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 Gefängnis

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BeitragThema: Gefängnis    Sa Mai 31, 2014 12:05 am

Thomas war schon halb auf dem Weg nach draußen gewesen, ehe ihm ein Gedanke kam. Er hatte nicht mehr viele Chancen um all dies noch zu seinem Gunsten zu ändern und so nahm er eine Abzweigung und kam schließlich hinter einem großen Wandteppich hervor, welcher am Anfang des Gefängnisses hing und auf welchem die Gänge des Verlieses eingestickt worden waren. Er rannte schnell die Gänge entlang und kam schließlich zu dem Teil des Verlieses, wo er Katherine hatte einmauern lassen. "Holt sie da raus" Befahl Thomas und die Wachen blickten ihn unsicher an. "Holt sie raus na los" Thomas kannte Ryan. Sein Sohn würde ihn zuerst jagen, da er wusste das Katherine kaum fliehen würde. Da nun beinahe sämtliche Wachen des Schlosses zu seinem Gemach unterwegs waren würde er auch seine Feinde dorthin leiten - an das gänzlich andere Ende der Festung. Dies würde ihm Zeit geben. Zeit, die er brauchte um seine wertvollste Geisel mitzunehmen. Er sah dabei zu, wie die beiden Soldaten je zwei Spitzhacken nahmen und diese in den noch feuchten Mörtel stießen. Hier unten war es feucht und kalt und möglicherweise reichte ihm dies nun zum Vorteil. "Die Burg wird von Elfen angegriffen" erklärte er und sprach dabei niemand bestimmten an. "Wenn du mir hilfst hier heraus zu kommen Katherine wirst du deinen Sohn wieder bekommen und ich vergesse deine bisherigen Verfehlungen"
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BeitragThema: Re: Gefängnis    Sa Mai 31, 2014 12:21 am

Zitternd war sie von den Wachen herausgezogen worden und blinzelnd hatte sie ihre Augen in das flackernde Licht der Fackeln gerichtet, hatte die Hände zum Gesicht heben wollen, aber die Ketten, die noch immer um ihre Handgelenke lagen, hielten sie davon ab. Das Licht brannte in ihren Augen und pochte hinter ihrer Stirn, während ihre Gedanken im Trüben fischten, versuchten sich einen Reim aus dem zu machen, was geschehen sein mochte. Sie erinnerte sich nicht einmal mehr daran, wie sie überhaupt in die kleine Nische hinein gekommen war, erinnerte sich nur noch daran, dass sie dort aufgewacht war und die Dunkelheit sie umklammert gehalten hatte, dass sie versucht hatte gegen die steinernen Wände anzukommen, dagegen geschlagen hatte und ihre Finger in den noch feuchten Mörtel verkrallt, aber es hatte ihr nicht mehr als blutige Nägel und aufgerissene Finger gebracht. Als die Männer sie nun herauszogen, stolperte sie, wurde mehr von den Männern aufrecht gehalten als dass sie selbst stand und wirr fielen ihr die hellblonden Haare in das Gesicht, verbargen die Spuren all dessen, was Thomas ihr inzwischen angetan hatte, welcher dort mit wutverzerrtem Gesicht stand. Er würde sie umbringen, wenn sie jetzt nicht gehorchte - er würde sie auf grauenhafte Art und Weise ermorden, nur um ihren Geschwistern zu schaden.
Sie wünschte sich zurück zu Ryan, wünschte sich, sie habe niemals den Vorschlag angenommen, welchen Thomas ihr gemacht hatte. Sie hätte in Ceunon bleiben sollen, hätte bei Ryan in Sicherheit bleiben sollen, der bislang immer auf sie geachtet hatte. Die Frage ihres eigenen Vaters drang kalt und grausam an ihre Ohren, ließ sie noch einmal den Kopf heben und die dunklen Augen des Älteren mit glasigem Blick musternd. "... ich ... helfe dir ..." Sie musste am Leben bleiben, für Brandon - sie musste ihren Sohn bewahren, musste ihn vor den Fängen Thomas' schützen und ihm eine Zukunft ermöglichen, welche ihm sonst nicht vergönnt sein würde. Gleich dem, was es für sie bedeuten würde - es ging einzig und allein um Brandon. Er musste leben, er sollte glücklich werden dürfen.
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BeitragThema: Re: Gefängnis    Sa Mai 31, 2014 12:35 am

Drei der, in Lumpen gehüllte Soldaten, die inzwischen nur noch fahrig an der Rüstung hingen und lediglich ein Überbleibsel ihrer Infiltration waren, schritten zusammen mit drei der Elfen durch die, in die Mauer gelassenen Räume. Die Elfen schienen weitaus besser zu wissen wo sie zu suchen hatten, welche Wege sie gehen musste und wie sie am schnellsten zu Katherine gelangten.
Es war erstaunlich ihnen dabei zuzusehen, wie sie selbst zu dritt eine Einheit bildeten, die einem gesamten Bataillon glich, während die Menschen hinter ihnen weitaus tumber laute Schritte von sich gaben, ebenso wie das schwere Scheppern der Rüstungen. Schließlich hatten sie irgendwann den Anschluss verloren, sahen die Elfen immer weiter in die Ferne rücken und hatten immer und immer mehr Mühe mitzuhalten. „Verdammte Teufel, am Ende stehlen sie uns die Fürstin vor der Nase weg!“ Fluchte ein Mann mit einer halbglatze, dessen Bart mehrfach geflochten war und der einen blutigen Streitkolben in seinen Händen hielt. Die zwei Männer neben ihn, beide eher hager und schlaksig, trugen Armbrüste und Schützenhelme.
Sie glaubten bereits den Weg den sie gehen mussten aus den Augen verloren zu haben, als sie einen lauten Schrei hörten, weit voraus, jedoch war die Richtung noch gut auszumachen, sodass die Soldaten los preschten, als hätte der Teufel persönlich ihnen Beine gemacht und als sie schließlich die Elfen wieder zu Gesicht bekamen, sahen sie im fahlen Licht der Fackeln eine blonde Frau, die unverwechselbar diejenige sein mussten, die sie suchten. Daneben ein Mann, dessen Arm seltsam verdreht war und an dessen Kehle eine elfische Klinge ruhte.
Die drei Soldaten stiegen über die Leichen zweier Wachen, die in einem anderen Konstrukt der Geschehnisse wohl ihre Kameraden gewesen wären, ehe sie alle mühsam vor Katherine auf die Knie gingen. „Mylady, eurer Bruder erwartet euch.“

