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 Ausläufer der Stadt

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Der Erzähler
Spielleitung
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BeitragThema: Ausläufer der Stadt    Do Aug 07, 2014 11:05 pm

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Septim

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 2:22 pm

Langsam schritt Septim die zerfasernden Häuserreihen entlang, fuhr dabei sacht mit einer Hand über den Stein, als könne er so den Herzschlag der Metropole wahrnehmen und wissen, welches Haus das richtige war. Er sah nach links zu Aurelius und zeigte diesem ein knappes Lächeln.
"Du hättest nicht mitkommen müssen" erklärte er seinem ehemaligen Herren und deutete auf die Umgebung - auf die abgebrochenen Säulen und die Kinder, die mit Stöcken Reifen aus Holz und Hunde durch die Gassen trieben. "Das hier ist kein Ort für dich - du solltest in Palästen wandeln" erklärte dem anderen und blieb schließlich vor einem Haus stehen, dessen Steine alt waren und andeuteten, dass sie einstmals mit roter Farbe bemalt worden waren, wenngleich von dem leuchtenden Spektrum nunmehr nichts übrig geblieben war. "Dieses hier werde ich kaufen" erklärte er und legte sanft seine Handinnenfläche auf das Gemäuer. "Es ist ein gutes Haus. Stabil, alt und abgelegen." er lächelte. "Ich liebe unsere Städte" meint er schließlich. "Sie sind lebendig - und damit meine ich nicht die Menschen darin"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 2:34 pm

In Palästen wandeln war das Letzte, was Aurelius jemals wirklich gewollt hatte und dennoch schien es ihm so, als wäre dieses Schicksal von den Göttern für ihn ausersonnen worden, er war nur ein einfacher Mann, ein Soldat, der nur das Beste für sein Land und seine Familie wollte und der keine Macht darin besaß, sich gegen den Willen der Götter aufzulehnen. Das Glück mochte ihm für diesen kurzen Abschnitt seines Lebens Hold sein, aber Aurelius wusste, wie wankelmütig die Götter waren und wen immer sie einst noch hoch in den Himmel hoben, den ließen sie am Tag darauf bereits wieder ebenso tief fallen - ihm würde es nicht anders gehen, als jedem anderen Menschen vor ihm auch und so blieb ihm nichts anderes übrig, als die Bürde zu tragen und das Beste daraus zu machen bis auch er eines Tages tief fallen würde. 
Die Frau, die ihn in dem Hurenhaus angegriffen hatte, ihr hasserfülltes Gesicht und der Zorn in ihren Augen, wollte ihm noch immer nicht aus dem Kopf weichen, ihr Ausdruck hatte sich tief in seinen eigenen Verstand gebrannt und ihn immer wieder des Nachts wach gehalten, während er sich gefragt hatte, ob das, was er sah nicht viel mehr als ein Abbild der hohen Bürger dieser Stadt war und ob ihn die einfachen Menschen nicht verfluchten und er es in Stolz und falscher Absichten nicht gänzlich übersah. Es waren jene Nächte gewesen, in denen er das Bett verlassen hatte, neue Schreiben aufgesetzt hatte, bevor er des Morgens zurück zu seiner Frau gekrochen war, um jene nicht weiter zu beunruhigen. Es hatte etwas geschehen müssen - etwas, das den Menschen half und vielleicht auch sein eigenes Gewissen angesichts seiner eigenen Fehler beruhigen würde. 
"Die Paläste haben nichts an sich, das mich zu ihnen zieht, Septim, und wenn es nach mir ginge, überlasse ich den hohen Herren ihre Paläste während ich mich mit den einfachen Dingen des Lebens begnüge", lautete schließlich seine Antwort, die von einem kurzen, weichen Lächeln begleitet wurde, das über seine Züge huschte während er Septim beobachtete, wie dieser mit schlafwandlerischer Sicherheit seinen Weg durch die Straßen fand und schließlich an einem alten Haus stehen blieb, das die besten Tage bereits hinter sich hatte. "Wovon sprichst du?"
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Septim

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 2:46 pm

"Ist das nicht offenkundig?" fragte Septim und schrägte den Kopf an während ein seltsamer Ausdruck um seinen Mund. "Vor allem du müsstest es doch verstehen - diese Stadt ist in vielerlei Sinn wie ein lebendiges Wesen. Wie ein Körper... der den Charakter widerspiegelt" erklärte er, als er jedoch noch immer Skepsis auf dem Gesicht des Soldaten sah lächelte er und rieb sich das bärtige Kinn. "Nun, lass es mich so erklären: Als ich in deinem Auftrag nach Alagaésia gereist bin und dort Valerian zum Schweigen brachte war dieser bereits längst abgetaucht. Ein Mann durchschnittlichen Alters und durchschnittlicher Größe in einer riesigen, von Menschen bevölkerten Stadt. Beinahe unmöglich aufzutreiben, nicht wahr?" er lächelte.
"Würde man zumindest meinen. Doch in Wahrheit fließen die Menschen durch die Straßen und Gassen der Stadt wie Blut durch den Menschlichen Körper. Wie die Säfte die Organwände durchdringen. Es gibt Orte, zu denen niemals jemand finden würde der diese Stadt nicht kennt. Händler sorgen dafür, dass Fremde stets an ihren Ständen vorbei geleitet werden - an den teuren und nicht an den billigen, die nur die Einheimischen kennen. Es gibt Schenken in die sich nur Fremde verirren können. Es gibt Schlupfwinkel und geheime Pfade. Die Stadt wächst und wächst und während sie dies tut entwickeln sich neue Gesellschaftsformen. Gilden, Zusammenschlüsse und dergleichen. Und während die Städte in Alagaésia wild und ungelenkt wachsen und wuchern wie ein Geschwür, so wachsen unsere Städte in Reih und Glied in geplantem Maße. Verstehst du was ich dir sagen will?"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 3:03 pm

