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 Schloss vom "Geschlecht der Mirau"

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BeitragThema: Schloss vom "Geschlecht der Mirau"   So Jul 20, 2014 7:22 pm

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BeitragThema: Re: Schloss vom "Geschlecht der Mirau"   So Jul 20, 2014 7:40 pm

Sein Schwert durchdrang das Schild des Soldaten vor ihm, wurde mit all seinem Körpergewicht voran getrieben und drang schlussendlich in den Brustkorb des Gegners ein, fuhr durch die siebte Rippe und durchstieß das Herz, ehe die lange Spitze mit einem Sprühnebel aus Blut dem Feind aus dem Rücken schoss. Redwald keuchte, stemmte sein Bein gegen Brust und Schild des Mannes, ehe er mit einem Ruck sein Schwert aus dessen Leib zog. Schweiß rann über seine Stirn während er weiter durch die engen Hallen rannte. Die Hunde hatten sich kaum Zeit gelassen, hatten nicht einmal wie es sonst Recht und Üblich war eine Kriegserklärung verfasst. Sie hatten einfach Nachts angegriffen, waren in die Stadt gestürmt, hatten die Burg wie Ameisen durchflutet, ehe die redlichen Menschen Fyhams überhaupt verstanden hatten was passiert war. Er selbst hatte gesehen, wie ihr Anführer, ein großer, vierschrötiger Kerl den König an der Krone gepackt und ihm diese mit einem Schwerthieb vom Kopf getrennt hatte. Es waren zuviele gewesen und er war sofort losgerannt um wenigstens noch die Kinder rechtzeitig erreichen zu können. Als er nun vor der Zimmertür ankam, fand er diese verschlossen vor. Geschrei drang durch das dicke Holz und Redwald warf sich gegen die Tür, welche aufflog und ihn gegen einen Offizier prallen lies. Sie fielen beide und Stahl krachte auf Gold, als Redwald auf dem Fyonarer landete. Er richtete sich auf, trat dem anderen auf die Schwerthand, entwaffnete ihn so ehe er den kleineren Mann am Kragen seines Umhangs packte und in die Luft hob. Redwald war groß, etwas über zwei Meter und die Fyonarer schienen allgemein eher kleingewachsen zu sein. Mit aller Kraft die er aufbringen konnte schleuderte er den Offizier gegen eines der Fenster. Das Buntglas zerbrach und frischer Wind strömte in den Raum, wehte durch sein Haar. "Prinz, Prinzessin - kommt mit mir"
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BeitragThema: Re: Schloss vom "Geschlecht der Mirau"   So Jul 20, 2014 7:51 pm


„Ethelred.“ Wie oft dieser Name in den letzten paar Stunden geschrien wurde war erstaunlich. Zu Anfang hatte er seinen Vater diesen Namen rufen hören, als er sich zusammen mit den restlichen Verteidigern des Schlosses den Massen stellte und den Jungen noch einmal fest auf die Schulter klopfte, ehe er ihn schroff fortschickte. Kurz darauf hatte er mehrere Zofen gehört die ihn zu sich gerufen hatten, damit er sich in einer der Kammer einschloss und verstecken konnte, doch hatte er sich stattdessen dazu entschlossen zu seiner Schwester zu spurten um diese aus diesem Getümmel zu bekommen. Doch dort angekommen war, nur Augenblicke nachdem er seine Schwester in den Arm genommen hatte, ein Mann durch die Tür gestürmt, etwas kleiner als Ethelred, jedoch ungemein breiter und schwer bewaffnet und schließlich hatte auch seine Schwester seinen Namen geschrien und sich hinter ihm versteckt.
Doch glücklicherweise hatte einer der Männer seines Vaters den Weg zu ihnen gefunden, auch wenn sein gehetzter Blick noch immer auf dem Fenster lag, in dem nun nur noch Bruchstücke des Buntglases zu erkennen waren. „Wie steht es um meinen Vater?“ Verlangte der junge Prinz zu wissen. „Ich sah ihn das letzte Mal bevor die Fremden durch das Tor des Schlosses brachen, nein nehmt den Arm von meiner Schulter! Wo ist mein Vater?“
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BeitragThema: Re: Schloss vom "Geschlecht der Mirau"   So Jul 20, 2014 7:58 pm

