich die Worte noch einmal zurück in den Geist zu rufen, die Septim ihm soeben um die Ohren geschlagen hatte und die er erst einmal verdauen musste. Er hatte damit gerechnet, dass seine Heimkehr nicht allzu ruhig von Statten gehen würde, dass das Mädchen noch Probleme bereiten würde und gerade mit ihrer Kultur nicht konform laufen würde, aber dass Viola dermaßen die Beherrschung angesichts eines jungen Mädchens verlor, damit hatte er nicht gerechnet. Eleonore war nur ein Kind, das trotzig darüber war, dass man sie gegen ihren Willen an einen anderen Ort gebracht hatte, vielleicht ein wenig aufsässig um ihre eigenen Grenzen auszutesten und traurig darüber, dass sie keinen mehr hatte, an den sie sich wenden konnte - Götter, sie hatten vor ein paar Stunden erst ihren Bruder hinrichten lassen und nun benahm sich auch noch Viola so als wäre sie eine der Barbaren Solandras und keine kultivierte Dame Fyonaras.
Aurelius schnaubte missgünstig und schüttelte den Kopf, nahm sich vor, nach diesem Gespräch selbst zu Viola zu gehen und mit ihr darüber zu sprechen, noch bevor es Nachbarn und ähnliche Freunde seiner Frau erfahren konnten und es Eleonore noch schwerer machen würden, hier Fuß zu fassen. Es gab einiges, das er klar stellen musste und womit sich Viola würde anfreunden müssen - eines dieser Dinge bestand daraus, dass er nicht zulassen würde, dass sie sich benahm als gehöre ihr alles und jeder. "Ich halte nichts davon zuzuschlagen, Septim, das weißt du. Weder einen Sklaven, noch jemand anderen, der mir nicht nach dem Leben trachtet", sagte er nach einer Weile des Schweigens und sah den anderen noch einmal prüfend an, als wolle er ergründen, was ihn dazu bewogen hatte, selbst wenn er es schon lang wusste. "Ich kenne deine Abneigung Viola gegenüber und ich weiß, dass sie nicht von ungefähr kommt. Ich kann mir vorstellen, wie sie sich benommen haben muss und ich zürne dir nicht dafür, was du getan hast, da ich denke, dass sie es in diesem Moment und für ihr Verhalten durchaus verdient hat."
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 9:37 pm

"Meine Abneigung eurer Frau gegenüber hatte nichts mit meiner Handlung zu tun" erklärte Septim nur und schüttelte den Kopf, ehe er für einen kurzen Moment innehielt und sich ein Lächeln auf seinem Gesicht abzeichnete. "Wenngleich ich euch auch nicht belügen werde - es tut mir in keinster Weise Leid und ich bereue es nicht" dann jedoch setzte er sich und klopfte mit seiner schwieligen Hand auf das Eschenholz der Kiste.