Der Name des fernen Landes rief alte Erinnerungen in ihm hervor, die er mit einem knappen Lächeln quittierte. Seit dem Besuch der Hochzeit und des damit beschlossenen Bündnisses zwischen Aurea und Alagäsia bestand Castor darauf, dass es Zeit war das Reich anzugreifen und noch immer hatte er Mühe damit, seinen Ältesten zu beruhigen und einen Grund zu finden, der rechtfertigte, weshalb sie nicht erneut die Waffen hoben, selbst wenn sie den Krieg unter zahlreichen Verlusten gewinnen würden. Aurelius hatte versprochen, Alagäsia kein Leid zuzufügen und sich aus den Geschicken dieses Reiches fern zu halten, wenngleich jene Ansicht auch eher seiner persönlichen Intention folgte als jener Furcht vor den feuerspeienden Echsen, wie es die Bewohner des Landes wohl sehen mochten. "Und dieses Haus wird dir dabei helfen, hier alles im Blick zu halten?" Es war keine Frage, auf die er wirklich eine Antwort benötigte, wusste er doch um Septims Befähigungen, die ihm bereits mehr als nur ein einziges Mal das Leben gerettet und das eines anderen beendet hatten. Valerians Tod war angesichts der Abmachung, die sie beide getroffen hatten, bedauerlich, aber der einstige Jäger hatte zu viel Macht angehäuft und eine Stellung eingenommen, die der endgültige Genickbruch für Aurelius selbst hätte sein können. Wenn er die Wahrheit gesprochen hätte, wäre Fyonara angreifbar geworden und Alagäsia hätte den Respekt und die Furcht vor ihnen verloren - Graham Drake hätte seine Spinnen ausgesandt und damit alles vernichtet, woran er jemals geglaubt hatte. 
"Ich hoffe nur, dass dir dieses Haus ein wenig Ruhe bringen wird. Du bist zuweilen mehr unterwegs, als dass du selbst an dich denken kannst."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 3:10 pm

"Ich lebe um zu dienen" erklärte er nur leise und neigte den Kopf, wobei die Kapuze sein Gesicht verbarg und in Schatten legte. Es stimmte - er hatte so lange in Ketten gelegen und die Wünsche und Träume anderer erfüllt, dass er für sich selbst etwas derartiges gar nicht mehr sah. Er hatte keine Wünsche für sich - keine Zukunftspläne die nur sein persönliches Schicksal betrafen. Einst war es anders gewesen und er hatte gegen sein Schicksal aufbegehrt, hatte frei sein wollen und sich gegen die Ketten gestemmt, ehe er dieser Mühe müde geworden war. Er hatte sich gefügt und die Ketten waren ein Teil von ihm geworden. Fyonara hatte ihn gebrochen und wenngleich er das wusste, so hegte er doch keinen Groll. Es war geradezu befreiend - so als würde man endlich verstehen das man selbst nur Teil eines großen Ganzen und selbst vollkommen unbedeutend war. Wenn er durch die Stadt marschierte, spürte wie die Menge sich hin und her wog - wenn er in Alagaésia das Werk dieses Landes verrichtete, so fühlte er sich wie ein Avatar. Er war der ausführende Wunsch des Volkes. Ein Rachegeist. Ein Diener.
"Ich bin ein Werkzeug deines Willens, alter Freund"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 3:21 pm

Septim war eines der Beispiele dafür, weshalb Aurelius einen Teil dieser Kultur verachtete, in welcher er selbst aufgewachsen war. Sie stellten sich über die Freiheit eines Menschen, kauften und verkauften sie als wären sie nichts anderes als Gegenstände und ließen sie sich in den Arenen zerschlagen, wenn sie ihrer überdrüssig waren, sie sperrten die Menschen mit besonderen Begabungen ein und züchteten sie wie Vieh ehe sie sie einfach abschlachteten, ohne Wissen, wer sie waren oder zu wem sie gehörten. aber er besaß weder jetzt, noch später die Macht um jene Dinge zu verändern, zu tief waren sie in der fyonarischen Kultur verankert und er selbst von ihnen geprägt - er würde diese Welt nicht verändern können und alles, was ihm blieb, war in seinem eigenen Handlungsbereich das Beste für jene Menschen heraus zu holen, die ihn unmittelbar umgaben und über die er seinen Einfluss geltend machen konnte. 
In Gedanken hallte immer wieder die strenge Stimme seines Vaters nach, das verzweifelte Weinen eines kleinen Mädchens, das fortgerissen wurde und dem er dennoch versprochen hatte, sie zu schützen. Er war es damals gewesen, der sie versteckt hatte, gemeinsam mit ihr vor den Jägern geflohen war bevor sie ihn gefunden hatten und das Mädchen von ihm fort nahmen, das ihm alles bedeutet hatte - all jene Narben jener Nacht trug er noch immer auf seinem Körper, in ewiger Erinnerung an das, wozu sein eigenes Volk im Stande war. Sein Vater war unter jener Gram gestorben, hatte es nicht verkraften können, dass es die Familie auseinander gerissen hatte und Aurelius hatte ihm keine einzige Träne nachgeweint, selbst wenn die alten Lehrstunden ihn auch heute noch begleiteten. 
"Du bist ein Freund und ein denkendes, fühlendes Wesen, Septim. Ein Mensch - mit allen Stärken und Schwächen", widersprach er dem anderen und schüttelte den Kopf. Werkzeug ... seine Werkzeuge waren das Schwert und das Wort, die Feder in seiner neuen Position aber keineswegs ein lebendes Wesen wie es Septim war.
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 3:30 pm