Redwald brauchte einen kurzen Moment um sich zu sammeln, ehe der Junge der nun vor ihm stand anfing in gebieterischen Ton mit ihm zu sprechen. Redwald hätte beinahe aufgelacht. An jedem anderen Tag wäre er vor dem Jungen gekniet, hätte seine Treue bekundet und alles getan was der andere verlangt hatte. Doch nicht heute. Dieses Schloss war verloren, der König tot und ihr Land hatte nicht genug Soldaten um mit Fyonara zu konkurieren, wenn die Gerüchte die er gehört hatte auch nur zur Hälfte stimmten. Er konnte nur noch den letzten Wunsch des toten Königs befolgen, der ihm aufgetragen hatte seine Kinder in Sicherheit zu bringen.
"Es ist tot und das werden wir bald alle sein, wenn ihr nicht sofort mit mir kommt!" fluchte er und griff den Jungen erneut an der Schulter. "Es bleibt keine Zeit etwas mitzunehmen! Kommt mit mir und ich bringe euch aus dem Schloss hier raus. Es herrscht ein einziges Massaker dort draußen!"
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BeitragThema: Re: Schloss vom "Geschlecht der Mirau"   So Jul 20, 2014 8:09 pm


Dass ein Massaker dort in der Stadt und auch im Schloss herrschte, war kaum zu übersehen oder gar zu überhören. Alle paar Sekunden hörte man eine Frau aufschreien, ebenso hörte man die lauten Zurufe der Soldaten, ehe diese, manchmal noch mitten im Satz, erstarben. Seine Schwester ängstigte sich, das war nur allzu deutlich zu erkennen und noch immer fühlte er ihre Hand an seinem Arm. Ein kurzer Blick aus dem Fenster verriet ihm, wie es um den Rest der Stadt stand. In jeder zweiten Straße konnte man Männer in fremden Uniformen, fremden Rüstungen erkennen und in jeder dritten sah man bereits Zivilisten, die sich ergaben und vor den fremden Invasoren knieten. Ethelred knirschte mit den Zähnen, denn die Worte die sein Vater einst zu ihm gesprochen hatte, bewahrheiteten sich nun. „Sind die Schäfer verloren so bricht die Herde aus, nicht anders ist es mit einem Volk und seinen Herrschern.“ Die Fremden hatten in ihrer Absicht gut daran getan direkt das Schloss anzugreifen, denn so war ihnen der Sieg bereits symbolisch zugeschrieben.
„Dann geht voran.“ Dass sein Vater Tod sei. In seinem jugendlichen Leichtsinn wollte er es nicht glauben, hatte er seinen Vater doch stets für den Mann gehalten, der stärker sei als der Tod. Das dieser ihn nun einfach dahin gerafft hatte, vermutlich sogar durch die Hand irgendeinen Gemeinen, war ihm nicht begreiflich. Nichts desto trotz ballte sich ein Kloß in seinem Hals. Er war dumm zu glauben, dass sein Vater, welcher zurückgeblieben war, dieser Meute entkommen war, denn selbst der größte Mann konnte sich gegen die Horden, die angeblich die Stadt überschwemmt hatten nicht halten und als er erneut aus dem Fenster sah und erneut die Unmengen von Feinden erblickte, wurde ihm anders. Man hatte diese Stadt genommen, ohne einen einzigen Tag der Schlacht.
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BeitragThema: Re: Schloss vom "Geschlecht der Mirau"   So Jul 20, 2014 8:33 pm