"Doch versprach ich euch auch Nachrichten aus Alagaésia Herr" er verschränkte die Finger ineinander und schloss für einen kurzen Moment die Augen. "Zu aller Erst Herr - Lord Graham Drake lebt - noch jedenfalls. Ich habe einen besseren Weg gefunden als schlichten, von mir verübten Mord. Eine List, die uns jederzeit zu genüge gereichen wird. Ich habe mit List, Tücke, Gold und Drohungen mehrere Diener unter Lord Grahams Haus mir zu Diensten gemacht. Wobei ich darauf achtete, dass sie sich einander nicht begegneten. Jeder von ihnen hält mich für jemand anderen" er streckte einen Finger in die Höhe. "Einer glaubt ich wäre ein gesandter Luminoth. Einer ist der Überzeugung ich gehöre zu Valencia. Was folgt sind die Inseln der Eintracht, Surda und Ryanti" erklärte er. "Nur ein Wort von euch und der entsprechende Diener begeht den Mord. Wird er erwischt - wovon man ausgehen kann, da sie keine ausgebildeten Meuchelmörder sind, so fällt der Verdacht nach Befragung und Folter auf ein Land euer Wahl. Brecht einen Krieg vom Zaun, lenkt von euch ab, was immer euch beliebt"
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 10:15 pm

Im ersten Moment hin hatte Aurelius intervenieren wollen, hatte Septim fragen wollen, weshalb er den Fürsten am Leben gelassen hatte, doch spätestens als er den Plan des Freundes hinterblickt hatte, hatte er leise zu lachen begonnen und trat dann schließlich wieder auf Septim zu, um ihm wenig später die Hand auf die Schulter zu legen. "Mit mehr von deiner Sorte würden wir inzwischen alle restlichen Länder besitzen", ließ er lächelnd verlauten und schüttelte sacht den Kopf. Es war ein Plan gewesen, der vor ihm selbst verschlossen geblieben war und der ihnen doch so viel ermöglichte - der es ihnen möglich machte, Gründe für einen Krieg zwischen Alagäsia und einem anderen Land zu finden und damit das direkte Geschehen dieser Welt zu beeinflussen und zu ihren Gunsten nutzen zu können. Septim hatte damit genau das getan, was für ihr Land momentan das Beste war und so viel es ihm nicht schwer das "Ich danke dir - für alles, Septim" zu formen und dem anderen noch einmal zuzunicken. "Ich habe dir ein Versprechen gegeben, als wir in Fyham waren - dass, wenn du lebend zurückkehrst, ein Bürger Fyonaras sein wirst und ich werde mein Versprechen halten. Du wirst ein Bürger dieses Landes sein, auch wenn ich mich freuen würde, wenn du auch weiterhin an meiner Seite bleiben würdest. Wir werden immer einen Platz für dich hier haben.", setzte er noch nach, jedes einzelne Wort so meinend, wie es seine Lippen verlassen hatte. Septim war ein fester Bestandteil der Familie geworden, hatte er sich doch stets um die Kinder gekümmert und war stets auch an seiner Seite gewesen, wie stürmisch die Zeiten auch immer gewesen waren.
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 10:22 pm

"Ich... danke euch Herr" Septims Stimme zitterte, war beschlagen und er selbst verabscheute sich für die Schwäche die er gerade offenbarte. Doch seine Gefühle zogen auf einer wilden Kutschfahrt mit ihm davon und ließen nichts zurück außer Verwirrung. Natürlich hatte er gewusst, dass Aurelius ihm dies versprochen hatte. Er hatte an dem Wort seines Herren auch niemals gezweifelt. Doch nichts hatte ihn darauf vorbereiten können wie es war, wenn mit einem Mal all dies tatsächlich eintrat. Wie ein Knoten der sich in seinem Magen bildete und von dort zu entkommen versuchte.
"Ich weiß nicht was ich sagen soll" flüsterte er leise und nickte langsam. "Na..natürlich bleibe ich bei euch Herr, es wäre mir niemals in den Sinn gekommen euch zu verlassen oder meine Dienstzeit zu beenden. Ich weiß wo ich herkomme Herr und noch viel wichtiger - ich weiß wohin ich gehöre!" sein Lächeln blieb wie eingemeißelt auf seinem gesicht, ehe er Aurelius seine Hand entgegen streckte. "Ich danke euch"
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 10:34 pm

Aurelius ergriff die Hand des anderen, schlug ihm mit der freien noch einmal freundschaftlich auf die Schulter ehe er ihm die Antwort entgegen setzte, die der Freund wohl nicht hatte hören wollen. "Dank mir erst, wenn das Gespräch vorüber ist, das ich im Begriff bin noch zu führen und bei dem ich dich um deine Anwesenheit bitte", sagte er ehe er sich wieder von Septim löste und zurück zu dem Schreibtisch trat, um dort seinen Becher aufzunehmen und einen großen Schluck daraus zu nehmen. Wenn er ehrlich war, dann graute selbst ihm vor der Diskussion, der er sich gleich mit Viola hingeben müsste und in der er sich vermutlich eine gänzlich andere Art der Geschichte würde anhören müssen als jene, die Septim ihm mitgeteilt hatte. Er kannte seine Frau, wusste, dass Viola sich ihr Urteil über das Mädchen gebildet hatte und er alle Müh und Not damit haben würde, sie wenigstens dazu zu bewegen, wieder nachzudenken und es würde es vermutlich nicht besser machen, dass er das Mädchen ebenfalls hierher würde rufen lassen, um sie Teil an diesem Gespräch haben zu lassen.