"Ich..." begann Septim und verstummte für einen Augenblick, ehe er den Blick niederschlug. "Bitte verzeih wenn ich dich erzürnt habe, das war nicht meine Absicht" sagte er schließlich, ehe er den Blick hob. "Ich bin dir dankbar, dass du mich zu einem Bürger Fyonaras gemacht hast und glaub mir, ich weiß diese Ehre zu schätzen ebenso wie die Rechte -und Pflichten welche mit diesem Amt einhergehen. Und ich bin bereit diese zu tragen. Doch was du verstehen musst ist... ich habe mich mit meinem freien Willen entschlossen deinen Willen auszuführen" erklärte er. "Ich schulde dir mein Leben in mannigfaltiger Weise. Und ich werde es dir zurück zahlen. Blutstropfen für Blutstropfen" erklärte er dem anderen und lächelte.
"Du bist der Mittelpunkt meines Lebens mein Freund. Du wirst niemanden fürchten müssen solange ich Lebe. Ich bin dein guter Geist Aurelius. Ich stehe mit meinem Leben für deines ein." erklärte er dem anderen. "Bitte schick mich nicht fort. Du bist alles was ich habe und ich möchte es so"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 3:43 pm

"Du hast mich nicht erzürnt, Septim. Es sind nicht mehr als alte Erinnerungen, die mich für einen kurzen Moment in Gedanken hielten. Es tut mir leid, falls ich dir Sorgen bereitet haben sollte", erwiderte Aurelius lediglich und schüttelte den Kopf ehe er die Hand ausstreckte, um sie dem anderen auf die Schulter zu legen. Septim war in der Tat ein guter Geist und der Grund dafür, dass er viele Dummheiten nicht begangen hatte, die sich in seinem Geist gebildet hatten als er selbst noch jünger gewesen war und wenngleich der andere ihm auch sein Leben schulden mochte, so sah Aurelius es nicht anders - er lebte noch immer wegen Septim, welcher Attentäter und Feinde vor ihm zurück gehalten hatte und der ihm stets ein Bruder im Geiste und ein enger Vertrauter gewesen war, vor dem er nichts hatte geheim halten müssen. Dennoch verstand er es nicht, weswegen der andere sich so dermaßen für ihn selbst aufopferte und bereit war sein eigenes Leben zu geben, nur um seines zu schützen, aber diese Unterredung hatten beide bereits zu oft geführt und Aurelius begann allmählich zu akzeptieren, dass es die Entscheidung des Freundes war. Er würde ihn nicht ändern können und so blieb ihm auch jetzt nichts anderes übrig als sacht zu nicken.
"Denkst du wirklich, ich würde dich fortschicken, Septim? Du gehörst zur Familie, für jeden einzelnen von uns und du wirst auf ewig ein Heim haben, solange wir existieren", sagte er schließlich und musterte das Gesicht des Freundes noch einmal. "Ich akzeptiere deinen Wunsch und deinen Willen. Ich will nur dein Bestes und ich sorge mich um dich."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 3:52 pm

Septim nickte dem anderen zu, ergriff dessen Arm und küsste ihn brüderlich. Dann machte er einen Schritt zurück und öffnete schließlich die Tür zu dem Haus das er erwerben wollte.
"Danke" flüsterte er leise und deutete dann in den Eingang "Lass uns die Immobilie mal von innen begutachten. Denn der äußere schein ist mir gar all zu oft trügerisch" erklärte er und spürte wie eine innere Erleichteurng ihn durchströmte. Aurelius war sein Herr, auch wenn er diesen Titel nicht mehr offiziell innehatte. Er war der wichtigste Mensch in seinem Leben und Septim wusste, dass der andere für Fyonara noch viel wichtiger werden würde als er es ohnehin schon war. Und wenn dies eintrat, dann musste ihn jemand beschützen.
Das war Septim diesem Land schuldig - schuldig für all das, was er ihnen zu verdanken hatte. "Hat Castor dir bereits seinen Bericht über die Hochzeit abgegeben?"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 4:02 pm

