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 Ausläufer der Stadt

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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 11:18 pm

Für einen kurzen Moment lang verdüsterten sich Aurelius Züge als er die Worte des anderen über sie hörte und er ballte die Hände zu Fäusten, wie er es stets getan hatte, wenn sich ein Gesprächspartner über das ausgelassen hatte, was einst im Turm geschehen war. Er hatte die bizarrsten Geschichten über den Ausbruch und das gehört, was danach geschehen war, hatte die wildesten Erfindungen über die Macht der jungen Frau gehört, die gemeinsam mit einem halben Kind aus dem Turm geflohen und dem Land den Rücken gekehrt hatte und die allesamt begleitet worden waren von wüsten Beleidigungen und Beschimpfungen, ebenso wie der Forderung ein für allemal das Magierproblem zu beseitigen. Bislang hatte er das Volk ruhig halten können, hatte es mit Krieg und Neuerungen beschäftigen können, die sie davon abgehalten hatten, aber selbst jetzt noch kursierten Schauergeschichten über sie im Volk, von denen er nicht wusste, ob sie ihn schmunzeln oder besorgt sein lassen sollten.
"Sie ist keine Verräterin", widersprach er schließlich mit fester Stimme und schüttelte den Kopf, als wolle er sich selbst noch einmal von alledem überzeugen, wenngleich es auch nicht notwendig war. "Sie ist nicht mehr als das, was du auch bist, Lucan. Sie ist eine Magierin und sie mag diesem Land den Rücken gekehrt haben, aber sie hat die Menschen nur verletzt, weil sie einem Land entkommen wollte, das ihren Tod wollte", führte er fort und zwang sich selbst noch einmal zur Ruhe. Der Mann vor ihm konnte nichts für die Ansicht dieses Landes über seine Schwester und er würde diese Meinung nicht mehr tilgen können, alles, was ihm noch übrig blieb, war sie in Sicherheit zu bringen und damit ein Versprechen zu erfüllen, das er vor so vielen Jahren gegeben hatte. Sein Aufstieg, der Wunsch nach mehr Einfluss hatte zu Beginn einzig daher gerührt, eines Tages die Macht zu besitzen, sie befreien zu können - heute wusste er, dass es diese Macht nicht gab. "Sie ist Familie, Lucan. Deswegen will ich sie beschützen."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 11:28 pm

Lucan verstummte für einen kurzen Moment, welcher sich eine Ewigkeit hinzuziehen schien. Er befeuchtete seine Lippen, während das Wort welches Aurelius ausgesprochen hatte wie ein Geier auf der Suche nach Beute über ihm kreiste. Er schloss die Augen und eine innere Ruhe breitete sich aus. Er war ein toter Mann, dass stand fest nur war seine Leiche noch nicht kalt und noch herrschte ein Überlebenswille in seinem Leib. Die Götter hatten einen Plan - sie hatten etwas mit ihm vor. Wieso sonst sollte er all die Jahre wie ein Sklave und ein Soldat gelebt haben? Wieso sonst sollte der Moment seines Triumphs sein Untergang gewesen sein? Und wieso, wenn nicht aufgrund des Willens der Götter hatte sich seine Gabe offenbart als er hätte sterben sollen? Er war nicht tot und dies wollte er als Geschenk annehmen.
Langsam öffnete er die Augen und schien zum ersten Mal sein Gegenüber anzusehen. "Ich tue dies nicht für euch" stellte er langsam fest. Er war am Ende angekommen und egal was Aurelius ihm androhte es konnte ihm nicht anhaben - er würde sowieso sterben. "Ich tue dies für mich. Und für die Götter - so wahr ich Lucan Aemilius bin". Langsam kehrte das Gefühl wieder in sein Bein zurück.
"Mir wurde mein Leben geschenkt - ich habe es mir verdient. Mit Blut und Schweiß und ich werde es mir nicht wieder nehmen lassen"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 11:38 pm

"Es ist mir gleich für wen du das tust, Lucan. Ob nun für dich oder für die Götter macht keinen Unterschied, solange es getan wird und damit ein weiteres Leben in Sicherheit ist, aber ich bin nicht dein Feind und du musst mich nicht bekämpfen", war Aurelius Antwort, die von einem müden Lächeln begleitet wurde ehe der andere mit den Schultern zuckte. Er würde sich nicht daran hochziehen, dass Lucan einen anderen Grund für seine Taten fand, um sie zu rechtfertigen und er würde keine Diskussion darüber eingehen, in welcher er unsinnigerweise versuchen würde, den anderen von seinen Absichten zu überzeugen, denn eben dies hatte letztlich auch Valerians Todesurteil gefällt und Lucan würde, sollte er versagen oder einen Fehler begehen, ein eben solches Schicksal teilen. Der Mann vor ihm war ein Magier, kehrte er zurück würde niemand auf die Worte eines Verräters hören und wenngleich auch die Sorge nicht verschwunden war, so wusste er doch, dass der einstige Soldat nicht die Macht besaß, um seiner Familie oder ihm selbst etwas anzuhaben.
"Septim bringt dich zurück an den Hafen und sorgt dafür, dass du im Morgengrauen ein Schiff nimmst, das dich nach Alagäsia bringt. Du wirst in Feinst anlegen und du tust gut daran, die Sprache des Landes während der Überfahrt zu lernen - alles, was du brauchst, wird sich an Bord befinden", begann er erneut und wechselte damit das schwere Thema hin zu schlichten Anweisungen, die ihm weit einfacher über die Lippen glitten als jene Wahrheit, die er ihm zuvor mitgeteilt hatte. "Der Jäger wird erst erwachen, wenn du bereits fort bist, aber verlasse dich nicht darauf, dass es nicht noch mehr von ihnen gibt. Halte dich und deine Gabe bedeckt", setzte er noch nach und trat einen Schritt auf den anderen zu, nur um die Hand auszustrecken und sie ihm auf die Schulter zu legen ehe seine Lippen ein leises "Ich danke dir für das, was du tust, und ich hoffe, dass auch du dort dein Glück finden wirst. Leb wohl, Lucan Aemilius" verließ und er sich umwandte, um den Raum wieder zu verlassen und zurück zu kehren.
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