So wandte er sich schließlich an einen der anderen Sklaven in dem Raum und stieß ein schweres Seufzen aus ehe er die Stimme erhob. "Ruf bitte meine Frau und meinen Ältesten hierher und bringt die fyhamische Prinzessin mit. Sag ihnen, dass dieses Gespräch nicht warten kann und es mir gleichgültig ist, ob es noch etwas anderes zu tun gibt, das wichtiger erscheint." Der Sklave verschwand aus dem Raum und gab Aurelius damit die Möglichkeit sich zurück auf seinen Platz sinken zu lassen, zumindest lange genug bis einer der anderen Diener des Hauses Eleonore hinein brachte und Aurelius sich ein Bild jener Verletzungen machen konnte, an denen ganz augenscheinlich seine Frau die Schuld trug.
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 11:02 pm

Sein Vater hatte ihn nur selten zu sich bestellt, zumindest mit einer derartigen Dringlichkeit. Er war durch das Militär feste Termin gewohnt, die bereits eine gewisse Zeit lang bekannt gemacht worden waren und zwang ihm und seinen Bruder derartige Misslichkeiten daher nur selten auf. Wenn jedoch etwas Derartiges zustande kam wusste er, dass weder ein Widerwort noch eines der Unehrenhaftigkeit erlaubt war. Und nach eben diesem Credo stand nun Castor mit durchgedrücktem Rücken und strammer Haltung neben seiner Mutter, als hätte er eine der zahlreichen Exerzierübungen auf dem Hofe der Kaserne hinter sich. „Vater.“ Sein kleiner Bruder fand sich kurz darauf neben ihm ein, auch wenn dieser weitaus im ersten Moment weitaus legerer Stand, doch als er den strammen Stand seines Bruders bemerkte glaubte Castor zu erkennen dass sein Bruder es ihm gleich tun wollte. Er fand es noch immer amüsant und zugleich unglaublich schmeichelnd das sein Bruder versuchte seinem Bruder alles gleich zu tun was in seinem Möglichkeitsrahmen war, auch wenn dies mit den Jahren immer und immer mehr verblasst war und nun, da er bald selbst in die Grundausbildung treten würde, war nicht viel mehr als ein frecher Blick übrig geblieben, doch musste Castor dennoch stets schmunzeln wenn er seinen Bruder mit einem Holzschwert üben sah.
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 11:28 pm

Viola hatte sich, nach der Auseinandersetzung mit Eleonore und Septim im Innenhof, in die Küche zurück gezogen, unter dem Vorwand die wenigen Sklaven die dort ihrer Arbeit nach gingen, zu Beaufsichtigen. Eigentlich hatte sie nur allein sein wollen und zwei Sklaven die die Küche putzen, konnte sie noch am ehesten ausblenden. Sie war sich zu diesem Zeitpunkt immer noch sicher, dass die Ohrfeige gegen Eleonore das richtige Handeln war, mit ihren Kindern und den Sklaven wäre sie nicht anders umgegangen, nach solchen Worten. Doch sie musste zugeben, dass sie voreilig gehandelt hatte und lieber etwas länger hätte darüber nachdenken sollen, was sie im Begriff war zu tun, ehe sie es tat. Doch sie würde sich bei der Kleinen keines Falls entschuldigen, das stand außer Frage. Was sie jedoch viel mehr traf, war der Schlag Septims, der sie wie aus dem nichts getroffen hatte. Er hatte sie immer verachtet, gleich wie sie sich benommen hatte. Sie verstand nicht warum, denn im Vergleich zu anderen edlen Herrinnen ging sie mit ihren Sklaven wirklich gut um... Nichts desto trotz musste sie wohl zugeben, dass der Schlag nicht ganz unverdient war, darum würde sie ihn deswegen auch nie bei Aurelius anschwärzen.