Ein leises, beinahe heiteres Lachen war Aurelius Antwort auf Septims Frage während dieser mit langsamen Schritten dem alten Freund folgte und sich erneut daran erinnerte, was sein Ältester ihm von dieser Hochzeit alles berichtet hatte und wo sich seine Erklärungen förmlich in seinem Zorn über die fremden Reiche überschlagen hatten. "Wenn du es Bericht nennen möchtest ... Castor war mehr damit beschäftigt, sich über den unsachgemäßen Gebrauch von Magie zu echauffieren als mir wirklich etwas von den Gegebenheiten zu berichten. Alles, was ich weiß, ist dass es Blumen geregnet hat und das Paar durch die Luft geschwebt ist, begleitet von seiner Ansicht beide Länder umgehend anzugreifen und sie sofort zu vernichten, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten", führte er Castors Worte sichtlich belustigt an und schüttelte erneut den Kopf, wie er es bereits getan hatte als sein Sohn ihm von den Erlebnissen berichtet hatte, als er am vorherigen Abend zurückgekehrt war. Nach seiner Ablehnung, diesen Krieg zu beginnen, hatte Castor sich fluchend in sein eigenes Zimmer zurückgezogen und seinen Vater verwünscht, ein Umstand, den Aurelius ihm noch nicht einmal zürnen konnte und so hatte er den Jungen gehen lassen, hatte ihn zur Ruhe kommen lassen ehe er beschlossen hatte, am heutigen Abend noch einmal das Gespräch mit ihm zu suchen und die Dinge zu klären, wenn das Gemüt des Jungen nicht mehr so erhitzt war. 
"Ich hatte gehofft, dass du mir eine genauere Erklärung all dessen geben kannst, was geschehen ist. Eine, die nicht von Rosenblüten und dem Schweben berichtet, sondern von dem, was wirklich vorgefallen ist und was Castor mir nicht erzählt hat."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 4:13 pm

Während Aurelius gesprochen hatte waren die beiden die steile, steinerne Treppe nach oben gestiegen und kamen schließlich in eine geräumige, wenngleich auch leicht windschiefe Wohnung. Septim wusste, dass die Architekten Fyonaras kein schräges Haus bauten und so ging er davon aus, dass ein Stück des Bodens möglicherweise bei einem leichten Erdbeben welche ab und an von Ryanti aus kamen weg gebrochen war.
Er zündete eine Kerze an und stellte diese auf einen staubigen, mit Spinnenweben überzogenen Tisch und setzte sich schließlich auf einen Hocker, welcher ächzend das Gewicht aushielt. "Scheinbar hat er dir kaum von den wichtigsten Gegebenheiten berichtet" stellte Septim fest und zeigte ein grimmiges Lächeln, das seine Züge mehr raubtierhaft denn Menschlich erscheinen ließ.
"Wenn wir den Streit zwischen Adligen dieser Länder mal bei Seite lassen und die Anwesenheit Valencias auch nur kurz vergessen dann war vor allem eine Sache die Augenscheinlichste - Magieanwendung gab es zweifellos, ausführlich und ohne jedes Maß - aber die wahre Information, welche dir dein Sohn wohl wissentlich vorenthalten hat war jene: Er hatte eine Auseinandersetzung mit Adriana Fiorenza. Er drohte ihr und dem Reich und wäre dafür beinahe nur als Schlachtvieh nach Hause zurück gekehrt"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 4:23 pm

Aurelius sog scharf die Luft ein, kaum, dass Septim geendet hatte und schloss die Augen für einen kurzen Moment, nur um sich mit einer Hand über das Gesicht zu fahren und damit die Müdigkeit zu vertreiben, die ihn eingenommen hatte. Er hatte geahnt, dass Castor sich nicht ruhmreich verhalten würde, hatte geahnt, dass es Zwischenfälle geben würde, wenngleich er auch gehofft hatte, dass ausgerechnet das eben nicht geschehen würde, von dem Septim ihm soeben berichtet hatte. Er hatte ruhig sein sollen, hatte sich alles ansehen sollen und ihm davon berichten sollen, hatte ihnen das Geschenk des Friedens seines Landes überreichen sollen und nicht mehr - dass er sich nun ausgerechnet mit ihr gestritten und ihr gedroht hatte, war nicht das, was Aurelius sich gewünscht hatte. "Es geht ihnen beiden gut ...", schälte es sich langsam über Aurelius Lippen als der die Augen wieder öffnete und Septim noch einmal ansah, ein stummes Bitten der Bestätigung in den dunklen Augen, welches sonst nur äußerst selten seinen Platz dort gefunden hatte. "Castor ist zurück gekehrt ohne weitere Verletzungen, was ich wohl offensichtlich dir zu verdanken habe und was sie angeht ..." Er sollte nicht weiter darüber nachdenken, sollte nicht einmal mehr darüber sprechen und dennoch ... das Vergessen schien ihm in diesem Augenblick schwer wie selten zuvor. 
"Alagäsia scheint für sie eine Heimat geworden zu sein, die sie verteidigen möchte. Es ist gut, dass sie dort in Sicherheit ist und von ihnen aufgenommen wurde - sie hat bereits zu viel in ihrem Leben durchstehen müssen, von dem ich wünschte, ich hätte es verhindern können ..."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 4:45 pm