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BeitragThema: Re: Gefängnis    Sa Mai 31, 2014 12:48 am

Thomas hielt den Kopf soweit nach oben wie es ihm möglich war. Sein Stolz und die Befürchtung, dass die Klinge seinem Hals ein Lächeln verpassen könnte hielten ihn in dieser Position. Er fluchte nicht, wehrte sich nicht und rief keine wilden Verwünschungen aus. Er blieb nur ganz still und sah Katherine eine lange Zeit an. "Sag ihnen, sie sollen mich gehen lassen. Du wirst mich nie wieder sehen und Brandon wird noch vor Anbruch der nächsten Dämmerung wieder in deinen Armen sein" erklärte er, so leise das er es beinahe flüsterte. "Du musst dich entscheiden ob du noch mehr Blut deiner Familie vergießen willst oder ob nicht ein wenig davon wieder aufgesammelt werden kann" erklärte er. "Ich mache dich zu einer Königin. Brandon wird ein König genauso wie seine Kinder und Kindeskinder. Mehr habe ich nie gewollt. Ihr wart es, die das Blutvergießen begonnen habt, da ihr es nicht ertragen konntet auf euren alten, weisen Vater zu hören. Doch du hast nun die Chance alles wieder gut zu machen. Ich habe niemanden verletzt. Niemanden getötet. Das weißt du. Sorge dafür, dass diese Sache den gerechten Ausgang nimmt. Den einzig richtigen!"
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BeitragThema: Re: Gefängnis    So Jun 01, 2014 12:29 am

"Ich denke nicht, dass Ihr damit Erfolg haben werdet. Meine Soldaten gehorchen keinem Befehl eines Nachkommenden, das augenscheinlich bereits von Euch manipuliert und erpresst wurde", ertönte Arandurs Stimme ein Stück hinter den zerlumpten Soldaten des Fürsten von Teirm, welchen seine Männer inzwischen in das Lager der Elfen gebracht hatten, dass sie vor der Stadt aufgeschlagen hatten und in denen seine Reservisten noch immer auf ihren Einsatz warteten. Die mandelförmigen Augen des Elfen waren auf das alte Gesicht des Mannes gerichtet, an dessen Kehle noch immer die Klinge seiner Männer ruhte und in dessen Geist, selbst ein alter Krieger wie er es war, die dunkle Magie des Schatten spüren konnte, welche sich wabernd und wie ein dunkler Nebel durch den engen Gang zog, in dem sie standen. Mit ruhigen Schritten schritt der Elf näher, die Augen unverwandt auf dem alten, gebrochenen Mann gerichtet ehe er knapp nickte und Thomas nur wenig später in die Knie gezwungen wurde, die Arme auf dem Rücken fest zusammen gepresst, um zu verhindern, dass er nach einer Waffe greifen und den Elfen einen Schaden zufügen konnte, welchen sie nicht erwarteten.
"Ihr werdet in dieser Stadt weiterhin festgehalten werden bis die Herrin eintrifft, um über Euch zu richten", führte er fort, wartete allerdings nicht auf eine Antwort, die das einstige Oberhaupt des Hauses Velaryon ihm noch hätte geben können, stattdessen streckte der Elf lediglich eine Hand aus. "Reißt ein Stück Eurer Kleidung ab", forderte er einen der menschlichen Soldaten auf und als der Mann irritiert gehorchte und ihm wenig später ein langes, abgerissenes Stück Stoff mit zitternden Fingern in die Hand gab, nickte Arandur lediglich knapp und schritt ein Stück nach vorn, Thomas Velaryon eben jenes Stück Stoff um den Mund bindend und hinter der grauen Haaren verknotend. Der Elf hatte genügend seiner Lügen gehört, hatte genug von den falschen Versprechungen der Menschenkinder gehört, um sich selbst eine Meinung dieses Anhängers des Schattens zu bilden und als sich die blauen Augen des Elfen erneut auf die drei Soldaten richteten, die der Fürst hierher mitgesandt hatte, spürte er deren Zusammenzucken. "Ihr werdet die Fürstin aus der Stadt führen und hinüber in den Buckel gehen. Dort befinden sich unsere Heiler", forderte er sie auf und wandte sich herum, den lautlosen Schritten seiner Soldaten, die Thomas Velaryon mit sich zerrten und dessen Körper mehr über den Boden schliff, als dass der alte Fürst selbst ging, lauschend.
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