Dann kam Aurelius Ruf in sein Arbeitszimmer und sie konnte sich denken worum es gehen würde, darum machte sie sich direkt auf den Weg in sein Arbeitszimmer. Sie ging mit gestrafftem Rücken, festen Schritten und erhobenen Blick durch die Gänge ihres Anwesens. Sei weigerte sich vor irgendwem zu kreuze zu kriechen, sie würde Aurelius sagen was passiert war und er würde sagen was er zu sagen hatte, nicht mehr und nicht weniger. Sie kam erst nach Eleonore bei ihrem Gemahl an, jedoch vor Castor... und seinem Bruder Tiberius, von dem Viola sich fragte was er hier machte, über den sie jedoch lächeln musste, als sie sah wie er seinem Bruder in der Haltung nach zu eifern versuchte. Viola setzte sich auf einen Stuhl, blickte Aurelius an und sagte, mit einem leichten neigen des Kopfes: "Mein Gemahl."
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 11:36 pm

Es war eine gänzlich unterkühlte Stimmung, die ihm hier entgegen kam und einmal mehr begann Aurelius sich zu fragen, was während seine Abwesenheit in diesem Haus vorgefallen sein mochte - oder ob er inzwischen wirklich so wenig Teil dieser Familie war, dass er nur noch ein Fremder hier war und als solcher wahrgenommen wurde. In diesem Augenblick fühlte er sich nicht, als wäre er Familienvater, sondern nur noch wie der Herrscher, der er laut dem Volk sein sollte und zu dem nun auch seine Familie ihn zu zwingen schien, wenn er Tiberius ausnahm, der lächelnd mit seinem Holzschwert neben seinem großen Bruder stand und nur darauf zu warten schien, dass sie endlich üben konnten. Es tat ihm leid, dass er seinen Sohn warten lassen musste, um diese unangenehme Kleinigkeit klären zu müssen, aber es war unabdingbar, ein paar Dinge klar zu stellen, die bislang außer Acht gelassen worden waren. Er beobachtete, wie Eleonore einen weiten Bogen um Viola schlug und sich zu Septim hinüber gesellte, den Kopf gesenkt, als könne sie damit die Wunden verbergen, die Viola geschlagen hatte und Aurelius stieß ein tiefes Seufzen aus, das von der Enttäuschung über die Reaktion sprach, die ihm hier entgegen strömten.
"Ich will euch gar nicht lange aufhalten", ließ er schließlich verlauten, ahnend, dass es ihnen nicht gefiel hier zu sein und ihre Zeit damit vergeuden zu müssen, sich diesem Gespräch hier widmen zu müssen. "Allerdings wüsste ich gern, was heute Mittag hier vorgefallen ist. Septim war so freundlich bereits vorher zu mir zu kommen ..."
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Mi Aug 13, 2014 11:59 pm

Viola blickte für einen Moment abwartend zu Castor und Eleonore und schenkte ihrem Mann daraufhin ein warmes Lächeln. So hatte er sich seine Heimkehr sicher nicht vorgestellt; Erst der Aufstand gegen den Senat, dann dessen Absetzung und seine vorläufige Wahl zum Kaiser und nun musste er sich um eine Streiterei zwischen einer Kriegsgefangenen - sie war von Sklavin inzwischen wieder abgerückt, weigerte sich jedoch sie erneut als Gast zu bezeichnen - und seiner Frau kümmern, anstatt mit seinem jüngsten Sohn nun endlich üben zu können. Es tat ihr leid, dass alles so und dann auch noch so schnell gekommen war, doch es war nicht mehr zu ändern. Sie würde jedoch versuchen es die nächsten Tage wieder gut zu machen und sich wie die perfekte Ehefrau verhalten.