"Sie ist sehr selbstsicher geworden" erklärte Septim dem Anderen, während er eine Hand über die Flamme hielt und langsam die Augen schloss, die Wärme und Hitze genoss die in seine Hand stach und seinen Arm hinaufkroch. "Allerdings ist es mir, denke ich, gelungen mit meinem Auftauchen und der Offenbarung wie nah wir an sie heran kommen wieder ein wenig Demut zu lehren" als er Aurelius blick sah zuckte er mit den Schultern. "Für ihre eigene Sicherheit ist es wichtig, dass sie sich vor unseren Männern fürchtet. Dann begeht sie keine Dummheit bei der wir niemanden davon abhalten können sie zu töten. Ihr geht es gut, dort wo sie jetzt ist und das Königspaar selbst beschützt sie" erklärte er. Mittlerweile war Septim dazu übergegangen mitsamt der Kerze durch die Wohnung zu marschieren und sich in den einzelnen Zimmern umzusehen, ehe er sich wieder zu Aurelius umdrehte. "Ich hoffe dir ist bewusst, was geschieht wenn all dies jemals rauskommt. ich weiß in euch fließt das Selbe Blut und ich habe kein Recht darüber zu urteilen. Ich wünsche mir auch, dass sie ein verdientes Leben lebt. Aber... wenn auch nur ein Wort davon an die Öffentlichkeit gerät ist dein Ruf - und damit dein Amt ruiniert."
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 5:01 pm

"Wenn auch nur ein einziges Wort an die Öffentlichkeit fällt, Septim, werde ich als Verräter an meinem Land und Magierfreund hingerichtet, ebenso wie der Rest meiner Familie und jeder einzelne Mensch, der jemals etwas mit mir zu tun gehabt hat. Ich weiß", lautete Aurelius' Antwort, die von einem schweren Seufzen begleitet wurde, das sich über seine Lippen schälte und in den hohen Räumen verhallte, durch die Septim immer wieder schritt, als wäre er nicht mehr als ein Schatten - unsichtbar und unangreifbar für die lebenden Menschen. Er ging ein Risiko ein, von dem nur die wenigsten wussten und hielt all diese Dinge selbst vor seiner eigenen Familie geheim, aber es war notwendig, um sie zu schützen und am Leben zu erhalten. Wenn sie nichts wussten, würden sie nicht versehentlich etwas von dem aussprechen können, was Aurelius geheim hielt und jene zwei Männer, die von ihr wussten, waren Marius und Septim - Männer, denen er blind vertrauen konnte und die sich eher in das Schwert gestürzt hätten, als ihn selbst zu verraten oder gegen ihn vorzugehen. 
"Ich habe geschworen, sie zu schützen und dafür zu sorgen, dass sie in Sicherheit ist. Dieses Versprechen ist Jahre her, aber ich habe es nicht vergessen - ebenso wenig, wie ich das vergessen habe, was einst geschehen ist. Bei allem, was ihr zugestoßen ist und woran ich selbst nicht einmal unschuldig bin, ist es meine Pflicht nun darauf zu achten, dass es nicht schlimmer wird, selbst wenn ich damit die Regeln meiner eigenen Heimat verrate", führte er fort und sprach diese Worte mehr aus dem Grund aus, um sich selbst noch einmal davon überzeugen, dass er hier das Richtige tat, als dass es ihm darum ging, Septim davon zu überzeugen. "Ich erinnere mich an ihr Weinen und die Hilferufe, als die Jäger sie fortgebracht haben. Ich weiß, dass sie nicht das Monster ist, das die anderen in ihr sehen wollen. Als sie geflohen ist und unsere Leute ihr zum Opfer gefallen sind, hat sie sich nur verteidigen wollen. Jeder von uns hätte es genauso getan."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 5:11 pm

"Stimmt" erwiderte Septim knapp angebunden, während er sich gegen eine alte, halbmorsche Tür stemmte. Nachdem dieser Versuch nichts gebracht hatte, warf er sich mit etwas mehr Kraft gegen das Holz und mit einem Knacken reagierte die Tür, ehe die Angeln sich quietschend in Bewegung setzten und die Tür aufschwang,einen Blick in ein gedrungenes, kleines und fensterloses Zimmer ermöglichte.
"Perfekt..." meinte er leise, ehe er sich wieder zu Aurelius umwandte und sich an dessen Gespräch beteiligte, gerade so als wäre er nicht zuvor damit beschäftigt gewesen eine Tür aufzubrechen. "Du hast natürlich recht - allerdings darfst du nicht vergessen, dass sie nicht deine Schwester ist. Sie ist nicht das Mädchen, das verängstigt vor Jägern beschützt werden musste. Sie ist die Beraterin einer fremden Königin. Eine Frau mit beachtlicher Macht, die sich mit einem Mann von nicht weniger magischen Potential zusammen schließen kann - immerhin ist der Kaiser Aureas nun auch bei ihr. Sie hasst dieses Land und dein guter Wille wird sie nicht davon abhalten uns soviel wie möglich zu Schaden. Ich will nicht sagen, dass du falsch gehandelt hast ich meine nur... sei vorsichtig, versprich mir das"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 5:29 pm