Eleonore hatte nicht viel von den Fremden miterleben dürfen, die einen Tag zuvor in den Palast ihres Vaters gekommen waren und von ihm gefordert hatten, aufzugeben. Sie hatte lediglich die fremden Männer mit ihren Rüstungen, von dem Balkon ihrer Gemächer aus, sehen können, ihre harschen Mienen und den Gleichschritt, den die Truppen taten, dann hatte eine ihrer Zofen sie wieder hinein beordert. Mitten in der Nacht war der Angriff gekommen und ihre Zofen hatten ihre Räume noch verschließen können, ehe sich die junge Prinzessin gemeinsam mit den Frauen in ihr Schlafzimmer zurückgezogen hatte und dort zu Boden gesunken war. 'Große Mutter, bitte schütze uns vor den Feinden. Behüte jene, die wir lieben und zeige unseren Feinden, dass es einen anderen Weg gibt. Ich bete dich an, behüte meinen Bruder und meinen Vater und schütze auch meine liebe Mutter vor den Schwertern unserer Feinde', hatte sie leise gebetet während vor ihren Zimmertüren immer wieder erstickte Schreie durch das dicke Holz gehallt waren, die sie hatten zusammenzucken lassen. Eleonore war den Krieg nicht gewöhnt, hatte niemals einen Angriff miterlebt und alles, was sie von Feinden wusste, war, dass einst Alagäsia Fyham geschlagen und ihre Ahnen vernichtet hatten - es waren Geschichten ihrer Lehrer, die der Vierzehnjährigen nicht mehr als ein paar Alpträume beschert hatten, die nun wahr geworden zu sein schienen. Stahl klirrte, Männer schrien laute Befehle in einer Sprache, die sie nicht verstand und ihre Zofen hatten zu weinen begonnen während sie ihre Hand hielten.
Als die Tür zum ersten Mal aufgerissen wurde, hatte auch Eleonore begonnen zu schreien und war dann Hals über Kopf aufgesprungen als sie ihren älteren Bruder vor sich erkannt hatte, um welchen sie die Arme geschlungen hatte. Dann war einer der Feinde in den Raum gelangt und sie hatte erneut geschrien, hatte darum gefleht, wieder fortzugehen, wenn sie niemandem etwas von alledem sagte - der Mann hatte gelacht und sie ein dummes Kind genannt, bevor Redwald sein Leben beendet hatte und Eleonore nichts anderes übrig blieb, als sich an Ethelred festzuhalten.
"Vater ist ...", wisperte sie leise, wollte nicht begreifen, dass ihr geliebter Vater durch die Hand der Feinde gefallen war und weinend klammerte sich die Prinzessin an dem Arm ihres älteren Bruder fest, während die offenen, goldblonden Haare ihr inzwischen in wirren kleinen Locken über die weißen Schultern fielen, die nicht von dem weißen Nachthemd bedeckt waren. Die blauen Augen des Mädchens waren längst gerötet und verquollen, ihr schlanker Leib zitterte unter der nächtlichen Kälte und der Angst davor, dass die Feinde sie doch noch in die Finger bekämen könnten. "Papa ...", schluchzte sie leise und ließ sich wehrlos von einer der Frauen zur Seite führen, um sich von ihr in die Kleider hinein helfen zu lassen und einen dicken Mantel umgelegt zu bekommen, der sie vor der Kälte schützen würde, die dort draußen auf sie warten würde.
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BeitragThema: Re: Schloss vom "Geschlecht der Mirau"   So Jul 20, 2014 8:50 pm

"Mein Beileid Kinder, doch zum Trauern bleibt uns noch genug Zeit wenn wir hier mit heiler Haut davon kommen." erklärte er den beiden Jüngeren. Er hatte ihrem Vater versprochen sie mit heiler Haut aus dem Schloss zu bekommen, doch wusste Redwald das sie hier in diesem Land nicht sicher sein würden. Man würde sie jagen und zur Strecke bringen und so mussten sie eine andere Möglichkeit finden. Doch welche, das wusste er nicht zu sagen.
"Hier nehmt diese Umhänge und verbergt euer Gesicht bis wir aus der Stadt sind" befahl er ihnen und warf den beiden zwei lumpige Mäntel zu, welche zuvor an seinem Gürtel verweilt hatten. Sie waren Braun, von Motten zerfressen und fleckig, doch sie würden ihren Dienst tun. "Ich schau nach ob die Luft rein ist" erklärte er ihnen, ehe er um die Ecke spähte und ihnen dann zuwinkte.
Die Flucht aus dem Schloss war schwierig. Immer wieder mussten sie anhalten, sich in dunklen Türeingängen verbergen und Redwald war mehr als einmal dazu genötigt gewesen einer der Soldaten den Schädel einzuschlagen. Als er schließlich das Bedienstetentor aufbrechen konnte und ihnen der Geruch von kühlem Wind statt von Blut und Gedärmen entgegen schlug war es, als seien sie der Hölle selbst entronnen. "Los, weiter!"

tbc: Gasthaus enge Pforten
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