Als nun weder Eleonore noch ihr Sohn Castor den Mund aufmachten, entschied sich Viola als erste zu sprechen. "Als ich heute Mittag den Salon verlassen hatte, habe ich nach Castor gesucht, wie ich es gesagt habe.", den Moment der Schwäche den sie kurz nach verlassen des Raumes hatte, ließ sie wohl wissend aus. "Ich fand ihn bei Eleonore im Innenhof, wo sie, wie ich meinte zu sehen, hitzig diskutierten und so beschloss ich, mich dazu zugesellen um das Gespräch zu beruhigen. Ich machte vor allem Castor gleich zu Anfang klar, dass Eleonore unser Gast und nicht unser Sklave sei und nur kurz darauf machte ich auch Eleonore darauf aufmerksam. Sie wurde daraufhin wütend, beschwerte sich, dass ein Gast so nicht behandelt würde und sie sofort zurück in ihre Heimat wollte. Und...", Viola stockte kurz. Sie wollte ihre nächsten Worte nicht selbst in den Mund nehmen, sie so real machen und sich selbst nochmal vor Augen führen, doch sie wusste, dass auch Aurelius das wissen müsse. "Und sie sagte Fyonara sei für sie nur ein temporäres Problem, denn auch unsere Herrscher könnten sterben. Ich wurde darüber wütend, sah darin beinahe eine Drohung gegen dich und schlug sie. Ich halte es noch immer für das richtige Verhalten, denn mit einem Sklaven oder auch unseren Kindern wäre ich für eine solche Aussage nicht anders umgegangen! Es war keine gut überlegte Handlung und ich hätte besser darüber nachdenken sollen, doch ich werde mich dafür nicht entschuldigen!", erklärte Viola und funkelte Eleonore noch einmal kurz böse an. Septims Schlag ließ sie absichtlich außer acht. Abgesehen davon dass sie ihm nicht böses wollte, war sie sich sicher, dass er es schon gesagt hatte und Aurelius hätte es sicher schon erwähnt.
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Do Aug 14, 2014 12:16 am

Castor blickte einen Augenblick lang zu Eleonore, welcher er im Grunde nur ein wenig Halt hatte geben wollen. Sie war in seinen Augen noch immer eine Sklavin, eine zweifellos hochgestellte Sklavin, doch änderte dies nichts an der Tatsache an sich, doch betrachtete er diese nicht so scharf wie seine Mutter. Sie war kein Gast, denn, in diesem Punkt hatte Eleonore Recht, sie konnte nicht ein und ausgehen wie es einem Gast gebührte. Alles was sie war, war ein Überbleibsel ihres bisherigen Reiches und die Angst darüber was hier mit ihr passieren würde hatte er einen kurzen Augenblick lang in ihren Augen erkannt, ehe der Schlag seiner Mutter ihn und vor allem Sie vollkommen aus dem Konzept gebracht hatte. „Mutter setzte sich zu uns, soweit kann ich mir ihr übereinstimmen.“ Erhob er nun schließlich das Wort und lockerte die Haltung ein wenig. „Allerdings erzählte sie seltsame Dinge darüber, dass Eleonore keine Sklavin sondern ein Gast sei. Vermutlich fühlte sie sich dadurch verhöhnt, verständlich wenn man bedenkt welche Rechte einem Gast zustehen und welche Ihr. Daraufhin eskalierte das Gespräch in flachen Drohungen die ich als nicht viel mehr als Plattitüde abtun würde. Weder denke ich das Eleonore eine wirkliche Schuld trägt, noch meine Mutter. Beide handelten schnell und im Eifer des Gefechts. Ebenso wie Septim, welcher nur versuchte seiner Pflicht nachzugehen, so wie er es stets tat.“