Ein versonnenes, beinahe wehmütig wirkendes Lächeln huschte über Aurelius Züge, der Septim bislang schweigend zugehört hatte und sich selbst zu dem Hocker hinüber bewegt hatte, auf dem Septim zuvor gesessen hatte, sich darauf nieder gelassen hatte und die Arme auf den Beinen abstützte. Das Gespräch, das sie beide führten, war nichts, was er sich gern anhörte - er hatte das Leben seiner kleinen Schwester verpasst, weil er es nicht geschafft hatte, sie vor dem Schicksal zu bewahren, das ihr bevorstand und nun erkannte sie weder ihn, noch irgendetwas anderes aus ihrer Heimat. Sie war erwachsen geworden und inzwischen hasste sie jeden einzelnen Menschen dieses Landes, obwohl sie doch im Grunde hierher gehörte und er wusste, dass er keine Gelegenheit haben würde, jemals mit ihr auch nur ein einziges Wort zu sprechen, um ihr die Dinge zu erklären, die geschehen waren. Er würde ihr niemals sagen können, wer sie wirklich war, würde sie niemals daran erinnern können, wohin sie gehörte - alles, was ihm blieb, war aus der Ferne darauf zu achten, dass ihr nichts zustieß und zu hoffen, dass man nicht hinter dieses Geheimnis kam, aber wann immer er sich ihren Namen ins Gedächtnis rief, war es, als stäche ein Dolch in sein Herz. 
"Sie ist nichts anderes als meine Schwester, Septim. Gleich, wie alt sie ist und wären die Jäger hinter mir her, wäre wohl auch ich verängstigt. Es mag sein, dass sie nun in Alagäsia Fuß gefasst hat und auch mit Aurea befreundet sein wird, aber es wird trotz alledem nichts daran ändern, dass ich dieses Land allein wegen ihr nicht angreifen werde. Ich werde ihr nicht den letzten Rückzugsort nehmen, den sie noch hat, um jemanden auszuschalten, der für uns nicht einmal eine Gefahr ist. Sie hat zu viel Angst, um uns etwas anzutun und was immer geschieht, sie würde nie wieder hierher zurückkehren. Wir haben nichts vor ihr zu befürchten."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Do Aug 21, 2014 5:46 pm

"Mag sein" stimmte Septim nach einer Weile des Schweigens zu und wiegte den Kopf vorsichtig hin und her, so als würde er einen Schluck Wein probieren, der fürchterlich sauer geraten war - aber noch darüber nachdenken wie er dies dem Winzer klar machen sollte. "Allerdings haben wir zwei Probleme" erklärte er leise und huschte zu dem Tisch, stellte sich Aurelius gegenüber und stemmte die Hände auf den Tisch, beugte sich ein Stück weit vor.
"Und ich werde dich nicht belügen Herr, so bitter die Wahrheit auch sein mag" stellte der ehemalige Sklave klar, ehe er weiter sprach: "Wenn du Fyonara weiterhin zum Ruhm führen willst, wirst du die anderen Länder erobern müssen. Wir sind stärker als sie und besitzen auch mehr Willenskraft und ich zweifle nicht, dass wir sie besiegen werden. Aber wir werden auch hohe Verluste einfahren und je mehr Land wir erobern umso mehr Land benötigen wir um unseren Wohlstand aufrecht zu erhalten und irgendwann wirst du oder dein Nachfolger Alagaesia angreifen müssen. Und selbst wenn sie fallen und wie alles beherrschen... so haben wir in diesem Augenblick doch verloren. Wenn man alles besitzt, was existiert und es nicht reicht dann fällt unsere gesamte Kultur in sich zusammen. Sei dir bewusst, Herr das den Weg den du gezeigt hast Fyonara zum Ruhm führen wird. Unsere Kindeskinder werden die Welt beherrschen und sie vernichten. Du hast mit Fyonara das Schicksal allen Seins besiegelt. Mit Fyonara beginnt ein goldenes Zeitalter und endet die Menschheit. Fyonara wird aufsteigen, stehen und fallen. Und wenn es fällt, reißt es die Menschheit mit in den Abgrund." er lächelte müde. "Aber das auch erst in tausend Jahren. Wer weiß ob es nicht sowieos so gekommen wäre"
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 9:28 pm

Lucan lehnte sich gegen die Lehne und atmete schwer während der Mann zu seinen Füßen ihm einen straffen Verband um den Knöchel anlegte. Mittlerweile war die Asche, welche das Haar grau gefärbt hatte ebenso verschwunden wie die aufgetragenen Pockennarben - nur der Bart war noch geblieben. Lucan amtete noch immer flach, spürte aber wie die Schmerzmittel anschlugen. Der Mann hatte ihm Weidenrinde gegeben und Lucan kaute diese immer noch, wenngleich der bittere Geschmack ihn wünschen ließ, das Holz würde nicht nur seine Schmerzen sondern auch seine Zunge betäuben.
Er sah sich in dem kargen Raum um, der nicht viel mehr als einen Stuhl und einen Tisch bot. Die vorherigen Stunden war Frage um Frage aus seinem Mund geflossen, doch nachdem sein geheimnisvoller Retter auf keine einzige geantwortet hatte, war er dazu übergegangen einfach still zu sein. Als sich nun jedoch die Tür öffnete und ein Mann herein trat vor dem sich auch sein Retter verbeugte neigte Lucan leicht den Kopf, sah zu Boden und wartete darauf angesprochen zu werden
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 9:54 pm