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Do Aug 14, 2014 12:27 am

Also war alles, was geschehen war, nicht viel mehr als das Aufeinandertreffen zweier vollkommen unterschiedlicher Kulturen, deren Konsequenzen nun ein junges Mädchen ausbaden musste, das noch nicht einmal wirklich zu begreifen schien, wie ihre momentane Position aussah, geschweige denn welche Konsequenzen auf sie zukommen konnten. "Danke ...", wandte er sich schließlich an beide und erhob sich dann erneut von seinem Platz, um ein paar Schritte durch den großen Raum zu machen und seine Gedanken noch einmal wandern zu lassen. Es mochte möglicherweise ein Fehler gewesen sein, das Kind hierher zu bringen und damit zu riskieren, dass das Mädchen mit allem anderen aufeinander prallte, aber bislang hatte er geglaubt, sie wäre hier weit sicherer als es in einem anderen Haushalt der Fall gewesen wäre, doch auch hier schien er sich getäuscht zu haben, aber in Ermangelung einer anderen Möglichkeit blieb ihm nun nichts mehr anderes übrig als sie hier zu halten. "Septim? Würdest du dich bitte um Eleonore kümmern? Ich denke, sie kann ein wenig Hilfe gerade gut gebrauchen", lauteten seine ersten Worte nach einer Weile des Schweigens schließlich wieder an den alten Freund gewandt ehe er sich seinem Ältesten zuwandte. "Castor? Lässt du deine Mutter und mich bitte einen Moment lang allein sprechen?", setzte er noch nach ehe er auf Tiberius zutrat und dem Jüngeren sacht über den Kopf strich. "Geh schon mal in die Übungshalle - ich verspreche dir, ich komme gleich nach."
Erst nachdem der Rest der Anwesenden den Raum verlassen hatte, drehte er sich Viola zu und musterte sie noch einmal. "Das Mädchen ist ein Kind, das gerade ihre gesamte Familie an uns verloren hat, Viola, und das wir in ein fremdes Land gebracht haben. Dazu kommt, dass ihr Bruder vor ihren Augen getötet wurde und sie unsere Kultur nicht kennt - sie ist verschüchtert und weiß nicht, wohin mit sich. Die Drohungen, die sie ausgesprochen hat, sind mehr aus Trotz als aus Wahrheit entstanden. Womit soll sie mich denn umbringen? Mit einem Kissen oder einer Gabel?", fragte er und schüttelte den Kopf, tat die Worte der Drohung schlichtweg ab, als wären sie nichts weiter gewesen. "Viola, du solltest nicht zu hart mit ihr ins Gericht gehen. Die Ohrfeige war vollkommen ungerechtfertigt."
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Do Aug 14, 2014 1:44 am

"Du wärst nicht der erste der durch ein Kissen stirbt!", machte Viola ihm klar, doch kaum dass sie es gesagt hatte, blickte sie schuldbewusst auf ihre im Schoss gefalteten Hände. Das hätte sie nicht sagen dürfen; Eleonore war vierzehn und wohl kaum fähig Aurelius zu töten, auch waren diese Worte einfach dumm und viel zu schnell gewählt. Sie hatte es eben nicht besser gemacht als Eleonore. Doch... sie fürchtete um ihren Mann und in diesem Zusammenhang vor allem darum, dass er zu gedankenlos war und nicht daran dachte, dass auch er sterblich war. Das könnte ihm das Genick brechen, denn so sah er vielleicht nicht den Dolch der hinter der nächsten Ecke lauerte, das Gift in seinem Essen oder eben das Kissen in der Nacht. Doch vielleicht machte sie sich auch einfach zu viele Sorgen, sah bloße Schatten oder hatte zu viel Zeit.
Dennoch; In Viola kämpften sich die Tränen hoch und sie war nicht fähig sie zurück zuhalten, also wandte sie den Blick ab und versuchte ihr Auge mit der Hand vor Aurelius Blick zu verbergen. "Du hast recht. Ich habe falsch gehandelt.", erklärte Viola mit tränen erstickter Stimme. Was war heute bloß los mit ihr? Ihr sollte doch glücklich sein, sie wollte sich doch keine Gedanken machen, das hatte sie sich doch in der Arena geschworen. Und nun saß sie hier,im Arbeitszimmer ihres Mannes, vor eben diesem, und brach in Tränen aus, nachdem sie es das erste Mal so gut hatte verbergen können. Sie hielt es nicht mehr aus, sie musste ihre Ängste einfach raus lassen, sie musste sie ihrem Aurelius gegenüber aussprechen. Er musste wissen wie sie fühlte. "Ich habe Angst um dich! Um dich und meine Kinder!", stieß Viola hervor und warf Aurelius einen geradezu vorwurfsvollen Blick zu. "Ich weine heute das zweite Mal, weil ich immer um euer Wohl fürchte und ich verabscheue mich dafür, soviel Schwäche zu zeigen! Doch ich habe Angst ihr könntet sterben! Du bist ein Jahr im Kampf gewesen und es wird sicher nicht lange dauern bis du wieder kämpfen musst und zu allem Überfluss, bist du jetzt auch noch Kaiser, was dir sicher nicht wenige Feinde einbringt! Castor ist bereits in der Kaserne und eifert dir darin nach Soldat zu werden, ebenso wie Tiberius es werden will! Sie wollen in den Krieg und dort werden sie ihr Leben riskieren und vielleicht sogar verlieren!", Viola war sich selbst nicht sicher, ob sie mit ihrem Mann für die Erfüllung seiner Pflicht schimpft, ob sie sich nur beklagte oder einfach heulte und ihre Tränen in Worte fasste, doch das erhofft Gefühl der Erleichterung blieb bisher aus. Sie erhob sich und fiel ihrem Mann in die Arme. "Ich stehe jedes Mal Todesängste aus, wenn du in den Krieg ziehst und bald muss ich dass auch für meine Söhne. Doch ich bringe es nicht übers Herz euch aufzuhalten, denn es ist das was euch glücklich macht.", flüsterte Viola und weinte in den starken Armen ihres Mannes. Die Erleichterung begann sie auszufüllen.
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Do Aug 14, 2014 9:25 am

Von der Intensität der Reaktion einer Frau gänzlich überrumpelt, legte Aurelius die Arme um die andere und hielt sie fest, während sie heiße Tränen an seiner Schulter vergoss und er Mühe damit hatte, den Grund dahinter zu erkennen. Er begriff, dass sie sich um ihn und ihrer beider Söhne sorgte, mochte er sich doch gar nicht vorstellen, wie es für sie sein musste, die stets und ständig Zuhause bleiben musste, während er selbst und bald auch Castor, sowie Tiberius in den Krieg ziehen würden, von dem er hoffte, dass er nicht so bald kommen würde - ebenso wie er verstand, dass sich all das, was Viola ohnehin schon im Griff gehalten hatte, sich in der Reaktionen gegenüber einem jungen Mädchen geäußert hatte, das nicht wusste, wohin mit sich und dementsprechend um sich gebissen hatte. Doch der leise Vorwurf in ihren Worten war ihm ebenso wenig verborgen geblieben und während er sanft über ihren Rücken strich und sie festhielt, begann er sich im Stillen zu fragen, ob seine Entscheidungen stets die Richtigen gewesen waren. Das Gespräch, das er zuvor mit Marius darüber geführt hatte, dass Fyonara mehr als nur Fyham verdient, hielt er in diesem Augenblick von Viola fern, als er sich sacht ein Stück weit von ihr löste und mit einer Hand behutsam ihr Kinn soweit hob, dass sich die geröteten und verweinten Augen seiner Frau auf ihn richten konnten.