Valerians Ableben hatte eine Lücke in die Planung gerissen, welche es nun erneut zu stopfen galt und wenngleich es ihm auch lieber gewesen wäre, er hätte eine andere, sicherere Alternative auffinden können, so war der kurze Zwischenfall von dem Septim ihm berichtet hatte, doch gerade rechtzeitig gekommen und damit eine neue Schachfigur auf das Brett gebracht, deren Wichtigkeit er sich bislang noch nicht bewusst gewesen war. Man hatte ihn stets Vorsicht mit Magiern gelehrt, hatte ihn stets darauf aufmerksam gemacht, welch gewaltige Macht sie entfesseln konnten und was es bedeutete, sich mit einem von ihnen auch nur länger zu unterhalten und auch jetzt, als sein Blick über den Mann wanderte, der mit gebrochenem Knöchel auf einem der Stühle saß und den Kopf gesenkt hielt, spürte er das unangenehme Ziehen in seinem Kopf, das auch ihn darauf aufmerksam machte, mit wem oder was er es hier zu tun hatte. Lucan Aemilius, ein Celzer seiner eigenen Legion, der gemeinsam mit ihm in Fyham gekämpft hatte und nach dem Krieg die Freiheit errungen hatte, die Möglichkeit erhalten hatte Bürger der Stadt und dieses Landes zu werden und dessen bedauernswertes Schicksal ihn nun zu einem Magier gemacht hatte, während einer der Jäger ihm bereits auf den Fersen war. 
"Du hast den Jäger ausgeschaltet?", lautete seine erste Frage und als Lucans Retter ein knappes Nicken sehen ließ, atmete Aurelius für einen kurzen Moment lang auf ehe er selbst ein knappes Nicken sehen ließ und seinen Platz ein wenig entfernt von seinem Gesprächspartner fand, die Arme vor der Brust verschränkt während die dunklen Augen des Soldaten auf dem anderen ruhten. "Du hast in diesem Land als Magier nicht viele Möglichkeiten, Lucan", begann er dann zu sprechen und hob die Hand, als der andere ihm widersprechen wollte. "In der Regel bringen dich Soldaten oder Jäger in den Turm, in welchem du ausgebildet werden sollst. Allerdings würde ich dir gern eine andere Alternative geben, die sowohl deine Freiheit, als auch dein Überleben sichert, wenn du bereit bist, diesem Land auf ewig den Rücken zu kehren."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 10:01 pm

Lucan drehte sich der Magen um - zuerst hatte er geglaubt, er hätte den Mann der den Raum betreten hatte nur aufgrund des diffusen Lichts für Aurelius de Gaweia gehalten. Doch nun, da er zu sprechen Anfing und die Worte in der bekannten Melodie jener Stimme erklangen, die ihm in der Schlacht Befehle zugerufen hatte... da glaubte er den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Noch immer verstand er nicht genau was mit ihm passiert war - noch immer hingen seine Gedanken halb im Bürgeramt und auf der Straße fest in jenen glücklichen Minuten die ihm vergönnt gewesen waren. Wie lange war das Glück ihm Hold? Eine halbe Stunde? Wenn es überhaupt soviel Zeit gewesen war.
Er nickte schließlich, hob den Blick und erlaubte es sich dem anderen in die Augen zu sehen. Noch immer konnte oder wollte er der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen. Er konnte nicht glauben, dass er ein Magier sein sollte. Das er für dieses Land eine Gefahr darstellte und daher kam ihm die einzige Frage in den Sinn, welche auch nru Ansatzweise eine Erklärung für all dies liefern konnte. "Ist... ist dies ein Test Herr?" fragte er leise. "Ihr... müsst nämlich wissen ich habe niemals an euch oder eurem neuem Amt gezweifelt. Ich war da.. in der Arena meine ich und habe euren Namen gerufen." erklärte er leise. Vielleicht war ein Magier dazu benutzt worden ihn zu schützen und nun wollten sie prüfen ob er denn Treu zu Fyonarer stand. Wollten ihn zum Jäger berufen oder eine Beförderung in der Armee anbieten - so seltsam diese Gedanken auch waren, sie beruhigten seine aufgebrachte Seele und Hoffnung keimte in ihm auf.
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 10:09 pm