"Der Krieg ist fern, meine Liebe. Castor und Tiberius werden nicht in den Krieg ziehen müssen und ihr seid sicher", sagte er leise, wenngleich er auch wusste, dass es sie nicht beruhigen würde und fuhr sacht mit einer Hand über ihre Wange, wischte behutsam die Tränenspuren darauf fort. "Ich verspreche dir, solange ich lebe, werde ich unsere Kinder mit allem beschützen, was ich habe und was immer auch kommen mag - ich werde hierher zurückkehren, zu dir." Es brachte nichts, ihr zu sagen, er würde hier verweilen, denn er wusste, dass er sie damit anlügen würde und das hatte sie nicht verdient - er war ein Soldat, gehörte an die Seite seiner Männer und eines Tages würden es Castor und Tiberius sein, die seinen Platz einnehmen würden, wenn die Götter ihn zu sich riefen, aber dieser Tag war noch fern und so blieb ihm für den Moment nichts weiter übrig, als Viola zu versichern, zurück zu kehren. "Solange wir zusammen halten, als eine Familie, wird mich niemand umbringen. Weder auf dem Feld, noch hier in der Heimat."
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BeitragThema: Re: Arbeitszimmer   Do Aug 14, 2014 12:41 pm

Viola hielt Aurelius fest im Arm, doch musste sie unwillkürlich leise Lachen, ob der ersten Worte ihres Mannes. Mit einem brüchigen aber ehrlichen Lächeln blickte sie zu ihm auf und sagte leise und weiterhin leicht lachend: "Lügner.". Sie konnte sich nicht vorstellen, dass ein weiterer Krieg lange auf sich warten lassen würde und eines nicht all zu fernen Tages würde Castor ebenfalls kämpfen müssen, oder viel mehr wollen. "Vermutlich planst du den nächsten Feldzug bereits.", erwiderte Viola und legte mit einem Schmunzeln wieder ihr Gesicht an seine Schulter. Sie wusste dass er immer alles versuchen würde um sie und seine Kinder zu schützen und zu ihnen zurück zukehren, in gewisser Weise war es vermutlich sogar seine Art sie zu schützen in den Krieg zu ziehen und jeden möglichen oder wahrhaftigen Feind auszulöschen. Und er wollte nicht nur das beste für sich und seine Familie, sondern das beste für ganz Fyonara und dafür liebte sie ihn.
"Ich weiß, dass du immer auf uns acht gibst... oder acht geben lässt und nie kampflos zulassen wirst, nicht wieder zukehren. Doch nichts desto trotz mache ich mir sorgen. Ich bin nun Mal eine Frau und Mutter, es liegt wohl einfach in meiner Natur.", entschuldigte sich Viola bei ihrem Mann. Die traute Zweisamkeit die hier herrschte, hatte ihr, in dem Jahr das er fort war, so sehr gefehlt. Eigentlich wollte sie sie bis zum Ende ausreizen, doch das konnte sie nicht, denn ihr fiel Tiberius wieder ein und ihren Kindern hatte ihr Vater ebenso sehr gefehlt wie ihr ihr Mann. Sie löste sich leicht von ihm und legte ihm eine Hand auf die Brust, ehe sie ihm einen Kuss auf die Lippen hauchte. "Ich werde immer zu unserer Familie halten und sie schützen, ebenso wie du.", versprach Viola noch, ehe sie sich gänzlich von ihrem Gemahlen löste. "Doch nun musst du mit Tiberius üben, er wartet sicher schon auf dich. Und ich werde in die Küche gehen und dafür sorgen, dass es heute Abend das beste Essen für unseren neuen Kaiser geben wird.", erklärte Viola und fuhr ihrem Mann noch einmal mit der Hand über die Wange.
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