"Es ist kein Test, Lucan. Weder dieses Gespräch hier, noch das, was dir geschehen ist", lautete die erste Antwort, die Aurelius dem anderen gab und für einen kurzen Moment glomm Mitleid für die arme Seele in seinem eigenen Geist auf, während sich eine leise Stimme in seinem Geist zu fragen begann, ob es wirklich einen solchen Unterschied zwischen den Magiern und den einfachen Menschen dieses Landes gab. Ob sie sich wirklich so sehr unterschieden, wie man ihnen stets versucht hatte weiß zu machen oder ob das, was er einst in dem Gesicht eines kleinen Mädchens gesehen hatte, nun auch hier Geltung fand - er sah dieselbe Angst in Lucans Gesicht, wie er sie einst in Gracias gesehen hatte, dieselbe Verzweiflung, die ihn gefangen hielt. "Ich weiß, dass du treu zu diesem Reich stehst und uns nicht verraten würdest, eben dies ist der Grund, weshalb wir nicht zulassen konnten, dass dich der Jäger erwischt. Er wird dir noch immer auf den Fersen sein und alles, was wir dir haben erkaufen können, war ein wenig mehr Zeit", führte er schließlich fort und ließ ein leises Seufzen verlauten. Wenn er jetzt zugab, dass er kein Magierfeind war, sprach er das aus, was über all die Zeit in seinen Gedanken gewesen war und das er nun nicht mehr ignorieren konnte. Nicht, nachdem nun der Zweite dieser Art vor ihm saß und ihn ebenso wenig ermorden wollte.
"Du wirst aus diesem Land fortgehen müssen, wenn du leben möchtest und selbst entscheiden willst, was mit deinem Leben geschieht und ich biete dir dafür meine Hilfe an, wenn du sie annehmen möchtest."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 10:24 pm

Lucan leckte sich über die Lippen und starrte für eine ganze Weile auf seine Hände während er zu überlegen begann wie es soweit hatte kommen können - doch egal wie sehr er überlegte und wie viele Gedanken er in eben jene Frage steckte, sie blieb unbeantwortet. Er hob langsam den Blick und begegnete dem von Aurelius. "Wenn dies kein Test ist..." seine Stimme schwang dumpf durch den beinahe leeren Raum, "dann bedeutet das, dass... ich in den Magierturm gesperrt werden würde. Also besteht meine Wahl aus dem Tod hier oder dem möglichen Tod in einem fremden Land" er schüttelte den Kopf - das war keine Entscheidung die man ihm hier anbot. Aber noch befremdlicher als die eigentliche Tatsache war, dass es Aurelius persönlich war der hier vorbei kam. Und vor allem hatte der Andere keinen Grund und aus purer nächstenliebe würde er solch ein Verbrechen niemals begehen.
"Warum?"
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Aurelius de Gaweia

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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 10:35 pm

"Weil es etwas gibt, um das ich dich bitten möchte. Ich kann es nicht überprüfen, nicht dort, wohin du gehen sollst und alles, was ich äußern kann, ist diese einfache Bitte an dich", begann er erst zu sprechen und löste sich dann langsam von dem Platz, an dem er zuvor verharrt hatte, nur um ein paar unruhige Schritte durch den kargen Raum zu setzen, den Septim sein eigen nannte und in welchem der Freund den Soldaten untergebracht hatte. Er wusste nicht, wie er Lucan all das klar machen sollte, wozu er gerade im Begriff war anzusetzen - wie er all das verdauen sollte, wenn er ihm nun die Wahrheit hinter alledem mitteilte. Jene Wahrheit hinter seinem eigenen Handeln und den Entschlüssen, die er selbst gefasst hatte. "Adriana Fiorenza", drang der Name jener Zauberin über seine Lippen, die aus dem Land geflohen war und der sich fremd in seinen Gedanken anhörte, wusste er doch, dass er nicht ihr richtiger Name war und dass sie damit nur versucht hatten, das zu vernichten, was ihr noch von ihrer Familie geblieben war.
"Ich brauche dir nicht zu erklären, wer sie ist. Sie hat in Alagäsia Zuflucht gefunden, ist dort die Beraterin der Königin und wird von ihnen weitestgehend geschützt", setzte er an und schüttelte den Kopf, als wolle er sich selbst noch einmal von den Gedanken abhalten, die sich ihm aufgedrängt hatten und die die Vergangenheit einmal mehr zurück riefen, ihn sie noch einmal erleben ließen als wäre es erst der gestrige Tag gewesen, an dem man sie von ihm fortgerissen hatte. "Weitestgehend ist allerdings die Sorge, die ich habe. Sie sind nicht vorbereitet, um sie gegen die Jäger oder andere Gefahren zu schützen und aus eben diesem Grund bitte ich dich darum, dorthin zu gehen und sie zu schützen, ihr Leben gegen alle Feinde zu verteidigen."
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BeitragThema: Re: Ausläufer der Stadt    Sa Aug 23, 2014 11:01 pm

Adriana Fiorenza" wiederholte er den Namen, so als würde diesem eine Macht innewohnen die ihn vor allem Bösen beschützen - oder in dessen Arme treiben konnte. Er kratzte sich Geistesgegenwärtig den Arm und spürte kaum, dass er sich die dünne Haut in all der Nervosität blutig schabte.
"Wieso beschützen?" kam es schließlich über seine Lippen wenngleich er auch nicht sagen konnte, ob es seine eigene Stimme oder die eines Fremden war, welche er hörte.
Er glaubte beinahe sich selbst auf dem Stuhl sitzen zu sehen. Er schüttelte den Kopf um diesen Frei zu bekommen und seufzte schwer. "Ich meine.. sie ist eine Magierin.. eine Verräterin an Fyonarer wieso solltet ihr ein Interesse an ihrem Schutz haben?" er shcüttelte den Kopf und raufte sich die Haare, während sein Geist versuchte all diese widersprüchlichen Informationen zu verarbeiten und sich einen Reim auf all dies zu machen. Ein sinnloses Unterfangen. "Ich verliere den Verstand..."
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